Magische Weihnachtszeit auf Mallorca

Palma de Mallorca wird in der Advents- und Weihnachtszeit zu einem magischen Ort, wenn gegen Abend tausende von Lichtern die Strassen und kleinen Gassen in der Altstadt erhellen und die Besucher Palmas beim Bummeln, Staunen und Einkaufen begleiten. Einer der Vorteile Palmas gegenüber weihnachtlich geschmückter Städte in Deutschland: die Temperaturen sind wesentlich milder.

Am ersten Wochenende im Dezember knipst die Bürgermeisterin von Palma die Weihnachtsbeleuchtung an. Den ganzen Dezember über bis zum 20. Januar tauchen die Lichter –bei Weitem nicht nur die üblichen Sterne aus Glühbirnen- die Altstadt und die Promenade am Hafen in ein magisches Licht. Hunderte von knallroten und grünen Christsternen werden entlang der Einkaufsstraßen gepflanzt, und Maroniverkäufer bieten ihre heißen Kastanien an. Denn eines ist sicher: auf Mallorca weiss man Weihnachten zu feiern.

Weihnachtsmärkte

Die beiden größten Weihnachtsmärkte Palmas auf der Plaza Major und der Plaza España werden am 6. Dezember geöffnet. Bis zum 6. Januar, dem Tag der Heiligen Drei Könige, bieten die Buden alles an, was man auf einem Weihnachtsmarkt erwartet: Naschereien, Krimskrams, Weihnachtsschmuck, Krippenfiguren, Kunsthandwerk und vieles mehr.

Bereits am 1. Dezember findet im Yachthafen Puerto Portals in der Gemeinde Calviá ein großer Weihnachtsmarkt statt, der mallorquinische, deutsche und englische Elemente vermischt: von 12 bis 19 Uhr bieten rund 60 Buden Glühwein, „churros“ und Plumpudding, Würstchen, orientalische Naschereien und Pfannkuchen, heiße Schokolade … Einkaufen kann man natürlich auch: hochwertiges Kunsthandwerk wie Stickereien, Marionetten und Dekoration und vieles mehr. Die Kinder werden unterdessen von Clowns unterhalten, können Keramik anmalen oder Tiere aus Luftballons formen.

Ganz in der Nähe, im Lindner Golf & Wellness Resort, gibt es am 6. Dezember von 12 bis 18 Uhr einen Nikolausmarkt, wo man sich an Glühwein, Stollen und gefüllten Bratäpfeln erfreuen kann – www.lindnerhotels.com . Das Pueblo Español organisiert seinen typisch deutschen Weihnachtsmarkt in diesem Jahr am Wochenende des 8. und 9. Dezember von 12 bis 22 Uhr – www.congress-palace-palma.com

Weihnachtseinkäufe

Wer Mallorca im Advent besucht, sollte die Gelegenheit nutzen, Weihnachtsgeschenke zu kaufen oder sich selber zu bescheren. Ganz besondere Geschenke sind auf der Kunsthandwerkermesse Baleart zu sehen und zu erwerben. Ein Expertenkomitee garantiert, dass die ausgestellten Produkte tatsächlich aus dem Kunsthandwerk und nicht aus industriellen Betrieben stammen. Baleart findet vom 5. bis 9. Dezember auf dem Messegelände im Terminal A des Flughafens von Palma de Mallorca statt. www.firesicongressos.com

Nicht zu vergessen die zahlreichen modernen und traditionellen Geschäfte in Palmas Innenstadt, die internationale Markenartikel oder traditionelle mallorquinische Produkte wie zum Beispiel die begehrten und täuschend echt aussehenden Kunstperlen anbieten.

Wer mehr über das Damals und Heute des Handels in Palma erfahren möchte, sollte den geführten Stadtrundgang „Tradition und Moderne – die historischen Geschäfte Palmas“ mitmachen – er findet im Dezember einmal in deutscher (3.12.) und einmal in englischer Sprache (10.12.) statt. Mehr Informationen und Anmeldung unter www.itineraris.org

Als verkaufsoffene Feiertage in der Weihnachtszeit wurden in diesem Jahr der 8. und der 23. Dezember festgelegt – dagegen sind die Geschäfte ausser an den Weihnachtsfeiertagen noch am 6. Dezember und 6. Januar geschlossen. Der Handel Palmas hat auch in diesem Jahr ein besonderes Programm für die Adventszeit organisiert, um Kinder und Erwachsene mit Musik und anderen Darbietungen auf Straβen und Plätzen zu unterhalten.

Die Stadt Palma hat eine sehr nützliche Broschüre herausgegeben: Der beste Einkauf am Mittelmeer, ein handliches Heftchen, in dem verschiedene traditionelle Geschäfte Palmas vorgestellt und verschiedene Shoppingrouten vorgeschlagen werden. Erhältlich ist die Broschüre an den Informationsbüros der Stadt Palma (Plaza España, Paseo del Borne, Plaza de la Reina) sowie beim Fomento del Turismo de Mallorca (c/ Constitució).

Weihnachtsleckereien

Die gastronomische Weihnachtskultur Mallorcas steht im Mittelpunkt einer besonderen Stadtführung, die das Institut Inestur organisiert: der Rundgang Genussproben zur Weihnachtszeit führt durch die Altstadt Palmas und richtet sich nach der gastronomischen Tradition und Kultur der Weihnachtszeit, von der traditionellen Küche bis hin zur Vorratskammer im Kloster, zum Beispiel in den Klöstern Santa Clara und Santa Magdalena, die die traditionelle Klosterbäckerei wieder aufleben lassen. Natürlich gibt es Kostproben! Führungen in deutscher Sprache am 6.12., 10.30h; 13.12., 16.00h; 20.12., 10.30h; in englischer Sprache: 7.12., 10.30h; 14.12., 16.00h; 21.12., 10.30h. Der Preis beträgt 10 Euro, Start ist am Olivenbaum am Rathausplatz Plaza Cort, die maximale Gruppengröβe liegt bei 20 Personen, Anmeldung erforderlich unter www.itineraris.org

Traditionell essen die Mallorquiner in der Weihnachtszeit „turrón“ in den verschiedensten Varianten: turrón aus Schokolade, aus Mandelcreme, aus hartem Nougat mit Mandeln oder Nüssen, aus Eiercreme etc. Am Heiligabend geht man in das Traditionscafé Can Joan de S’Aigo in der Straβe Can Sanç oder in seinen Ableger in der Straβe Baró de Santa Maria del Sepulcre, um dort heiβe Schokolade mit Ensaimadas zu genieβen; das Familienabendessen besteht meist aus kaltem gefüllten Truthahn und anderen kalten Braten mit „ous filats“, so genannten gefädelten Eiern, die süβ einen interessanten Kontrast zum Braten darstellen. Statt der Weihnachtsgans gibt es am ersten Weihnachtsfeiertag beim Familienmittagessen, das sich viele Stunden lang bis in den frühen Abend hinzieht, Spanferkel.

Weihnachtskrippen

Die Krippe spielt beim mallorquinischen Weihnachten („nadal“) eine zentrale Rolle und steht statt eines Christbaumes im Wohnzimmer – obwohl auch der Christbaum inzwischen in immer mehr Haushalten Einzug hält. In Palma sind Weihnachtskrippen in allen Ausführungen und an den verschiedensten Standorten zu bewundern. Eine groβe Freude für Kinder ist die Krippenlandschaft mit der Darstellung traditioneller mallorquinischer Handwerksmethoden im Erdgeschoss des Rathauses von Palma (Plaza de Cort). Einige weitere bemerkenswerte Krippen befinden sich im ehemaligen Herrenhaus Can Marqués – www.canmarques.net , im Santa-Catalina-Markt, im Kulturzentrum La Misericordia oder in den Kirchen Sagrada Familia (c/ Josep Maria Usandizaga), Sant Antoniet (c/ Sant Miquel), Sant Antoni Abat (c/ Blatera), Santa Catalina Tomàs (Plaza Santa Pagesa) oder Sant Roc (c/ Prevere Gabriel Bestard).

Konzerte zu Weihnachten

Natürlich wird auf Mallorca die Weihnachtszeit auch musikalisch gestaltet. Das groβe Weihnachtskonzert in der Kathedrale von Palma findet bereits am 15. Dezember um 20.30 Uhr statt. Der Eintritt ist kostenlos, Karten müssen aber rechtzeitig vorher am Caixaforum im Gran Hotel (Plaza Weyler) abgeholt werden.
Das Symphonieorchester der Balearen präsentiert das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach sowie verschiedene Weihnachtslieder am 20. Dezember um 21.00 Uhr im Auditorium von Palma – www.simfonica-de-balears.com
Die Musiker der Stadt
Palma geben am 13. Dezember um 19 Uhr ein Santa Lucía-Konzert auf dem Rathausplatz, Weihnachtskonzerte organisiert die Stadt Palma am 20., 21. und 22. Dezember (11.30 Uhr) im Parc de les Estacions nahe der Plaza España. Und Gospel Christmas bieten Marlena Smalls & The Hallelujah Choir am 13. Dezember im Auditorium von Palma – www.jazzvoyeur.com

Deutscher Gottesdienst

Ein ökumenischer Weihnachtsgottesdienst der deutschsprachigen katholischen und evangelischen Kirchengemeinden findet am Heiligabend um 15.30 und um 17 Uhr in der Kathedrale von Palma statt. Die mallorquinische Christmesse in der Kathedrale mit dem traditionellen Gesang der Sibil.la wird am Heiligabend um 23 Uhr gefeiert.

So feiern die Mallorquiner

Für die Mallorquiner beginnen die religiösen Feierlichkeiten am 8. Dezember, dem Fest der Unbefleckten Empfängnis (Inmaculada Concepción), ein hoher Feiertag. Viel profaner, aber nicht weniger sehnlich erwartet ist die Ziehung der spanischen Weihnachtslotterie El Gordo am 22. Dezember, gefolgt vom Heiligabend, der sich sehr vom Fest in Deutschland, Österreich oder der Schweiz unterscheidet: es gibt keine Geschenke, in den traditionellen Haushalten auch keinen Christbaum, sondern eine Krippe. Die meisten Familien essen gemeinsam zu Abend oder nehmen gemeinsam heiβe Schokolade und Ensaimadas zu sich, danach verleben viele junge Leute in Bars und Diskotheken einen laut-fröhlichen Heiligabend. Am 28. Dezember, dem Tag der „Santos Inocentes“ (die Heiligen Unschuldigen) schicken sich die Mallorquiner gegenseitig in den April, deshalb sollte man an diesem Tag auch nicht allen Zeitungsmeldungen Glauben schenken!

Auch Silvester unterscheidet sich auf Mallorca vom Jahresende in nördlichen Gefilden – nicht nur wegen der Temperaturen, die es den Mallorquinern erlaubt, sich am Rathausplatz, sowohl in Palma als auch in allen anderen Städten und Dörfern der Insel, zu treffen und zu feiern. Bei den ersehnten 12 Glockenschlägen isst man jeweils eine Weintraube: das bringt Glück für das ganze nächste Jahr.

Der Höhepunkt des Weihnachtsfestes für die mallorquinischen Kindern kommt endlich am 5. und 6. Januar: die Heiligen Drei Könige. Am Abend des 5. Januar ziehen die Könige durch die Stadt, eine Prozession, die im Falle Palmas und vieler anderer Orte an der Küste mit der Ankunft der Heiligen Drei Könige und ihres Gefolges per Schiff beginnt. Dann reiten oder fahren ihre Majestäten durch die Stadt, gefolgt von mit Geschenken schwer beladenen Wagen und bejubelt von tausenden von Kindern, die am nächsten Morgen ihre Weihnachtsgeschenke zu Hause im Wohnzimmer vorfinden – die Könige und ihre Helfer haben sie in der Nacht abgeliefert.

Sant Sebastiá, das offizielle Ende

Das offizielle Ende der Weihnachtszeit in Palma stellt das Fest des Schutzpatrons der Stadt, des Heiligen Sebastian, dar. Das Programm der Aktivitäten füllt die Zeit von zwei bis drei Wochen an, doch die beiden absoluten Höhepunkte kommen natürlich zum Schluss. Am Abend des 19. Januar werden in ganz Palma auf Straβen und Plätzen Feuer entzündet, um die sich die Bewohner Palmas und tausende von Besuchern von ausserhalb zusammenfinden, um mitgebrachte Würste, Fleisch und Brot zu grillen und dabei den unterschiedlichen Konzerten moderner oder traditioneller Musikrichtungen zuzuhören, die überall stattfinden.

Für den 20. Januar, den Tag des Sant Sebastiá, hat die Stadt Palma im Jahr 2008 ein Aufleben einer alten Tradition geplant: „correfocs“, ein Spektakel mit Feuer und Feuerwerk in den Straβen, das man gesehen haben muss, um sich eine Vorstellung davon zu machen. Ganz sicher ist das Sant-Sebastiá-Fest ein lohnenswertes Erlebnis für Mallorca-Reisende, denen sich hier eine ganz neue Sicht auf die Insel und ihre Traditionen auftut.

Gans im Sinne des Heiligen Martins: "Teilen macht froh"

Draußen ziehen die Kinder mit ihren Laternen durch die Straßen, während drinnen im Backofen die Festtagsgans einladend duftet. Auch süße
Martinsbrezeln und Weckmänner liegen für die großen und kleinen Genießer
schon bereit. Der Sankt-Martinstag am
11. November bietet eine schöne Gelegenheit, Familie und Freunde mit einem
exquisiten Festmahl zu verwöhnen.

Wer teilt, gewinnt, lautet das Motto zum Gedenktag des Heiligen Martin, der
bekanntlich die Hälfte seines Mantels einem armen Bettler gab. Eine große,
gemeinsame Tafelrunde liegt damit ganz im Sinne des Heiligen und wird seit
Jahrhunderten als
beliebter Brauch gepflegt. Ein Festtagsschmaus zu Martini mit knusprig
gebratener Gans ist bereits für das frühe Mittelalter belegt. Mit dem
Gedenktag des Heiligen Martins begann die früher übliche, sechswöchige
Adventsfastenzeit, am Vorabend durfte
aber noch einmal ausgiebig geschlemmt werden. Auch mussten früher die Bauern
an diesem Tag den Pachtzins in Form von Naturalien an die Lehnsherren
entrichten. Da traf es sich gut, dass die Gänse um diese Zeit schön fett
waren. Wer eine Gans isst, so
lautete damals ein gängiges Sprichwort, besitzt das ganze Jahr reichlich
Geld.

Die Rolle der Gans als traditioneller Festtagsbraten hängt aber auch
mit der besonderen Persönlichkeit des Sankt Martin zusammen: Bescheiden wie
der Heilige war, soll er
sich in einem Gänsestall versteckt haben, um dem Ruf als Bischof zu
entgehen. Doch die aufgeregten Gänse verrieten ihn durch ihr lautes
Geschnatter und lieferten sich damit für alle Zeiten dem Kochtopf aus.

Die Hochsaison für Gänsebraten beginnt mit Sankt Martin und gipfelt an
Weihnachten. Statistisch gesehen bringt es der Gans-Genießer hierzulande auf
400 Gramm Gänsefleisch pro Jahr. Überwiegend wird die ganze Gans
nachgefragt, aber auch Teilstücke
wie Brust und Keule sind im Kommen. Nichts geht über frische Gänse aus
bäuerlicher Haltung: Frische Gänse aus heimischen Gefilden zählen zur
Spitzenqualität. Im Supermarkt zeichnet sich frische deutsche Markenware mit
dem DDD-Herkunftsnachweis aus.

Prinzipiell besitzen Gänse eine weiche Fettschicht. Dieses Fett befindet
sich direkt unter der Haut als Fettschild und lässt sich beim Garen
hervorragend auffangen. Drei Viertel ihres Fettgehalts kann die Gans
verlieren, wenn sie gut durchbrät und
das Fett dabei abtropfen kann. Gänsefett ist aufgrund seines aromatischen
Geschmacks sehr beliebt. Es eignet sich als Geschmackträger für Soßen, Fonds
oder aber direkt als Gänseschmalz. Interessant zu wissen: Gänsefett besteht
zu 68 Prozent aus
ungesättigten Fettsäuren und erweist sich damit ernährungsphysiologisch
gesehen als besonders günstig.

Und so bekommt die Gans ihr Fett ab: Ein mit heißem Wasser gefülltes
Backblech unter dem Rost sammelt das ablaufende Fett. Mit diesem Bratfond
die Gans fleißig viertelstündlich begießen – so wird die Geflügelhaut schön
knusprig. Und noch ein Tipp:
Die Gans ist fertig, wenn beim Einstechen mit einer Fleischnadel der Saft
dabei klar herausläuft. beziehungsweise sich das Fleisch vom Beinknochen
ablösen lässt.

Süße Teilchen runden das Martinusmenü stilecht ab. Die beliebten Weckmänner
aus Hefeteig waren zunächst nur am Nikolaustag, später auch am Martinstag
und in der ganzen Adventszeit üblich und symbolisierten einen Bischof. Statt
der heute üblichen
Tonpfeife hielten sie einen Bischofsstab im Arm. Auch Martinsbrezeln dürfen
nach altem Brauch bei keinem Fest fehlen. Sie sind oft riesengroß und bieten
sich zum Miteinanderessen geradezu an – Teilen auch hier ganz im Sinne des
Heiligen Martins.

Schlemmerreise Spanien: Von Tarragona ins Ebro Delta

Mit großem Straßentheater in der alten Hafenstadt Tarragona beginnt diese Folge: Die Reliquien der Heiligen Thekla werden aus der Kathedrale geholt und Spielgruppen in historischen Gewändern stellen ihr Leben szenisch dar. Ins gebirgige ‚Priorat‘ westlich von Tarragona haben Kartäusermönche den Weinbau gebracht und dort die imposante Klosterruine Escaladey hinterlassen.
Leckerbissen, die es nur in dieser sumpfigen Lagunen-Landschaft gibt, kostet ‚Schlemmerreise‘ im Ebro-Delta. Die Tour durch Spanien endet mit einer zünftigen katalanischen Calcotada: Lauchzwiebeln werden über offenem Feuer gebraten und anschließend in fröhlicher Runde verspeist.

Vier Meter große Riesenpuppen, Feuer speiende Drachen, edle Ritter auf Steckenpferden – das alles gibt es in den Straßen von Tarragona am Festtag der Heiligen Thekla. Prozessionen sind in Spanien keine feierliche Angelegenheit, sondern Volksfeste.

Im Hinterland Tarragonas wachsen ‚feurige‘ Rotweine. ‚Schlemmerreise‘ beobachtet die mühselige Arbeit in den steilen Weinbergen: Dabei werden die schmalen Terrassen noch mit Maultieren und Eggen umgepflügt. Besucht werden auch die spartanischen Zellen der Kartäusermönche in Escaladey und ein Restaurant in Falset, in dem es eine köstliche Suppe aus geröstetem Gemüse gibt. Conchinillo asado, Spanferkel aus dem Ofen, wird in einem katalanischen Parador angeboten. Das Spanferkel ist so zart, dass es mit der Kante eines Tellers zerteilt werden kann. Languste mit grünem Spargel gibt es im noblen Ferienort Cambrils an der Costa Dorada. Die Fischer verkaufen ihren Fang im Hafen direkt vom Schiff aus.

Die Köche der Restaurants reißen sich um die frischen Fische und Meeresfrüchte. Im Ebro-Delta ist ‚Schlemmerreise‘ bei der Reisernte dabei. Anschließend wird ein Restaurant im Naturschutzgebiet besucht, das nur mit dem Schiff erreicht werden kann. Dort gibt es ausgefallene Speisen wie gebackenen Fischrogen, marinierte Flussaale und frittierte Froschschenkel. Auf dem Land bei Barcelona feiert ‚Schlemmerreise‘ zum Abschluss eine typisch katalanische Calcotada mit. Dabei werden Lauchzwiebeln aufs offene Feuer geworfen und anschließend in fröhlicher Runde mit einer Chili-Knoblauch-Sauce verzehrt.

WDR, Sonntag, 07.10., 15:00 – 15:30 Uhr

Segnung unter Balis Honigmond

Der 07.07.2007 ist ein Heiratsdatum, das sicher leicht zu merken ist. Unvergesslich jedoch wird verliebten Paaren ein Aufenthalt in einem der drei Amanresorts auf Bali sein, den sie mit einer buddhistischen Segnungszeremonie oder einer richtigen Hochzeit krönen können.

Amankila: Hochzeit im Blütenmeer

Zierliche weiße Fahnen rahmen einen Pfad, der zu einem mit Palmwedeln, Blumen und weißen Stoffbahnen dekorierten Bambusgewölbe führt � dies ist die romantische Kulisse für eine Hochzeit oder Segnung im ost-balinesischen Amankila. Frangipani, Tuberosen, weiße Orchideen, Chrysanthemen und Gardenien schmücken die Dinnertafel beim anschließenden Festmahl, während traditionelle balinesische Tänzer ihre Kunst vorführen und ein gamelan-Orchester seinen Metallophonen, Gongs, Becken und Maultrommeln faszinierende, fremdartige Klänge entlockt. Als Schauplatz bieten sich sowohl ein lauschiger Kokoshain am Meer als auch die Terrasse um den dreistufigen Resort-Pool an, der hierfür mit Schwimmkerzen und Blüten dekoriert wird und mit einer fantastischen Aussicht über die Lombok-Meerenge beeindruckt.

Amanusa: Strand-Barbeque unter Sternen

Im süd-balinesischen Amanusa werden die Zeremonien bevorzugt bei Sonnenuntergang abgehalten, um von diesem atemberaubenden Schauspiel über dem Meer zu profitieren. Die Klänge balinesischer Musik, der Duft von Tuberosen und der Auftritt traditioneller Tänzer vervollkommnen die Szenerie. Für größere Gruppen bietet sich auch der luftige Innenhof an, von dem aus man den bougainvillea-umrahmten Pool überblickt. Eine weitere Alternative ist der goldene Privatstrand mit seinen neun strohgedeckten bales (Pavillons). Ein Barbeque-Dinner für Zwei am Strand, beleuchtet vom Mond und den Sternen, bildet den Auftakt eines zauberhaften Honeymoons.

Auf einer Anhöhe über dem Meer gelegen und mit einem Ausblick über den Ozean bis hin zum heiligen Berg Agung gesegnet, ist das Amanusa die perfekte Wahl für Paare, die die kosmopolitische Seite von Bali kennenlernen möchten, während sie gleichzeitig Amanusas Privatstrand und die nahen Golfsport-Optionen genießen können.

Amandari: Zeremonie am heiligen Flusstal

Für eine Segnung im kleinen Rahmen ist im zentral-balinesischen Amandari das blütenübersäte bale oberhalb des Ayung-Tales ein zauberhafter Ort. Hier genießt das Paar einen weiten Ausblick über die umgebenden Reisterrassen und den heiligen Fluss Ayung. Eine noch intimere Variante ist die Segnung in der eigenen Pool-Villa. Für eine stimmungsvolle Illumination sorgen Bambusfackeln und Schwimmkerzen, balinesische Tänzerinnen wiegen sich zu den Klängen des gamelan-Orchesters.

Mit seinen traditionellen Schreinen und steinernen Wegen wurde das 33-Suiten-Resort Amandari im Stil eines typischen balinesischen Dorfes errichtet. Es ist ein ideales Hideaway für Paare, die das Erlebnis ursprünglichen Berglandes suchen, verbunden mit einem spannenden Einblick in Balis Kultur durch die Nähe zur Künstlergemeinde Ubud.

Übernachtungen in allen drei Resorts ab 675 US$ (ca. 497 Euro). Rundreisen zwischen Amanusa, Amandari und Amankila bzw. kombinierte Übernachtungsaufenthalte werden gern arrangiert.

Reservierung über Amanresorts: www.amanresorts.com

Wurstfest in Querenca an der Algarve

Insbesondere die ersten Monate des Jahres sind die Zeit der traditionellen algarvischen Dorffeste, die fast immer im Zeichen eines für die Region typischen Produktes stehen. So auch beim alljährlichen Wurstfest in Querença (Bezirk Loulé), das diesmal am 21. Januar ab 11.00 Uhr auf dem Kirchplatz des Ortes stattfindet.

Geehrt wird mit der „Festa das Chouriças“ São Luís, der Schutzpatron der Tiere. Der Tradition zufolge muß jeder Bewohner dem Heiligen eine Wurst als Opfergabe darbieten, um im Gegenzug den Schutz seiner Tiere zu erhalten. Begleitet wird das Wurstfest von einer Prozession durch den Ort und jeder Menge musikalischer Unterhaltung.

Würstchen liebstes Weihnachtsessen

Von kulinarischer Exotik am Heiligen Abend
halten die Bundesbürger offenbar nicht viel. Würstchen mit
Kartoffelsalat ist laut einer repräsentativen GfK-Umfrage im Auftrag
des Apothekenmagazins „Diabetiker Ratgeber“ das liebste
Weihnachtsessen für knapp jeden dritten Deutschen (32,2 Prozent).

Auf
Platz zwei der weihnachtlichen Leibspeise rangiert die Festtagsgans:
Jeder Zehnte (10,2 Prozent) favorisiert am 24. Dezember einen
Gänsebraten. Bei knapp sechs Prozent (5,5 Prozent) gibt es am
Heiligen Abend Karpfen, bei 3,2 Prozent Wild-, Hasen- oder
Kaninchenbraten, bei 2,9 Prozent Braten oder Rouladen. Jeder dritte
Deutsche (32,9 Prozent) ist dagegen auf keine spezielle
Weihnachtsspeise festgelegt und genießt alljährlich ein anderes
Gericht. Doch ganz egal welches Weihnachtsmenü – gemeinsam ist den
meisten Bundesbürger das festtägliche Essverhalten: Ein Großteil
(80,7 Prozent) gibt an, an den Feiertagen „immer zu viel zu essen“.

Weihnachten auf peruanisch

Ein Ponche-Schnaps, die italienische Panetón und Santa Claus – das peruanische Weihnachtsfest ‚Pascuas’ ist eine exotische Mischung aus einheimischen, europäischen und nordamerikanischen Bräuchen. Den Auftakt des Heiligen Abends in Cusco, der Hauptstadt des ehemaligen Inkareiches, bildet der Weihnachtsmarkt ‚Santuranticuy’ auf dem Hauptplatz Plaza de Armas. Das Fest der Geburt Jesu, der im lateinamerikanischen Raum ‚El Nino’ („das Kind“ bzw. „das Weihnachtskind“) heißt, wird im ganzen Land festlich begangen und spiegelt den kulturellen Reichtum Perus wider.

Die Weihnachtsfestivitäten erstrecken sich über mehrere Tage und finden an verschiedenen Plätzen statt. Außer in der Familie feiern die Menschen auch auf den Straßen. Schon Tage vorher stimmen traditionelle Tanzparaden und spielerische Darstellungen der Heiligen Nacht auf Weihnachten ein. Die Tänze der bekannten ‚Negritos de Huaytara’ symbolisieren die Geschichte des Landes.

Bei sommerlichen Temperaturen locken die Straßen in dieser Zeit mit einer großen Anzahl an Weihnachtsmärkten, die bis in die Nacht des 24. Dezember geöffnet sind. Einer der bekanntesten ist der ‚Santuranticuy’ in Cusco. Dieser in seiner Art einmalige Weihnachtsmarkt zieht die Menschen mit Krippendarstellungen, Holzschnitzereien, Keramik- und Tonfiguren an. Statt des in Deutschland bekannten Glühweins genießen die Peruaner dabei einen warmen Ponche, der aus Schaps und heißer Milch zubereitet wird.

In der ‚Noche Buena’, der Heiligen Nacht, kommt die ganze Familie zusammen, um gemeinsam den hausgemachten Truthahn zu essen. Im Unterschied zu Deutschland wird die Geburt Jesu Christi mit großen Feuerwerken gefeiert. Traditionell werden hierzu Hefekuchen – im Volksmund ‚Panetón’ genannt – zu einer heißen Schokolade gereicht. Sie symbolisieren den Brauch der ‚Chocolatadas’: Kirchen, Hilfsorganisationen und Privatleute verteilen Essen, Geschenke und eine heiße Schokolade an arme Kinder.

Am 25. Dezember besuchen die Peruaner dann Freunde und Bekannte, um einander ‚Feliz Pascuas’ zu wünschen und die Feiertage ruhig und besinnlich ausklingen zu lassen.

Weihnachts-highlights in bella Italia

Von Dezember bis Januar erwecken volkstümliche Bräuche und lange Traditionen die Region Friaul-Julisch Venetien zu neuem Leben. Ein jüngerer, aber deshalb nicht weniger attraktiver Brauch sind die Weihnachtsmärkte, welche österreichische und deutsche Weihnachtsstimmung nach Italien bringen. Zu Recht, denn mit den beiden Ländern teilt Friaul-Julisch Venetien eine lange Geschichte, Kultur und Traditionen.

Der Duft von Glühwein und gebratenen Äpfeln liegt in der Luft der nordöstlichsten Region von Italien. In den Bergen wird die Zeit der Weihnachtsmärkte im karnischen Villa Santina am 26. November eröffnet: das erste Highlight der Weihnachtszeit.
Es folgt am 4. Dezember in Tarvisio mit dem „Umzug von Nikolaus und Krampus“ eines der ältesten und aufregendsten Feste der Region. Bei dieser Veranstaltung begleiten Teufel mit grotesken Holzmasken und langen Fackeln den Schlitten des heiligen Nikolaus, währenddessen werden die Geschenke an die Kinder verteilt.
Am 8. und 10. Dezember öffnet der „höchste“ Weihnachtsmarkt der Region in Sauris seine Pforten. Im 1.400 Meter hochgelegenen Ort wurden über die Jahrhunderte Sprache, Architektur und Brauchtum der aus Österreich eingewanderten Bewohner erhalten. Auf dem weihnachtlich geschmückten Marktplatz werden handgeschnitztes Holzspielzeug, selbstgemachtes Backwerk, Honig, Eingemachtes, Säfte und andere typische Köstlichkeiten der Bergregion sowie Gegenstände des lokalen Handwerks angeboten.

Am 13. Dezember findet in Arta Terme ein traditionsreicher Markt mit Musik und Volkstänzen zum Fest der „heiligen Lucia“ statt, die als Lichtbringerin verehrt und besonders von Kindern geliebt wird.
Ein Highlight des „importierten Weihnachtsbrauches“ ist der älteste Weihnachtsmarkt der Region: der Nikolausmarkt in Triest vom 4. bis 8. Dezember. In der ganzen Stadt sind die Straßen und Gassen festlich mit Tannenzweigen und weißen Lichtern geschmückt, die spätestens jetzt weihnachtliche Stimmung aufkommen und Kinderherzen höher schlagen lassen. Fröhliches Treiben herrscht hier zwischen Ständen mit kunstgewerblichen Gegenständen und typischen kulinarischen Köstlichkeiten der lokalen Gastronomie. Natürlich können die Besucher ebenfalls Weine aus den berühmten Friauler Weinbergen genießen.

Infos über Friaul-Julisch Venetien: www.turismo.fvg.it (englisch und deutsch).

Dezember-Feierlichkeiten in Ecuador

Der Dezember ist in Ecuador – und seit den 60er Jahren ganz besonders in Quito – ein Monat der Feste, Traditionen und Feierlichkeiten: Nicht nur Weihnachten und Neujahr werden hier auf ganz spezifische Weise begang en, sondern auch an die Gründung der Hauptstadt wird mit einem großen Spektakel erinnert.

Um den 6. Dezember jeden Jahres bricht Quito aus dem Alltagsleben aus und verwandelt sich in eine Schaubühne der Festivals, Konzerte, Tanzabende, Kunstausstellungen, Sportveranstaltungen und Cuarenta-Turniere (traditionelles ecuadorianisches Kartenspiel). Auch die Wahl der Schönheitskönigin Quitos und mehrere Stierkämpfe – ganz in spanischer Tradition des Gründervaters Francisco Pizarro – läuten den Dezember ein.

Wer in diesem lebendigen Treiben den Überblick behalten will, verschafft sich am Besten einen Platz auf dem Dach einer der folkloristischen „chivas quiteñas“: Normalerweise als Busse in der Küstenregion genutzt, gehören die Chivas zur festen Tradition der Fiestas de Quito.

Zur Weihnachtszeit werden allerorten die unterschiedlichsten Krippen hergestellt, oftmals mit Ausmaßen einer Ministadt – von kitschig bis stillvoll, aus Plastik oder Marmor. Jedermann versucht, aus dem vorhandenen Material das beste zu machen – auch, weil oftmals die schönste Krippe prämiert wird. Kontrastierend dazu finden sich oft Plastikweihnachtsbäume direkt neben den Krippen, geschmückt im pompösen US-Stil.

Ab dem 16. Dezember kommen Freunde und Verwandte zur „Posada“ (Unterkunft) zusammen: Mit Kerzen, Räucherstäbchen oder Marienbilder ziehen sie durch die Nachbarschaft. An einem ausgewählten Haus klopfen sie an und bitten, oftmals begleitet von Akkordeon und Gitarre, um Unterkunft. Traditionell wird dies zunächst abgelehnt; nach der sechsten Strophe jedoch öffnen sich die Türen des Hauses und es wird ein kleines Fest gefeiert. Dies wiederholt sich an neun Abenden in unterschiedlichen Häusern. Am 24. Dezember, dem
Posada

letzten Abend, werden um 23:30 Uhr 9 Ave Marias gebetet und ein Freudenlied („Villancico“) zur Jesu Geburt angestimmt.

An diesem Tag gibt es in Ecuador, vor allem in der Region um Cuenca den „Pase del Niño“. Hierbei handelt sich um eine Prozession, welche durch die wichtigsten Straßen der Stadt führt. Angeführt wird der Zug vom Stern von Bethlehem, gefolgt von den heiligen drei Königen, oft ein weißer, schwarzer und indigener König, und Josef und Maria mit dem Jesuskind, die am Ende ihr Kind in der Kirche in die Krippe legen.
Im Anschluss wird um Mitternacht die „Misa del Gallo“ (Hahnenmesse) abgehalten, so benannt, da die Hähne um diese Zeit krähen.
Das typische Weihnachtsmahl ist gefüllter Truthahn. Nach dem Essen gibt es einen Umtrunk, den der Hausherr ausgibt. Daraufhin erscheint oft der Nikolaus und verteilt Geschenke, bevor bis in den Morgen hinein getanzt wird.

Die „Santos Inocentes“ (die heiligen Unschuldigen) gehen auf die biblischen Kindermorde des Herodes zurück. Im Wandel der Jahrhunderte wurde das spirituelle Fest zu einem fröhlichen Unterfangen: So geht es vom 28. Dezember bis zum 6. Januar zu, wie in Deutschland am ersten April. Tänze, Scherze, schwarzer Humor und Ironie sind allgegenwärtig, die Menschen verkleiden und maskieren sich und die Nachrichten verbreiten Unwahrheiten. Das Reservoir an Scherzen reicht vom Versalzen des Kaffees bis zum Verkünden des Todes von Freunden.

Am Ende des Jahres wird auf den öffentlichen Plätzen Unterhaltung geboten und alle Menschen befinden sich auf den Straßen. Allerorten findet man traditionelle Strohpuppen, die „Viejos“ (die Alten): Diese Strohpuppen sind meist Nachahmungen unterschiedlicher Persönlichkeiten, die im endenden Jahr Schlagzeilen gemacht haben – Politiker, öffentliche Beamte, Geistliche und selten auch persönliche Bekannte. Oftmals sind daneben Plakate angebracht, welche die (Un-)Taten des Alten anklagen, und der Bastler reicht seinem Publikum Hochprozentiges. Zur Tradition gehören auch die „viudas“ (Witwen) – als Frauen verkleidete Männer –, die an den Straßen Autos anhalten, um Geld für das Begräbnis ihrer Alten zu fordern. Ab elf Uhr abends wird dann das Testament des Alten verlesen: Ein witziger, satirischer Text in Versform über das alte und für das neue Jahr. Jede Strophe endet mit dem Wehgeschrei der Witwen. Nach der Lesung des Testaments wird der Alte dann verbrannt – und manch einer gibt ihm noch einen Schlag oder Tritt mit auf den Weg.

Daneben gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Bräuche:
Glück im neuen Jahr wird demjenigen wiederfahren, der mit jedem Glockenschlag um Mitternacht eine Weintraube verspeist; auch ein Bad mit Rosenblüten soll Wunder wirken.
Wichtig ist die Unterwäsche – gelbe für finanziellen Erfolg und rote für Glück in der Liebe. Geschenkte Kleidung hat allerdings einen stärkeren Effekt. Und trägt man seine Unterbekleidung auf links, so erhält man das Gegenteil von dem was man im endenden Jahr hatte.
Und zu guter Letzt ein Tipp: Wollen Sie im neuen Jahr verreisen, so stellen Sie verstaubte Koffer vor Ihre Tür – oder besser noch, tragen Sie diese, mit Geld gefüllt, einmal um den Block.

Kunsthalle Rostock zeigt Christo und Jeanne-Claude

Zu sehen sind hier die 1985 verhüllte Pariser Brücke „Pont Neuf wrapped – a documentation exhibition“ sowie das für 2009 geplante Projekt „Over the River – a work in progress“. In drei Jahren sollen silbergraue Stoffbahnen den Arkansas River im US-Bundesstaat Colorado auf einer Länge von elf Kilometern überspannen. Ein Kunstprojekt, das vom Aufwand her einem Großbauvorhaben entspricht. Die Ausstellung in der Rostocker Kunsthalle wurde von Christo und Jeanne-Claude speziell für dieses Haus konzipiert und dokumentiert anhand von Modellen, Konstruktionsteilen, Fotografien und natürlich originalen Kunstwerken den Werdegang und im Fall der Pariser Brücke auch die Realisierung. Zu sehen sind die Projekte und Werke von Christo und Jeanne-Claude täglich außer montags von 10.00 bis 20.00 Uhr, am Mittwoch bis 22.00 Uhr. Täglich gibt es in der Kunsthalle Rostock auch öffentliche Führungen.

Kunstwerke ganz anderer Art präsentiert ab 6. Oktober unter dem Motto „Um Kopf und Kragen“ eine Ausstellung des Kulturhistorischen Museums Rostock im Kloster zum Heiligen Kreuz. Hüte und Fächer, Schirme, Taschen, Handschuhe und Stöcke des 18. bis 20. Jahrhunderts entführen in eine heute fast unbekannte Welt üppig gestalteten modischen Beiwerks. Bis 25. Februar 2007 sind diese interessanten Accessoires zu sehen. Daneben vermitteln Trageregeln und Mode-Vorschriften aus zeitgenössischen Quellen ein umfangreiches Bild der Kleideretikette der letzten 250 Jahre. So wurde mit der Kopfbedeckung nicht nur modischer Chic, sondern auch der gesellschaftliche Rang unter Beweis gestellt. Mit aufwändigem Kleiderschmuck zeigten die Damen vergangener Jahrhunderte modische Weltoffenheit. Der Eintritt ist frei.

„Störtebeker und Konsorten“ heißt die Sonderschau im Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum im IGA Park, die Seeräuberlegenden und modernes Gangstertum zur See beleuchtet. Hier können Museumsbesucher auch Maschinenraum und Brücke eines richtigen Hochseefrachters im Original bewundern.

Auch weitere Ausstellungen in Rostocker Museen und Galerien sind ein Tipp für den Rostock-Besuch, so die „Lange Nacht der Museen“ am 4. November. Dann zeigen Museen und Sammlungen der Universität ihre Kostbarkeiten von 18.00 Uhr bis in die Nacht.

Kontakt: www.rostock.de