Milchshakes – wichtige Warnhinweise fehlen

Hochsommerliche Temperaturen am Wochenende und ein erfrischender Milchshake gehört dazu – das Angebot ist vielfältig und bunt. Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat das farbenfrohe Angebot genauer unter die Lupe genommen und zwölf Milchshakes auf den Gehalt von Zusatzstoffen und deren Kennzeichnung untersucht. Das Ergebnis: zwei stark eingefärbte Milchshakes mit künstlichen Farbstoffen mussten beanstandet werden, da der zusätzliche Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen“ fehlte. In keiner Probe wurden Konservierungs- oder Süßstoffe nachgewiesen.

In insgesamt drei Proben wurden künstliche Farbstoffe festgestellt. Der Zusatz von synthetischen Farbstoffen in Milchshakes ist zwar erlaubt, muss aber kenntlich gemacht werden. Bei einer der zwei beanstandeten Proben fehlte sowohl die Angabe „mit Farbstoff“ als auch der zusätzliche Warnhinweis. Bei der zweiten Probe fehlte der Warnhinweis.

Die beanstandeten Milchshakes enthielten sogenannte Azofarbstoffe. Diese Farbstoffe (Gelborange S (E110), Chinolingelb (E104), Azorubin (E122), Allurarot (E122), Allurarot AC (E129), Tartrazin (E102) und Cochenillerot A (E 124) müssen mit dem zusätzlichen Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ versehen werden, da sie im Verdacht stehen, sich möglicherweise nachteilig auf das Verhalten hyperaktiver Kinder auszuwirken.

Im Labor wurden zwölf lose Proben aus Eisdielen und Cafés mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, wie Vanille, Erdbeere, Schokolade untersucht. Die Zusammensetzung von Milchshakes ist rechtlich nicht geregelt. Üblicherweise wird Milch mit Speiseeis, Obst, Schokolade oder Aromen verquirlt. Auch Sahne oder Joghurt werden verwendet, ebenso Nüsse, aromatisierte Sirupe oder Gummibärchen. Bei der Herstellung können synthetische Zusatzstoffe beigefügt werden, um zum Beispiel die Farbe zu verstärken, diese müssen aber kenntlich gemacht werden.

Die Beanstandungsquote von 17 Prozent hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr (16 Prozent, 32 Proben, davon vier mit Beanstandungen) nicht verbessert.
Auch hier war mangelnde Kennzeichnung der Hauptbeanstandungsgrund, vor allem der fehlende Warnhinweis bei der Verwendung von Azofarbstoffen. Das LAVES wird deshalb weiterhin regelmäßig einmal im Jahr, vorzugsweise im Sommer, Milchshakes analysieren.

Die Untersuchungen für diesen Sommer sind angelaufen, bis August werden insgesamt 60 Proben aus allen niedersächsischen Kommunen erwartet.

www.laves.niedersachsen.de.

Zuckerkulör – warum Cola schwarz ist

VKI-Test: E 150 d – Umstrittener Farbstoff in Colagetränken – Strenger Warnwert in Kalifornien, in Europa ohne Beschränkung zugelassen

Die dunkle Farbe von Colagetränken entsteht durch die Beigabe von Zuckerkulör, einem Stoff, der entsteht, wenn Zucker zusammen mit verschiedenen Chemikalien auf 120 bis 150 Grad erhitzt wird. Dabei kann es zu Rückständen einer chemischen Verbindung (4-MEI) kommen, die im Verdacht steht, Krebs zu erregen. Anders als etwa die kalifornische Gesundheitsbehörde, hält die europäische Behörde EFSA die Substanz bisher für gesundheitlich unbedenklich. Dass sie in vielen Produkten zumindest enthalten sein kann, zeigt eine aktuelle Untersuchung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI): Neun von 13 geprüften Limonaden müssten in Kalifornien einen Warnhinweis tragen. Den ausführlichen Bericht gibt es in der Maiausgabe der Zeitschrift KONSUMENT.

Abhängig von den eingesetzten Chemikalien unterscheidet man zwischen vier verschiedenen Zuckerkulören, die mit den E-Nummern E 150a bis 150d bezeichnet werden. Unter E 150d versteht man Ammoniumsulfit-Zuckerkulör. Es steckt in vielen Colagetränken aber auch in Balsamico-Essig, Whiskey oder Kräuterbonbons und ist deshalb problematisch, weil es hohe Rückstände von 4-MEI enthalten kann. 4-MEI steht für 4-Methylimidazol – eine Substanz, die in der Natur nicht vorkommt und die seit 2011 aufgrund von Tierversuchen im Verdacht steht, Krebs auszulösen.

Strenger Warnwert in Kalifornien
In Kalifornien existiert aus diesem Grund seit mehreren Jahren ein strenger Warnwert. Produkte, die mehr als 29 Mikrogramm 4-MEI pro Tagesdosis enthalten, müssen einen entsprechenden Hinweis auf dem Etikett führen. In Europa dagegen ist Zuckerkulör – und damit auch 4-MEI – nach wie vor ohne Mengenbeschränkung zugelassen. Definiert wurde lediglich ein ADI-Wert. Dieser gibt an, welche Menge eines Zusatzstoffes bei täglicher Aufnahme als gesundheitlich unbedenklich gilt. Derzeit wären dies laut EFSA 300 mg Zuckerkulör pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Demnach wäre im Extremfall sogar eine tägliche Aufnahme von bis zu 4.500 Mikrogramm 4-MEI bedenkenlos möglich.

Wie viel 4-MEI steckt im Cola?
Orientiert man sich dagegen am kalifornischen Grenzwert, dann ist die maximal zulässige Höchstmenge bei vielen Colagetränken schnell erreicht. Selbst unter Berücksichtigung einer Messunsicherheit von 25 Prozent müssten neun der 13 geprüften Produkte in Kalifornien einen Warnhinweis tragen. Die größten Mengen 4-MEI fanden die Tester in den Limonaden von S-Budget (71 Mikrogramm pro 250 ml), dem koffeinfreien Cola-Kindergetränk Dreh und Trink (66 Mikrogramm pro 250 ml) und Black Jack (64 Mikrogramm pro 250 ml). Nur die Produkte von Pepsi, Spitz, Freeway und Spar dürften ohne Warnhinweis verkauft werden.
„Wer sichergehen möchte, dem raten wir, auf Lebensmittel mit den Farbstoffen E 150c und E 150d möglichst zu verzichten“, resümiert VKI-Ernährungswissenschaftlerin Birgit Beck. „Die Zusatzstoffe müssen in jedem Fall auf der Verpackung angeführt werden. An Stelle der E-Nummern sind dabei manchmal auch die Bezeichnungen Ammonium-Zuckerkulör oder Ammoniumsulfit-Zuckerkulör zu finden.“

SERVICE: Den ausführlichen Testbericht gibt es in der Maiausgabe der VKI- Zeitschrift KONSUMENT und online unter www.konsument.at .

ÖKO-TEST Ostereierfarben

Die gute Nachricht: Nichts gefunden – Ostern kann stattfinden – Kleine Nörgelei: Chlorophyll kocht leicht über. Ein Hersteller sollte auf der Verpackung deshalb einen Warnhinweis anbringen

Rechtzeitig zu Ostern hat das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST Eierfarben getestet und gute Nachrichten: Mit allen untersuchten Farben können Kinder bedenkenlos kleine Kunstwerke basteln. Einzig im Praxistest hakte es bei einigen: Sie kleckerten, verschmierten oder kochten über.

Industriell gefärbte Eier, die es im Supermarkt zu kaufen gibt, sind mit Lebensmittelfarben gefärbt und mit Schutzlacken luftdicht abgeschlossen. Anders als bei rohen Eiern müssen die Hersteller bei den gekochten nicht angeben, wie und wo die Hühner gehalten werden. Wer also lieber Ostereier aus Bio- oder Kleingruppenhaltung in die Nester legen will, sollte sie besser selbst färben. ÖKO-TEST gibt hierzu grünes Licht, denn von den elf Farbsets, die das Verbrauchermagazin ins Labor geschickt hat, waren fast alle unbedenklich. Nur in einer Farbe analysierte das Labor eine halogenorganische Verbindung.

Schwächen zeigten sich aber im Praxistest: Eine grüne Farbe bildete beim Anrühren derart viel Schaum, dass sie überkochte und nur mit viel Mühe von der Herdplatte entfernt werden konnte. Das liegt am Inhaltsstoff Chlorophyll. Dieses Problem ist allerdings bekannt und kann mit häufigem Umrühren ganz einfach behoben werden – ein Warnhinweis auf der Verpackung wäre hier aber angebracht. Eine andere Farbe im Test schmierte und kleckerte, lieferte dafür aber ein schönes Farbergebnis. Bei drei Produkten kritisiert ÖKO-TEST, dass die Farben auf der Verpackung viel intensiver leuchten als sie dann tatsächlich sind.

Das ÖKO-TEST-Magazin April 2015 gibt es seit dem 27. März 2015 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.

Wann ist ein Lebensmittel wirklich vegan?

Ein Lebensmittel wird als vegan bezeichnet, wenn keinerlei Bestandteile tierischen Ursprungs enthalten sind, weder Fleisch oder Milch, noch Ei oder Honig. Ein Blick auf die Zutatenliste gibt erste Aufschlüsse: Margarine, die auch tierische Fette enthält oder eine Tiefkühl-Gemüsemischung mit Speck kann so jeder Veganer erkennen. Doch im Detail ist die Sache doch etwas komplizierter: Zum Beispiel können natürliche Aromen und Vitamine mit Substanzen tierischen Ursprungs hergestellt werden, ohne dass dies ausgewiesen wird. Auch bei einigen Zusatzstoffen bleibt offen, ob sie mit oder ohne tierische Substanzen hergestellt worden sind. Zu diesen Kandidaten zählen beispielsweise Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren. Verarbeitungshilfsstoffe müssen gar nicht auf der Zutatenliste genannt werden. Daher erfahren Veganer nicht, ob zum Beispiel ein Apfelsaft oder ein Wein mit Hilfe von Gelatine geklärt worden ist. Im Zweifel hilft nur eine Nachfrage beim Hersteller.

Eine rechtsverbindliche Kennzeichnung für vegane Produkte, die den Einkauf erleichtern würde, gibt es bisher weder in Deutschland noch auf EU-Ebene. Und sie ist in den nächsten Jahren auch nicht zu erwarten. Daher nutzen einige Hersteller die Vegan-Siegel der Europäischen Vegetarier-Union („V-Label“) oder der Vegan Society England („Vegan-Blume“). Andere drucken eigene Siegel auf die Verpackung. In solchen Fällen wissen Verbraucher jedoch nicht, welche Kriterien angelegt werden. So kommt es gelegentlich zu Verwirrung. Zum Beispiel, wenn als vegan ausgelobte Produkte zusätzlich einen Warnhinweis für Allergiker enthalten, der auf tierische Produkte hinweist, wie „Kann Spuren von Fischeiweiß enthalten“. So geschehen 2012 mit den Gemüsestäbchen von Iglo. Nach Protesten von Veganern, die das als Widerspruch empfanden, entschloss sich das Unternehmen, auf den Schriftzug „vegan“ zu verzichten.

Dabei ist selbst unter Veganern umstritten, ob solche technisch unvermeidbaren Spuren, die nicht einmal bei jedem Produkt mit Warnhinweis enthalten sein müssen, akzeptabel sind oder nicht. Für den einen sind sie hinnehmbar, für den anderen unerträglich. Bei einer nicht repräsentativen Umfrage der Verbraucherzentralen sagten im 2013 61 Prozent der Teilnehmer, dass vegan für sie bedeute, dass keine Bestandteile vom Tier verwendet werden. 36,5 Prozent reicht es jedoch nicht, wenn Hersteller auf tierische Zutaten verzichten. Sie gehen auch davon aus, dass keine versehentlichen oder technisch unvermeidbaren Spuren tierischen Ursprungs vorhanden sind und dass der Anbieter auch keine Aromen, Zusatz- oder Hilfsstoffe auf tierischer Basis einsetzt.
Katja Niedzwezky, www.aid.de

Kein Bubble Bubble-Tea für Kinder!

27 Würfelzucker im Becher –
Fehlende Warnhinweise auf Azo-Farbstoffe

In Bubble-Teas steckt nicht nur extrem viel Zucker, sondern auch Aromen und Azo-Farbstoffe, unter anderem Tartrazin. Der vorgeschriebene Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen“ fehlte jedoch bei allen untersuchten Teas. Das ist das Ergebnis einer ÖKO-TEST Untersuchung in der aktuellen Juli-Ausgabe.

Die leuchtend bunten Drinks mit den zähen Gummiperlen, für die Kids ihr Taschengeld ausgeben, sind reine Zuckerbomben. Ein Becher enthält bis zu 27 Würfelzucker. Umgerechnet sind das fast 44 Würfelzucker pro Liter. Ein weiterer Kritikpunkt ist die unzureichende Kennzeichnung: Die Einkäufer von ÖKO-TEST wollten von den Betreibern der Bubble-Tea-Bars wissen, ob Farbstoffe darin stecken. Denn: Werden Farbstoffe verwendet, muss das auf der Karte oder auf einem Schild an der Ware vermerkt sein. Werden Azo-Farbstoffe wie das problematische Tartrazin eingesetzt, ist zudem ein Warnhinweis erforderlich, dass diese Stoffe im Verdacht stehen, die Aufmerksamkeit von Kindern zu beeinträchtigen. Doch nur eine Bar konnte einen Zutatenordner vorlegen.

Bubble-Teas haben in der Regel einen Fruchtgeschmack. Doch echte Früchte sind in den Drinks meist nicht zu finden, sondern nur Aromen. Allerdings waren gerade die Aromen der ausgelobten Früchte in den Labors nicht nachweisbar.

Das ÖKO-TEST-Magazin Juli 2012 gibt es seit dem 29. Juni 2012 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Kennzeichnungspflicht für saure Getränke

Saure Getränke: elmex Forschung fordert gesetzliche Kennzeichnungspflicht

Vorstoß in Sachen Verbraucherschutz: Limonaden

und Sportdrinks mit deutlichem Warnhinweis ausstatten

Sport- und
Erfrischungsgetränke enthalten oft Säure. Sie stellen deshalb eine Gefahr
für die Zahnsubstanz dar. Säuren ätzen die Zähne an, lösen den Zahnschmelz
im schlimmsten Fall auf. Dieser Vorgang heißt in der Fachsprache Erosion.
Da die meisten Verbraucher zu wenig davon wissen, fordert die elmex
Forschung jetzt eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für erosive
Getränke.

„Leicht täuscht der süße Geschmack solcher Softdrinks darüber hinweg, dass
sie Säure enthalten“, erläutert Pressesprecher Dr. Stefan Hartwig dem Gourmet Report. „Die
Gefahren von übermäßigem Zuckerkonsum sind gemeinhin bekannt, die Gefahren
von Säureeinwirkung jedoch kaum. Deshalb ist mehr Verbraucherschutz hier
notwendig. Es muss konsequent informiert werden.“

Vor allem die weit verbreitete Zitronen- und Ascorbinsäure kann für Zähne
fatal sein: Denn kontinuierlich und oft konsumiert, können sie an der
Zahnsubstanz nichtreparierbare Schäden verursachen. „Die Konsumenten haben
ein Recht, dies zu wissen“, verlangt Dr. Hartwig. „Ein Drittel der
deutschen Bevölkerung ist schon von Erosion betroffen. Mit einer
entsprechenden Kennzeichnung wären Verbraucher viel besser geschützt.“

Warnhinweis für Azofarbstoffe

Warnhinweis für Azofarbstoffe
Verringert EU-Gesetz den Einsatz in Lebensmitteln?

Lebensmittel mit Azofarbstoffen müssen künftig den Aufdruck „kann sich nachteilig auf die Aktivität und Konzentration von Kindern auswirken“ tragen. Dies hat das Europäische Parlament mit der neuen Gesetzgebung für die Genehmigung von Lebensmittelzusatzstoffen, Aromen und Enzymen verabschiedet. Schon lange diskutieren Wissenschaftler mögliche Zusammenhänge zwischen den Azofarbstoffen E 102, E 104, E 110, E 122, E 124, E 129 und dem so genannten „Zappelphilipp-Syndrom“ bei Kindern. So kam die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) im März 2008 zwar zu dem Schluss, dass eine entsprechende Studie keine ausreichenden Beweise dafür liefern würde. Das EU-Parlament setzte nun mit seinem Beschluss den vorbeugenden Verbraucherschutz durch.
„Wir begrüßen den Hinweis auf die Azofarbstoffe nicht nur als Warnsignal für die Verbraucher. Vor allem sehen wir darin die nachdrückliche Aufforderung an die Industrie, auf den Einsatz von Azofarbstoffen vor allem in Kinderprodukten zu verzichten“, sagt Heidi Franke, die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Brandenburg. Spannend bleibt, ob die Lebensmittelindustrie sich künftig für andere Färbeverfahren und -stoffe entscheidet oder zunächst abwartet, ob der neue Hinweis tatsächlich zu Umsatzrückgängen führt. Sobald das Gesetz veröffentlicht wird, haben die Hersteller 18 Monate Zeit, ihre Etiketten entsprechend anzupassen.
Bislang gab es rund ein Dutzend EU-Regelungen zum Umgang mit Lebensmittelzusatzstoffen. Diese sollen nun durch vier neue Verordnungen vereinfacht, erneuert und mit den aktuellsten wissenschaftlichen Ergebnissen in Einklang gebracht werden. Zukünftig werden Zusatzstoffe in unverarbeiteten Lebensmitteln sowie Süß- und Farbstoffe in Lebensmitteln für Babys und Kleinkinder verboten. Jeder Mitgliedsstaat kann den Einsatz bestimmter Zusatzstoffe in traditionellen Produkten, die in ihrem Hoheitsgebiet hergestellt werden, verbieten. Das deutsche Reinheitsgebot für Bier ist demnach nicht gefährdet.

Auch der Einsatz von Nanotechnologie in Zusatzstoffen soll sich nach dem Willen des EU-Parlamentes nicht sang- und klanglos vollziehen. Wird die Partikelgröße eines Zusatzstoffes beispielsweise mittels Nanotechnologie verändert, wird demnächst ein neues Zulassungsverfahren inklusive Sicherheitsüberprüfung notwendig.

aid, Britta Klein

Intelligente Verpackung überwacht Lebensmittel

„Das Produkt ist nicht mehr frisch“ steht auf der Milchtüte. Und wenn der Kunde das nicht liest, gibt spätestens die Ladenkasse automatischen Alarm.

Ein Plastik-Chip mit dem Technologienamen PolyTaksys macht dies möglich. Er wurde von Prof. Dr. Meinhard Knoll vom Institut für Physikalische Chemie der Universität Münster erfunden und im November erstmals realisiert. Der Chip lässt sich in jede Lebensmittelverpackung integrieren und hat die Funktion eines elektronischen Mindesthaltbarkeitsdatums. Seine organische Elektronik misst die Zeit, die nach Verpackung des Lebensmittels verstrichen ist und berücksichtigt gleichzeitig die Temperatur. Je nach Höhe der Temperatur ist die Mindesthaltbarkeitsgrenze früher oder später erreicht. Die Länge eines Balkens zeigt das Ergebnis an. Ist die Mindesthaltbarkeit überschritten, wird zusätzlich ein Warnhinweis eingeschaltet. Besitzt der Chip eine Antenne, kann ein Signal per Funk übertragen werden.

Konkurrenzsysteme, die auf der Basis eines in der Farbe veränderlichen Indikators arbeiten, konnten sich bisher nicht durchsetzen, da sie schlecht ablesbar und ungenau sind. Mithilfe des PolyTaksys-Chips ist dieser Zustand überwunden. Damit zielt die Forschung an der Universität Münster auf einen lukrativen Massenmarkt.