Wissenschaftler untersuchen Wirkung von Orangensaft

In einer Studie aus Brasilien haben Forscher untersucht, wie sich Orangensaft auf unser Wohlbefinden auswirkt. Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass Orangensafttrinker besser vor chronischen Erkrankungen und Stoffwechselerkrankungen geschützt sein könnten.

Obst und Gemüse sind reich an Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Der regelmäßige Verzehr soll Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und auch bei bestimmten Krebserkrankungen einen schützenden Effekt zeigen können. Deshalb empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), täglich mindestens 400 Gramm Obst und Gemüse zu essen.

Orangensaft als tägliche Obstergänzung?
Allerdings schaffen es nur wenige Verbraucher diese Menge jeden Tag zu verzehren. Fruchtsäfte wie Orangensaft, die aus der frischen Frucht hergestellt und ohne Zusätze wie Zucker, Farb- und Konservierungsstoffe abgefüllt werden, können zum täglichen Obst- und Gemüseverzehr beitragen. Ein Glas (125 Milliliter) Fruchtsaft zählt dabei als eine Portion Obst.

Um die Wirkung von Orangensaft genauer zu untersuchen, führten Wissenschaftler aus Brasilien eine Studie mit 21 normalgewichtigen und 25 übergewichtigen Männern und Frauen durch. Beide Gruppen tranken acht Wochen lang jeden Tag 750 Milliliter Orangen­saft. Zu Beginn und am Ende der Studie wurden im Blut der Teilnehmer Biomarker gemessen, die Hinweise auf Stoffwechselveränderungen und auf Krankheiten geben können. Zusätzlich wurde die Ernährung und Körperzusammensetzung der Probanden erfasst.

Mögliche Senkung von Cholesterin und oxidativem Stress durch Orangensaft
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Orangensafttrinker besser vor bestimmten Erkrankungen geschützt sein könnten. Sowohl bei den normalgewichtigen als auch bei den übergewichtigen Studienteilnehmern gingen das Gesamtcholesterin und das schädliche LDL-Cholesterin im Blut zurück. Dadurch könnte das Risiko für krankhafte Veränderungen der Blutgefäße und für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall gesenkt werden. Zusätzlich reduzierte sich der oxidative Stress der Probanden, ein gemeinsamer Risikofaktor von Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Durch Umweltbelastungen, UV-Licht und chronische Entzündungen entstehen im Körper freie Radikale, die Zellen und Gewebe schädigen. Antioxidantien wie Carotinoide, Flavonone und Vitamin C, von dem Orangensaft einen hohen Gehalt vorweisen kann, können diese abfangen und so den oxidativen Stress vermindern.

Zusätzliche Erkenntnis: Keine Gewichtszunahme durch Orangensaft
Die Probanden der Studie nahmen durch den Orangensaft jeden Tag 340 Kilokalorien zusätzlich auf. Ihr Gewicht blieb trotzdem unverändert. Erklären lässt sich das durch die sättigende Wirkung von Orangensaft: Neben z. B. Vitamin C enthält 100 % Fruchtsaft nur natürlichen Zucker aus der Frucht. Statt „leerer Kalorien“ liefert er mit jedem Schluck auch Nährstoffe. Die Teilnehmer der Studie nahmen weniger Kalorien aus anderen Nahrungsbestandteilen wie Eiweiß oder Fett auf. Die Energiezufuhr blieb also letztlich gleich.

Die hier aufgeführten Inhalte beziehen sich auf folgende Studie:
Dourado, Grace/Cesar, Thais B.: Investigation of cytokines, oxidative stress, metabolic, and inflammatory biomarkers after orange juice consumption by normal and overweight subjects. In: Food & Nutrition Research. 2015. 59: 28147

Weitere Informationen zum Thema Orangensaft erhalten Sie auch unter www.fruitjuicematters.de

Risikofaktor Übergewicht

Fit sein ist gut, schlanker sein ist besser

Wer stark übergewichtig ist, kann die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit offenbar auch durch eine sehr gute Fitness nicht ausgleichen. Das lässt eine Studie aus Schweden vermuten, an der 1,3 Millionen Männer teilnahmen. Die Probanden waren zu Untersuchungsbeginn durchschnittlich 18 Jahre alt. Das Körpergewicht wurde anhand des Körpermassenindex (BMI) beurteilt, der sich aus dem Verhältnis von Gewicht zu Körpergröße ergibt. Die Mediziner bestimmten den Fitnesslevel anhand eines Leistungstests auf einem Fahrradergometer und teilten ihn in eine 5-Punkte-Skala ein.

Männer in der höchsten Fitnesskategorie hatten statistisch ein um 48 Prozent geringeres Sterberisiko im Vergleich zu Probanden im niedrigsten Fünftel. Die Auswertung der Daten zeigte, dass sich der positive Effekt einer guten sportlichen Leistungsfähigkeit mit steigendem Übergewicht reduziert. Bei Adipositas ließ sich ein positiver Effekt gar nicht mehr nachweisen. Bei Normalgewichtigen war die Sterbewahrscheinlichkeit – unabhängig von ihrer Fitness – geringer als bei stark Übergewichtigen auf einem hohen Fitnesslevel.

Die Wissenschaftler geben allerdings zu bedenken, dass nur die Daten von Männern und relativ frühe Todesfälle in die Auswertung eingegangen sind. Zudem können sich Körpergewicht und Fitnesslevel im Laufe der Jahre ändern. Weitere Studien sollen folgen, um auch die Auswirkungen im höheren Alter zu untersuchen.

Übergewicht ist kein unabänderliches Schicksal. „Wer im neuen Jahr ein paar Kilo abnehmen möchte, erreicht das am besten durch eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung im Alltag.“, erklärt Ernährungswissenschaftler Harald Seitz vom aid infodienst. Das muss nicht das Fitnessstudio sein. Es hilft bereits, häufiger die Treppe statt den Aufzug und das Fahrrad statt das Auto zu nehmen. „Crash-Diäten sind für eine langfristige Gewichtsabnahme nicht geeignet“, so Seitz. Häufig liegt das Gewicht nach der Diät höher als vorher, und die einseitige Lebensmittelauswahl kann zu Nährstoffdefiziten führen. Und allemal besser für den Geist und verkrampftes Kalorienzählen ist laut Harald Seitz ein gerüttelt Maß an Gelassenheit: „Wichtiger als eine Zahl auf der Waage ist aber immer das eigene Wohlfühlgewicht. Man sollte sich selbst nicht zu sehr unter Druck setzen und immer noch genießen können“.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:

http://ije.oxfordjournals.org/content/early/2015/12/20/ije.dyv321

Geschmack durch Erwartungen beeinflusst

Nach dem Motto „teurer gleich besser“ greifen viele Menschen zu teurem Wein, selbst wenn er sich qualitativ nicht von günstigeren Produkten unterscheidet. Wie sehr sich der Konsument von Preis und Marke beeindrucken lässt, hängt von bestimmten Gehirnstrukturen und damit auch seiner Persönlichkeit ab. Das lässt eine Studie der Universität Bonn und der INSEAD-Business School in Frankreich vermuten, für die mehrere Versuche durchgeführt wurden.

Die Wissenschaftler luden die Probanden unter anderem zu einer Weinverkostung ein: Ein identisches Produkt wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, und die knapp 250 Teilnehmer sollten angeben, welcher Wein am besten schmeckte. Zusätzlich wurde mit Hilfe eines Kernspintomographen erfasst, wie stark verschiedene Gehirnregionen ausgebildet waren.

Viele Verbraucher erwarten, dass die teurere Variante eines Produkts eine höhere Qualität hat. Das erlernte Konzept hat auch Auswirkungen auf das individuelle Genusserlebnis und Konsumverhalten. Dieses Phänomen wird als „Marketing-Placebo-Effekt“ beschrieben: Erwartungen an ein Produkt haben eine Wirkung, die nicht auf den Inhalt zurückzuführen ist – wie ein Scheinmedikament in der Medizin.

Der Preis hat Einfluss auf das Geschmacksempfinden, haben die Studienergebnisse bestätigt. Wie stark dieser Effekt ist, hängt offenbar von bestimmten Gehirnstrukturen ab. Probanden mit einem relativ großen Belohnungszentrum im Gehirn („Striatum“) lassen sich leichter von Preisschildern und Markennamen lenken. Das gilt auch für eher rational betonte Personen, deren „präfrontaler Cortex“ (Teil des Frontallappens) stärker ausgebildet ist. Menschen mit einer ausgeprägten Körperwahrnehmung – ersichtlich an der Inselrinde des Gehirns – sind dagegen weniger empfindlich für „Marketing-Placebo-Effekte“.

Die Wissenschaftler betonen, dass Menschen nicht unbedingt mit dieser Eigenschaft geboren werden. Die Gehirnregionen und damit die Anfälligkeit für diesen Effekt entstehen durch Lernprozesse im Laufe des Lebens und nicht nur durch genetische Veranlagung. In weiteren Studien sollen die Zusammenhänge genauer untersucht werden.
Heike Kreutz, www.aid.de

Besteck macht Geschmack!

Das Geschmackserlebnis ist ein Zusammenspiel von vielen verschiedenen Faktoren. Auch Größe, Farbe und Gewicht des Essbestecks beeinflussen die Geschmacksqualität. Das lässt eine britische Studie vermuten. In drei Experimenten untersuchten die Wissenschaftler der Abteilung experimentelle Psychologie der Universität Oxford, wie Gewicht und Aussehen von Messer, Gabel & Co. die Wahrnehmung beim Essen beeinflussen.

Im ersten Versuch standen Größe und Gewicht des Essbestecks im Vordergrund. 35 Probanden sollten Joghurt mit fünf verschiedenen Löffeln probieren. Es handelte sich um zwei Teelöffel und zwei Esslöffel aus Plastik, von denen je einer beschwert war. Der fünfte Löffel war aus Plastik, sah aber wie Edelstahlware aus. Offenbar ist nicht das absolute Gewicht entscheidend, sondern die an das Material gestellte Erwartung, erklären die Wissenschaftler. War etwa der Plastiklöffel zu schwer, empfanden die Probanden den Joghurt als wässrig und von geringer Qualität. Joghurt aus Teelöffeln schmeckte den Teilnehmern süßer als aus Esslöffeln. Das mag daran liegen, dass ein Teelöffel typischerweise für Süßspeisen verwendet wird und das Gehirn ihn mit dieser Geschmacksrichtung verbindet.

Im zweiten Versuch wurde der Einfluss der Farbe auf die Wahrnehmung des Essens getestet. Dazu servierten die Wissenschaftler 40 Probanden weißen und rosafarbenen Joghurt auf roten, blauen, grünen, weißen und schwarzen Plastiklöffeln. Auf einem weißen Löffel empfanden die Teilnehmer den weißen Joghurt als sehr süß, angenehm und von hoher Qualität – auf einem schwarzen Löffel als am wenigsten süß. Bei den anderen Farben gab es keine prägnanten Unterschiede. Daher schließen die Forscher, dass vor allem der Kontrast zwischen Essen und Besteck das Geschmacksempfinden bestimmt.

Im dritten Experiment wurde der Einfluss der Besteckform getestet. Dazu sollten 30 Probanden ein Stück jungen milden und gereiften würzigen Käse mit einem Messer, einem Zahnstocher, einer Gabel und einem Löffel probieren. Für die Teilnehmer schmeckte das Stück vom Messer am salzigsten. Die Forscher führen diesen Effekt darauf zurück, dass im Allgemeinen nicht vom Messer gegessen wird und dies der Erwartungshaltung widerspricht.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:
www.flavourjournal.com/content/2/1/21

Zu viel Chips vor dem Fernseher?

Pessimisten sind eher gefährdet

Emotionen wie Trauer und Freude können das Geschmacksempfinden und damit auch das Essverhalten beeinflussen. Das lässt ein Experiment der Julius-Maximilians-Universität Würzburg vermuten, an der 80 Probanden im Alter von 19 bis 47 Jahren teilnahmen. Zunächst schätzten die Wissenschaftler mit psychologischen Tests die allgemeine Stimmungslage der Teilnehmer ein und prüften, ob sie etwa unter leichten, nicht krankhaften Depressionen litten. Dann zeigten sie den Probanden zweiminütige Filmausschnitte mit einer lustigen, traurigen und neutralen Szene, um die entsprechenden Emotionen hervorzurufen. Davor und danach sollte die Intensität des Geschmacks von fünf verschiedenen Flüssigkeiten (süß, sauer, bitter, umami, fettig) in fünf Konzentrationen bewertet werden.

Interessanterweise konnten eher pessimistische Menschen nicht mehr zwischen fettiger und fettarmer Milch unterscheiden, wenn sie zuvor lustige oder traurige Filmszenen gesehen hatten. Vor dem Experiment und nach einer neutralen Sequenz war die Beurteilung der unterschiedlichen Fettkonzentrationen kein Problem. Das könnte erklären, warum manche Menschen vor dem Fernseher bei einem rührseligen Spielfilm mehr fettige Snacks wie Chips verdrücken als andere. Möglicherweise wird bei einer negativen Stimmungslage die Aufmerksamkeit viel stärker auf den Film gelenkt. Die Kontrolle über das Essverhalten versagt, sodass man unbewusst isst und leicht zu große Mengen verzehrt. Vor allem Menschen mit leichten Depressionen und Gewichtsproblemen könnten betroffen sein, meinen die Wissenschaftler.

Bittere und süße Geschmacksproben beurteilten leicht depressive und eher ängstliche Studienteilnehmer dagegen intensiver als positiv gestimmte Probanden. Das könnte daran liegen, dass sie generell sensibler auf Sinneseindrücke reagieren. Die genauen Zusammenhänge zwischen Gemütszustand, Emotionen und Geschmacksempfinden sind aber bislang noch nicht wissenschaftlich geklärt. Da ist offenbar noch viel Forschungsarbeit notwendig.
Heike Kreutz, www.aid.de

Olivenöl macht schlank

Fettreduzierte Lebensmittel sind auf dem Vormarsch. Viele Menschen hoffen, mit derartigen Produkten abzunehmen. Allerdings ist deren Wirkung umstritten: Man nimmt zwar weniger Energie auf, isst dafür aber unter Umständen mehr, wenn man sich nicht satt fühlt. Arbeitsgruppen an der Technischen Universität München und an der Universität Wien untersuchten, wie Öl und Fett das Sättigungsgefühl regulieren.

Vier Speisefette nahmen die Wissenschaftler unter die Lupe: Schweineschmalz, Milchfett, Raps- und Olivenöl. Über drei Monate aßen 120 Studienteilnehmer zusätzlich zu ihrer normalen Kost täglich 500 g Magerjogurt, der mit einem der vier Fette angereichert war.

Den größten Sättigungseffekt hatte dabei das Olivenöl. Bei den Probanden der Olivenöl-Gruppe konnte eine erhöhte Konzentration des Sättigungshormons Serotonin im Blut festgestellt werden. Zudem beurteilten sie den Olivenöl-Jogurt subjektiv als sehr sättigend. Der Anteil des Körperfetts und das Körpergewicht blieben in dieser Gruppe konstant.

Das ist ein überraschendes Ergebnis, da Raps- und Olivenöl ähnliche Fettsäuren enthalten. Daher nahmen die Wissenschaftler in einem anderen Versuch die Aromen im Olivenöl ins Visier. Im zweiten Studienteil erhielt eine Gruppe Jogurt mit Aroma-Extrakten aus Olivenöl, eine Kontrollgruppe reinen Jogurt. Das Ergebnis: Die Olivenöl-Gruppe blieb bei ihrer üblichen Energieaufnahme; dagegen kam die Kontrollgruppe auf ein Plus von 176 kcal pro Tag. Die Aroma-Probanden passten also ihr Essverhalten an. Im Vergleich zur Aromagruppe hatten die Kontrollpersonen auch weniger Sättigungshormon im Blut.

Eine mögliche Erklärung für die geringere Energieaufnahme ist das Sättigungsgefühl: Wie lange dieses nach dem Essen anhält, hängt neben anderen Faktoren insbesondere vom Blutzuckerspiel ab. Je schneller er sinkt, das heißt, je schneller die Körperzellen Zucker aus dem Blut aufnehmen, desto eher fühlt man sich wieder hungrig.

Im nächsten Schritt wurde untersucht, welche Aromastoffe im Öl die Zuckeraufnahme durch die Zellen am effektivsten verzögern. Dafür wurden Olivenöle aus Spanien, Griechenland, Italien und Australien genutzt. Die Forscher identifizierten zwei Inhaltsstoffe, die die Aufnahme von Glucose aus dem Blut in Leberzellen verringerten: Hexanal und E2-Hexanal – wobei italienisches Olivenöl die größten Mengen der beiden Aromastoffe enthält. Letztendlich konnte so nachgewiesen werden, dass Geschmackstoffe die Sättigung regulieren können.
Dr. Jörg Häseler, www.aid.de

Zu viel Fastfood macht krank

Neuseeländische Forscher: Essen Kinder und Jugendliche mehrmals in der Woche Fast Food, leiden sie häufiger an schwerem Asthma, Heuschnupfen und Ekzemen – Der Verzehr von Obst hatte einen positiven Effekt – Gemüsekonsum hatte eine vorbeugende Wirkung

Essen Kinder und Jugendliche mehrmals in der Woche Fast Food, leiden sie häufiger an schwerem Asthma, Heuschnupfen und Ekzemen. Das ist das Resultat einer internationalen Studie unter der Leitung eines Forscherteams der Universität von Auckland in Neuseeland.

Die Wissenschaftler hatten die Daten von rund 180.000 Kindern im Alter von sechs bis sieben Jahren und etwa 320.000 Jugendlichen im Alter von 13 bis 14 Jahren ausgewertet. Die jungen Probanden beziehungsweise ihre Eltern machten Angaben, wie häufig bestimmte Symptome für die Krankheiten Asthma, Heuschnupfen und Ekzeme in den vergangenen zwölf Monaten aufgetreten waren. Bei Asthma war dies ein schweres Atmen bis Keuchen, bei Heuschnupfen (allergische Rhinokonjunktivitis) eine laufende oder verstopfte Nase sowie tränende und juckende Augen und bei Ekzemen juckende Ausschläge. Sie sollten auch einschätzen, wie sehr diese Beschwerden das alltägliche Leben und das Schlafverhalten beeinträchtigt hatten. Zusätzlich wurden die Teilnehmenden zu ihren wöchentlichen Essensgewohnheiten befragt.

Wenn Jugendliche und Kinder drei Mal oder häufiger in einer Woche Fastfood aßen, war das Risiko für schweres Asthma um 39 Prozent beziehungsweise 27 Prozent erhöht. Auch die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von juckenden Ausschlägen und schwerem Heuschnupfen stieg – unabhängig von Geschlecht und finanzieller Situation der Probanden.

Der Verzehr von Obst hingegen hatte einen positiven Effekt: Die Schwere der Asthmasymptome verringerte sich bei Jugendlichen um 11 Prozent und bei Kindern um 14 Prozent, wenn mindestens drei Mal in der Woche Obst auf dem Speiseplan stand. Ein hoher Gemüsekonsum hatte zumindest bei Kindern eine vorbeugende Wirkung.

Bei Jugendlichen war der Zusammenhang zwischen einem hohen Verzehr von Fastfood und dem Auftreten der Krankheiten deutlicher als bei Kindern. Das liegt vermutlich daran, dass Teenager unabhängiger und freier in ihrer Nahrungsmittelauswahl sind. Die negativen Auswirkungen führen die Wissenschaftler auf die in Burger, Pommes & Co. enthaltenen gesättigten und trans-Fettsäuren zurück, die das Immunsystem beeinträchtigen. Obst hingegen ist reich an Antioxidantien und weiteren wertvollen Inhaltsstoffen. Weitere Untersuchungen sind jedoch notwendig, um die Resultate zu untermauern.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:
Fragen zu diesem Thema beantworten aid-Experten in den Foren „Säuglings- und Kinderernährung“ und „Ernährung von Jugendlichen“ auf www.was-wir-essen.de

aid-Heft „Das beste Essen für Kinder“, Bestell-Nr. 61-1447, Preis: 2,50 Euro, www.aid-medienshop.de

Geheimnisse der Liebe

Biochemische Analysen und Geschmackstests geben in einer neuen Studie des ttz Bremerhaven Auskunft über das Verhalten von Verliebten. Das Forschungsinstitut untersucht den Einfluss des Hormonspiegels auf die Geschmackseindrücke von Probanden und deren Konsumverhalten.

Sie liebt mich, sie liebt mich nicht, sie liebt mich… Frisch Verliebte befinden sich in einem Ausnahmezustand. Ihre Körper setzen eine ganze Reihe molekularer Botenstoffe frei, die sie auf Wolke sieben entführen. Das ttz Bremerhaven hat sich gefragt, wie dieses emotionale Feuerwerk den Geschmack und das Konsumverhalten beeinflusst, und ob ein Zusammenhang mit dem Hormonspiegel besteht. „Hintergrund unserer Studie ist die Verknüpfung von sozialwissenschaftlichen Methoden wie der Geschmackssensorik mit ‚harten‘ biochemischen Befunden“, erklärt Werner Mlodzianowski, Geschäftsführer des ttz Bremerhaven.

Die Studie hat zwei methodische Ansätze: einerseits die Betrachtung der Geschmackseindrücke von Probanden, zusammen mit einem Fragebogen. Andererseits hormonelle Tests, die anhand von Speichelproben durchgeführt wurden. Mit dem Speichel der Teilnehmer bestimmte das ttz-Institut für Biologische Informationssysteme (BIBIS) deren Hormonspiegel bzw. die Biomarker Testosteron und Oxytocin. An der Studie nahmen insgesamt 46 Konsumenten im Alter von 20 bis 40 Jahren teil, davon 19 Männer und 27 Frauen. In einem Auswahlverfahren wurden frisch verliebte Personen rekrutiert. Als Kontrollgruppen dienten Menschen in längeren Paarbeziehungen sowie Singles.

Langzeitpaare schmecken besser als Verliebte und Singles
Die Ergebnisse des Geschmackstests zeigen, dass die Gruppe der frisch Verliebten eine eher hohe Salzschwelle im Vergleich zu den Singles und den Personen, die schon länger in einer Beziehung leben, besitzen („der verliebte Koch…“). Auffällig ist, dass die Männer und Frauen, die schon länger in einer Partnerschaft leben, die Grundgeschmacksarten süß, sauer, bitter und salzig sehr gut erkannt haben. Offensichtlich wirken sich stabile Partnerschaften günstig auf das Riech- und Schmecksystem des Menschen aus. Andere Studien unterstreichen die positiven Gesundheitseffekte des Lebensstils von Verheirateten im Vergleich zu Singles.

Immaterielle Werte bevorzugt, aber was darf’s kosten?
Im Anschluss an die Geschmackstests gaben die Probanden Auskunft über ihr Konsumverhalten zum Valentinstag. Alle Probanden entschieden sich eher für ein gemeinsames Erlebnis wie Restaurant- oder Kinobesuch als für „klassische“ Valentinstagspräsente wie Blumen oder Schokolade. Frisch Verliebte geben durchschnittlich mehr Geld für das Valentinstagsgeschenk ihres Partners aus als Paare in einer Langzeitbeziehung. Und sie glauben, dass ihr Partner den gleichen Betrag oder sogar mehr in das Valentinstagsgeschenk investieren würde.

Anspruchsvolle Frauen
Die Preisabfrage zum Valentinstaggeschenk ergab ebenfalls, dass Frauen im Durchschnitt weniger für das Geschenk ausgeben als Männer. Sie erwarten aber umgekehrt, dass der Mann für ihr Geschenk mehr ausgibt. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass der emotionale Ausnahmezustand der Verliebtheit nicht nur den Geschmack, sondern auch das Konsumverhalten einer Person beeinflusst.

Wie beeinflussen Hormone den Geschmack?
Interessanterweise ist bei verliebten Männern der Testosteronspiegel herunter gefahren und bei Frauen erhöht. Anders beim Oxytocin, dem sogenannten Bindungshormon: Es steht für eher feminine Eigenschaften, erhöht die Zuneigung und wird vermehrt bei der Entbindung oder beim Stillen gebildet. Bei Verliebten ist der Oxytocinspiegel generell erhöht, auch bei Männern. Hierzu sagt Professor Carsten Harms, Leiter des ttz-Instituts BIBIS: „Hormone steuern sämtliche Stoffwechselwege unseres Körpers und somit auch unser Verhalten. Daher ist eine Korrelation der Hormone, die bei einem Ausnahmezustand wie Liebe ausgeschüttet werden, ein wichtiges Instrument zur Bewertung des Geschmacksempfindens.“

Testosteron gleicht sich bei Verliebten an
Bei den Testosteronwerten der Frauen ist auffällig, dass diejenigen, die in Beziehungen leben, einen niedrigeren Testosteronwert im Speichel aufweisen als Singles und frisch Verliebte. Das kann ein Indiz für eine ruhige und ausgeglichene Lebenssituation sein. Bei den verliebten Männern hingegen fällt der Testosteronwert signifikant im Vergleich zu den Singles und den Beziehungsmännern. Das bekräftigt die These, dass verliebte Männer durch verminderte Testosteronwerte (in Verbindung mit einem erhöhten Oxytocinwert) ihre Bindungsfähigkeit erhöhen und auf die potentielle Partnerin sympathischer wirken.

Der Testosteronspiegel bei Männern und Frauen ist unter „Normalbedingungen“ sehr unterschiedlich. Männer haben einen eher hohen Spiegel und Frauen einen eher niedrigen. Bei verliebten Männern und Frauen ist der Testosteronspiegel allerdings in etwa gleich hoch.

„Kuschelhormon“ Oxytocin beeinflusst das Bindungsverhalten von Männern
Grundsätzlich haben Frauen einen höheren Oxytocinspiegel im Speichel als Männer. Er ist bei Frauen in Beziehungen höher als bei Singles. Bei verliebten Frauen steigt der Wert dann nochmals an. Single-Männer haben einen sehr niedrigen Oxytocinwert im Speichel. Männer in Beziehungen haben einen in etwa gleichen Oxytocinspiegel wie die Frauen in Beziehungen. Die Wissenschaft vermutet, dass ein hoher Oxytocinwert insbesondere bei Männern, die Bereitschaft zur Bindungsfähigkeit und zur Sorge um den Nachwuchs erhöht.

Wissenschaftliche Veröffentlichung folgt
Durch die Korrelation der Biomarker mit der sensorischen Befragung konnte eine zuverlässige Interpretation der Geschmacksergebnisse erreicht werden. So zeichneten die Auswahl und die Ergebnisse der Befragung ein Bild der sozialen Bedeutung des Verliebtseins, das mit den hormonellen Statusdaten eine Zuordnung zum Verhalten zuließ. Erste Korrelationen zeigen eine schlechtere Geschmackswahrnehmung bei Personen mit hohen Testosteronwerten.

Bitte nicht küssen! Ergänzende Informationen zum Versuchsaufbau
Da Botenstoffe mit dem Speichel übertragen werden, war Küssen vor der Probenentnahme nicht erwünscht. Gleiches galt für Geschlechtsverkehr, da hierbei hohe Mengen an Oxytocin gebildet und übertragen werden. Wichtig für unverfälschte Ergebnisse war außerdem, dass die Testpersonen eine Stunde vor Testbeginn keinen Kaffee getrunken und nichts gegessen hatten.

In den Kabinen des ttz-Sensoriklabors fand ein so genannter Schwellentest statt. Dabei sollten die Testpersonen verschiedene Konzentrationen der Grundgeschmacksarten süß, sauer, bitter und salzig verkosten und angeben, ab welcher Konzentration sie den Geschmack erkennen. Im ttz-Institut für Biologische Informationssysteme wurden im Anschluss die Speichelproben untersucht.

Das ttz Bremerhaven ist ein unabhängiges Forschungsinstitut und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt und Gesundheit. www.ttz-bremerhaven.de

Test: Tablettenteiler

Viele Tabletten werden vor der Einnahme geteilt, entweder um die nötige Dosierung zu erreichen oder aber auch aus Kostengründen. Tabletten korrekt zu teilen ist aber nicht immer einfach. Die Folge einer ungenauen Teilung können unter Umständen zum Teil sogar gefährliche Über- oder Unterdosierungen sein. In einigen Fällen ist es jedoch unerlässlich, da sich z.B. die benötigte Dosis mit der Zeit ändert. So sind etwa viele Herz-Kreislauf-Patienten, die einen Blutverdünner einnehmen, damit vertraut, die Dosis immer wieder anzupassen.

Tabletten sollten eigentlich per Hand geteilt werden. Da dies aber nicht immer einfach ist haben sechs Probanden zwischen 62 und 76 Jahren acht handelsübliche Tablettenteiler getestet. Darüber hinaus wurden die Tabletten auch per Hand und mit einem Besteckmesser geteilt. Eindeutiger Testsieger ist der Tablettenteiler von Pill Splitter ACU-LIFE. Erstaunlich gute Ergebnisse gab es im Vergleich dazu mit einem schlichten Besteckmesser: Dieses reiht sich punktemäßig an dritter Stelle mit einem „gut“ ein. Der Rest der Produkte kam – ebenso wie das Teilen per Hand – nicht über eine durchschnittliche Bewertung hinaus.

Sämtliche Details zum Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) gibt es auf www.konsument.at und im November-KONSUMENT.

Zu viel Eiweiß und zu wenig Getreidefasern lassen Übergewichtige schlechter auf Insulin reagieren

Wie eine aktuelle klinische Studie* unter Führung
des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) nun zeigt,
verschlechtert eine hohe Eiweißaufnahme zumindest vorübergehend die
Insulinwirkung übergewichtiger Menschen. Unlösliche Ballaststoffe aus
Getreide** verbesserten dagegen die Insulinempfindlichkeit der
Studienteilnehmer. Die Studie zeigt zudem erstmals Wirkmechanismen auf,
über welche die Eiweiß- und Ballaststoffaufnahme die Insulinwirkung
und damit auch das Diabetes-Risiko beeinflussen könnten.

Das Wissenschaftlerteam unter Leitung der Wissenschaftler Martin O.
Weickert und Andreas F. H. Pfeiffer publizierte jetzt erste Daten der
Studie in der Fachzeitschrift American Journal of Clinical Nutrition
(Weickert et al., 2011; 94:1-13; DOI: 10.3945/ajcn.110.004374). Martin
O. Weickert ist derzeit assoziierter Professor an der Universitaet
Warwick in Großbritannien. Professor Andreas F. H. Pfeiffer leitet die
Abteilung Klinische Ernährung am DIfE.

Große Beobachtungsstudien weisen seit längerem darauf hin, dass ein
hoher Eiweißverzehr und eine hohe Aufnahme unlöslicher Ballaststoffe aus
Getreide sich gegensätzlich auf die Insulinwirkung und damit auch auf
das Diabetes-Risiko auswirken. Die ursächlichen Zusammenhänge sind aber
nur wenig erforscht, denn die Zahl klinischer Studien, in denen
Probanden gezielt mit einer bestimmten Diät ernährt und unter
kontrollierten Bedingungen untersucht werden, ist klein. Es gab auch
bisher keine Studie, die eine eiweißreiche und eine ballaststoffreiche
Diät direkt miteinander verglichen hätte. Die vorliegende Studie sollte
daher dazu beitragen, die zu Grunde liegenden Wirkmechanismen
aufzuklären.

Neu an der Studie ist unter anderem, dass sie nicht nur die
Einzeleffekte einer hohen Ballaststoff- beziehungsweise Eiweißaufnahme
auf molekularer und Stoffwechsel-Ebene analysiert hat, sondern auch
deren synergistischen Effekte. „Wie unsere Daten zeigen, könnte ein
hoher Eiweißverzehr direkt die zelluläre Weiterleitung des
Insulinsignals beeinflussen, da er zu einem Konzentrationsanstieg des
Signalproteins S6K1 im Fettgewebe führt. Steigt der S6K1-Spiegel, so
verschlechtert sich die Insulinwirkung“, erklärt Martin O. Weickert,
Erstautor der Studie. „Die Befunde sind im Einklang mit Studien, bei
denen die Probanden Aminosäure-Infusionen erhielten, und könnten
erklären, wie eine eiweißreiche Kost trotz ihrer günstigen Effekte
auf das Körpergewicht und die Blutfettwerte das Diabetes-Risiko erhöhen
kann.“

„Die Studienergebnisse geben zudem erstmals eine plausible Erklärung
für die schützende Wirkung unlöslicher Ballaststoffe aus Getreide“,
ergänzt Weickert, „Mithilfe verschiedener Untersuchungen stellten wir
fest, dass unter einer Diät, die gleichzeitig viel unlösliche
Ballaststoffe und viel Eiweiß enthält, weniger Eiweiß aus dem Darm
aufgenommen wird. Die ungünstige Wirkung des Eiweiß könnte so durch die
Ballaststoffe nachhaltig kompensiert werden.“ „Die Resultate
unterstützen damit die Annahme, dass eine erhöhte Zufuhr von
unlöslichen Ballaststoffen aus Getreide einen wertvollen Beitrag zur
Diabetes-Prävention leisten“, so Pfeiffer.

An der vorliegenden Studie nahmen 111 übergewichtige,
Typ-2-Diabetes-gefährdete Erwachsene teil, wobei 84 Probanden bis zum
Ende der Studie durchhielten. Die zweiphasige Intervention dauerte 18
Wochen. In dieser Zeit wurden die Probanden gezielt mit vier
verschiedenen Diäten ernährt***. Parallel führten die Forscher und
Mediziner umfangreiche Stoffwechsel-Untersuchungen durch.