Regeln beim Grillen

Welche gesetzlichen Vorschriften müssen beim Grillen Beachtung finden?

Sommerzeit ist Grillzeit: Sobald die Temperaturen auf dem Thermometer nach oben klettern, startet für viele Fans von Würstchen, Steak und Co. die Grillsaison. Doch Vorsicht: Den einen mag zwar beim unverkennbaren Duft des Grillguts bereits das Wasser im Mund zusammenlaufen, andere hingegen empfinden den Geruch als störend und unangenehm. 

Fertig zum Grillen?
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Muscheln essen

Die alte Regel, nach der Muscheln nur in Monaten ohne „r“ gegessen werden sollten, hat nur noch historischen Wert. Denn durch Kühlung konnte die Hygiene verbessert und durch ständige Kontrollen die Rückstände an Muschelgiften weitestgehend ausgemerzt werden.
Von der „r“-Monate-Regel“ wusste man schon im alten Ägypten, denn man kannte bereits das Phänomen der Algenblüte im Sommer. Dann vermehren sich Algen besonders stark und bilden giftige Stoffe. Da sich die Muscheln von den Algen ernähren, sammeln sich diese Giftstoffe in den Muscheln an und können beim Menschen Vergiftungen verursachen. Ohne Kühlung verdarben die Muscheln im Sommer schnell.

Dank der modernen Technik können Muscheln heutzutage auch im Sommer durchgehend gut gekühlt werden. Außerdem ist durch ein EU-Gesetz gewährleistet, dass die Muscheln während des gesamten Jahres auf Giftstoffe untersucht werden. Erst nach einer umfangreichen Kontrolle werden sie für den Verzehr freigegeben. Die Gefahr einer Muschelvergiftung muss daher in den Monaten ohne „r“ nicht mehr befürchtet werden.

Dennoch gibt es immer noch einen Grund, in den Sommermonaten auf Muscheln zu verzichten: es ist die Zeit, in der die Muscheln laichen. Und dann schmecken sie einfach weniger gut.
Dr. Jörg Häseler, www.aid.de

Totales Rauchverbot in der Schweiz

Weiterer Schritt hin zum kompletten Rauchverbot
Ab heute werden für die Volksinitiative „Schutz der Gesundheit vor dem Passivrauchen“ Unterschriften gesammelt. Damit wurde ein weiterer Schritt gemacht zu einem totalen Rauchverbot, welches Ziel verschiedener Organisationen ist.

Trotz der grossen inhaltlichen Übereinstimmung mit der Volksinitiative „Schutz vor Passivrauchen“ der Lungenliga geht die neue Initiative noch einen Schritt weiter: Auch im Freien soll das Rauchen verboten werden, sofern gewisse Personengruppen, wie zum Beispiel ältere Menschen, in der Nähe sind. Da nirgendwo vollkommen ausgeschlossen werden kann, dass sich ältere Menschen in der Nähe aufhalten, läuft die Initiative auf ein totales Rauchverbot im Freien hinaus. So könnte es auch vor einem Restaurant gelten, an dem Passanten vorbeilaufen.

Die Initiative will das Rauchen im Freien verbieten, um explizit Ältere und Kranke zusätzlich zu schützen. Im gleichen Atemzug will sie Ausnahmen vom Rauchverbot in geschlossenen Räumen für Spitäler und Pflegeheime. Durch diesen Widerspruch wird die Initiative vollends unglaubwürdig.

Nach einer harten, aber fairen Auseinandersetzung konnte das Parlament mit dem Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen einen gutschweizerischen Kompromiss erzielen. Trotz der restriktiven Bestimmungen in diesem Gesetz hat das Gastgewerbe die seit dem Jahre 2010 in Kraft stehende Lösung akzeptiert. Nicht so die Lungenliga: Bevor das neue Gesetz überhaupt in Kraft getreten ist und Erfahrungen damit gesammelt werden konnten, wurde eine Volksinitiative gestartet. Über diese wird am 23. September 2012 abgestimmt. Die Lancierung einer weiteren und nochmals etwas schärferen Volksinitiative passt leider gut in dieses Muster.

Wer ein totales Rauchverbot will, soll auch offen dazu stehen. Entscheidet sich das Volk dann für eine totale Zigarettenprohibition, so ist dies ohne Einschränkung zu akzeptieren. Es ist aber unehrlich, ein komplettes Verbot per Salamitaktik durchzubringen. Eine ähnliche Haltung ist auch beim Bund sichtbar: Die eine Hand bekämpft das Rauchen mit allen Mitteln, die andere Hand subventioniert ohne Zögern den Tabakanbau.

GastroSuisse setzt sich weiterhin ein für das seit dem 1. Mai 2010 geltende Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen. Als sachgerechter Kompromiss gewährleistet das Gesetz einen vernünftigen Passivrauchschutz, der sich bewährt hat. Extreme Lösungen sind unnötig und daher abzulehnen. Deshalb ist am 23. September 2012 die Initiative „Schutz vor Passivrauchen“ der Lungenliga an der Urne zurückzuweisen. Auch auf die Initiative „Schutz der Gesundheit vor dem Passivrauchen“ ist zu verzichten. Sie sind nichts weiteres als Schritte hin zum kompletten Rauchverbot.

GastroSuisse ist der Verband für Hotellerie und Restauration in der Schweiz. Über 20’000 Mitglieder (rund 3’000 Hotels), organisiert in 26 Kantonalsektionen und vier Fachgruppen, gehören dem grössten gastgewerblichen Arbeitgeberverband an.

Lebensmittel im Internet

Amtliche Kontrolle schwierig

Der Tante Emma-Laden hat längst ausgedient. Supermärkte und Discounter buhlen um die Gunst des Käufers, während sich ein neuer Mitbewerber langsam warm macht: das Internet. Immer mehr Verbraucher kaufen „per Mausklick“ ein – auch Lebensmittel.

Doch während sich der Verbraucher bereits munter durch die bunte Lebensmittel-Warenwelt des Internet klickt, fehlen der amtlichen Lebensmittelüberwachung noch konkrete Verfahrensabläufe zur Kontrolle des online-Handels. Lösungsstrategien erarbeitet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit derzeit gemeinsam mit den Bundesländern in einem zweijährigen Pilotprojekt. Das Ziel: Der Marktplatz Internet soll in puncto Lebensmittelsicherheit dem herkömmlichen Vertrieb von Lebensmitteln in nichts nachstehen.
Dass der Internethändler genauso wie jeder „normale“ Lebensmittelunternehmer kontrolliert werden muss, ist klar.

Einmal pro Jahr soll der Kontrolleur im Betrieb erscheinen, so will es das Gesetz. Doch beim online-Handel stößt das System an seine Grenzen. Denn meist weiß die Überwachung gar nicht, wer Lebensmittel online anbietet. Eigentlich muss sich zwar jeder Händler bei der Behörde registrieren, viele tun das jedoch nicht – ob aus Absicht oder Unwissen sei dahingestellt. Eine automatisierte Recherche-Software soll hier Licht ins Dunkel bringen.

Automatisiert ist auch die Suche nach Vertreibern risikobehafteter Lebensmittel. Der Hintergrund: Untersuchungen zeigen immer wieder, dass online-Händler Produkte als Lebensmittel vertreiben, die gegen die rechtlichen Bestimmungen verstoßen; etwa weil sie gesundheitsschädliche Stoffe enthalten oder mit irreführenden Angaben versehen sind. Gerade hier will die amtliche Überwachung ran. Denn je größer das Risiko für den Verbraucher, umso häufiger müssen die Kontrolleure eigentlich im Betrieb erscheinen.

Problematisch dabei ist, dass viele online-Händler gar kein eigenes Lager haben, sondern die Lieferung nur vermitteln. Gerade Händler nicht rechtskonformer Produkte haben ihren Sitz oft im Ausland. Nicht ohne Grund. Das macht die rechtliche Verfolgung von Verstößen sehr aufwändig – umso mehr, wenn der Unternehmer außerhalb der Europäischen Union sitzt. Ortsbegehung also Fehlanzeige. Das erschwert auch die Probenahme.

Testkäufe könnten das Problem zumindest teilweise lösen, erfordern aber auch gesetzliche Veränderungen. Neben der Frage, wie die amtliche Gegenprobe zurückgelassen wird, muss geklärt werden, auf welchen Namen die Bestellung erfolgt und wie sie bezahlt wird. Denn eigentlich sind für den Kauf von Proben keine Gelder vorgesehen.
Dr. Christina Rempe, www.aid.de

Der Gastronaut – Indien

Das Gesetz hat das Kastensystem in Indien längst abgeschafft. In der Realität bestimmt es jedoch noch immer viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, vor allem in ländlichen Regionen.

Einer der exzentrischsten und populärsten Köche Großbritanniens, Stefan Gates, besucht die Dalits, die Unberührbaren, und beschreibt die Auswirkungen der starren gesellschaftlichen Schranken des Kastensystems. Er begleitet die Dalits auf die Reisfelder der Großgrundbesitzer. Dort fangen sie Feldratten, die sie braten und verspeisen dürfen. Auf einer abenteuerlichen Zugreise gelangt Gates nach Mumbai. In der Millionenmetropole sind die Kastengrenzen schon sehr verwischt. Eine gut verdienende Mittelschicht ist entstanden, Luxuslokale sind nicht mehr den Touristen vorbehalten. Es zählt nicht länger die Herkunft eine Menschen, sondern sein Einkommen. In Mumbai verdienen Tausende Dalits ihren Lebensunterhalt mit der Zustellung warmer Mittagessen, die sie für wohlhabende Geschäftsleute und Beamte von deren Häusern abholen und per Fahrrad an den jeweiligen Schreibtisch bringen. Die sogenannten Dabbawalla arbeiten so effizient, dass laut einer Studie von sechs Millionen Essen nur ein einziges in die falschen Händen gelangt.

Gammelfleisch

Gammelfleisch gehört eingefärbt

vzbv erinnert schwarz-gelbe Regierung an Koalitionsvertrag

Zur Prävention weiterer Gammelfleisch-Skandale muss die Kennzeichnungspflicht von Schlachtabfällen schnell Gesetz werden – notfalls im nationalen Alleingang. Der vzbv fordert Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner auf, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Einfärbungspflicht rasch umzusetzen.

Es müsse verhindert werden, dass so genanntes K3-Matrial in Fleischprodukten, egal ob Döner oder Tortellini, verarbeitet werde. „Mit einem nationalen Alleingang kann man zwar keine Importe aus dem Ausland umgehen“, räumt vzbv-Vorstand Gerd Billen ein, „aber das Risiko der Verarbeitung von Gammelfleisch im Inland wird deutlich reduziert.“

Der vzbv begrüßt zwar die Ankündigung von Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner, sich in Brüssel für eine EU-weite Kennzeichnungspflicht einzusetzen. „Es ist aber nicht einzusehen, warum wir gegebenenfalls Jahre auf eine Regelung warten sollen“, sagt Billen. Eine nationale Einfärbungspflicht sei ein wichtiger Schritt, um die nach wie vor vorhandene Verunsicherung der Verbraucher beim Konsum von Wurst und Fleisch abzubauen.

Schulobstprogramm

Aigner: Länder sind aufgefordert, den Weg für das Schulobstprogramm in Deutschland frei zu machen

„Ich fordere die Länder nochmals dringend auf, den Weg für das Schulobstprogramm in Deutschland frei zu machen und dem vom Bundestag beschlossenen Gesetz zuzustimmen“, erklärte Bundesernährungsministerin Ilse Aigner zu der heute im Ernährungsausschuss des Bundestages geführten Debatte zum Schulobstgesetz.

Mit dem EU-Schulobstprogramm stehen Deutschland gut 20 Mio. € an EU-Mitteln für Schulobst zur Verfügung, die in der Regel zum gleichen Teil kofinanziert werden müssen. Die Länder sind für die Durchführung und damit auch die Sicherstellung der Kofinanzierung zuständig. Dies ist auch in dem Gesetz geregelt. Der Bundesrat hat zu dem Gesetz den Vermittlungsausschuss angerufen mit dem Ziel, dass der Bund die Finanzierung sicherstellen soll.

„Kein Land ist gezwungen das Schulobstprogramm mit seiner meines Erachtens sehr wichtigen Ernährungsbildungsfunktion durchzuführen. Aber ohne gesetzliche Grundlage können auch die Länder ihren Schülerinnen und Schülern kein Schulobst zur Verfügung stellen, die dazu bereit sind. Diejenigen Länder, denen das Programm zu teuer ist, sollten die anderen nicht daran hindern, es durchzuführen. Ich würde es begrüßen, wenn mehr Initiative darauf verwandt würde, finanzielle Unterstützer im Privatbereich und der Wirtschaft zu suchen, als die Politik der Verhinderung fortzuführen,“ so die Ministerin weiter.

Wenn im Vermittlungsausschuss keine Einigung erzielt wird, kommt das Gesetz in dieser Legislaturperiode nicht mehr zustande und die Gelder können für das erste Schulhalbjahr 2009/2010 nicht abgerufen werden.

Das Gesetz kann dann in der nächsten Legislaturperiode wieder eingebracht werden. Da die Zustimmung des Bundesrates zu dem Gesetz nicht erforderlich ist, kann der Bundestag einen Einspruch des Bundesrates mit der erforderlichen Bundestagsmehrheit zurück weisen. „Damit wäre das Inkrafttreten nur verschoben und Zeit unnötig vertan. Ich hoffe immer noch, dass dieser lange Weg vermieden wird und die Länder dem Gesetz jetzt zustimmen, damit auch bei uns die Schülerinnen und Schüler zum Schuljahresbeginn in den Genuss von Schulobst kommen. Denn eins steht fest: Schulobst kommt an!“ so Aigner.

19 Zigaretten statt bisher 17

Mindestpackung wird größer – Gesetzgeber schreibt vor: 19 Zigaretten
statt bisher 17

Der Deutsche Zigarettenverband informiert:
Bundestag und Bundesrat haben das „Vierte Gesetz zur Änderung
Verbrauchsteuergesetzen“ beschlossen. Mit der Veröffentlichung im
Bundesgesetzblatt tritt das Gesetz in Kraft. Danach müssen
Zigarettenpackungen in Deutschland mindestens 19 statt wie bisher 17
Zigaretten enthalten. Das Gesetz sieht allerdings eine Übergangsfrist
vor. Bis zum 31. Dezember 2009 können die 17er-Packungen noch
verkauft werden. Danach dürfen sich diese Packungen aber nicht mehr
im Handel befinden, sondern nur noch die 19er-Packungen.

Zu Tisch im … Veneto

Wenn die Lagune von Venedig als die „Perle der Adria“ gilt, dann ist die Insel Pellestrina die „Perle der Lagune“. Die kleine pittoreske Insel ist nur mit dem Boot von Venedig aus zu erreichen und noch weitgehend vom Massentourismus verschont geblieben. Seit Jahrhunderten leben die Menschen hier vom Fang kleiner Venusmuscheln, den „Vongole“, die sich im Schlick der Lagune verbergen. Die Meeresfrüchte verwenden die Fischer für ihre köstlichen „Spaghetti alle vongole“. Bei ihnen ebenso begehrt wie die kleinen Muscheln sind Gerichte mit Radicchio. „Zu Tisch in … “ begleitet einen Wein- und einen Biobauern bei ihren kulinarischen Streifzügen durchs Veneto.

Erzählt wird die Geschichte einer Männerfreundschaft: zwischen Sandro, dem Radicchio- und Weinbauern und seinem besten Freund Mauro, dem Biobauern und Öko-Hippie. Zwei unterschiedliche Charaktere, die viel miteinander verbindet. Die beiden Freunde schlagen sich mit Energie, Tricks und Ideenreichtum durchs Leben, und das brauchen sie auch: Denn das Geschäft wird immer härter, weil die Preise eingebrochen sind. Mauro und Sandro wollen bei der Vermarktung ihrer landwirtschaftlichen Produkte, vor allem beim Wein- und Wurstverkauf, zusammen arbeiten und überlegen sich gemeinsam ein Direktvertriebskonzept. Ein neues Gesetz erlaubt einen Direktverkauf vom Produzenten an den Endverbraucher, ohne die sonst in Italien so wichtige Ricevuta Fiscale (Kassenbon). Die Freunde entwickeln Strategien, Wein und Wurst auch auf Wochenmärkten und Volksfesten an eigenen Ständen zu verkaufen. Neben der harten landwirtschaftlichen Arbeit wird aber auch gelebt, gelacht, getrunken und natürlich gekocht. Und zwar die typischen Köstlichkeiten der Region: Radicchio-Spezialitäten wie zum Beispiel „Polpette“, Radicchio-Bällchen aus Hackfleisch oder die berühmten „Spaghetti Vongole“. Die begehrten Venusmuscheln für das Traditionsgericht des Veneto sammeln die Freunde bei Sonnenaufgang in der Lagune vor der Hafenstadt Chioggia.

So, 05.07. um 16:45 Uhr arte

Gesetz über einheitliche Fahrgastrechte im öffentlichen Eisenbahnverkehr

Deutsche Bahn begrüßt Gesetz über einheitliche
Fahrgastrechte im öffentlichen Eisenbahnverkehr

DB-Personenverkehrsvorstand Rausch: Erstes nationales Fahrgastrechte-
Gesetz schafft gleiche Bedingungen für alle Bahnbetreiber und mehr
Kundenservice • Neue Regelungen treten noch im Sommer 2009 in Kraft

Die Deutsche Bahn begrüßt das am Freitag im Bundesrat
verabschiedete erste nationale Gesetz über einheitliche Fahrgastrechte im
Eisenbahnverkehr. Mit den neuen Regelungen haben Bahnfahrer künftig bei
allen Eisenbahnverkehrsunternehmen die gleichen Rechte auf Entschädigung,
falls ihr Zug sich verspätet oder ausfällt. Die neuen Fahrgastrechte und das
bundesweit einheitliche Fahrgastrechte-Formular werden noch im Sommer
2009 eingeführt.

„Mit der Einführung unserer Kundencharta und den damit verbundenen
freiwilligen Entschädigungsregelungen im Jahr 2004 war die Deutsche Bahn
Vorreiter bei den Fahrgastrechten“, betont Dr. Karl-Friedrich Rausch, Vorstand
Personenverkehr der Deutschen Bahn. „Die jetzt erfolgte Ausweitung der
Kundenrechte auf alle Bahnbetreiber in Deutschland schafft nicht nur gleiche
Bedingungen im Schienenverkehr insgesamt, sondern ist vor allem auch ein
großer Zugewinn an Qualität und Service für die Fahrgäste.“

Karl-Peter Naumann, Vorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN, begrüßt
ebenfalls die neue Regelung: „Damit wurde ein wichtiger Schritt in die richtige
Richtung vollzogen und die Rechte der Kunden im Schienenverkehr gestärkt.
Jetzt müssen aber weitere Schritte folgen und vergleichbare Entschädigungs-
Regelungen auch für andere Verkehrsträger – vor allem den Flug- und
Busverkehr – eingeführt werden.“

Nach dem neuen Fahrgastrechte-Gesetz haben Bahnreisende in Zukunft ab
einer Verspätung von 60 Minuten am Zielort Anspruch auf 25 Prozent des
Fahrpreises. Verspätet sich der Zug um mindestens 120 Minuten, erhält der
Fahrgast eine Entschädigung über 50 Prozent des Fahrpreises. Ist eine
Verzögerung des gewählten Zuges um mehr als 60 Minuten absehbar, kann der
Fahrgast darüber hinaus von der Reise zurücktreten und sich den Fahrpreis
komplett erstatten lassen.

Im Nahverkehr gelten darüber hinaus zusätzliche Bestimmungen. Bei einer
absehbaren Verspätung am Zielort von mindestens 20 Minuten kann der
Fahrgast seine Reise mit einem anderen Zug antreten beziehungsweise
fortsetzen – auch mit Fernverkehrszügen. Ausgenommen sind Züge mit
besonderer Reservierungspflicht, wie zum Beispiel die ICE Sprinter oder City
Night Line-Verbindungen. Für den Fernverkehrszug muss der Reisende

zunächst eine gültige Fahrkarte erwerben. Die entstehenden Kosten bekommt
er anschließend von dem Eisenbahnunternehmen erstattet, das für die
Verspätung verantwortlich ist.

Ist davon auszugehen, dass sich ein Zug im Nahverkehr, dessen planmäßige
Ankunftszeit zwischen 24 und 5 Uhr liegt, um mindestens 60 Minuten verspätet,
kann der Fahrgast darüber hinaus andere Verkehrsmittel zu seinem Zielort
benutzen – wenn notwendig auch Taxis. Die Kosten hierfür bekommt der
Reisende bis 80 Euro ersetzt. Gleiches gilt, wenn die letzte fahrplanmäßige
Verbindung des Tages ausfällt und der Fahrgast den Zielort bis 24 Uhr ohne die
Nutzung eines anderen Verkehrsmittels nicht mehr erreichen kann.

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn bietet seinen Kunden eine weitere – über
die gesetzlichen Anforderungen hinaus gehende – Kulanzregelung an: Bei einer
absehbaren Verspätung am Zielort von mindestens 20 Minuten ist die Nutzung
eines höherwertigen oder von der Zugbindung abweichenden Zuges möglich.
Auch die Taxiregelung für Nahverkehrsreisende wird im DB-Fernverkehr
übernommen.

Den Weg zur Entschädigung soll künftig ein zentrales Fahrgastrechte-Formular
erleichtern. Gemeinsam mit dem TBNE (Tarifverband der Bundeseigenen und
Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland) hat die Deutsche Bahn das
neue Fahrgastrechte-Formular und die dahinter liegenden Kundenprozesse
entworfen. Damit gibt es erstmals deutschlandweit eine Plattform, um
Entschädigungsansprüche im Eisenbahnverkehr unternehmensübergreifend zu
regeln – unabhängig davon, ob der Fahrgast mit der Deutschen Bahn oder
einer anderen Bahngesellschaft gefahren ist.

Bernd Rössner, Geschäftsführer des TBNE, betont die gute Zusammenarbeit
bei der Entwicklung eines einheitlichen Entschädigungsprozesses: „Bereits seit
Mitte letzten Jahres haben die Eisenbahnen in Deutschland intensiv und
erfolgreich an der gemeinsamen Organisation der Fahrgastrechte zusammengearbeitet,
um eine kundenorientierte Umsetzung der gesetzlichen Regelungen
sicherzustellen.“

Die Gesetzesinitiative des Bundes geht auf die EG-Verordnung 1371/2007
zurück, in der die neuen Regelungen der Fahrgastrechte erstmals für die
gesamte Europäische Union verbindlich definiert sind. Die Verordnung wurde
im Dezember 2007 verabschiedet und tritt EU-weit am 3. Dezember 2009 in
Kraft. Die Deutsche Bahn und die privaten Bahnen werden deutschlandweit die
Regelungen gemeinsam bereits im Sommer einführen. Über die Handhabung
des neuen einheitlichen Fahrgastrechte-Formulars und das genaue
Einführungsdatum werden DB und TBNE rechtzeitig vor Inkrafttreten detailliert
informieren.

Wesentliche Verbesserungen für den Fahrgast im Überblick:

• Bundesweit einheitliche Regelungen für Eisenbahnverkehrsunternehmen im
Nah- und Fernverkehr
• Entschädigung über die komplette Reisekette

• Entschädigungsstufen im Nah- und Fernverkehr:
ab 60 Minuten Verspätung: 25 Prozent des Fahrpreises
ab 120 Minuten Verspätung: 50 Prozent des Fahrpreises

• Entschädigung wahlweise als Gutschein oder in bar
Über die Verordnung 1371/2007/EG hinausgehende gesetzliche
Regelungen für den Nahverkehr und Kulanzregelungen im Fernverkehr

• Nutzung eines höherwertigen Zuges bei einer zu erwartenden
Verspätung
am Zielort von mindestens 20 Minuten.

• Nutzung eines anderen Verkehrsmittels, wenn abzusehen ist, dass der Zug,
dessen planmäßige Ankunftszeit zwischen 24 und 5 Uhr liegt, eine
Verspätung von mindestens 60 Minuten hat oder, wenn die letzte
fahrplanmäßige Verbindung des Tages ausfällt und der Fahrgast den Zielort
bis 24 Uhr mit dem Zug nicht mehr erreichen kann.