Vegetarische Ernährung – Veganer

Während Vegetarier keine Produkte essen möchten, für die Tiere getötet wurden, lehnen Veganer auch die Produkte ab, die von lebenden Tieren stammen. Der häufigste Grund dafür ist, dass ihrer Meinung nach Milchkühe und Legehennen unter den modernen Haltungsbedingungen leiden oder zum Beispiel die männlichen Küken der Legehennen getötet werden. Wer sich für den Veganismus entschieden hat, lebt das oft konsequent und lehnt neben Fleisch, Fisch, Milch und Eiern auch Honig sowie Gebrauchsgegenstände wie Leder, Daunen und Wolle ab.
Die Zutatenlisten von verarbeiteten Lebensmitteln werden dabei ganz genau gelesen. Denn tierische Produkte sind oft enthalten, um die gewünschte Konsistenz, Farbe und den Geschmack zu erzielen. In Internetforen finden sich Listen von Lebensmitteln, Kosmetika und anderen Produkten, die laut Hersteller garantiert frei von tierischen Erzeugnissen sind. Einige Firmen reagieren auf die zunehmende Nachfrage und zeichnen vegane Lebensmittel und Kosmetika mit einem eigenen Label aus.

Ernährungsphysiologisch ist die vegane Ernährung strittig. Theoretisch kann sie außer Vitamin B12, das nur in tierischen Lebensmitteln in nennenswerter Menge vorkommt, alle Nährstoffe bereitstellen, die ein gesunder Erwachsener braucht. Doch auch wenn Veganer die vielfältige Auswahl an pflanzlichen Lebensmitteln ausnutzen, können Nährstoffe fehlen, die hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln vorkommen.

Ein sehr genaues Wissen über die Inhaltsstoffe der Lebensmittel und den eigenen Bedarf ist dafür erforderlich. Eine Ernährungsberatung und regelmäßige ärztliche Untersuchungen helfen, einem Nährstoffmangel vorzubeugen. Supplemente sind im Bedarfsfall sinnvoll, dazu gehört definitiv Vitamin B12. Kritisch können außerdem Eisen, Jod, Vitamin D, Zink, Omega-3-Fettsäuren, Calcium, Vitamin B2 und Protein sein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht die vegane Ernährung für Schwangere, Stillende und Kinder als ungeeignet an. Das Risiko eines Nährstoffmangels und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes sind zu groß.
Zusätzlich zu dem steigenden Angebot an veganen Lebensmitteln, gibt es immer mehr Rezepte, die aufzeigen, wie abwechslungsreich und schmackhaft das Kochen und Backen ohne tierische Produkte sein kann. Statt Ei, Butter und Milch werden pflanzliches Fett, Sojamehl, Getreidemilch und Obst verwendet.
Nora Moltrecht, www.aid.de

Vegetarische Ernährung

Der erhöhte Nährstoffbedarf in Schwangerschaft und Stillzeit lässt sich mit einer abwechslungsreichen und vollwertigen ovo-lacto-vegetarischen Ernährung gut decken, denn pflanzliche Lebensmittel haben eine hohe Nährstoffdichte, das heißt: viele Nährstoffe bei relativ wenig Energie. Trotzdem gibt es besonders in der Schwangerschaft kritische Nährstoffe, für die teilweise Nahrungsergänzungsmittel empfohlen werden.

Bedingt durch den Verzicht auf Fleisch sollten Vegetarierinnen auf ihre Eisenversorgung achten, denn Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln wird weniger gut verwertet als tierisches Eisen. Vegetarier können aber viel dafür tun, dass die Aufnahme von pflanzlichem Eisen erleichtert wird. Der hohe Eisengehalt in Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten zum Beispiel wird durch Einweichen, Keimung und Fermentierung besser ausgenutzt. Vitamin C, das gleichzeitig aufgenommen wird, hilft ebenfalls. Müsli mit Obst ist also eine gute Kombination. Zusätzliche Eisensupplemente sind nur dann notwendig, wenn vom Arzt ein Mangel festgestellt wurde.
Die langkettigen Omega-3-Fettsäuren, die in der Mischkost vor allem durch Fisch aufgenommen werden, können Vegetarier durch pflanzliche Öle, wie Lein-, Walnuss- und Rapsöl bekommen. In Schwangerschaft und Stillzeit können auch Nahrungsergänzungsmittel notwendig sein, um den Bedarf sicherzustellen. Dagegen kann der Mehrbedarf von Folat und Jod kaum über die Ernährung gedeckt werden. Das gilt sowohl für die vegetarische Ernährung als auch für die Mischkost. Schon wenn der Kinderwunsch besteht, spätestens aber in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft, sollte deshalb Folat durch entsprechende Präparate ergänzt werden. Neben der Verwendung von jodhaltigem Salz werden Schwangeren und Stillenden auch Jodsupplemente empfohlen. Für Vitamin D ist die Eigenproduktion in der Haut durch Sonnenlicht besonders wichtig. Vegetarier sollten daher besonders darauf achten, dass sie sich täglich mindestens 15 Minuten im Freien aufhalten.

Auch für Babys ist es besonders wichtig, dass sie optimal mit allen Nährstoffen versorgt sind. Wer sich entscheidet, sein Kind von Anfang an – also nach dem Stillen – vegetarisch zu ernähren, sollte in den Anfangsbreien Vollkorngetreide verwenden. Auch bei Kindern ist eine gleichzeitige Fütterung von Vitamin C-reichen Lebensmitteln sinnvoll, um das pflanzliche Eisen besser auszunutzen. Dafür wird den Breien Saft oder Obstpüree beigemischt. Für die Versorgung mit Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren sind pflanzliche Öle, wie etwa Raps- und Sonnenblumenöl, für Kinder geeignet. Ansonsten gilt für die vegetarische Kinderernährung das gleiche wie für die nicht vegetarische. Als Nährstoffsupplemente sind Vitamin K, Vitamin D und Fluorid empfohlen.

Weitere Empfehlungen zur Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie für die Ernährung des Kindes im ersten Lebensjahr finden Sie unter www.gesundinsleben.de

Nora Moltrecht, www.aid.de

Wild Cooking – Jeder kann kochen

Mo, 21.07. um 17:15 Uhr 3sat

Wild Cooking – Jeder kann kochen
Kochshow

Ein Team „Junger Wilder“ löst in der neunteiligen Reihe „Wild Cooking“ Kochprobleme jeder Art: Bernie Rieder und Denise Amann, die Newcomer der österreichischen Kochszene, die sich von etablierten Starköchen durch ihre neuen und ungewöhnlichen Zugänge, Zubereitungsformen und Rezepte unterscheiden. – In der dritten Folge zeigt Bernie Rieder Neu-Papa Armin, was man für stillende Mütter kocht.

Sie lösen jedes kulinarisches Problem, sorgen für Harmonie in die Küche und wohlschmeckende Überraschungen auf dem Esstisch: Bernie Rieder und Denise Amann, die Newcomer der österreichischen Kochszene, stehen in der neunteiligen Reihe „Wild Cooking“ für Kocheinsätze aller Art bereit. Ob romantisches Candle-Light-Dinner oder großes Familienessen, die beiden „Jungen Wilden“ nehmen die Herausforderung an. Haubenkoch Bernie Rieder arbeitet im Restaurant „Das Turm“ in Wien. Er legt beim Kochen Wert auf Traditionen, kombiniert aber auch gern einheimische Gerichte mit fremdländischen Speisen. Denise Amann ist seit 2005 Inhaberin und Köchin des Wiener Restaurants „noi“. Sie war mehrmals in Asien unterwegs und lässt ihre kulinarischen Reiseerlebnisse gern in ihre Speisen einfließen. In der dritten Folge verschlägt es Bernie Rieder nach Oberösterreich. Dort hilft er dem leidenschaftlichen Hobbykoch Armin. Dieser war bisher nicht um die Zubereitung hervorragender Gerichte verlegen. Aber als Tochter Anna zur Welt kommt, muss er den Speiseplan seiner Partnerin grundlegend umstellen. Nur so kann er die stillende Mutter optimal mit allen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgen. Eine besondere Herausforderung bei der stillgerechten Zubereitung schmackhafter Gerichte sind dabei die unzähligen Zutaten, die eine Stillende meiden sollte. Gemeinsam mit Armin serviert Bernie Rieder der jungen Mutter Karottenpüree mit Spargel und Himbeeren und Sesamlachs auf roten Rüben.

Jodmangel bei Schwangeren

Jod ist für die Aufrechterhaltung der Funktionen der Schilddrüse zuständig, welche lebensnotwendige Hormone produziert. Ein Jodmangel kann zu Fehlfunktionen und somit zu Gesundheitsstörungen führen. Der Arbeitskreis Jodmangel weist nun darauf hin, dass sich die Jodversorgung von Schwangeren wieder verschlechtert.

Zwar hat sich die Jodversorgung in Deutschland in den letzten Jahren verbessert, Schwangere und Stillende scheinen jedoch zu wenig von dem Spurenelement zu sich zu nehmen. So ergaben Untersuchungen von rund 1.000 Frauen im Raum Rostock, dass bei einem Drittel der Patientinnen eine vergrößerte Schilddrüse beziehungsweise bei 60 Prozent auffällige Schilddrüsenbefunde vorlagen. Auch im Hamburger Raum zeichnet sich in einer ähnlichen Untersuchung der Trend zu einer schlechteren Versorgung ab. Intensive Aufklärungsarbeit seit den neunziger Jahren führte dazu, dass die Zahl der werdenden Mütter, die an einer Schilddrüsenunterfunktion litten, stark zurückging. Seit 2002 steigt die Häufigkeit der Unterfunktionsrate bei Schwangeren jedoch wieder an. Um eine optimale Versorgung des Körpers zu gewährleisten, ist eine tägliche Zufuhr von 200 Mikrogramm Jod notwendig. Schwangere und Stillende benötigen 230-260 Mikrogramm täglich.

Folgen der Unterversorgung betreffen sowohl die Mütter als auch die Neugeborenen. So können diese bereits einen Kropf bilden, wenn die Mutter während der Schwangerschaft und Stillzeit mit Jod unterversorgt ist. Zudem übt Jod einen Einfluss auf die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes aus. Der Arbeitskreis Jodmangel betont, dass eine nachhaltige Sicherung der Jodversorgung notwendig ist. Obwohl Deutschland heute nicht mehr zu den ausgeprägten Mangelgebieten zählt, besteht weiterhin Optimierungsbedarf.

Zu den Hauptquellen von Jod gehört die Verwendung von jodiertem Speisesalz, was in vielen Privathaushalten Verwendung findet. Auch in Fertigprodukten kommt Jodsalz zum Einsatz, dies ist auf dem Produkt zu deklarieren. Allerdings könnte der Einsatz von Jodsalz in der Lebensmittelindustrie weitaus größer sein, fordert der Arbeitskreis Jodmangel. So ist die kontinuierliche Verwendung von Jod-Pökelsalz in der Fleischindustrie sinnvoll. Auch Backwaren und Fertigprodukte sollten noch häufiger mit jodiertem Speisesalz angereichert sein. Damit wäre ein wichtiger Beitrag zur flächendeckenden Jodversorgung getan. Auch Seefisch ist mit einem Gehalt von durchschnittlich 200 Mikrogramm Jod pro 100 Gramm ein bedeutender Jod-Lieferant und steht bestenfalls zweimal pro Woche auf dem Speiseplan. Ist die Jodversorgung über die Nahrung nicht zu gewährleisten, ist eine Rücksprache mit dem Arzt, hinsichtlich einer Supplementation, zu empfehlen.

Befürchtungen einer Überversorgung mit Jod sind meist unbegründet. Die Aufnahme von Jod über die Nahrung reicht nicht aus, um eine Überdosis zu sich zu nehmen. So gelten bis zu 500 Mikrogramm Jod pro Tag als nicht gesundheitsgefährdend. Weitere Informationen zu Jod sind unter www.jodmangel.de erhältlich.

Schilddrüse

Wissenschaft aktuell: Wissenswertes über die Schilddrüse

Die Schilddrüse ist wohl die „bekannteste“ Hormondrüse des menschlichen Körpers. Funktionsstörungen der „Glandula thyreoidea“ treten in der Bevölkerung relativ häufig auf. Auch berichten verschiedene Studien über einen Zusammenhang von Schilddrüsenerkrankungen und der Entstehung von beispielsweise Morbus Basedow oder Alzheimer, berichtet heute Anja Baustian von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. aus Aachen.

Die endokrine Drüse produziert die iodhaltigen Hormone Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Die Ausschüttung dieser Stoffwechselturbos wird durch das Hypophysenhormon TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) gesteuert. In Abhängigkeit des TSH-Spiegels findet eine Abgabe von T3 und T4 ins Blut statt.

Diese lebenswichtigen Hormone wirken in nahezu allen Körperzellen und regen dort den Energiestoffwechsel an. Die wichtigsten Funktionen sind:
– Erweiterung der Gefäße
– Erhöhung des Pulses und Grundumsatzes
– Steigerung des Blutdrucks
– Anstieg der Körpertemperatur
– Steigerung der Eiweißsynthese
– Steigerung der Cholesterinsynthese
Ferner sind T3 und T4 für Wachstum und Differenzierung der Körperzellen notwendig. Bei einer Unterversorgung mit Iod über die Nahrung kann es zu verschiedenen Funktionsstörungen des Organs kommen. Erkrankungen der Thyreoidea äußern sich häufig in morphologischen Veränderungen, sprich es kann zu Vergrößerungen des Schilddrüsengewebes (Struma) bis hin zu Knoten- und Kropfbildung kommen. Des Weiteren treten Entzündungen und bösartige Entartungen auf.

Bei der so genannten Hashimoto-Thyreoiditis, benannt nach seinem Entdecker Hakaru Hashimoto im Jahre 1912, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die durch eine chronische Entzündung der Schilddrüse gekennzeichnet ist. Infolge der Aktivierung von Antikörpern des Immunsystems, die sich gegen das körpereigene Schilddrüsengewebe richten, kann es zur vollständigen Zerstörung der Schilddrüse kommen. Aufgrund der unzureichenden Produktion von T3 und T4 im Verlauf der Hashimoto-Thyreoiditis besteht die Gefahr einer Unterfunktion, die mit einer Verlangsamung aller Lebensprozesse, einem erniedrigten Grundumsatz, einer Einschränkung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit sowie einem Wachstumsstillstand einhergeht. Eine Iodsupplementierung bei gesunden Menschen steht dabei in Verdacht die Erkrankung auszulösen. Eine Zufuhr bis zu 200 Mikrogramm Iod pro Tag ist jedoch in aller Regel unbedenklich und sollte täglich mit der Nahrung aufgenommen werden.

Eine Ausnahme bilden hierbei Schwangere und Stillende. Hier steht die Entwicklung der kindlichen Schilddrüse im Vordergrund. Diese sollte ausreichend mit Jod versorgt sein, um frühkindlichem Kropf sowie Kretinismus entgegenzuwirken. Für Schwangere liegt der tägliche Iodbedarf bei 230 Mikrogramm, für Stillende bei 260 Mikrogramm pro Tag.

Aktuelle Studien zeigen, dass eine Schilddrüsenfehlfunktion das Risiko für die Entstehung weiterer Erkrankungen erhöht. So belegte ein iranisches Forscherteam einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Schilddrüsenerkrankungen und Achalasia, einer Erschlaffungsunfähigkeit des Schließmuskels (1). Weitere Untersuchungen beschäftigten sich mit der Verkettung von Demenz und Schilddrüsenhormonen. Bislang lieferten die Ergebnisse jedoch keine eindeutigen Hinweise darauf, dass T3 und T4 eine Demenz auslösen beziehungsweise negativ beeinflussen (2).

Die Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen ist somit nicht nur zur Vermeidung der Symptome, sondern vielmehr zur Aufrechterhaltung ihrer Funktion von großer Bedeutung.

Literatur:
(1) Emami MH, Raisi M, Amini J, Daghaghzadeh H. Achalasia and thyroid diseaseWorld J Gastroenterol. 2007 Jan 28;13(4):594-599

(2) de Jong FJ, den Heijer T, Visser TJ, de Rijke YB, Drexhage HA, Hofman A, Breteler MM. Thyroid hormones, dementia, and atrophy of the medial temporal lobe. J Clin Endocrinol Metab. 2006 Jul;91(7):2569-2573. Epub 2006 Apr 24