Bester Weinhändler 2011

Anbieter überzeugen durch sehr kompetente Beratung –
Testsieger ist Barrique

Welcher Wein eignet sich für ein leichtes
Fischgericht? Was ist der Unterschied zwischen einem Prädikats- und
Tafelwein? Und woran erkennt man die Qualität eines Tropfens? Hier ist der
Rat des Fachhändlers gefragt. Welcher Weinhändler die beste Beratung,
einen guten Service und eine vielfältiges Auswahl bietet, hat nun das
Deutsche Institut für Service-Qualität untersucht. Sieben überregionale
Weinhandels-Filialisten wurden im Rahmen von 70 verdeckten Testbesuchen
geprüft.

Ergebnis: Die Servicequalität der Branche ist gut bis sehr gut. Überzeugen
konnte vor allem die hohe Beratungskompetenz und Motivation der Experten.
Das Personal nahm sich viel Zeit für den Kunden, erfragte die Bedürfnisse
umfassend und empfahl mehrere Weine, aus denen der Kunde wählen
konnte. „Als Schwachpunkt fiel aber auf, dass sich ein Drittel der Mitarbeiter
nicht nach der Preisvorstellung des Kunden erkundigte“, erläutert Bianca
Möller, Geschäftsführerin des Instituts.

In neun von zehn Filialen konnten die Weine gleich kostenlos vor Ort probiert
werden. Und das in einem einladenden Ambiente: Die Räumlichkeiten waren
sauber und ansprechend, das umfangreiche Weinsortiment meistens
übersichtlich präsentiert und deutlich mit Preisen gekennzeichnet.
Zusatzartikel wie Weingläser oder Karaffen und Veranstaltungen, etwa
Weinseminare und Themenabende, rundeten das Angebot ab. Allerdings bot
nur jeder zweite Fachhändler einen kostenlosen Lieferservice ab einer
bestimmten Bestellmenge an. Auch die Öffnungszeiten waren nicht besonders
kundenfreundlich. „Mit durchschnittlich siebeneinhalb Stunden pro Tag hatten
die Filialen nur rund halb so lang geöffnet wie gewöhnliche Supermärkte“,
kommentiert Serviceexpertin Möller.

Testsieger und damit „Bester Weinhändler 2011“ wurde Barrique. Die
Mitarbeiter berieten die Kunden individuell und reagierten professionell auf
Beschwerden. Zudem waren die Öffnungszeiten hier am längsten. Mövenpick
Weinkeller auf Rang zwei überzeugte vor allem durch sein umfangreiches
Angebot an verschiedenen Weinsorten aus zahlreichen Regionen. Beim
Drittplatzierten Vino-Weinmärkte nahm sich das Personal viel Zeit für den
Kunden und zeigte die größte Hilfsbereitschaft.

Das Hamburger Institut untersuchte sieben überregional agierende
Weinhändler mit mindestens neun Filialen in Deutschland. Alle getesteten
Unternehmen boten eine persönliche Weinberatung und ein umfangreiches
Sortiment an nationalen und internationalen Weinen. In 38 verschiedenen
deutschen Städten führten anonyme Tester je zehn verdeckte Besuche pro
Unternehmen durch. Im Fokus der Untersuchung stand die
Beratungskompetenz der Fachhändler.

Sauberkeit und Gestaltung der Räumlichkeiten sowie die Warte- und
Öffnungszeiten analysiert.

Das Deutsche Institut für Service-Qualität verfolgt das Ziel, die Servicequalität
in Deutschland zu verbessern. Das Institut prüft unabhängig anhand von
mehrdimensionalen Analysen die Dienstleistungsqualität von Unternehmen
und Branchen. Dem Verbraucher liefert das Institut bedeutende Anhaltspunkte
für seine Kaufentscheidungen. Unternehmen gewinnen wertvolle
Informationen für das eigene Qualitätsmanagement.

(Deutsches Institut für Service-Qualität)

Gefühle essen mit

Gefühle essen mit

Emotionen werden übers Essen gelebt – in jeder
Lebensphase und Lebenslage. Dabei kann Essen symbolhaft für
Zuneigung, Zurückweisung, Belohnung und Strafe stehen. Ein Blick in
die Seele kann deshalb bei einer Ernährungsumstellung helfen, so der
Tenor der Jahrestagung 2009 des Verbandes der
Ernährungswissenschafter Österreichs.

Verbote provozieren die Sünde

Werden Süßigkeiten strikt vom Speiseplan des Nachwuchses
gestrichen, tappen gesundheitsbewusste Eltern damit in die
Verbotsfalle. „Damit werden die süßen Schleckereien aber umso
interessanter“, erklärt die Ernährungswissenschafterin Eva
Derndorfer. Und Essen mit schlechtem Gewissen wird früh erlernt.
Sinnvolle elterliche Essregeln dagegen geben Kindern Orientierung.

Wahre Liebe statt Schokolade

Füttern Eltern ihr Kind bei emotionalem Stress ständig, statt es
mit Aufmerksamkeit zu trösten, lernt das Kind, negative Emotionen
mittels Essen zu unterdrücken. „Dieses gelernte Muster kann im
Jugendalter zu gefühlsgesteuertem Essen führen“, so
Ernährungswissenschafterin Karin Lobner aus ihrer Arbeit mit stark
übergewichtigen Jugendlichen.

Vom Wissen zum Tun

Beratungskompetenz erfordert demnach weit mehr als das Wissen über
Lebensmittel. Schließlich steht der Mensch mit all seinen emotionalen
Erfahrungen und seinem Verhalten im Mittelpunkt der Veränderung. Der
Beratungsalltag sieht hingegen oft anders aus.
Eine qualifizierte Anlaufstelle finden Hilfesuchende beim Verband der
Ernährungswissenschafter Österreichs (VEÖ) unter
http://www.veoe.org/get-your-expert.html.

Billigflieger-Hype lässt deutlich nach

Schober Lifestyle Report: Lockangebote steigern Skepsis der Konsumenten

Der Anteil der Kunden, die mit einem
Billigflieger verreisen wollten, ist nach Angaben des
Marktforschungsunternehmens Schober Information Group
www.schober.de im Vergleich 2004 zu 2005 deutlich gesunken.
„Die
Menschen haben offensichtlich ihre Erfahrungen mit den Billiganbietern
gemacht“, resümiert Marcus Mende, Leiter der Abteilung New Business
Development bei Schober, im Gourmet Report Interview.
Grundlage der
Ergebnisse des Schober Lifestyle Reports ist eine Befragung von 198.000
Menschen, die zum persönlichen Reiseverhalten interviewt worden sind.

Unter Singles und Top-Verdienern findet sich der größte Anteil
derjenigen, die ganz bestimmt bei einer Billig-Airline buchen werden. Im
Vergleich zu Herbst 2004 hat der Billigflieger-Hype aber auch bei diesen
Zielgruppen deutlich abgenommen. „Ziemlich deutlich fällt auch die Zahl
jener aus, die sicher nicht bei einer Billig-Airline buchen werden. Seit
Ende der 90-er Jahre haben sich die Low-Cost-Carriers fix am deutschen
Markt etabliert“, so Mende. Nicht zuletzt aufgrund der beeindruckenden
Zuwachsraten im Passagieraufkommen lehrten die Billigflieger die
etablierten Gesellschaften das Fürchten. „Vor dem Hintergrund der hier
aufgezeigten Entwicklung scheint es fraglich zu sein, ob die bisherigen
Wachstumsraten noch weiter realisiert werden können“, zitiert Mende das
Ergebnis der Untersuchung.

Gerade die Trendsetter, Singles und Top-Verdiener waren es, die den
Billig-Airlines die großen Zuwachsraten gebracht haben. Was nun
passiert, ist wohl auf eine gewisse Ernüchterung zurückzuführen. „Wer
auf die 19 und 29 Euro-Lockangebote aufgesprungen ist und wiederholt
feststellen musste, dass die Endpreise weit davon entfernt liegen,
entwickelt schnell eine gewisse Skepsis gegenüber den
Lowcost-Anbietern“, erklärt Mende. Interesse an den Lowcost-Airlines
konnte Schober nur bei jenen finden, die Nahe an den Flughäfen wohnten.
Als Stand-alone-Angebot erscheinen Billigflüge gegenwärtig deutlich an
Attraktivität verloren zu haben. „Die etablierten Airlines haben nämlich
auf die Billigflieger mit Sonderangeboten ihrerseits reagiert“, erklärt
Mende.

Auch der große Online-Buchungs-Hype scheint bei näherer Betrachtung
etwas anders auszusehen, als oftmals angenommen:
„Grundsätzlich spielt
das Internet bei der Planung und Realisation von Reisen eine immer
wichtigere Rolle. Das geht deutlich zu Lasten der Reisebüros“, so Mende.
Auch wenn die direkte Buchung von Pauschal-Angeboten noch immer über das
Reisebüro läuft, wird vorher im Internet geprüft und untersucht.
„Deutlich wird aber auch, dass die Mehrzahl der Kunden – nämlich
Familien und Senioren – immer noch im klassischen Reisebüro bucht“. Das
Internet spiele dann eine Rolle, wenn Bausteine und individuelle
Packages zusammengestellt werden. „Hier sind es vor allem
Trendsetter-Kunden, wie Top-Verdiener und Singles“, meint Mende. Die
Beratungskompetenz des Internet stelle allerdings die Beratungskompetenz
der Reisebüros in Frage. „Die Alternativen liegen auf der Hand: Das eine
wäre eine Spezialisierung auf bestimmte Zielgebiete und Urlaubsformen,
das andere auf der Erweiterung der Serviceleistungen bzw. die
Konzentration auf spezifische Kundengruppen.“

Dass zwischen dem Plan eine Reise machen zu wollen und der tatsächlich
angetretenen Reise der Weg offensichtlich doch weit ist, hat die
Schober-Marktanalyse auch deutlich gezeigt: So hatten beispielsweise nur
rund zehn Prozent der Familien, die für 2004 eine Kreuzfahrt geplant
hatten, diese auch tatsächlich umgesetzt. „Statistische Irrtümer sind
dabei ausgeschlossen, denn genau jene Personen, die zu ihren
Reiseabsichten 2003 befragt wurden, wurden ein Jahr später zu
tatsächlich durchgeführten Reisen befragt.“ Die Ergebnisse stimmten
lediglich bei Strand- und Badeurlauben sowie den Winterurlauben
einigermaßen mit den Absichten überein. Wolfgang Weitlaner