Mehr als jedes zweite Erfrischungsgetränk überzuckert

foodwatch fordert Zucker-Abgabe für Getränke-Hersteller

– Knapp 60 Prozent der untersuchten Erfrischungsgetränke enthalten zu viel Zucker
– Energy Drinks schneiden am schlechtesten ab, aber auch Schorlen sind zuckriger als empfohlen
– foodwatch fordert Zucker-Abgabe für Getränke-Hersteller

Mehr als jedes zweite „Erfrischungsgetränk“ in Deutschland ist überzuckert. Das ist das Ergebnis einer umfassenden Marktstudie der Verbraucherorganisation foodwatch. Demnach enthalten 274 von insgesamt 463 untersuchten Produkten (59 Prozent) mehr als fünf Prozent Zucker. In 171 Produkten (37 Prozent) stecken sogar mehr als acht Prozent Zucker, also sechseinhalb Stück Würfelzucker pro 250ml. Zuckergetränke mit einem Anteil von mehr als fünf Prozent gelten in Großbritannien als überzuckert. Für sie müssen Hersteller ab 2018 eine Abgabe zahlen. Als Anreiz für die Getränke-Industrie, den Zucker zu reduzieren, fordert foodwatch eine ähnliche Regelung auch für Deutschland.

„Erfrischungsgetränke machen nicht frisch, sondern krank. Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung die Hersteller mit einer Zucker-Abgabe in die Pflicht nimmt: Entweder reduzieren Pepsi, Coke & Co den Zuckergehalt drastisch, oder sie müssen sich an den milliardenschweren Gesundheitskosten beteiligen und Präventionsprogramme finanzieren“, erklärte Oliver Huizinga von foodwatch.

foodwatch hat erstmals den deutschen Markt der sogenannten Erfrischungsgetränke umfassend untersucht und dafür alle entsprechenden Produkte aus dem Sortiment der drei größten Handelsketten unter die Lupe genommen. Getestet wurden Limonaden, Energy Drinks, Saftschorlen, Brausen, Eistees, Near-Water-Getränke und Fruchtsaftgetränke. Im Schnitt enthalten die zuckergesüßten Getränke mehr als sechs Stück Würfelzucker je 250ml. Energy Drinks und Limonaden rangieren ganz oben auf der Liste. Der Hersteller PepsiCo schneidet unter den Branchengrößen am schlechtesten ab: Seine Zuckergetränke enthalten im Schnitt elf Prozent Zucker.

„Flüssiger Zucker in Form von Getränken erhöht das Risiko für Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes und andere Krankheiten“, sagte Prof. Dr. med. Wieland Kiess, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Leipzig, bei der Vorstellung der Studie am Mittwoch in Berlin. „Im internationalen Vergleich ist die Gesundheitspolitik in Deutschland mehr als zaghaft – andere Regierungen gehen die Fettleibigkeits-Epidemie viel konsequenter an.“

Deutschland ist eines der Länder mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an zuckergesüßten Getränken weltweit, mit mehr als 80 Liter pro Jahr. Aktuell sind etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland an Typ-2-Diabetes erkrankt. Allein durch Adipositas entstehen in Deutschland jedes Jahr etwa 63 Milliarden Euro Folgekosten.

Die süßesten Limonaden sind „tem’s Root Beer“ des Herstellers temetum mit 13,4 Prozent Zucker, gefolgt von „Christinen Lemon“ von Teutoburger Mineralbrunnen und „Mountain Dew“ von PepsiCo. Das zuckrigste Getränk des gesamten Tests ist der Energy Drink „Rockstar Punched Energy + Guava“ (PepsiCo) mit 16 Prozent Zucker – also 78 Gramm bzw. 26 Zuckerwürfeln je 500ml-Dose. Das ist drei Mal so viel, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) pro Tag empfiehlt – und 50 Prozent mehr als in der gleichen Menge Coca-Cola classic.

Aber auch Saftschorlen enthalten mehr Zucker als empfohlen, darunter die „fritz – spritz Bio – Traubensaftschorle“ und die „Bio Shorly Rote Früchte“ von Capri Sonne mit jeweils mehr als sieben Prozent. Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, Fruchtsaft und Wasser im Verhältnis 1:3 zu mischen, beträgt das Mischverhältnis bei den meisten getesteten Schorlen 1:1 – was einen höheren Zuckergehalt zur Folge hat. Dass es auch anders geht, zeigt hingegen der Hersteller Bad Liebenwerda mit der „Leichten Schorle Apfel“, in der lediglich 3,3 Prozent Zucker stecken. Auch unter den vermeintlich gesunden Near-Water-Getränken gibt es Licht und Schatten: Während „Apollinaris Lemon“ (Coca-Cola) und Bad Liebenwerda „Spritzig + Citro“ keinen Zucker und auch keine Süßstoffe enthalten, stecken in „Active O2 Lemon“ und „Active O2 Pfirsich Weißer Tee“ mehr als 50 Gramm Zucker in einer 750ml-Flasche.

Lediglich 55 von 463 Getränken im Test sind zuckerfrei. Davon enthalten jedoch 89 Prozent Süßstoffe. Auch süßstoffgesüßte Getränke sind umstritten: Sie tragen zu einer Süßgewöhnung bei, die eine (zuckerreiche) Fehlernährung begünstigt und damit womöglich die Entstehung von Übergewicht und Typ-2-Diabetes fördert.

Neben einer zweckgebundenen Hersteller-Abgabe verlangt foodwatch eine verbraucherfreundliche Nährwertkennzeichnung in Ampelfarben sowie gesetzliche Beschränkungen der an Kinder gerichteten Werbung mit Sportidolen, Comicfiguren oder Spielzeugbeigaben.

foodwatch-Marktstudie zum Download: tinyurl.com/getraenke-studie

ÖKO-TEST Apfelsaftschorlen

Der gute Ruf von Apfelsaftschorlen ist oftmals unverdient. Die Hersteller setzen ihnen Aromen, Zitronensaftkonzentrat oder Entkeimungsmittel zu, so das Ergebnis einer Untersuchung des Verbrauchermagazins ÖKO-TEST.

Das Laborergebnis von ÖKO-TEST zeigt, dass manche Apfelsaftschorlen ein nicht deklariertes Entkeimungsmittel enthalten.

Für so ein einfaches Produkt wie eine Apfelsaftschorle ist es erstaunlich, wie viele Mängel ÖKO-TEST aufgedeckt hat: Zwar gibt es auch viele „sehr gute“ und „gute“ Produkte, doch gerade bekannte Marken kassieren schlechte Noten. So wurden bei fünf Schorlen, die auf der Basis von Apfelsaftkonzentrat hergestellt wurden, die ursprünglichen Apfelsaftaromen nur teilweise bzw. kaum wiederhergestellt wurden. Zwei Hersteller peppen ihre Schorlen mit zusätzlichen Aromen auf. Einige versuchen mit Zitronensaft aus Zitronensaftkonzentrat den im Laufe der Zeit nachlassenden Geschmack zu verbessern.

In sieben Apfelschorlen wies das von ÖKO-TEST beauftragte Labor ein Entkeimungsmittel nach. Dieses ist zwar erlaubt, da es innerhalb weniger Stunden zerfällt. Doch es ist äußerst reaktiv und baut nicht nur Keime ab, sondern führt auch zu zahlreichen Nebenreaktionen mit den Inhaltsstoffen der Schorlen. ÖKO-TEST bemängelt, dass der Einsatz auf den Etiketten nicht deklariert werden muss.

Ebenso zurückhaltend mit Informationen zeigen sich die Anbieter, wenn es um die Herkunft der verwendeten Äpfel geht. Auf die ÖKO-TEST-Anfrage geben sie Floskeln an wie „wir beziehen weltweit“ oder „die Herkünfte unterliegen saisonalen Schwankungen“. Von den konventionellen Herstellern werden lediglich Hassia, Lidl und Edeka konkreter und geben meist Polen als Herkunft an. In der Lidl-Schorle steckt ein kleiner Anteil chinesischer Ware. Nur fünf Schorlen wurden überwiegend aus deutschen Äpfeln hergestellt.

Das ÖKO-TEST-Magazin April 2013 gibt es im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

ÖKO-TESTs Eis, Apfelschorlen, Elektrogrills

Überraschend negativ ist ein aktueller ÖKO-TEST Vanilleeis ausgefallen:
Die meisten Eismarken suggerieren dem Verbraucher, dass sie natürliche Vanille enthalten. Tatsächlich war aber in vier Marken keine nachweisbar.
Dazu gehört unter anderem die Langnese Cremisssimo Leichter Genuss
Bourbon-Vanille. In vielen anderen Marken wurde zwar natürliche Vanille
nachgewiesen, allerdings in denkbar geringen Mengen. Dafür haben die
Hersteller dann kräftig mit billigem, synthetischem Vanillin
"nachgewürzt". Die genauen Testergebnisse von insgesamt 23 Marken
Vanilleeis, darunter drei Bio-Produkte, stehen in der aktuellen
Juli-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins. Das Heft erscheint am 25. Juni und
kostet 3,50 Euro.

Auch um erfrischende Apfelschorlen ist nicht alles zum Besten bestellt.
Nach einem ÖKO-TEST von 21 Produkten bekamen zwar die beiden
konventionelle Marken Granini Frucht Prickler Apfel, Apfelnektar sowie
Punica Fruchtig & Spritzig Magic Apple, Apfelnektar ein "sehr gut". Alle
anderen Sorten fielen aber mit kleineren und größeren Mängeln auf.
Hauptkritikpunkt war der Einsatz von Konservierungsstoffen sowie zu wenig
Apfelaroma. In den Schorlen von Norma und Plus wurde zudem das giftige
Schwermetall Uran bemängelt.

Schließlich wurden – passend zur Grillsaison – noch acht Elektrogrills im
Preissegment zwischen 20 und 85 Euro untersucht. Am besten schnitt der
Tefal Principio Barbecue BG 1500 si ab. Nur auf diesem Gerät wurden die
gegrillten Würstchen so, dass die Gutachter rundum zufrieden waren. Bei
allen anderen Modellen ist entweder die Hitze ungleichmäßig verteilt, was
mehr Aufmerksamkeit beim Grillen erfordert, oder das Grillgut wird sehr
ungleichmäßig gebräunt oder sogar teilweise verbrannt. Nicht zuletzt
fielen zwei Elektrogrills durch, weil sie die Sicherheitsnormen nicht
einhielten.

101 Erfrischungsgetränke im Test

Was im Sommer durch unsere Kehlen rinnt, soll vor

allem erfrischend sein – und nicht dick machen. Doch: Wie gesund sind

die Durstlöscher eigentlich? Pünktlich zum Sommeranfang hat die

Gesundheitszeitschrift HEALTHY LIVING (EVT 20.6.) über 100

Sommergetränke getestet, von Limonaden über Schorlen bis hin zu

Sport- und Wellness-Drinks. Es ist der größte Test von

Erfrischungsgetränken, den es in Deutschland je gab.

Überraschendes

Ergebnis: Auf den ersten Plätzen steht – neben einem Eistee und einer

Apfelschorle – auch alkoholfreies Bier.

Weitere verblüffende Ergebnisse: Gerade dort, wo Wellness

draufsteht, steckt häufig einiges an Süßungsmitteln und Zusätzen

drin. Auch die so genannten Energydrinks eignen sich wider Erwarten

weniger, um den Durst zu stillen. Sie enthalten oft zu viel Zucker

und Koffein. "Wir enttarnen zahlreiche Getränke als versteckte

Dickmacher. Die Verbraucher sollten stärker darauf achten, ob sie

tatsächlich gesunde Frische oder Zuckerwasser einkaufen", betont

HEALTHY LIVING-Chefredakteur Walter Dreher, der Übergewicht als

"eines der großen Gesundheitsprobleme in Deutschland" hervorhebt.

Die Sieger in den fünf Kategorien: Platz eins in der Kategorie

Wellnessgetränke und Eistee belegt der Eistee "Tee-jà-vu Gute Laune"

von Sonnentor mit nur 72 kcal pro Liter. Beste Limonade im Test:

"Voelkel Biolimo Holunder-Chili" (260 kcal/l); Sieger bei den

Schorlen und Fruchtsaftgetränken ist "Sinalco Apfel Schorle" (260

kcal/l). Als Spitzenreiter der Energy- und Sport-Drinks erwies sich

"Adelholzener Sport Apfel Limone" mit 264 kcal/l. Und bei den Bieren

und Biermischgetränken belegt "Löwenbräu Alkoholfrei" (250 kcal/l)

den ersten Platz. "Neben der vergleichsweise geringen Kalorienzahl",

so Walter Dreher, "besticht alkoholfreies Bier vor allem durch die

gesunden Zutaten: Gemäß dem deutschen Reinheitsgebot, enthält es nur

Wasser, Hopfen und Malz – aber keinerlei künstliche Zusatzstoffe."

Der Test wurde durchgeführt in Zusammenarbeit mit der

Ernährungswissenschaflerin Dagmar von Cramm (Deutsche Gesellschaft

für Ernährung, DGE) und umfasst mehr als 30 verschiedene Kriterien.

Berücksichtigt wurden unter anderem Kalorien- und Zuckergehalt,

Vitamine, Mineralstoffe, Aromen und Farbstoffe.

Fruchtzucker macht fett!

Getränke mit Fruchtzucker, also Säfte oder Schorlen, machen dicker als Getränke mit herkömmlichem Zucker. Das fanden amerikanische Forscher nun in Experimenten mit Mäusen heraus. Die Fruktose scheint die Hormone zu beeinflussen, die die Nahrungsaufnahme steuern.
„Unsere Studie weist nach, wie der Aufbau von Körperfett im direkten Zusammenhang mit dem Konsum von Fruchtsaftgetränken steht“, erklärte Matthias Tschöp von der University of Cincinnati.

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Alkoholfreie Getränke: Preise im Sinkflug

Im ersten Halbjahr 2005 sind die Durchschnittspreise für einen Liter alkoholfreie Getränke im Handel um 6,9 Prozent auf knapp 43 Cent gesunken. Die Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke e.V. (wafg) macht für diese Entwicklung vor allem den Preisdruck verantwortlich, der durch die starke Entwicklung der Discounter entsteht.
Die im Handel verkauften Mengen von Erfrischungsgetränken, Wässern und Säften konnten im ersten Halbjahr 2005 gegenüber dem Vorjahreszeitraum zwar um 2,3 Prozent gesteigert werden, die Umsätze gingen im gleichen Zeitraum jedoch um 4,7 Prozent zurück. Mengenmäßig am stärksten entwickelten sich Schorlen und Energy Drinks mit Zuwächsen von 24,7 bzw. 18,6 Prozent. Insbesondere bei den Schorlen offenbarte sich jedoch das Missverhältnis zwischen Mengen- und Umsatzentwicklung: Hier sank der Durchschnittspreis um 14,3 Prozent.

Discounter wachsen

Eine Ursache für die sinkenden Umsätze der AFG-Unternehmen ist der Trend zu niedrigpreisigen Handels- und Eigenmarken. Das gesamte Mengenwachstum des AFG-Marktes im ersten Halbjahr 2005 wurde in Discountern erzielt. Mittlerweile wird fast die Hälfte der alkoholfreien Getränke (45,4 Prozent) über diesen Vertriebskanal verkauft.

„Diese Entwicklung steigert weiter den in der Branche ohnehin hohen Preisdruck“, zeigt sich wafg-Präsident Martin Möller besorgt. „Die Hersteller haben kaum Möglichkeiten, die gestiegenen Kosten, beispielsweise für Maut oder Benzin, in Form von Preiserhöhungen weiterzugeben. Das wirkt sich negativ auf die Ertragslage der Unternehmen aus und erschwert zukünftige Investitionen.“

Zwangspfand zeigt keine Lenkungswirkung

Der Anteil an Einweg-Verpackungen für alle alkoholfreien Getränke stieg in den ersten sechs Monaten 2005 auf einen Höchststand von 57,5 Prozent, Kartonverpackungen haben einen Anteil von 17,6 Prozent. Auch hier zeigt sich deutlich der Einfluss der Discounter.

„Es ist offenkundig, dass die angestrebte Lenkungswirkung des Zwangspfandes auf Einweg-Verpackungen nicht eingetreten ist“, so Möller. Die Situation für reine Mehrweganbieter könnte sich im kommenden Jahr weiter verschärfen: „Bereits heute öffnet sich der Handel zunehmend wieder für die nach Einführung des Einwegpfandes weitgehend ausgelistete Dose. Hersteller und Handel arbeiten gemeinsam mit Hochdruck an einem bundesweit einheitlichen Rücknahmesystem, um den Verbrauchern den Getränkekonsum so bequem wie möglich zu gestalten.“