Italien ist Spitzenreiter

Übergewicht bei Kindern in Europa

In Italien sind Kinder ab einem Alter von drei Jahren
deutlich häufiger übergewichtig als in Deutschland und anderen
europäischen Ländern. Das ist ein Resultat der europäischen
IDEFICS-Studie zur Identifizierung und Prävention gesundheitlicher
Auswirkungen von Ernährung und Lebensstil bei Kindern. In Deutschland
waren das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und
Epidemiologie (BIPS) und die Universität Bremen beteiligt.

Knapp 7.700 Kinder wurden von der Geburt bis zum Alter von elf Jahren
begleitet. Sie stammten aus sieben europäischen Ländern:
Deutschland, Italien, Belgien, Schweden, Spanien, Ungarn und Zypern.
Die Wissenschaftler untersuchten, wie sich der Körpermassenindex
(BMI) der jungen Probanden im Laufe der Kindheit verändert und welche
Faktoren Einfluss auf das Körpergewicht haben. Beispiele waren der
BMI der Mutter, Gewichtszunahme in der Schwangerschaft, der
Bildungsstatus der Eltern und die Stilldauer. Der BMI gibt das
Verhältnis des Gewichts (in kg) zur Körpergröße (in Meter zum
Quadrat) an. Bei Kindern und Jugendlichen verändert sich der normale
Körperfettanteil ständig, je nach Alter und Geschlecht. Anhand von
Normwertkurven lässt sich ablesen, wie das Gewicht einzuordnen ist.
Wenn der BMI den Wert 25 überschreitet, spricht man von Übergewicht.
Dieser feste Wert ist zwar umstritten, gibt aber eine Tendenz wider.
Ab einem BMI von größer 30 spricht man von Fettleibigkeit.

Ab einem Lebensalter von drei Jahren gab es von Land zu Land große
Unterschiede im Anteil der übergewichtigen und fettleibigen Kinder.
In Italien lag er bei einem Spitzenwert von 50 Prozent, gefolgt von
Zypern (29,8 %) und Spanien (25,6 %). In Ungarn hatten 19 Prozent und
in Deutschland knapp 18 Prozent der Kinder ein zu hohes
Körpergewicht. In Schweden (12,3 %) und Belgien (9,7 %) waren die
Werte am niedrigsten. Im Alter von elf Jahren hatte der mittlere BMI
italienischer Kinder bei den Jungen einen Wert von 22,3 und bei
Mädchen von 22,0 erreicht. In den anderen Ländern bewegte er sich
zwischen 18,4 und 20,3 bei Jungen und 18,2 bis 20,3 bei Mädchen.

Der wichtigste Einflussfaktor war der BMI der Mutter – vor allem in
Italien, stellten die Wissenschaftler fest. Die italienischen Mütter
und Väter brachten im europäischen Vergleich auch durchschnittlich
die meisten Pfunde auf die Waage. Zudem zeigte sich, dass das
Geburtsgewicht des Kindes mit der Gewichtszunahme der Mutter in der
Schwangerschaft in Zusammenhang stand.

Insgesamt konnten frühkindliche Faktoren aber nur einen kleinen Teil
der Unterschiede im Körpergewicht erklären. Vermutlich spielen neben
genetischen Aspekten Änderungen in der körperlichen Aktivität und
im Ernährungsverhalten eine Rolle, die sich je nach Land
unterscheiden.

Heike Kreutz, www.aid.de

www.bips-institut.de
http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.13/journal.pone.0149268

Gute Laune durch Trinken

Studie unter jungen Frauen – Richtiges Trinken hebt die Stimmung

Wer viel Wasser trinkt, ist besser gelaunt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie aus der Fachzeitschrift Appetite, für die ein amerikanisch-französisches Forscherteam den Zusammenhang zwischen täglicher Wasseraufnahme und persönlichem Gemütszustand untersucht hat. Unter den Studienteilnehmerinnen zeigten diejenigen eine deutlich positivere Stimmung, deren tägliche Flüssigkeitsaufnahme über Getränke und Nahrung bei etwa drei Litern lag. „Die Studie unterstreicht den engen Zusammenhang von Ernährung und psychischem Wohlbefinden“, sagt Internist Dr. Johannes Naumann vom Universitätsklinikum Freiburg. „Wer sich ausgewogen ernährt und auf geeignete Durstlöscher wie natürliches Mineralwasser zurückgreift, tut auch seiner seelischen Verfassung etwas Gutes.“

Aus Sicht des Internisten habe die Studie eine besondere Relevanz, da neben der Wasseraufnahme noch weitere, die Stimmung beeinflussende Faktoren berücksichtigt wurden: „Unterm Strich zeigte sich deutlich: Eine leicht erhöhte Wasseraufnahme über Nahrung und Getränke erklärte die positivere Stimmung besser als andere Faktoren wie sportliche Aktivität oder Nährstoffaufnahme“, so Dr. Naumann. Damit greife die Studie ein wichtiges Gesundheitsthema auf, da schlechte persönliche Stimmung zu körperlichen Beschwerden wie Herzproblemen beitragen kann.

Für die Studie untersuchten die Forscher fünf Tage lang die durchschnittliche Wasseraufnahme von 120 jungen, gesunden Frauen. Parallel dazu wurde anhand eines psychologischen Stimmungstests der Gemütszustand der Frauen ermittelt. Mit diesen Daten konnten die Forscher feststellen, dass die Gruppe der Frauen, die eine hohe Wasseraufnahme zeigte (mehr als 3 Liter täglich), im Stimmungstest signifikant besser abschnitt als die „Wenigtrinker“, deren tägliche Wasseraufnahme unterhalb der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Mindestmenge von 2,65 Litern lag.

Die Studie: www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0195666315002287

Gerolsteiner Restaurant-Bestenliste 2012

In Kooperation mit „Sternklasse“ präsentiert Gerolsteiner ein
einzigartiges Ranking der deutschen Spitzengastronomie
Basis der Bestenliste sind die acht großen nationalen
Restaurantführer wie beispielsweise Michelin und Gault Millau
Neben der Küche werden auch Wohlfühlfaktoren und der Stellenwert
der Auszeichnungen für die Gastronomie berücksichtigt

Die fast 5.000 besten Restaurants Deutschland in einer Liste: Gerolsteiner …

Wer sich leidenschaftlich mit der Spitzengastronomie in Deutschland beschäftigt weiß, dass man nicht nur in einigen wenigen Gourmet-Tempeln ausgezeichnet essen kann. Unser ehemals in gastronomischer Hinsicht belächeltes Land beheimatet eine große Vielfalt erstklassiger Restaurants. Die „Gerolsteiner Restaurant-Bestenliste“ trägt diesem Umstand Rechnung und bietet erstmals ein komplettes Ranking der fast 5.000 Restaurants in Deutschland, die von einem oder mehreren der acht großen bundesweiten Restaurantführer des Jahrgangs 2012 empfohlen werden – und ist somit die größte Zusammenstellung der Top-Gastronomie in Deutschland. Mit ihrem neuen, ganzheitlichen Bewertungsansatz, der auch Wohlfühlfaktoren berücksichtigt, ermöglicht die Gerolsteiner Restaurant-Bestenliste zudem einen noch objektiveren und aussagekräftigeren Überblick über die Restaurant-Landschaft im Top-Segment.

Die Gerolsteiner Restaurant-Bestenliste ist die erste ihrer Art, die alle Faktoren einbezieht, die ein Restaurant ausmachen: Bewertet wird nicht nur die Küche, sondern auch die von den Restaurant-Führern zwar erfassten aber nicht bewerteten Faktoren wie Service, Komfort, Ausstattung und Ambiente. Ein Ansatz, der vom Magazin Sternklasse entwickelt und umgesetzt wurde und perfekt zu Gerolsteiner passt – engagiert sich das beliebteste Mineralwasser der Gastronomie doch seit vielen Jahren für Qualität, Service und eine Kultur des Genießens.

Neu an der Gerolsteiner Restaurant-Bestenliste ist außerdem, dass der unterschiedliche Stellenwert der verschiedenen Auszeichnungen der Restaurantführer mit in die Bewertung für das Gesamt-Ranking eingeht. Grundlage für den Stellenwert und damit den Faktor, mit dem die verschiedenen Führer in die Gesamtbewertung eingehen, ist eine von Sternklasse jährlich durchgeführte Befragung von Repräsentanten der ausgezeichneten Restaurants. Die erste Resonanz aus der Branche ist positiv:

„Wo man nach Zertifizierung oder errechnetem Durchschnitt am besten isst, dort muss man sich nicht unbedingt auch atmosphärisch wohlfühlen. Unter diesem Aspekt gleichwohl versuchsweise Annäherungswerte zu bieten, sofern die Führer Parameter dafür liefern, ist eine durchaus sinn- und auch verdienstvolle Erweiterung der Bewertungskriterien in der Gerolsteiner Liste“.

Hermann Bareiss, Inhaber und Geschäftsführer Hotel Bareiss, Restaurant Bareiss (3 Michelin-Sterne), Baiersbronn-Mitteltal
„Bravo für den Aufwand, die Genauigkeit und das Ergebnis! Mit den 4.835 Restaurants werden endlich auch einmal die jungen, aufstrebenden oder gutbürgerlichen Restaurants gelistet. Eine wichtige Anerkennung für die Restaurants, die sonst kaum eine Erwähnung finden, obwohl ihre Leistung weit besser als der Durchschnitt ist.“

Christoph Rüffer, 2-Sternekoch, Restaurant Haerlin im Hotel Vier Jahreszeiten Hamburg
Ein Überblick über die gesamte Top-Gastronomie in Deutschland Von den über 170.000 Gastronomiebetrieben in Deutschland – darunter über 80.000 klassische Restaurants – haben knapp 3 Prozent die Aufmerksamkeit eines oder mehrerer nationaler Restaurantführer errungen. Die neue Restaurant-Bestenliste ermöglicht einen Gesamtüberblick über diese 4.835 ausgezeichneten Häuser, ihre Vielfalt und regionale Verteilung.

Zu finden sind die komplette Gerolsteiner Restaurant-Bestenliste 2012 und die Bewertungsgrundlage unter www.sternklasse.de/bestenliste

Messerunfälle sind keine Bagatellunfälle

In der Gastronomie sind die Unfälle mit Schnittverletzungen Spitzenreiter bei den jährlich an die BGN gemeldeten Unfällen: 2006 waren es rund 8.000 Unfälle. Die BGN hat Unfallfolgen und Unfallursachen von Schnittverletzungen mit handgeführten Messern untersucht und kommt u. a. zu dem Schluss: Mit durchschnittlich 7,4 Arbeitsunfähigkeitstagen sind Messerunfälle keineswegs Bagatellunfälle.

Meistens erfährt die BGN von den Unfällen per Durchgangsarztbericht (D-Arzt-Bericht), der in der Regel keine Angaben zu Unfallhergang, Unfallursachen oder anderen relevanten Randbedingungen enthält. Die vom Arzt eingeschätzte Arbeitsunfähigkeitsdauer ist häufig mit weniger als 3 Tagen angegeben. Deshalb sieht der Unternehmer oft keine Veranlassung, der BGN eine Unfallanzeige mit Angaben zum Unfallhergang zu schicken. Den Aufsichtspersonen der BGN-Prävention vermitteln Unternehmer häufig, dass Schnittverletzungen durch handgeführte Messer eher Bagatellunfälle seien, die unvermeidbar und auf Fehler des Verletzten zurückzuführen sind.
Diese Ausgangslage war für die BGN Anlass, die Ursachen dieser Unfälle genauer zu hinterfragen. Dabei sollten auch die Randbedingungen und Informationen über Unfallschwere und den am häufigsten betroffenen Personenkreis herausgefunden werden. Im Sinne einer zielgerichteten Präventionsarbeit führte die BGN eine Studie durch und definierte folgende Ziele:

Verbesserung der Auswertbarkeit des Unfallgeschehens
systematischer Erkenntnisgewinn zu relevanten Risikoschwerpunkten
Ergänzung oder gegebenenfalls Änderung der bisherigen betrieblichen Präventionsmaßnahmen

Methodisches Vorgehen
Es wurde ein Fragebogen entwickelt. Für die Zufallsstichprobe wurden alle bundesweit an 5 festgelegten Wochentagen und Monaten eingehenden Unfälle mit Schnittverletzungen durch handgeführte Messer herangezogen. Die Erhebung erfolgte zum einen nach Aktenlage (D-Arzt-Bericht und Unfallbericht). Zum anderen führten geschulte Aufsichtspersonen und Beratungsassistenten der BGN persönliche Befragungen der Verletzten durch. Die Befragungen sollten möglichst zeitnah nach dem Unfallereignis erfolgen.
Die Studie wurde bundesweit von den 6 Regionalbüros des Technischen Aufsichtsdienstes der BGN im Zeitraum Juli 2008 bis Januar 2009 durchgeführt. Programmierung und Auswertung nahm die Gesellschaft für sozialmedizinische Forschung Suhl e.V. vor. Insgesamt konnten 232 Unfalluntersuchungsbögen ausgewertet werden. Diese Anzahl ist zwar nicht ausreichend, um alle Merkmale in den erforderlichen Merkmalskombinationen repräsentativ auswerten zu können, sie zeigt aber insgesamt Tendenzen, die für die weitere Vorgehensweise hinreichende Informationen liefern.
In der Stichprobe waren Personen im Alter unter 30 Jahren häufiger vertreten als ältere Personen. Anteilig waren 70% der erfassten Verunfallten Männer und 30% Frauen.

Am häufigsten werden beim Schnittunfall Daumen und Zeigefinger verletzt.

70% der Messerunfälle ereignen sich in den ersten 10 Minuten ab Beginn der Schneidetätigkeit.

Unfall-Zeitpunkte
Donnerstag, Freitag und Samstag sind die Tage mit den meisten Unfällen. Somit deckt sich das Unfallaufkommen mit dem in der Gastronomie üblichen stärksten Arbeitsaufkommen. Die Verteilung der Unfallzeitpunkte über die Tagesstunden zeigt geschlechtsbezogene Unterschiede auf. Die Messerunfälle der Frauen ereignen sich früher am Tag als die der Männer. Der Grund hierfür könnte sein, dass häufiger Frauen Speisen vorbereitende Arbeiten durchführen als Männer. Die Arbeitszeit der Frauen beginnt – dem Arbeitsablauf folgend – möglicherweise früher.
Die Annahme, mit zunehmender Arbeitszeit nehme die Häufigkeit der Messerunfälle aufgrund von Ermüdungserscheinungen zu, konnte durch die Studie nicht bestätigt werden. Die größte Unfallhäufigkeit bezogen auf den Tagesarbeitsbeginn tritt zwischen der 2. und 3. Stunde auf. Auch hier steht der Zeitpunkt des Umgangs mit Messern im Zusammenhang mit den in der Gastronomie üblichen zeitlichen Arbeitsabläufen. Bezogen auf die Schneidetätigkeit ereignen sich etwa 70% der Unfälle mit handgeführten Messern innerhalb der ersten 10 Minuten ab Beginn dieser Tätigkeit.

Unfallschwere
Zur Bewertung der Unfallschwere wurde die Dauer der Arbeitsunfähigkeit (AU) herangezogen. 3 von 4 durch Ärzte behandelte Unfälle sind mit einer au von durchschnittlich 10,2 Tagen verbunden. Frauen haben mit 71% einen geringeren Anteil an Unfällen mit AU, aber mit 11,3 AU-Tagen eine längere Ausfallzeit als Männer mit 9,8 AU-Tagen. Im Mittel wiesen alle in der Studie erfassten Unfälle eine AU-Dauer von 7,4 Tagen auf.
Bezogen auf eine Fachausbildung der Unfallpersonen zeigt sich: Bei gelerntem Küchenpersonal sind 80% der Messerunfälle mit AU verbunden, bei angelernten Hilfskräften 75%. Die mittlere AU-Dauer beträgt beim Fachpersonal etwa einen Tag mehr als bei den angelernten Hilfskräften.

Unfallursachen
Um eine Aussage zu den konkreten Unfallursachen zu erhalten, wurden u.a. die frei formulierten Angaben zum Unfallgeschehen aus den Gesprächen mit der Unfallperson ausgewertet. Anschließend gruppierten Experten diese Angaben nach Kategorien und ordneten die Gruppierungsmerkmale nach dem »T-O-P-Prinzip« (technisch, organisatorisch, personenbezogen):

Technische Faktoren: Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitsmittel, Schneidguteigenschaften bzw. unzureichendes Halten des Schneidgutes, Führen des Messers bzw. der Messerschneide
Organisatorische Faktoren: mangelnde Kenntnis bzw. fehlende Unterweisung, Ablenkung, Stress-Zeitdruck – Hektik – Arbeitsaufkommen (unzureichende Ablaufplangestaltung), fehlende persönliche Schutzausrüstung
Personenbezogene Faktoren: Unachtsamkeit, mangelnde Konzentration, Müdigkeit
Bei den Männern haben die personellen Faktoren den größten Anteil am Unfallgeschehen, gefolgt von den organisatorischen und technischen Faktoren. Anders bei den Frauen: Hier nehmen die technischen Faktoren der Unfallverursachung einen deutlich höheren Anteil ein und stellen die größte Risikogruppe dar.

Die Untergliederung der T-O-P-Gruppen nach einzelnen Ursachengruppen ergibt weitere konkrete Aussagen: Häufigste Ursachengruppe ist »Unachtsamkeit … Müdigkeit«. 35% aller Unfälle von Männern und 30% von Frauen gehen auf diese Ursache zurück. Erwähnenswert ist der relativ hohe Anteil (17%) der Unfälle bei Frauen, die auf die Verwendung ungeeigneter Messer zurückzuführen sind. Als nächsthäufige Ursachengruppen treten »mangelnde Kenntnis, fehlende Unterweisung« (13% bzw. 11%) sowie »unzureichend gehaltenes Schneidgut« (5% bzw. 11%) auf. Auch »Stress, Zeitdruck, Arbeitsaufkommen« ist als bedeutsame Ursachengruppe mit jeweils 7% bei Männern und Frauen zu erkennen.

Zusammenfassung
Unfälle in der Gastronomie mit handgeführten Messern sind keine Bagatellunfälle. Die Studie zeigte, dass die Dauer der tatsächlichen Arbeitsunfähigkeit mit durchschnittlich 7,4 Tagen je ärztlich behandlungsbedürftigem Unfall höher liegt, als aufgrund der ärztlichen Mitteilungen zu erwarten war. Diese Tatsache lässt die wirtschaftliche Bedeutung derartiger Unfälle erkennen.
Die Erkenntnisse aus der Studie bestätigen einerseits die bisherigen, auf Erfahrung langjähriger berufsgenossenschaftlicher Präventionsarbeit basierenden Maßnahmen zur Vermeidung von Schnittverletzungen. Andererseits lieferte die Studie weitere detaillierte Erkenntnisse, die konkreteren Handlungsbedarf bei folgenden Punkten aufzeigen:
geeignete Arbeitsmittel bereitstellen und benutzen
ergonomische Arbeitsplatzgestaltung berücksichtigen
Arbeitsablaufpläne optimieren
Mitarbeiter im professionellen Umgang mit Messern ausbilden
Bewusstsein für den sicheren Umgang mit handgeführten Messern fördern

„University of Fish“: Das Dorschwunder

War es ein Wunder oder doch eher eine Verkettung glücklicher Umstände, dass sich der Dorschbestand in der östlichen Ostsee entgegen landläufiger Befürchtungen erholte? Dieser Frage widmete sich am Montagabend Dr. Christopher Zimmermann im Rahmen der „University of Fish“, der Vorlesungsreihe rund um Fisch und Meeresfrüchte von „Deutsche See“. Der Fischereibiologe und stellvertretende Leiter des Thünen-Instituts für Ostseefischerei hielt seinen Vortrag vor der interessierten Öffentlichkeit in Hamburg.

Noch vor wenigen Jahren führte der dramatische Rückgang des Dorschbestandes in der östlichen Ostsee zur Besorgnis unter Wissenschaftlern, Politikern, in der Industrie und bei Umweltverbänden. Laut Dr. Christopher Zimmermann war es Anfang der 1990er Jahre zu einer ökologischen Verschiebung des Gleichgewichts gekommen. Als Ursache für die Reduzierung des Bestandes nennt der Fischereibiologe klimatische Veränderungen, einen damit einhergehenden Rückgang der Nachwuchsproduktion der Dorsche sowie eine nicht an diese Situation angepasste Fischerei. Bei den Experten führte diese Entwicklung zu Meinungsverschiedenheiten, ob und wie der Bestand zu retten sei. Und dann erholte sich der Dorsch wie durch ein Wunder. Wie es dazu kam, erläuterte Zimmermann in seinem Vortrag.

Zunächst waren die Umweltbedingungen im Jahr 2007 etwas vorteilhafter für die Nachwuchsproduktion der Dorsche. Starkwinde zur richtigen Zeit sorgten für einen stärkeren Salzwassereinstrom aus der Nordsee in die Ostsee. Der Salzwassergehalt spielt eine wichtige Rolle bei der Nachwuchsproduktion vieler Fische in diesem Meer. Ist er zu gering, können sich beispielsweise Dorsche nicht mehr vermehren. Selbst ein vergleichsweise schwacher Salzwassereinstrom wie im Jahr 2007 führt jedoch unmittelbar zu stärkeren Nachwuchsjahrgängen.
Neben diesen ökologischen Faktoren trugen auch politische Veränderungen zur Erholung des Dorsches bei. So kam es in Polen, ebenfalls im Jahr 2007, zum Wechsel der politischen Führung. Die neue Regierung legte ein besonderes Augenmerk auf die Bekämpfung der illegalen Fischerei, die großen Schaden bei den Beständen anrichtet. In der Folge reduzierten sich die polnischen Fänge im Jahr 2008 um 50 Prozent. Zur gleichen Zeit wurde der EU-Fischereimanagementplan implementiert, der die Fangquoten stabilisiert. Sie dürfen ab diesem Zeitpunkt nur noch um 15 Prozent vom Vorjahr abweichen. Somit blieb dem etwas zahlreicheren Nachwuchs aus dem Jahr 2007 genügend Zeit, in Ruhe heranzuwachsen, ohne einem zu hohen Fischereidruck ausgesetzt zu sein. Die Entwicklung von Fischbeständen ist, das machte Zimmermann deutlich, ausgesprochen dynamisch. Die Anzahl der Tiere innerhalb eines Bestandes variiert, beeinflusst durch natürliche Faktoren und den Eingriff des Menschen.

Dank der stabilen Quotenregelung stehen dem östlichen Dorschbestand auch weiterhin, so Zimmermann, „goldene Zeiten“ bevor. Den Zuhörern der „University of Fish“ riet er deshalb, guten Gewissens wieder Dorsch aus der Ostsee zu genießen.

Bereits zum fünften Mal veranstaltet „Deutsche See“ Fischmanufaktur die beliebte Vorlesungsreihe „University of Fish“ rund um Fisch und Meeresfrüchte. Von November 2010 bis März 2011 erwarten die interessierten Zuhörer spannende und abwechslungsreiche Vorlesungen. Ob zum Thema Aquakulturen, Nachhaltigkeit, Food Blogs oder Kochen mit Fisch – an vier Terminen wird an der Universität Hamburg nicht nur referiert, sondern auch diskutiert.

„Deutsche See“ mit Hauptsitz in Bremerhaven ist in Deutschland die Nummer Eins bei der Vermarktung von Fisch und Meeresfrüchten. In bundesweit mehr als 20 Niederlassungen beschäftigt das Unternehmen rund 1.700 Mitarbeiter und beliefert mehr als 35.000 Kunden vom Lebensmitteleinzelhandel, der Gastronomie und Top-Gastronomie über Caterer bis hin zur Betriebs- und Sozialgastronomie. Der weltweite Einkauf hochwertiger Rohwaren, die sorgfältige und kundenindividuelle Produktion und Veredelung in der Bremerhavener Manufaktur, das überdurchschnittliche Qualitätsmanagement und die im Markt einzigartige Logistik zeichnen das Unternehmen aus. Seit November 2003 gehört die Feinkostmarke BEECK zu „Deutsche See“. Als Marktführer ist sich das Unternehmen der ökologischen, gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung zum nachhaltigen Schutz der natürlichen Ressourcen bewusst. „Deutsche See“ engagiert sich schon lange aktiv für den Erhalt der Fischbestände und den Umweltschutz und wurde dafür im November 2010 als „Deutschlands nachhaltigstes Unternehmen“ mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Geschmackstage 2010

Geschmackstage 2010: DLG mit Parcours der Sinne

Sensorisches Schulungsprogramm am 4. und 5. Oktober in Frankfurt am Main

Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) beteiligt sich auch 2010 wieder an den bundesweit stattfindenden Geschmackstagen. Die Veranstaltung, die vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie dem Sternekoch Johann Lafer entwickelt wurde, fördert den gesunden Genuss, die Wertschätzung von qualitätsvollen Lebensmitteln sowie Produkte aus regionaler Erzeugung. Die DLG ist offizieller Partner der Geschmackstage, die in diesem Jahr zum dritten Mal veranstaltet werden. Die DLG, das älteste Testinstitut Europas für sensorische Qualitätsprüfungen, fördert mit ihrem „Parcours der Sinne“ die bessere Sinneswahrnehmung und Geschmacksbildung sowie den bewussten und qualitätsorientierten Umgang mit Lebensmitteln. Im eigenen Sensorikzentrum in Frankfurt am Main bietet die DLG Schülern, Studenten sowie interessierten Verbrauchern die Möglichkeit, die eigenen Sinne zu schulen sowie die sensorische Qualität von Lebensmitteln beurteilen zu lernen. Vorträge zum Thema Lebensmittelsensorik vermitteln das nötige Basiswissen. Das sensorische Schulungsprogramm findet am 4. und 5. Oktober mehrfach statt und dauert ca. zwei Stunden. Anmeldungen sind nur als Gruppe ab fünf Personen möglich. Ausführliche Informationen unter www.DLG.org/Geschmackstage.

Die Teilnehmer des Sinnen-Parcours erwarten an fünf Teststationen Aufgaben, die ihre sensorischen Fähigkeiten in den Bereichen „Sehen“, „Riechen“, „Tasten“, „Schmecken“ und „Hören“ überprüfen. Jede Station bietet die Möglichkeit, kleine Experimente zu bearbeiten und Rätsel zu lösen. Ob beim Sortieren von unterschiedlichen Farbröhrchen, bei der Suche nach bestimmten Gerüchen oder beim genauen Hinhören, um zu erfassen, welche Lebensmittel sich in den Schüttelbechern verbergen. Die unterhaltsamen, aber inhaltlich anspruchsvollen Aufgaben sollen dazu beitragen, dass jeder seine eigenen Fähigkeiten in der Sinneswahrnehmung besser kennen und einschätzen lernt. Denn die sinnliche Wahrnehmung ist eine der zentralen Faktoren für die Auswahl und Akzeptanz eines Lebensmittels oder einer Mahlzeit. Sie beeinflusst das Ernährungsverhalten nachhaltig. Die sensorische Qualität und ihre Beurteilung sind deshalb wesentliche Bausteine in der Ernährungserziehung. Mit dem „Parcours der Sinne“ leistet die DLG einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Geschmacks- und Sinnenbildung.

DLG-Testzentrum Lebensmittel

Dank seiner Fach- und Methodenkompetenz ist das DLG-Testzentrum führend in der Qualitätsbewertung von Lebensmitteln. Ein neutrales Experten-Netzwerk sowie Prüfmethoden auf Basis aktueller wissenschaftlich abgesicherter und produktspezifischer Qualitätsstandards garantieren Neutralität und Qualitätstransparenz. Im Rahmen der Qualitätsprüfung verleiht das DLG-Testzentrum Lebensmittel die Auszeichnungen „DLG-prämiert“ in Gold, Silber oder Bronze.

Weitere Informationen: www.geschmackstage.de.

Orangensaft wird teurer

Orangensaft hat im Jahr 2009 in Deutschland die Spitzenposition eingenommen. Mit 9 Liter je Kopf ist er jetzt der meistgetrunkene Fruchtsaft. Die Herstellung erfolgt dabei fast ausschließlich über Orangensaftkonzentrate, die zum allergrößten Teil in Brasilien und Florida eingekauft werden. Im Hauptlieferland Brasilien führen klimatische Bedingungen zu einer im Vergleich zu den letzten Jahren um ca. 20 Prozent geringeren Ernteerwartung. Damit ist absehbar, dass Orangensaft für den Verbraucher im zweistelligen Euro-Cent-Bereich pro Liter teurer wird.

Orangensaftkonzentrat aus Brasilien

Im Wesentlichen beeinflussen vier Faktoren diese Entwicklung:
Die im August beginnende Haupternte wird deutlich geringer als im Vorjahr ausfallen. Experten rechnen 2010 mit einer Produktion von ca. 1 Millionen Tonnen Orangensaftkonzentrat im Gegensatz zu 1,2 Millionen Tonnen im Jahr 2009. Grund hierfür ist der Ausfall einer Blüteperiode. Normalerweise blühen Orangenbäume zweimal. Aufgrund klimatischer Bedingungen gab es nur eine Blüte in diesem Jahr.

Die damit wesentlich niedrigere Ernteerwartung trifft zusätzlich auf geringere Restbestände Orangensaftkonzentrat aus 2009, die nahezu aufgebraucht sind.

Zusätzlich ist die Produktion von Orangen in den letzten Jahren strukturell bedingt zurückgegangen. Aufgrund staatlicher Subventionen in Brasilien für die Herstellung von Bioethanol werden Flächen vom Zitrusanbau in Zuckerrohrplantagen umgewandelt.

Orangensaftkontrakte werden in Dollar abgewickelt. Der Kurs des Dollars stieg jedoch gegenüber dem des Euros um 30 Euro-Cent und verteuert dadurch zusätzlich die Herstellung von Orangensaftkonzentrat.

Die Auswirkungen dieser Faktoren auf den Orangensaftkonzentrat-Handel in 2009 und die aktuelle Preissituation 2010 werden in folgendem Beispiel deutlich:

Im März 2009 kostete eine Tonne Orangensaftkonzentrat ca. 1.000 US-Dollar, dies entsprach rund 700 Euro. Die gleiche Menge kostet heute 2.500 US-Dollar, bei dem aktuellen Dollarkurs entspricht dies 2.100 Euro. Damit hat sich der Einstandspreis für Orangensaftkonzentrat verdreifacht. Rechnet man dieses auf einen Liter Orangensaft um, so entspricht das einer Verteuerung von 25 bis 30 Euro-Cent im Einkauf.

Orangensaftkonzentrat aus Florida bringt keine Entlastung

Ein weiterer großer Lieferant ist Florida. Mit konkreten Ernteerwartungen für Florida kann erst nach Ablauf der Hurrikansaison gerechnet werden. Aufgrund der marktbeherrschenden Stellung Brasiliens ist jedoch hier nicht mit einer Entlastung zu rechnen. Brasilien erntet die Hälfte der Weltproduktion an Orangen. Damit besitzt Brasilien im Orangensaftkonzentrathandel einen Marktanteil von 80 Prozent des Welthandelsvolumens.

Nudelspezialitäten aus den Abruzzen

Kabel1, Donnerstag, 17.12., 18:00 – 19:10 Uhr

Abenteuer Leben – täglich Wissen

Seit 1924 produziert Giancarlo D’Annibale in den Abruzzen Pasta nach alter Tradition. Drei Faktoren machen diese Pasta so besonders. Die Zutaten: hochwertiger Hartweizen und abruzzisches Bergwasser. Die Verarbeitung: Der Nudelteig wird durch handgeschmiedete Bronzescheiben gezogen und erhält dadurch seine typische, raue Oberfläche. Die Trocknung: Durch die schonende Trocknung bei 35 °C entsteht ein bissfestes Produkt. Der Herstellungsprozess dauert insgesamt 50 Stunden …

Essen und Klimaschutz

Essen und Klimaschutz

Weg zum Supermarkt entscheidend

Der Verbraucher kann durch sein Einkaufsverhalten zum Klimaschutz beitragen. Eine Studie des Heidelberger Instituts für Energie- und Umweltforschung (IFEU) zufolge beeinflussen neben dem Ort der Erzeugung der Lebensmittel eine Reihe weiterer Faktoren die Frage, wie empfehlenswert ein Lebensmittel aus Klimaschutz-Sicht wirklich ist. Sowohl die Produktionsbedingungen, die Verarbeitung, Verpackung und der Vertrieb des Lebensmittels spielten eine Rolle als auch die Jahreszeit oder eben das Verhalten der Verbraucher.

Die wichtigste Einflussgröße sei in jedem Fall der Verbraucher selbst. Sein Einkaufs- und Konsumverhalten entscheiden nach den Ergebnissen der aktuellen Untersuchung maßgeblich über den ökologischen Rucksack der Lebensmittel. Bei Verbrauchern, die ausschließlich zum Kauf des Lebensmittels mit dem Auto zum Supermarkt fahren, spiele die eigentliche Produktion des Lebensmittels nur noch eine untergeordnete Rolle. Damit mache er letztlich alle Vorteile einer ökologisch sinnvollen Erzeugung wieder zunichte. Deutlich vorteilhafter seien Großeinkäufe mit reduzierten Fahrtwegen, z. B. durch kleine Umwege bei sowieso geplanten Fahrten bzw. Einkäufe zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Besonders gut fällt die Klimabilanz dann aus, wenn der Kunde dann noch regionale Lebensmittel aus saisonaler Produktion einkauft. Dann sei er laut IFEU-Institut in der Regel in Bezug auf die Ressourcenschonung und Klimaschutz auf der sicheren Seite.
aid, Friederike Eversheim

Alkohol im Straßenverkehr

Alkohol im Straßenverkehr: kein Platz für Mythen!

KfV und Schlossgold appellieren mit der gemeinsamen Kampagne „Ein Zeichen der Vernunft“ an die Eigenverantwortung der Bevölkerung.

2008 wurden 2.632 Alkoholunfälle registriert. Dabei wurden 3.628 Personen verletzt und 52 Personen getötet. Alkoholunfälle machen somit rund acht Prozent an allen tödlichen Verkehrsunfällen aus. Die Dunkelziffer der Unfälle mit tödlichem Ausgang liegt, wie eine vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie im Jahr 2008 durchgeführte Untersuchung zeigte, sogar noch höher, da bei Kfz-Lenkern, die alleine tödlich verunglücken, keine Blutuntersuchungen durchgeführt werden. „Die genauere Analyse der Gerichtsakten von 1.059 Unfällen mit Getöteten der Jahre 2002 bis 2004 zeigte, dass bei neun Prozent die Hauptunfallursache Alkohol war. Auf sogar 12 Prozent steigt der Anteil, wenn man auch jene Unfälle betrachtet, bei denen der Lenker alkoholisiert war, aber ein anderer Umstand den Unfall ausgelöst hat, der bei Nüchternheit des Fahrers vielleicht nie zu einem Unfall geführt hätte“, weiß Dr. Othmar Thann, Direktor des KfV. Mit drei unterschiedlichen Motivanhängern auf den Schlossgold 6-er Trägern, die seit kurzem im Handel zu finden sind, wollen das KfV und Schlossgold zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Alkohol im Straßenverkehr motivieren. Neben Stickern finden sich auf den Neckhängern Informationen, die falsche Mythen über die Wirkungsweise von Alkohol im Körper aufklären sollen.

Alkohol trübt die Sinne
Mit steigendem Alkoholkonsum steigt auch der Grad der Selbstüberschätzung. Reaktions- und Konzentrationsfehler treten ab 0,8 Promille zwei- bis dreimal häufiger auf, als im nüchternen Zustand. Die Risikobereitschaft des Alkolenkers erhöht sich gleichzeitig um 80 Prozent. Neben der gesellschaftlichen Akzeptanz von Alkohol am Steuer ist ein weiterer Hemmschuh das mangelnde Wissen über die Wirkungsweise von Alkohol im Körper.

Mythos 1: Die Abbaurate von Alkohol kann beschleunigt werden
Nach wie vor glauben viele Österreicher, dass sie die Abbaurate von Alkohol beschleunigen können. Kaffeetrinken, fettes Essen, Schlaf etc. werden als Ausnüchterungshilfen angesehen. Doch egal welches „Hausmittel“ auch angewandt wird, die Abbaurate des Körpers kann nicht beeinflusst werden. Pro Stunde werden 0,1 bis 0,15 Promille Alkohol abgebaut. Nicht mehr und nicht weniger. Ein besonders gefährlicher Trugschluss ist, dass nach der Nachtruhe der Alkoholpegel wieder auf Null gesunken ist. Auch wenn man sich wieder fit fühlt, kann noch eine Restalkoholisierung mit den damit verbundenen Leistungsbeeinträchtigungen vorliegen.

Mythos 2: Kräftige Menschen vertragen mehr als schmächtigere Personen
„Gewichtigen“ Personen wird meist zugeschrieben, dass sie mehr vertragen als schlankere Menschen. Auch das kann ein Trugschluss sein, denn der Alkohol verteilt sich nur im Blut. Der Promillewert gibt an, wie viel Gramm Alkohol sich in 1.000 Gramm Blut im Köper befinden. Ausschlaggebend für den Promillewert ist daher die Blutmenge, über die sich der Alkohol verteilt. Was es jedoch zu bedenken gibt, ist, dass zwar der Promillewert berechnet werden kann, die Beeinträchtigung jedoch von vielen Faktoren abhängt, die sich ständig ändern. So haben Nikotin, Medikamente, körperliche Verfassung, seelische Verfassung oder Art und Menge der vor dem Alkoholkonsum verzehrten Speisen eine nicht berechenbare Auswirkung auf die Beeinträchtigung durch Alkohol. Es ist daher nicht sinnvoll, sich an eine Promillegrenze heran zu trinken.

Mythos 3: Der Promillewert kann beeinflusst werden
Aufbauend auf den beiden ersten Mythen wird vielfach angenommen, dass der Promillewert beeinflusst werden kann. Doch dieser hängt von mehreren zum größten Teil nicht-beeinflussbaren Faktoren ab: Von der Abbaugeschwindigkeit, von der Blutmenge auf die sich der konsumierte Alkohol verteilt sowie der konsumierten Alkoholmenge. Da die beiden ersten Faktoren wie bereits oben geschildert nicht beeinflusst werden können, hängt der Promillewert rein von der konsumierten Menge ab.
„Neben der Erhöhung der Verkehrsstrafen für und der stärkeren Überwachung von Alkoholdelikten, ist der Apell an die Eigenverantwortung ein wichtiges Element im Bemühen um mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen“, sagt Thann abschließend.