Wie schmeckt vegan, free from, regional?

Der diesjährige DLG-Lebensmitteltag Sensorik findet am 24. September an der Hochschule Anhalt in Bernburg statt. Experten aus den Bereichen Lebensmittelsensorik, Produktentwicklung, Qualitätsmanagement, Trendforschung und Marketing diskutieren unter dem Leitthema „Geschmack grenzenlos? Strategien in der Welt der Lebensmittel“ über branchenübergreifende Entwicklungen und Trends und geben aktuelle Praxisbeispiele. Am Vorabend der Veranstaltung, dem 23. September, lädt die DLG zum Networking ein.

Ob „vegan“, „free from“, „regional“ oder mit Zusatznutzen – um Produkte dauerhaft in den Warenkörben zu positionieren, muss das sensorische Profil eines Lebensmittels den Geschmack und die Erwartungen der Konsumenten treffen. Denn der Genuss von Lebensmitteln verbindet sich immer stärker mit Themen wie Gesundheit und Wellness, Convenience sowie Nachhaltigkeit und Ethik. Wie müssen Lebensmittel in Zukunft hergestellt werden, damit sie die aktuellen Erwartungen an Lebensmittel erfüllen und gleichzeitig geschmacklich überzeugen?

Im Rahmen des DLG-Lebensmitteltags Sensorik diskutiert DLG-Vizepräsident Prof. Dr. Michael Doßmann mit der Vorsitzenden von Slow Food Deutschland, Dr. Ursula Hudson, dem Sensorik-Experten, Prof. Dr. Guido Ritter (Fachhochschule Münster), sowie Stefanie Lehmann, Referentin Wirtschaftspolitik, Außenwirtschaft des BVE. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen das aktuelle Thema Regionalität und dessen Bedeutung und Einfluss auf den Geschmack, der anhaltende Gesundheitstrend und seine Auswirkungen auf den Genuss von Produkten sowie die Forderung nach mehr Transparenz bei der Auslobung von Lebensmitteln.

In Expertenvorträgen werden weitere Produkttrends aufgegriffen, die besondere sensorische Lösungen in der Produktentwicklung erfordern. So zum Beispiel bei laktosefreien Produkten, die Sarah Schwarzpaul, Omira Oberland-Milchverwertung GmbH, in den Mittelpunkt ihres Vortrags stellt. Unter dem Titel „Tasteful trotz free-from – sensorische Konflikte der modernen Zeit“ stellt sie die Frage, was Verbraucher von laktosefreien Lebensmitteln erwarten: ein im Vergleich zu konventionellen Produkten sensorisch identisches Produkt?

Vegane Ernährung als Herausforderung
Auch vegane Ernährungsformen stellen die Sensoriker der Lebensmittelwirtschaft vor Herausforderungen. Neue Rohstoffquellen kommen dabei verstärkt zum Einsatz. Malte Stampe, (CEO, Prolupin GmbH) informiert über die Entwicklung und Etablierung des Marktsegmentes Lupine. Als Zutaten in Lebensmitteln werden heute im begrenzten Umfang Lupinenmehle und Lupinenkonzentrate genutzt. Gegenüber Mehrstoffgemischen, wie sie Mehle darstellen, bieten Lupinenprotein-Isolate (LPI) aufgrund ihrer ausgeprägten technologisch-funktionellen und stofflichen Eigenschaften wie Emulgierwirkung, Schaumbildung, Gelbildung und Löslichkeit die Möglichkeit, gezielt die Struktur und Textur sowie die Sensorik von Lebensmitteln zu verändern. Sie sind in der Lage, vollständig Milch, Fleisch oder Ei in Lebensmitteln zu ersetzen. Die Lupinenprotein-Isolate (LPI) können für ihren jeweiligen Einsatz in Back- und Fleischwaren sowie Feinkostprodukten oder Teigwaren maßgeschneidert modifiziert werden. Dabei sind sie sensorisch neutral, ohne die bekannten pflanzlichen Störfaktoren aufzuweisen.

Welche sensorischen Antworten Coca Cola auf die großen Trendthemen der Lebensmittelbranche hat, präsentiert Matthias Papenfuss (Quality Specialist, Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG) und gibt Einblicke in die Lebensmittelsensorik eines multinationalen Konzerns. Karin Tischer, Produktentwicklerin und Geschäftsführerin von „food & more“, lädt die Tagungsteilnehmer schließlich zu einem weltweiten Trendscouting ein, immer auf der Suche nach der „Strahlkraft internationaler Konzepte und ihrer Chancen in übersättigten Märkten“. Karin Tischer ist als Trendforscherin weltweit im Bereich food & beverage den neuesten kulinarischen Trends auf der Spur. Sie berichtet in einer spannenden Fotoshow von internationalen Trendforschungsreisen (u.a. aus Indien, China, Libanon, USA/ Canada) und präsentiert exemplarisch ausgewählte internationale Konzepte und Produkte sowie angesagte Trends mit wegweisendem Charakter. Dabei geht sie auf die sensorischen Aspekte und Anforderungen in Zusammenhang mit der Neu- bzw. Weiterentwicklung von Produkten sowie der Adaption ausländischer Produkte und Rezepturen auf das deutsche bzw. jeweilige europäische Geschmacksprofil ein. Sie zeigt die Strahlkraft aktueller Trends auf, wie beispielsweise „healthy“, „vegan“ und „freshness“ und erläutert die Herausforderungen und Chancen, die in übersättigten Märkten zu erwarten sind.

Das vollständige Programm des DLG-Lebensmitteltags Sensorik 2015 können Interessenten bei der DLG, Tel. 069/24788-311, Fax 069/24788-8311, E-Mail: FachzentrumEW@DLG.org anfordern. Das Programm mit den Anmeldeformularen ist auch im Internet abrufbar unter www.dlg.org/lebensmitteltag_sensorik.html

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