"Versteckte Tiere" in verarbeiteten Lebensmitteln

Schweineschmalz in Brezeln, Scharlach-Schildläuse in Marmelade und Käse mit Lab aus Kalbsmagen – in vielen Lebensmitteln sind tierische Produkte enthalten oder werden vorübergehend bei der Herstellung eingesetzt. Häufig sind diese jedoch nicht sichtbar auf der Verpackung gekennzeichnet. Der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) fordert eine klare Kennzeichnungsregelung (Hier an der E-Mail Aktion teilnehmen).

In der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung sind im Rahmen allgemeiner Anforderungen an Lebensmittel auch die Vorgaben für eine korrekte Kennzeichnung beschrieben. Alle Angaben müssen den Tatsachen entsprechen und dürfen den Konsument nicht täuschen. Trotzdem sind in zahlreichen verarbeiteten Lebensmitteln Zutaten tierischen Ursprungs enthalten, die für den Verbraucher auf den ersten Blick nicht erkennbar auf der Verpackung gekennzeichnet sind.
Auch die Stoffe, die vorübergehend bei der Herstellung eines Lebensmittels eingesetzt und anschließend wieder entfernt werden, werden nicht deklariert. Für einige Getränke wie Bier, Wein und Fruchtsäfte können beispielsweise Klärungsmittel zum Einsatz kommen. Wird dafür Hühnereiweiß verwendet, so muss dieses als allergene Zutat im Zutatenverzeichnis aufgeführt werden. Gelatine, aus Rinder- und Schweineknochen, muss dagegen nicht genannt werden.
Zudem sind die Begriffe „vegetarisch“ und „vegan“ rechtlich bisher nicht genau definiert. „Ohne eine genaue Definitionen kommt es immer wieder zu Fehldeklarationen“, sagt VEBU-Geschäftsführer Sebastian Zösch. Um Transparenz und Entscheidungsfreiheit für den Verbraucher zu schaffen, ruft der VEBU gemeinsam mit foodwatch die Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) zu einer gesetzlichen Klarstellung auf.

1. Wo Zutaten oder Verarbeitungshilfsstoffe tierischen Ursprungs eingesetzt werden, muss dies deutlich erkennbar sein. Das gilt auch für tierische Bestandteile in Aromen, Zusatzstoffen und technischen Hilfsstoffen, die während des Produktionsprozesses zum Einsatz kommen. Ebenso wie bei allergenen Stoffen bereits vorgeschrieben, soll die Kennzeichnung für jegliche Stoffe tierischen Ursprungs vorgeschrieben sein. Wer aus gesundheitlichen, ethischen oder religiösen Gründen teilweise oder vollständig auf Produkte tierischen Ursprungs verzichten möchte, muss die Möglichkeit haben, diese auf der Verpackung erkennen zu können.

2. Die Begriffe „vegan“ und „vegetarisch“ müssen rechtlich definiert werden. Die im Rahmen der neuen EU-Lebensmittelinformationsverordnung vorgeschlagenen Definitionen sollten hierbei als Grundlage dienen. Die Bundesregierung soll sich dafür einsetzen, dass die vom Europaparlament bereits bestätigten Definitionen auch von der EU-Kommission und vom Rat der EU in die endgültige Fassung der Lebensmittelinformationsverordnung aufgenommen und auf nationaler Ebene schnellstmöglich umgesetzt werden. Diese Definitionen sind auch im Einklang mit den Empfehlungen des Vegetarierbundes und der European Vegetarian Union mit ihren europaweit 45 Mitgliedsorganisationen.

Umsatzsteuer-Urteil des BFH

Per E-Mail hat sich der PARTY SERVICE BUND DEUTSCHLAND e.V. an das
Bundesfinanzministerium und die für Steuerfragen zuständigen
Bundestagsabgeordneten aus den einzelnen Fraktionen gewandt. „Wir brauchen
dringend Klarheit“, schreibt Bundesgeschäftsführer Wolfgang Finken darin.

Finken zielt auf das jüngste Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) zur
Umsatzbesteuerung eines Partyservice-Betriebes ab. Das Gericht hatte die
Messlatte für einen ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent deutlich
erhöht. Denn der gilt nur noch für einfache, standardisiert zubereitete
Speisen.

Allerdings sieht Wolfgang Finken Grund zur Klage: „Die genauen Einzelheiten
stehen nicht fest. Deshalb sind sowohl viele unserer Mitglieder als auch
zahlreiche Steuerberater, zu denen wir in Kontakt stehen, äußerst ratlos und
irritiert.“ Aus Sicht des Partyservice-Bundes Deutschland fehlen eindeutige
Definitionen von Begrifflichkeiten wie vor allem den „einfachen,
standardisiert zubereiten Speisen“. Der Bundesgeschäftsführer fragt: „Wo
fängt einfach, standardisiert Zubereitetes an und wo hört es auf? Wer zieht
an welcher Stelle die Grenzen?“

Die aktuellen E-Mails hat der PARTY SERVICE BUND DEUTSCHLAND genutzt, um
auch noch einmal zu unterstreichen, dass er einen ermäßigten
Umsatzsteuersatz von sieben Prozent für Speisen generell begrüßen würde.
Damit befindet er sich auf einer Wellenlänge mit dem Deutschen Hotel- und
Gaststättenverband.

Weltweite Inventur der Wälder

Fernerkundung gibt Aufschluss über Zustand der Forste

Um globale Veränderungen im Waldbestand
der Erde genau zu erfassen, ist das Programm „Global Observation of
Forest Cover – Global Observation of Land Dynamics“ (GOFC-GOLD)
http://www.gofc-gold.uni-jena.de ins Leben gerufen worden. Das zum
Großteil von der europäischen Raumfahrtbehörde ESA finanzierte
europäische Projektbüro ist seit Anfang 2004 an der Universität Jena
angesiedelt. Hier werden die Daten erfasst und ausgewertet.

Für die Experten ist alleine die Frage nach der Definition des Waldes
eine sehr vielfältige. „Je nach Klimazone, Artenvielfalt und Zustand der
Bäume bzw. der Waldnutzung gibt es weltweit mehr als 300 Definitionen
von Wald“, so Martin Herold, Experte für Fernerkundung von der
Universität Jena http://www.uni-jena.de . Bis
heute meinen Europäer, Amerikaner oder Asiaten etwas völlig anderes,
wenn sie von Wald sprechen. „Diese Unterschiede spiegeln sich auch in
den länderspezifischen Karten und nationalen Forstinventuren wider. Uns
geht es darum, eine gemeinsame Sprache zu finden, die eine globale,
konsistente Abdeckung ermöglicht“, erklärt Herold. Gemeinsame
Definitionen seien nämlich Voraussetzung, um globale Veränderungen der
Bestände zu erfassen. „Diese einheitliche Grundlage innerhalb der
internationalen Wissenschafts- und Anwendergemeinde zu entwickeln und
mit Hilfe von Satellitendaten umzusetzen, das ist eines der Ziele, mit
denen Fernerkundungsexperten und Raumfahrtbehörden beim GOFC-GOLD
beschäftigt sind.“ Das sei das erste Mal, dass Fernerkundung global
eingesetzt werde.

Eines der bisher schon relativ gut kartografierten Länder ist Brasilien,
das über ein eigenes Erkundungssystem verfüge. „Allerdings sind andere
Staaten in den Tropen bisher nur sehr schlecht erfasst worden“, so
Herold. Als eine der global problematischsten Region bezeichnet der
Experte Südostasien. Hier sei bereits ein Großteil der Primärwälder
abgeholzt. Plantagen oder andere Wälder sind an dessen Stelle getreten.
„Mit den neuen Systemen kann man auch die jeweilige Degradation der
Wälder feststellen, um bestimmte Entwaldungsmuster abzulesen“, erklärt
der Forscher. Das gelte nicht nur für tropische Regenwälder sondern auch
für boreale Wälder. Durch eine hohe zeitliche Auflösung verbunden mit
einer hohen räumlichen Auflösung lassen sich solche Hotspots
identifizieren.“

„Eine der ersten Aufgaben ist die Erstellung neuer und besserer
Weltkarten, die unter anderem im Rahmen des GLOBCOVER-Projektes der ESA
hergestellt werden“, erklärt Herold. Ab 2010 werden alle fünf Jahre von
der FAO Daten über den weltweiten Waldbestand veröffentlicht. Dabei
werden erstmals weltweit Satellitendaten im großen Stile genutzt. Wolfgang Weitlaner