KONSUMENT: Rezeptfreie Schmerzmittel – Risiko Überdosis

Rezeptfrei erhältliche Schmerzmittel aus der Apotheke werden oft bedenkenlos
eingenommen – ungefährlich sind sie nicht

Bei Zahnschmerzen oder Kopfweh greifen wir gerne einmal zum rezeptfreien (OTC)
Schmerzmittel aus der Apotheke. Nicht umsonst zählen Aspirin, Mexalen, Paracetamol
& Co in Österreich zu den am meisten verkauften OTC-Medikamenten.

Doch schon
eine relativ geringe Überdosierung kann massive gesundheitliche Probleme zur Folge
haben. Etwa im Falle von Paracetamol: Wird die Höchstdosis überschritten (bei einem
Erwachsenen vier 500mg-Tabletten) bzw. werden die Tabletten zu rasch
hintereinander geschluckt, drohen massive Leberschäden bis hin zum kompletten
Versagen des Organs.

Auch der stark nachgefragte Wirkstoff Acetylsalicylsäure
(ASS), der sich etwa in Aspirin findet, oder Ibuprofen haben ihre Risiken: Es drohen
Nebenwirkungen wie Magenblutungen, Blutgerinnungsstörungen und Nierenschäden.
Eine Liste der Eignung von 43 Schmerzmitteln ist auf www.konsument.at und ab dem
26.7. im August-KONSUMENT zu finden.


Kombinationspräparate wenig geeignet
Kombinationspräparate mit zwei oder mehr schmerzstillenden Wirkstoffen haben gegenüber
Monopräparaten keinen zusätzlichen Nutzen bezüglich ihrer therapeutischen Wirksamkeit.
Dagegen können sich unerwünschte Wirkungen addieren, beispielsweise die blutungsfördernde
Wirkung von Acetylsalicylsäure und die leberschädigende Wirkung von
Paracetamol. Beim Auftreten von Unverträglichkeiten lässt sich nicht ausmachen, welche der
eingenommenen Substanzen verantwortlich ist. Kombinationspräparate enthalten zudem
häufig zusätzliche Substanzen wie etwa Vitamin C. Dieses besitzt allerdings keine schmerzstillenden
oder fiebersenkenden Effekte, wissenschaftliche Belege, dass Vitamin C die Dauer
einer Erkältung verkürzt, fehlen. Vitamin C ist daher – als Zusatzstoff in schmerzstillenden
Präparaten – überflüssig.

Nicht zur längerfristigen Einnahme geeignet
„Die Selbstmedikation mit Schmerzmitteln sollte keinesfalls länger als drei Tage
hintereinander und nicht häufiger als an zehn Tagen im Monat erfolgen“, rät KONSUMENTGesundheitsredakteur
Bernhard Matuschak. „Andernfalls besteht die Gefahr, dass es zu
einem Dauerschmerzzustand kommt, der sich meist in Form von Kopfschmerzen äußerst,
und durch die eingenommenen Schmerzmittel selbst verursacht wird.“

Weitere Details zum Test und mehr zum Thema gibt es auf www.konsument.at sowie ab
dem 26.7. in der Augustausgabe des Testmagazins KONSUMENT.
Rückfragehinweis: Verein für Konsumenteninformation/Testm

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