48% der Deutschen reduzieren Zucker in ihrer Ernährung

Mit der zunehmenden Beliebtheit gesunder Ernährung sehen sich im Einzelhandel erhältliche Nachtische schwierigen Zeiten gegenüber. Jüngste Forschungserkenntnisse von Mintel zeigen, dass fast die Hälfte (48%) der deutschen Verbraucher ihren Verzehr von zuckerhaltigen Lebensmitteln zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. Eine ähnlich große Zahl der Deutschen (44%), geben an fetthaltige Nahrungsmittel zu vermeiden oder reduzieren. Das Bedürfnis der Verbraucher gesunde Alternativen zu traditionellen Nachttischen zu finden geht auf Kosten des Absatzes von Desserts in Deutschland. „48% der Deutschen reduzieren Zucker in ihrer Ernährung“ weiterlesen

TK-Ernährungsstudie 2017

Gesund geht vor lecker! Fast die Hälfte der Deutschen legt Wert auf gesunde Ernährung. Eine Tendenz, die in den letzten Jahren immer mehr zugenommen hat und sich in der aktuellen Ernährungsstudie der Techniker Krankenkasse zeigt. Doch was ist den Menschen beim Essen wichtig? Wer lebt gesünder? Und was ist drin in Lebensmitteln? Alle Informationen und Ergebnisse der Studie, Infografiken und Interviews.

Während bei über der Hälfte der Frauen (54 Prozent) der Gesundheitsaspekt im Vordergrund steht, essen 51 Prozent der Männer nach dem Motto „Hauptsache lecker“.

Klar wird: Essen und Ernährung spielen eine Hauptrolle im Leben der Deutschen. Kein Wunder, denn Nahrungsmittel sind der Kraftstoff, der uns durch den Alltag bringt und die Voraussetzungen dafür schafft, möglichst lange gesund und aktiv zu leben.

Bewegung, Stress und Ernährung haben einen entscheidenden Einfluss auf unsere Gesundheit. Viele Zivilisationskrankheiten ließen sich mit einer gesünderen Lebensweise verhindern oder in ihrem Verlauf positiv beeinflussen. Ernährung spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Runde Republik Deutsch­land
Laut Ernährungsumfrage finden sich knapp 40 Prozent der Deutschen als etwas zu schwer. Acht Prozent halten sich für stark übergewichtig. Signifikante Unterschiede bei Frauen und Männern gibt es nicht. Klar erkennbar ist der Zusammenhang zwischen Gewicht und wahrgenommener Gesundheit. Bei den Befragten mit schlechterer Gesundheit ist der Anteil der Übergewichtigen deutlich höher als bei den Teilnehmern, die sich eine gute Gesundheit attestieren.

Zeit und Ruhe fehlen
Die TK-Ernährungsstudie zeigt auch, dass sich die Menschen gesünder ernähren wollen. Häufigstes K.O.-Kriterium: fehlende Zeit und Ruhe, um sich besser ernähren zu können. Drei von vier Personen gaben das als Grund für unausgewogene Ernährung an. Jeder Siebte benennt fehlendes Wissen als Ursache ungesunder Ernährung. 36 Prozent finden die Essensauswahl am Arbeitsplatz schwierig. Folge daraus: Jeder Vierte isst während der Arbeitszeiten nicht viel, dafür aber abends reichlich.

BRIGITTE Diät 2017

Wenn wir ein paar Kilo verlieren wollen, erscheint uns der eigene Körper oft als Feind. Denn mit Heißhungerattacken und Jojo-Effekt versucht er, uns vor dem vermeintlichen Verhungern zu retten. Die neue BRIGITTE Diät 2017 macht den Körper jetzt zum Verbündeten – mit Rezepten und Tipps, die den Stoffwechsel anregen sowie Lebensmitteln, die die Bakterienvielfalt im Darm fördern und regulieren. Auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse wird das Abnehmen so wesentlich leichter und der Körper in den gesunden Schlank-Modus umprogrammiert.

Die 30 Rezepte der neuen BRIGITTE Diät werden in der BRIGITTE-Ausgabe 2/2017 veröffentlicht, die am 4. Januar 2017 erscheint: 15 Hauptgerichte, je vier Frühstücks- und Abendbrot-Rezepte sowie sieben vegane Detox-Gerichte für Hauptmahlzeit oder Frühstück. Dezember 2016 erhalten registrierte Küchenleiter vorab exklusiv die Rezepte zum Gratis-Download. Bereits ab sofort können sich Deutschlands Kantinen-Chefs auf dem Service-Portal www.BRIGITTE-Diaet-Aktion.de über die sechswöchige Kantinen-Aktion informieren und anmelden, um ihren Gästen im Januar und Februar 2017 etwa „Seelachs, Gemüsenudeln und Schafskäse-Dip“, „Rosa Krautsalat mit Hähnchen“ oder „Kürbis-Quisotto mit Apfelsenf“ zu servieren.

Zudem besteht über das Service-Portal die Möglichkeit, kostenfreie Werbemittel wie Plakate, Tischaufsteller oder Flyer zur Aktion zu bestellen. In diesem Jahr bietet die BRIGITTE Diät-Aktion einige zusätzliche Features für alle teilnehmenden Kantinen und deren Tischgäste an. Zum einen stehen Samplings der BRIGITTE Diät Wohlfühl-Tees von Meßmer bereit – „Belebung“ mit Grüntee für den Start in den Tag, „Beruhigung“ mit Lavendelblüten für zwischendurch, „Belohnung“ ohne Koffein für die Auszeit am Abend. Zum anderen können die Kantinengäste eine Ausgabe der BRIGITTE kostenlos anfordern sowie vier Wochen gratis beim Online Fitness-Studio „fitnessRAUM“ trainieren. Auf der Landing-Page der BRIGITTE Diät-Aktion stehen ab Aktionsbeginn am 16. Januar zusätzlich exklusive Tipps für eine gesunde Ernährung und vieles mehr zur Verfügung.

Die BRIGITTE Diät-Expertinnen stehen wie gewohnt für alle Fragen rund um die Aktion, Ernährung und Diät bereit. Die BRIGITTE Diät-Aktion läuft bereits seit Jahren erfolgreich in zahlreichen Kantinen Deutschlands.

Die BRIGITTE Diät wurde 1969 in Zusammenarbeit von BRIGITTE mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und Diätexperten entwickelt. Bis heute begeisterte sie schon Millionen von Frauen und wird von Ärzten und Ernährungsberatern befürwortet. Die BRIGITTE Diät empfiehlt 1.200 bis 1.400 Kilokalorien pro Tag, für Männer 300 mehr. Die BRIGITTE Diät besteht aus einer Vielzahl von Rezepten für Frühstück, Mittag- und Abendessen, die im Baukastensystem zu individuellen Diätplänen zusammengestellt werden. So garantiert die BRIGITTE Diät eine ausgewogene und genussvolle Ernährung. Seit drei Jahren empfehlen die Expertinnen der BRIGITTE Diät die Diät-Regeln „Stundenformel“, „Fatburn-Kick“ und „Kalorienbremse“. Die „Stundenformel“ lautet 4 – 4 – 10 für drei Mahlzeiten am Tag. Sie bezeichnet die Stundenzahl, die mindestens zwischen den Mahlzeiten liegen sollte. Der Hintergrund: Der Stoffwechsel verbrennt am meisten Fett, wenn man ihm ausreichend Pausen gönnt. Hinter dem „Fatburn-Kick“ verbirgt sich die Erkenntnis, dass eiweißreiche Nahrung vor allem abends die Fettverbrennung ankurbelt. Die „Kalorienbremse“ bedeutet, dass kohlenhydratarme Mahlzeiten den Blutzuckerspiegel niedrig halten und die Energiedichte senken.

aid infodienst e. V. aufgelöst

Der aid infodienst e. V. (aid) ist Geschichte. Am 3.
November 2016 haben die Mitglieder als höchstes Aufsichtsgremium die
Auflösung des Vereins beschlossen. Das klingt zunächst nach einer
schlechten Nachricht für eine Institution, die in Deutschland 66
Jahre lang neutrale Informationen “vom Acker bis zum Teller“
lieferte. Aber es gibt einen guten Grund für die Auflösung: Die
Kompetenzen in Sachen Ernährungs- und Agrarkommunikation sollen
gebündelt werden. Es gibt in Deutschland zahlreiche „Kompetenz- und
Kommunikationsinseln“, die – staatlich gefördert – über
Landwirtschaft, Lebensmittel und Ernährung kommunizieren. Was fehlt,
ist DAS Kompetenz- und Kommunikationszentrum für Verbraucher sowie
für Fach-, Lehr- und Beratungskräfte. Dies soll nun unter dem Dach
der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) geschaffen
werden. Und zwar in zwei eigenständigen Einheiten: dem Bundeszentrum
für Ernährung (BZfE) und einer Kompetenzeinheit für
landwirtschaftliche Fachinformationen, die miteinander vernetzt sein
werden.

Kern des neuen Bundeszentrums für Ernährung sowie der
Agrarkommunikation werden jeweils Teile des aid sein. Bis zur
Gründung dieser Meilensteine steht noch eine Menge Arbeit an. Zudem
sind mit einer Bündelung der Kompetenzen auch neue Konstellationen in
der Organisation und Kommunikation erforderlich. Dennoch werden die
aid-Medien weiter verfügbar sein. „Unsere Arbeit führen wir in
unveränderter Qualität nahtlos fort und auch das Medienangebot
stellen wir weiterhin in der gewohnten Qualität sicher“, so Dr.
Margareta Büning-Fesel, Geschäftsführender Vorstand des aid und
zukünftige Leiterin des BZfE. „So muss niemand auf Informationen
oder Unterrichtsmaterialien des aid verzichten.“ Schritt für
Schritt werden also neue und auch bewährte Materialien unter dem
neuen Namen veröffentlicht. „Das gesamte Angebot wird in der
geballten Kraft eines ‚Bundeszentrums für Ernährung‘ noch besser“,
so Büning-Fesel.

Das gilt selbstverständlich auch für die bewährten Medien im
Agrarbereich. Und nicht nur das: Die Kommunikation in diesem Bereich
soll stärker in Richtung Verbraucher gehen. Was dem aid vor allem aus
Kapazitätsgründen in Sachen „Informationen über die
Landwirtschaft“ bisher nur in relativ geringem Umfang möglich war,
soll in der neuen Konstellation deutlich gestärkt werden. Da sieht
Büning-Fesel noch großes Potenzial: „Es soll ein möglichst
realistisches Bild über die aktuell praktizierte Landwirtschaft
vermittelt werden, weg von einer fragwürdigen Werbeidylle auf dem
Stand des 19. Jahrhunderts.“ Die modernen Errungenschaften der
Lebensmittelerzeugung, inklusive vieler Instrumente zum besseren
Schutz für Tiere, Natur und Umwelt, müssten jedem als neutrale
Informations- und Entscheidungsgrundlage zur Verfügung stehen.
Außerdem gebe es noch einen Handlungsbedarf für die Kommunikation
der Forschungsergebnisse im Agrarbereich.

Mit der Auflösung des aid ist somit der Grundstein für eine
konzentrierte Kommunikation im Ernährungs- und Agrarbereich gelegt.
Das ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer
schlagkräftigeren Ernährungs- und Landwirtschaftskommunikation.

www.aid.de

Studiensammlung zu Ernährung und Esskultur in Deutschland

Studiensammlung zu Ernährung und Esskultur in Deutschland

Die eismann Tiefkühl-Heimservice GmbH führte im Jahr 2015 wieder erkenntnisreiche Umfragen und Studien zu Lebensmitteln, Ernährungsgewohnheiten und der Esskultur der Deutschen durch. Diese dienten der Ermittlung von Trends und Verbraucherwünschen. Alle Erkenntnisse sind wie bereits im Jahr zuvor zu einem zweiten Studienband auf 20 Seiten zusammengefasst worden. Journalisten und alle Interessierten können sich das Kompendium kostenlos herunterladen.

Die Top-Facts

Food-Trends sind was für Jüngere, jeder dritte Deutsche kocht fürs Büro vor, Fisch kaufen die Deutschen am liebsten mit Siegel, das Butterbrot erlebt eine Renaissance – diese Ergebnisse und viele weitere, wie zum Beispiel zehn Dinge, die man garantiert noch nicht über Tiefkühlkost wusste, fassen das kulinarische Jahr 2015 in einem Band zusammen.

Download: http://frauwenk.us10.list-manage1.com/track/click?u=9c10f6a2e837a65aa8e324510&id=abd5bc29c1&e=d8f20a697e

Wenn Essen die Funktion der Gene verändert

Wie eine Studie unter Führung des Deutschen
Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) nun an Mäusen zeigt, führt eine
fettreiche Ernährung während der Trag- und Stillzeit zu epigenetischen*
Veränderungen bei den Nachkommen. Diese Änderungen beeinflussen
Stoffwechselwege, die durch das Darmhormon GIP** reguliert sind, wodurch
die erwachsenen Nachkommen empfänglicher für Übergewicht und
Insulinresistenz werden, der Vorstufe zum Typ-2-Diabetes. Ähnliche
Mechanismen seien beim Menschen nicht auszuschließen, so Andreas F. H.
Pfeiffer, Leiter der Abteilung Klinische Ernährung am DIfE.

Die Studie ist ein interdisziplinäres Kooperationsprojekt des Deutschen
Zentrums für Diabetesforschung (DZD), an dem neben Wissenschaftlern des
DIfE auch Forscher des Helmholtz Zentrums München beteiligt waren. Das
Wissenschaftlerteam um Andreas F. H. Pfeiffer und die Erstautoren
Michael Kruse und Farnaz Keyhani-Nejad publizierte seine Ergebnisse
kürzlich in der Fachzeitschrift Diabetes (Kruse et al., 2016;
65:1-11; DOI: 10.2337/db15-0478).

Wie Wissenschaftler weltweit beobachten, besitzen Kinder von adipösen
Müttern ein höheres Risiko für Übergewicht und
Stoffwechselerkrankungen. Neuere Studienergebnisse lassen annehmen, dass
als Ursache hierfür auch ernährungsbedingte epigenetische Effekte eine
Rolle spielen könnten. Da Mensch und Maus genetisch sehr ähnlich sind,
nutzen viele Wissenschaftler Mausmodelle, um solche Zusammenhänge unter
kontrollierten Bedingungen zu erforschen. Am Menschen sind solche
Studien nicht möglich.

Im Fokus der aktuellen Studie standen dabei die epigenetischen Effekte
auf die GIP-regulierten Stoffwechselwege, die während der
Schwangerschaft und Stillzeit durch die Ernährung ausgelöst werden. GIP
ist ein Hormon, das der Darm nach der Nahrungsaufnahme freisetzt und
welches die Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse stimuliert.
Es beeinflusst den Stoffwechsel von Fettzellen sowie die Fettverbrennung
in der Skelettmuskulatur und fördert als anaboles Hormon den Aufbau von
Körpermasse. Seine Effekte vermittelt GIP über den sogenannten
GIP-Rezeptor. Fehlt dieser wie bei der Gipr-/–Maus, so kann das Hormon
seine natürliche Wirkung nicht mehr entfalten und die Tiere sind
normalerweise vor Übergewicht und Insulinresistenz geschützt. Da sich
die GIP-regulierten Stoffwechselwege anhand des Gipr-/–Mausmodells gut
untersuchen lassen, verwendeten die Forscher diesen Mausstamm für ihre
Studie. Als Kontrolle diente der Wildtyp-Stamm des Mausmodells.

Zunächst teilten die Forscher die Mausmütter in drei Gruppen ein, die
während der Trag- und Stillzeit unterschiedliches Futter erhielten:
Gruppe 1: Gipr-/–Mäuse, die fettreiches Futter erhielten
Gruppe 2: Gipr-/–Mäuse, die normales Futter erhielten
Gruppe 3: Wildtyp-Mäuse mit intaktem GIP-Rezeptor, die normales Futter
erhielten

Alle Nachkommen der drei Gruppen bekamen nach dem Abstillen für 22
Wochen normales Futter und im Anschluss daran für weitere 20 Wochen eine
fettreiche Kost.

Wie die Wissenschaftler beobachteten, nahmen die erwachsenen Nachkommen
der Gruppe 1 und 3 unter der 20-wöchigen fettreichen Diät deutlich an
Fettmasse zu, obwohl sie weniger fraßen als der Nachwuchs von Gruppe 2.
Ebenso hatten sie erhöhte Cholesterin-, Zucker- und Insulinspiegel im
Blut, wiesen vermehrt entzündliche Reaktionen im Fettgewebe auf, hatten
größere Fettzellen und verbrannten weniger Fett in der Muskulatur. Zudem
stellten die Forscher fest, dass die Aktivität verschiedener Gene bei
Gruppe 1 und 3 im Vergleich zu Gruppe 2 verändert war. Bei diesen
handelt es sich um Gene, die für die Fettverbrennung im Muskel und für
Entzündungsprozesse im Fettgewebe eine Rolle spielen, oder die an der
Regulation der Energieaufnahme durch das Gehirn beteiligt sind.

„Die veränderten Genaktivitäten ließen sich dabei zum Teil auf
DNA-Methylierungen***, das heißt, epigenetische Veränderungen
zurückführen“, sagt Pfeiffer. „Unsere Ergebnisse weisen zudem
darauf hin, dass GIP auch für die durch das Gehirn gesteuerte Regulation
der Energieaufnahme eine Rolle spielt, indem es vermutlich indirekt die
Insulinempfindlichkeit des Hypothalamus vermindert“, so der
Endokrinologe weiter. Dies sei eine ganz neue Erkenntnis. Inwieweit sich
die Ergebnisse auf den Menschen übertragen ließen, müsse man sehen. Hier
sei noch sehr viel zu erforschen. Fest stehe jedoch, dass die Ernährung
nicht nur direkten Einfluss auf ein Individuum hat, sondern auch noch
dessen Nachkommen beeinflussen kann.

Hintergrundinformationen:
* Die Epigenetik ist ein relativ junges Forschungsgebiet. Es untersucht
veränderte Gen-Funktionen, die nicht auf eine Änderung der DNA-Sequenz
zurückzuführen sind, aber dennoch vererbt werden können. Studien der
letzten Zeit weisen verstärkt darauf hin, dass auch die Ernährung als
Umweltfaktor den Aktivitätszustand von Genen nachhaltig beeinflussen
kann, z.B. durch chemische Veränderung (Methylierung) der
DNA-Bausteine.
** GIP: Gastric inhibitory polypeptide
*** Erklärungen zur Abbildung (verfügbar unter:
https://pc14.dife.de/get/gaf33k):
DNA-Methylierungen entstehen, wenn Methylgruppen an die DNA binden.
Diese können Gene entweder aktivieren oder deaktivieren.
Nukleosom: Acht Histonproteine bilden den Kern eines Nukleosoms, auf
das 147 Basenpaare eines DNA-Stranges aufgewickelt sind.
Histon-Ende: Die Enden der Histone ragen aus dem Nukleosom heraus und
können durch epigenetische Faktoren modifiziert werden. Hierdurch
wird die Bindung der DNA an das entsprechende Nukleosom verändert, so
dass die DNA z.B. für Transkriptionsenzyme zugänglich und ein bestimmtes
Gen aktiviert wird.

Epigenetische Faktoren verändern Histon-Enden indem sie z.B. Methyl-
oder Acetylgruppen auf Lysin-Seitenketten übertragen. Dies kann die
Aktivierung eines Gens erschweren bzw. erleichtern. Die direkte
Methylierung der DNA verändert dann dauerhaft die Genexpression, wenn
sie in Steuerbereichen von Genen erfolgt (sogenannten CpG-Inseln), die
durch die Modifikation der Histone zugänglich gemacht wurden.

Globale Krankheitsrisiken

Ungesunde Ernährung auf Platz 1

Ungesunde Ernährung, Bluthochdruck und Übergewicht gehören inzwischen zu den weltweit häufigsten vermeidbaren Ursachen für Krankheit und vorzeitigen Tod. Das ist das Resultat der „Global Burden of Disease Study“ 2013, für die Daten aus den Jahren 1990 bis 2013 in 188 Ländern untersucht wurden.

Seit 1990 haben sich die globalen Krankheitsrisiken gewandelt. Unterernährung in der Kindheit sowie unsichere Wasserressourcen gehören nicht mehr zu den zehn wichtigsten Risikofaktoren, während hohe Cholesterinwerte und Alkoholkonsum an Bedeutung gewonnen haben. Jeder fünfte globale Todesfall war im Jahr 2013 laut Studie auf eine ungesunde Ernährungsweise zurückzuführen, die Krankheiten wie Herzleiden, Schlaganfall und Diabetes zur Folge haben kann. Eine Kombination von 14 Ernährungsrisiken stand mit 11,3 Millionen Todesfällen und 241,4 Millionen verlorenen Lebensjahren in Gesundheit (DALY – disability-adjusted life years) in Zusammenhang, rechnen die Wissenschaftler vor.

Zu den 14 Faktoren gehörten unter anderem ein relativ geringer Konsum von Obst, Gemüse, Nüssen, Milch- und Vollkornprodukten sowie ein hoher Verzehr von Wurst, rotem Fleisch und zuckerhaltigen Getränken. Mit der Nahrung wurden zu wenig Kalzium und Omega-3-Fettsäuren, aber zu viel Salz und Transfette aufgenommen. Allerdings sind die Ernährungsmuster weltweit sehr unterschiedlich, geben die Wissenschaftler zu bedenken.

Bluthochdruck war nach den Berechnungen für 10,4 Millionen Todesfälle und 208,1 Millionen DALYs verantwortlich. Der Einfluss auf die Mortalität ist von 1990 bis 2013 um 49 Prozent gestiegen, für Männer (59 %) mehr als für Frauen (40 %). 4,4 Millionen Todesfälle und 134 Millionen DALYs waren auf einen zu hohen Körpermassenindex, kurz BMI zurückzuführen. Der BMI ergibt sich aus dem Verhältnis von Gewicht zu Körpergröße und gilt als Orientierung für das „Normalgewicht“ eines Erwachsenen. In großen Teilen des Mittleren Ostens und in Lateinamerika ist ein zu hoher BMI sogar der größte Risikofaktor für Gesundheitsprobleme.

Die Mangelernährung von Müttern und Kindern führte laut Studie zu 1,7 Millionen Todesfällen und 176,9 Millionen DALYs. Für Kinder unter fünf Jahren war Unterernährung die vorherrschende Todesursache. Das betrifft vor allem Jungen und Mädchen, die untergewichtig und ausgezehrt sind sowie ein verzögertes Wachstum haben. 1,3 Millionen Todesfälle waren im Jahr 2013 darauf zurückzuführen, wobei die afrikanischen Länder Tschad, Südsudan, Demokratische Republik Kongo, Somalia und Niger am stärksten betroffen waren.

Das Ausmaß der Risiken war unterschiedlich je nach Land und Region, schreiben die Autoren in der Fachzeitschrift „The Lancet“. Sie sehen großes Potenzial, die Gesundheit zu verbessern und spezielle Risikofaktoren wie eine ungesunde Ernährung zu vermeiden. Den Menschen soll ein gesundheitsbewusster Lebensstil erleichtert werden – etwa mit höheren Preise für fett- und zuckerreiche Produkte sowie Angebote für ausreichend Bewegung. Wie das global und praktikabel bewerkstelligt werden soll, wird nicht beantwortet.
Heike Kreutz, www.aid.de

Pro und contra Steinzeitdiät

Paleo – der neue Ernährungstrend

Kein Getreide, keine Milchprodukte und Zucker, dafür viel Obst, Gemüse und mageres Fleisch – die Steinzeitdiät „Paleo“ ist ein neuer Ernährungstrend, der sich am Speiseplan unserer Vorfahren orientiert. Das Thema wird immer häufiger in Internetforen, Kochbüchern und Seminaren aufgegriffen. Auch wenn die Ernährungsform viele positive Aspekte hat, wird sie von Experten kritisch gesehen.

In der Altsteinzeit aßen die Jäger und Sammler vermutlich erheblich mehr Eiweiß, aber weniger Fett und Kohlenhydrate. Der Energiebedarf wurde in erster Linie durch mageres Fleisch, frisches Obst und Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte gedeckt. Paleo-Köche verwenden hochwertige Öle, Honig, Eier, Nüsse, Samen und würzen mit frischen Kräutern. Das Salzen der Speisen wird auf ein Minimum reduziert. Die Einführung des Ackerbaus vor rund 10.000 Jahren hat die Lebensmittelauswahl stark erweitert. Auf diese Produkte soll in der Paleo-Ernährung verzichtet werden: Getreideprodukte wie Reis, Mais sowie Vollkorn von Weizen, Roggen oder Gerste, aber auch daraus hergestellte Nudeln, Mehl und Müsli. Zudem sollen Kartoffeln, Milch und Milchprodukte, Hülsenfrüchte wie Linsen oder Soja und stark verarbeitete Lebensmittel wie Zucker gemieden werden.

Eine Steinzeit-Diät hat durchaus Vorteile: Der reichliche Verzehr von Obst und Gemüse versorgt den Körper mit Mineralstoffen, Ballaststoffen und Vitaminen. Fisch und mageres Fleisch liefern wertvolles Eiweiß und auch der Verzicht auf industriell verarbeitete Produkte und Zucker ist positiv zu bewerten. Qualität und Nachhaltigkeit haben in der Lebensmittelauswahl einen hohen Stellenwert. Durch die Ernährungsumstellung soll das Wohlbefinden steigen und Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes vorgebeugt werden.

So weit, so gut. Doch mit den Getreideprodukten fehlen auch wichtige Mineral- und Ballaststoffe. Milchprodukte liefern wertvolles Kalzium, das der Körper bei einem Verzicht aus anderen Quellen beziehen muss. Zudem ist noch nicht klar, wie sich der hohe Eiweißkonsum langfristig auf die Funktion von Niere und Leber auswirkt. Bei der heutigen Vollwertkost liegt der Proteinanteil bei ungefähr 20 Prozent der Gesamtenergie, die Paleo-Diät empfiehlt 32 bis 37 Prozent. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es unsicher bleibt, wie die Ernährung der Steinzeitmenschen tatsächlich aussah. Grundsätzlich gilt: Je stärker die Lebensmittelpalette eingeschränkt wird, desto schwieriger wird es, dem Körper alle Nährstoffe in ausreichender Menge zu bieten. Wer die Paleo-Kost ausprobieren möchte, sollte einen guten Ernährungsplan aufstellen, damit eine ausreichende Nährstoffzufuhr gesichert ist.
Heike Kreutz, www.aid.de

Informationen zu anderen alternativen Ernährungsformen:
www.was-wir-essen.de/gesund/alternative_ernaehrungsformen.php

„Ernährung wie in der Steinzeit?- Einsichten und Missverständnisse“
Beitrag in der aid-Fachzeitschrift Ernährung im Fokus, Ausgabe 10-2011
www.aid.de/fachzeitschriften/eif/archiv_2011.php