Arzneimittel aus dem Wasserhahn

ÖKO-TEST Trinkwasser

Obwohl immer wieder Arzneimittelrückstände im Trinkwasser gefunden werden, sind regelmäßige Analysen nicht gesetzlich vorgeschrieben. ÖKO-TEST hat in der aktuellen September-Ausgabe Trinkwasser aus 69 deutschen Städten auf Gadolinium untersuchen lassen und wurde vor allem in Städten an Rhein und Ruhr fündig. Aber auch das Wasser in Nürnberg, Münster und Fürth wies „erhöhte“ oder „leicht erhöhte“ Gehalte auf.

Dass im Grundwasser Rückstände von Arzneimitteln zu finden sind, ist kein Geheimnis:
Das Umweltbundesamt weist in einem Bericht aus dem Jahr 2011 bereits 55 Positivbefunde
aus, in Oberflächengewässern sogar 131. Medikamente gelangen in das Wasser, weil sie über den Urin und Stuhl ausgeschieden werden oder über die Toilette bzw. den Ausguss entsorgt werden. Kläranlagen reinigen zwar das Abwasser, doch im Kampf gegen Arzneimittel ziehen
sie häufig den Kürzeren. Denn diese sind oft wasserlöslich, so dass sie kaum im Klärschlamm,
in Ablagerungsgesteinen oder in Schwebstoffen hängen bleiben. Leider legt die Trinkwasser-Verordnung gesetzlich keine Grenzwerte für Arzneimittelrückstände fest, weshalb bei den Wasserwerken nur eine geringe Bereitschaft besteht, entsprechende Analysen durchzuführen. ÖKO-TEST hat nun in 69 Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern stichprobenhaft Trinkwasserproben entnommen und exemplarisch auf Gadolinium untersuchen lassen.
Dieser Stoff wird als Kontrastmittel in der Magnetresonanztomografie verwendet.

Bei der Untersuchung zeigte sich, dass Städte an Rhein und Ruhr, aber auch West-Berlin besonders betroffen sind. Der Grund ist, dass ein Teil des Trinkwassers aus Uferfiltraten stammt. Auf den ersten Blick überraschend ist, dass auch in Münster, Nürnberg und Fürth erhöhte oder leicht erhöhte Gadoliniumgehalte gefunden wurden. Während die Befunde für Nürnberg und Fürth nicht ohne weiteres erklärbar sind, könnte es in Münster daran liegen, dass hier ein Teil des Trinkwassers aus Oberflächenwasser gewonnen wird.

Zwar ist von den nachgewiesenen Gadoliniumgehalten keine gesundheitliche Gefahr zu erwarten, weil die analysierten Mengen sehr gering sind. Aber es ist ungeklärt, ob es chronische Effekte nach sich zieht, wenn Menschen dauerhaft geringe Konzentrationen von Arzneimitteln aufnehmen. ÖKO-TEST rät daher: Um den Arzneimitteleintrag in die Umwelt so gering wie möglich zu halten, sollten Dosierungsangaben beachtet werden und kleinste Packungsgrößen gewählt werden. Abgelaufene Medikamente gehören zudem in den Restmüll und nicht in
die Toilette.

Das ÖKO-TEST-Magazin September 2014 gibt es seit heute, 29. August 2014, im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.

Keine Arzneimittel über das WC oder den Ausguss entsorgen

Magazin Reader’s Digest analysiert den Zustand des Trinkwassers in Deutschland und gibt Tipps, was man selbst für sauberes Wasser tun kann

Wenn der Sommer da ist und die Hitze sich ausbreitet, wächst auch der Durst. Viele Menschen greifen dann gerne zum Wasser – ob aus der Flasche oder der Leitung. Wie gut aber ist das Leitungswasser in Deutschland, wo lauern Gefahren, was sollte man vermeiden? Das MagazinReader’s Digest gibt in seiner August-Ausgabe passend zur Sommerzeit viele wertvolle Tipps. Grundsätzlich gilt: Die Trinkwasserqualität gilt sowohl in Deutschland als auch in Österreich als ausgezeichnet. „Bei fast allen mikrobiologischen und chemischen Kriterien werden die rechtlichen Vorgaben zu mehr als 99 Prozent eingehalten“, sagt Dr. Ingrid Chorus, Abteilungsleiterin Trink- und Badewasserhygiene beim deutschen Umweltbundesamt. Die deutsche Trinkwasserverordnung schreibt vor, dass die bundesweit mehr als 6000 Wasserwerke das Trinkwasser ständig auf knapp 60 chemische, physikalische und mikrobiologische Parameter hin überprüft.

Dennoch gilt es laut Magazin Reader’s Digest einige Regeln zu beachten. So sollte man das Wasser ablaufen lassen, wenn es länger als vier Stunden in der Hausleitung gestanden hat. Denn für sämtliche Schadstoffe sind in dem sogenannten Stagnationswasser höhere Belastungen zu finden als bei Wasser, das frisch aus der Leitung kommt und in der Regel kühler ist. Wer zuhause einen Warmwasserspeicher hat, sollte diesen regelmäßig reinigen lassen. Damit sich keine gefährlichen Erreger bilden, ist es zudem ratsam, die Mindesttemperatur von 60 Grad einzuhalten. Gleichfalls wird empfohlen, den Filter an der Wasseruhr, der größere Schmutzpartikel aufhalten soll, regelmäßig zu spülen.

Eine klare Absage erteilen die Experten der Entsorgung von Arzneimitteln über das WC oder den Ausguss in Küche bzw. Bad. Stattdessen sollten überzählige oder abgelaufene Medikamente bei Sondermüllstellen oder in der Apotheke abgegeben werden. Überhaupt könnten Arzneimittel zum Problem der Zukunft für das Wasser werden. Während es vor einigen Jahren eher noch darum ging, wie stark das Trinkwasser durch Nitrat oder Pflanzenschutzmittel belastet ist, werden inzwischen immer öfter Rückstände von Arzneimitteln im Wasser nachgewiesen. Bis zum Jahr 2040 erwarten Fachleute eine Zunahme des Medikamentenverbrauchs um bis zu 20 Prozent. Zwar bleiben die meisten Arzneimittelsubstanzen in den Kläranlagen hängen oder sind biologisch abbaubar, von einigen finden sich aber Spuren im Wasser. Vor allem das Schmerz- und Rheumamittel Diclofenac, aber auch andere Schmerzmittel, Medikamente gegen Epilepsie, Betablocker sowie Fettsenker werden immer wieder nachgewiesen. Zwar sehen Experten keinen Grund zur Beunruhigung und halten die Qualität des Trinkwassers in Deutschland nach wie vor für sehr gut. Aber Karsten Zühlke, Diplom-Hydrologe und Dozent an der Fachhochschule Potsdam für den Bereich Siedlungswasserwirtschaft, fordert trotzdem größere Anstrengungen der Medizin: „Die Pharmaforschung sollte sich um abbaubare Substanzen bemühen.“

ÖKO-TEST Putenfleisch

Resistente Keime
Fast jede der von ÖKO-TEST im aktuellen Heft getesteten Puten wurde zumeist mehrfach mit Antibiotika behandelt, auch die meisten Bio-Puten. Dadurch entsteht die Gefahr, dass ein Teil der vorhandenen Krankheitskeime überlebt und sich resistente Keime entwickeln, gegen die im Ernstfall auch beim Menschen keine Mittel mehr helfen. Tatsächlich waren die meisten gefundenen Keime resistent gegen Penicillin, Tetracylin und andere Antibiotika. In einer Probe fand sich ein MRSA-Keim, der gegen fast alle Antibiotika resistent ist, in einer anderen Probe Salmonellen, die noch auf alle Medikamente ansprachen.

Das ÖKO-TEST-Magazin Januar 2012 gibt es seit dem 30. Dezember 2011 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Makrele macht viele Medikamente überflüssig

Die Rheuma Ampel von Sven-David Müller macht Rheumatikern das Leben leichter

Die in Makrele, Lachs und Hering enthaltenen Omega-3-Fettsäuren können bei Menschen, die unter rheumatoider Arthritis leiden, die Beschwerden deutlich lindern und Medikamente überflüssig machen. Demgegenüber verstärkt die in fetten tierischen Produkten wie Butter, Schmalz, Sahne, Fleisch, Eier oder Vollmilch enthaltene Arachidonsäure die Schmerzen und Unbeweglichkeit bei Rheumatikern. In der Rheuma Ampel von Sven-David Müller können Patienten und Therapeuten auf einen Blick den Entzündungswert von Lebensmitteln erfassen. Die Rheuma Ampel macht zudem Angaben über den Gehalt an Arachidonsäure und Omega-3-Fettsäuren. Die Rheuma Ampel zeigt die Nährwerte von mehr als 2.600 Lebensmitteln, Speisen, Fertiggerichten und auch Fast Food und ist damit das wohl umfangreichste Tabellenwerk für Rheumatiker. Ernährungsexperte Sven-David Müller, Master of Science in Applied Nutritional Medicine (Angewandte Ernährungsmedizin) hat die Nährwerttabelle im renommierten TRIAS Verlag, Stuttgart, herausgebracht.

Grüne Welle für rheumalindernde Ernährung
Die Rheuma Ampel ist ein kompetenter Ernährungsberater in Form eines Buches. Viele Rheuma-Patienten möchten neben der medikamentösen Therapie auch selbst zu einer Linderung ihres chronischen Leidens beitragen. Wissenschaftliche Studien beweisen, dass auch entzündliche Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, die der Arzt als rheumatoide Arthritis bezeichnet, einer Ernährungstherapie zugänglich sind. Durch eine arachidonsäurearme Ernährungsweise und die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren sowie eine gezielte Nahrungsergänzung ist es möglich, natürlich gegen den Rheumaschmerz und die Gelenksteife vorzugehen, betont Sven-David Müller bei der Vorstellung der Rheuma Ampel in Berlin. Dem umfangreichen Lebensmitteltabellen stellt der Autor ausführliche Informationen über die Diättherapie bei Rheuma voran. Im Gegensatz zu vielen dubiosen Rheumadiäten ist das von Sven-David Müller beschriebene Ernährungsregime wissenschaftlich bestens belegt und hat sich bei vielen tausend Rheumatikern hervorragend bewährt. An der Universitätsklinik Aachen und auch in meiner Praxis habe ich mit einer arachidonsäurearmen Kost und der erhöhten Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren beste Erfahrungen gemacht. Diese können über Lachs, Makrele und Hering oder auch über Präparate zugeführt werden.

Diätexperte Sven-David Müller mehr als 20 Jahre Erfahrung
Seit März 1989 ist der staatlich anerkannte Diätassistent in Sachen gesunde Ernährungsweise und Ernährungstherapie unterwegs, war fast zehn Jahre an der Universitätsklinik in der Diät- und Ernährungsberatung sowie der Diabetesschulung tätig. Sven-David Müller (41) ist Diabetesberater der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), hat Nutritive Medizin studiert und den akademischen Grad des Master of Science (M.Sc.) in Applied Nutritional Medicine erreicht. Der aus Presse, Funk und Fernsehen bekannte Diätexperte ist mit der Diplom-Pädagogin Almut Müller verheiratet und lebt mit ihr in Niederweimar in der Nähe von Marburg an der Lahn. Neben der Rheuma Ampel hat Sven-David Müller im TRIAS Verlag auch noch die Kalorien Ampel, Diabetes Ampel, die Cholesterin Fett Ampel und die Gicht Ampel herausgebracht. Mit den Lebensmittelampeln wird gesunde Ernährung, Abnehmen und Ernährungstherapie bei rheumatoider Arthritis und anderen Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen zum Kinderspiel.

Bibliografische Daten zur Rheuma Ampel
Rheuma Ampel
Trias Verlag
Bestellink: ISBN 978-3-8304-3909-7

Bei drohender Übelkeit hilft ein Gummibärchen

Magazin Reader’s Digest gibt Gesundheitstipps für die Urlaubszeit und sagt, was unbedingt in die Reiseapotheke gehört

Die Urlaubszeit beginnt und damit die Vorfreude bei vielen Menschen auf eine Zeit voller Erholung. Doch viele Menschen verdrängen, wie schnell ungewohnte Kost, große Hitze oder das Vergessen eines wichtigen Medikaments zu gesundheitlichen Problemen führen können. Das Magazin Reader’s Digest gibt in seiner Juli-Ausgabe wichtige Tipps, was in die Reiseapotheke gehört und wie Ferienreisende vorbeugen können, damit die schönsten Wochen des Jahres unbeschwert bleiben. Grundsätzlich gilt: Selbst wenn die Reise nur ins Nachbarland geht, sollte eine Grundausstattung an Medikamenten mitgenommen werden.

Dazu gehört zum Beispiel ein Mittel gegen Schmerzen und Fieber, ein Gel oder eine Salbe zur Juckreizlinderung nach Insektenstichen, ein Präparat gegen Verdauungsprobleme, etwas gegen Erkältungsbeschwerden, ein Desinfektionsmittel sowie Pflaster. Vor dem Packen sollte kontrolliert werden, ob die Medikamente ihr Verfallsdatum noch nicht überschritten haben. Außerdem sollte rechtzeitig vor der Abreise überprüft werden, ob der Impfschutz aufgefrischt werden muss. Als unverzichtbar gelten Tetanus, Diphtherie und Hepatitis A.

Wichtig ist auch: Wer auf bestimmte Medikamente wie Insulin oder blutdrucksenkende Mittel angewiesen ist, sollte sich rechtzeitig darum kümmern, dass er sie in ausreichenden Mengen für die Reise zur Verfügung hat. Zugleich empfiehlt es sich, einen Notfallausweis bei sich zu tragen, in dem die Krankheiten, die aktuelle Medikation und möglichst auch Adressen mit Telefonnummern verzeichnet sind, damit ein Arzt im Notfall die Familie oder Freunde kontaktieren kann.

So ausgestattet, kann es im Grunde los gehen – aber schon lauert die erste Gefahr. Wer Auto- oder Busfahrten oder die Fahrt mit der Fähre nicht gut verträgt, sollte während der Fahrt auf keinen Fall lesen und bei der Schiffsreise einen Punkt am Horizont fixieren. Ein kleiner Trick, der zudem gegen die drohende Übelkeit hilft: Auf einem Kaugummi oder Gummibärchen herumkauen und am Abend zuvor auf Alkohol und schwere Mahlzeiten verzichten. Wem es dennoch leicht schlecht wird, der kann sich in der Apotheke ein Medikament mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat besorgen. Wer pflanzliche Mittel bevorzugt, wahrscheinlich Ingwer-Tabletten.

Erst einmal am Urlaubsort angekommen und den Strand oder den Pool vor Augen, sollte man es nicht gleich übertreiben – zum Beispiel beim Sonnenbaden. Denn zu viel UV-Strahlung verursacht Sonnenbrand, vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs. Experten raten deshalb immer wieder, auf Sonnenbäder zwischen 11 und 15 Uhr zu verzichten, in dieser Zeit eine Siesta einzulegen und den Körper beim Spaziergang mit leichter Kleidung, zumindest aber den Kopf mit einem Sonnenhut zu schützen. Wer dennoch einen Sonnenbrand erwischt hat, sollte ihn durch kalte Wickel mit Quark oder Joghurt kühlen.

Auch für die Ernährung im Urlaub gibt das Magazin Reader’s Digest Ratschläge. Die Mittelmeerländer sind wegen des hohen Anteils an pflanzlichen Lebensmitteln, Ölen und Fischgerichten für ihre gesunde Küche bekannt. Wer sich einen Durchfall einfängt, muss die verlorene Flüssigkeit unbedingt ersetzen, am besten durch Tee und leichte Brühe. Wenn keine Besserung eintritt und Bauchkrämpfe, Erbrechen oder Fieber hinzukommen, sollte ärztlicher Rat gesucht werden. Damit es erst gar nicht so weit kommt, ist es ratsam, unerhitzte, offene Lebensmittel zu meiden; auch Speisen aus ungekochter Milch oder Früchte, die bereits geschält serviert werden, sind mit Vorsicht zu genießen.

Ähnliche Grundregeln gibt es beim Trinken. Auch im Urlaub sollte man mindestens zwei Liter pro Tag trinken. Dabei ist es wichtig, eiskalte Getränke zu vermeiden, da sie den Kreislauf belasten. Limonaden, Bier, Wein und Wasser aus verschlossenen Flaschen sind in der Regel unproblematisch. Hingegen können Leitungswasser und damit auch Eiswürfel heikel sein.

Was ist zu beachten, wenn man trotz aller Vorsichtsmaßnahmen im Urlaub krank wird, beim Baden in einen Seeigel getreten ist oder ein anderes Unheil geschieht? Bernd Christl von der Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland in Bonn rät zum Abschluss einer Reiseversicherung: „Das ist dringend zu empfehlen.“

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt zwar bei Reisen in EU-Ländern und zum Beispiel auch ins beliebte Urlaubsland Kroatien die Kosten für die Behandlung medizinischer Notfälle – allerdings nur bei Behandlungen durch einen Vertragsarzt oder ein Vertragskrankenhaus. Landesübliche Zuzahlungen oder Sonderleistungen, wie man sie in Deutschland als Teil der gesetzlichen Leistung gewohnt ist, müssen vor Ort selbst bezahlt werden.

Für weitere Informationen zu diesem Reader’s Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Juli-Ausgabe von Reader’s Digest Deutschland ist ab sofort an zentralen Kiosken erhältlich.

Das Kaum Cholesterin Kochbuch

Der Cholesterinspiegel lässt sich ohne Medikamente deutlich senken

Durch eine Ernährungsumstellung lässt sich der Cholesterinspiegel um bis zu 30 Prozent senken, betont Sven-David Müller, M.Sc., bei der Vorstellung seines „Kaum Cholesterin Kochbuch“ in der Universitätsstadt Marburg an der Lahn. Das Ratgeberkochbuch enthält ein Anti-Cholesterinprogramm mit dem es in vier bis acht Wochen gelingt, die Cholesterinwerte zu normalisieren. Und das ohne Medikamente, die von Ärzten oft zu leichtfertig verordnet werden. Die Rezepte sind für jung und alt bestens geeignet und zeichnen sich durch eine hohe Alltagstauglichkeit aus.

Ernährungsumstellung ist Lipidsenkern oft überlegen

Die moderne Arzneimittelgesellschaft unterschätzt den Wert von diätetischen Maßnahmen, doch Studien beweisen, dass eine gezielte Ernährungsumstellung Lipidsenkern oft überlegen ist. 60 Prozent der Menschen in Deutschland leiden unter erhöhten Blutfettwerten.

An eine Einführung in die Ernährungstherapie zur Senkung krankhaft veränderter Blutfettwerte mit vielen Tipps und Tricks schließt sich ein reich bebilderter Rezeptteil an. Für gesunde Blutfettwerte ist es wichtig, eine moderate Fettzufuhr zu erreichen. Dabei ist es wichtig, ausreichend mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen und die Zufuhr gesättigter Fettsäuren sowie Transfettsäuren auf ein Minimum zu beschränken. Wie das funktioniert zeigt der Autor mit kreativen Rezepten. Aber der Autor verrät auch, warum bestimmte Ballaststoffe wie Pektin, Guar oder Plantago ovata Samenschalen den Cholesterinspiegel deutlich senken. Daneben haben auch Pflanzensterine einen deutlichen Effekt auf das LDL.

Regelmäßige Cholesterinmessung ist wichtig

Um einen Überblick über die Herz-Gefäß-Gesundheit zu erlangen und den Effekt einer Ernährungsumstellung einschätzen zu können, ist es erforderlich, den Cholesterinspiegel vierteljährlich zu überprüfen. Aber eine Cholesterinspiegel-Messung kann wertlos sein, wenn nur das Gesamtcholesterin bestimmt wird, betont Müller. Es ist notwendig, den Wert für das gefäßschädliche LDL und das gesunde HDL zu testen. Inzwischen gibt es Schnelltests wie den CholesterinCHECK für Gesamtcholesterin, HDL und LDL rezeptfrei in der Apotheke. Es darf nicht vergessen werden, dass Veränderungen des Cholesterinspiegels der Hauptrisikofaktor für den Herzinfarkt sind.

HDL rauf und LDL runter

Wer richtig isst und trinkt sowie reichlich Bewegung in sein Leben bringt, verhält sich nach dem Motto „HDL rauf und LDL runter hält Herz und Gefäße munter“. Das HDL schützt die Arterien vor der gefährlichen Verkalkung. Das LDL hingegen fördert die Arteriosklerose. Sven-David Müller interviewt den renommierten Wissenschaftler Prof. Dr. Martin Hrabé de Angelis aus München zum Risikofaktor Cholesterin. Einerseits ist Cholesterin für den Menschen lebenswichtig und andererseits kann es zur Gefahr für Herz und Gefäße werden. Im Anhang bietet das „Kaum Cholesterin Kochbuch“ viele hilfreiche Adressen, Linktipps und Buchempfehlungen.

Diätexperte und Medizinjournalist Sven-David Müller

Medizinjournalist Sven-David Müller (41) ist in Marburg an der Lahn tätig und lebt in Niederweimar. Er gehört zu den bekanntesten Ernährungs- und Diätratgeber-Autoren im gesamten deutschsprachigen Raum. Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet 140 Titel in neun Sprachen von ihm. Sven-David Müller, M.Sc., ist staatlich anerkannter Diätassistent, Diabetesberater der Deutschen Diabetes Gesellschaft und hat nutritive Medizin studiert. Er ist vielen Menschen aus Funk und Fernsehen sowie als „Fit for fun“-Experte bekannt. Das „Kaum Cholesterin Kochbuch“ wird vom Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik e.V. empfohlen. Das Buch ist ab sofort im Buchhandel und bei Amazon erhältlich. Bibliografische Daten:

Das Kaum Cholesterin Kochbuch
Sven-David Müller
Mainz Verlag, Aachen

Medikamente und Lebensmittel

Essen beeinflusst Wirkung von Arzneien

Bei der Einnahme von Medikamenten ist es wichtig, neben den allgemeinen
Nebenwirkungen auch die Wechselwirkungen mit Lebensmitteln zu kennen. In
vielen gängigen Medikamenten sind Arzneiwirkstoffe enthalten, die mit
bestimmten Lebensmitteln reagieren und zu unerwünschten Begleiterscheinungen
wie Kopfschmerzen, Blutdruckanstieg oder Herzrasen führen können

Dr. med. Kristina Lickvers von der Central Krankenversicherung gibt deshalb
einen Überblick über die häufigsten Wirkungen, die Lebensmittel auf gängige
Medikamente haben können:
1. Antibiotika und Koffein: Während der Einnahme von Antibiotika ist es
ratsam, komplett auf den Konsum von koffeinhaltigen Getränken zu verzichten.
Das Koffein kann in Verbindung mit Antibiotika verstärkt zu
Erregungszuständen, Herzrasen und Schlafstörungen führen.

2. Antibiotika und Milchprodukte: Bestimmte Antibiotika (z.B. Tetracycline)
gehen eine Verbindung mit Kalzium ein. Die Wirkstoffe des Antibiotikums
können so nicht durch die Darmwand gelangen, um ins Blut aufgenommen zu
werden. Ihre Wirksamkeit wird damit ausgebremst. Kalziumhaltige Lebensmittel
wie Milch, Quark, Joghurt und Käse sollten daher zwei Stunden vor und nach
der Einnahme der Antibiotika nicht verzehrt werden.

3. Mittel zur Blutdrucksenkung, Arzneien gegen Allergien
(z.B. Antihistaminika), Schlafmittel in Verbindung mit Grapefruit:
Grapefruit kann den Abbau von Wirkstoffen hemmen und dadurch eine deutliche
Verstärkung der Wirkung hervorrufen wie beispielsweise extremer
Blutdruckabfall, Herzrasen und Schwindel bei blutdrucksenkenden Mitteln. Bei
Antihistaminika kann es unter anderem zu Leberfunktionsstörungen und in
seltenen Fällen auch zu Herzrhythmusstörungen kommen. In Verbindung mit
Schlafmitteln können Bewusstseins- und Orientierungsstörungen hervorgerufen
werden. Daher sollte man bei der Einnahme von blutdrucksenkenden Mitteln,
Antihistaminika und Schlafmitteln gänzlich auf Grapefruitsaft verzichten.

4. Schmerzmittel (z.B. Paracetamol) und ballaststoffreiche Nahrungsmittel:
Die Aufnahme von Schmerzmitteln im Dünndarm wird durch Ballaststoffe
verzögert und die Wirkung des Medikaments damit abgeschwächt.

5. Antidepressiva in Verbindung mit protein- und tyraminhaltigen
Lebensmitteln: Der Verzehr von protein- und tyraminhaltigen Lebensmitteln
wie Käse, Salami, Wein, Ananas oder Sauerkraut kann bei gleichzeitiger
Einnahme dieser Medikamente erhöhten Blutdruck sowie Kopfschmerzen bis hin
zu lebensgefährlichen Bluthochdruckkrisen und Hirnblutungen auslösen.

6. Blutverdünnende Medikamente (z.B. Marcumar) und Vitamin-K-haltige
Lebensmittel: Vitamin-K-haltiges Gemüse wie Brokkoli, Kopfsalat, Spinat und
Bohnen kann die Wirkung von blutverdünnenden Mitteln vermindern. Gleiches
gilt für Vitamin K in Nahrungsergänzungsmitteln. Die Folge: Es können sich
gefährliche Blutpfropfen bilden, und dies kann zu Thrombose (Verstopfung von
Blutgefäßen durch Blutgerinnsel) oder Schlaganfall führen.

Oft sind es nur wenige Details, auf die Patienten bei der Einnahme von
Medikamenten in Verbindung mit Lebensmitteln achten müssen. Diese können jedoch die Gesundheit und das allgemeine
Wohlbefinden entscheidend beeinflussen. Deshalb ist es wichtig, sich vorab
zu informieren und im Zweifel auch bei nicht verschreibungspflichtigen
Arzneimitteln den behandelnden Arzt oder den Apotheker zu befragen.
Grundsätzlich gilt für alle Medikamente: Niemals in Kombination mit Alkohol
einnehmen!

Kinder in Haiti

Angst um die Kinder in Haiti

UNICEF ruft dringend zur Hilfe für die Kinder in Haiti auf. Die
Kinder im Katastrophengebiet müssen so rasch wie möglich vor Hunger
und Krankheiten geschützt werden. Unter den unzähligen Verletzten
befinden sich viele Kinder, die versorgt werden müssen. Sie brauchen
medizinische Hilfe, sauberes Wasser, Nahrung und Schutz. UNICEF warnt
angesichts der chaotischen Zustände vor dem Ausbruch von Epidemien
und Hunger. Viele Kinder sind verzweifelt und stehen unter Schock.

„Wir müssen jetzt alles tun, um Hunderttausende Kinder in Haiti
vor einer zweiten Katastrophe durch Hunger und Krankheiten zu
schützen“, sagt Regine Stachelhaus, Geschäftsführerin von UNICEF
Deutschland.

Bereits vor der Naturkatastrophe waren rund ein Viertel der Kinder
unterernährt und sind jetzt besonders gefährdet. Etwa die Hälfte der
betroffenen Bevölkerung ist unter 18 Jahren; die meisten leben in
extremer Armut.

Mit Flugzeugen und per Schiff bringt UNICEF große Mengen
Hilfsgüter ins Katastrophengebiet auf Haiti. Heute Nacht wurden mit
einer Rot-Kreuz-Maschine 10.000 Plastikplanen, 4.600 Wasserkanister,
5,5 Millionen Wasseraufbereitungstabletten, Medikamente gegen
Durchfall, Kommunikationsausrüstung, zwei mobile Lagerhallen sowie
Zelte und Erste-Hilfe-Pakete nach Port-au-Prince gebracht.

Heute Abend wird ein weiterer Charterflug aus dem
UNICEF-Warenlager in Panama mit weiteren 45 Tonnen Hilfsgütern
eintreffen. Dieser bringt Geräte zum Testen von Trinkwasser,
Medikamente, Materialien zur Wasseraufbereitung sowie Spiel- und
Lernmaterial für 20.000 Familien.

Das UNICEF-Büro in Haiti wurde bei dem Beben schwer beschädigt,
aber zum Glück konnten sich alle Mitarbeiter in Sicherheit bringen.
Sie schieben jetzt zusammen mit UNICEF-Expertenteams aus aller Welt
die Hilfe an und koordinieren internationale Maßnahmen für die
betroffenen Kinder.

UNICEF ruft dringend zu Spenden für die Kinder in Haiti auf:

Konto: 300 000
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 370 205 00
Stichwort: Haiti

Weitere Informationen auf www.unicef.de

Jeder zweite Raucher will Abschied vom Tabak

Jeder zweite Raucher will Abschied vom Tabak

„Nicht mehr rauchen“ ist ein häufiger Neujahrsvorsatz. In Deutschland rauchen etwa 20 Millionen Menschen, und so gut wie alle kennen die damit verbundenen Risiken. Etwa jeder zweite Raucher will aufhören, so eine infas-Umfrage im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Drei Viertel der Noch-Raucher nennen ihre Gesundheit als wichtigstes Motiv. Je schlechter der Gesundheitszustand bereits ist, desto größer ist der Wunsch, nicht mehr zu rauchen. Raucher leben durchschnittlich zehn Jahre kürzer als Nichtraucher. „Es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören“, so Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer. Wer nicht mehr raucht, wird langfristig körperlich leistungsfähiger und reduziert sein Krankheitsrisiko. In den ersten Tagen des Rauchstopps kann es durch den Nikotinentzug zu Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit oder Schlaflosigkeit kommen.

Sieben von zehn Rauchern stellen sich einen Rauchstopp ganz einfach vor und „wollen einfach nicht mehr rauchen“. Fink: „Ohne den festen Vorsatz funktioniert keine Entwöhnungsmethode. Wenn der Wille alleine nicht ausreicht, können Apotheker helfen, sich endgültig vom Tabak zu verabschieden.“ Die Nikotinersatztherapie kann die Erfolgschancen von entwöhnungswilligen Rauchern in Kombination mit Verhaltenstherapie verdoppeln. Die Auswahl des individuell besten Nicotinersatzmittels, wie Lutschtabletten, Kaugummis oder Pflaster, hängt unter anderem davon ab, wann wie viele Zigaretten geraucht wurden. Während der Anwendung dieser Medikamente sollte vollständig auf Rauchen verzichtet werden. Auch einige Homöopathika können die Tabakentwöhnung unterstützen, etwa Nicotiana tabacum D1 oder Tabacum e foliis D6 bis D20. Daneben gibt es verschreibungspflichtige Medikamente zur Raucherentwöhnung.

Tipps gegen Migräne

Migräne: Migräneanfälle vermeiden und effektiv behandeln
Symptome erkennen und Ursachen bekämpfen

Migräne ist eine der häufigsten
Kopfschmerzformen mit Schwerpunkt zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr. Etwa
sechs bis acht Prozent aller Männer und sogar 12 bis 14 Prozent aller Frauen
leiden unter einer Migräne. Während des Lebens erleidet jede vierte Frau
mindestens einen Migräneanfall. Unabhängig vom Geschlecht sind vier bis fünf
Prozent aller Kinder vor der Pubertät betroffen. Das
Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de befasst sich auf den
imedo-Gesundheitsnews mit den quälenden Kopfschmerzen bei Migräne und gibt
Tipps zur Behandlung von Migräneattacken.

Symptome von Migräne: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen
Bei der Migräne kommt es attackenweise zu heftigen, häufig einseitigen
pulsierend-pochenden Kopfschmerzen, die bei körperlicher Anstrengung
zunehmen und bis zu 72 Stunden anhalten. Bei Kindern sind die Attacken
kürzer und können auch ohne Kopfschmerzen nur mit heftiger Übelkeit,
Erbrechen und Schwindel einhergehen. Sie treten in Zweidritteln der Fälle
einseitig oder in Eindrittel beidseitig auf, wobei auch Seitenwechsel der
Migräne möglich sind. Begleitet sind die Anfälle fast immer von
Appetitlosigkeit und Übelkeit sowie in 40 bis 50 Prozent der Fälle mit
Erbrechen, Lichtscheu (60%), Lärmempfindlichkeit (50%) und auch
Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Gerüchen (10%).

Ursachen von Migräne und Kopfschmerzen
Kopfschmerzen können viele Ursachen haben: Bluthochdruck, Zähne und
Kieferhöhle, Halswirbelsäule und Rückenmuskulatur, Augen-, Nerven- und
Gefäßerkrankungen, in seltenen Fällen auch Tumore. Daher ist eine
weiterführende Diagnostik dringend anzuraten bei erstmaligem Auftreten von
Kopfschmerz mit untypischem Charakter, zunehmender Schmerzstärke oder sich
änderndem Schmerzcharakter. Das zusätzliche Auftreten von Nervenausfällen
sollte in jedem Fall Anlass geben, einen Arzt zu konsultieren. Akute
Migräneattacken können am wirksamsten mit den rezeptpflichtigen sogenannten
5-HT 1B/1 D-Agonisten (zum Beispiel Sumatriptan) behandelt werden, die bei
Experten den höchster Empfehlungsgrad besitzen. Wirksam sind ebenfalls
nichtsteroidale Antirheumatika wie ASS, Naproxen oder andere Medikamente
dieser Substanzklasse. Die Wirksamkeit alternativer Verfahren ist bisher in
der Attackentherapie kaum in kontrollierten Studien untersucht. Hierzu gibt
es lediglich einzelne Fallstudien.

Behandlung von Migräneattacken
Bei mehr als drei Migräneattacken pro Monat beziehungsweise Migräneattacken
mit ausgeprägten Beschwerden oder neurologischen Ausfällen sollte durch den
behandelnden Schmerztherapeuten eine vorbeugende Migränebehandlung begonnen
werden. Medikamente der ersten Wahl sind hierfür rezeptpflichtige
Betablocker wie zum Beispiel Metoprolol oder der Kalziumantagonist
Flunarizin sowie das Antiepileptikum Topiramat. Zweite Wahl sind hier
Magnesium, Vitamin B 2, Coenzym Q 10, Pestwurz, Mutterkraut und das
Antidepressivum Amitriptylin. Die medikamentöse Therapie kann durch
Verhaltenstherapie und Ausdauersport sehr wirksam ergänzt werden.

Diagnostik und apparative Zusatzuntersuchungen bei Kopfschmerzen:
www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/030-110.htm

Therapie der Migräne:
www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/030-057.htm

Erfahren Sie mehr in den imedo-Gesundheitsnews: „Chronische Kopfschmerzen
bewirken Veränderungen des Gehirns“
( www.gesundheitsnews.imedo.de/news/102736-chronische-kopfschmerzen-verandern-das-gehirn )

In der Gruppe „Migräne“
( www.imedo.de/group/overview/index/169-migrne) auf www.imedo.de
können Sie sich mit anderen Betroffenen austauschen und über Migräne-Leiden
diskutieren.