13 Orte des Glücks

Wenn Passanten eine Statue an einer bestimmten – meist abgenutzten und hell glänzenden – Körperstelle berühren, dann hoffen sie meist, das Glück zu fassen. Für Touristen gilt im Zweifelsfall: Sicherheitshalber ebenfalls anfassen. Damit kein Reisender aus Unwissenheit die Chance auf Glück verpasst, stellt die Redaktion von Cheapflug.de, dem Online-Portal für die Suche nach und den Vergleich von Flugpreisen, unter http://www.cheapflug.de/reisetipps/13-orte-des-gluecks/ weltweit bekannte Glücksbringer zum Anfassen vor.

Blarney Stone, Irland
Die Worte sollten einem nie wieder fehlen, nachdem man den berüchtigten Blarney Stein am Blarney Castle geküsst hat. Das funktioniert jedoch nur, indem man sich auf den Rücken legt, sich gut festhält und kopfüber weit nach hinten beugt. Ewige Eloquenz ist der Lohn für die Mühen.

Bulle, New York, USA
Der Bulle von New York soll den Optimismus der Wall Street symbolisieren. Da dies in letzter Zeit des Öfteren nur Wunschdenken ist, erhoffen sich Touristen vom „Stürmenden Bullen“ am Beginn des Broadways immerhin etwas privates Glück. Hierfür berühren sie Schnauze und Hörner des Bullen, besonders gerne aber auch die überdimensionalen Hoden.

El Caballero de París, Havanna, Kuba
Der “Ehrenmann von Paris” war im echten Leben weder ein Edelmann, noch aus Paris. Er war ein Vagabund aus Spanien, der durch Havannas Straßen zog. Er machte jedem, den er traf, ein kleines Geschenk und war zu jedermann nett. Erst im Jahr 2001 wurde ihm ein Denkmal geschaffen. Es entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Ort für Glücksuchende, die den Ehrenmann am Zeigefinger anfassen oder ihn am Bart ziehen.

Everard ‚t Serclaes, Brüssel, Belgien
Der Herzog von Cruyckembourg ist einer der berühmtesten Bürger Brüssels und seine Legende lebt weiter. Ihm zu Ehren kreierte der Bildhauer Julien Dillens eine Grabplatte in der Rue Charles Buls, in der Nähe des Grand’Place im Stadtzentrum. Wer den golden schimmernden Arm des Edelmanns im Todesschlaf berührt, dem soll ein Wunsch in Erfüllung gehen.

Grab von Victor Noir, Paris, Frankreich
Der Journalist Yvan Salmon, tätig unter dem Synonym Victor Noir, wäre wahrscheinlich nie bekannt geworden, hätte ihn nicht Prinz Pierre Bonaparte, der Neffe Napoleons, erschossen. Victor Noir erhielt eine Grabstätte auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris, zu der insbesondere Frauen in Scharen pilgern. Auffallend ist die deutliche Beule im Lendenbereich der liegenden Statue. Dem guten Victor in den Schritt zu fassen, verspricht Fruchtbarkeit und sexuelle Aktivität.

Grgur Ninski Statue, Split, Kroatien
Als Bischof von Nin und Kanzler des kroatischen Königreichs prägte Gregor von Nin die Geschichte. Gigantische Statuen, die ihm zu Ehren aufgestellt wurden, sind fester Bestandteil der Sightseeing-Pläne der Kroatien-Touristen. Die fast zehn Meter hohe Statue ist besonders beliebt, denn wer den großen Zeh des linken Fußes berührt, kann sich Glück und Gesundheit erhoffen.

Il Porcellino, Florenz, Italien
Die Florentiner nennen ihren kleinen Glücksbringer liebevoll “Schweinchen”, auch wenn es sich dabei wohl eher um ein prächtiges Wildschwein handelt. Es soll Glück bringen, seine Schnauze zu streicheln oder eine Münze in das Maul des Bronzeschweins zu legen. Der durch die Streicheleinheiten bereits deutlich gezeichnete Eber steht am Mercato Nuovo und ist die wahrscheinlich weltweit am häufigsten kopierte Glücks-Statue.

Julia-Statue, Verona, Italien
Scharenweise pilgern die Touristen in den kleinen Hinterhof in der Via Capello 23, der „Casa die Giulietta“, um einen Blick auf den berüchtigten Shakespeareschen Balkon zu werfen. Im Hof des mittelalterlichen Hauses steht eine Julia-Statue, deren rechte Brust blank poliert ist von Abertausenden Touristen-Händen. Julia an die Brust zu fassen, soll Glück in der Liebe bringen. Ob Quantität oder Qualität sei dahingestellt.

Lachender Buddha, Linyin Temple, Hangzou, China
Der Lingyin-Tempel nordwestlich von Hangzhou in der Zhejiang Provinz ist eines der wohlhabendsten Klöster Chinas. Der Weg zum Tempel ist gesäumt von Hunderten in den Fels gehauenen Skulpturen. Schräg gegenüber des jetzigen Eingangs lacht ein zufriedener, wohlgenährter Buddha auf die Besucher herab. Seinen kugelrunden Wohlstandsbauch zu streicheln, soll auch ihnen Wohlstand und Glück bringen.   

Nepomuk-Statue, Prag, Tschechien
Die gotische Karlsbrücke, die die Prager Altstadt mit dem Stadtteil Malá Strana verbindet, beherbergt 30 barocke Statuen aus dem 17. Jahrhundert, doch nur vor einer drängen sich in der Regel die Besucher: Vor St. Johannes von Nepomuk. Seine Namensplakette zu berühren, soll Glück bringen. Man soll sich nicht davon irritieren lassen, dass auch der Hund auf der zweiten Plakette daneben golden glänzt. Daran sind die vielen Touristen schuld, die lieber einmal öfter hinlangen.

Showgirls Bronze, Las Vegas, USA
Sin City – die sündige Stadt – wie sie sein soll: Pralle, nackte Hintern zum Anfassen versprechen Glück im Leben und im Spiel. Das Bronze-Relief der halbnackten Showgirls der Crazy Girls Revue des Riviera Hotels ist die wahrscheinlich am meisten fotografierte Skulptur von Las Vegas. Bei diesen Mädels ist Grabschen ausnahmsweise erlaubt.

St. Peter Statue, Rom, Italien
Der Petersdom in Italien ist ein Publikumsmagnet – Glücksbringer hin oder her. Nichts desto trotz gibt es meist im rechten Mittelschiff einen kleinen Andrang an Glücksuchenden Gläubigen und Anders-Gläubigen gleichermaßen vor einer imposanten Statue des Künstlers Arnolfo die Cambio. Sie alle wollen den rechten Fuß der St. Peter Statue aus dem 13. Jahrhundert küssen oder anfassen, denn das soll Glück bringen. Der arme St. Peter hat schon fast keine Zehen mehr.

Van Mieu, Hanoi, Vietnam
Wer keine Lust hat, Bücher zu wälzen und für Prüfungen zu lernen, sollte Schildkröten streicheln gehen. Genaugenommen die 82 steinernen Schildkröten des Van Mieu Tempels, des Tempels der Literatur. Die Schildkröten tragen hohe, steinerne Tafeln auf ihren Panzern mit den Namen der erfolgreichen Absolventen der royalen Examen der Le und Mac Dynastien. Heute sollen die Schildkröten allen Prüflingen Glück bringen.
 

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