Glyphosat in Bier

Der Verein „Münchner Umweltinstitut“ berichtet in einer am 25. Februar 2016 veröffentlichten Pressemitteilung über Spuren des Pflanzenschutzmittelwirkstoffes Glyphosat in Bier.

Dazu erklärt der Deutsche Brauer-Bund:
Wie das Umweltinstitut in seiner Veröffentlichung selbst feststellt, finden sich Spuren von Glyphosat „inzwischen fast überall“. Glyphosat ist seit Jahrzehnten als Wirkstoff in einer Reihe von in Deutschland und weltweit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln enthalten, aus deren Anwendung sich bekanntlich Rückstände in Ernteprodukten und Lebensmitteln ergeben können. Unzählige Studien haben diese Spuren für gesundheitlich unbedenklich erklärt.

Auch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stuft die in Lebensmitteln nachgewiesenen Spuren wie andere europäische und internationale Institute als gesundheitlich unbedenklich ein. Der Deutsche Brauer-Bund vertraut der Einschätzung der unabhängigen Wissenschaftler. Als zuständige Behörde hat das BfR eine aktuelle Stellungnahme zum Test des Umweltinstitutes herausgegeben, die im Inter- net veröffentlicht ist: http://www.bfr.bund.de/cm/343/vorlaeufige-einschaetzung-zu-gehalten-von-glyphosat-in-bier.pdf

Der DBB weist den Vorwurf des Umweltinstitutes, die Brauereien würden ihre Rohstoffe nicht ausreichend kontrollieren, als absurd und völlig haltlos zurück. Die Brauereien in Deutschland betreiben – ebenso wie die vorgelagerten Stufen der Malz- und Hopfenerzeugung – einen hohen Aufwand, um die vier natürlichen Rohstoffe Wasser, Malz, Hopfen und Hefe, die nach dem Reinheitsgebot zum Brauen verwendet werden, auf mögliche Schadstoffe zu kontrollieren.

So hat der Deutsche Brauer-Bund ein eigenes Monitoringsystem für Braumalz. Unser Monitoring zeigt, dass die gemessenen Werte stets deutlich unter den Höchstgrenzen liegen. Zu keiner Zeit konnten Überschreitungen der zulässigen Rückstandshöchstwerte bei Glyphosat festgestellt werden. Daneben gibt es staatliche Kontrollen und weitere Eigenkontrollen der Brauereien, die dafür Sorge tragen, dass keine Schadstoffe Eingang finden in die Produktion.

Die vom Umweltinstitut verbreiteten Testergebnisse sind deshalb nicht nachvollzieh- bar und nicht glaubwürdig. Da uns weder die vollständige Untersuchung vorliegt, noch die Analysemethoden hinreichend belegt wurden, müssen wir die Seriosität der Untersuchung ernsthaft in Zweifel ziehen. Auch das dargestellte „Ranking“ der Biere ist absolut unseriös, stellt doch das Umweltinstitut selbst fest, dass der Test nur auf einer „kleinen Anzahl von Proben“ beruht und „keine generelle Aussage über die Belastung des Bieres einer bestimmten Marke“ zulässt.

Selbst wenn die vom Umweltinstitut behaupteten Glyphosat-Werte im Einzelfall zutreffen würden, was wir mit Blick auf unser Monitoringsystem und die fragwürdigen Methoden der jüngsten Studie bezweifeln, müsste ein Erwachsener nach Einschätzung des BfR an einem einzigen Tag 1000 Liter Bier trinken, um ein gesundheitliches Risiko durch Rückstände einzugehen. Dieser Umstand ist auch dem Umweltinstitut bekannt. Trotzdem spricht es wider besseren Wissens von einer „gesundheitsschädigenden Wirkung selbst in kleinsten Mengen“.

Der Münchner Verein möchte mit seiner Veröffentlichung offensichtlich Einfluss neh- men auf die für Anfang März 2016 vorgesehene Entscheidung der EU-Staaten über die Verlängerung der Zulassung für Glyphosat, welche von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nach umfangreichen Untersuchungen befürwor- tet wird. In den vergangenen Tagen erst hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung Entwarnung hinsichtlich möglicher Glyphosat-Rückstände in Muttermilch gegeben und eine zuvor veröffentlichte Studie als falsch widerlegt. Diese Studie hatte sich derselben Analysenmethode bedient wie jetzt das Münchner Umweltinstitut.

Fragen und Antworten
Wie können Glyphosat-Spuren in Getreide und damit in Biere gelangen?
Bier wird in Deutschland aus den natürlichen Rohstoffen Wasser, Malz, Hopfen und Hefe gebraut. Malz wird aus Getreide gewonnen. In Deutschland ist der Einsatz von Glyphosat beim Anbau von Getreide zu Brauzwecken nicht zugelassen. Gleichwohl kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich Glyphosat-Rückstände auch in Braugetreide oder Braumalz nachweisen lassen, da diese entweder durch Abdrift von zu- lässigen Anwendungen auf benachbarten landwirtschaftlichen Flächen oder den im Ausland bei Braugetreide teilweise zulässigen Einsatz von glyphosathaltigen Produkten verursacht sein können. Da die deutsche Landwirtschaft allein nicht in der Lage ist, den Braugerstenbedarf der deutschen Brauereien zu decken, werden ca. 50 Prozent des hierzulande verwendeten Braugetreides bzw. Braumalzes aus dem Ausland, vor allem Frankreich und Dänemark, importiert.

Geht von Glyphosat-Spuren in Bieren eine Gesundheitsgefahr aus?
Das zuständige Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stuft die bisher in Lebens- mitteln nachgewiesenen Spuren wie andere europäische und internationale Institute als gesundheitlich unbedenklich ein. Laut BfR wären „selbst die höchsten aus den Medien bekannten Gehalte (30 Mikrogramm pro Liter) so niedrig, dass die hieraus rechnerisch resultierende Aufnahmemenge bei einem Erwachsenen (60 kg Körpergewicht) mehr als 1000-fach niedriger liegen würde als die derzeit als unbedenklich geltende lebenslänglich duldbare (ADI) oder einmalig duldbare (ARfD) tägliche Aufnahmemenge.“ Um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen, müsste ein Erwachsener laut BfR an einem Tag rund 1000 Liter Bier trinken. Glyphosatgehalte von 30 Mikrogramm pro Liter Bier stellen nach dem derzeitigen Stand des Wissens kein gesundheitliches Risiko dar, so das BfR in seiner Stellungnahme (vgl. http://www.bfr.bund.de/cm/343/vorlaeufige-einschaetzung-zu-gehalten-von-glyphosat-in-bier.pdf )

Was tut die deutsche Brauwirtschaft, um Glyphosat-Einträge zu vermeiden?
Um höchstmögliche Sicherheit und Qualität des in den deutschen Brauereien einge- setzten Malzes zu gewährleisten, unterhält der Deutsche Brauer-Bund ein eigenes Monitoringsystem für Schadstoffe in Braumalz, das auch Untersuchungen auf Rück- stände von Glyphosat beinhaltet. Das Monitoring zeigt, dass die in den deutschen Brauereien eingesetzten Malze ganz überwiegend frei von Glyphosat-Rückständen sind. Sofern sich in Einzelfällen Glyphosat feststellen lässt, liegen die Befunde um mehr als den Faktor 100 unterhalb der zulässigen Rückstandshöchstgrenze von Gerste und damit weit im Bereich des absolut Unbedenklichen. Die europaweit gesetzlich festgelegte Rückstandshöchstgrenze für Glyphosat in Gerste beträgt 20 mg/kg und in Weizen 10 mg/kg.

Bei der Verwendung von vermälztem Getreide bzw. Malz in Bier ergibt sich, im Vergleich zum direkten Verzehr von Getreide, eine beachtliche Verdünnung. Analysen zeigen, dass im Falle einer möglichen Belastung lediglich zwei Prozent des ursprünglich auf der Gerste befindlichen Glyphosats letztlich bis ins Bier gelangen können. In
der Praxis werden mehrere Partien von Gerste vermischt und die Biere aus verschiedenen Malzen hergestellt. Auch vor diesem Hintergrund erscheinen die behaupteten Testergebnisse nicht plausibel.

Welche Richtwerte gibt es?
Die vom Münchner Umweltinstitut beauftragte Studie erscheint schon deshalb fragwürdig, weil sie das gebraute Bier – ein Lebensmittel, das aus Getreide hergestellt wird – unzulässigerweise mit Trinkwasser vergleicht. Auch wird hier von einem „Grenzwert“ gesprochen, obwohl es für Trinkwasser lediglich einen „Vorsorgewert“ gibt, der aber keinerlei Aussage zur gesundheitlichen Bedeutung trifft. Im Übrigen ist selbst der Vorsorgewert für Babynahrung um den Faktor 100 höher als jener für Trinkwasser.

Was regelt das Reinheitsgebot?
Im Unterschied zu Brauereien in Europa dürfen deutsche Brauereien für Bier, gebraut nach dem Reinheitsgebot, bis heute keine künstlichen Aromen, keine künstlichen Farbstoffe, keine künstlichen Stabilisatoren, keine Enzyme, keine Emulgatoren und auch keine Konservierungsstoffe verwenden. Das Bierbrauen bleibt nach wie vor auf die Verwendung der vier natürlichen Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe beschränkt. Alle Rohstoffe unterliegen einer kontinuierlichen und umfassenden Rückstands- und Schadstoffkontrolle über alle Verarbeitungsstufen.

www.reinheitsgebot.de

Neue Zeitschrift für hochwertige Bierkultur

Vom Durstlöscher zum Genuss- und Edelgetränk: Bier hat in den vergangenen Jahren eine erstaunliche, dynamische Wandlung vollzogen. Dafür haben die zahlreichen, innovativen Craftbier Brauer gesorgt, die mit ihren individuellen Kreationen den Biermarkt in Europa aufge- mischt haben. Zunehmend werden auch regionale und Spezialitätenbiere von Markenbrauern auf den Markt gebracht.

Biersommeliers schießen wie Pilze aus dem Boden, Bierverkostungen finden statt, Bier wird zunehmend zum Essen getrunken. Kurz: Bier ist in aller Munde, man will mehr über die Biere und seine Macher wissen.
Als namhafter Fachverlag für Getränke aller Art geht der in Neustadt an der Weinstraße ansässige Meininger Verlag nun mit einem neuen Magazin an den Start, um die Zielgruppe der Bier- Genießer mit News zu den Machern, ihren neusten Produkten und aktuellen Trends in dieser heißen Szene zu versorgen.

Meiningers Craft – Magazin für Bierkultur heißt der in einer Startauflage von 20.000 Exemplaren publizierte Titel, der mit Chefredakteur Dirk Omlor über einen ausgewiesenen Bier-Experten verfügt. Der langjährige Redakteur des ebenfalls im Meininger Verlag erscheinenden Wirtschaftsblatts GETRÄNKE ZEITUNG hat Brauwesen studiert und eigens eine Ausbildung zum Diplom-Biersommelier absolviert. „Es geht für uns um Biere, die mit Herzblut gebraut und ge- schmacklich abseits vom so genannten Mainstream angesiedelt sind. Echte und ehrliche Braukunst eben“, definiert Dirk Omlor den Begriff Craftbiere.

Die Verleger sind sicher, auf einen zugkräftigen Trend zu setzen. „Zunächst haben wir den Markt getestet, das Supplement Craftbier-Magazin herausgebracht und unseren getränke- und gastronomieorientierten Titeln beigelegt. Das Heft hat in der Branche für Furore gesorgt. Nachdem dann auch der International Craft Beer Award mit 700 Anstellungen so erfolgreich eingeschlagen hat, haben wir uns zur Publikation dieses Special-Interest-Titels entschlossen, den wir zusammen mit dem erfahrenen Blattmacher Helmut Ortner entwickelt haben“, erklärt Verleger Christoph Meininger.

Die Erstausgabe von Meiningers Craft – Magazin für Bierkultur befasst sich unter anderem mit der Bier- und Pubszene im US-Bundesstaat Maine, präsentiert eine mobile Mikrobrauerei und stellt die kreativsten jungen Brauer der Hauptstadt vor. Kulinarisches Thema ist Grillen – natürlich mit dem passenden Bier.

Der Online-Auftritt, zu dem auch ein Newsletter gehört, bietet zusätzliche Insider-News und Aktuelles und ist unter www.meiningers-craft.de aktiv. Neben Omlor besteht die Redaktion aus zwei weiteren festangestellten und mehreren freien Redakteuren.

Das Heft erscheint zunächst viermal jährlich und kostet 7 Euro (Abonnement 28 Euro). Vertrieben wird Meiningers Craft über den Bahnhofsbuchhandel (Deutschland, Schweiz, Österreich und Benelux) sowie über Abonnement.

Bier aus dem Norden

Neue Geschmackskreationen aus Hopfen und Malz, die gibt es am Sonntag, dem 28. Juni, im Freilichtmuseum am Kiekeberg zu probieren. Bei „Bier aus dem Norden“ präsentieren 30 kleine Brauereien von 10 bis 18 Uhr ihre neuen Sorten. Über 100 verschiedene Sorten bringen die Braumeister mit an den Kiekeberg. Der Eintritt kostet für Erwachsene 9 Euro.

Das besondere Bier hebt sich durch seinen individuellen Geschmack ab. Fachleute und Fans kommen an diesem Tag zusammen, um sich über Geschmacksrichtungen und Zutaten auszutauschen und miteinander zu klönen. Die regionalen Biere sind Ausdruck handwerklicher Braukunst. Im Freilichtmuseum am Kiekeberg können die Besucher verschiedene traditionell hergestellte Biersorten probieren und kaufen.

„Ein deutlicher Trend geht zum Craft Beer“, erklärt Stefan Seufert, Organisator des Aktionstages. Als „Craft Beer“ werden Biere bezeichnet, bei denen ehrgeizige und experimentierfreudige Brauer intensiven Biergeschmack erschaffen. „Bei ihren Bieren lassen sich die eingesetzten Rohstoffe Malz und besonders Hopfen oft viel deutlicher herausschmecken, als das bei den üblichen Fernsehbieren der Fall ist“, so der Experte.

Besucher können sich nach dem Bier-Genuss im Rösterei-Café Koffietied und im Museumsgasthof Stoof Mudders Kroog bei herzhaften norddeutschen Spezialitäten stärken.

www.kiekeberg-museum.de
www.facebook.com/kiekeberg

Craft Beer

Craft Beer ist zurzeit in aller Munde. Wie reagieren die bayerischen Bierbrauer auf diesen Trend? Ist das Bayerische Reinheitsgebot hiermit überholt? Walter König, Geschäftsführer des Bayerischen Brauerbunds, erklärt, warum Craft-Beer in Bayern schon lange Tradition hat und warum die Bierbrauer ihre Kreativität derzeit ausleben wie noch nie.

Seminare, Aktionsbühne, Verkostungen: Auf der FOOD & LIFE können Messebesucher vom 26. bis 30. November das Trendthema „Craft Beer“ hautnah erleben. Der Bayerische Brauerbund, ideeller Partner der Messe, stellt zwölf Brauereien vor, die ihrer Kreativität freien Lauf lassen und ihre charaktervollen Bierspezialitäten mit nach München bringen. Im Interview erklärt Walter König, Geschäftsführer des Bayerischen Brauerbunds, wie man den amerikanischen Begriff „Craft Beer“ in Bayern einordnen kann.

Die „Craft-Beer-Bewegung“ hat Deutschland erreicht. Wie reagieren die bayerischen Bierbrauer auf diesen Trend?
König: Ganz unterschiedlich. Für viele Brauer ist Craft Beer ein neuer Begriff für das, was sie schon immer gemacht haben. Andere Brauer sehen diesen Trend eher als Aufforderung. Das heißt, die Braukunst dem Verbraucher neu zu demonstrieren, Kreativität auszuleben und andere Wege zu gehen, ohne jedoch die Grenzen des Bayerischen Reinheitsgebots aufzuweichen.

Was macht einen Craft-Beer-Hersteller aus?
König: Craft bedeutet eigentlich handwerklich. In Deutschland kann man eine „Craft Brewery“ nicht wie in den USA an der Größe der Brauerei, an deren Besitzverhältnissen oder an dem Grad der Automatisierung festmachen. Denn nicht einmal in der kleinsten Brauerei in Bayern rührt der Braumeister seinen Sud noch mit dem „Kochlöffel“ um. Craft Beer ist, meiner Meinung nach, eine Haltung und eine Leidenschaft zur Herstellung des Bieres. Diese beginnt bei der Rohstoffauswahl: Wo bekomme ich dauerhaft und nachhaltig meine Hopfen- oder Gerstensorten, um mein ganz besonderes Bier zu brauen? Wie bringe ich neue Geschmacksrichtungen in meine Biere, ohne das Reinheitsgebot zu missachten? Monatelang testen die Brauer ihre neuen Kreationen, bevor sie sie auf den Markt bringen. Hier sprechen wir auch von Craft Beer in Deutschland und in Bayern.

Inwieweit dürfen die Brauer experimentierfreudig sein, ohne das Reinheitsgebot zu verletzen? Welche Möglichkeiten haben sie?
König: Die Kreativität innerhalb des Bayerischen Reinheitsgebots ist immens! Brauer setzen auf besondere Hopfen- und Malzsorten. Wir verfügen hierzulande über sehr viele Malzsorten – vom sehr hellen Pilsenmalz bis hin zum tiefschwarzen Röstmalz, das wie Kaffee aussieht. Und es gibt immer wieder innovative Mälzungs- und Darrverfahren, die ganz neue Aromen ins Bier bringen. Neu Kreuzungen in der Hopfenzüchtung bringen Zuchtstämme hervor, die ganz natürlich für fruchtige oder gewürzartige Noten im Bier sorgen. 50 Malzsorten und ca. 40 Hopfensorten – hier wird die Bandbreite immer größer – hunderte von Hefestämmen geben dem Bier über die Gärung verschiedene geschmackliche Komponenten. Die Bierbrauer haben somit innerhalb des Reinheitsgebots viele Möglichkeiten noch gar nicht ausprobiert, so dass sie noch tausende Biere machen können, die wir noch nicht kennen.

Bayern besitzt eine Vielfalt an Brauereien, die handwerklich arbeiten. Warum werden ihre Biere nicht als „Craft-Biere“ bezeichnet?
König: Bayern hat mit über 40 Biersorten und darunter unzählige regionale und saisonale Spezialitäten sogar die größte Biervielfalt auf der ganzen Welt! Nun kommt die Craft-Beer-Welle aus Amerika herübergeschwappt. Der Verbraucher hierzulande denkt, dass nur Biersorten wie Ales, Indian Pale Ale (IPA), Porters, Stouts, hopfengestopfte Biere oder Sauerbiere zu den sogenannten Craft-Bieren gehören. Sie schließen die Biersorten aus, die in Bayern lange Tradition haben. Aber unsere traditionellen Bierspezialitäten gelten ebenso als Craft-Biere. Sobald man Deutschland verlässt, wird das auch so gesehen – vor allem in Ländern, die bayerisches Bier importieren.

Der Bayerische Brauerbund stellt auf der FOOD & LIFE zwölf Brauereien vor. Können Messebesucher hier Craft-Biere bzw. ausgefallene Biere verkosten? Wenn ja, welche?
König: Viele Verbraucher trinken Bier, nicht weil sie Durst haben, sondern weil sie den besonderen Geschmack von Spezialbieren schätzen. Charaktervolle Biere von lokalen Brauereien werden auch immer mehr gefragt. Auf der Messe stellen die Brauereien traditionelle Biere aber auch Spezialbiere vor. Das Riedenburger Brauhaus zum Beispiel präsentiert ein hopfengestopftes, mit Ale-Hefe vergorenes obergäriges Bier in zwei Stärkevarianten. Die Neumarkter Lammsbräu ist eine Bio-Braurerei, die auch mit Hopfenaromen angereicherte Biere anbietet. Die Schlossbrauerei Herrngiersdorf hat eine neue Bierkreation, den „Hallertauer Hopfen-Cuvée“, die mit vier Aromahopfen hergestellt wird. Weißbräu Unertl und Bräu im Moos haben besondere Weißbiere, die innerhalb dieser Craft-Beer-Bewegung entwickelt wurden. Und das sind nur ein paar Beispiele!

„Reinheitsgebot für Bier – Wozu eigentlich noch?“ lautet der Titel Ihres Vortrags am 29. November auf der Aktionsbühne der FOOD & LIFE. Brauchen wir das Reinheitsgebot noch?
König: Ja, es ist sogar mehr Wert den je! Doch gerade vor dem Hintergrund der Craft-Beer-Bewegung kommt immer wieder die Frage auf, ob das Reinheitsgebot noch zeitgemäß ist oder ob es ein Bremsklotz für die Kreativität darstellt. Diese Frage sprechen wir ganz offen an. Ich sehe das Bayerische Reinheitsgebot als den Grundstein für den guten Ruf, den das bayerische Bier weltweit genießt. Über 20 Prozent des Biers, das in Bayern produziert wird, geht ins Ausland. Dieser Exportanteil steigt von Jahr zu Jahr. Es gibt viele Lebensmittelhersteller und Länder, die uns um das Reinheitsgebot beneiden, auch wenn es manche für überholt halten. Brauereien, die ein Spezialgetränk wie Frucht- oder Gewürzbier herstellen wollen, können das im Zuge eines Biermischgetränks tun, dürfen es halt nicht Bier nennen. Denn Bier soll in Bayern ein unverfälscht reines Getränk bleiben, bei dem man nicht erst die Zutatenliste lesen muss.

Auf der Messe bieten Sie zwei Seminare zum Thema „Craft-Biere – Vielfalt nach dem Reinheitsgebot“ an. An wen richten sich die Seminare und was erwartet die Besucher dort?
König: Das Seminar richtet sich an interessierte Verbraucher, die sich dem Genuss von Bier öffnen wollen. Hier erläutere ich die Herstellungsverfahren mehrerer kreativer Bierspezialitäten und verkoste mit den Teilnehmern die Geschmacksunterschiede verschiedener Biersorten, die aus der Rohstoffauswahl und dem Brauverfahren entstehen. Bei dieser Verkostung wird auch anschaulich, welche Biervielfalt innerhalb des Bayerischen Reinheitsgebots hergestellt werden kann. Den Teilnehmern garantiere ich einen richtigen Aha-Effekt!

Die Seminare zum Thema „Craft-Biere – Vielfalt nach dem Reinheitsgebot“ auf der FOOD & LIFE finden am Samstag, 29. November um 15 Uhr und am Sonntag, 30. November um 16.30 Uhr statt.

Interessierte Besucher können bereits ihren Platz sichern und Tickets unter http://www.food-life.de/seminare-workshops kaufen. Der Vortrag zum Thema „Reinheitsgebot für Bier – Wozu eigentlich noch?“ findet am Samstag, 29. November um 17 Uhr auf der Aktionsbühne in Halle C3 statt. Weitere Informationen zum Thema Bier und Biergenuss auf der FOOD & LIFE unter www.food-life.de/themenspecial-die-welt-der-biere.

Die FOOD & LIFE findet vom 26. bis 30. November 2014 in der Halle C3 auf dem Messegelände München statt. Sie ist täglich von 9:30 bis 19 Uhr geöffnet. Messebesucher können ihre Tickets über das Internet erwerben und dabei zwei Euro sparen. Die Tickets berechtigen auch zum Eintritt der parallel stattfindenden Heim+Handwerk. We
itere Informationen im Internet unter www.food-life.de oder auf Facebook unter www.facebook.com/FOOD.LIFE.MESSE.

Die FOOD & LIFE ist seit 2004 Treffpunkt für Genießer aus Süddeutschland, Österreich, Schweiz und Italien. Die Verkaufsausstellung richtet sich an Feinschmecker und ernährungsbewusste Verbraucher. Über 200 Aussteller stellen ihre Köstlichkeiten vor und informieren über Herkunft und Herstellung der Erzeugnisse. Zudem bietet die FOOD & LIFE Koch- und Produktvorführungen, Seminare und Expertendiskussionen zu aktuellen Fragen rund um das Thema Ernährung. Die Messe wird im jährlichen Turnus von der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH veranstaltet und findet auf dem Messegelände München parallel zur Heim+Handwerk statt.

Reinheitsgebot für Bier soll Weltkulturerbe werden

Das „Reinheitsgebot für Bier“ soll Weltkulturerbe werden. Einen entsprechenden Antrag richten die deutschen Brauer an die Kultusministerkonferenz und die UNESCO. Das Reinheitsgebot wurde vor fast 500 Jahren im bayerischen Ingolstadt von den Herzögen Wilhelm IV. und Ludwig X. im Rahmen einer Landesordnung erlassen. Galt es zunächst nur für das Herzogtum Bayern, wurde es nach seiner Verkündung am 23. April 1516 von mehr und mehr Ländern übernommen und ist seit 1906 geltendes Recht in ganz Deutschland. Das Reinheitsgebot schreibt vor, dass zur Bierherstellung nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe verwendet werden dürfen. Es steht für die Bewahrung einer althergebrachten Handwerkstechnik und gilt zugleich als älteste, heute noch gültige lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt. Im Jahre 1516 war der Verbraucherschutz ein wichtiger Aspekt: Das Reinheitsgebot sollte Bier-Konsumenten vor der Verwendung billiger und zum Teil gesundheitsgefährdender Zutaten schützen und sicherstellen, dass nur hochwertige Rohstoffe verarbeitet werden. In Deutschland hat sich daraus über Jahrhunderte eine weltweit beachtete Braukunst entwickelt: Aus nur vier natürlichen Zutaten entsteht in über 1.300 deutschen Brauereien Tag für Tag eine weltweit einzigartige Vielfalt von über 40 verschiedenen Sorten und rund 5.000 einzelnen Biermarken.

Dr. Hans-Georg Eils, Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, und Friedrich Düll, Präsident des Bayerischen Brauerbundes: „Wenn Deutschland bis heute unangefochten als Biernation gilt, dann ist dies dem Reinheitsgebot zu verdanken. Es garantiert Reinheit, Qualität und Bekömmlichkeit der nach dieser Vorgabe hergestellten Biere. Über Jahrhunderte wurde diese traditionelle Handwerkstechnik fortentwickelt und von Generation zu Generation weitergegeben. Ungeachtet ihrer jahrhundertealten Tradition steht die Bierbereitung nach dem Reinheitsgebot bis heute für größtmögliche Transparenz bei der Produktion von Lebensmitteln und für ein Höchstmaß an Gesundheits- und Verbraucherschutz. Das Reinheitsgebot garantiert einen Grad an Lebensmittelsicherheit, um den viele andere Bereiche der Nahrungsmittelwirtschaft die deutschen Brauer beneiden. Die Aufnahme des fast 500 Jahre alten Reinheitsgebotes für Bier als traditionelle Handwerkstechnik in das Verzeichnis des Weltkulturerbes wäre für die deutschen Brauer und Mälzer Würdigung und Ansporn zugleich.“

Das UNESCO-Abkommen zum Erhalt des Immateriellen Kulturerbes ist bereits 2006 in Kraft getreten, wurde jedoch von Deutschland erst in diesem Jahr ratifiziert. Nun wird schrittweise ein Verzeichnis des hierzulande gepflegten Immateriellen Kulturerbes erstellt. Derzeit läuft die erste Bewerbungsphase: Bis Ende November 2013 konnten Gruppen, Gemeinschaften oder Einzelpersonen Bewerbungen bei den 16 Bundesländern einbringen. Jede Bewerbung erfordert zwei unabhängige Gutachten von Sachverständigen. Für die deutschen Brauer hat der Bayerische Brauerbund vergangene Woche beim zuständigen Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst beantragt, das Reinheitsgebot für Bier in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufzunehmen. Entsprechende Fachgutachten von Prof. Dr. Franz Meußdoerffer von der Universität Bayreuth sowie von Prof. Dr. Thomas Becker und Dr. Martin Zarnkow vom Wissenschaftszentrum Weihenstephan der Technischen Universität München liegen der Bewerbung als Empfehlungsschreiben bei.
Nach der ersten Ausschreibungsrunde in Deutschland wird jedes Bundesland eine Vorauswahl für die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis treffen und bis zu zwei Vorschläge an die Kultusministerkonferenz (KMK) übermitteln. Die KMK erstellt gemäß der Regularien eine maximal 34 Bewerbungen umfassende Vorschlagsliste und leitet diese an das unabhängige Experten-Komitee für das Immaterielle Kulturerbe bei der deutschen UNESCO-Kommission weiter. Dieses prüft und bewertet sämtliche Bewerbungen und macht Vorschläge zur Aufnahme in das nationale Verzeichnis sowie zur Weiterleitung an die UNESCO mit Sitz in Paris. Die Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch die KMK zu bestätigen. Der Evaluierungsprozess der UNESCO dauert insgesamt rund zwei Jahre, sodass das Reinheitsgebot für Bier 2016, im Jahr seines 500-jährigen Bestehens, in die internationale Kulturerbeliste aufgenommen werden könnte.

www.unesco.de/immaterielles-kulturerbe.html

Gin – alles über Gin

Nachdem er lange Zeit ein Schattendasein gefristet hat, hält der Gin heutzutage wieder verstärkt Einzug in die Bars. Pünktlich zu dieser Renaissance der Gin-Kultur veröffentlicht édition gastronomique, der Fachverlag von GastroSuisse, das umfangreiche Nachschlagewerk „Gin, Alles über Spirituosen mit Wacholder“. Es enthält alles Wissenswerte über Zutaten, Herstellung und Rezepturen und lädt ein zu einer Entdeckungsreise in die Welt des Gins. Dessen Geschichte wird erzählt von seinen Ursprüngen als Genever bis hin zur Cocktail-Ära, in der er als Bestandteil der legendären Martinis seine grosse Blütezeit erlebte. Die ganze Vielfalt des Gins wird in dem Buch ausführlich, fundiert recherchiert und in frischem Design dargestellt.

Ihre ausgeprägte Leidenschaft für das Barwesen brachte die Autoren, Karsten Sgominsky und Thilo Brauer, beide Jahrgang 1970 und gelernte Hotelfachmänner, auf die Idee, ein Fachbuch über Gin zu verfassen. Langjährige Erfahrung ergänzten sie durch das intensive Studium von aktuellen und historischen Quellen, Destillen-Besichtigungen sowie den fachlichen Austausch mit Herstellern und Historikern. Aus dieser Mixtur entstand ein fundierter Wissenscocktail als Hommage an die Spirituosen aus Wacholder.

Karsten Sgominsky/Thilo Brauer
Gin, Alles über Spirituosen mit Wacholder
ISBN: 978-3-905834-18-5 (Bestellink portofrei)
CHF 49.80 (CHF 39.80 für GastroSuisse-Mitglieder)

édition gastronomique ist der auf die Hotellerie und Restauration spezialisierte Fachverlag von GastroSuisse mit umfangreichem Themenangebot von Literatur über Arbeitsunterlagen bis hin zu Shopartikeln.
GastroSuisse ist der Verband für Hotellerie und Restauration in der Schweiz. Über 20’000 Mitglieder (rund 3’000 Hotels), organisiert in 26 Kantonalverbände und vier Fachgruppen, gehören dem grössten gastgewerblichen Arbeitgeberverband an.

Rhöner Wurstmarkt zeigt Lebensmittel "mit Gesicht"

Am 13./14. Oktober steht in Ostheim das traditionelle Rhöner Metzgerhandwerk im Fokus

Zum Mekka für Wurst- und Schinkenliebhaber wird am zweiten Oktoberwochenende wieder der Luftkurort Ostheim v.d.Rhön. Die Vorbereitungen für die sechste Auflage des „Rhöner Wurstmarkts“ am 13./14. Oktober laufen auf Hochtouren. Längst hat sich die Openair-Feinschmeckermesse deutschlandweit etabliert. Zehntausende von Programmheften, Plakaten sowie Presseartikel werden derzeit bundesweit verteilt, um erneut rund 20.000 Besucher aus ganz Deutschland in das Biosphärenreservat Rhön zu locken.

Programmheft bringt Vorgeschmack auf Produktvielfalt
Was es beim diesjährigen Rhöner Wurstmarkt zu entdecken gibt, verrät schon jetzt das druckfrische Programmheft. Die reich bebilderte Broschüre liegt gratis in den Tourist-Infos der Region und vielen Ostheimer Geschäften aus und ist auch unter www.rhoener-wurstmarkt.de abrufbar. Ein Blick auf das Ausstellerverzeichnis liefert einen Vorgeschmack auf die Köstlichkeiten, die die 50 handverlesen ausgewählten Metzger, Direktvermarkter, Brenner und Brauer aus der bayerischen, hessischen und thüringischen Rhön kredenzen werden.

Neue Kreationen der Metzger, Bäcker, Brauer, Winzer, Brenner und Direktvermarkter lassen althergebrachte Rezepte in modernem Gewand erscheinen oder erschließen völlig neue Geschmackserlebnisse. Der Bogen spannt sich von der Lammbratwurst, der Prichsenstädter Peitschenwurst, der Langen Stracke bis zu geheimnisvollen Bezeichnungen wie „Brelolutro“ und „RWOX-Fleisch“ bis zur Mangobratwurst als Remineszenz an das Partner-Biosphärenreservat Kruger To Canyons in Südafrika. Rund um Knackwurst, Schinkenspeck und Leberkäs locken ebenfalls handwerklich erzeugte Aufstriche, Biere, Weine, Schnäpse und Säfte, nicht zu vergessen frisches Bauernbrot und für Leckermäuler Honigspezialitäten und Kaffee und Kuchen.

Qualität mit Brief und Siegel
Gemeinsam ist allen das traditionelle Handwerk, der regionale Rohstoffbezug und die Top-Qualität. „Auf dem Rhöner Wurstmarkt können Besucher den Unterschied zwischen individueller Handwerkskunst und standardisierter Massenware schmecken lernen“, lobt auch Schirmherr Dr. Marcel Huber in seinem Grußwort. „Wann“, so der Minister, „bietet sich sonst schon die Möglichkeit, über ein Dutzend verschiedene frisch gegrillte Fränkische, Thüringer oder Coburger Bratwürste im direkten Vergleich zu verkosten?“ Wie hoch die Qualität der Rhöner Wurst- und Schinkenspezialitäten und ihrer Begleiter ist, dokumentieren die zahlreichen Auszeichnungen wie das Qualitätssiegel Rhön, das Bio-Siegel Rhön, das EU-Bio-Siegel oder die Mitgliedschaft bei Slow Food e.V.

Der kulinarische Reichtum der Rhön und der Gastregionen und –länder wird am zweiten Oktoberwochenende eindrucksvoll entlang der malerischen Marktstraße präsentiert. Zu kleinen Reisen in die Geschmackswelt anderer Länder laden Gastaussteller aus Italien, Frankreich und sogar Südafrika ein. Livemusik, Stadtführungen, Konzerte, verkaufsoffener Sonntag und Kinderprogramm sorgen zusätzlich für Kurzweil.

Weitere Informationen zum 6. Rhöner Wurstmarkt sind in der Tourist-Info unter Tel.: 09777 1850 sowie im Internet unter www.rhoener-wurstmarkt.de erhältlich. Der Eintritt zum Rhöner Wurstmarkt kostet wie in den Vorjahren 2 EURO pro Person und Tag. Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt.

Zutzeln, Noagerl, und Obazda

Zutzeln, Noagerl, und Obazda: Der kulinarische Biergarten-Knigge

Idyllische Berglandschaften, pulsierende Metropolen, uriger Brauchtum und kulinarische Schmankerl: Die Bayern sind stolz auf die Einzigartigkeit ihres Freistaats. Nicht zuletzt durch eine einmalige Mischung aus Tradition und Moderne ist der weißblaue Süden der Republik ein beliebtes Reiseziel, sowohl für Deutsche als auch für Besucher aus dem Ausland. Doch egal ob Italiener, Amerikaner oder Niedersachse – jeder sollte sich für einen Besuch darauf einstellen: Bayern tickt anders als der Rest der Republik! Die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft hat für Bayern-Besucher den ultimativen kulinarischen Biergarten-Knigge zusammengestellt. Denn wer sich im Freistaat beim Essen nicht sofort als „Preiß“ (Preuße) oder „Zuagroaßta“ (Zugereister) verraten möchte, sollte einige Kleinigkeiten beachten.

Tradition seit 200 Jahren: Der Biergartenbesuch
Ein Biergartenbesuch ist ein Muss für jeden Freistaatbesucher. Durch einen Erlass von König Maximilian I von Bayern dürfen Bayerns Brauer bereits seit 1812 ihr Bier direkt an die Bürger ausschenken – ohne Umweg über die Wirte. Um das Bier kühl zu lagern, legten die Brauer unterirdische Keller an, streuten Kies darüber und pflanzten Kastanienbäume. Da keine Speisen verkauft werden durften, brachten die Gäste selbst die Brotzeit mit – dieses Konzept haben die meisten Wirte bis heute beibehalten. Selbstversorgung ist in Biergärten noch immer üblich und gesetzlich verankert. Wer zudem darauf wartet, dass eine Bedienung fragt, was man trinken möchte, wird durstig bleiben: Im Biergarten herrscht Selbstbedienung. Ausgeschenkt wird bis 22.30 Uhr, um 23 Uhr schließt dann der Biergarten.

Ist das Wetter zu schlecht für den Biergarten, besucht der Bayer stattdessen das Wirtshaus. Hier gibt es allerdings keine Selbstversorgung. Achtung: Ist das Wirtshaus gut gefüllt, verleiten freie Plätze am „Stammtisch“ schnell dazu, sich hier niederzulassen. Obwohl man in Bayern schnell per Du ist, sollte man sich dort nie ohne gesonderte Aufforderung hinsetzen!

Obacht bei der Getränkewahl
In Bayern wird weder Kölsch noch Pils bestellt. Zur Auswahl stehen Weißbier oder Helles, die gemäß bayerischem Reinheitsgebot gebraut werden. Mit der Mass (ein Liter Bier) stößt man mehrmals mit seinen Banknachbarn an und lässt das Noargerl (Getränkerest) im Bierkrug übrig.

„Snacken“ auf Bayerisch: Die Brotzeit
Die traditionelle bayerische Zwischenmahlzeit besteht neben Brez’n und einem Laib Bauernbrot aus Radi (Rettich), sauren Gurken, Radieserl (Radieschen), einem zünftigen Hartkäse wie dem Allgäuer Bergkäse oder Allgäuer Emmentaler, sowie der Käsespezialität Obazda (bayerisches Käseschmankerl aus Weichkäse, Zwiebeln, Paprika und Kümmel). Obazda wird übrigens nie mit Brot, sondern immer mit der obligatorischen Brez’n gegessen. Komplett wird die Brotzeitplatte mit geräuchertem Speck, Hausmacherwurst und Schmalz. Teilen gehört bei der Brotzeit zum guten Ton, egal ob den Tisch, an dem Einheimische und Besucher im Biergarten zusammen sitzen, oder die Brez’n, die gemeinsam verspeist wird. Es herrscht ein freundliches Miteinander.

Schmankerl aus der bayerischen Küche: Genießen aber richtig!
Gelüstet es den Bayern-Besucher nach regionalen Spezialitäten, hat er die Wahl zwischen Schweinshax’n, Wurst- oder Kartoffelsalat, Leberkäs, Hendl und Weißwürsten. Weißwürste werden immer als Paar gereicht. Man verzehrt sie nicht mit Messer und Gabel, sondern „zutzelt“ die Wurst mit dem Mund aus der Haut, und das bereits zum Frühstück, denn nach alter Tradition sollten Weißwürste bis zum Mittagsläuten der Kirchenglocken aufgegessen sein. Weißwürste werden zudem immer mit süßem Senf gegessen. Ketchup hat in der bayerischen Küche nichts zu suchen. Dies gilt auch für Leberkäse, zu dem nur Senf gehört.

Wer übrigens sein Hendl mit den Fingern isst, lässt nicht etwa Tischmanieren vermissen, sondern passt sich vielmehr perfekt den bayerischen Gepflogenheiten an. Eine besondere Spezialität in Bayerns Biergärten ist der Steckerlfisch, ein an einem Steckerl (Holzstab) gegrillter Fisch, meist Forelle, Makrele oder Renke aus dem Alpenvorland. Steckerlfisch wird eingewickelt in Papier serviert und mit den Fingern gegessen. Bitte niemals nach einem Fischbesteck fragen.

Wer Appetit auf Süßes hat, ordert Apfelkücherl, Ausgezogene
(Schmalzgebäck) oder Kaiserschmarrn – ob Weinbeerl (Rosinen) in diese Mehlspeise gehören, daran scheiden sich allerdings die (bayerischen) Geister. Gebacken in gutem Butterschmalz, schmecken die Süßspeisen besonders gut. Beim Verzehr benutzt man kein Messer, sondern isst den Kaiserschmarrn nur mit der Gabel.

Bayern dahoam
Ein kleiner Tipp für alle, die die weißblaue Küche nicht nur im Biergarten oder Wirtshaus genießen möchten: Auf www.milchland-bayern.de stellt die LVBM zahlreiche traditionelle bayerische Koch- und Backrezepte zur Verfügung. Besonders zünftig wird der Genuss mit der bewussten Entscheidung für Milch- und Käseprodukte aus Bayern, die das Identitätskennzeichen „BY“ auf der Verpackung aufweisen.

Für Bierliebhaber schlägt es jetzt Zwölf

Der Werteverbund Die Freien Brauer bringt erstmalig eine Spezialitäten-Bierbox auf den Markt. Zwölf ausgewählte regionale Spezialitäten in einer trendigen Retrodesign-Metallbox ergänzen auf besondere Weise gesellige Anlässe wie die Fußball-Europameisterschaft, Herrenrunden, Grillabende und andere Gelegenheiten. Ab sofort ist das ausgefallene Geschenkhighlight in ausgewählten Getränkefachmärkten sowie Galeria Kaufhof und im Onlineshop unter www.bierbox.eu erhältlich.

Rund 350 regionale Bierspezialitäten bringen die 40 führenden, unabhängigen Familienbrauereien aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und den Niederlanden zusammen. Zwölf davon gibt es ab sofort in einer kultigen Bierbox zu kaufen. Sie verleiht gediegenen Männerrunden, lebhaften Treffen zur Fußball-Europameisterschaft oder dem gemütlichen Grillen unter Freunden einen besonderen Anstrich. Statt der schnellen Spirituose um die Ecke beherbergt die abwechslungsreiche Bierbox wahre Geschmacksvirtuosen. Ein Flyer informiert über die Herkunft der Biere, die alle vom amtierenden Biersommelier-Weltmeister Sebastian B. Priller-Riegele verkostet und beschrieben wurden. Wer will, kann sich allein oder mit Freunden anhand der beigelegten Verkostungsnotiz selbst durch die vielfältigen Facetten schmecken. Die Box ist praktisch zum Transport der Biere geeignet, aber auch als Sitzgelegenheit oder Kühlung – in der Box findet sich sogar ein Eiswürfelbeutelbeutel. Erhältlich ist die Spezialitäten-Bierbox der Freien Brauer ab sofort in ausgewählten Getränkefachmärkten sowie Galeria Kaufhof und im Onlineshop unter www.bierbox.eu erhältlich.

„Bier ist ein absolut geselliges Thema und Bierkultur sollte es ebenso werden“, so Jürgen Keipp, Geschäftsführer der Freien Brauer zur Markteinführung. „Als Verbund, der sich für den Erhalt der in Europa einzigartigen Bierkultur stark macht, möchten wir diese zu einem Gesprächsthema machen und mit Leben füllen.“ Peter Reimann ergänzt: „Nach der erfolgreichen Markteinführung des bierigsten Adventskalenders Deutschlands im vorigen Jahr ist die Bierbox nun das zweite Projekt, das wir gemeinsam mit den Freien Brauern erfolgreich umsetzen möchten.“ Reimann ist Geschäftsführer des österreichischen Unternehmens Kalea, das auf Geschenkinnovationen im Biersektor spezialisiert ist.

Diese Brauereien sind mit ihren Charakterbieren in den ersten Boxen vertreten:
– Alpirsbacher Klosterbräu: Alpirsbacher Klosterbräu Pils
– Privatbrauerei Eibau: Eibauer Schwarzbier
– Erzquell Brauerei Bielstein: Erzquell Zunft Kölsch
– Privatbrauerei Ganter: Freiburger Pilsner
– Hütt-Brauerei: Hütt Brauhaus Schoppen
– Kauzen-Bräu: Kauzen naturtrübes Kellerbier
– Brauerei Max Leibinger: Leibinger Edel Spezial
– Brauerei S. Riegele: Riegele Commerzienrat
– Weisses Bräuhaus G. Schneider & Sohn: Schneider Weisse TAP7 Unser Original
– Weldebräu: Welde Nr. 1 – Premium Pils
– Gräflich zu Stolberg’sche Brauerei Westheim: Westheimer Weizen
– Privat-Brauerei Zötler: Zötler Gold

www.die-freien-brauer.com

Größte Biervielfalt Österreichs am Wiener Bierfest

30 Brauereien mit mehr als 200 verschiedenen Bieren machen Wien zum Mekka für Biergenießer

Österreich ist ein Land der Brauer mit langer Tradition. Um das zu feiern findet von 3. bis 6. Mai 2012 schon zum 3. Mal das Wiener Bierfest in der Innenstadt (am Platz „Am Hof“) statt. 30 Brauereien aus ganz Österreich haben sich angekündigt und lassen in Summe über 200 verschiedene Biere verkosten. Die österreichische Bierlandschaft präsentiert sich damit vielfältiger denn je und soll den Besuchern zeigen, was die Braukultur zu bieten hat. Daneben gibt es bei freiem Eintritt ein attraktives Rahmenprogramm mit einem täglichen Bieranstich und kulinarische Köstlichkeiten aus ganz Österreich.

Besonderer Fokus liegt diesmal auf sogenannte Craft Biere, also handgebraute Biere abseits des großindustriellen Mainstreams. Am Biersepp.bier.pur-Craft-Beer-Stand können über 50 solcher Spezialitäten probiert werden. „Craft Bier erlebt einen regelrechten Boom. Dennoch wissen die meisten Biergenießer noch immer nicht, dass es in Österreich und Deutschland so außergewöhnliche Biere wie Barley Wine, Imperial Stout, IPA oder Bourbon Barrel aged gibt“, so Biersepp Sepp Wejwar. „Also können sie auch nicht wissen, wie interessant solch Gebräu mundet und wie gut solche Biere schmecken.“

In Kooperation mit dem Online-Fachhändler myBier.at werden am Biersepp-Stand Spezialitäten von insgesamt 13 ausgeschenkt, darunter:
Brauhaus Gusswerk (Salzburg)
Brauerei Schnaitl (Gundertshausen/OÖ)
Brauerei Hofstetten (St. Martin im Mühlkreis/OÖ)
Braucommune in Freistadt (OÖ)
Neufeldner BioBrauerei (Neufelden/OÖ)
Mohren Brauerei (Dornbirn/Vorarlberg)
Bierzauberei (Brunn am Gebirge/NÖ)
Privatbrauerei Gerald Schwarz (Krumbach/NÖ)
Biermanufaktur Korneuburg (NÖ)
Brauerei Gratzer (Kaindorf/Steiermark)
Die Brauerei (Leutschach/Steiermark)
Privatbrauerei Loncium (Kötschach-Mauthen/Kärnten)
Propeller (Bad Laasphe/Deutschland)