Thilo Bode

Jeden Tag begegnen uns Starköche wie Ralf Zacherl, Tim Mälzer, Sarah Wiener oder Rainer Sass mit Ihrem Appell zur guten und bewussten Ernährung im Fernsehen. In diversen Fernsehshows können wir zuschauen wie sich Hobby-Köche duellieren, um ihren Mitstreitern und Fernsehzuschauern das perfekte Dinner zu präsentieren.

Keine Frage, die Lust an einer genussvollen und stilvollen Ernährung ist in Mode. Heute tragen rund 35 000 Produkte das deutsche Biosiegel.

Der medial vermittelte Gesellschaftstrend einer bewussten Ernährungshaltung trügt jedoch. Im Durchschnitt geben die Deutschen lediglich 11,7 Prozent Ihrer Konsumausgaben für Essen aus und benötigen zwischen 15 und 45 Minuten für die Zubereitung aller Mahlzeiten des Tages. Eine neue Studie belegt: die Deutschen sind die dicksten Europäer. Der Ernährungsalltag der Deutschen ist geprägt von vergammeltem Fleisch, Geschmacksverstärkern, Pestizidrückständen in Obst und Gemüse und undeklariertem Einsatz von Gentechnologien.

Wie ist dieser Widerspruch in der deutschen Ernährungslandschaft zu erklären? Worauf sind die Missstände in der Lebensmittelherstellung zurückzuführen? Sind eine gesunde Ernährung und ein respektvoller Umgang mit den Tieren allein eine politische Angelegenheit? Wie kann der Verbraucher Einsicht in die Qualitätsunterschiede der Produkte verschaffen, wenn diese nicht das Biosiegel tragen? Über 70 % der Deutschen lehnen beispielsweise Eier aus Käfighaltungen ab. Etwa 95 % der weiterverarbeiteten Eier in der Lebensmittelindustrie sind jedoch Eier aus Legebatterien, die auf den Verpackungen nicht ausgezeichnet werden. Hat der Verbraucher nicht ein Recht auf Transparenz in der Lebensmittelindustrie? Oder ist es nur einer gut situierten „Food-Elite“ vorbehalten, ihre Essgewohnheiten zu kultivieren, indem sie sich über den Preis eine Garantie für eine gesunde Ernährung einkauft?

Welche Rolle nimmt die PR-Branche in dem verklärten Getriebe der Lebensmittelherstellung, Deutschlands wichtigstem Industriezweig, ein? Große Handelsketten wie Plus, Lidl oder Aldi haben den Bio-Markt längst für sich entdeckt. Jedoch haben Sie es versäumt, mit diesen Produkten eine positive Imagesteigerung hervorzurufen. Wie sind diese Defizite in der Öffentlichkeitsarbeit zu erklären?

Über die Schwierigkeiten in der Lebensmittelherstellung und ihrer Kommunikation nach außen sprechen wir mit Thilo Bode, dem Gründer und Geschäftsführer Foodwatch und ehemaligen Geschäftsführer Greenpeace Deutschland.

14.06.2007

Veranstaltungsort:
Hotel Le Royal Méridien
Raum Blankenese
An der Alster 52-56
20099 Hamburg

Beginn:
19.30 Uhr

Referent:
Thilo Bode, Gründer und Geschäftsführer Foodwatch

Seit seiner Gründung 2002 veranstaltet der PR Club Hamburg e.V. monatlich hochkarätige Vorträge. Die Referenten sind PR-Spezialisten aus dem In- und Ausland.
Für Mitglieder ist der Besuch der Veranstaltungen kostenfrei, Gäste zahlen 25,- €.

www.pr-club-hamburg.de

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