Wegen Bürokratie geschlossen

Auerbachs Keller schließt für einen Tag am 20. April – Grund: Bürokratie

Verordnungen, Vorschriften und Gesetze: Für Bernhard Rothenberger ist eine Grenze erreicht. Der Pächter nutzt den 20. April, um einen ganzen Tag lang seine 110 Mitarbeiter über die neuesten Bestimmungen zu belehren. Ein Verzweiflungsakt.

Bernhard Rothenberger zieht die Notbremse: Für einen ganzen Tag lang schließt der Pächter des Auerbachs Keller Leipzig die Traditionsgaststätte. Die Historischen Weinstuben, der Große Keller, die Bar – am Mittwoch, 20. April, hat nichts geöffnet. Und das zum ersten Mal seit zehn Jahren. So lange wird das weltweit bekannte Traditionslokal von Rothenberger betrieben. Stattdessen nutzen Rothenberger und seine 110 Mitarbeiter die Zeit für gesetzlich vorgeschriebene Unterweisungen. Etwas verzweifelt-sarkastisch nennt Bernhard Rothenberger diese Aktion auch „Tag der Bürokratie“.

„In den vergangenen Jahren haben die gesetzlichen Belehrungen und Vorschriften überhandgenommen. Wir ersticken in Verordnungen. Das ist während der Arbeitszeit nicht mehr zu bewältigen. Die Arbeitszeitordnung zwingt uns in ein enges Korsett, unternehmerische Entscheidungen werden dadurch konterkariert. Deshalb musste ich schweren Herzens diese Entscheidung treffen“, sagt der Chef des Auerbachs Keller. Er habe damit auf einen Hilferuf seiner Abteilungsleiter reagiert, die mit den gesetzlichen Belehrungen und Vorgaben nicht mehr nachkamen. „Wegen der Arbeitszeitordnung hatten wir einfach keinen Spielraum mehr und keine Arbeitszeit für den Gast übrig, weil wir nicht mehr ohne weiteres Überstunden machen dürfen.“

Um Missverständnissen vorzubeugen sagt Rothenberger: „Dinge wie Brandschutz und Erste Hilfe sind wichtig und werden bei uns penibel umgesetzt. Aber bei uns in Deutschland wiehert immer mehr der Amtsschimmel.“

Drei Beispiele:
* In Auerbachs Keller gibt es gesetzlich zwingend einen Bildschirmbeauftragten. Der kontrolliert den Abstand der Bildschirme. Eingeführt wurde das vor Ewigkeiten wegen der Strahlung der Röhrenbildschirme. Mittlerweile wurden diese natürlich längst durch Plasmabildschirme ersetzt. Den Bildschirmbeauftragten gibt es per Gesetz aber immer noch.

* Wegen des Datenschutzes gibt es einen weißen und einen roten Mülleimer. In den roten Mülleimer kommen Briefe, Zettel oder Dokumente, auf denen Namen und Adressen zu sehen sind. Jeden Abend wird der Inhalt geschreddert. Die Schreddermaschine des Auerbachs Keller zerkleinerte in Streifen. Sie musste ausgetauscht werden, weil die Maschine Schnipsel schreddern muss.

* Alle Mitarbeiter erhalten eine Kohlendioxid-Unterweisung. Die ist wichtig bei Schankanlagen, wenn die Ventile für Bier geöffnet werden. Allerdings müssen auch die Mitarbeiter in der Verwaltung diese Unterweisung erhalten. Dabei arbeiten die nur im Büro und bekommen Kohlensäureflaschen gar nicht zu Gesicht.

Am Donnerstag, 21. April, 12 Uhr, können die Gäste dann wieder die besondere Herzlichkeit und Gastfreundschaft in Auerbachs Keller genießen. Inklusive frisch belehrter Mitarbeiter.

Spekulatius und Co

LAVES untersucht Weihnachtskekse auf Cumarin und Acrylamid

Spekulatius, Zimtsterne, Vanillekipferl – Weihnachtskekse versüßen die Adventszeit. Ob sie auch den Anforderungen an gesundheitlich unbedenkliche Lebensmittel entsprechen, das wird auch in diesem Jahr im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) untersucht. Speziell standen bisher Untersuchungen zum Cumarin- und zum Acrylamidgehalt von Weihnachtskeksen niedersächsischer Hersteller auf dem Prüfplan. Das erfreuliche Ergebnis: In allen 30 bereits untersuchten Proben liegen die Messwerte unterhalb des gesetzlich festgelegten Grenzwertes für Cumarin und unterhalb des Richtwertes für Acrylamid.

Cumarin ist ein natürlicherweise in einigen Zimtarten vorkommender Aromastoff, der bei übermäßiger Aufnahme zu Leberschäden führen kann. Daher werden Gebäcke, die rezepturmäßig Zimt enthalten, regelmäßig auf die Einhaltung des gesetzlichen Höchstwertes überprüft. Bei den bisher untersuchten Weihnachtskeksen niedersächsischer Hersteller lag der gemessene Höchstgehalt an Cumarin mit 28,8 mg/kg – es handelte sich um Zimtsterne – deutlich unter dem Grenzwert von 50 mg/kg.

Acrylamid entsteht bei starker Erhitzung von kohlenhydratreichen Lebensmitteln. Der europaweit geltende Richtwert von maximal 500 µg/kg wurde ebenfalls in allen bisher untersuchten Proben deutlich unterschritten.

Auch bei selbstgebackenen Plätzchen sollte die Entstehung von Acrylamid möglichst gering gehalten werden. Hier gilt die Devise „Vergolden statt verkohlen!“ Der Backvorgang sollte immer beendet werden, sobald die Plätzchen goldgelb sind. Um eine starke Bräunung der Unterseite zu vermeiden, sollte Backpapier verwendet werden.

Weitere Informationen und Tipps für die Weihnachtsbäckerei: www.laves.niedersachsen.de.

Arzneimittel aus dem Wasserhahn

ÖKO-TEST Trinkwasser

Obwohl immer wieder Arzneimittelrückstände im Trinkwasser gefunden werden, sind regelmäßige Analysen nicht gesetzlich vorgeschrieben. ÖKO-TEST hat in der aktuellen September-Ausgabe Trinkwasser aus 69 deutschen Städten auf Gadolinium untersuchen lassen und wurde vor allem in Städten an Rhein und Ruhr fündig. Aber auch das Wasser in Nürnberg, Münster und Fürth wies „erhöhte“ oder „leicht erhöhte“ Gehalte auf.

Dass im Grundwasser Rückstände von Arzneimitteln zu finden sind, ist kein Geheimnis:
Das Umweltbundesamt weist in einem Bericht aus dem Jahr 2011 bereits 55 Positivbefunde
aus, in Oberflächengewässern sogar 131. Medikamente gelangen in das Wasser, weil sie über den Urin und Stuhl ausgeschieden werden oder über die Toilette bzw. den Ausguss entsorgt werden. Kläranlagen reinigen zwar das Abwasser, doch im Kampf gegen Arzneimittel ziehen
sie häufig den Kürzeren. Denn diese sind oft wasserlöslich, so dass sie kaum im Klärschlamm,
in Ablagerungsgesteinen oder in Schwebstoffen hängen bleiben. Leider legt die Trinkwasser-Verordnung gesetzlich keine Grenzwerte für Arzneimittelrückstände fest, weshalb bei den Wasserwerken nur eine geringe Bereitschaft besteht, entsprechende Analysen durchzuführen. ÖKO-TEST hat nun in 69 Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern stichprobenhaft Trinkwasserproben entnommen und exemplarisch auf Gadolinium untersuchen lassen.
Dieser Stoff wird als Kontrastmittel in der Magnetresonanztomografie verwendet.

Bei der Untersuchung zeigte sich, dass Städte an Rhein und Ruhr, aber auch West-Berlin besonders betroffen sind. Der Grund ist, dass ein Teil des Trinkwassers aus Uferfiltraten stammt. Auf den ersten Blick überraschend ist, dass auch in Münster, Nürnberg und Fürth erhöhte oder leicht erhöhte Gadoliniumgehalte gefunden wurden. Während die Befunde für Nürnberg und Fürth nicht ohne weiteres erklärbar sind, könnte es in Münster daran liegen, dass hier ein Teil des Trinkwassers aus Oberflächenwasser gewonnen wird.

Zwar ist von den nachgewiesenen Gadoliniumgehalten keine gesundheitliche Gefahr zu erwarten, weil die analysierten Mengen sehr gering sind. Aber es ist ungeklärt, ob es chronische Effekte nach sich zieht, wenn Menschen dauerhaft geringe Konzentrationen von Arzneimitteln aufnehmen. ÖKO-TEST rät daher: Um den Arzneimitteleintrag in die Umwelt so gering wie möglich zu halten, sollten Dosierungsangaben beachtet werden und kleinste Packungsgrößen gewählt werden. Abgelaufene Medikamente gehören zudem in den Restmüll und nicht in
die Toilette.

Das ÖKO-TEST-Magazin September 2014 gibt es seit heute, 29. August 2014, im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.

Regis Camus, Kellermeister

Decanter World Wine Awards, International Wine Challenge, Concours Mondial de Bruxelles – es gibt kaum einen Weinwettbewerb, bei dem Piper-Heidsieck in den vergangenen Jahren nicht prämiert wurde. Der Einfluss, den der Kellermeister Régis Camus auf die Ausrichtung des Champagnerhauses hatte, ist unübersehbar. Dieses Jahr feiert er sein zwanzigjähriges Firmenjubiläum. Grund genug, einmal mehr über die Person hinter dem Erfolgschampagner zu erfahren.

Régis Camus, wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Meine Tätigkeit als Kellermeister umfasst eigentlich drei Bereiche. Die wichtigste Aufgabe ist es, in direkter Zusammenarbeit mit unseren partnerschaftlich verbundenen Weinbauern die Weinversorgung sicherzustellen und auf Dauer zu gewährleisten. Zudem muss ich als Winzer unsere Anlagen beaufsichtigen und testen, und ich präsentiere Piper-Heidsieck den Champagnerliebhabern auf der ganzen Welt. Zu meinem zwanzigjährigen Firmenjubiläum war ich deshalb gerade in Berlin.

Welche Eigenschaften muss ein guter Kellermeister mitbringen und was machen Sie anders als Ihre Kollegen?
Das Wichtigste ist, dass ein Kellermeister viel Leidenschaft und Intuition mitbringt, gleichzeitig muss er aber auch gründlich und diszipliniert arbeiten, weil er beispielsweise die Produktionsabläufe verstehen und prüfen muss. Außerdem bin ich froh, dass ich kompetente und zuverlässige Kollegen habe, auf die ich immer zählen kann, denn ein Kellermeister ist immer nur so gut wie sein Team. Ich denke, dass wir mit essentiellen Veränderungen in den letzten Jahren viel erreichen konnten. Wir haben uns stärker auf fruchtigere Pinot noirs aus der Region Côte des Bar spezialisiert und die individuelle Vinifizierung der 200 Crus eingeführt. Außerdem haben wir Reservewein-Pools aufgebaut und die freiwillige Reifezeit von den gesetzlich vorgeschriebenen 15 auf mindestens 24 Monate verlängert. Mein Wunsch ist es aber, Piper-Heidsieck in den nächsten Jahren noch erfolgreicher zu machen.

Was hat Sie nach Ihrem Studium der Biologie und Biochemie dazu bewogen, bei einem Champagnerhaus zu arbeiten?
Ich bin gerne in der Natur, gehe wandern und spazieren und wollte nie den klassischen Schreibtischjob haben. Da lag ein Biologiestudium nah. Hinzu kamen die vielen interessanten Ferienjobs im Bereich der Nahrungsmittel und die Champagnerliebhaber in meinem Bekannten- und Freundeskreis, die mir schließlich den Zugang zur Welt des Schaumweins ermöglicht haben. Piper-Heidsieck ist ein Haus mit einer langen Geschichte, und ich bin stolz, hier schon so viele Jahre erfolgreich arbeiten zu dürfen.

Beim Ferienjob gesetzlich unfallversichert

Viele Schüler und Studenten nutzen die Ferien, um als Aushilfen in Betrieben ihre Finanzen aufzubessern. Beliebt sind zum Beispiel Jobs in Hotellerie und Gastronomie. Wie steht es mit dem Versicherungsschutz während des Ferienjobs? Hier gilt ganz klar: Wie alle anderen Beschäftigten des Betriebes stehen Ferienjobber unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Damit gelten für sie auch die selben Regeln:
Hat ein Ferienjobber bei der Arbeit oder auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeits- stätte einen Unfall, dann ist für ihn der sogenannte „Durchgangsarzt“ (D-Arzt) die erste Anlaufstelle. Bundesweit stellen rund 3.500 unfallmedizinisch eigens qualifizierte Chirurgen und Orthopäden in medizinisch-technisch besonders ausgestatteten Einrichtungen nach einem Unfall die bestmögliche medizinische Erstversorgung sicher und entscheiden über die weitere Behandlung.
Und auch bei Aushilfen muss der Unternehmer einen Arbeitsunfall nach spätestens drei Tagen der Berufsgenossenschaft melden. Denn hier laufen alle Informationen über den Stand des Heilungsprozesses und die eingeleiteten Maßnahmen ein. Die BG steuert das Heilverfahren und trägt alle finanziellen Lasten, die durch Heilbehandlung oder sonstige Ansprüche aus dem Arbeitsunfall entstehen. Die Berufsgenossenschaft kümmert sich wenn notwendig auch um die Rehabilitation und Wiedereingliederung.

Zur D-Arzt-Suche: http://lviweb.dguv.de

Private Krankenversicherungen: Besser versichert für weniger Geld

ÖKO-TEST zeigt, wie Versicherte bei steigenden Beiträgen gegensteuern können.

Fast alle knapp neun Millionen privat Krankenversicherte bekommen einmal im Jahr unerfreuliche Post von ihrer Versicherung – die Ankündigung der nächsten Beitragserhöhung. ÖKO-TEST macht darauf aufmerksam, dass man die steigenden Beiträge nicht einfach tatenlos hinnehmen muss. Die Versicherten können die Beitragslast bei ihrer derzeitigen Kasse optimieren, indem sie entweder auf einen Paralleltarif ihres Versicherers umsteigen oder einen höheren Selbstbehalt vereinbaren.

Den Kunden muss allerdings bewusst sein, dass ihnen die attraktiven Wechselmöglichkeiten höchst selten vom Versicherer präsentiert werden. Zwar hat jeder ein gesetzlich verbrieftes Recht darauf, in einen günstigeren Tarif seiner Gesellschaft zu wechseln – und zwar ohne erneute Gesundheitsprüfung und ohne dabei die Altersrückstellungen zu verlieren. Die Praxis zeigt allerdings, dass man sich selbst darum kümmern muss, um das Beste für sich herauszuholen. Doch die Mühe kann sich lohnen. Der Analyse von ÖKO-TEST konnte beispielsweise ein männlicher Musterkunde bis zu 301 Euro pro Monat sparen.

Um Privatversicherten hier umfangreiche Hilfestellung zu geben, stellt ÖKO-TEST Interessierten den Test Private Krankenversicherungen zum kostenlosen Download hier bereit.
http://presse.oekotest.de/bin/M1110-98619.pdf

Die beste Krankenkasse finden

Die beste Kasse finden

Die gesetzlichen Krankenkassen unterscheiden sich momentan nicht über Beitragssätze, sondern durch unterschiedliche Extraleistungen und Serviceangebote. Zahlt die Krankenkasse die homöopathische Behandlung beim Arzt, übernimmt sie Reiseimpfungen und wie sieht es mit Beratung der Kasse vor Ort oder einer medizinischen Hotline aus? Versicherte müssen sich gründlich informieren, um eine passende Kasse zu finden. Der neue Produktfinder „Gesetzliche Krankenkassen“ im Internet unter www.test.de/krankenkassen hilft dabei.

Er liefert für 107 gesetzliche Krankenkassen umfangreiche Informationen zum Leistungs- und Serviceangebot. Dazu gehört zum Beispiel, ob die Kasse bei häuslicher Krankenpflege mehr zahlt als gesetzlich vorgeschrieben, ein Hausarztmodell anbietet oder zusätzliche Behandlungsangebote für bestimmte Krankheitsbilder bereithält.

Die gesetzlichen Krankenkassen können verschiedene Wahltarife mit dreijähriger Bindung anbieten. Dazu gehören etwa Tarife mit Beitragsrückzahlung, oder für eine Erstattung von alternativen Arzneimitteln. Die Stiftung Warentest empfiehlt diese Angebote nicht uneingeschränkt. Denn nicht alle Wahltarife sind sinnvoll oder für gesetzlich Versicherte gleichermaßen geeignet.

Der Produktfinder „Gesetzliche Krankenkassen“ zeigt auf, ob eine Kasse überhaupt zusätzliche Tarife anbietet – und wenn ja, welche. In separaten Produktfindern kann man sich über folgende Tarife informieren und detaillierte Aussagen finden: Wahltarife Alternative Arzneimittel, Wahltarife mit Beitragsrückzahlung, Wahltarife mit Kostenerstattung und sonstige Privatabrechnungen sowie Wahltarife mit Selbstbehalt.

Die Informationen aus dem Produktfinder „Gesetzliche Krankenkassen“ kosten 3 Euro, die für die Wahltarife jeweils 1,50 Euro. Ausführliche Informationen finden sich unter www.test.de/krankenkassen.

Die Quelle-Pleite

Jetzt ist es amtlich: Quelle, das größte Versandhaus Deutschlands, ist pleite und wird liquidiert. Die Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft; im schlimmsten Falle droht der gesamten Region um Nürnberg ein wirtschaftliches Desaster. Was die Quelle-Pleite für die Kunden bedeutet, erklären ARAG Experten:

Bereits erhaltene Waren müssen selbstverständlich bezahlt werden! Es ist ja gerade die Aufgabe des Insolvenzverwalters, alle Außenstände des Unternehmens beizutreiben.

Auch Kunden mit Verpflichtungen aus Ratenzahlungsverträgen müssen ihre Raten weiterhin zahlen. Denn diese Verträge sind in der Regel mit Banken geschlossen und bleiben somit von der Quelle-Pleite gänzlich unberührt.

Bereits bestellte Waren werden nach Angaben des Insolvenzverwalters auch ausgeliefert. Wenn man aber keine Ware erhält, obwohl man schon bezahlt hat, wird man den ARAG Experten zufolge zum Kleingläubiger des Unternehmens – und Kleingläubiger gehen leider sehr oft leer aus.

Gewährleistung: Im Normalfall hat der Kunde bei Mängeln Anspruch auf kostenlose Reparatur oder Ersatz. Geht allerdings der Händler in Konkurs, so hat oft der Kunde das Nachsehen. Soweit er gegen den insolventen Händler eine Geldforderung hat, z. B. bei einer vereinbarten Preisminderung, bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Forderung beim Insolvenzverwalter anzumelden. Oft besteht für insolvente Händler auch keine Möglichkeit mehr Ersatz für fehlerhafte Ware beizubringen, da die Hersteller nicht mehr bereit sind, zu liefern.

Anders sieht es mit der Herstellergarantie aus: Sie ist von der Quelle-Pleite nicht betroffen, da sie vom Hersteller gegeben wird. Der Kunde kann sich somit direkt an diesen wenden. Leider kennen die ARAG Experten aber auch hier eine Ausnahme. Handelt es sich bei dem Produkt um eine Eigenmarke von Quelle (z. B. um Haushaltsgeräte der Marke Privileg) wird es wohl niemanden geben, der dafür gerade steht.

Noch vorhandene Gutscheine von Quelle sollten schnellstmöglich in den Quelle-Läden eingelöst werden, raten die ARAG Experten.

Auf ein Umtauschrecht kann der Kunde nicht pochen, denn ein gesetzlich gesichertes Umtauschrecht gibt es eigentlich nicht. Wenn die Ware aber im Wege des Versandhandels, also per Katalog oder Internet gekauft wurde, kann sich der Kunde selbstverständlich auf das gesetzliche Widerrufsrecht oder Rückgaberecht berufen. Danach kann die Ware innerhalb von 2 Wochen nach der Zusendung ohne Angabe von Gründen zurückgegeben werden. Anders als im stationären Handel ist dieses Recht gesetzlich verbrieft.

Greenpeace entdeckt Pestizide in Curry-Gewürz, Paprikapulver und Petersilie

Mit Gift gewürzt

Greenpeace entdeckt Pestizide in Curry-Gewürz, Paprikapulver und Petersilie – Strafanzeige gegen Metro

Die Pestizidbelastung von getrockneten Kräutern und Gewürzen hat sich nach Untersuchungen von Greenpeace im Vergleich zum Vorjahr nicht gebessert: Mehr als ein Viertel der 37 Proben aus konventionellem Anbau musste Greenpeace als „nicht empfehlenswert“ (rot-Wertung) einstufen. Besonders stark belastet sind Paprika- und Currypulver sowie getrocknete Petersilie. So wird in getrockneter Petersilie der Marke TiP, einer Eigenmarke von Metro, die gesetzlich festgelegte Höchstmenge überschritten. Die Probe stammt von Real, einer Supermarktkette der Metro-Handelsgruppe, in Hamburg. Greenpeace hat Strafanzeige gegen Metro erstattet. Frische Kräuter sind im Vergleich zu 2008 nur noch gering belastet.

„Mit einer Prise Paprika oder Curry, wie sie auf der Currywurst landet, streut man sich einen Giftcocktail von bis zu 20 verschiedenen Chemikalien aufs Essen“, sagt Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace. Darunter befinden sich gesundheitsgefährdende Wirkstoffe wie das als Nervengift wirkende Chlorpyrifos-Ethyl (Wirkung Hemmstoff der Cholinesterase) und das die Fortpflanzung beeinträchtigende Carbendazim. Selbst das in der EU verbotene Pestizid DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) wurde in einer Curry-Probe nachgewiesen.

Betrachtet man nur Paprikapulver, so ist die Hälfte der Proben mit rot zu bewerten („nicht empfehlenswert“). 2008 waren es 30 Prozent. Von getrockneter Petersilie musste ebenfalls die Hälfte der Proben mit rot bewertet werden. Im Vorjahr waren es sogar 67 Prozent. Mehr als 60 Prozent der frischen Petersilie enthält hingegen keine Pestizide. 2008 gab es keine frische Petersilie ohne Pestizidnachweis. Seit 2007 beobachtet Greenpeace einen Trend hin zu geringeren Rückständen bei Obst und Gemüse – ein Erfolg der Greenpeace Kampagne „Stoppt Gift im Essen“. Auf getrocknete Kräuter und Gewürze trifft diese Entwicklung noch nicht zu. „Greifen Sie lieber zu Bioprodukten“, sagt Santen, „bei allen bisherigen Tests weisen sie keine oder nur äußerst geringe Pestizidrückstände auf. Sie sind daher die beste Empfehlung für gesundes Essen.“

Greenpeace hat bei dem Test einen schweren Mangel im Verbraucherschutz aufgedeckt: Belastungen bei Gewürzmischungen wie Currypulver sind ähnlich hoch wie bei Gewürzen, jedoch gibt es hierfür keine Grenzwerte. Nach einer Einstufung für Gewürze müsste eine Probe Currypulver von Galeria Kaufhof (Metro-Gruppe) mit rot bewertet werden. Greenpeace fordert von der EU-Kommission und Verbraucherministerin Aigner, umgehend gesetzlich bindende Grenzwerte für Pestizide in Gewürzmischungen einzuführen.

Insgesamt wurden 44 Proben Petersilie, Schnittlauch, Curry- und Paprikapulver, davon sieben aus biologischem Anbau, Anfang September 2009 gekauft. Sie stammen aus Filialen der sechs führenden deutschen Supermarktketten und einem Biosupermarkt in Berlin, Hamburg, Köln, München und um Frankfurt am Main.

Light-Produkte

Schweizer Gesundheitstipp: Light-Produkte
Sind so genannte Light-Produkte bei der Gewichtsreduktion sinnvoll?

Unter Light-Produkten versteht man energieverminderte bzw. energiearme Lebensmittel, bei
denen der Zucker- und/oder Fettgehalt reduziert wurde. Dazu gehören beispielsweise Light-
Softdrinks, die statt Zucker künstliche Süssstoffe enthalten (z.B. Saccharin, Cyclamat, Aspartam,
Acesulfam K). Diese Süssstoffe besitzen eine höhere Süsskraft als Zucker, aber
liefern keine bzw. kaum Kalorien. Weitere Beispiele für Light-Produkte sind Light-Wurst oder
Light-Pommes-Chips mit einem geringeren Fettgehalt. Häufig findet man auf der Verpackung
der Produkte auch Begriffe wie «fit», «Wellness» o.ä., die eine energiereduzierte Alternative
vermuten lassen, auch wenn dies nicht immer der Fall ist. Solche Begriffe sind zudem gesetzlich
nicht geschützt und bieten deshalb keine Garantie für kalorienarme Lebensmittel.

Der Begriff «light» hingegen ist gesetzlich verankert und bedeutet, dass das Produkt mindestens
30 Prozent weniger eines bestimmten Inhaltstoffs (z.B. Fett, Zucker oder Energie) enthält
als das Referenz-Produkt. Allerdings enthält eine Light-Wurst immer noch mehr Fett als
Schinken oder Bündnerfleisch, da sie nur im Vergleich zur Referenz-Wurst «light» ist. Wenn
Sie sichergehen möchten, achten Sie auf das Etikett und vergleichen Sie den Energiegehalt
der Produkte mit möglichen Alternativen.

Was bedeutet das nun konkret für die Praxis? Mit manchen Light-Produkten können tatsächlich
Kalorien eingespart werden – natürlich immer unter der Voraussetzung, dass dann nicht
grössere Portionen gegessen werden. Gleichzeitig empfiehlt es sich, die Nahrungsmittelauswahl
umzustellen und an Stelle von energiereichen Lebensmitteln
(z.B. Wurstwaren, Süsswaren) von Natur aus energiearme und
nahrungsfaserreiche Produkte (z.B. Gemüse, Getreide) zu bevorzugen.

Quelle: Buch „Gesund abnehmen“
Herausgeber: Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE
www.sge-ssn.ch/ernaehrungsinfos/abnehmen-und-gewichthalten/gesund-abnehmen.html