Bedeutung des Kauvorgangs

Neue Mandel-Studie unterstreicht die Bedeutung des Kauvorgangs
Gründliches Kauen kann das Sättigungsgefühl positiv beeinflussen

Kinder werden von ihren Müttern häufig dazu angehalten, ihr Essen gründlich zu kauen. Erst später wird vielen bewusst, dass Geschmack und Textur von Lebensmitteln durch Kauen stärker wahrgenommen werden können. Jetzt zeigen auf dem 17. European Congress on Obesity in Amsterdam vorgestellte und im American Journal of Clinical Nutrition1 veröffentlichte aktuelle Forschungsergebnisse, dass das Kauen im Verdauungsprozess eine wesentlich komplexere Rolle spielen und deutliche Auswirkungen auf die Nährstoffaufnahme sowie Sättigungs- und Völlegefühle haben kann.

In der Studie wurde untersucht, wie sich das Kauen von Mandeln auf die Physiologie auswirkt, insbesondere auf Appetit- und Hungergefühle, Hormonreaktionen und die Effizienz der Fettabsorption.
Die Studie zeigte, dass Personen, die 55 Gramm Mandeln vor dem Schlucken länger – d.h. 25 oder 40 Mal – kauten, bedeutend mehr gute ungesättigte Fettsäuren absorbierten als Personen, die die Mandeln vor dem Schlucken nur 10 Mal kauten.

Die Studie erforschte außerdem den Zusammenhang zwischen gründlich gekauten Mandeln und dem Sättigungsgefühl. Dafür wurden die Auswirkungen auf den Hormonhaushalt gemessen und die Einstufungen auf der Hungerskala ausgewertet. Ein erhöhter Fettgehalt im Dünndarm stimuliert oft die Ausschüttung verschiedener Hormone, die mit Völlegefühlen assoziiert werden. Diese Hormone wurden von den Forschern gemessen und die Studienteilnehmer wurden aufgefordert, vor und nach dem Verzehr von Mandeln einen Appetit-Fragebogen auszufüllen.
Obwohl insgesamt gesehen nur auf das Hormon Insulin deutliche Auswirkungen erkennbar waren, berichteten Testpersonen, dass sie sich deutlich weniger hungrig fühlten und ein stärkeres Völlegefühl hatten, wenn sie die Mandeln länger kauten.

„Diese neuen Forschungsergebnisse in Bezug auf Mandeln deuten darauf hin, dass gründliches Kauen die Verfügbarkeit ungesättigten Fetts erhöht und frühere Forschungen lassen vermuten, dass sich eine geringere Partikelgröße ebenfalls auf die Verfügbarkeit anderer im Fett vorhandener Nährstoffe wie z. B. Vitamin E auswirkt“, erklärte der Verfasser der Studie, Richard Mattes, PhD, RD von der Purdue University. „Diese Erkenntnisse unterstreichen außerdem die Bedeutung von Untersuchungen über das Kauen im Zusammenhang mit einem Gewichtsmanagement-Plan, da Studienteilnehmer berichteten, dass durch verstärktes Kauen der Mandeln ihr Hungergefühl unterdrückt und ihr Völlegefühl verstärkt wurde.“

Diese neue Studie baut auf vom Almond Board of California in Auftrag gegebenen und 2008 veröffentlichten Forschungen auf, die zu dem Ergebnis kamen, dass ein gründliches Kauen von Mandeln zu einer verstärkten Freisetzung von guten, ungesättigten Fettsäuren und von Vitamin E führt.2 Diese Studien deuten darauf hin, dass die Bioverfügbarkeit von Nährstoffen davon abhängt, wie stark ein Nahrungsmittel gekaut wird. Bioverfügbarkeit meint die Gesamtmenge eines Nährstoffes, der aus einem Lebensmittel gewonnen werden kann.
Die Bioverfügbarkeit eines Nährstoffes kann von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden, zu denen auch die Interaktion mit anderen Nährstoffen oder die Nahrungsmittelform (viele kleine Stücke oder ein großes Stück) gehören. Bei Mandeln stecken in jedem kleinen Kern vielfältigste Nährstoffe, die dort von für das menschliche Auge unsichtbaren Zellwänden umgeben sind. Diese Zellwände lösen sich beim Kauen auf und setzen Nährstoffe wie Vitamin E und ungesättigte Fettsäuren frei, die vom Körper aufgenommen werden. Je länger wir Mandeln kauen, desto besser lösen sich die Zellwände auf und ermöglichen es Nährstoffen in den Körper zu gelangen.

Gesundes Snack-Erlebnis
Laut einer 2008 durchgeführten Mintel-Studie halten 86 Prozent aller Befragten Nüsse und Samen für gute Snacks.3 Diese neuen Forschungsergebnisse bedeuten, dass Snack-Begeisterte nun weitere Gründe haben, sich beim nächsten Snack für eine Handvoll kalifornische Mandeln zu entscheiden, da diese bei längerem Kauen noch mehr Ernährungsvorteile bieten. Gründliches Kauen (bis zu 40 Mal) setzt nicht nur mehr wertvolle Fette und Vitamin E frei, sondern sorgt auch für das Sättigungsgefühl, das zu einem guten Snack-Erlebnis gehört.
Mehr Informationen über die Vorteile von Mandeln als Teil eines Ernährungsplans finden Sie unter: www.AlmondsAreIn.com

Die Studie im Überblick

Die Teilnehmer: 13 Personen (5 Frauen und 8 Männer) wurden durch Anzeigenveröffentlichungen rekrutiert. Das Durchschnittsalter betrug 24 Jahre.

Der Ernährungsplan: Die Teilnehmer erhielten 55 Gramm ganze Mandeln und wurden aufgefordert, diese gemäß dem Forschungsprotokoll oder der Behandlungswoche 10, 25 oder 40 Mal zu kauen. Die Teilnehmer stuften dann ihren Hunger vor und nach dem Verzehr der Mandeln ein. Die Forscher nahmen nüchtern und postprandial (nach dem Verzehr der Mandeln) Blutproben, um Veränderungen bei der Hormonreaktion zu messen. Außerdem wurden Stuhlproben gesammelt, um die Lipidausscheidung nach dem Mandelverzehr zu erfassen. Darüber hinaus überwachten die Forscher die gesamte Nahrungsaufnahme während der Behandlungswochen, indem sie den Teilnehmern ein Vier-Tage-Zyklus-Menü anboten, das aus drei Mahlzeiten und einem Snack bestand.

Die Ergebnisse: Die Forscher stellten fest, dass das längere Kauen der Mandeln Auswirkungen auf das Völlegefühl hat; die Teilnehmer berichteten, dass Hungergefühle deutlich länger unterdrückt wurden, wenn sie die Mandeln sehr gut (40 Mal) kauten (P < 0,05). Das längere Kauen der Mandeln wirkte sich auch auf die Verfügbarkeit guten ungesättigten Fetts zur Absorption aus, wobei die Lipidausscheidung nach 10-maligem Kauen deutlich höher war als nach 25- oder 40-maligem Kauen (P < 0,05). Es waren ebenfalls deutliche Behandlungseffekte auf das Appetithormon Insulin zu verzeichnen, das nach dem Verzehr gut gekauter (25 oder 40 Mal) Mandeln schneller abnahm.

Eine Portion Mandeln (28 g) enthält 13 g ungesättigtes Fett und nur 1 g gesättigtes Fett.4

Kakao schützt die Gefäße

Kakao schützt die Gefäße

Forscher kommen dem Wirkmechanismus auf die Spur
eine Tasse Kakao

Kakao mit einem hohen Anteil am Pflanzeninhaltsstoff Flavonol hat positive Auswirkungen auf die Gefäßgesundheit, berichtete ein transatlantisches Forscherteam (Universitätsklinikum Aachen und University of California Davies) auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). Auf der noch bis 18. April 2009 laufenden DGK-Jahrestagung in Mannheim diskutieren mehr als 7000 aktive Teilnehmer aus 25 Ländern neue Erkenntnisse apus der Herz-Kreislauf-Forschung.

Die Forscher hatten Patienten mit einer Herzkranzgefäßerkrankung (Koronare Herzkrankheit, KHK), die medikamentös optimal versorgt waren, zweimal täglich Kakao-Drinks gegeben; ein Teil davon hatte einen besonders hohen Anteil am Pflanzeninhaltsstoff Flavonol (375 versus 8 Milligramm pro Portion). Gemessen wurde anhand verschiedener Parameter der Einfluss dieser Maßnahme auf die so genannten endothelialen Progenitorzellen. Diese Vorläuferzellen spielen eine wichtige Rolle für die Regenerationsfähigkeit geschädigter Gefäßwände und somit für den weiteren KHK-Verlauf.

Fazit: Flavonol-haltiger Kakao mobilisiert bei KHK-Patienten funktionelle Gefäß-Vorläuferzellen – und zwar umso mehr, je höher der Anteil des Pflanzeninhaltsstoffes Flavonol ist. „Das könnte zur nachhaltigen Verbesserung der Gefäßschäden und zum besseren Krankheitsverlauf bei KHK-Patienten beitragen, die regelmäßig Flovonol-haltige Nahrungsmittel zu sich nehmen“, so die Wissenschaftler.

Über welchen Mechanismus Flavonol, das auch für herzgesunde Effekte von Rotwein oder Grüntee mit verantwortlich gemacht wird, seine positiven Effekte entfaltet, auch dieser Frage ist das Forscherteam im Labor nachgegangen. Ohne eine entsprechende Verarbeitung des Pflanzenstoffs im Organismus (Metabolisierung) bleibt jedenfalls auch der positive Effekt auf Gefäßzellen aus, wie in Versuchen beobachtet wurde. Jetzt haben die Wissenschaftler eine im Stoffwechsel vorkommende Substanzkombination („Metabolit“) identifiziert, der die gesundheitsfördernden Effekte von Flavonol triggern dürfte, nämlich Methyl-Catechin-Glucuronid. Die praktische Bedeutung dieser Entdeckung ist noch unklar.

Genmais

Keine Wertprüfung des Bundessortenamtes für Genmais

Anbaustopp für Genmais MON810 hat auch Auswirkungen auf die geplante Sortenversuche in Baden-Würrtemberg.

„Das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz angekündigte Ruhen der Genehmigung von MON810 hat auch Auswirkungen auf die geplanten Versuchsanbauten des Bundessortenamtes in Baden-Württemberg. Die Bundesbehörde plante im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Wertprüfungen zwei Versuchsanbauten im Land, die nun nicht durchgeführt werden. Damit ist davon auszugehen, dass im laufenden Jahr keine gentechnisch veränderten Pflanzen in Baden-Württemberg angebaut werden“, sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL, am Mittwoch (15. April) in Stuttgart.

Das Bundessortenamt plante die durch das Saatgutverkehrsgesetz im Rahmen des Sortenzulassungsverfahrens vorgeschriebenen Wertprüfungen mit gentechnisch veränderten Maispflanzen auf zwei Flächen in Rheinstetten-Forchheim (Landkreis Karlsruhe) und Ladenburg (Rhein-Neckar-Kreis) durchzuführen. Diese Versuche sollten mit privaten Dienstleistern aus der Region erfolgen. Aufgrund der aktuellen Vorgaben hat das Bundessortenamt entschieden, die geplanten Versuche nicht durchzuführen.

Baden-Württemberg hat den Landwirten bereits in der Vergangenheit wegen der schwierigen Rechtslage im Zusammenhang mit der Haftung keinen kommerziellen Anbau von Genmais im Land empfohlen. Soweit notwendig spricht sich das Land aber für neutrale, firmenunabhängige Forschung aus.

Zusatzinformationen:

Rechtsgrundlage für die Wertprüfungen:

Nach Saatgutverkehrsgesetz (SaatG) ist die amtliche Zulassung von Pflanzensorten Voraussetzung für den gewerblichen Vertrieb von Saat- und Pflanzgut. Der Zulassung ist die sogenannte Wertprüfung vorgeschaltet, bei der Ertrags-, Anbau-, Resistenz- und Qualitätseigenschaften einer Sorte geprüft werden. Nach § 44 (1) SaatG ist das Bundessortenamt (BSA) zuständig für die Prüfung, ob eine Sorte die Voraussetzung für ihre Zulassung erfüllt. Das BSA hat also den klaren gesetzlichen Auftrag zur Durchführung der Wertprüfung. Es baut dazu die Sorte an und führt die erforderlichen Untersuchungen durch. Das BSA kann den Anbau durch andere fachlich geeignete Stellen durchführen lassen (§ 44 (2) SaatG), da es selbst keine Prüfkapazitäten in den Bundesländern unterhält.

Agro-Gentechnik und Welternährungsprobleme

Agro-Gentechnik und Welternährungsprobleme
Bundesamt für Naturschutz fordert Nutzen-Risiko-Analyse

Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen (GVP) wird die Welternährungsprobleme nicht lösen. So jedenfalls das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn, das am 13. Januar 2009 im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche in Berlin ein Positionspapier veröffentlicht hat zur Frage „Kann die Agro-Gentechnik zur naturverträglichen und nachhaltigen Sicherung der Welternährung beitragen?“. Der Anbau transgener Pflanzen sei nach wie vor hoch umstritten und ein nachhaltiger Nutzen bisher nicht nachgewiesen. Aus ökologischer und naturschutzfachlicher Sicht sei größte Zurückhaltung geboten. Vielmehr müssten gerade im Hinblick auf die Welternährungsprobleme alternative und naturverträglichere Lösungsansätze (z. B. markergestützte Züchtungsmethoden) genutzt werden. Hier sieht sich das BfN auf einer Linie mit dem Weltagrarrat. Er schlägt im Weltagrarbericht vor, das Hauptaugenmerk auf die Förderung lokaler und regionaler Lösungsansätze zu legen, eine vernünftige Ressourcennutzung und angepasste Sortenentwicklung zu unterstützen. Außerdem sollte in den von Ernährungsproblemen betroffenen Entwicklungs- und Schwellenländern die kleinbäuerliche Produktion stabilisiert und gesteigert werden. Der Weltagrarrat fordert, neben den sozialen Aspekten insbesondere auf Umwelt- und Naturschutzerfordernisse zu achten und die biologische Vielfalt zu erhalten.
In einem Pressegespräch am 12. Januar 2009 in Bonn erläuterte die Präsidentin des BfN, Professor Dr. Beate Jessel, die möglichen Risiken beim Anbau von GVP. So seien Auswirkungen auf die biologische Vielfalt zu erwarten, der Nutzen aber bisher kaum belegt. Es fehlten ausreichende und standardisierte Daten für die Risikobewertung und es gebe kaum hinreichend abgesicherte Langzeitstudien. Das BfN setze sich als beteiligte Behörde an Inverkehrbringungs- und Freisetzungsverfahren auf allen Ebenen dafür ein, dass im Genehmigungsverfahren ökologische Auswirkungen von GVP fallspezifisch, systematisch und mit wissenschaftlichen Methoden vor der Zulassung abzuklären sind. „Wir sind als Bundesamt weder für oder gegen Gentechnik, warnen aber davor, einen Geist aus der Flasche zu lassen, der nicht rückholbar ist“, so Jessel. Im Hinblick auf die Risiken wie Auskreuzung, Wirkungen auf Nichtzielorganismen, auf Bodenfunktionen und auf Pflanzen- oder Tiergesundheit seien vor der Kommerzialisierung des Anbaus unbedingt umfassende und wissenschaftlich fundierte Nutzen-Risiken-Analysen durchzuführen.

aid, Renate Kessen

Weitere Informationen: www.bfn.de, Positionspapiere

Vitaminpräparate – kein Schutz vor Krebs?

Vitaminpräparate – kein Schutz vor Krebs?

Forscher des Brigham and Women`s Hospitals und der Harvard Medical School in Boston fanden in einer repräsentativen Studie keine Auswirkungen von supplementierten Antioxidantien auf das Krebsrisiko bei Frauen. Die Anwendung teurer Vitaminpräparate bleibt somit weiterhin fragwürdig.

Der tägliche Verzehr von Obst und Gemüse senkt das Risiko, an Krebs zu erkranken. Dies bestätigen epidemiologische Beobachtungen sowie wissenschaftliche Studien mit vitaminreichen Nahrungsmitteln. Die molekulare Krebsforschung identifizierte mittels in vitro-Untersuchungen zahlreiche krebshemmende Mechanismen, die durch Vitamine beeinflusst werden. Insbesondere die antioxidativ wirksamen Vertreter Vitamin E, Vitamin C und beta-Carotin erwecken seitdem großes Interesse in der Krebsprävention. Studien zur Wirksamkeit einer gezielten Supplementation solcher Antioxidantien erbrachten allerdings eher uneinheitliche und zum Teil widersprüchliche Ergebnisse.

Doktor Jennifer Lin und ihre Kollegen veröffentlichten jetzt Ergebnisse der Women’s Antioxidant Cardiovascular Study (WACS). Sie untersuchten unter anderem die Auswirkungen von Vitaminsupplementen auf das Krebsrisiko von Frauen. 7.627 Patientinnen nahmen hierfür acht bis zehn Jahre täglich Vitamin C-, Vitamin E- oder Beta-Carotin-Präparate ein. Die zugeführten Mengen lagen dabei in einer Größenordnung, wie sie durch alleinigen Verzehr vitaminreicher Lebensmittel nicht zu erreichen sind. 624 der beobachteten Frauen erkrankten im Beobachtungszeitraum an Krebs, 179 starben infolge der Krankheit. Einen krebsvorbeugenden Effekt der hohen Vitamingabe konnte das Forscherteam im Vergleich mit der Placebogruppe nicht nachweisen. Ihren Schlussfolgerungen zufolge weisen Tabletten mit isolierten Antioxidantien keine generellen krebspräventiven Eigenschaften auf. Den für bestimmte Krebsarten in einigen Studien dokumentierten schützenden Effekt supplementierter Vitamine, konnten Lin und ihre Mitarbeiter somit nicht bestätigen. Aufgrund fehlender gesicherter Nachweise sind Empfehlungen zu den meist teuren und hochdosierten Präparaten auch weiterhin kritisch zu betrachten. Bei stark erniedrigten Blutspiegeln kann eine Therapie mit dem entsprechenden Antioxidans durchaus angebracht sein. Diese sollte allerdings nur in Absprache mit einem fachkundigen Arzt erfolgen, um Überdosierungen zu vermeiden. Von einer „selbstverordneten Vitaminbehandlung“ zum Schutze der Gesundheit ist eher abzuraten.

Diät ergänzt durch Walnüsse kann metabolisches Syndrom reduzieren

Mittelmeer-Diät ergänzt durch Walnüsse kann metabolisches Syndrom reduzieren

Eine mediterrane Kost, ergänzt durch Nüsse – vornehmlich Walnüsse -, kann dabei helfen, das metabolische Syndrom zu reduzieren. Das ist das Ergebnis einer Studie, die an zehn spanischen Universitäten durchgeführt wurde. Die Teilnehmergruppe, die sich mediterran ernährte und zusätzlich Nüsse, vornehmlich Walnüsse, aß, konnte die Häufigkeit des metabolischen Syndroms um 13,7 % senken. Eine zweite Teilnehmergruppe ist der Mittelmeer-Diät, ergänzt durch natives Olivenöl, gefolgt. Dabei senkte sich die Häufigkeit des metabolischen Syndroms nur um 6,7 %. In der Kontrollgruppe, die sich fettarm ernährte, sanken die Werte sogar lediglich um 2 %. In Deutschland sind geschätzte 12 Millionen Menschen vom metabolischen Syndrom betroffen, was die Ergebnisse dieser Studie so wichtig macht. An der Studie nahmen insgesamt 1.224 Personen teil. Ziel war es, die Wirksamkeit mediterraner Ernährung in der Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen zu ermitteln. Die Teilnehmergruppen bestanden aus Personen zwischen 55 und 80 Jahren, bei denen ein hohes Risiko einer solchen Erkrankung vorhanden war. Die Studie lief über ein Jahr. Vor Behandlungsbeginn erfüllten 61,4 % aller Teilnehmer die Kriterien für das metabolische Syndrom.

Das metabolische Syndrom ist gekennzeichnet durch Adipositas mit großem Taillenumfang sowie Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, erhöhten Blutzuckerwerten beziehungsweise Diabetes Typ 2. Sie gelten als Risikofaktoren für Arteriosklerose und sind damit Hauptauslöser für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Die Studie wurde von Dr. Jordi Salas, dem Direktor des Bereichs Humanernährung an der spanischen Universität Rovira i Virgili, Tarragona koordiniert. Die Ergebnisse wurden in der letzten Ausgabe des wissenschaftlichen Journals Archives of Internal Medicine veröffentlicht.

Die traditionelle, fettreiche Ernährungsweise der Mittelmeer-Länder wurde bisher noch nicht auf ihre Auswirkungen auf das metabolische Syndrom, ein wachsendes Problem in allen Industriestaaten, überprüft. Deshalb haben sich die Autoren der Studie entschieden, die Auswirkungen der Mittelmeerdiät ergänzt durch Nüsse oder natives Olivenöl auf das metabolische Syndrom zu untersuchen.

Die Studienteilnehmer wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Die erste erhielt eine Beratung zu einer fettreduzierten Ernährung, die zweite wurde über die Mittelmeer-Diät aufgeklärt und erhielt 30 Gramm Nüsse am Tag, davon 15 Gramm Walnüsse, 7,5 Gramm Mandeln und 7,5 Gramm Haselnüsse. Die dritte Gruppe erhielt dieselben Informationen wie die zweite sowie einen Liter natives Olivenöl pro Woche.

Die Forscher fanden außerdem heraus, dass das Gewicht der Teilnehmer während des Untersuchungszeitraums zwar stabil blieb, der große Bauchumfang, der Bluthochdruck und die erhöhten Blutzuckerwerte in der Nuss-Gruppe aber trotzdem deutlich verringert waren. Die Tatsache, dass die Mittelmeerdiät ergänzt durch Nüsse dabei helfen kann, dem metabolischen Syndrom entgegenzuwirken, weist darauf hin, dass die Komponenten der Diät, vor allem die Nüsse, positive Auswirkungen auf Risikofaktoren des metabolischen Syndroms haben. Die PREDIMED Studie (Prevención con Dieta Mediterránea – Prävention durch die Mittelmeer-Diät), eine klinische randomisierte und kontrollierte Langzeit-Multicenter-Studie, untersucht die Auswirkungen der Mittelmeer-Diät auf die primäre Prävention von koronaren Herzkrankheiten. Etwa 9.000 Hochrisiko-Patienten werden an der Studie teilnehmen, 7.000 davon sind bereits in die Studie eingeschlossen und in drei Interventionsgruppen aufgeteilt: Mittelmeer-Ernährung mit gemischten Nüssen, insbesondere Walnüsse, Mittelmeer-Ernährung ergänzt durch natives Olivenöl und fettreduzierte Kost. Die Studie soll Ende 2010 abgeschlossen werden. Die ersten Ergebnisse der PREDIMED Studie belegen, dass die Mittelmeerdiät, ergänzt durch Olivenöl oder Nüsse, den arteriellen Druck, die Blutfette, die Blutzuckerwerte, die Entzündungsfaktoren und daher alle gemessenen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen positiv beeinflussen (Annals of Internal Medicine, 2006). Auf Basis dieser Ergebnisse betont Dr. Estruch: „Es ist einfach vorherzusagen, dass die Teilnehmer, die der Mittelmeer-Diät ergänzt durch Olivenöl oder Nüsse folgen, langfristig eine Halbierung der Inzidenz von kardiovaskulären Komplikationen aufweisen.

Den Abstract zur Studie finden Sie unter: http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/short/168/22/2449

Aktuelle DEHOGA-Umfrage

Aktuelle DEHOGA-Umfrage:
Gastronomen blicken mit gemischten Gefühlen aufs Weihnachtsgeschäft

Firmen sparsamer – Hoffnung auf kurzfristige Buchungen – DEHOGA für reduzierten Mehrwertsteuersatz in Hotellerie und Gastronomie

Erste Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise zeigen sich nun auch im Gastgewerbe. Wie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband) am Mittwoch in Berlin mitteilt, blicken die Gastronomen mit gemischten Gefühlen auf die Weihnachtssaison 2008: Für 42,3 Prozent der Unternehmer ist das Weihnachtsgeschäft schlechter angelaufen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Bei 22 Prozent der befragten Betriebe sind Firmenweihnachtsfeiern storniert worden. Andererseits berichten 40,4 Prozent von einer konstanten Buchungslage, 17,3 Prozent der Gastronomen befinden sich bereits in Festtagslaune und melden bessere Werte als im Vorjahr, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Verbandes. „Die Hoffnungen der Unternehmer liegen jetzt auf kurzfristigen Buchungen, denn die Advents- und Weihnachtszeit gehört ohne Frage für unsere Branche zu den wichtigsten Wochen des Jahres“, sagt DEHOGA-Präsident Ernst Fischer. Eines sei darüber hinaus klar: „In der Weihnachtszeit wächst bei vielen Menschen der Wunsch, sich trotz Krise mal etwas zu gönnen und sich verwöhnen zu lassen.“

Insbesondere bei Firmenweihnachtsfeiern werde derzeit allerdings gespart. „Angesichts der gedämpften Konjunkturaussichten haben viele Unternehmen das Budget gekürzt oder ganz gestrichen“, erklärt Fischer. „Große
Cateringveranstaltungen finden zudem seltener statt.“

Das schlägt sich auch auf die Erwartungen der Gastronomen nieder: Nur 11,5 Prozent der Unternehmer glauben, 2008 höhere Durchschnittsbons pro Gast verbuchen zu können. Fast jeder Zweite (48,1 Prozent) geht davon aus, das Umsatzniveau konstant zu halten und 40,4 Prozent der Befragten rechnen mit niedrigeren Umsätzen pro Gast.

„Nach wie vor sind Weihnachtsfeiern im Kollegenkreis aber äußerst beliebt und ein gutes Mittel, um den Mitarbeitern für ihren Einsatz in den vergangenen zwölf Monaten zu danken“, so Fischer. „Bei 78 Prozent der Gastronomen finden die Feiern wie geplant statt.“

Dabei werden traditionelle Speisen bevorzugt. „Experimentelle Küche ist weniger gefragt. Auf der Hitliste 2008 ganz oben stehen klassische Wild-gerichte, gefolgt von Gans und Schweinefleisch“, teilt Fischer mit. Gern gebucht würden zudem erlebnisorientierte Angebote wie Dinner-Shows oder Küchenpartys.

Zugleich appelliert der DEHOGA-Präsident an die Politik, mit sinnvollen Maßnahmen die Konsumlaune anzukurbeln. „Statt über Konsumgutscheine zu diskutieren oder üppige Boni für Handwerkerleistungen zu beschließen, fordert der DEHOGA die längst überfällige Reduzierung des Mehrwert-steuersatzes für Hotellerie und Gastronomie.“

Für die Studie zum Weihnachtsgeschäft 2008 hat der DEHOGA Bundesverband zwischen dem 3. und 7. Dezember 2008 1.200 gastronomische Unternehmer befragt.

Genussstudie 2008

Wie genießen die Deutschen?

Genussstudie 2008

Wie stehen die Deutschen zum Genuss, was genießen Sie? Dies fand eine repräsentative Umfrage der TÜV Rheinland/Impuls GmbH in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn heraus. Befragt wurden im Auftrag der Initiative Genusskultur bundesweit 1.042 Personen im Alter von 18 bis 89 Jahren. Ein erfreuliches Ergebnis: Fast die Hälfte der Deutschen zählt zu den gesunden Genießern (45,7%). Diese sind etwas häufiger in den alten Bundesländern anzutreffen als in den neuen (56,3% vs. 40%).

„Für die gesunden Genießer ist Genuss etwas Wichtiges in ihrem Leben. Sie schreiben ihm positive Auswirkungen auf Geist und Körper zu.
Gleichzeitig sind sie sich bewusst, dass Genießen immer auch bedeutet, bestimmte Grundsätze zu beachten wie bewusst genießen und Maß halten“, erklärt Dr. Stefan Poppelreuter, Diplom-Psychologe und Bereichsleiter der TÜV Rheinland/Impuls GmbH. Von fünf verschiedenen Typen sind am zweithäufigsten die zurückhaltenden Genießer vertreten – besonders in den neuen Bundesländern (35,6%). Potenzielle Risiken bestimmen ihr Denken in hohem Maße.

Männer genießen eher riskant – Frauen eher schuldbewusst
Doppelt so viele Männer wie Frauen finden sich unter den riskanten Genießern (12,6% vs. 6,1%). Sie probieren gern aus und nehmen schädliche Auswirkungen in Kauf. „Frauen sind dagegen häufiger als Männer unter den „schuldbewussten Genießern“ zu finden, die sich ihr Genusserleben „verdienen“ müssen und von Gewissensbissen verfolgt werden“, resümiert Studienleiter Stefan Poppelreuter.

An dem Klischee des Sex, Drugs and Rock ’n‘ Roll liebenden Mannes ist etwas dran: Weitaus mehr Männer gaben an, dass Genuss für sie bedeutet, ihre Sexualität auszuleben, Alkohol zu genießen und ein leckeres Essen zu kosten. Frauen hingegen lieben eher ein gutes Buch, einen Spaziergang und einen Einkaufsbummel.

Einstellungen zu Alkohol
Alkohol ist ein Thema, mit dem man verantwortungsvoll umgehen muss.
Dessen ist sich die Mehrheit der Deutschen bewusst. Befragt nach der Zustimmung zu verschiedenen Aussagen zu Genuss und Alkohol waren fast alle Interviewten der Meinung: „Verantwortlicher Alkoholkonsum und Vorbildfunktionen sind wichtig“. Ebenso wird Aufklärung über Alkoholmissbrauch für wichtig erachtet. Der Aussage „Alkohol ist Gift für den Körper. Ein komplettes Verbot wäre am besten“ stimmten hingegen die wenigsten zu.

Guide Michelin Hessen

FAZ.net bewertet den neuen Guide Michelin und seine Auswirkungen für Hessen

Köche hatten eine dünne Haut in diesen Tagen. Männer, die, ohne mit der Wimper zu zucken, lebende Hummer in kochendes Wasser werfen, die Austern knacken und Gänseleber mit Schokolade überziehen, fuhren zusammen, wenn sie ans Telefon gerufen wurden. Gezittert habe er, als er von seinem Michelin-Stern erfuhr, erzählte am Dienstag der Küchenchef der King Kamehameha Suite in Frankfurt, Alan Ogden. Von Patrick Bittner, einem, der meistens sehr zurückhaltend auftritt, ist verbürgt, dass er nicht nur eine einzige Champagnerflasche geköpft hat, und Alfred Friedrich kennt das schon, trotzdem freute er sich wie ein Schneekönig.

Lesen Sie de gesamten Artikel im FAZ.net:
www.faz.net/s/Rub8D05117E1AC946F5BB438374CCC294CC/Doc~ED7282E6A8CBB4025BEACB5516BEA4A8C~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Michelin Restaurantführer Deutschland 2009
1269 Seiten
Travel House Media
ISBN-13: 978-2-06713-819-3 (hier bestellen)
29,95 Euro

Links:
Michelin 2009 www.gourmet-report.de/artikel/22152/Sven-Elverfeld-mit-3-Stern/
Alle neuen Michelin Sterne 2009: www.gourmet-report.de/artikel/22153/Alle-neuen-Michelin-Sterne/
Alle gestrichenen Michelin Sterne 2009: www.gourmet-report.de/artikel/22154/Gestrichene-Sterne-Deutschland-2009/
Alle Sterne Restaurants Deutschland 2009 – www.gourmet-report.de/artikel/22156/Die-Sterne-Restaurants-Deutschland-2009/

Die 2000 besten Restaurants, eine Gewichtung der vier führenden Führer: www.haiku-liste.de

Fluten in Indien vernichten Ernten

Fluten in Indien vernichten Ernten

Auswirkungen des globalen Klimawandels vor Ort

Neu Delhi: In der Hauptstadt Indiens ist die Besorgnis der Menschen derzeit groß. Die Überflutungen durch den außergewöhnlich starken Monsunregen und einen Deichbruch in Nepal haben 1,2 Millionen Menschen obdachlos gemacht und tausende Hektar Getreidefelder zerstört. Indien leidet unter den heftigsten Überschwemmungen der vergangenen 50 Jahre mit verheerenden Auswirkungen auf die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln. Dabei ist der Monsun für Indiens Landwirtschaft eigentlich lebenswichtig und durchaus willkommen, denn ohne ihn bleibt die Ernte aus. Zwei Drittel der Inder sind direkt von der Landwirtschaft abhängig. Die jetzige Katastrophe aber sprengt bei weitem den üblichen Rahmen des Niederschlages während der Regenzeit. Der diesjährige Monsunregen im Norden des Subkontinents habe das größte Ausmaß seit Menschengedenken, heißt es bei den Vereinten Nationen. Die Katastrophe passiert in einem Land mit insgesamt 1,1 Milliarden Menschen, von denen laut Armutsbericht der Weltbank 42 Prozent von weniger als 1,25 Dollar pro Tag leben.
Auf die Wassermassen kann eine Gesundheitskrise folgen, denn das stehende Wasser ist ein idealer Brutplatz für Mücken, die Krankheiten übertragen können. Tausende von Häusern, Schulen und Hospitälern, Straßen und die wichtigste Infrastruktur sind entweder beschädigt oder zerstört. Quellen und Brunnen sind unbrauchbar. Auch im Nachbarland Bangladesch sind bis zu 6.000 Quadratkilometer Getreidefelder zerstört. Ohnehin war es in der Vergangenheit zu exlodierenden Reispreisen durch die allgemeine Verknappung des Angebots gekommen. Die Weltreisvorräte sind seit den achtziger Jahren auf dem niedrigsten Stand, so dass jeder Ernteausfall die Regionen unmittelbar trifft.

aid, Friederike Eversheim, z. Zt. Neu Delhi