Kiwano

Die Gurke mit Hörnern

Sie ist gelb-orange, stachelig und hat ein leuchtend grünes Fruchtfleisch, das an Götterspeise erinnert. Die bizarre Kiwano hat ihre Heimat in Afrika südlich der Sahara. Inzwischen wird die Kletterpflanze auch in Portugal, Kenia, Neuseeland, Italien und Israel angebaut.

Die Kiwano hat einen Wasseranteil von 90 Prozent, ist kalorienarm und ballaststoffreich. Zudem enthält sie wichtige Mineralien wie Kalium und Magnesium sowie die Vitamine B und C. Ihr Geschmack ist erfrischend säuerlich mit einer leichten Gurkennote. Die Italiener bezeichnen die Exotin als „Lemonbana“, ein Fantasiewort aus Zitrone und Banane. Dabei gehört die Kiwano ( Cucumis metuliferus ) zu den Kürbisgewächsen und ist mit Melone und Gurke näher verwandt. Die länglich-runde Frucht ist etwa 10 cm lang, 5 cm dick und mit Stacheln bedeckt, die an kleine Hörner erinnern. Daher wird sie auch Hornmelone oder Horngurke genannt.

Vor dem Verzehr wird die Kiwano zunächst gründlich gewaschen. Man isst die Frucht wie eine Kiwi: einfach längs durchschneiden und das geleeartige Fruchtfleisch mit Kernen herauslöffeln. Wer die Kerne nicht mag, passiert das Fruchtfleisch durch ein Sieb. Das ist allerdings mit etwas Aufwand verbunden. Die Schale der Kiwano ist nicht essbar, lässt sich aber gut als dekoratives Gefäß für Salate und Drinks verwenden.

In Obstsalaten wird die Frucht gerne mit Äpfeln, Bananen, Ananas und Nüssen kombiniert. Sie ist ein Hingucker im Eisbecher, Cocktail und auf dem Buffet. Aber auch Desserts, Smoothies und pikante Gerichte mit Fisch und Meeresfrüchten profitieren von dem außergewöhnlichen Aroma.

Die Kiwano ist ganzjährig im Handel erhältlich. Beim Einkauf sind reife unbeschädigte Früchte die beste Wahl, die orange-gelb gefärbt sind und feste Stacheln haben. Bei Zimmertemperatur sind sie wenige Tage haltbar.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:

aid-Broschüre „Exoten und Zitrusfrüchte“ –
Bestell-Nr. 1281, Preis: 6,50 Euro –
www.aid.de/shop/shop_detail.php?bestellnr=1281

Neuseelandhirsch bringt südpazifische Leichtigkeit in die Wildsaison

Während hier die Temperaturen sinken und herbstliche Klassiker auf Speisekarten in ganz Deutschland Einzug halten, bereitet sich der Neuseeländer auf den Sommer vor. Dort kennt man weder deftiges Hirschgulasch mit Knödeln noch Hirschmedaillons mit Preiselbeeren und Rahmsoße. Stattdessen kommen moderne, leichte und spannende Variationen mit Neuseelandhirsch auf den Tisch.

Hirsch vom Grill? In der Pastasoße? Asiatisch? Was in Deutschland noch für hochgezogene Augenbrauen sorgt, ist in Neuseeland ganz normal. Der neuseeländische Spitzenkoch Graham Brown, der als kulinarischer Botschafter um die Welt reist und unter anderem so hochkarätige Veranstaltungen wie die Hochzeit des Maharajas von Udaipur bekocht hat, sagt: „Am liebsten mag ich Neuseelandhirsch pur, medium-rare mit ein bisschen Salz. Schwere Soßen braucht man nicht!“

Auch Kevin Fehling, der kürzlich mit der Eröffnung seines ersten eigenen Restaurants The Table in Hamburg für Aufsehen sorgte, besuchte Neuseeland vor einiger Zeit selbst, um sich von den Lebensbedingungen der Hirsche vor Ort zu überzeugen. Besonders die einheimische Zubereitung hinterließ Eindruck: „Ich finde es sehr spannend, dass Neuseelandhirsch dort häufig roh serviert wird, beispielsweise als Tatar mit mariniertem Gemüse oder als Carpaccio.“

Der italienische Sternekoch Carmelo Greco liebt Neuseelandhirsch als Chateaubriand, Bolognese oder generell als Alternative zu Rind oder Kalb. „Ich verwende das Fleisch gern für eine innovative Version von Vitello Tonnato mit dünn geschnittener Hirsch-Oberschale.“ Eine der beliebtesten Zubereitungsarten der Neuseeländer ist und bleibt das BBQ. Wer sich also von der deutschen Kälte nicht abschrecken lässt und das neuseeländische Premium-Rotwild wie ein echter Kiwi erleben möchte, verlängert einfach die Grillsaison. „Kurz und heiß, das ist dabei das Geheimnis“, so BBQ-Experte Ralf Bos, „die Oberfläche sollte leicht karamellisieren.“ So behält das Produkt seinen charakteristischen Geschmack. Anschließend wird es bei indirekter Hitze fertiggegart.

www.neuseelandhirsch.de

Die Nashi-Birne

Die Nashi-Birne schmeckt wie eine Mischung aus Apfel und Birne. Besonders erfrischend ist das Obst pur, mit Schale oder dünn geschält und leicht gekühlt. Die Früchte lassen sich aber auch wunderbar zu Obstsalat, Sorbet, Konfitüre, Smoothies, Kompott und süßen Desserts wie der klassischen „Birne, bzw.Nashi-Helene“ verarbeiten. Dazu wird das Obst in Zuckerwasser pochiert und mit Vanilleeis und Schokoladensoße serviert. Das süß-säuerliche Aroma harmoniert ebenfalls zu pikanten Speisen: Wie wäre es mit Nashi-Birnen zum Käseteller, eingerollt in Parmaschinken oder gedünstet als Beilage zu Wild und Geflügel? Köstlich sind Schweinemedaillons mit Nashi-Birnen auf Gorgonzolasoße.

Die Apfelbirne ( Pyrus pyrifolia ), wie die Exotin auch genannt wird, stammt ursprünglich aus China. Heute wird der etwa fünf Meter hohe Baum in ganz Ostasien, in Japan, Chile, Frankreich, Italien, Australien und Neuseeland angebaut. Auf dem deutschen Markt findet man meist die japanische Variante. Nashi das japanische Wort für Birne. Diese Früchte sind apfelgroß, rund und haben eine gelbe bis ockerfarbene, oft raue Schale, die essbar ist. Das Fruchtfleisch ist weiß, saftig und nicht so weich wie bei einer Birne. Viele positive Inhaltsstoffe wie Vitamin C, Kalium, Kalzium, Eisen und Phosphor sind enthalten.

Nashi-Birnen sind ganzjährig im Handel erhältlich. Da das exotische Obst sehr druckempfindlich ist, wird es meist einzeln in Schaumstoffnetze verpackt. Reife Früchte erkennt man an einem feinen Birnenduft. Nach dem Kauf können sie noch über eine Woche bei Zimmertemperatur gelagert werden
Heike Kreutz, www.aid.de

Tausche Rezept gegen Flugticket

Neuseelandhirsch schickt Jungköche ans andere Ende der Welt

Kochwettbewerbe gibt es viele, aber weiter weg reist man mit keinem anderen: Zum dritten Mal gibt Neuseelandhirsch den Startschuss für das Young Chefs Exchange Program, bei dem vier junge Köche im Februar 2015 für vier Wochen nach Neuseeland fliegen. Dort arbeiten sie in einigen der besten Restaurants und lernen regionale Top-Produkte, die aufstrebende Gastronomieszene sowie Natur und Kultur kennen. Ambitionierte Jungköche können sich ab sofort bis zum 9. November 2014 mit ihrem Neuseelandhirsch-Rezept bewerben.

„Unsere Zeit in Neuseeland war großartig. Ich habe unzählige berufliche und private Erfahrungen gesammelt, die mich so schnell nicht loslassen werden“, fasst Andreas Högg vier ereignisreiche Wochen zusammen. Gemeinsam mit drei jungen Kollegen erlebte der 22-Jährige Anfang 2014 ein Kochabenteuer in Neuseeland, bei dem er im wöchentlichen Wechsel in den besten Restaurants des Landes arbeitete. Mit der Reise von Stadt zu Stadt und von der einen Küche in die nächste kam der Trip einem aufregenden Köche-Nomadenleben gleich: „In Auckland, Queenstown und Wellington gehörten wir zum Team von Spitzenköchen und konnten Kontakte in die internationale Food-Szene knüpfen“, freut sich Christopher Sokoll, der nach Neuseeland zurückkehren und seinen Auslandsaufenthalt vertiefen möchte.

Nils Rupp, Teilnehmer des ersten Young Chefs Exchange Programs, gefielen die Besuche auf den Hirschfarmen besonders gut: „Wenn ich ein Hirsch wäre, ich würde genau hier leben wollen.“ Und Lisa Hermes ist stolz, dass sie ihr Können täglich unter Beweis stellen konnte: „Unsere neuseeländischen Kollegen haben uns großes Interesse und Vertrauen entgegengebracht. Wir durften sogar eigene Gerichte kreieren, die dann auf die Tageskarte gesetzt wurden.“ Sie konnte die hochkarätig besetzte Fachjury, die in diesem Jahr aus Zwei-Sterne-Koch Wolfgang Becker aus Trier, Food-Journalist und -Kritiker Bernd Matthies und Sabine Romeis, der Chefredakteurin des Branchenmagazins Chefs!, besteht, mit ihrem kreativen Neuseelandhirsch-Rezept überzeugen. Die Jury war bereits selbst in Neuseeland, wo sie die damaligen Teilnehmer vor Ort kennenlernte. Aus allen Einsendungen wählt sie die besten vier Rezepte und damit die Köche aus, die 2015 nach Neuseeland reisen.

Das Young Chefs Exchange Program wurde im Herbst 2012 von Neuseelandhirsch ins Leben gerufen: „Nachwuchsförderung ist uns eine Herzensangelegenheit. Jungköchen eine Plattform zu bieten, auf der sie sich ausprobieren, messen und kreativ sein können, macht allen, die am Projekt beteiligt sind, jedes Jahr Spaß“, sagt Innes Moffat von Neuseelandhirsch. Trotz wertvoller Arbeitserfahrungen in internationalen Küchenteams bleibt genug Freizeit, in der die Teilnehmer ihre ganz private Entdeckungstour gestalten können. Ob Bungee Jumping, Whale Watching, Bootstouren, Ausflüge in Nationalparks oder Sonnen am Strand, Neuseeland bietet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten. Alle Interessierten können Fotos und Berichte via Twitter unter Neuseelandhirsch@PremiumByNature und auf der Facebookseite von Neuseelandhirsch verfolgen.

Bis zum 9. November 2014 können sich Jungköche aus dem deutschsprachigen Raum bewerben, die zwischen 18 und 30 Jahre alt sind, Englisch sprechen und verstehen und zu Beginn der Reise ihre Kochausbildung abgeschlossen haben. Informationen über den Wettbewerb gibt es auch am Neuseelandhirsch-Stand auf der Chef-Sache, die vom 26. bis 27. Oktober 2014 in Köln stattfindet.

Download der Bewerbungsunterlagen und weitere Informationen:
www.neuseelandhirsch.de

Deutsche Köche am anderen Ende der Welt

Deutsche Köche am anderen Ende der Welt

Eine aufstrebende Restaurantszene, hochwertige Produkte wie Neuseelandhirsch direkt vor der Haustür und eine spannende Mischung aus atemberaubender Natur und urbanem Leben sind nur einige Gründe, warum es immer mehr deutsche Köche, Gastronomen und Serviceprofis nach Neuseeland zieht. Manche lernen die Inseln im Südpazifik auf einem Kurztrip kennen, andere absolvieren mehrwöchige Praktika, und wieder andere bleiben gleich für immer.

„Die neuseeländische Top-Gastronomie ist sehr professionell und kreativ, obwohl sie erst in ihren Anfängen ist“, erklärt Drei-Sterne-Koch Kevin Fehling aus dem Restaurant La Belle Epoque in Travemünde. Zwei-Sterne-Koch Wolfgang Becker aus Becker’s Restaurant in Trier ergänzt: „Dennoch ist die Küche sehr vielschichtig und modern, und ganz besonders hat mich die lockere Stimmung in den Restaurants beeindruckt.“ Die beiden deutschen Spitzenköche sind vor kurzem gemeinsam mit ihren Kollegen Karlheinz Hauser**, Volker Drkosch* und Matthias Diether* nach Neuseeland gereist, um sich vor Ort von der Qualität einheimischer Produkte zu überzeugen und die Restaurantszene kennenzulernen. Besonders imposant für Zwei-Sterne-Koch Karlheinz Hauser aus dem Seven Seas in Hamburg waren die Lebensbedingungen neuseeländischer Hirsche: „Auf den Wiesen finden die Tiere Gräser und Blätter und im Winter Futterrüben, das gibt einen guten Fleischgeschmack. Die Farmer machen ihren Job wirklich mit Hingabe.“

Top-Produkte im Mittelpunkt
Die Produktfülle ihres Heimatlandes ist neben Kreativität und Ambition das wichtigste Instrument neuseeländischer Köche. „Sehr viele Lebensmittel werden ins Ausland exportiert“, so Graham Brown. Der neuseeländische Spitzenkoch, der regelmäßig auf internationalen Kochevents auftritt, unterhält als Ausgleich eine kleine Hirschfarm bei Christchurch. „Fleisch von meinen Tieren geht vor allem nach Europa und in die USA“, so Brown. „Nicht nur die Aufzucht der Hirsche, sondern auch die Verarbeitung ist hochprofessionell. Deshalb ist das Fleisch international so begehrt.“ Seine Lieblingszubereitung: ganz pur auf dem Grill. Beim gemeinsamen Kochen während des Besuchs der deutschen Sterneköche verarbeitete Karlheinz Hauser das Fleisch spontan sous vide. Dass kein Sous-Vide-Gerät vorhanden war, störte den Zwei-Sterne-Koch nicht: „Die Tiere werden so jung verarbeitet, dass das Fleisch sehr mild ist. Also dachte ich mir, warum sollten wir es nicht medium-rare servieren?“ Das Ergebnis: butterzartes Fleisch, von dem auch Grillfan Brown begeistert war.

Faszination Neuseeland
Besonders auf junge Köche übt Neuseeland eine große Anziehungskraft aus. „Ich könnte einen ganzen Tag lang erzählen, was ich an beruflichen und privaten Erfahrungen mitgenommen habe“, so Ricky Saward. Der 25-Jährige war Sieger des ersten Neuseelandhirsch Young Chefs Exchange Programs, in dessen Rahmen vier Jungköche aus Deutschland Anfang 2013 für vier Wochen nach Neuseeland reisten und in einigen der besten Restaurants des Landes arbeiteten. „Für immer nach Neuseeland gehen? Für mich nicht ausgeschlossen“, erklärt Saward.

Auch die 26-jährige Servicekraft Franziska Gelhardt hat sich in die südpazifischen Inseln verliebt und arbeitete im Restaurant Depot des neuseeländischen Kochs Al Brown. Nach 13 spannenden Monaten in Auckland ist sie kürzlich nach Deutschland zurückgekehrt und arbeitet im Sterne-Restaurant Carmelo Greco in Frankfurt. „Auch hier wird mit neuseeländischen Produkten gekocht, das finde ich nach meiner Auslandszeit natürlich besonders spannend. So macht unser Sternekoch aus dem eleganten Hirschfleisch nicht nur Hauptgänge, sondern auch mal eine Bolognese oder ein Tonnato.“

Internationaler Austausch unter Profis
Während ihres Besuchs in Neuseeland ließen es sich die deutschen Sterneköche nicht nehmen, sich mit einheimischen Kollegen zu treffen. Unter anderen mit Nic Watt aus dem „Best New Restaurant 2014“ Masu, Sean Connolly aus The Grill, „Chef of the Year 2013“ Des Harris aus dem Clooney und Sid Sahrawat aus dem „Restaurant of the Year 2014“ Sidart diskutierten sie über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der deutschen und neuseeländischen Küchen. Ebenfalls mit dabei: die vier Finalisten des diesjährigen Neuseelandhirsch Young Chefs Exchange Programs. „Es war beeindruckend, Spitzenköche aus Deutschland im Austausch mit den besten Köchen Neuseelands zu erleben“, so Teilnehmerin Lisa Hermes.

Wer 2015 als einer von vier Jungköchen aus dem deutschsprachigen Raum nach Neuseeland reisen möchte, kann sich ab sofort mit einem selbst entwickelten Neuseelandhirsch-Rezept und ausgefüllten Fragebogen per E-Mail oder Post bewerben.

www.neuseelandhirsch.de/young-chef-exchange-program.html

Benimm Regeln in englischsprachigen Restaurants

Urlaub im englischsprachigen Ausland? Hier ein kleiner Knigge und Spezialitäten-Tipps für den Restaurantbesuch

Nau Mai – willkommen! Wer so begrüßt wird, befindet sich bei den Maori in Neuseeland, einem eigentlich englischsprachigen Land. Doch wie auch in Australien, USA und Großbritannien gibt es hier jede Menge Ausdrücke, die man nur mit Schulenglisch nicht verstehen kann.
„Und auch Verhaltensregeln, beispielsweise bei einem Restaurantbesuch, können in den Ländern sehr unterschiedlich sein“, weiß Rebecca Stiebeiner von Hudde Sprachen+. Als Dolmetscherin beschäftigt sie sich intensiv mit den Feinheiten der englischen Sprache und der Kultur dieser Länder. Gourmet Report verrät sie ihre Tipps für einen gelungenen Restaurantbesuch.

Please wait to be seated – Please seat yourself
In den USA ist es oft unmissverständlich mit Hilfe eines Schildes am Eingang geregelt, ob man auf den Kellner warten soll bis man platziert wird, oder ob man selbst einen Tisch wählen darf. In Großbritannien, Neuseeland und Australien setzt man sich in legeren Restaurants selbst an einen freien Tisch, in gehobenen Restaurants wird man in der Regel an den Tisch begleitet.

The bill, please – Zahlen und Trinkgeld
Bezahlt wird, wie bei uns, meist am Tisch beim Kellner. Wenn die Rechnung auf einem kleinen Tablett gebracht wird, legt man das Geld inklusive Trinkgeld darauf und lässt es entweder am Platz liegen oder gibt es dem Kellner in die Hand. In Neuseeland, Australien und den USA ist die Bezahlung in vielen Restaurants auch an der Kasse möglich.
Trinkgeld wird in Australien und Neuseeland nicht erwartet. Bei besonders gutem Service gibt man in Australien maximal 10%. Bei Barzahlungen in Australien ist zu beachten, dass es keine 1- und 2- Centmünzen gibt, deshalb wird zum nächsten 5-Centbetrag auf- oder abgerundet. Dasselbe gilt für Neuseeland, wo auf den nächsten 10-Centbetrag gerundet wird, da es auch keine 5-Centmünzen gibt. Ganz anders in den USA. Hier wird mindestens 15 % Trinkgeld erwartet, üblich ist „double the tax“, das Doppelte der Verkaufssteuer. In
Großbritannien ist beim Trinkgeld bei gutem Service 10 % üblich. Manchmal ist jedoch eine Servicepauschale im Preis enthalten, dann kann das Trinkgeld entfallen.

Landestypische Speisen und Getränke
Was ist in den verschiedenen Ländern eigentlich typisch und was sollte man unbedingt probieren? Hier eine Auswahl von Speisen und Getränken, zusammengestellt von Hudde Sprachen+.

In Australien ist Bier sehr beliebt und viele Marken werden auch dort gebraut. Einige Gerichte gibt es nur in Australien, beispielsweise den Pie Floater aus Südaustralien. Dabei handelt es sich um eine umgekehrte Fleischpastete, die auf einer dickflüssigen Erbsensuppe serviert wird. Die Chiko roll ist inspiriert von den chinesischen Frühlingsrollen – dicke Rollen gefüllt mit Sellerie, Gerste, Kohl, Rindfleisch, Mais, Karotten, Zwiebeln und Gewürzen. Alles wird in einem Teig aus Mehl und Ei eingerollt. Der Australian Meat Pie enthält Hackfleisch und Bratensoße. Er wird auch mit Zwiebeln, Pilzen und Käse serviert. Für Australien typische Fleischsorten sind Känguru- und Krokodilfleisch.

Auch in Neuseeland ist Bier ein sehr beliebtes Getränk und es gibt viele verschiedene Sorten. Zwei für Neuseeland typische Produkte sind Kiwis und Lammfleisch. Beides wird von den „Kiwis“ (so der Kosename für die Neuseeländer) selbst gerne gegessen und gehört auch zu den Exportschlagern. Außerdem erfreuen sich Meeresfrüchte großer Beliebtheit. Die Paua-Muschel ist eine Delikatesse, die allerdings nicht käuflich zu erwerben ist, da der Verkauf verboten ist. Man muss also selbst im Meer danach tauchen – doch Vorsicht, die erlaubte Menge ist begrenzt. Weitere Muschelsorten sind Austern und die Grünlipp-Muschel. Tamarillo ist eine rote oder gelbliche subtropische Frucht, die in Chutneys verwendet wird und mit Eiscreme oder in Mayonnaise gemischt wird. Ein beliebtes Dessert, sowohl in Neuseeland wie auch in Australien ist die Pavalova, eine mit Früchten und Sahne gefüllte Baisertorte.

Tee ist in Großbritannien das beliebteste Getränk. Täglich werden 165 Millionen Tassen getrunken. Typisch englische Speisen sind oft etwas deftig für unseren Geschmack. Wie das Haggis aus Schottland. Ein Schafsmagen, der mit Fleisch von Schafherz, -leber, -lunge und mit Hafer gefüllt ist. Der Black Pudding, hergestellt aus Schweineblut und –fett in eine Art Wurst geformt, wird von manchem gerne zum typisch englischen, deftigen Frühstück in der Pfanne angebraten und warm gegessen. Allseits bekannt sind Fish and Chips. Kabeljau, Schellfisch und/oder Scholle werden in Teig getaucht und frittiert. Dazu gibt es Pommes, die zumeist deutlich größer und breiter sind als unsere, und häufig auch grünes Erbsenpüree und Sauce Tartar.

Die USA sind ein multikulturelles Land, was sich natürlich auch bei den Ernährungsgewohnheiten zeigt. Es gibt viele verschiedene Spezialitäten und daher auch nicht nur ein typisches Nationalgericht.
Zu den Klassikern gehört jedoch auf jeden Fall der Hot Dog. Das Würstchen im Brötchen, gerne auch mit Röstzwiebeln, Essiggurken und anderen Zutaten, Ketchup und/oder Senf ist schon fast ein Muss. Nachos, Tortilla Chips, überbacken mit Nachokäse oder geriebenem Käse, sind inzwischen auch bei uns bekannt und beliebt. Genauso wie Maccaroni and Cheese. Eine Spezialität ist S’more. Das sind geröstete Marshmallows mit einer Schicht Schokolade zwischen zwei Graham crackers, traditionell über dem Lagerfeuer zubereitet.

Besondere Aufmerksamkeit ist Reservierungen der Gourmet Restaurants zu gewähren. Es wird in der Regel genau erklärt, welche Kleiderordnung gewünscht wird. So ist es nicht ungewöhnlich, dass man keine Jeans oder Turnschuhe anziehen darf, sondern ein Jacket.

Neuseeland – auf den Spuren der Hirsche

Von Sonja Thelen

Der Helikopter kommt näher. Doch das kräftige Leittier bleibt stehen. Stolz dreht der Hirsch seinen Kopf in Richtung des Fluggeräts. Der Blick aus den großen braunen Augen wirkt entschlossen: Von diesem merkwürdigen, lauten Ding will der Hirsch seine Herde nicht durcheinander bringen lassen. Es ist eine beeindruckende Begegnung zwischen wilder Natur und Technik inmitten der bergigen, rauen und doch auch lieblichen Landschaft im Südwesten von Neuseeland. Erst im letzten Moment nimmt das Rotwild Reißaus. Während im „Wilden Westen“ die Cowboys die Rinder mit Pferden vor sich her trieben, braucht Charlie Ewing dafür einen Hubschrauber. Riesig sind die Flächen des Hirschfarmers. „1800 Hektar“, sagt der Mann mit dem grauen Haarschopf während des dröhnenden Fluges: „Meine Grundstücksgrenze verläuft auf 1600 Meter. Die Hirsche schaffen es, bis auf diese Höhe die Berghänge hochzuklettern.“

Rund um den malerischen Lake Wanaka auf der Südinsel Neuseelands, wo andere ihren Urlaub verbringen, betreibt Charlie Ewing seine Hirsch- und Schafzucht. Für Segler, Jetboat-Fahrer und Kajaker ist der See mit dem kristallklaren Wasser ein Eldorado, das von den grünen Hängen der Harris Mountains umrahmt wird. Jetzt, wo sich der „Jahrhundertsommer“ dem Ende neigt, ist das Gras recht braun und vertrocknet. Trotzdem ist die Kulisse mit den farbintensiven Kontrasten einmalig: Der knallblaue Himmel spiegelt sich im türkisblauen Lake Wanaka. Hoch ragen die braungrünen Berge auf – mit ihren dunklen Gipfeln aus Schiefer und den weißen Gletschern, die sich an deren Flanken schmiegen. Gespeist wird der See von den Flüssen, die sich durch das Massiv des Mount Aspiring winden: Der nach dem gut 3000 Meter hohen Berg benannte National Park ist der zweitgrößte Neuseelands und steht bei Wanderern und Anglern hoch im Kurs. Und im Winter wandelt sich das Gebiet in ein Skiparadies. Hier fand Regisseur Peter Jackson zahlreiche Drehorte für seine Verfilmungen vom „Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“.

Charlie Ewing hat in seinem Alltag nicht so viel Zeit, die Einmaligkeit der Landschaft zu genießen. Vielmehr bereitet sie ihm den nährhaften Boden, um sich sein Brot zu verdienen. 7000 Hirsche umfasst seine Herde. Hinzu kommen 3000 Schafe. Vor 15 Jahren begann er mit der Hirschzucht: „Ich wollte es mal ausprobieren.“ Dafür mussten Gatter und Zäune in den Ebenen und an den Berghängen unter schwierigsten Bedingungen errichtet werden. Der Hubschrauber ist für ihn das zentrale Fortbewegungsmittel: Er fliegt die Befestigungen ab, checkt, ob seine Tiere in Ordnung sind, treibt sie damit von einer Weide auf eine andere. Die Hirsche grasen auf weiten Grünflächen, ernähren sich von Blättern, trinken reines Wasser und atmen die klare Luft, die nicht von den Emissionen produzierender Betriebe belastet ist. Auch sind Zusatz- oder Aufbaunahrung für neuseeländische Hirschfarmer tabu. All das schlägt sich im milden Geschmack und geringen Fett- und Cholesteringehalt des Fleisches nieder.
Auf dem Rückweg zu seiner Hubschrauber-Basis, wo Touristen Flüge rund um den Lake Wanaka bis hin zum berühmten Milford Sound buchen können, erzählt Ewing, dass bald die Brunftzeit beginne. Doch die Farmer lassen die Tiere dann in Ruh‘. Im Gegensatz zu Deutschland: Dort wird das Wild just zu dieser Zeit gejagt. Dabei strotzen die männlichen Exemplare dann vor Testosteron, und die Jagd setze Stresshormone frei. „Die Hormone machen sich im Geschmack des Fleisches bemerkbar. Es wird herber“, erklärt Innes Moffat von „Deer Industry New Zealand“ und bringt auf den Punkt, was der „Hirsch zum Glücklich sein“ braucht: „Frisches Gras, Sonnenschein, klares Wasser und ganz viel Natur. Dafür ist Neuseeland ideal“.

Auch werden in Neuseeland die Tiere nicht über weite Strecken zum Schlachter transportiert, sondern vor Ort mit einem Bolzenschuss erlegt, erklärt Moffat. Die Tiere seien deutlich jünger – zwischen zwölf und 18 Monate alt -, wenn sie verarbeitet werden. Die Inseln im Südpazifik sind der weltweit größte Exporteuer von Hirschfleisch. Britische Einwanderer hatten im 19. Jahrhundert das Rotwild zum Jagen eingeführt. Auf gut vier Millionen Einwohner kommen heute fast eine Million Hirsche. Deutschland ist der größte Importeur. In den Betrieben wird das Premiumfleisch in küchenfertige Zuschnitte wie Filet, Roastbeef, Ober- und Unterschale, Hüfte oder Nuss zerteilt, vakuumverpackt und gekühlt oder schockgefrostet. Der Transport mit dem Schiff dauere sieben Wochen. Das Fleisch halte sich 14 Wochen frisch.

Einer, der aus Wales auswanderte, um sich in Neuseeland der Hirschzucht zu widmen, ist David Morgan. Vor elf Jahren ist er mit der Familie – Frau und drei Kinder – auf die Südinsel nach Pleasant Point in Canterbury gezogen – zwei Stunden von Christchurch entfernt. Dort fand er seine Farm: die Raincliff Station mit einem 100 Jahre alten stattlichen Farmerhaus. Als junger Mann zog es ihn, den Sohn eines Schafzüchters, in die weite Welt. Er kam nach Neuseeland, arbeitete auf Hirschfarmen und lernte die Zucht kennen, erzählt der 47-Jährige. Vor allem liebt er das Fleisch: „Ich kannte nur das geschossene Wild, das herber schmeckt. Aber der Neuseelandhirsch schmeckt viel zarter, und man kann ihn so viel mit ihm anstellen.“
Zurück in Großbritannien begann Morgan, mit Vater und Bruder eine Hirschzucht aufzuziehen: „Mit Erfolg.“ Doch die Sehnsucht nach Neuseeland blieb. Er mag die Weitläufigkeit und die entspannte Lebensweise der unkomplizierten Neuseeländer. Dass es bis zum nächsten „Nachbarn“ einige Meilen sind, stört ihn nicht. Eine Erkundungstour mit dem Geländewagen über seinen 2000 Hektar großen Besitz, auf dem 4000 Hirsche, 2500 Schafe und 3600 Rinder leben, ist eine holperige Angelegenheit über zerfurchte Pfade, die sich durch das hügelige Grasland ziehen. Sanft geschwungen ist das Land. Das Klima zwischen Pazifik und neuseeländischen Südalpen ist mild. In den liebevoll gepflegten Gärten gedeihen etwa prächtige Rosensträucher, Lupinen, Lavendel und Palmen. Doch die Winter können recht streng sein, erzählt Morgan. Aber auch dann verliere dieses ursprüngliche Land nichts von seinem Reiz.

www.neuseelandhirsch.de

Gesa Wieferich, Nils Rupp, Lars Middendorf und Ricky Saward

Deutsche Nachwuchsköche kochen bei den Kiwis
Von Sonja Thelen

Es ist ein lieblicher Platz: Üppig wachsen die Echinaceen, Prachtspieren, der Gartensalbei und der Blauschwingel in dem Beet vor dem lichtdurchfluteten Holzhäuschen mit den großen Glasfronten. Die Fensterläden sind geöffnet. Es sind angenehme 25 Grad. Es weht ein lauer Wind. Der Himmel ist strahlend blau. Und in dem Häuschen hat sich eine Gruppe von Männer und Frauen eingefunden, die in wenigen Momenten an einem besonderen Koch-Workshop teilnimmt. Denn wir sind nicht irgendwo, sondern 18500 Kilometer Luftlinie und gut 30 Stunden Flugzeit von Deutschland entfernt in Neuseeland. Genauer gesagt in Te Horo, ein malerisches Küstenstädtchen am Pazifik, unweit der Hauptstadt Wellington. Dort hat Ruth Pretty, Neuseelands bekannteste Kochbuch-Autorin und TV-Köchin, ihren im ganzen Land berühmten Catering-Service samt Kochschule, Café und Shop. Malerisch gelegen, von grünen Hügeln umgeben, finden sich auf ihrem Anwesen einige schmucke Holzhäuschen. Das Obst, das Gemüse und die Kräuter, die sie und ihr Team für die Zubereitung der Speisen in der Küche brauchen, gedeihen direkt vor Ort in den Gewächshäusern oder unter der Sonne Neuseelands.

An diesem Tag stehen die vielfältigen Zubereitungsarten von Neuseelandhirsch im Mittelpunkt. Aus diesem Grunde ist auch die Gruppe aus Deutschland bei Ruth Pretty zu Gast. Es sind Journalisten und vor allem Nachwuchsköche aus Deutschland, die down under hautnah erleben, wie der neuseeländische Hirsch aufwächst und wie sich sein Fleisch zubereiten lässt. Möglich macht das „Deer Industry New Zealand“: Um deutschen Köchen einen Einblick in die neuseeländische Spitzenküche zu ermöglichen, hatte im Herbst 2012 „Neuseelandhirsch“ erstmals den bundesweiten Nachwuchswettbewerb „Young Chefs Exchange Program“ initiiert. Die Förderung junger Köche ist für Neuseelandhirsch ein zentraler Aspekt. „In ihnen liegt die Zukunft, sie werden in vielen Jahren der kreative Motor der Branche sein. Sie haben keine Vorbehalte, sondern probieren frische Ideen aus, und spannend-hochwertige Aromen-Kombinationen wecken ihr Interesse“, sagt Innes Moffat von Deer Industry New Zealand.

Köche zwischen 18 und 28 Jahren konnten sich mit ihrem kreativsten Neuseelandhirsch-Rezept bewerben. Eine Expertenjury, bestehend unter anderem aus Delikatessenpapst Ralf Bos, dem Berliner Foodjournalisten und Kritiker Bernd Matthies sowie den Sterneköchen Volker Drkosch und Carmelo Greco, wählte die vier Kandidaten aus: Gesa Wieferich, Nils Rupp, Lars Middendorf und Ricky Saward. Ihr Gewinn: Eine vierwöchige Reise jetzt im Frühjahr nach Neuseeland, wo sie wochenweise in einigen der besten Restaurants des Landes arbeiten konnten. Außerdem gab Kochbuchautorin Ruth Pretty, eine charmante Lady mit britischem Touch, beim Workshop den Nachwuchsköchen einige Ideen zur schnellen und vielfältigen Zubereitung von Neuseelandhirsch: ob für den Grill, als pikante Hackfleischkügelchen, mariniert und hauchzart geschnitten wie ein Carpaccio oder bedeckt mit einer leckeren Kräuterkruste.
Zusammen mit ihrem Mitarbeiter Tristan Whitfield leitet Pretty die Köche an, demonstriert, welche Teile des Hirsches sich für welches Gericht eignen. Von Neuseeland aus wird das Fleisch küchenfertig in Zuschnitte wie Filet, Roastbeef, Ober- und Unterschale, Hüfte oder Nuss zerteilt, vakuumverpackt und gekühlt oder schockgefrostet „CO²-arm“, wie Innes Moffat betont, per Schiff exportiert. Wenn das Fleisch nach dem Transport und der Tiefkühlung aufgetaut wird, empfiehlt Pretty, es in Krepppapier einzuwickeln, in den Kühlschrank zu legen und das Papier bis zum Gebrauch täglich zu wechseln.

„Neuseelandhirsch lässt sich schnell und unkompliziert zubereiten. Es ist ein wirklich hochwertiges Fleisch“, meint die erfahrene Köchin, die in ihrem neuesten Kochbuch auch einige Rotwild-Rezepte veröffentlicht hat wie Hirschfleisch-Spieße mit Spinat und Knoblauch. Auch sei es sehr zart und fein, erklärt Ruth Pretty, und „eine ideale Wahl für eine gesundheitsbewusste Ernährung“, da das neuseeländische Rotwild reichlich Eisen enthält, aber kaum Kalorien, Fett oder Cholesterin. Daher sei das Fleisch eine echte Alternative zu Kalb, Geflügel und Rind.

Dann müssen auch die Nachwuchsköche ran. Der 24-jährige Ricky Saward, der als Chef Tournant bis vor wenigen Wochen in der Küche des Frankfurter Edelrestaurants „Kameha Suite“ leckere Gerichte und Desserts zauberte, macht sich mit seiner Gruppe an sein Rezept: Hirschkrone mit einer Paste aus Zitrone, Olivenöl und Pfeffer. Zunächst werden die grünen und schwarzen Pfefferkörner im Mörser zerstoßen und von fünf Zitronen die Schale abgerieben. Dann gibt Saward Dill, Muscovado-Zucker (ein nicht raffinierter Zucker aus Zuckerrohr) und Olivenöl dazu, mengt als nächstes die Masse und bestreicht damit die Koteletts, die nachher beim BBQ auf den Grill kommen.

Ricky Saward schätzt das Fleisch vom Neuseelandhirsch: „Es ist so mild und zart und lässt sich ganz vielseitig zubereiten.“ Von seinem mehrwöchigen Aufenthalt in Neuseeland ist der junge Koch völlig begeistert: „Das ist für mich eine der wichtigsten Erfahrungen meines Lebens. Ich bekomme hier Einblicke, die ich sonst nie erhalten würde.“ Inspirierend, frisch und kreativ sei die Küche der „Kiwis“, berichtet der weltoffene Frankfurter, der unter anderem schon in Wien und in Sydney in der Hotellerie und Gastronomie gearbeitet und an internationalen Wettbewerben teilgenommen hat. Damit sein Traum vom Hineinschnuppern in die neuseeländische Top-Küche wahr werden konnte, kündigte der gebürtige Borkener sogar seine Stelle in der Kameha Suite.

Und so sind Ricky Saward und seine drei jungen Kollegen froh über die vielen Anregungen, die sie sich mit nach Hause, nach Deutschland nehmen können. Immerhin ist Neuseelandhirsch der größte Hirschfleischlieferant für den deutschen Markt. „Das Produkt findet sich in Küchen im ganzen Land“, unterstreicht Innes Moffat von Deer Industry.

www.neuseelandhirsch.de
www.ruthpretty.co.nz

fish international Bremen

Auf der „fish international“ geht es exquisit wie selten zu: In den Theken der Aussteller werden bei der 14. Auflage der einzigen Fisch-Fachmesse Deutschlands von Sonntag bis Dienstag, 9. bis 11. Februar 2014, zum Beispiel Õra-Kings liegen, die als die Wagyu-Rinder unter den Lachsen gelten. Besucher werden in den Hallen 4 und 5 der Messe Bremen Weiße Könige erleben oder die ersten Lachse mit ASC-Siegel, Beluga-Kaviar und andere Sorten vom größten Produzenten der Welt oder Kohlenfische – in ihrem Fall sorgt die große Nachfrage aus Japan Experten zufolge für den hohen Preis.

Insgesamt werden wieder rund 260 Aussteller zur fish international erwartet: Fischzüchter und Fangbetriebe, Hersteller von Räucherwaren und Feinkost. Anzutreffen sind zudem Hersteller von Fischverarbeitungsmaschinen und -utensilien, Ausrüster für die Fischzucht, Designer von Verkaufswagen und Thekenkonzepten, Vertreter nationaler Fischereiorganisationen, Wissenschaftler. Die Aussteller kommen voraussichtlich auch wieder aus mehr als 20 Staaten. Besonders stark vertreten sind diesmal die Dänen, auch niederländische Firmen sind in noch größerer Zahl als in den Vorjahren dabei. Aussteller und Produkte kommen unter anderem auch aus Polen, Italien, Spanien, Neuseeland, Alaska.

Auch Norwegen ist natürlich präsent – unter anderem nach aktueller Planung mit einer Produktpremiere. Der Aquaculture Stewardship Council (ASC) will am Messemontag den ersten zertifizierten Zuchtlachs präsentieren. „Bis November 2013 waren vier norwegische Betriebe im Zertifizierungsprozess“, berichtet Sun Brage vom ASC.
Vom Norden Europas in den höchsten Norden Nordamerikas: Hier ist der White oder Ivory King zu Hause, den das Alaska Seafood Marketing Institute als Mitaussteller am Stand des Bremerhavener Großhändlers Transgourmet Seafood präsentiert: „Von den Indianern wird er als heiliger Fisch verehrt“, berichtet dessen Geschäftsführer Ralf Forner. Zur Art der Königslachse gehörend, kennzeichnet den Weißen König sein weißes Fleisch. Wie seine handelsüblichen Verwandten ernährt auch er sich Forner zufolge von Krebstieren, nimmt aber die Carotinfärbung nicht an. Auf 1.000 Lachse kommt nur ein einziger White King – eine in der Spitzengastronomie hochgeschätzte Laune der Natur.

Hierzulande ähnlich rar und kostbar sind die in Alaska gefangenen Kohlenfische. Küchenchefs bieten das Tier mit seiner auf dem Rücken vielfach schwärzlichen Haut als „Schwarzen Kabeljau“ an, auch wenn der Fisch mit Kabeljau nicht verwandt ist. Berühmt gemacht hat den „Black Cod“ der japanische Spitzenkoch Nobuyuki Matsuhisa in seiner Restaurantkette Nobu, vielleicht deshalb hat der Fisch einen so festen Platz in den Herzen japanischer Gourmets.

Am Stand von F.L. Bodes stellt sich der Kaviarerzeuger Agroittica vor. Acht verschiedene Störe züchten die Italiener inzwischen, darunter die besonders kostbaren Beluga-Störe: 18 Jahre dauert es, bis sie geschlechtsreif sind. Am Stand ist zudem die Lee Fish Europe AG anzutreffen, die den Kaviar im deutschsprachigen Raum vertreibt und exklusive, mit Langleine gefangene frische Fische aus Neuseeland importiert. Besucher können darum auch den erst 2012 auf dem europäischen Markt eingeführten Õra King Salmon kennenlernen. Die ganz besonders hohe Qualität des Zucht-Königslachses soll das Maori-Wort „õra“ einfangen, das „lebendig, frisch“ bedeutet: Das Fischfleisch ist dem Importeur zufolge stark marmoriert, die Textur seidig und doch fest, die Haut hell-glänzend – und dazu enthält der Õra-King die meisten Omega-3-Fettsäuren unter allen Lachsen.

Wie solche Delikatessen schmecken, erleben Besucher ebenfalls: Transgourmet Seafood will potenzielle Kunden Black Cod und White King probieren lassen. Agroittica und Lee Fish wenden sich unter anderem gezielt an Gastronomen: In der Probierküche der ersten „Gastro Ivent“ mit Impulsen und Lösungen für die Gastronomie in der Messehalle 6 setzt sich die Sterneköchin Maria Groß mit den geschmacklichen Möglichkeiten des Õra-King auseinander, auch Kaviar soll hier bei einer interaktiven Verkostung auf den Zungen zergehen.

Neben dem Genuss hat die fish international auch viel Gelegenheit fürs Netzwerken sowie rein Informatives zu bieten. Zum Beispiel stellen Firmen in einer Sonderschau zum Thema Rückverfolgbarkeit geeignete Warenwirtschaftssysteme vor. Deutlich ausgebaut hat das Messeteam den Ausstellungsbereich zu Aquakultur. Das noch junge Netzwerk aus Herstellern, Forschern, Technik- und Anlagenherstellern „Aquzente“ bittet unter anderem zu zahlreichen Vorträgen, auch veranstalten zwei Koryphäen der Kreislaufanlagen-Technik einen Workshop, den sie bislang nur in den USA angeboten haben.

www.fishinternational.de.

Gesa Wieferich, Nils Rupp, Ricky Saward, Lars Middendorf

Vier Köche, vier Wochen, eine großartige Erfahrung – Neuseelandhirsch zieht positive Bilanz zum Austauschprogramm und plant die Neuauflage

Auckland, Wellington, Queenstown – dort standen die Sieger des Neuseelandhirsch Young Chefs Exchange Programs einen Monat lang gemeinsam mit einigen der renommiertesten Küchenchefs Neuseelands am Herd. Neben dem abwechslungsreichen Einsatz in erstklassigen Küchen lernten die vier jungen deutschen Nachwuchsköche Land und Leute kennen und erlebten neuseeländisches Rotwild in seiner natürlichen Umgebung. Nun geht das Austauschprogramm in die zweite Runde.

„Glasierter Neuseelandhirsch mit Rote-Bete-Sojasauce, süß-sauren Zwiebeln und Kartoffelspirale mit Wacholderstaub“ oder „Neuseelandhirsch mit Sauce Rouenaise, Anzac Bisquits, Süßkartoffel und Avocado“ – mit so kreativen Rezepten kochten sich drei Köche und eine Köchin im Alter von 22 bis 24 Jahren an die Spitze des Young Chefs Exchange Programs. Bereits im ersten Jahr bewarben sich zahlreiche Nachwuchsköche auf den von Neuseelandhirsch neu ausgerufenen Nachwuchswettbewerb. Nach Neuseeland flogen Gesa Wieferich aus Düsseldorf, die erst im Januar 2013 ihre Kochausbildung im Zwei-Sterne-Restaurant abgeschlossen hatte, Ricky Saward, der für die Reise seine Stelle als Chef Tournant aufgab, Lars Middendorf, der bereits viele Erfahrungen in internationalen Restaurants sammeln konnte, und der Mainzer Nils Rupp, der als Chef de Partie im Andaz London Hotel unter Sascha Lenz arbeitet.

In zwölf der besten Restaurants des Landes, verteilt auf gut 1.500 Kilometer zwischen Nord- und Südinsel, konnten die vier Jungköche von Mitte Februar bis Mitte März zahlreiche neue Erfahrungen sammeln. Innes Moffat von Neuseelandhirsch freute sich, den Besuchern einen umfassenden Einblick in die multikulturell geprägte Spitzengastronomie der Doppelinsel zu bieten: „Wir haben in Neuseeland eine Kochtradition, die mit der in Europa nicht zu vergleichen ist – die ‚neuseeländische Küche‘ ist ein junges, noch formbares Konzept. Wir vereinen viele verschiedene Elemente, von asiatisch über amerikanisch bis europäisch, und bei uns stehen die Produkte im Vordergrund.“

Nachwuchsförderung ist nicht nur für Neuseelandhirsch, den größten Wild-Exporteur der Welt, eine Herzensangelegenheit, sondern auch für die Expertenjury, die die vier Sieger auswählte. Für die Nachwuchsköche mit dem größten Potenzial entschieden sich unter anderen die Sterneköche Volker Drkosch aus dem Restaurant Victorian in Düsseldorf und Carmelo Greco aus dem Frankfurter Ristorante Carmelo Greco, Foodjournalist und Kritiker Bernd Matthies sowie Delikatessenpapst Ralf Bos von Bos Food.

Jeder Teilnehmer arbeitete im Rahmen des Exchange Programs für jeweils fünf Tage in drei verschiedenen Restaurants, die erste Station war Auckland. Gleich von Beginn an wurden die Jungköche komplett ins Tagesgeschäft integriert: Ausnahmekoch Michael Meredith vom Meredith’s, dem Restaurant of the Year 2011, nahm Ricky Saward beispielsweise mit zum Kräutersammeln und zeigte ihm anschließend in der Küche, welche Aromen am besten mit mildem Neuseelandhirsch harmonieren. Nils Rupp genoss den Austausch mit Executive Chef Carl Maunder im The Grill ebenso: „Das ist das beste Steakhouse, das ich je gesehen habe, hier kommt nur Spitzenqualität auf den Teller. Carl verfügt über ein geniales Fachwissen und hat sich immer Zeit genommen, mir die Philosophie hinter seinen Gerichten zu erklären.“

Nach der Woche in Auckland ging es für die Jungköche in Neuseelands lebhafte Hauptstadt Wellington zu renommierten Restaurants wie dem The White House Restaurant oder dem Martin Bosley‘s. Küchenchef Shaun Clouston vom Logan Brown freute sich schon im Vorfeld: „Es ist großartig und eine Ehre für uns, dass die Köche hierher kommen, um mehr über unsere ausgezeichneten Produkte zu erfahren.“ In Queenstown auf der Südinsel Neuseelands legten die vier Köche den letzten kulinarischen Stopp ein. Nils Rupp und Lars Middendorf schwärmten vom Blanket Bay, einer Luxus-Lodge für nur 24 Gäste: „Das Blanket Bay ist ein Paradies für Köche, und das Team um Executive Chef Cory Hume hat uns super aufgenommen. Alle waren sehr interessiert an uns und unserem Können. In das täglich wechselnde, mehrgängige Menü wurden wir intensiv einbezogen und durften sogar eigene Gerichte kreieren – ein tolles Lob für uns!“ Natürlich war während der vier Wochen auch Raum für Freizeit und Action. Neben einer Bootstour und verschiedenen Ausflügen lud Innes Moffat die Jungköche zu einem Bungeesprung ein – stilecht in voller Kochmontur.

Auch dem Neuseelandhirschen wurde in seiner natürlichen Umgebung ein Besuch abgestattet: „Es war sehr beeindruckend und schön zu sehen, wie weitläufig die Areale der Tiere sind, grüne Weiden so weit das Auge reicht. Die Farmer pflegen ihre Hirsche vorbildlich“, sagte Nils Rupp unter Zustimmung seiner mitgereisten Kollegen. Ricky Saward gefielen vor allem die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten: „Ich habe gesehen, was alles hinter diesem tollen Produkt steckt, man schmeckt förmlich, wie gesund und natürlich die Tiere hier aufwachsen. Ob roh, warm oder kalt – die verschiedensten Kombinationen, die für mich vorher mit Hirsch nie in Fragen gekommen wären, kann ich jetzt umsetzen. Ich bin ein totaler Neuseelandhirsch-Fan geworden.“

Die Vorbereitungen für das Young Chefs Exchange Program 2014 laufen bereits, die Bewerbungsfrist läuft vom 28. August bis 14. Oktober 2013. Auf der diesjährigen Chef-Sache in Köln vom 29. bis 30. September wird das Programm außerdem vorgestellt, weitere Informationen gibt es unter www.facebook.com/neuseelandhirsch

www.neuseelandhirsch.de