Bärlauch

Gewürze und Gemüse der Frühjahrsküche

Als „Kraut“, das Mensch und Tier nach der kalten Jahreszeit die Müdigkeit austreibt und Bärenkräfte verleiht, kannte man den Bärlauch schon bei den Germanen. Einer Legende zufolge war „Allium ursinum“, wörtlich übersetzt das „Lauch des Bären“, sogar die erste Pflanze, mit der sich „Meister Petz“ nach dem Winterschlaf gestärkt haben soll. Genau wie seine botanischen Verwandten Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch kann Bärlauch als Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze genutzt werden. Für die Frühjahrsküche hat man das lange in Vergessenheit geratene Kraut mit dem würzigen Knoblauchgeruch vor einigen Jahren wieder entdeckt. Da die Wildpflanze durch Hitzeeinwirkung schnell ihr Aroma verliert, kommt sie überwiegend roh für Salate oder zum Verfeinern von Quark, Pesto, Kräuterbutter und kalten Saucen in Frage. Neben den länglichen, spitz zulaufenden Blättern des Bärlauchs sind auch die Zwiebeln essbar. Man kann sie wie Knoblauchzehen verwenden.

Der im frischen Zustand intensive Geruch wandelt sich beim Erhitzen in ein mildes, knoblauchartiges Aroma. Um den typischen Bärlauch-Geschmack zu erhalten, empfiehlt es sich, warme Saucen und Speisen erst kurz vor dem Servieren mit dem „wilden Knoblauch“ abzuschmecken.

In der Volksmedizin nutzt man Bärlauch als Heilpflanze gegen Magen- und Darmbeschwerden. Sein hoher Gehalt an schwefelhaltigen Verbindungen macht ihn ähnlich wirksam wie Knoblauch, ohne dass er schlechten Atem verursacht. Wer wilden Bärlauch sammelt, sollte die Pflanze genau bestimmen können. Das zur Familie der Liliengewächse gehörende Kraut ist von April bis Juni in Laub- und Buchenwäldern oder unter Hecken zu finden. Da man es vor der Blüte sammelt, besteht Verwechslungsgefahr mit den Blättern des Maiglöckchens, der austreibenden Herbstzeitlosen oder des Gefleckten Aroniastabs, die allesamt giftig sind. Eine Geruchsprobe, bei der man die Blätter zwischen zwei Fingern zerreibt, ist nicht immer
zuverlässig, da man sich unterwegs nicht nach jeder Probe die Hände waschen und den Knoblauchduft entfernen kann.
Ira Schneider, www.aid.de

Hotel Ritz, Paris: Die Bloody Mary

Die Schriftsteller-Legende Ernest Hemingway liebte Hochprozentiges. Aber er liebte auch seine Frau Mary Welsh. Beides zusammen vertrug sich allerdings nicht. Die Lösung dieses Dilemmas ging in die Geschichte des Longdrinks ein: „Meine Frau will nicht, dass ich trinke. Wenn ich nach Hause komme, riecht sie immer an meinem Atem und

schimpft mich dann aus!“ vertraute Hemingway seinem französischen Freund Bertin an. Bertin war Barchef von „Le Petit Bar“ im Pariser Hotel Ritz. Um Hemingway aus der Misere zu helfen, kreierte Bertin einen Cocktail, der ebenso hochprozentig wie geruchlos war. Diese Mischung aus Wodka und Tomatensaft sollte seinem Freund „Hem“ von nun an häuslichen Ärger ersparen: „Well done!“ bedankte sich Hemingway. „Bloody Mary never smelt a thing!“ Damit ging die „Bloody Mary“ in die Cocktail-Geschichte ein.

www.lhw.com

Was bringt 2010 für Passagiere und Airlines

Was bringt 2010 für Passagiere und Airlines
fluege.de wagt den Blick in die Glaskugel

Was die große Politik auf Trab hält, bewegt auch die Flugbranche: Terrorismus, Finanzkrise und Klimawandel. Die letzten zehn Jahre hielten die Fluggesellschaften in Atem. Was Passagiere und Airlines vom neuen Jahrzehnt erwarten können, hat das Flugbuchungsportal www.fluege.de zusammengefasst.

Zwar ging nach Angabe des Statistischen Bundesamtes die Zahl der auf deutschen Flughäfen abgefertigten Passagiere im Jahr 2009 um 4,3 Prozent zurück. Für das Jahr 2010 wird jedoch international wieder eine Zunahme des Passagieraufkommens um 4,5 Prozent erwartet. Auch die deutschen Flughäfen werden von dieser positiven Entwicklung profitieren.

Weniger positiv könnten sich die Ticketpreise entwickeln, so Martin Buck, Chef der weltgrößten Tourismusmesse ITB. Da das Angebot abnehme, die Nachfrage jedoch eher zunehme, werden mittelfristig die Ticketpreise steigen. Hintergrund ist, dass die eine oder andere Airline ( www.fluege.de ) einen Teil ihrer Flotte stilllegt. Außerdem werden die Kerosinkosten weiter steigen.

Der Strukturwandel im Flug-Business geht weiter. Der Markt für Premiumangebote befindet sich weiter im Tiefflug. Geschäftsreisende fliegen Economy, steigen auf Billigflieger um oder verzichten ganz auf den Flieger, indem sie verstärkt auf Telefonkonferenzen setzen. Daran wird sich nach Einschätzung der Fluggesellschaften auch 2010 nichts ändern. Eher im Gegenteil: Traditionsmarken bleiben weiter unter Druck; lediglich die Billigfluglinien rechnen mit einem ausbaufähigen Geschäft.

In Sachen Umweltschutz versucht sich die Luftfahrtbranche ihre eigene Ziele zu verwirklichen. Verbrauchsärmere Triebwerke, Treibstoffe aus Biomasse, gewichtsreduzierte Materialien und eine effizientere Ausnutzung des Flugraums sollen dazu beitragen, dass Emissionen langfristig gesenkt werden. Ob es in Sachen Klimaschutz jedoch ausreicht, das Fliegen von Umwegen und Warteschleifen zu reduzieren, steht in den Sternen.

24 Stunden

SAT1, Mittwoch, 03.12. um 23:15 Uhr

24 Stunden

Rademacher und Koch – Aufmachen, Zollkontrolle!

Reporter im Einsatz

Nicht immer ist es Vorsatz, wenn Beamte auf unverzollte Zigaretten, auf verbotene Fleischwaren oder auf große Mengen neu eingekauften Schmuck stoßen. Aber wer die Frage, ob er etwas zu verzollen habe, zögert, hat schon verloren. Hat der der Zollbeamte erst einmal Witterung aufgenommen, nützt keine Ausrede: Die Ertappten reagieren meistens überrascht und einsichtig, einige jedoch fangen an zu pöbeln und beschimpfen die Beamten. Jeden Tag um die Mittagszeit das gleiche Spiel: Wenn sich die vietnamesischen Fluggäste für die Maschine nach Hanoi einfinden, laufen die Männer und Frauen vom Zoll zu Höchstform auf. Ab 10.000 Euro muss jeder Cent beim Zoll gemeldet werden. Die Beamten wissen aus Erfahrung, dass die meisten Fluggäste weit mehr als 10.000 Euro dabei haben, um dieses Geld für die Familie oder für die eigene Altersversorgung an den deutschen Zollbehörden vorbei nach Vietnam zu schleusen. 30.000 Euro und mehr sind keine Seltenheit. Meistens ist das Geld in sorgsam gebündelten 500-Euro-Scheinen am Körper versteckt. Roland Koch arbeitet seit über zehn Jahren beim Zoll am Frankfurter Flughafen, aber was im da Anfang Februar in die Hände geriet, verschlug auch ihm den Atem: 63 Kilogramm Goldschmuck hat ein osteuropäischer Reisender dabei. Mit einem kleinen Koffer wollte er die Ketten, Ringe, Ohrclips und Armreifen ohne die notwendigen Anmeldeformalitäten am Zoll vorbeischmuggeln. Bei der Anmeldung des fast eine Million Euro teuren Goldschmucks wären beim Zoll Abgaben in Höhe von mehr als 180.000 Euro fällig gewesen. Nun drohen dem Mann die Steuernachzahlung, eine saftige Geldstrafe und eine Anzeige wegen Steuerhinterziehung. Das Team der Reportage war dabei, als die Zollbeamten das Gold untersuchten, am Körper versteckte Geldbündel entdeckten und Kreditkartenbetrüger auf frischer Tat ertappten.

Die Revolution des Ferran Adrià

Wie ein Katalane das Kochen zur Kunst machte – von
Manfred Weber-Lamberdière – Sachbuch, mit einem Nachwort von Ferran Adrià und zahlreichen Fotos

»Der beste Koch der Welt.« New York Times

Ferran Adrià wurde von der New York Times wie von Le Monde zum »besten Koch der Welt« gekürt. Als erster Küchenchef erhielt er eine Einladung als Künstler zur Kasseler Documenta 2007.
Für Ferran Adrià ist jedes Gericht ein Original. Er setzt die Idee von der permanenten Revolution am Kochtopf um wie kein anderer: Sein Restaurant elBulli an der Costa Brava hat nur sechs Monate im Jahr geöffnet, die übrige Zeit experimentiert er mit neuen Zutaten, Aromen und Texturen. Rocquefort-Sorbets, Blutwurst-Puffreis, Melonen-Kaviar, Seeteufelleber mit Ponzu-Luft oder — warum nicht — heißes Eis: Wenn Adrià jeweils im April seine neue Kollektion vorstellt, hält die Gourmet-Welt den Atem an und diskutiert über die neuartigen Geschmacksakkorde.

Manfred Weber-Lamberdière zeichnet ein lebendiges Porträt des einflussreichsten Küchenchefs unserer Zeit und bietet faszinierende Einblicke in sein kulinarisches Versuchslabor und das Universum der Haute Cuisine.

Die Revolution des Ferran Adrià. Wie ein Katalane das Kochen zur Kunst machte – Manfred Weber-Lamberdière, Berlin Verlag
288 Seiten, Gebunden
ISBN-13: 9783827007421
18,00 €/ 32,40 (SFr)/ 18,50

Atemberaubende Reise durch das Zentrum Chinas

Der Titel soll mehr Aufforderung denn realistisches Ziel sein.
„China entdecken“ ist in 23 Tagen nicht möglich, wenngleich drei Wochen im
Reich der Mitte (ab 2.840 EUR) durchaus die Sinne schärfen für all die
Gegensätze in diesem Land. Kaum anderswo auf der Welt sind historische,
kulturelle und landschaftliche Kontraste so allgegenwärtig wie hier.

So ähnelt die Studienreise des Hamburger Spezialanbieters China Tours dann
zuweilen auch einer Zeitreise durch die chinesische Geschichte. Hier die
pulsierende Megacity Shanghai mit ihren futuristischen Sky-scrapern, dort
die um Jahrhunderte zurückversetzende und zum Weltkulturerbe zählende
Altstadt von Lijiang. Ein Kontrast, der deutlicher kaum sein könnte und dem
sich weitere nahtlos anschließen.

So folgt dem Aufenthalt in Peking unvermittelt die erste intensive Begegnung
mit dem Buddhismus, eine von fünf in der offiziell atheistischen
Volksrepublik anerkannten Religionen. Die 53 Yungang-Tempelgrotten von
Datong oder die Sakralbauten in Wutaishan machen diese Region zu einem
Zentrum des Buddhismus in Ostasien.

Auch landschaftlich gleicht die Reise einem Parforceritt: Rauben 4.500
Höhenmeter und der traumhafte Ausblick von Jadedrachen-Schneeberg auf den
östlichen Himalaya bereits die Luft, so stockt einem bei der Bootsfahrt auf
dem Li-Fluss ob der romantischen Kulisse von Reisfeldern und Wasserbüffeln
ebenfalls der Atem.

Welchen Einfluss die zahlreichen ethnischen Minderheiten auf unser
China-Bild haben, wird beim Besuch von Lijiang deutlich. Zwar stellen heute
auch hier die Han-Chinesen den weitaus größten Bevölkerungsanteil, doch
dominieren rund 250.000 Naxi zumindest in den von Touristen besuchten
Vierteln das Bild der Hauptstadt ihres einstigen, Mitte des 13. Jahrhunderts
untergegangenen Königreiches.

Zum Ende der Tour versetzt es die Reisenden geradezu katapultartig zurück in
die Gegenwart und ein wenig darüber hinaus. Shanghai präsentiert sich als
manifestierter Glaube an die zukünftige wirtschaftliche Macht Chinas. Das
Tempo, das der ultramoderne Transrapid auf der kurzen Fahrt zum Rückflug
nach Deutschland vorliegt, ist lediglich das Ausrufezeichen hinter dieser
Erkenntnis.

Weitere Informationen und Buchung:
www.ChinaTours.de

Wasserspender mit Keimen

Der Genuss von Wasser aus
Wasserspendern kann selbst in Apotheke oder Arztpraxis
unappetitlicher sein als man denkt. Dies ist das Ergebnis einer
Stichprobe, die das WDR-Wirtschaftsmagazin „markt“ in Bonn,
Düsseldorf und Köln durchführte .

In 15 von 20 Proben, gezogen in Apotheken, bei Ärzten oder in
Praxiskliniken, wurden Keime in einer Menge gefunden, die den
Richtwert für Trinkwasser aus der Leitung z.T. über hundertfach
überschreitet. „Bei einem solchen Befund im Wasserhahn bei Ihnen zu
Hause,“ so die Einschätzung des Hygienikers Prof. Martin Exner von
der Universitätsklinik Bonn, der für den WDR die Proben untersuchte,
„würde das Gesundheitsamt diesen Hahn für Trinkwasserzwecke sperren.
Doch obwohl solche Spender ebenfalls Trinkwasser anbieten, gelten die
Hygiene-Bestimmungen der Trinkwasserverordnung für sie nicht. In zwei
Proben entdeckte das Labor außerdem coliforme Bakterien, die
wahrscheinlich aus Fäkalien stammen, bzw. Krankheitserreger, die
Atem- und Harnwegsinfektionen hervorrufen können.

Die WDR-Stichprobe zeigt, dass man sich offenbar in vielen
Apotheken und Praxiskliniken nicht der Gefahr bewusst ist, dass über
das Getränkeangebot Keime und Krankheitserreger verbreitet werden
können. Prof. Exner sieht darin ein besonderes Infektionsrisiko: „Es
sind ja oft gerade abwehrgeschwächte Personen, die sich in Arztpraxen
und Kliniken aufhalten und dort Wasser entnehmen“, so der Leiter des
Bonner Hygiene-Instituts gegenüber dem Westdeutschen Rundfunk.
Ursache für die Verschmutzungen sei meistens eine zu seltene
Reinigung der Trinkwasserspender, so der Hygiene-Experte.