Insekten als Lebensmittel

Unsicherheiten bei Produktion, Verarbeitung und Verzehr

Immer mehr Menschen interessieren sich für essbare Insekten als alternative Eiweißquelle. Daher hat sich die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) mit den potenziellen Risiken bezüglich Produktion, Verarbeitung und Verzehr beschäftigt. Das Gutachten basiert auf wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Bewertungen aus den Mitgliedstaaten sowie Informationen, die von betroffenen Interessengruppen zur Verfügung gestellt wurden.

Noch sind Insekten als Lebens- und Futtermittel ein Nischenprodukt in der Europäischen Union. Dabei können sie große Vorteile für Umwelt, Wirtschaft und Lebensmittelsicherheit haben. Mehr als 2.000 Insektenarten, meist aus tropischen Ländern, sind essbar. Das größte Potenzial für die Verwendung als Lebens- und Futtermittel in der Europäischen Union haben Stubenfliegen, Mehlwürmer, Grillen und Seidenraupen, so die EFSA.

Potenzielle biologische (Bakterien, Viren, Parasiten, Pilze etc.) und chemische Risiken (Schwermetalle, Toxine, Hormone etc.) der aus Insekten gewonnenen Lebens- und Futtermittel hängen von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Produktionsverfahren, die Nahrung der Insekten, die jeweilige Lebenszyklus-Phase und Spezies sowie die Verarbeitungsmethoden.

Wenn Insekten mit zugelassenen Futtermitteln versorgt werden, entspricht das mikrobiologische Gefahrenpotenzial dem anderer nicht-verarbeiteter Eiweißquellen.

Das Risiko für die Umwelt schätzt die EFSA ähnlich ein wie bei anderen Tierproduktionssystemen. Es bleiben allerdings große Datenlücken, sodass weitere Untersuchungen notwendig sind. So liegen zur Übertragung von chemischen Schadstoffen von verschiedenen Substraten auf Insekten kaum Ergebnisse vor. Bisher gibt es keine systematischen Untersuchungen zum Insektenverzehr durch Tier und Mensch.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:
www.efsa.europa.eu/sites/default/files/scientific_output/files/main_documents/4257.pdf

Christopher Kostow

Christopher Kostow, Restaurant at Meadowood, St. Helena, Kalifornien

PRAKTISCHE PHILOSOPHIE
Was kann man wirklich wissen? Was ist Glück, was Schönheit? Und inwiefern gehört die Kultur zur Natur des
Menschen? Möglicherweise kann Christopher Kostow diese Fragen dank seines Abschlusses in Philosophie
beantworten. Wichtiger ist jedoch: Er hat sich letzten Endes ganz der Kulinarik des Napa Valleys in Kalifornien
verschrieben – und dabei für seine Küche eine bislang einzigartige Form der Klarheit erlangt.

Mit seinem Abschluss in Philosophie und keiner klassischen Ausbildung zum Koch ist Christopher Kostow nicht
gerade der typische Küchenchef. Doch vielleicht liegt es gerade daran, dass er das Napa Valley aus einer tieferen,
umfassenden Perspektive betrachtet. So hat Kostow eine starke Bindung zu der Umgebung seines Schaffens
entwickelt und sich dabei kulinarisch wie im Leben tief in der Region verwurzelt.

Obwohl Kostow schon immer eine Leidenschaft für das Kulinarische besaß, entschied er sich zunächst gegen
eine Karriere in der Küche. Erst nach einem Studium der Philosophie am Hamilton College in New York stand
sein weiterer Lebensweg für ihn fest.
Genau der richtige Zeitpunkt, denn bereits kurz nachdem Kostow begonnen hatte, sich ernsthaft mit der
Gourmetküche zu beschäftigen, wurde Trey Foshee – gerade von der Fachzeitschrift Food & Wine als „Bester
neuer Küchenchef“ prämiert – auf ihn aufmerksam. Schon nach wenigen Monaten im George’s at the Cove in San
Diego bot Foshee dem damals gerade 22-jährigen Kostow die Möglichkeit, eigene Gerichte zu kreieren.
Drei Jahre darauf hatte sich Kostow in der Hierarchie nach oben gearbeitet – und begab sich auf die Reise nach
Frankreich. Hierbei sei das Sterne-Restaurant Le Jardin des Sens in Montpellier als weiterer Meilenstein seines
kulinarischen Werdegangs erwähnt.

Zurück in den Vereinigten Staaten, wurde Kostow in San Francisco zunächst Souschef unter der Leitung von
Daniel Humm im mehrfach ausgezeichneten Campton Place Restaurant, anschließend Chef im Chez TJ im
kalifornischen Mountain View. Zwei Michelin-Sterne später zog es Kostow in das Napa Valley – wo er dem The
Restaurant at Meadowood prompt zwei Michelin-Sterne und sich selbst die Auszeichnung Best Chef: Pacific der
James Beard Foundation erkochte. Im Jahr 2011 erhielt Kostow schließlich vom Guide Michelin drei Sterne – als
zweiter amerikanischer Chef und bis dato als Drittjüngster.

Diesen Erfolg erklärt Kostow – ganz der studierte Philosoph – mit seiner Entscheidung, auf Dauer im Napa
Valley bleiben zu wollen: Einmal dort angekommen, gab er sich ganz dem Leben und der Küche des Valleys hin.
Mehr noch, er fühlte sich der Region und ihrer Regionalität verpflichtet, verinnerlichte die dort herrschende
Lebensart und die dort gelebten Ideale und stellte seine Fähigkeiten ganz in deren Dienst. Diese Einstellung
verhalf Kostow zu der vielprämierten Klarheit, durch die sich seine Küche nun auszeichnet.

Der von Kritikern gefeierte Kostow porträtiert in seinen Kreationen sein eigenes Amerika und gibt spielend
leicht die einzigartige Schönheit und Reichhaltigkeit des Napa Valleys wieder. Durchdacht, persönlich
und im Einklang mit der Umgebung. In Kombination mit der meisterlichen Beherrschung verschiedenster
Kochtechniken gelingt es Kostow, eine authentische Reflexion des Lebens im Valley zu erschaffen – und seine
Ansichten darüber einfließen zu lassen.

Ob man beim Genuss von Kostows Kreationen Antworten auf die Fragen des Lebens erhält, ist ungewiss. Sicher
ist jedoch, dass man im Oktober im Hangar-7 die einzigartige kulinarische Philosophie Kostows über das Wesen
des Napa Valleys erleben kann.

www.hangar-7.com/de/ikarus/zu-gast-im-ikarus/2015/vorschau-gastkoeche-2015/

Fotos von unserem letzten Besuch bei Chris: www.facebook.com/media/set/?set=a.10152451615868124.1073741914.168996673123&type=3

Alex Werthmüller

Schweizer Nobelkoch legt Biografie vor:
Rezeptbuch eines bewegten Lebens

Fast blind hat ein 93-jähriger sein bewegtes Leben in zwei Zentimeter großen Lettern mühsam aufgeschrieben: Drei Jahre später war „Mein Lebensmosaik“ von Alex Werthmüller fertig. Der Nobelkoch lernte im Verlauf seines Lebens viele Prominente kennen, unter anderem auch Winston Curchill.

Gehoben hat den Schatz der Erinnerungen seine Enkelin Sarah Scarnato, die ihn auch als Autorin unterstützte. Als sie bei ihrem Grossvater einen mit Schachteln überbordenden Tisch entdeckte, jede mit Manuskriptblättern und alten Fotos randvoll gefüllt, entbrannte ihre Neugier. Im Stöbern offenbarten sich ihr unzählige Mosaiksteinchen, jedes eine pittoreske Station im Leben eines Mannes, der auch im hohen Alter noch lebensfroh ist.

Werthmüller hat als Chef- und Meisterkoch in den besten Hotels und Gastrobetrieben der Schweiz gearbeitet, aber auch mit 90 Mitarbeitern Hilfsbedürftige versorgt. Viele Prominente hat er kennengelernt, viele andere kommen und gehen gesehen. Der Zürcher Stadtpräsident zeichnete ihn mit einer Ehrenurkunde für sein Engagement aus. Als Naturliebhaber und Frauenversteher berichtet er von so mancher Erfahrung.

Es ist kaum möglich, in wenigen Zeilen wiederzugeben, welche Lebensfacetten in diesem reichhaltigen „echten“ Schmöker stecken: Sie sind vielfältig und stimmen mal heiter, mal nachdenklich, sind berührend und voll spannender und überraschender Wendungen. In Summe überlässt Werthmüller der Nachwelt ein Vermächtnis über den Wert und Sinn des Lebens. Ergänzt übrigens um einen sehenswerten Bildteil mit zahlreichen zeitgenössischen Abbildungen. „Mein Lebensmosaik“ von Alex Werthmüller und Sarah Scarnato ist dieser Tage im WOA Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich.

Titelangaben:
Alex Werthmüller, Sarah Scarnato
Mein Lebensmosaik – 93 Jahre und kein bisschen leise
592 Seiten, mit Bildteil
Hardcover mit Schutzumschlag
EUR 29,90
ISBN: 978-3-9524265-4-8

Das Erfolgsrezept – RTL Show

Deutschlands Hobbyköche und -bäcker bekommen die Chance ihres Lebens: Ihr Gericht soll die Produktpalette von „Edeka“ erweitern. In „Das Erfolgsrezept“ sucht ein Mentoren-Team bestehend aus einem Sternekoch, einem Experten aus der Werbebranche und einer erfolgreichen Lebensmittelproduzentin nach den leckersten und innovativsten Gerichten aus Deutschlands Küchen. Die ersten drei Sendungen stehen jeweils unter einem Motto: „Herzhaft“, „Süß“ und „Heiß“. In der Finalfolge treten die Kategorien-Gewinner gegeneinander an, und für den Sieger geht ein Traum in Erfüllung: Sein Rezept geht in die Massenproduktion und wird deutschlandweit bei „Edeka“ zu kaufen sein.

2-Sternekoch Tim Raue, Peter John Mahrenholz (Werbeagentur Jung von Matt) und Inga Koster (Geschäftsführerin und Mitbegründerin true fruits) bilden das Mentoren-Team. Die Drei bitten ambitionierte Hobbyköche aus dem ganzen Land zum Casting in eine Event-Location. In einer professionellen Großküche können die Kandidaten ihr Gericht vorbereiten und erhalten dann die Chance, es einzeln zu präsentieren.

Der Koch, der Werbeexperte und die Lebensmittelproduzentin kosten jedes Gericht und geben ihr Urteil ab. Dabei sind neben Geschmack und Optik auch die Faktoren Herstellbarkeit und Verkaufsaussicht entscheidend.

Mit geballtem Expertenwissen begutachten die Profis, ob das Gericht erfolgversprechend ist, und helfen, die Produkte zur Marktreife zu bringen. Aber bis das fertige Gericht im Ladenregal liegt, müssen viele Hürden überwunden werden. Gemeinsam mit den Kandidaten erarbeiten die Experten Lösungen und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Nur mit optimaler Vorbereitung, Mut, starken Nerven und genügend Motivation stehen am Ende die Chancen nicht schlecht, das eigene Produkt im Supermarkt verkaufen zu können.

DAS ERFOLGSREZEPT:
4 Folgen ab Sonntag, 11. Januar 2015, 16.45 Uhr auf RTL

Heiko Stock

Das „Charity Dinner für Menschen in Not“ findet erstmalig am 10. April 2014 bei Spitzenkoch Heiko Stock in Hamburg statt. Die Moderation übernimmt TV-Journalist Gerhard Delling.

Er ist Ehrenspielführer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und wurde Ende 2013 als „Legende des Sports“ ausgezeichnet: „Uns Uwe“ Seeler. Er steht für Fairness und Menschlichkeit und engagiert sich in besonderem Maße für soziale Zwecke. Uwe Seeler kommentiert die Gründung seiner Stiftung im Jahre 1996 mit den Worten: „Wer dem Sport so viel zu verdanken hat und auf der Sonnenseite des Lebens steht, der sollte jenen etwas abgeben, die niemals die Möglichkeit hatten, ein solches Glück zu empfinden und auf der Schattenseite des Lebens stehen.“

Dies war auch die Motivation von Spitzenkoch Heiko Stock, der im Alter von 28 Jahren der jüngste selbstständige Sternekoch Deutschlands wurde: „Die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung ist für mich selbstverständlich. Eine harmonische und funktionierende Gesellschaft beruht auch auf der Unterstützung der vermeintlich Schwächeren.“

Und so entstand zwischen den beiden Sportbegeisterten im Herbst vergangenen Jahres die Idee für ein gemeinsames Charity Dinner. Die Spenden fließen der Uwe Seeler-Stiftung zu, die denen hilft, die infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes auf die Hilfe anderer angewiesen sind.

Gerhard Delling, der auch Vorstandsmitglied der Stiftung ist, übernimmt die Moderation des Abends, der mit vielen prominenten Gästen besetzt sein wird. Eine Tombola mit gestifteten Preisen und Überraschungsauftritte von Künstlern runden die Veranstaltung ab.

Das Menü wird sich thematisch an dem Austragungsland der sich terminlich anschließenden FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014 orientieren.

Die Teilnahme an der Veranstaltung setzt eine freiwillige und großzügige Spende von mindestens EUR 200,00 pro Person für die Uwe Seeler-Stiftung voraus. Hierfür wird eine Spendenbescheinigung erteilt. Die Kostenumlage für das Dinner beträgt EUR 50,00.

www.stocks.de

Facebook

Gourmet Report ist auf Facebook

Seit 13 Jahren ist der Newsticker Gourmet Report im Internet und damit vermutlichst eines der ältesten, wenn nicht vielleicht das älteste Feinschmecker Medium im Internet.

Seit einigen Jahren ist der Gourmet Report auch auf Facebook vertreten. Die Inhalte sind oft andere als im Internet. Oft weisen wir hier schnell auf Meldungen anderer Medien hin, die wir so nicht in unseren Newsletter oder Homepage bringen.

Übrigens, bringen wir auch gerne Ihre Gourmet Meldungen im Gourmet Report, so weit sie von einer Bedeutung für die Gut- und Gerne-Esser Community sind. Meldungen bitte an pr@gourmet-report.com (max 200 kb).

Der Gourmet Report ist ein kostenloser Service für die Freunde des guten Lebens und wird von www.kochmesser.de – Hier kaufen die Profis ihre Kochmesser – finanziert.

Sie finden den Gourmet Report auf Facebook unter www.facebook.com/gourmetreport

Europäische Auster

Die Europäische Auster ist das Weichtier des Jahres 2013. Ihre Bestände sind durch menschliche Einwirkung stark gefährdet. In der Roten Liste wird sie als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft, informiert das zuständige Kuratorium. Die Europäische Auster ist an der Atlantikküste zwischen Norwegen und Marokko und im Mittel- und Schwarzmeergebiet beheimatet. In der deutschen Nordsee wurden die Austernbänke in früheren Jahren ständig überfischt, sodass die Muschel dort nur noch vereinzelt zu finden ist. Ein großes Problem ist die eingeschleppte Pazifische Auster, die sich explosionsartig in der gesamten Nordsee verbreitet hat. Nur die Pazifische Auster ist in der Regel im Handel erhältlich.

Die Europäische Auster ( Ostrea edulis ) ist rundlich bis eiförmig und kann bis zu 17 Zentimeter groß werden. Das Weichtier ist an einer harten Unterlage festgewachsen und filtert winzige Algen und organische Schwebteilchen aus dem Wasser. Eine Besonderheit ist, dass die Muschel während ihres Lebens mehrfach das Geschlecht wechselt.

Auch wenn sie optisch nicht so ansehnlich ist, gilt die Auster als edle Delikatesse. Die „Königin der Muscheln“ lässt sich am besten mit einem speziellen Austernmesser, wie z.B. dem von CHROMA type 301 – www.kochmesser.de/messer-type-301/p-24-chroma-type301-austernmesser-5-cm.html knacken. Der Schließmuskel wird durchtrennt und die Muschel aufgeklappt. Die beiden Hälften werden kurz in kaltem Salzwasser geschwenkt und mit ein paar Tropfen Zitronensaft schlürfend genossen. Dazu schmeckt etwas Brot und Butter. In Frankreich wird traditionell eine Vinaigrette aus roten Schalotten und Rotwein zu den Meeresfrüchten gereicht. Eine beliebte Variante sind gratinierte Austern, für welche die Muscheln aus der Schale gelöst und in den gereinigten Schalenhälften auf dem Grill überbacken werden.

Achten Sie beim Einkauf auf Qualität. Frische Muscheln riechen nach Seewasser, aber nicht fischig, und die Schale ist geschlossen. Wenn Sie die Auster auf die Arbeitsplatte klopfen, muss sie sich wie ein Stein anhören. Ein hohler Klang lässt darauf schließen, dass das Meerwasser ausgelaufen und die Auster vermutlich nicht mehr zum Verzehr geeignet ist. Muscheln werden am besten sofort verzehrt, sind aber im Kühlschrank ein bis zwei Tage haltbar.

Die alte Regel, nach der Muscheln nur in den Monaten mit „r“ (September bis April) gegessen werden sollten, ist übrigens nicht mehr gültig. Dank moderner Technik können Muscheln heutzutage auch im Sommer durchgehend gut gekühlt werden und verderben nicht mehr so leicht. In den Sommermonaten ist aber Laichzeit und die Weichtiere sind weniger schmackhaft.
Heike Kreutz, www.aid.de + eigene Recherche

www.mollusca.de
Lesen Sie auch den Artikel von Ralf Bos über Austern: www.gourmet-report.de/artikel/343718/Austern.html

Gen-Mais gut bei Rattenplage

Laut einer neuen Studie der französischen Universität Caen führt die Fütterung mit dem Gentech-Mais NK603 zu erhöhten Sterberaten bei Ratten. Der Mais von Monsanto ist in Europa seit 2005 als Lebens- und Futtermittel zugelassen. „Die erschreckenden Studienergebnisse zeigen, dass das EU-Zulassungsverfahren für Gentech-Pflanzen keine Sicherheit für Verbraucher und Nutztiere bietet. Die Defizite sind seit vielen Jahren bekannt, ohne dass gehandelt wird“, kommentiert der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft Felix Prinz zu Löwenstein die Studienergebnisse. Löwenstein fordert von Ministerin Aigner eine sofortige Aussetzung der Importzulassung für den Risiko-Mais und ihren Einsatz für eine grundlegende Reform des Zulassungsverfahrens in Brüssel.

Im Rahmen des EU-Zulassungsverfahrens werden lediglich die Unterlagen der Antragsteller geprüft. Unabhängige Untersuchungen finden kaum statt, auch weil die Patentinhaber der Gentech-Pflanzen nicht verpflichtet sind Saatgut an kritische Forscher abzugeben. Langzeitstudien, wie die Untersuchung aus Frankreich, sind kein Bestandteil des Zulassungsverfahrens. Obendrein hat selbst der Europäische Rechnungshof die Zulassungsbehörde EFSA als industrienah kritisiert.

Enttäuscht zeigte sich Löwenstein über die Passivität des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages: „Vor über einem Jahr haben wir gemeinsam mit 100.000 Bürgerinnen und Bürgern in einer Petition die Defizite des Gentechnik-Zulassungsverfahrens angeprangert und einen Zulassungsstopp gefordert. Auf eine abschließende Bewertung unserer Petition durch den Ausschuss warten wir immer noch.“

Löwenstein verwies auf die BÖLW-Studie „Risiken mit amtlichem Siegel“, die über Defizite des EU-Zulassungsverfahrens aufklärt: www.boelw.de/uploads/media/pdf/Themen/Gentechnik/Risiken_mit_amtlichem_Siegel_110930.pdf

„Nach der aufsehenerregenden Studie über krankmachenden Genmais bei Ratten erwägt Frankreich, sich für ein Verbot von gentechnisch veränderten Lebensmitteln in der EU einsetzen. Dies kündigte Premierminister Jean-Marc Ayrault für den Fall an, dass sich die gesundheitlichen Gefahren bestätigen sollten. Er reagierte damit auf die neue, oben beschriebene Studie nach der mit Genmais gefütterte Ratten jünger sterben und deutlich häufiger an Krebs erkranken als Tiere, die herkömmliche Nahrung erhalten,“ weiß die Deutsche Welle zu berichten.

Am Wochenende nach Brandenburg

Am 15. und 16. September ein buntes Fest, mit dem die Region Facetten des ländlichen Lebens vorstellen will – Erntekronenwettbewerb und neue Königin – Meister im Gespannpflügen – Heedekorn

Auf Initiative des Verbands zur Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes pro agro sowie des Landesbauernverbands Brandenburg startet am kommenden Wochenende das 9. Brandenburger Dorf- und Erntefest in der Niederlausitz-Gemeinde Muckwar. Nach der Eröffnung durch Ministerpräsident Matthias Platzeck und Agrarminister Jörg Vogelsänger wird hier an zwei Tagen (15. und 16. September) ein buntes Fest gefeiert, mit dem die Region Facetten des ländlichen Lebens vorstellen will. Muckwar ist ein Ortsteil der Gemeinde Luckaitztal im Amt Altdöbern (Landkreis Oberspreewald-Lausitz). Am Sonntag steht die 666-Jahr-Feier der Ersterwähnung von Muckwar im Fokus.

Erntekronenwettbewerb und neue Königin
Traditionell gehören zum Programm des Brandenburger Dorf- und Erntefests der große Festumzug, der Erntekronen- und der Ernteköniginnenwettbewerb sowie der Bauernmarkt mit Erzeugern und Handwerkern aus Brandenburg. 100 Tage vor dem 9. Brandenburger Dorf- und Erntefest wurde bereits die neue Luckaitztaler Erntekönigin gekrönt. Carina Läser aus Wormlage ist Leiterin der Milchviehanlage in Peickwitz und im Luckaitztaler Ortsteil Schöllnitz aufgewachsen.

In der Tradition der Erntefeste wird durch den Brandenburger Landfrauenverband der Erntekronenwettbewerb ausgerichtet. Alljährlich wetteifern Bewerber aus ganz Brandenburg mit ihren Erntekronen um die ersten Plätze und um den Titel „Publikumsliebling“. Nach längerer Pause beteiligen sich in diesem Jahr auch die Frauen aus den Landfrauenverband Niederlausitz mit einer Erntekrone beim Landeswettbewerb. Sie wollen es sich nicht nehmen lassen, beim 9. Dorf- und Erntefest, das in ihrer Region stattfindet, mit einer Krone dabei zu sein und sich der Jury zu stellen. Damit sind 19 Anmeldungen eingegangen. Allein sieben Kronen kommen aus der Gemeinde Luckaitztal. Die Landfrauen des Heimatvereins Lindenau bringen nicht nur ihre fertige Erntekrone mit, sie zeigen im Ausstellungszelt, wie aus tausenden Ähren eine Krone entsteht. Erstmals beteiligt sich der Traditionsverein Boblitz aus der Region. Angemeldet wurde auch eine polnische Erntekrone der „Folksgruppe Goscieszanki“ aus dem Kreis Zagan.

Meister im Gespannpflügen
Die 2. Offenen Ostdeutschen Meisterschaften im Gespannpflügen werden in diesem Jahr im Rahmen des 9. Brandenburger Dorf- und Erntefestes durchgeführt. Im Anschluss gibt es auf der Wettkampffläche das Geschicklichkeitsfahren mit Leiterwagen, Falknervorführungen und Theateraufführungen zu Pferde aus dem Luckauer Ortsteil Paserin.

Heedekorn
Einen Schwerpunkt des Dorf- und Erntefests in Muckwar bildet der Buchweizen, örtlich auch als „Heedekorn“ bezeichnet, der aufgrund seiner geringen Ansprüche an die Bodenverhältnisse schon vor langer Zeit Einzug in die Calauer Schweiz und das Luckaitztal gehalten hat. So werden auf einer eigens angelegten Fläche historische wie gegenwärtig kultivierte Pflanzen präsentiert, darunter auch Buchweizensorten. Hier geben fachkundige Einwohner ihr Wissen zu dieser Pflanze weiter. Schließlich können sich die Besucher auch Buchweizenplinse schmecken lassen oder Buchweizenhonig probieren. Für Kinder gibt es den Streichelzoo und die Aktiv-Olympiade entlang der Dorfstraße.

666 Jahre Dorfgeschichte
Am Sonntag (16. September) steht die 666-Jahr-Feier der Ersterwähnung von Muckwar im Fokus. Zu den Programmhöhepunkten gehören ein Wettbewerb im Holzrücken sowie das Kranzreiten: Für Kinder wird Pittiplatsch die Bühne erobern.

Bergbaulandschaft im Wandel
Muckwar ist ein Ortsteil der ländlichen Gemeinde Luckaitztal. Der Name leitet sich vom Bach Luckaitz ab, der in der Gegend entspringt. Das Dorf hat sich mittlerweile mit seinen Erntefesten, bekannt als Luckaitztaler Bauerntag, einen Namen gemacht. Einen Höhepunkt bildet dabei neben dem Erntekronenwettbewerb und anderen traditionellen Erntetechniken das Schaupflügen vor Jury und Publikum. 2010 zählte zu den Teilnehmern neben erfahrenen Landwirten auch ein Neunspänner mit jungen Männern der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde.

Das Amt Altdöbern mit seinen Gemeinden Altdöbern, Bronkow, Luckaitztal, Neupetershain und Neu-Seeland liegt südlich des Spreewalds im Lausitzer Seenland im südbrandenburgischen Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Geprägt durch die ehemaligen Tagebaue, Gräbendorf, Greifenhain und Sedlitz sind die Bergbaufolgelandschaften mitten im Wandel zu einer agrarisch und touristisch genutzten, attraktiven Region.

In den Gemeinden Bronkow und Luckaitztal, an einem Ausläufer des Niederlausitzer Landrückens, der Calauer Schweiz, gelegen, laden Wander- und Radwanderwege durch die bewaldete Hügellandschaft zur aktiven Erholung ein. Rund um den Ort gibt es 32 Kilometer Radwanderwege beziehungsweise fünf Wanderwege. Das Dorf Muckwar (niedersorbisch Mukwaŕ) gehört zum Naturpark Niederlausitzer Landrücken, eingebettet zwischen den Naturschutzgebieten „Calauer Schweiz“ und „Teichlandschaft Buchwäldchen/ Muckwar“. Sehenswert sind in Muckwar die Bockwindmühle, Wassermühlen, Ausstellungen mit historischer Technik, ein uralter Opferstein, das Wildtiergehege, die Töpferei, die Ziegelei, die Straußenfarm. -red

Gourmet Report wünscht seinen Lesern ein entspanntes Wochenende

Teneriffa plant 5 neue vulkanische Wanderrouten für 2012

Ab Sommer 2012 können sich Wanderfreunde und Naturlieber über ein weiteres Highlight auf Teneriffa freuen: „Vulkane des Lebens“ heißt das jüngste Projekt der Inselregierung, es bezeichnet fünf neue vulkanische Wanderrouten, die nicht nur Feriengäste, sondern auch Vulkanexperten begeistern und anziehen sollen. Die offizielle Eröffnung der Wanderwege ist für Sommer 2012 geplant.
Weitere Wandermöglichkeiten: www.webtenerife.de/Actividades/En-la-naturaleza/?Lang=de

Die Insel Teneriffa gehört zum kanarischen Archipel und ruht mitten im Atlantik. Ihr im wahrsten Sinne des Wortes hervorragendes Wahrzeichen ist der Vulkan Teide, Spaniens höchster Berg, der wie ein Wächter über der vielfältigen Insel thront. Teneriffa entstand vor circa
sieben Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität und die letzten Ausbrüche wurden 1706, 1798 und 1909 registriert. Der Vulkan zählt zu den aktiven Vulkanen unseres Planeten, stellt jedoch keine Bedrohung dar. Teneriffa ist aufgrund erstarrter Lavaströme und bizarrer Felsgebilde eine Insel mit vielen Landschaftsformationen, auf der alle vulkanischen Prozesse nachvollzogen werden können.

1. Route „Große Verschiebungen“: Dieser Weg führt nach La Orotava, in das Tal von Güimar, zum bekannten Humboldt-Blick, nach La Crucita oder zu der Gesteinsformation Rosa de Piedra (Steinrose).
2. Route „Historische Vulkane“: Bei dieser Route ist die Region um Santiago del Teide mit “Siete Fuentes”, dem “Arafo Vulkan“ oder „Chinchero“ ein Muss. Außerdem gehören verschiede Aussichtspunkte dazu, wie zum Beispiel „Narices del Teide“ (Nasen des Teide), die Hochebende Ucanca und der malerische Fischerort Garachico.
3. Route „Steilwand von Abeque“: Dieser Wanderweg befindet sich zwischen den Orten Vilaflor und Icod de los Vinos, einer der bekanntesten Weinregionen Teneriffas. Die schönsten Aussichtspunkte finden Wanderer hier in den „Samara“ Bergen, „Pino Gordo“ oder „Boca Cangrejo“.
4. Route „Explosive Eruptionen“: Hier geht es in die Gegenden, die in der Vergangenheit sehr stark von vulkanischen Aktivitäten landschaftlich verändert wurden. Der Turmfelsen von Jama, die Vulkane „Montaña roja“ oder „Chiñama“ sind gute Beispiele dafür. Auf dem Weg dorthin sind auch die Kirche „Los Blanquitos“ und der Ausblick von Centinela zu empfehlen.