Waverly Inn, Greenwich Village, New York City

Ein Freund empfahl uns das Waverly Inn in Greenwich Village, New York City. Neugierig besuchten wir das recht große Restaurant mit den enggestellten Tischen und Stühlen. Den ersten Tisch akzeptierten wir nicht, weil eine Tür halb im Stuhl stand, so dass man sich nicht bewegen konnte. Der zweite Tisch war dann halb in einer Garderobe. Das war wenigstens weich.

Worst Food in the City

Das Waverly Inn ist stolz darauf, dass es Gäste gibt, die dem Restaurant bescheinigen, das schlechteste Restaurant in der City zu sein. Soweit würde ich nicht gehen. Grund für Lob habe ich aber auch nicht gefunden.

Fotografieren verboten! Warum?

In dem sehr dunklen Restaurant ist das Fotografieren der Speisen untersagt. Man soll sich auf das Essen und das gute Gespräch konzentrieren und nicht auf Instagram Fotos. Nun ja, Gespräche sind schwer zu führen, wenn der Kellner Dich dauernd anblökt, wie Dir denn das Essen schmeckt ….
Um die Speisekarte zu lesen, musste ich – wie viele im Restaurant – die Taschenlampe-Funktion im Handy aktivieren.

Waverly Inn

Der Kellner versuchte dann noch weitere Gerichte, die nicht auf der Karte waren, verbal zu verkaufen. Es war aber so laut, dass ich diese nur teilweise verstand. Das Signature Gericht des Restaurants soll mac&cheese sein. Da das Signature-Gericht nicht auf der Karte stand, machte mich das misstrauisch. Preise wurden natürlich auch nicht genannt. Auf insistierende Nachfrage erfuhr ich, dass das Gericht mit Perigord Trüffeln 100 $ und mit weißen Wintertrüffeln 200 $ kostet. Plus Steuern und Tipps, also plus ca. 25 % on top. Das finde ich ziemlich ungehörig, das gehört klar kommuniziert bei diesen Preisen.

Originellerweise entschieden sich alle vier für die Jakobsmuscheln mit Schweinebauch. Vorab nahmen wir noch Crab Cake und spanischen Tintenfisch. Den Crab cake probierte ich nicht, der sah so frittiert aus. Der Tentakel vom Tintenfisch sollte das Highlight des Abends sein, auch wenn es nicht sehr leuchtete. Die Beilage war nicht rauszuschmecken. Wir einigten uns auf gewürzten Kartoffelbrei.

Tentakel vom Tintenfisch – das Bild ist so dunkel, weil das Restaurant so dunkel ist und ich heimlich fotografieren musste

Das Hauptgericht war eine Überraschung aufgrund seiner Größe. Es war zwar unter der Rubrik „LARGE Plates“, es hatte aber eher die Größe einer Vorspeise. Es kamen drei langweilige Jakobsmuscheln – wer einmal die bei Markus Semmler aß, weiß wie die schmecken können – und zwei Stückchen nicht knusprigen Schweinebauchs. Was für eine lächerliche Enttäuschung für 43 $ ++. Das kommt schon einer Frechheit nah.

Jakobsmuscheln mit Schweinebauch – ein sehr kleines Hauptgericht

Die drei Stück Schweinekruste schmeckten wie aus der Packung. Schon nicht mehr originell, sondern eine Frechheit war die Beilage „Rosenkohl“. Hier wurde ein (1) Rößchen entblättert und weinflächig auf dem Beilageteller verstreut. 13 $ ++. Die Pommes schmeckten meinem Sohn. Ich mag es nicht, wenn sie bei zu niedrigen Temperaturen frittiert wurden und so reichlich fett sogen. 11 $ ++.

Wir hatten eine Flasche Rose aus der Loire. Der Sommelier nahm zum Entzücken meiner Gattin ihr das Weinglas weg. Als sie protestierte, fragte er: „Wie alt bist Du denn? In den USA darf man erst ab 21 Jahren Wein trinken.“ Der Wein war schön kalt und ansonsten so charakterlos, dass auch jeder unter 21 den hätte trinken können.
Zum Nachtisch hatten wir eine Yuzu Lemontart und ein Bananas Foster, dessen Eis schon komplett geschmolzen ankam.

Die Rechnung machte inklusive allem 440 Dollar zu viert aus.

Rechnung Waverly Inn

Kulinarisch war das ein übler Abend, wie der Michelin USA das Restaurant empfehlen kann, ist mir nicht verständlich. Insgesamt ist der Laden ein übler Abzockerladen. Da hat Präsident Trump gar nicht mal so Unrecht!

http://www.waverlynyc.com/

Unser New York City Trip 2019 – Zusammenfassung

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