„Hochdrucktage 2006“

Bluthochdruck ist einer der wichtigsten
Risikofaktoren für die Entstehung der Gefäßverkalkung
(Arteriosklerose). Auch in den Gefäßen des Gehirns, des Auges oder
der Beine kann die Arteriosklerose zu Veränderungen führen: zu
Demenz, Netzhautveränderungen und zum Raucherbein.

Durch regelmäßige
Kontrolle des Blutdrucks lässt sich das vermeiden. Denn der ständig
überhöhte Bluthochdruck führt in den Gefäßen zu einer Schädigung der
Gefäßwände und damit zu einem verfrühten Verschleiß. Daher sind auch
schon bei jüngeren Bluthochdruckpatienten Anzeichen der
Gefäßverkalkung nachweisbar.

In und an den geschädigten Bereichen der Gefäßwände können sich
Cholesterin, Kalk und andere Bestandteile des Bluts ablagern. Die
Gefäße werden zunehmend enger und steifer. Das Blut kann nicht mehr
ungehindert fließen, so dass sowohl die Beine als auch Organe wie
Herz, Nieren und Gehirn nicht mehr mit dem lebensnotwendigen
Sauerstoff und mit Nährstoffen versorgt werden.

Offensichtlich schädigt ein erhöhter Blutdruck zunehmend auch die
Gefäße im Gehirn. Je höher der Blutdruck, desto stärker sind spätere
Gedächtnisstörungen. Untersuchungen zu diesem Thema deuten darauf
hin, dass eine rechtzeitige und effektive Senkung des Blutdrucks
mentalen Leistungsschwächen im Alter (Demenz) vorbeugen kann. Demenz
bedeutet einen Verlust kognitiver Fähigkeiten (Kognition = Vorgänge
im Gehirn, die das Erkennen ermöglichen) mit Beeinträchtigung der
sozialen oder beruflichen Leistungsfähigkeit. Der Anteil der
Demenzkranken in der Gruppe der 60-Jährigen beträgt etwa ein Prozent,
bei den 85-Jährigen zwischen 30 und 50 Prozent.

Der Augenarzt kann bei einer Augenspiegelung die Netzhaut
betrachten und Veränderungen der Gefäße feststellen. Die Blutgefäße
der Netzhaut lassen einen Schluss auf den Schweregrad eines
bestehenden Bluthochdrucks zu. Ein nicht behandelter oder schlecht
eingestellter Bluthochdruck führt im Laufe der Zeit zu
Netzhautveränderungen, die das Sehvermögen erheblich beeinträchtigen
können.

Verengungen in den Gefäßen der Beine äußern sich meist beim Gehen
als Muskelschmerz in den Waden. Beim Stehen bleiben lässt dieser
Schmerz schnell nach, flammt aber wieder auf, wenn die Bewegung
fortgesetzt wird. Um den Schmerz immer wieder zu unterbrechen,
bleiben diese Menschen häufig selbst nach kurzen Gehstrecken stehen,
weshalb man allgemein von der Schaufensterkrankheit spricht. Im
fortgeschrittenen Stadium kann es aufgrund der Unterversorgung des
Gewebes zum so genannten Raucherbein kommen.

Die schwerwiegenden Folgeerkrankungen einer Arteriosklerose
könnten in vielen Fällen verhindert werden, wenn der Verursacher –
hoher Blutdruck – rechtzeitig erkannt und behandelt würde.

„Kennen Sie Ihre Werte?“, lautet deshalb das Motto der
„Hochdrucktage 2006“. Vom 25. bis 30. September informieren in ganz
Deutschland Selbsthilfegruppen, Ärzte und Kliniken die Bevölkerung
über Bluthochdruck und seine schwerwiegenden Folgeerkrankungen.
Initiator der bundesweiten „Hochdrucktage“ ist die Deutsche
Hochdruckliga DHL® in Heidelberg. Wo und wann die örtlichen
Informationsveranstaltungen stattfinden, steht im Internet unter
www.hochdruckliga.de oder in der örtlichen Presse.