Die 5 größten Irrtümer über veganes Essen

Veganes Essen polarisiert: Die Einen schwören auf die gesundheitlichen Vorteile einer veganen Ernährung, während andere veganem Essen überhaupt nichts abgewinnen können. In diesem Artikel versuchen wir, mit 5 gängigen Vorurteilen aufzuräumen, die in den Köpfen vieler Menschen herumschwirren – damit jede und jeder für sich selbst die richtige Entscheidung treffen kann.

Jackfruit Fleischersatz
Jackfruit Fleischersatz – GAA Thailand

1. Veganes Essen ist eintönig

Vorurteil Nummer eins unterstellt Veganern, dass sie in der Rezeptauswahl stark eingeschränkt seien und häufig die gleichen langweiligen Gerichte essen müssten. Der Gedanke liegt auch nahe, da Veganer ja in der Tat auf eine Vielzahl von Zutaten verzichten müssen, die in die Küche vieler Menschen gehören.

Doch heißt das, dass Veganer jede zweite Woche das Gleiche essen müssen und ihre Zutatenliste immer etwa gleich aussieht? Auf keinen Fall! Im Gegensatz zu grasenden Kühen haben Veganer eine Vielzahl an Optionen und die vegane Küche gehört mitunter zu den vielfältigsten und kreativsten überhaupt.

Nicht nur gibt es unzählige pflanzliche Produkte, die viele “Non-Veganer” gar nicht auf der Rechnung haben (wie Grünkern, Hirse oder farbige Linsen) – auch die Rezeptvielfalt ist dank den tausenden veganen Köchen und Buchautoren, die es weltweit gibt, äußerst beeindruckend.

Dazu kommt, dass eine vegane Ernährung automatisch zu kreativem und farbenfrohem Kochen ermuntert – ganz im Gegensatz zu vielen “normal essenden” Menschen, deren Alltagsernährung lediglich aus 5 bis 10 verschiedenen Gerichten besteht.

Tim Raue vegan
Tim Raue vegan: Topinambur, Kamebeshi Soya, Erbse

2. Vegane Ernährung führt zu Nährstoffmangel

Dieses Vorurteil hält sich hartnäckig und ist einer der Hauptgründe, weshalb viele Menschen veganes Essen ablehnen und vor einer komplett veganen Ernährung zurückschrecken. Doch laufen Veganer wirklich Gefahr, wichtige Nährstoffe zu verpassen und Mangelerscheinungen zu erleiden?

Hier muss man fairerweise sagen, dass dies durchaus passieren kann – wenn man als Veganer nicht genau weiß, wie man alle wichtigen Nährstoffe rein pflanzlich zu sich nehmen kann. Viele angehende Veganer machen nämlich den Fehler, einfach auf tierische Produkte verzichten zu wollen – ohne genau zu wissen, wie sie wichtige Nährstoffe kompensieren können. Dies kann durchaus zu Mangelerscheinungen führen.

Eine Umstellung auf vegane Ernährung muss deshalb unbedingt mit vertiefter Recherche und möglicherweise zusätzlicher Ernährungsberatung einhergehen. Mit dem nötigen Wissen ist es nämlich durchaus möglich, alle wichtigen Nährstoffe komplett ohne tierische Produkte zu sich zu nehmen.

Zu den Nährstoffen, denen Veganer besonderes Augenmerk schenken müssen, gehören Vitamin B12, Vitamin D3 oder Eisen, da diese in größerem Maß in tierischen Produkten vorhanden sind. Neben einigen pflanzlichen Produkten mit höheren Gehalten setzen einige Veganer hier auch auf Supplemente, um eine Mangelernährung zu vermeiden. 

3. Veganes Essen und Sport sind nicht vereinbar

Dieses Vorurteil hängt stark mit dem letzten zusammen, denn viele Menschen glauben, dass bei einer rein pflanzlichen Kost wichtige Nährstoffe fehlen und somit keine sportlichen Höchstleistungen möglich sind. Doch das ist ein klarer Irrtum!

Erfolgreiche Profisportler wie Lewis Hamilton, Novak Djokovic oder Venus Williams zeigen, dass sie auch mit einer veganen Ernährung durchaus im Stand sind, mit den besten Sportlern der Welt mitzuhalten. Es ist also zweifellos widerlegt, dass Sport ohne tierische Ernährung zu Leistungseinbußen führt.

Natürlich ist auch hier wieder wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten, die den eigenen Körper mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt – doch wir haben bereits gesehen, dass das mit rein pflanzlicher Kost durchaus möglich ist.

4. Vegane Produkte sind teuer

Dieses Vorurteil ist zwar nicht ganz falsch, lässt sich aber auch nicht so einfach pauschalisieren. Denn es stimmt durchaus, dass vegane Spezialprodukte wie Fleisch- oder Käseersatz ziemlich teuer sein können. Da Veganer heute nicht mehr als exotische Spinner wahrgenommen werden und der Markt für vegane Produkte in den letzten Jahren immer größer geworden ist, haben sich auch die Preise durchaus stabilisiert und sind sogar gesunken.

Ein Grund dafür, warum viele vegane Produkte wie Milchersatzprodukte weniger teuer als früher sind, ist die zunehmende Zahl an Menschen, die an Laktoseintoleranz oder anderen Unverträglichkeiten leiden. Dadurch wurde nämlich die Nachfrage nach veganen Produkten immer größer, was letztlich zu einem größeren Angebot und günstigeren Preisen geführt hat

Wichtig zu bedenken ist auch, dass Fleisch, Fisch und andere tierische Produkte meist einiges teurer sind als unverarbeitete pflanzliche Produkte wie Gemüse, Getreide und Obst. Veganer, die auf Spezialprodukte verzichten und ihr Essen überwiegend selber zubereiten, bezahlen alles in allem deshalb meist weniger, als dies Fleisch- und Fischesser tun.

5. Veganer können nicht mehr auswärts essen gehen

Dieses Vorurteil ist natürlich etwas überspitzt formuliert, schließlich gibt es in den meisten Restaurants irgend etwas, was auch ein Veganer essen kann. Doch auch vegan essende Menschen möchten ihren Restaurantbesuch genießen und nicht immer “Spaghetti mit Tomatensauce” essen.

War es vor einigen Jahren für viele Veganer durchaus ein Problem, auswärts essen zu gehen und dabei eine gewisse Menüauswahl zu haben, so hat sich dies mittlerweile zum Glück stark verbessert.

Immer mehr Restaurants sind sich heutzutage der besonderen Bedürfnisse von Veganern bewusst und versuchen, in ihrem Menü attraktive vegane Gerichte einzubauen. Auch das klare Deklarieren von veganen und non-veganen Gerichten hat sich immer mehr zu einem Standard entwickelt, was das auswärts essen für Veganer einiges leichter macht.

Einen Vorbehalt müssen wir hier aber dennoch machen: Auch wenn sich die Situation für Veganer gerade in deutschen Städten wesentlich verbessert hat, so kann man dies von ländlichen Gegenden und vielen Ländern auf der Welt nicht gerade behaupten (zum Beispiel in Teilen der USA oder Südamerikas). Denn vielerorts ist veganes Essen nicht weit verbreitet und es kann mitunter schwierig sein, in Restaurants überhaupt ein veganes Gericht zu erhalten. 

Fazit: Veganer müssen sich mit einigen Klischees herumschlagen

Vegane Ernährung ist ein Trend, der in den letzten Jahren gerade bei uns einen massiven Boom erlebt hat. Dies hat dazu geführt, dass veganes Essen nicht mehr ein Nischendasein führt, sondern in der breiten Bevölkerung zunehmend ernst genommen wird.

Dennoch gibt es nach wie vor viele Vorurteile und Volksirrtümer, die sich in den Köpfen vieler Menschen gehalten haben und die viele davon abhalten, eine rein pflanzliche Kost auszuprobieren. 

Zweifellos hat aber das Bewusstsein für gesunde und pflanzliche Ernährung zugenommen und auch wenn viele Menschen davor zurückschrecken, komplett auf eine vegane Ernährung umzustellen, so gibt es doch immer mehr Leute, die zumindest teilweise auf tierische Produkte verzichten. Dies führt dazu, dass auch die Vorurteile gegenüber Veganer kleiner werden und Schritt für Schritt abgebaut werden.  Steffen Ebersbacher

Bratkartoffeln mit Linsen – lecker und vegan (Mahina Leipzig)

Der Autor Steffen Ebersbacher ist ein professioneller Redakteur und ein erfahrener Content Manager bei Preply.

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Zusammenfassung

Veganes Essen polarisiert: Die Einen schwören auf die gesundheitlichen Vorteile einer veganen Ernährung, während andere veganem Essen überhaupt nichts abgewinnen können. In diesem Artikel versuchen wir, mit 5 gängigen Vorurteilen aufzuräumen, die in den Köpfen vieler Menschen herumschwirren – damit jede und jeder für sich selbst die richtige Entscheidung treffen kann.

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