5 Regeln gegen Erkältung

Fit für den Viren-Dschungel?
DAK-Ärztin gibt fünf Tipps für einen schnupfenfreien Herbst

Pünktlich zum Herbstanfang schnieft und hustet Deutschland. Etwa jeder Zweite leidet ein- oder zweimal pro Saison unter einer Erkältung. Jeden Zwölften trifft es sogar drei- bis viermal.* Da hilft nur eins: Machen Sie sich fit für den „Viren-Dschungel“. DAK-Ärztin Dr. Waltraud Pfarrer zeigt, worauf es jetzt ankommt und was wirklich gegen Schniefnase und Co. schützt.

1. Hände waschen
Einfach aber effektiv: Waschen Sie sich so oft wie möglich die Hände – gründlich und mit Seife, um alle Viren loszuwerden. Achten Sie darauf, was Sie alles anfassen – im Bus, beim Einkaufen, in der U-Bahn. Sie haben gerade kein Waschbecken in der Nähe? Ein Erfrischungstuch tut es zwischendurch auch.

2. Trinken
Viren haben es schwer, wenn Sie viel Flüssigkeit zu sich nehmen und so die Schleimhäute feucht halten. Deshalb sind zwei Liter am Tag Pflicht – am besten Wasser oder Früchtetees. Damit Sie es nicht vergessen, erinnern Sie sich per Handy selbst daran, regelmäßig zu trinken. Ein Glas pro Stunde und Sie schaffen die zwei Liter locker. Für unterwegs: Eine 0,3 Liter Wasserflasche passt in jede Tasche.

3. Frische Luft
Sie haben keine Zeit für lange Spaziergänge? Kein Problem, lüften Sie regelmäßig Ihr Büro und Ihre Wohnung. Dabei das Fenster für etwa fünf bis zehn Minuten ganz aufmachen. Und: Jede Minute zählt. Nutzen Sie die Mittagspause, um einen Gang um den Häuserblock zu machen. Sie tanken nicht nur frische Luft, sondern nehmen zusätzlich Tageslicht auf.

4. Obst und Gemüse
Vitamine stärken die Abwehrkräfte. „Fünf am Tag“ ist ideal und kennt mittlerweile jedes Kind. Hört sich viel an? Ist es aber gar nicht: Morgens ein Glas Orangensaft, zwischendurch eine Banane, mittags eine Salatbeilage, dann einen Erdbeerjoghurt und zum Abendessen Gemüse.

5. Heiß und kalte Saunagänge sind super, um den Körper fit für die kalte Jahreszeit zu machen. Leider fehlt vielen dafür die Zeit. Eine gute und schnelle Alternative: Wechselduschen, am besten dreimal pro Woche. Dabei ist das „Wie“ entscheidend: Starten Sie mit warmen Wasser, danach kalt und zwar vom rechten Fuß aufsteigend bis zur Hüfte, vom linken Fuß bis zur Hüfte, linke Hand bis zur Schulter, rechte Hand bis zur Schulter, zum Schluss Bauch und Rücken kurz „abschrecken“, insgesamt dreimal warm und dreimal kalt im Wechsel.

Impfung – ja oder nein?
Gegen eine Erkältung gibt es keine Impfung, nur gegen Grippe. Sie ist eine durch bestimmte Influenzaviren ausgelöste Infektionskrankheit der Luftwege und kommt – anders als die Erkältung – ganz plötzlich mit hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost. Auch wenn sie nicht gegen eine Erkältung schützt: eine Grippeimpfung macht Sinn, vor allem für Ältere, chronisch Kranke oder Menschen, die beruflich viel mit anderen in Kontakt stehen.

*Repräsentative Bevölkerungsumfrage durch Forsa unter 1000 Männern und Frauen ab 18 Jahren (9/08).

Heisse Getränke gegen Erkältungssymptome

Neues aus der Ernährungsforschung

Im Kampf gegen Grippe und Erkältung ist die Aufnahme von Flüssigkeit wichtig. Heisse
Getränke helfen zur Linderung von Erkältungssymptomen.
Heisse Getränke helfen besser gegen die Symptome einer Erkältung als kalte. Diese alte Weisheit wurde nun erstmals durch eine Studie bestätigt, wie die Société Suisse de Nutrition heute mitteilte. Im Dezember 08 wurden die Ergebnisse
im Clinical Journal Rhinology publiziert. Dabei erhielten 30 erkältete Personen am
„Common Cold Centre“ der englischen Cardiff Universität verschiedene Fruchtsirupe, die sie
heiss oder kühl tranken. Gemäss dieser neuen Studie kann heisser Fruchtsirup sehr schnell
und effektiv helfen, die Symptome einer Erkältung oder einer Grippe wie eine laufende Nase,
Halsschmerzen, Niesen, Husten und Müdigkeit zu lindern.

Erstaunlicherweise sei dies die erste Studie, die den Benefit von heissen Getränken auf die
Linderung von Erkältungssymptomen untersuchte, meint Professor Ron Eccles, Direktor des
Zentrums.
Damit steht eine wissenschaftlich gesicherte, kostengünstige und effektive Methode zur
Verfügung, um die unangenehmen Erkältungssymptome zu lindern.

Vitamin C stoppt Erkältungen nicht

Die tägliche Dosis Vitamin C
wird die meisten Menschen nicht vor den lästigen Erkältungskrankheiten
schützen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie mit insgesamt 11.350
Probanden. Eine weitere Tatsache: Selbst Dosen von 200 Milligramm
Vitamin C verkürzen die Länge einer Erkältung nicht, berichtet
BBC-Online. Einzige Ausnahme stellen Personen mit erhöhtem Stress dar.
Sie können das Erkältungsrisiko um die Hälfte verringern, wenn sie die
tägliche Dosis des Vitamins einnehmen.

Das Forscherteam der Australian National University
http://www.anu.edu.au und der Universität Helsinki
http://www.helsinki.fi/university kommt nach Auswertung von insgesamt 30
Einzelstudien zum Schluss, dass die Vorteile von Vitamin C derart
geringfügig wären, dass es sich nicht auszahle, es zu konsumieren. Die
Forscher geben zwar zu, dass es bei Erwachsenen die Dauer einer
Erkältung um acht Prozent und bei Kindern um 13,6 Prozent verkürzen
kann. Dieser Vorteil sei allerdings nur sehr klein. "Es macht keinen
Sinn 365 Tage Vitamin C einzunehmen, um das Risiko einer Erkältung zu
vermindern", erklärt Studienautor Harri Hemilä im Fachmagazin Cochrane
Library http://www.cochrane.org . Gerechtfertigt werde dies höchstens
bei jenen, die extremer Kälte ausgeliefert sind, oder jenen, die
physischen Stress haben.

Die meisten Experten verlassen sich bisher auf das Ergebnis einer
einzigen Studie, wonach sehr große Dosen von Vitamin C am Anfang einer
Erkältung genommen, positive Effekte habe. Dieses Ergebnis müsse erneut
nachgeprüft werden, fordern die Forscher. Der Nobelpreisträger für
Chemie, Linus Pauling, hatte in den 1970er Jahren dazu aufgefordert
täglich 1.000 Milligramm Vitamin C zu sich zu nehmen, um
Erkältungskrankheiten zu vermeiden. Seit den damaligen Studien ist die
Wirkung des Vitamins auf Erkältungen allerdings kontroversiell
geblieben.

"Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die Österreichische
Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), die Schweizerische Gesellschaft für
Ernährungsforschung (SGE) sowie die Schweizerische Vereinigung für
Ernährung (SVE) haben sich zum ersten Mal auf gemeinsame Referenzwerte
für die Nährstoffzufuhr geeinigt", so Alexandra Hofer, Geschäftsführerin
der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) http://www.oege.at . "Dieser Wert beträgt für Vitamin C für
Erwachsene zwischen 25 und 51 Jahren 100 Milligramm täglich. Für Raucher
gilt ein täglicher Wert von 150 Milligramm." Generell sei die Vitamin C
Versorgung in Mitteleuropa gut. Bei der Aufnahme von verschiedenen
Nährstoffen gebe es weltweit keinen Konsens. "Dieser besteht lediglich
bei den Mindestwerten", erklärt Hofer. (Wolfgang Weitlaner )

Küssen bei Erkältung ungefährlich!

Erkältung: Küssen erlaubt – Erkältungsviren haben im Mund schlechte Überlebenschancen

Von den Händen an die Nase und in die Augen –
das sind die Hauptwege, über die Erkältungsviren uns anstecken.
„Gelangen die Viren dagegen in den Mund, bleibt das meist folgenlos“,
erklärt der britische Professor Ronald Eccles vom „Zentrum für
Erkältung“ in Cardiff im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“. Seine
tröstliche Folgerung: „Küssen ist bei Erkältung also erlaubt.“ Die
Hände spielen bei der Weitergabe von Krankheitserregern eine
Hauptrolle. Händewaschen ist deshalb gerade zu Zeiten, in denen
Erkältungen umgehen, eine der wichtigen Vorbeugemaßnahmen.