Schokolade senkt Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfall und Diabetes

Zahlreiche Studien haben sich bereits mit dem Einfluss von Schokolade auf die Herzgesundheit befasst, allerdings sind die bisherigen Ergebnisse uneinheitlich. Forscher der Universität von Wuhan in China untersuchten diesen spannenden Zusammenhang erneut. Dabei recherchierten sie nach Studien zum Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Schokolade und dem Risiko für koronare Herzkrankheiten (KHK), Schlaganfall und Diabetes und werteten diese im Rahmen einer Meta-Analyse aus. Eine Meta-Analyse ist ein Verfahren, dass die Ergebnisse verschiedener Studien zu einem wissenschaftlichen Forschungsgebiet zusammenfasst und bewertet.

Air Berlin Passagiere lebten gesünder  „Schokolade senkt Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfall und Diabetes“ weiterlesen

Wissenschaftler untersuchen Wirkung von Orangensaft

In einer Studie aus Brasilien haben Forscher untersucht, wie sich Orangensaft auf unser Wohlbefinden auswirkt. Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass Orangensafttrinker besser vor chronischen Erkrankungen und Stoffwechselerkrankungen geschützt sein könnten.

Obst und Gemüse sind reich an Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Der regelmäßige Verzehr soll Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und auch bei bestimmten Krebserkrankungen einen schützenden Effekt zeigen können. Deshalb empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), täglich mindestens 400 Gramm Obst und Gemüse zu essen.

Orangensaft als tägliche Obstergänzung?
Allerdings schaffen es nur wenige Verbraucher diese Menge jeden Tag zu verzehren. Fruchtsäfte wie Orangensaft, die aus der frischen Frucht hergestellt und ohne Zusätze wie Zucker, Farb- und Konservierungsstoffe abgefüllt werden, können zum täglichen Obst- und Gemüseverzehr beitragen. Ein Glas (125 Milliliter) Fruchtsaft zählt dabei als eine Portion Obst.

Um die Wirkung von Orangensaft genauer zu untersuchen, führten Wissenschaftler aus Brasilien eine Studie mit 21 normalgewichtigen und 25 übergewichtigen Männern und Frauen durch. Beide Gruppen tranken acht Wochen lang jeden Tag 750 Milliliter Orangen­saft. Zu Beginn und am Ende der Studie wurden im Blut der Teilnehmer Biomarker gemessen, die Hinweise auf Stoffwechselveränderungen und auf Krankheiten geben können. Zusätzlich wurde die Ernährung und Körperzusammensetzung der Probanden erfasst.

Mögliche Senkung von Cholesterin und oxidativem Stress durch Orangensaft
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Orangensafttrinker besser vor bestimmten Erkrankungen geschützt sein könnten. Sowohl bei den normalgewichtigen als auch bei den übergewichtigen Studienteilnehmern gingen das Gesamtcholesterin und das schädliche LDL-Cholesterin im Blut zurück. Dadurch könnte das Risiko für krankhafte Veränderungen der Blutgefäße und für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall gesenkt werden. Zusätzlich reduzierte sich der oxidative Stress der Probanden, ein gemeinsamer Risikofaktor von Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Durch Umweltbelastungen, UV-Licht und chronische Entzündungen entstehen im Körper freie Radikale, die Zellen und Gewebe schädigen. Antioxidantien wie Carotinoide, Flavonone und Vitamin C, von dem Orangensaft einen hohen Gehalt vorweisen kann, können diese abfangen und so den oxidativen Stress vermindern.

Zusätzliche Erkenntnis: Keine Gewichtszunahme durch Orangensaft
Die Probanden der Studie nahmen durch den Orangensaft jeden Tag 340 Kilokalorien zusätzlich auf. Ihr Gewicht blieb trotzdem unverändert. Erklären lässt sich das durch die sättigende Wirkung von Orangensaft: Neben z. B. Vitamin C enthält 100 % Fruchtsaft nur natürlichen Zucker aus der Frucht. Statt „leerer Kalorien“ liefert er mit jedem Schluck auch Nährstoffe. Die Teilnehmer der Studie nahmen weniger Kalorien aus anderen Nahrungsbestandteilen wie Eiweiß oder Fett auf. Die Energiezufuhr blieb also letztlich gleich.

Die hier aufgeführten Inhalte beziehen sich auf folgende Studie:
Dourado, Grace/Cesar, Thais B.: Investigation of cytokines, oxidative stress, metabolic, and inflammatory biomarkers after orange juice consumption by normal and overweight subjects. In: Food & Nutrition Research. 2015. 59: 28147

Weitere Informationen zum Thema Orangensaft erhalten Sie auch unter www.fruitjuicematters.de

Kein Beleg für Tee als Wundermittel gegen Krankheiten

Mario Lorenz, Molekularbiologe und Tee-Forscher an der Berliner Charité, warnt davor, Tee als gesundheitsförderndes Wundermittel anzusehen. „Angeblich hilft er auch gegen Alzheimer und Parkinson und verhindert das Wachstum von Tumoren, und weil er die freien Radikale in den Zellen eindämmt, soll er auch noch das Altern aufhalten“, sagt Lorenz dem ZEITmagazin. „All diese Wirkungen sind zwar nachgewiesen, aber nur im Labor, meistens mit Tests an Ratten oder Mäusen.“ In Versuchen mit Menschen seien bisher nur sehr wenige dieser Ergebnisse bestätigt worden.

Das liege nicht nur daran, dass jahrelange Versuchsreihen mit dutzenden Probanden aufwändig seien. „In Tierversuchen werden oft sehr hohe Mengen an Polyphenolen eingesetzt – sie werden als die gesundheitlich wirksamen Teebestandteile angesehen –, die man kaum trinken oder in Form von Kapseln zu sich nehmen könnte.“

Lorenz, 52, forscht selbst über die gesundheitlichen Wirkungen des Tees. Er war an einer Studie beteiligt, die belegte, dass Tee, egal ob grün oder schwarz, die Blutgefäße elastischer macht – zwei Stunden nach dem Teetrinken. „Aber ist das auch ein dauerhafter Effekt, und bekommen Teetrinker seltener einen Herzinfarkt? Das weiß man eben noch nicht genau“, so Lorenz. Zusammen mit anderen Wissenschaftlern forscht er jetzt über die Frage, ob grüner Tee gut für Alzheimer- und Parkinsonpatienten ist. Nächstes Jahr sollen die Ergebnisse vorliegen.

Sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Wirkungen auf die Gesundheit

Schon Kinder wissen, dass Gemüse und Obst wichtige Inhaltsstoffe
enthalten, die die Gesundheit auf vielfältige Weise verbessern. Neben
Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen liefern sie auch
sekundäre Pflanzenstoffe. Aber nicht nur in Gemüse und Obst – und
hierzu zählen auch Hülsenfrüchte sowie Nüsse – sondern auch in Samen,
Vollkornprodukten und Kartoffeln stecken die Substanzen, die
zahlreiche Stoffwechselvorgänge positiv beeinflussen. Eine hohe Zufuhr
von sekundären Pflanzenstoffen über pflanzliche Lebensmittel geht mit
einem verringerten Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten sowie
weiterer Krankheiten einher. Immer mehr Ergebnisse aus
epidemiologischen Studien belegen, dass diese Substanzen das Risiko
für verschiedene Krebsarten senken. Einige wirken cholesterolsenkend,
andere verbessern die Funktion der Blutgefäße oder senken den
Blutdruck. Ihre antioxidativen, entzündungshemmenden und
antibakteriellen Wirkungen sind schon aus Tier- und experimentellen
Studien bekannt.

Von Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten sekundären
Pflanzenstoffen rät die DGE ab. Über pflanzliche Lebensmittel nehmen
wir mehrere Tausend verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe auf. Zudem
ist für die gesundheitsfördernde Wirkung möglicherweise die Zufuhr von
verschiedenen Pflanzenstoffen im Verbund eines Lebensmittels
notwendig. Dies kann ein einzelnes Präparat nicht leisten. Auch der
gegenwärtige Trend der Lebensmittelindustrie, funktionelle
Lebensmittel auf der Basis einer Anreicherung mit sekundären
Pflanzenstoffen auf den Markt zu bringen, bringt die Gefahr einer
Überdosierung mit sich. Die Sicherheit derartiger Maßnahmen kann heute
noch nicht abgeschätzt werden.

Um möglichst viel von dem großem Spektrum an sekundären
Pflanzenstoffen aufzunehmen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für
Ernährung e. V. (DGE) mehr Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Nüsse, Samen,
Kartoffeln und verschiedene Vollkornprodukte in die Mahlzeiten zu
integrieren:

* Ernähren Sie sich abwechslungsreich und farbenfroh mit diesen
Lebensmitteln.
* Nutzen Sie die Vielfalt des Angebots an Gemüse und Obst,
kombinieren Sie verschiedene Gemüse- und Obstarten roh und
gegart und wechseln Sie immer wieder ab.
* Bevorzugen Sie dabei Gemüse und Obst der Saison.

Biolebensmittel sind gesünder

Bio-Lebensmittel sind gesünder. Sie enthalten weniger Schwermetalle und mehr Antioxidantien. Dies ist das eindeutige Ergebnis einer brandneuen Studie der Universität Newcastle. Dabei haben die Wissenschaftler 343 Studien ausgewertet und die Inhaltsstoffe von biologisch und konventionell angebauten Feldfrüchten verglichen. „Mit Bio leben die Menschen gesünder. Der Kauf von Biolebensmitteln hat nicht nur einen gesundheitlichen Nutzen, sondern auch einen Vorteil für die Umwelt“, sagt Jan Plagge, Präsident von Bioland e.V., über die eindeutigen Ergebnisse.

Die wesentlichen Unterschiede:
Die Studie belegt, dass die Konzentration an Antioxidantien wie Polyphenolen in biologisch angebauten Kulturen 18 bis 69 Prozent höher ist als in konventionell erzeugten. Je dichter der Nährstoff- und Antioxidationsgehalt, desto mehr zählt jeder Bissen Obst und Gemüse, ohne dabei mehr Kalorien zu sich nehmen zu müssen. Antioxidantien schützen vor freien Radikalen, die Körperzellen angreifen. Diese Stoffe sind also sehr nützlich, da sie einen Schutz gegen zahlreiche Beschwerden bieten: Herz-Kreislauf-Krankheiten, neurodegenerativen Krankheiten sowie einige Formen von Krebs.

Biolebensmittel bieten aber noch weitere Vorteile für die Gesundheit:
– 48 Prozent weniger Kadmium (giftiges Schwermetall)
– 10 Prozent weniger Gesamtstickstoff
– 30 Prozent weniger Nitrat
– 87 Prozent weniger Nitrit

Zudem bestätigt die Studie die viel geringeren Pestizidrückstände bei Bioprodukten.

Die Ergebnisse widersprechen einer 2009 von der UK Food Standards Agency (FSA) in Auftrag gegebenen Studie, die festgestellt hat, dass es keinen signifikanten ernährungsphysiologischen Nutzen durch biologische Lebensmittel gäbe. Diese Schlussfolgerung gründet jedoch auf nur 46 Publikationen zu Nutzpflanzen, Fleisch und Milchprodukten, während die jetzt publizierte Meta-Analyse auf 343 wissenschaftlich begutachteten Publikationen basiert.

„Biolebensmittel entlasten bei gesundheitsbewussten Verbrauchern auch die Haushaltskasse. Anstatt teure Pillen und zweifelhafte Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen, genügt eine ausgewogene Ernährung mit Biolebensmitteln. Biolandbau ist das Landbausystem der Zukunft. Gut für Umwelt, Tier und den Mensch“, bringt es Plagge auf den Punkt.

Unter http://research.ncl.ac.uk/nefg/QOF bekommt man Einsicht in das gesamte Paper, zudem weitere Informationen und Anhänge, sowie Zusammenfassungen in Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Griechisch, Polnisch, Tschechisch und Finnisch.

Orthomolekuare Medizin – Behandeln mit Vitamin €

Die orthomolekulare Medizin (OM) führt chronische Krankheiten auf eine Unterversorgung mit „Nährstoffen“ zurück. Die Gabe hoher Vitamindosen, kombiniert mit Mineralstoffen und Spurenelementen, soll derartigen Erkrankungen vorbeugen bzw. diese heilen.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat fünf zufällig ausgewählte Wiener Allgemeinmediziner mit Diplom für orthomolekulare Medizin konsultiert und die Verschreibungen sowie die Kosten analysiert. Fazit: Die Kosten, aber auch die Risiken einer Behandlung mit orthomolekularer Medizin können erheblich sein.

Das Geschäft mit den Präparaten
Da die von den Ärzten verwendeten Präparate teilweise von diesen selbst verkauft werden, erhob der VKI zusätzlich anonym bei Herstellerfirmen, mit welchen Preisnachlässen, Provisionen oder „Studienbeiträgen“ Ärzte bei den im Test verschriebenen Präparaten rechnen können. Bei Präparaten der Firma Biogena wären dies etwa 40 Prozent Preisnachlass beim direkten Verkauf oder 15 Prozent Provision für den Arzt, wenn der Patient selbst bestellt. Ähnliche Ergebnisse erhoben die Tester für die verschriebenen Präparate der Firmen Orthotherapia und Promedico.

Neues aus der Ernährungsmedizin

Niedersächsisches Ernährungsforum in Oldenburg

Adipositas und rheumatische Krankheiten stehen im Fokus des
diesjährigen Ernährungsforums „Neues aus der Ernährungsmedizin“
am 12. Mai 2012 in Oldenburg. Die Veranstaltung wird auch in
diesem Jahr gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für
Ernährung e. V. (DGE), Sektion Niedersachsen und der Ärztekammer
Niedersachsen durchgeführt.

Die Zahl der Adipösen stieg in den vergangenen Jahren weltweit
dramatisch an. In Deutschland ist mittlerweile jeder fünfte
Erwachsene fettleibig. Inwieweit eine chirurgische Therapie bei
Adipositas eine Behandlungsalternative darstellt und wie eine
optimale Ernährungsberatung und Betreuung vor und nach dem
operativen Eingriff aussieht, erörtern Experten auf dem Forum.
Auch rheumatische Krankheiten stellen für viele eine
gesundheitliche Belastung dar: Allein unter Arthrose leiden 5
Millionen Menschen in Deutschland, von der Arthritis im
Kindesalter sind ca. 15 000 Kinder und Jugendliche betroffen.
Eine Ernährungsumstellung kann einen wichtigen Beitrag zum
Therapieerfolg leisten und die Lebensqualität der Patienten
erhöhen. Des Weiteren präsentiert das Projekt der DGE „Station
Ernährung – Vollwertige Verpflegung in Krankenhäusern und
Rehakliniken“ die beiden DGE-Qualitätsstandards für die
Verpflegung in Krankenhäusern und in Rehabilitationskliniken.

Die Tagung findet am 12. Mai 2012 von 10.00 bis 15.00 Uhr im
Landesmuseum für Natur und Mensch in Oldenburg statt und richtet
sich an Ernährungsfachkräfte, Mediziner sowie Multiplikatoren aus
den Bereichen Gesundheit, Bildung und Prävention. Die
Teilnahmegebühr beträgt 30,00 EUR inkl. Pausengetränke.
Anmeldungen nimmt die Ärztekammer Niedersachsen bis zum 4. Mai
2012 entgegen (Tel. 0511 3802197, E-Mail mailto:gisela.kudra@aekn.de).

Ernährungsmitbedingte Krankheiten

Ernährungsmitbedingte Krankheiten sind heute für rund zwei Drittel aller
Leistungen und Kosten im Gesundheitssystem verantwortlich. Damit gewinnt die
Frage danach, welches Potenzial Ernährung und Lebensstil in der Prävention
zukommt, zunehmend an Bedeutung.

Mit dem Schwerpunktthema „Ernährung und Prävention – Chancen und Grenzen“ sucht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung
e. V. (DGE) auf ihrem 49. Wissenschaftlichen Kongress vom 14. – 16. März 2012 an der TU München in Freising-Weihenstephan Antworten auf diese und weitere
Fragen. Neuere Studien – auch aus Deutschland – unterstreichen, dass mit einer
annähernd gesundheitsfördernden Lebensweise bis zu 90 % aller
Diabeteserkrankungen, bis zu 80 % aller Herzinfarkte und rund 50 % aller
Schlaganfälle vermieden werden könnten.

Aber wann beginnt eigentlich Prävention? „Dicksein beginnt heute bereits im
Mutterleib“ erklärt Prof. Dr. med. Andreas Plagemann, Charité Berlin, in seinem
Plenarvortrag zu Überernährung und fetaler Prägung. Er stellt den prägenden
Einfluss der Ernährung während der pränatalen, also vorgeburtlichen, und
frühkindlichen Ernährung auf die spätere Entstehung von Übergewicht und
Diabetes mellitus Typ 2 vor.

Auf die viel diskutierte Rolle der Ernährung bei
der Entstehung von Krebs geht Prof. Dr. Cornelia Ulrich, Deutsches
Krebsforschungszentrum Heidelberg, ein. Dabei kristallisiert sich heraus, dass
Krebs nicht gleich Krebs ist, denn nicht jede Tumorart hat einen Bezug zur
Ernährung. Mit „Metabolic insights into the benefits and risks of nutritional
interventions“ beschäftigt sich Dr. Elaine Holmes, Imperial College London,
schließlich im dritten Plenarvortrag. Denn auch wenn das große präventive
Potenzial von Ernährung und Lebensstil hinsichtlich ernährungsmitbedingter
Krankheiten bei weitem noch nicht ausgeschöpft zu sein scheint, hat Prävention
auch ihre Grenzen: Trotz erfolgreicher Forschung stehen wir in vielen Bereichen
ganz am Anfang und sind von einer personalisierten Ernährung noch weit
entfernt.

Gemeinsam mit den Wissenschaftlichen Leitern Prof. Dr. Hans Hauner und Prof.
Dr. Hannelore Daniel, beide TU München, begrüßt die DGE 700 Ernährungsexperten
zu ihrem diesjährigen Wissenschaftlichen Kongress. In 72 Vorträgen und 139
Posterbeiträgen stellen mehr als 200 Referenten ihre aktuellen Ergebnisse aus
der ernährungswissenschaftlichen Grundlagenforschung und verwandter Disziplinen
vor. Minisymposien und Workshops, u. a. zur Nationalen Verzehrsstudie II und
zur ernährungswissenschaftlichen Hochschulausbildung, sowie eine
Industrieausstellung erweitern das interessante und umfangreiche 2 1/2-tägige
Kongressprogramm.

Neue Referenzwerte für Vitamin D

Über kein anderes Vitamin wird derzeit so intensiv diskutiert wie
über Vitamin D. Dieses Vitamin ist schon deshalb so interessant,
weil der Mensch es nicht nur über die Ernährung zuführen kann. Er
kann Vitamin D auch durch Sonnenbestrahlung der Haut selbst
bilden.

Forschungsergebnisse der letzten Jahre lieferten Hinweise auf
eine Rolle des Vitamin D für die Prävention verschiedener
chronischer Krankheiten. Eine Arbeitsgruppe der Deutschen
Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hat die wissenschaftliche
Datenlage hierzu bewertet. Die derzeitige Beweislage bestätigt
eindeutig, dass eine gute Vitamin D-Versorgung bei älteren
Menschen das Risiko für Stürze, Knochenbrüche, Kraftverlust,
Mobilität und Gleichgewicht sowie vorzeitigen Tod senken kann.
Hypothesen wie zum Beispiel eine Risikosenkung für
Krebskrankheiten oder Diabetes mellitus durch Vitamin D konnten
nicht bewiesen werden.

In Deutschland weisen ca. 60 % der Bevölkerung nach
internationalen Kriterien eine unzureichende Vitamin D-Versorgung
auf. Bei ihnen liegt der Marker für die Versorgung im Blut, die
Konzentration des 25-Hydroxyvitamin D (25(OH)D), unter dem
gewünschten Wert von 50 nmol/l. Um diese Konzentration im Blut zu
erreichen, gibt die DGE als neuen Referenzwert für die
Vitamin D-Zufuhr unter der Annahme einer fehlenden körpereigenen
Bildung 20 µg Vitamin D pro Tag an. Über die Ernährung mit den
üblichen Lebensmitteln nehmen Jugendliche und Erwachsene 2 bis
4 µg Vitamin D pro Tag auf. Die Differenz zwischen der Zufuhr mit
der Ernährung und dem Schätzwert bei fehlender körpereigener
Bildung muss über die Vitamin D-Bildung in der Haut und/oder über
die Einnahme eines Vitamin D-Präparates gedeckt werden. Bei
häufigem Aufenthalt im Freien, insbesondere auch bei körperlicher
Aktivität im Freien und mit ausreichenden Partien unbedeckter
Haut, kann die gewünschte Vitamin D-Versorgung ohne Einnahme
eines Vitamin D-Präparates erreicht werden.

Die neuen Referenzwerte für Vitamin D [1,2] und die Stellungnahme
„Vitamin D und Prävention ausgewählter chronischer
Krankheiten“ [3] können kostenfrei unter http://www.dge.de
abgerufen werden.

Vegetarische Ernährung

Auswirkungen auf die Gesundheit

Die Vorteile einer vegetarischen Ernährung auf die Gesundheit sind groß. Denn wer eine abwechslungsreiche pflanzliche Ernährung mit Milchprodukten und Eiern kombiniert, kann von einer relativ geringen Energieaufnahme und einer hohen Nährstoffdichte profitieren. Im Vergleich zum „Durchschnitts-Alles-Esser“, essen die meisten Vegetarier mehr gesundheitsfördernde Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte und Nüsse. Vegetarier nehmen tendenziell weniger gesättigte Fettsäuren und Cholesterin auf, dafür aber mehr Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe.

Die Aufnahme einiger Vitamine und Mineralstoffe können bei Vegetariern allerdings unter der empfohlenen Menge liegen. Dazu gehören Vitamin D, Eisen, Jod und Zink; die aber werden auch von Mischköstlern nicht in ausreichender Menge aufgenommen. Auf die Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren sollte allerdings zusätzlich geachtet werden. Durch eine bewusste Auswahl und Kombination pflanzlicher Lebensmittel tritt jedoch kein Mangel an diesen Nährstoffen auf.
Anders als oft vermutet, haben Vegetarier kein Problem, ausreichend Proteine aufzunehmen. Eine hohe biologische Wertigkeit wird durch eine abwechslungsreiche Aufnahme von Proteinen aus Milchprodukten, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten erreicht.

Außerdem scheint der Vegetarismus präventiv auf verschiedene Krankheiten zu wirken. Personen, die vegetarisch leben, sind seltener übergewichtig und haben ein geringeres Risiko an ernährungsbedingten Krankheiten. Dazu gehören Diabetes Mellitus, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einige Krebsarten.

Doch natürlich ist das nicht allein auf den Verzicht von Fleisch und Fisch zurückzuführen. Dass viele Studien Vegetariern ein längeres und gesünderes Leben nachweisen, hat auch mit anderen Faktoren zu tun: Sie rauchen weniger und treiben mehr Sport als die meisten Mischköstler. Sie ernähren sich oft sehr bewusst und legen hohe Ansprüche an die Qualität ihrer Lebensmittel. Die Bezeichnung „vegetarisch leben“ umschreibt daher einen Lebensstil, der insgesamt einen positiven Einfluss auf die Gesundheit hat. Nach dem Motto: „Wer nur verzichtet, statt die Vielfalt pflanzlicher Lebensmittel zu nutzen, tut seiner Gesundheit nichts Gutes“.
Nora Moltrecht, www.aid.de