Schlemmerreise Weihnachten

WDR, Montag, 21.12. um 09:50 Uhr

Schlemmerreise Weihnachten

Von Mariazell ins Salzkammergut

„Der Hochschwab ist nicht eigentlich ein Gebirg‘, er ist eine Seelenlandschaft: weit und eng, sanft und schroff.“ So beschreibt der Alpinist Peter Baumgartner diesen Bergstock mitten in der Steiermark. Dass man in dieser Seelenlandschaft auch ausgezeichnet speisen kann, zeigt Kurt Reiter der „Schlemmerreise“ in seinem „Gasthaus zum Hochschwab“. Er serviert einen „Steirischen Weihnachtskarpfen“ im Wurzelsud.

Im Mürztal bäckt Maria Paar ein Kletzenbrot aus Sauerteig mit Äpfeln, Zwetschgen, Birnen, Nüssen, Rosinen, Feigen und einem Stamperl Rum. Dazu gibt’s einen heißen „Glühmost“. Und wenn dann noch die Geschwister Magritzer einen „Advent-Boarischen“ aufspielen, ist ein Stückerl vorweihnachtliche Glückseligkeit angesagt. Einen „Skizirkus“ mit „Mega-Action“ wie in Lech oder Kitzbühel gibt es im steirischen Bergland zwischen Hochschwab und Semmering nicht. Wer hierher kommt, liebt die Gemütlichkeit. Man schätzt keinen Kunstschnee auf glattgebügelten Pisten, sondern Abfahrten im staubenden Pulverschnee. Und wer abends nach seiner Buckelpisten(tor)tour gut speisen will, geht in einen der vielen Gasthöfe und genießt, wie zum Beispiel bei Hubert Holzer im Mürztal, Rehmousse mit Hirschschinken und einen Kürbisstrudel. Oder lässt sich vom Gamsrücken mit Erdäpfelkrapferl und Lebkuchenauflauf mit Glühweinschaum verwöhnen.

Früchtebrote haben eine lange Tradition

Früchtebrote haben eine lange Tradition

Im Advent leckere und gesunde Alternative zu Plätzchen und Schokolade.

In der Vorweihnachtszeit sind würzig-süße Früchtebrote eine gesunde Alternative zu Plätzchen und Schokolade. Das dunkelbraune Kletzenbrot oder Hutzelbrot ist eines der ältesten Weihnachtsgebäcke und vor allem im bayerischen und schwäbischen Raum verbreitet. „Hutzeln“ und „Kletzen“ sind Dörrbirnen, die früher in der Nachhitze des Backofens getrocknet und auf diese Weise für den Winter haltbar gemacht wurden. Die Bauern bereiteten das Früchtebrot ohne Honig oder Zucker und nur mit Birnen zu. Heute werden auch andere Trockenfrüchte wie Feigen, Datteln, Rosinen, Aprikosen, Pflaumen und Nüsse verwendet. Weihnachtsgewürze wie Nelken, Zimt und Anis, aber auch Zitronat oder Orangeat geben der Spezialität das besondere Aroma.

Die älteste Form der Herstellung ist die, die Früchte in den Brotteig einzubacken. Dafür wird das Dörrobst über Nacht in etwas Wasser eingeweicht und am nächsten Tag zerkleinert. Dann vermengt man die Früchte mit der Einweichflüssigkeit, dem Hefeteig und den Gewürzen. Die Masse lässt sich zu kleinen Laiben formen oder in eine Kastenform füllen. Nachdem der Teig mindestens eine Stunde geruht hat, kann man ihn mit weißen Mandeln verzieren und im Ofen dunkelbraun backen.

Luftdicht verpackt und an einem dunklen Ort gelagert, sind die nahrhaften, saftigen Brote mehrere Wochen haltbar.