Linsen: Warenkunde

Die kleinste aller Hülsenfrüchte ist so etwas wie das
Aschenputtel unter ihren Verwandten, den Bohnen, Erbsen und Lupinen
dieser Welt. Sie kommt meist in einem unauffälligen Braun daher,
gedeiht am besten auf kargen, trockenen Böden und wächst trotz ihrer
bescheidenen Größe von maximal 50 Zentimetern selten wirklich
aufrecht. Bei Regen und Wind geht sie schnell zu Boden. Deshalb gönnt
man ihr beim Anbau auch meist eine stützende Kultur wie Hafer oder
Gerste, an der sich die Linsenpflanze mit den Ranken am Ende ihrer
feingegliederten Fiederblättchen festhalten kann.

Leider setzt sich die Bescheidenheit der Linse auch bei den Erträgen
fort. Mit mehr als 200 bis 1.000 Kilogramm pro Hektar kann man beim
Anbau nicht rechnen, wohl aber mit sehr großen jährlichen
Ertragsschwankungen. Deshalb sieht man die zarten Linsenpflanzen auf
deutschen Äckern auch nur höchst selten.

Doch wie im Märchen ist die bescheiden auftretende Linse eigentlich
ein echter Star unter den Leguminosen. Denn ihren wahren Wert hat der
Mensch schon vor über 9.000 Jahren erkannt. Im heutigen Griechenland
wurde sie zu dieser Zeit bereits gezielt angebaut, was sie zu einer
der ältesten Kulturpflanzen überhaupt macht. Und von wegen
unauffälliges Braun, die Linse kann auch ganz anders. Es gibt sie in
strahlendem rot, gelb oder grün, die schwarze Belugalinse sieht sogar
edelstem Kaviar zum Verwechseln ähnlich. Allein in Indien, wo die
Linse bereits seit Jahrtausenden hoch im Kurs steht, kann man aus
über 50 verschiedenen Sorten auswählen.

Auch die inneren Werte des vermeintlichen Aschenputtels überzeugen.
Mit einem Eiweißgehalt von bis zu 30 Prozent ist sie nach der
Sojabohne der beste Proteinlieferant unter den Hülsenfrüchten. Zudem
ist sie nahezu fettfrei und enthält stattdessen viele Ballaststoffe,
die in Verbindung mit den ebenfalls reichlich enthaltenen
Kohlenhydraten für eine angenehme, langanhaltende Sättigung sorgen.
Glaubt man kanadischen Studien, ist eine Linsenmahlzeit deshalb vor
sportlichen Wettkämpfen sogar besser für die Ausdauerleistung als
die üblicherweise empfohlenen Nudeln oder Kartoffeln.

Bleibt die Frage, ob man die Linse besser geschält oder ungeschält
genießt. Denn wie so oft stecken in der Schale die meisten
Nährstoffe und vor allem der Geschmack, weshalb die kleineren Sorten
mit hohem Schalenanteil oft aromatischer schmecken. Auf der anderen
Seite sind geschälte Linsen leichter verdaulich. Das macht sie für
Menschen mit empfindlicher Verdauung attraktiv.

Noch schwerer zu beantworten ist aber die Frage, wie man die Linse
genießen möchte: auf schwäbische Art mit Spätzle, scharf als
indisches Dal oder türkisch pikant als Linsensuppe. Märchenhafte
Geschmackserlebnisse sind auf jeden Fall nicht ausgeschlossen.
Jürgen Beckhoff, www.aid.de/

Topinambur

Topinambur – die Kartoffel der Indianer

Topinambur ist ein kartoffelähnliches Wurzelgemüse mit einem nussigen Aroma. Die edle Knolle schmeckt roh und geraspelt in einem winterlichen Salat mit Fenchel und grünem Apfel. Mit einem Schuss Zitronensaft wird sie an der Luft nicht braun. Erst durch das Garen entsteht der fein-süßliche Geschmack, der in Suppen, Soßen und Pürees besonders gut zur Geltung kommt. Für eine köstliche Suppe werden die Knollen mit Knoblauch und Schalotten angeschwitzt, mit Weißwein abgelöscht und Gemüsefond aufgefüllt. Die Wurzeln vorsichtig weich garen, Sahne zugeben, fein pürieren und mit Koriandersamen würzen. Die Topinambur lässt sich auch gut im Wok anbraten oder wie Kartoffeln kochen und als Beilage zu Fleisch und Fisch servieren.
Vor der Zubereitung muss die Knolle sorgfältig unter fließendem Wasser gereinigt und mit einer Gemüsebürste von Erde befreit werden. Die Schale ist essbar, wird aber häufig entfernt.

Topinambur ist nicht nur schmackhaft, sondern auch sehr gesund. Sie besteht zu 80 Prozent aus Wasser und enthält daher nur 31 kcal pro 100 g. Dennoch ist sie durch den hohen Ballaststoffgehalt (12 g) sehr sättigend. Der enthaltene Ballaststoff Inulin ist für Diabetiker gut geeignet, da er sich kaum auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Weitere positive Inhaltsstoffe sind B-Vitamine sowie Mineralstoffe wie Kalium (480 mg) und Eisen (3,7 mg).

Topinambur ( Helianthus tuberosus ) ist eine bis zu zwei Meter hohe Staude aus der Familie der Korbblüter und mit der Sonnenblume verwandt. Sie bildet unterirdisch kartoffelgroße Knollen mit einer bräunlich-violetten Schale und cremefarbenem Fleisch, die optisch an Ingwer erinnern. Das Wurzelgemüse ist nach einem indigenen Volk Nordamerikas benannt. Im 17. Jahrhundert kam die Knolle mit den Seefahrern nach Europa und wurde als Gemüse und Viehfutter verwendet, bis die Kartoffel sie verdrängte.

Topinambur ist in gut sortierten Supermärkten, Bioläden und auf dem Wochenmarkt erhältlich, lässt sich aber auch problemlos im eigenen Garten anbauen. Nur feste Knollen mit einer unversehrten, glänzenden Schale gehören in den Einkaufskorb. Sie sind leicht verderblich und sollten daher rasch verarbeitet werden. Im Kühlschrank halten sie sich nur wenige Tage.
Heike Kreutz, www.aid.de

Die Finalisten des Rudolf Achenbach Preises 2014

Alle neun Teilnehmer fürs Finale im Juni stehen fest: Florian Peter, Julia Bertsch, Jan Semmelhack, Hannah Kempf, Hella Eggers, Philipp Weichlein, Alexander Kasten, Sarah Braun und Linda Vogt

Neun Wettkämpfe in nur zwei Monaten – bei den VKD-Landesverbänden liefen die Vorentscheide zum Finale des 40. Rudolf Achenbach Preises in den letzten Wochen auf Hochtouren. Fünf weibliche und vier männliche Auszubildende des letzten Lehrjahres aus Hotellerie und Betriebsgastronomie haben sich für das große Finale am 13./14. Juni in Frankfurt qualifiziert.

Und dieses wird unter den Augen einer sechsköpfigen Fachjury im Best Western Premier IB-Hotel Friedberger Warte ausgetragen. Mit dabei sind unter anderem Harald Wohlfahrt, Drei-Sterne-Koch in der Schwarzwaldstube im Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn und Klaus Böhler, Träger der VKDEhrennadel in Gold und langjähriger Küchendirektor des Sheraton Frankfurt Airport Hotel & Conference Center, dem Gastgeber der festlichen Siegerehrung.

„Es wird spannend, denn alle neun Nachwuchstalente haben sich schon in den Vorentscheiden in Topform präsentiert. Aber die Gegenwart von Spitzenköchen wird im Finale zusätzlicher Ansporn sein, diese Leistungen noch zu steigern,“ so Katrin Moos-Achenbach, Enkelin des Firmengründers und in dritter Generation verantwortlich für die Durchführung des Branchenwettbewerbs.

In der 60-jährigen Unternehmensgeschichte findet der Nachwuchswettbewerb der weißen Brigade zum 40. Mal in Folge statt. Seit 1975 ist die Achenbach Delikatessen Manufaktur finanzieller Träger des Bundesjugendwettbewerbs des Verbands der Köche Deutschlands e.V. (VKD). In diesem ältesten, vom Firmengründer Rudolf Achenbach initiierten und nach strengen Statuten durchgeführten Wettbewerb haben weit über 35.000 junge Menschen ihr Können unter Beweis gestellt.

Die Finalisten des Rudolf Achenbach Preises 2014

Landesverband

Finalist/in

Betrieb

Verein

Berlin-Brandenburg

Florian Peter

Hilton Hotel Berlin, Berlin

Verein der Köche Hauptstadt Berlin e.V.

 

Niedersachsen

Julia Bertsch

Hotel Seesteg, Norderney

Köcheverein « Nynorderoog » Norderney e.V.

Nordrhein-Westfalen

Jan Semmelhack

Kameha Grand Bonn, Bonn

Club der Köche Bonn/Rhein-Sieg e.V.

West

Hannah Kempf

BASF Ludwigshafen

Zweigvereine der Köche von Koblenz und Umgebung e.V.

Nord

Hella Eggers

Hotel Louis C. Jacob, Hamburg

Kochclub « Gastronom » Hamburg e.V.

Bayern

Philipp Weichlein

Siemens Gästecasino L Àrôme, Erlangen

Verein Nürnberger Köche e.V.

Mitteldeutschland

Alexander Kasten

SR-Hotels GmbH

Verein Zwickauer Köche e.V.

Hessen

Sarah Braun

Hotel Goldener Karpfen, Fulda

Zweigverein der Köche Fulda e.V.

Baden-Württemberg

Linda Vogt

Burg Staufeneck, Salach

Kochverein Göppingen e.V.

http://www.achenbach.com/rudolf-achenbach-preis/der-wettbewerb

Rezept von Cornelia Poletto

Schweinische Rouladen mit Birnen-Bohnen-Specksalat

Zutaten für 4 Personen:
500 g grüne Bohnen oder verschiedene Bohnensorten (grüne Bohnen, Schneidebohnen, Wachsbohnen)
8 dünne Schweineschnitzel
8 dünne Scheiben Lardo di Colonnata (ital. fetter Speck, oder je 4 Scheiben Lardo und Pancetta)
8 Scheiben Tiroler Speck
3 rote Zwiebeln
1 EL Schweineschmalz
2 TL Dijonsenf
250 ml Cidre Poiré (Birnen-Cidre) oder trockener Cidre (Apfelwein)
4 EL Rapsöl oder Traubenkernöl
2 Birnen
2-3 EL Apfelessig
2 EL kalte Butter (nach Belieben)
Fleur de sel
Meersalz
einige Zweige Bohnenkraut
einige Zweige Majoran
Pfeffer aus der Mühle

1. Die Bohnen putzen und in kräftig gesalzenem, kochenden Wasser 10-15 Minuten bissfest garen. Bei Verwendung verschiedener Bohnensorten zuerst die Schneidebohnen ins kochende Wasser geben, grüne und Wachsbohnen etwa 2 Minuten später hinzufügen). Bohnen abgießen, in eiskaltem Wasser abschrecken und abtropfen lassen.

2. Die Schnitzel eventuell mit einem Plattiereisen oder Stieltopf zwischen Gefriebeuteln noch etwas flacher klopfen. Jeweils mit einer Scheibe Lardo belegen (oder 4 Schnitzel mit Lardo und 4 Schnitzel mit Pancetta belegen).

3. Den Tiroler Speck in Streifen schneiden. Die Zwiebeln schälen. Eine Zwiebel beiseite legen, den Rest fein würfeln. In einer Pfanne 1 TL Schmalz erhitzen. Die Hälfte der Speckstreifen darin anbraten.
Die Zwiebelwürfel hinzufügen und glasig andünsten. Majoranblättchen abzupfen, zugeben und kurz mitdünsten. Zwiebelmischung in eine Schüssel geben, den Senf unterrühren, die Mischung mit Salz und Pfeffer abschmecken und auf den Schnitzeln verteilen. Aufrollen und mit Holzspießchen zustecken.

4. Den Backofen auf 140 °C vorheizen. Das restliche Schmalz in einer backofenfesten Pfanne erhitzen. Die Schnitzelröllchen darin ringsherum schön braun anbraten. Mit Cidre ablöschen, etwas einkochen lassen. Zugedeckt in den Backofen stellen und etwa 15 Minuten garen.

5. Die restlichen Speckstreifen in 1 EL Öl anbraten. Die restliche Zwiebel halbieren und quer in dünne Scheiben schneiden. Zum Speck geben und glasig andünsten.

6. Die Bohnen in mundgerechte Stücke schneiden und in eine Schüssel geben. Salzen und pfeffern. Bohnenkrautblättchen abzupfen und zugeben. Die Birnen schälen und in Spalten schneiden, dabei das Kerngehäuse entfernen. Birnen und Speckmischung zu den Bohnen heben. 2 EL Essig und das restliche Öl unterheben. Salat mit Essig, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Schweinefleisch-Röllchen schräg halbieren, mit Fleur de sel und Pfeffer würzen und mit dem Birnen-Bohnen-Specksalat anrichten. Soße nach Belieben noch etwas einkochen lassen, mit kalter Butter binden und darüber träufeln.

Tipps:
Durch die Zugabe von etwas Speisenatron zum Bohnen-Kochwasser bleiben die Bohnen besonders schön grün.
Birnen- oder Apfelstücke werden nicht braun, wenn man sie nach dem Schneiden in Zitronenwasser legt.

Petra Braun-Lichter

Gourmetkochkurs – „dry-aged“ Rindersteak – am Knochen gereift

Nach alter, traditioneller Handwerkskunst reift das Fleisch des Weiderindes am Knochen auf den Punkt. Bei diesem Verfahren zersetzt sich das Muskelfleich durch fleischeigene Enzyme. Dank der dicken, eingetrockneten äußeren Fettschicht, welche vor der Zubereitung entfernt wird, geht dem Fleisch dabei keine Feuchtigkeit verloren. Am Ende kommt ein schmackhaftes und sehr zartes Fleisch heraus. Ca 4 Wochen lang reift Ihr Steak am Knochen, und hat es da nicht verdient excellent zubereitet zu werden?

Die optimale Zubereitungsweise und das dazugehörige Handwerkszeug lernen Sie in diesem Kochkurs unter der Leitung von Frau Petra Braun-Lichter kennen. Kommen Sie mit zu einer kleinen Gewürzreise! Zu guter Letzt fehlt noch der passende Wein zu Ihrem Fleisch und nun steht dem unbeschwerten Genuss nichts mehr im Weg!

Wegen großer Nachfrage neuer Termin 25.05.
Weitere Infomationen gerne telefonisch bei Frau Braun-Lichter Tel. Nr. 0911-51922790
www.gourmetkoechin.de

Alexander Braun

Der GastroGuide Euregio, der jährlich erscheinende kulinarische Führer durch die Euregio Maas-Rhein, präsentiert ein Kochevent mit einem aufstrebenden Koch aus der Euregio: Am Mittwoch, dem 25. Januar 2012 wird der bekannte Cuisinier Alexander Braun von 11 bis 13 Uhr im Le Creuset-Shop in Maasmechelen Village einen Einblick in seine Kochkunst geben.

Alexander Braun vom Restaurant „Duo im Rotterwäldchen“ aus Eupen (Ostbelgien) zeigt beim Show-Kochen im Le Creuset-Shop wie er die Mini-Cocottes, den Wasserkocher Zen und andere Gusseisen-Produkte der französischen Edelmarke einsetzt, um raffinierte Gerichte zu zaubern.

Die Besucher des Maasmechelen Village sowie Pressevertreter aus der Euregio Maas-Rhein sind herzlich eingeladen, bei diesem Event die Rezepte und Tricks des Meisterkochs kennen zu lernen und die Gerichte zu kosten.

Mit ihrem Restaurant „Duo im Rotterwäldchen“ haben sich Alexander Braun und Sandrine van Genechten innerhalb kürzester Zeit einen Namen gemacht: Nach Stationen unter anderem im Le Postay und im Ambassador Hotel Bosten haben sich die beiden Anfang 2011 selbständig gemacht und mit ihrer frischen, französisch geprägten Küche schnell einen begeisterten Kundenstamm gefunden.

25. Januar 2012
11 – 13 Uhr
Show-Kochen mit Alexander Braun vom Restaurant DUO
Le Creuset Shop, Maasmechelen Village, Zetellaan 100, B-3630 Maasmechelen
www.maasmechelenvillage.com
www.lecreuset.de
www.duo-restaurant.be

Von Rüben und Knollen – Wurzelgemüse für die feine Winterküche

Wer sagt, dass der Winter keine große Gemüseauswahl zu bieten hat? Die „kühlen“ Arten stellen sich in der Gemüsetheke nicht so knallig in den Vordergrund wie ihre Sommerverwandten. Doch wer genau hinschaut, entdeckt eine Vielzahl interessanter Wintersorten. Und für Umwelt und Gesundheit ist es allemal besser, auf saisonale heimische Varianten zu setzen als auf weit gereistes Importgemüse.
Ein Schattendasein führen zu Unrecht die Wurzelgemüse. Unter diesem Begriff werden küchensprachlich alle Gemüsearten genannt, die botanisch als Rüben gelten, also unter der Erde wachsen. Dazu gehören zum Beispiel Knollensellerie, Schwarzwurzeln, Steckrüben, Karotten oder rote Beete. Einige von ihnen schmecken süßlich wie die Pastinake, andere wiederum scharf wie der Rettich. Hier eine kleine Auswahl der winterlichen Wurzelgemüse und ihrer Verwendungsmöglichkeiten:

Knollensellerie – Solist und Teamspieler
Sein typisches Aroma verdankt der Knollensellerie dem hohen Anteil an ätherischen Ölen, die ihm auch eine Stoffwechsel anregende Wirkung verleihen. Außerdem ist die würzige Knolle reich an Mineralstoffen wie Kalium, Magnesium und Eisen sowie den Vitaminen C, E und B3.
Viele kennen Knollensellerie als Bestandteil des Suppengrüns. Dann gibt er Brühen, Eintöpfen oder Schmorgerichten die nötige Würze. Doch auch als Solist macht er eine gute Figur, zum Beispiel püriert als Alternative zu Kartoffelpüree. Vegetarier freuen sich sicherlich über Sellerieschnitzel. Dazu wird die geschälte Knolle in Scheiben geschnitten, kurz blanchiert und dann pur oder mit Panade in heißem Öl angebraten.
Ein leckeres Gespann sind Sellerie und Äpfel, denn die süßen Früchte ergänzen die würzigen Aromen der Knolle optimal. Daher sind beide auch wichtigster Bestandteil des berühmten Waldorfsalates. Doch auch andere Obstsorten wie die Birne sind gute Partner. Wie wäre es mal mit einer Sellerie-Birnen-Cremesuppe?

Pastinake – macht nicht nur Kinder froh
In den letzten Jahren ist die Pastinake, auch Germanenwurzel genannt, wegen ihres niedrigen Nitratgehalts und Allergiepotenzials als Babybrei zur Renaissance gelangt. Doch was für die Kleinen gut ist, kann auch für die Großen nicht schlecht sein. In der Tat haben die weißen Rüben im Vergleich zu Karotten einen viermal so hohen Gehalt an Fasern, Kalium, Eiweiß und Vitamin C. Geschmacklich erinnern sie an Petersilienwurzeln, sind aber milder.
Wie der Knollensellerie lässt sich die Pastinake in der Küche zu Cremesuppen, Pürees oder gerieben als Salat zubereiten. Nach dem Kauf sollten die Blätter nicht weggeworfen werden. Sie können wie Petersilie als Würzkraut verwendet werden.

Schwarzwurzel – etwas Arbeit, aber großer Genuss
Schwarzwurzeln werden auch Winterspargel oder Spargel des kleinen Mannes genannt. Außer ihrem Aussehen in geschältem Zustand haben die länglichen Wurzeln des Korbblüters aber nichts mit Spargel gemein. Geerntet werden sie von Oktober bis April, denn dank ihrer Frosthärte können sie auf dem Feld überwintern.
In der Zubereitung sind sie relativ aufwändig, doch wer sich die Mühe macht, wird mit einem süßlich-nussigen Geschmack belohnt.
Die Wurzeln werden zuerst gewaschen, von allen Erdresten befreit, dann mit einem Sparschäler geschält und sofort in Wasser mit Zitronensaft oder Essig gelegt. Dabei sollte man Handschuhe und eine Schürze tragen, denn die Wurzeln sind von kleinen Kanälen mit einem milchigen Saft durchzogen, der bei Luftkontakt braun wird und zu Verfärbungen an Haut und Kleidung führen kann.
Danach werden die Schwarzwurzeln in Salzwasser gekocht. Damit sie dabei nicht braun werden, kann auch etwas Mehl ins Kochwasser gerührt werden, das die Oxidation verhindert. Bereits jetzt schmecken sie als Gemüsebeilage zu Fleischgerichten. Sie lassen sich aber auch gekocht und paniert prima anbraten oder als Ragout mit einer hellen Sahnesauce zubereiten.
Doch nicht nur wegen ihrer geschmacklichen Vorzüge sollten Schwarzwurzeln im Winter regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Wegen ihres hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalts gehören sie zu den wertvollsten Gemüsen überhaupt. Sie enthalten Provitamin A, Vitamin B1, B2 und B3, C und E, sehr viel Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphor, Eisen und außerdem Glycoside, Asparagin und Allantoin. Letzteres wird wegen seiner wundheilenden, zellerneuernden und desinfizierenden Wirkung gern in Salben verarbeitet. Auch der Milchsaft hat eine gute Eigenschaft. Er enthält viel Inulin, einen Zucker, der für Diabetiker besonders bekömmlich ist und weitere Bestandteile, die am Abend beruhigend, entspannend und einschläfernd wirken.

Deutschlands Kuh(l)tourlandschaft

Ein Land, viele Rassen, noch mehr Kühe

Rot, gelb, braun, gefleckt oder bunt – vom tiefsten Süden bis in den hohen Norden leben in Deutschland etwa 4,2 Millionen Milchkühe, die täglich zwischen 15 und 40 Liter des köstlich-weißen Rohstoffs geben. In Bayern sind vor allem Zweinutzungsrinder beheimatet, die zum einen Milch geben und zum anderen der Fleischerzeugung dienen. Am weitesten verbreitet ist das Fleckvieh mit einer durchschnittlichen Milchleistung von 6.550 Litern pro Jahr, gefolgt vom Braunvieh. Die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft kennt alle in Deutschland vertretenen Milchkuh-Rassen ganz genau. Unter der Rubrik „Aus dem Milchland“ auf www.milchland-bayern.de erfahren sie welche Grande Dame in Bayern zu Hause ist und was sie auszeichnet.

In Süddeutschland wird die Milchkuh-Beliebtheitsskala klar und deutlich vom weitverbreiteten Fleckvieh angeführt. Die robuste Kuh mit dem braun-weiß gefleckten Fell ist bei den Landwirten der Region besonders aufgrund ihrer guten Milchleistung von durchschnittlich 6.550 Litern pro Jahr gefragt. Knapp eine Millionen Fleckvieh-Tiere grasen auf Bayerns Weideland, was einer Verbreitung von ca. 80 Prozent entspricht. Mit einem Körpergewicht von bis zu 800 Kilogramm und einem Stockmaß von bis zu 1,42 Metern gehören sie zu den Schwergewichten unter den deutschen Milchkühen. Für Abwechslung im Landschaftsbild sorgt das grau-braune Braunvieh. Es ist besonders im Allgäu vertreten und wird dort für seine Langlebigkeit und eine hohe Milchleistung von durchschnittlich 6.060 Litern pro Jahr geschätzt. Heute gibt es an die 300.000 Braunvieh-Kühe, die in den Genuss der saftig-grünen Wiesen Bayerns kommen. Sie machen gerade einmal 20 Prozent der gesamten Milchkuh-Population im Raum Süddeutschland aus.

Insgesamt zehn Milchkuh-Rassen teilen sich knapp 4,5 Millionen Hektar Wiesen und Weideland der Bundesrepublik. Sie sind braun und kräftig, schwarz-weiß und groß oder aber gelb und zahm. Eines haben die über 4,2 Millionen Milchkühe jedoch gemeinsam. Sie geben köstliche, kalziumreiche Milch und sorgen dafür, dass Deutschland mit 400 verschiedenen Käsesorten weiterhin die Spitze der Käseländer anführt.

60 Jahre Oberkircher Winzer

Als große Erfolgsgeschichte lesen sich die 60 Jahre Oberkircher Winzer eG, zu der Kilian Schneider, Präsident des Badischen Weinbauverbands das „Gütezeichen in Gold“ überreichte. „Auf Grund der zahlreichen Goldmedaillen und Ehrenpreise“, wie er betonte. 559 Mitglieder zählt die Winzergemeinschaft rund um das mittelbadische Oberkirch heute, von denen die allermeisten an der bestens besuchten Jubiläumsfeier am 3. Juni 2011 teilnahmen, zu der Vorstandsvorsitzender Martin Graf auch zahlreiche Ehrengäste begrüßen konnte.

„Nur wer kontinuierlich besser wird, wird auch in Zukunft zu den Guten gehören“, brachte Markus Ell, geschäftsführender Vorstand, die Triebfeder der Oberkircher Winzer auf den Punkt. Mit einer Gesamtrebfläche von 480 Hektar bilden sie die größte örtliche Winzergenossenschaft in Baden. Über 11 Mio. Euro Umsatz wurden im letzten Geschäftsjahr erwirtschaftet. Erst unlängst war die Umbenennung in Oberkircher Winzer eG erfolgt, als weiterer Meilenstein eines modernen Marketings und einer erfolgreichen Geschäftspolitik.

Mit nur 10 Hektar Rebfläche und 21 Mitgliedern sowie zusätzlich Erwin Braun, seinerzeitiger Oberkircher Bürgermeister und erster Aufsichtsratsvorsitzender, wurde der badische Weinerzeuger als Renchtäler Winzergenossenschaft 1951 in allerbescheidensten Verhältnissen gegründet. Die Stadt gab ein zinsloses Darlehen von 6.000 DM. Durch viel Fleiß und Qualitätsstreben konnte bereits 1959 der erste Neubau bezogen und die Lagerkapazität auf 1,2 Mio.

Liter ausgedehnt werden. Die weitere Geschichte ist von ständigen Neu- und Erweiterungsbauten geprägt. 1,6 Hektar umfasst das Betriebsgelände heute. Mit über 50 % Anteil blauer Spätburgunder gehören die Oberkircher Winzer außerdem zu den größten badischen Rotweinerzeugern und stellen auch einen wichtigen Faktor im Tourismus dar, wir der heutige Oberbürgermeister, Matthias Braun, in seinem Grußwort betonte. So gab es viel Grund zum Feiern mit einer von Katja Bohnert, deutsche Weinprinzessin, gut kommentierten Probe.

VKI testet Diäten: Trends und Altbewährtes

Diätratgeber setzen vermehrt auf die Macht der Gene

Verlage und selbst ernannte Experten überschwemmen seit Jahren den Markt mit
immer neuen Diätratgebern. Dabei setzen Autoren im Kampf gegen das Übergewicht
zunehmend auf die Macht der Gene: Kohlsuppe war gestern, Nutrigenomik ist heute.
Diese noch junge biotechnologische Wissenschaft erforscht das Zusammenspiel
zwischen Erbanlagen und Ernährung. „Dass Gene einen Einfluss auf die individuelle
Nahrungsverwertung haben, ist unbestritten, jedoch steht die Forschung erst am
Anfang. In ferner Zukunft wird es vielleicht möglich sein, beim Erstellen von
Diätplänen die persönliche Erbveranlagung zu berücksichtigen“, so VKIErnährungswissenschafterin
Martina Steiner. „Fakt ist aber immer noch, dass
Übergewicht eine Frage der Energiebilanz ist. Wer abnehmen möchte, wird nicht daran
vorbeikommen, weniger Kalorien zu sich zu nehmen und mehr Bewegung zu
machen.“

Insgesamt vier Diäten wurden vom VKI für die Jänner-Ausgabe des Testmagazins
Konsument getestet: Mark Hymans „Megabolic-Diät“, Marion Jetters „Abnehmen mit dem
metabolischen Prinzip“, Bernhard Ludwigs „10 in 2“ sowie „Die einfachste Diät der Welt“.
Lediglich letztere sticht aus ernährungswissenschaftlicher Sicht positiv ins Auge: Der
deutsche Arzt Stefan Frädrich stellt hier ein neues Ernährungskonzept vor, das mit einem
Plus-Minus-Prinzip arbeitet: Allen Lebensmitteln werden die Werte plus, plusplus, null oder
minus zugeordnet. Will man abnehmen, soll am Tagesende unter dem Strich ein Minus übrig
bleiben. Nach dem Motto „Bunt statt Braun“ firmieren etwa Brot, Pommes, Cola, Grillwurst
oder Nougatcreme unter „plus“, während Obst- und Gemüsesorten in die Minuskategorie
fallen. Trotz Schwachstellen – etwa beim Sportprogramm – erhält dieser Diätansatz, der auf
eine sanfte Umstellung der Ernährungsgewohnheiten abzielt, ein „sehr gut“.

Im Gegensatz dazu ändert die „10 in 2“-Methode des Kabarettisten und Psychologen
Bernhard Ludwig nichts an einer ungünstigen Ernährungsweise – auch wenn die Diät sehr
motivierend präsentiert wird. „Das Konzept, nicht anders, sondern nur jeden zweiten Tag zu
essen, birgt nicht nur die Gefahr eines Jo-Jo-Effektes, sondern auch die einer
Unterversorgung mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen“, erläutert Steiner. Statt einem
„Friss die Hälfte“-Ansatz würden sich hier vielmehr mittlerweile bereits klassische
Abnehmprogramme wie „Ich nehme ab“ oder „Schlank ohne Diät“ anbieten. Diese setzen auf
Verhaltensänderung und Bewegung und versprechen gute Erfolgsaussichten.