Benjamin Rüdiger

von Bernhard Steinmann.

Auch jenseits der Sternegastronomie gibt es interessante Restaurants und kreative Köche. Ein solch interessantes Restaurant ist das Lansk in der Meierottostraße 1 in Berlin.

Das Restaurant liegt am Wilmersdorfer Fasanenplatz, in dessen Nähe wir vor ein paar Jahren noch wohnten. An dieser Stelle ist es scheinbar Aufgabe eines Berliner Journalisten darauf hinzuweisen, dass man sich abseits des hippen Berlins befindet, in altbackener Umgebung, in einem konservativen Wohnviertel, irgendwo zwischen den legendären Wilmersdorfer Witwen und Westberliner Langeweile.
Eine Sichtweise, die einen so manches verpassen lässt.

Küchenchef und Inhaber ist Benjamin Rüdiger. Rüdiger lernte bei Franz Raneburger, war u.a. bei Horst Petermann am nordöstlichen Ufer des Zürichsees, auf Sylt im „Söl´ring Hof“ bei Johannes King und in Baiersbronn in der „Traube Tonbach“ bei Harald Wohlfahrt tätig.
Zweifelsohne weckt dies ernorme Erwartungen und schreit förmlich nach einem Selbstversuch.

Zur Namensgebung des Restaurants gibt es eine kleine Geschichte.
Papa Rüdiger hatte ein Faible für eine kleine polnische Insel namens Lansk. Er nannte sie sein „Paradies“ und vergaß nicht hinzuzufügen, dass man „viel mehr Lansk“ brauche. Bei seinem Sohn fiel dies auf fruchtbaren Boden und so benannte er das Restaurant zur Freude seines Vaters Lansk.

Das Restaurant ist hell und für das noble Wilmersdorf eher nüchtern. Freundlich werden wir empfangen und an einem der großen Fenster platziert. Blickfang ist zweifellos das Kunstwerk „Paradise now“ des Franzosen Georges Autard.

Die Menükarte ist relativ klein. Wir überlassen die Speisefolge dem Küchenchef und die Weinauswahl Verena Mariel. Noch bequemer geht es kaum. Ob es auch klug ist, soll der Abend zeigen.

Amuse-Gueule:
Kalbstafelspitz mit Zwiebel-Safran-Chutney und Bohnenkraut Creme fraiche.
Ein leichter Einstieg mit einem tollen Chutney.

Kartoffel und Kaviar
Leicht geräucherte Kartoffel mit Creme fraiche und Kaviar aus Rottstock, dazu etwas
Sauerampfer.

Ziegenfrischkäse mit Kerbelpesto, Roter und Gelber Bete,
mariniert in einer Orangenvinaigrette.

Rosa gebeiztes Roastbeef,
Senfsaat, Estragon, Aprikose, krosse Kapern.
Fruchtnoten und Kapern bilden einen begeisternden Gegenpol.
Ein insgesamt harmonisches Gericht.

Saibling aus Rottstock, Kartoffelrisotto, Bärlauch, Saiblingskaviar und Bärlauchschaum.

Lamm, Karotte, Ziegenkäse, Schalotte.
Die Ziegenkäsetaler sind leicht erwärmt, schmelzig.
Lamm und Ziegenkäse gefallen uns durch das intensive Zusammenspiel. Großartig.
Zum dezenten Geschack der leicht süßlichen Karotte opponiert die Schalotte.
Die Schalotte, eine Kulturpflanze aus der Gattung Lauch, war früher als eigene Art bekannt. Nun haben unsere Botaniker das besonders gesunde Gemüse der normalen Speisezwiebel zugeordnet.

Weisse Schokolade, Tonkabohne, Apfel
Innen finden wir noch etwas Biskuit.

Käse
zum Abschluss.
Ganz so, wie es schon der römische Schriftsteller und Gelehrte Plinius vor 2000 Jahren gehalten hat.

FAZIT:
Vorweg: Unsere Entscheidung, sich mit Speis und Trank in die Hände von Küche und Sommeliere zu begeben, haben wir nicht bereut.
Benjamin Rüdiger bewegt sich mit seinen Kreationen bewusst auf sicheren Pfaden.
An erster Stelle steht das perfekte Handwerk. Hinzu kommt ein Interesse am unverfälschten Eigengeschmack der einzelnen Bestandteile sowie die Einbeziehung regionaler Produkte. Die Speisen werden ansprechend präsentiert, auf dekorative Effekthascherei wird verzichtet.

Das mag etwas nüchtern klingen, doch geschmacklich bleiben keine Wünsche offen.
Ein kulinarisch interessanter, angenehmer Tagesausklang, beinahe ein Abend unter Freunden.

Bebildert gibt es den Bericht auf www.bsteinmann-gourmet-unterwegs.de

Christoph Rüffer

Alle Erklärungsversuche laufen ins Leere. 10 Jahre war der Berliner Foodblogger Bernhard Steinmann nicht mehr in Hamburg, und das obwohl die Stadt reichlich interessante Restaurants mit guter Qualität bereit hält. Doch nun ist er hier, gelobt Besserung und besucht das Restaurant Haerlin im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten an der Binnenalster. Das Hotel zählt zu den besten Hotels der Welt und beherbergt, fast schon selbstverständlich, mit dem Haerlin ein Gourmetrestaurant der Extraklasse.

Küchenchef Christoph Rüffer absolvierte seine Ausbildung im Sheraton Hotel seiner Geburtsstadt Essen. Von den weiteren Stationen möchte ich besonders die Baiersbronner Engagements erwähnen. Rüffer war Demi-Chef de Partie bei Harald Wohlfahrt und Chef de Partie bei Claus-Peter Lumpp. Zwei klassisch ausgerichtete Küchenchefs und doch grundverschieden. Seit 2002 ist er in Hamburg. Eine besondere Auszeichnung hatte der Gault&Millau Restaurantführer im letzten Jahr für ihn bereit: Er erhielt den Titel „Koch des Jahres“. Eine Auszeichnung die vor ihm schon Köchen wie Alfons Schuhbeck, Harald Wohlfahrt oder Klaus Erfort zuteil wurde.

Rüffer bietet zwei Menüs zur Auswahl an. Wir entscheiden uns für die „Aromenbehandlung“.

Der Auftakt:
Amaebi & Schalotte,
Mais & Nussbutter,
Thunfisch & Zitrus.

Bauer Seibolds Karotten
mit Fenchelpollensud & Schildampfer.

Das Menü:
Gänseleber mit Salzpflaume
Shiitake-Pilzen & Fördegarnele.

Jakobsmuschel in zwei Zubereitungen
mit Topinambur, Trüffel & Bratbirne.

Sankt Petersfisch mit grünen Aromen
Dill-Hollandaise & Salzzitrone.

Challans-Entenbrust in Trompetenpilzjus
mit Chicorée frisch/geschmort/geröstet.

Fermentierte & geräucherte Rote Bete
mit karamellisierter weißer Schokolade,
Preiselbeere, Sandelholz & Sauerteig.

Christoph Rüffers Kombinationen sind durchdacht und klug kombiniert. Die einzelnen Teile passen sich entweder harmonisch der Hauptkomponente an oder setzen eigene Reize.
Hat man beim Blick auf die Teller eine ungefähre Vorstellung von dem was einen erwartet, verblüffen beim Verzehr Aromen- Texturenvielfalt.
Die Teller sind nicht überladen, der Zauber liegt im Geschmack.

Die Pâtisserie gehört ebenfalls zur Spitze in der Branche, doch Christian Hümbs macht es den Gästen nicht immer leicht. Seinen Desserts wird Genialität zugeschrieben, doch auch ablehnende Stimmen soll es geben. Wer sein Menü mit pappsüßen Desserts abschließen möchte, ist im Haerlin fehl am Platze.
Hümbs integriert Gemüse in die Desserts, die keine beliebigen Beilagen darstellen, sondern bewusst von der bekannten Dessertaromatik abweichen sollen.

Den vollständigen und bebilderten Bericht gibt es auf
www.bsteinmann-gourmet-unterwegs.de

Heidelberg kulinarisch erleben

Weinführung und Genussreise

„Schade, dass man Wein nicht streicheln kann“, formulierte Kurt Tucholsky, Journalist und Schriftsteller. Und Liebhaber des edlen Tropfens wissen, was er damit meint. Heidelberg, die romantische Stadt am Neckar, liegt nicht nur an der Badischen Weinstraße, sondern blickt auch auf eine lange Weinbautradition zurück. Schon die Kurfürsten wussten vor hunderten von Jahren die heimischen Weine zu schätzen und zu genießen, und noch heute kommen jedes Jahr mehr als eine Million Besucher auf das Heidelberger Schloss, um das berühmte Große Fass zu besichtigen.

Die Region bietet Spielraum für viele interessante Weine, denn die Reben werden durch den Odenwald vor kalten Ostwinden geschützt und können mit rund 1.600 Sonnenstunden jährlich zu außergewöhnlicher Qualität reifen. Auch die Böden der Weinberge sind in Form einer bunten Palette an unterschiedlichen Terroirs vorhanden. Sie reicht vom tiefgründigen Löss und Lösslehm bis zu den Gesteinsverwitterungsböden aus Porphyr, Granit, Gneis und teils auch Buntsandstein.

Heidelberg Marketing hat für Weinliebhaber eine Gruppenführung ins Programm aufgenommen. Bei einer Weinprobe im Weingut Clauer auf dem Heidelberger Dormenacker erfahren die Teilnehmer Interessantes zum Weinanbau. Riesling, Rivaner, Kerner, Grauburgunder und viele weitere Sorten werden auf dem Weingut Clauer seit 50 Jahren angebaut. Damit die Weine besonders bekömmlich sind, wird im eigenen Weinkeller nach dem Sur-Lie-Verfahren gearbeitet, das heißt die Weine reifen nach der Gärung mehrere Monate mit Hefe. Die Jahresproduktion liegt bei 65.000 Litern. Ein Weinvesper und die Besichtigung des Weinguts gehören ebenfalls zum Programm.

Das kulinarische Heidelberg steht im Mittelpunkt eines Kurztrips für Städtereisenden, den das Stadtmarketing noch bis November 2015 anbietet. Bei einem Streifzug durch die Gassen der Altstadt können die Gäste Heidelbergs Gaumenfreuden genießen. Die Kurzreise „Köstliches Heidelberg” verbindet eine Führung durch die Altstadt mit einem echten Kurpfälzer Menü und dem Besuch zweier Heidelberger Traditionslokale. Zeit und Wege zwischen den einzelnen Gängen werden gewürzt mit Geschichten, magischen Elixieren und einem süß-romantischen Schokoladenversprechen aus dem Jahr 1863.

Übernachtungen, eine Fahrt mit dem Solarboot, das Schlossticket und die beliebte HeidelbergCard sind ebenfalls Teil des Pakets. Die dreistündige Führung „Köstliches Heidelberg“ kann auch ohne Reisearrangement gebucht werden. Information und Buchung – Führungen telefonisch unter 06221/5840-223,-225, Genussreise „Köstliches Heidelberg“ unter 06221/5840-224,-226 sowie im Internet unter www.heidelberg-marketing.de

Joël Robuchon und Axel Manes

Den zweiten Abend in Paris verbringt der Berliner Foodblogger Bernhard Steinmann im L’ATELIER DE JOËL ROBUCHON – ST-GERMAIN in der 5 Rue Montalembert.
Zwei Michelinsterne versprechen eine spannende und interessante Küche.

Die von so vielen geliebte zwanglose Bistroatmosphäre ist einem geruhsamen und genussreichen Dinner eigentlich eher abträglich.
Dies scheint auch der Grund dafür zu sein, dass weniger erfahrene Gourmets und mehr kulinarische Newcomer und neugierige Touristen aus aller Welt in das Restaurant stürmen.
Die Speisen jedenfalls haben deutliche Aufmerksamkeit mehr als verdient.
Die Küchencrew um Axel Manes wird im Laufe des Abends jedoch zusehends in Hektik verfallen und das ohnehin durch schmale Gänge eilende Servicepersonal weiter antreiben.

Wir starten unser Menü mit LE CRABE ROYAL.
Ein fein-würziges Gericht.
Die monströse Königskrabbe erfreut sich perfekter Garung und ist eine wahre Delikatesse.

Die Hauptzutat ist Daikon. Der Riesenrettich wird in dünnen Streifen serviert und hat einen angenehm milden Geschmack.
Seine beste Zeit hat der Daikon-Rettich vom Spätsommer bis Herbst. Üblicherweise kommt er aus Asien (Japan, China) bei uns auch schon mal aus Italien.

LES MORILLES
Die fantastisch schmeckenden Morcheln ruhen auf einem Gemüse-Makkaroni.
Hinzu kommen etwas Käse und Sellerie.

Abgerundet wird das stimmige Gericht mit einer aufgeschlagenen Sauce aus gelbem Wein. Vin Jaune, der gelbe Wein, entspringt einer jahrhundertealten Weinbautradition aus dem Weinanbaugebiet Jura.
Dieses liegt in Ostfrankreich, zwischen Burgund und der Schweiz.
Vin Jaune wird ausschließlich aus der weißen Sorte Savagnin hergestellt und kann in etwa mit Sherry verglichen werden. Jedoch wird dieser Wein nicht aufgespritet.
Die Gärung dauert ungefähr 1 1/2 Jahre. Danach wird der Wein in Eichenfässern reifen, was mindestens weitere sechs Jahre dauert.

LE FOIE GRAS

Die Foie Gras, das nationale und gastronomische Kulturerbe Frankreichs, wurde gebraten serviert. Der Trick mit dem Kulturerbe, welcher der französischen Nationalversammlung zu verdanken ist,
bremst französische Tierschutzgesetze aus. Doch wollen wir die Diskussion darüber lieber an anderer Stelle führen.

Der eigentliche Höhepunkt dieses Gerichts ist jedoch ein grüner Apfel, bzw. eine Apfelroulade, eingelegt in Hibiskussaft. Leichte Säurenoten und dezente Süße bilden einen herrlichen Kontrast.

LE CHOCOLAT TENTATION

Schokolade in vier Variationen.
Die Araguani ist eine dunkle Kuvertüre mit einem 72%igen Kakaoanteil und kommt aus Venezuela. Sie vermittelt kaum Süße, schmeckt intensiv und etwas bitter. Bei 72% Kakaoanteil auch nicht verwunderlich.

FAZIT:
Der in Belgien geborene Manes kam früh mit der Gastronomie in Berührung. Seine Wanderjahre haben ihr vorläufiges Ende in Paris gefunden.
An diesem Abend fällt uns besonders sein Einsatz und sein Engagement auf, er scheint förmlich überall aufzutauchen, an jedem Herd, an jedem Topf.
In der Hektik des Abends entgleitet ihm leider der Blick für die Details. So können wir anstelle einer außergewöhnlichen Küche allenfalls eine gute Küche konstatieren.
Jedenfalls gut genug um demnächst an eine Wiederholung zu denken.

Denn vollständigen und bebilderten Bericht finden Sie wie immer auf
www.bsteinmann-gourmet-unterwegs.de

Thomas Bühner, La Vie, Osnabrück

Wieder führt Bernhard Steinmanns Reise nach Osnabrück.
Ziel ist das Restaurant La Vie, wo der Avantgardist Thomas Bühner (drei Michelinsterne, 19 Punkte im aktuellen Gault&Millau) seine Gäste in stilvollem Ambiente erwartet.

Das Menü „Le Grand Chef“ wird gewählt und mit Spannung erwartet.

Schon der zweite Gruß aus der Küche war von überwältigender Qualität und ein aromatischer Hochgenuss.
Hummer, Rote Bete & Haselnuss.
Die Haselnuss kam auch als Schaum und als Cracker zu Ehren. Aufwändig gestaltet, durchaus als regulärer Gang geeignet.

Weiter geht es mit Loup de Mer,
mariniert, Limequat & Avocado, Couscous
Die Kreuzung aus Limette und Kumquat zeigt leichte Säurenoten ohne damit zu dominieren. Insgesamt eine interessante Kombination mit vielen Einzelteilen.
Der Start ist gelungen, wenn auch das gewählte Geschirr (kann man das überhaupt so nennen?) nach meinem Empfinden eher unpraktisch ist.

Dazu wurde ein ausgezeichnetes Algenfocaccia gereicht.

Der nächste Hochgenuss:
Steinbutt,
2 mal Brokkoli und Dampfnudel, Tobiko-Kaviar
Dass der Steinbutt von bester Qualität ist, verwundert natürlich niemanden mehr.
Der Garpunkt ist vortrefflich und in einem Restaurant der Spitzenklasse auch nicht anders zu erwarten.

Das Fleisch des Fisches war fest, von schöner Struktur und herrlichem Geschmack.
Tobiko, sind übrigens Eier einer bestimmten Art (es gibt davon reichlich) eines Fliegenden Fisches. Dazu etwas Pak Choi und Brokkoli in zweierlei Variationen.
Schließlich ein Taschenkrebstatar (in einer kleinen Dampfnudel) und eine ausgezeichnete Essenz aus Kichererbsen und Jabugoschinken.

Bühners Kreationen sind intelligent gemacht, jedoch nicht verkopft. Sie erschließen sich dem aufmerksamen Gourmet, sobald die einzelnen Komponenten probiert
und in unterschiedlicher Zusammensetzung geschmeckt werden. Nimmt man von allem etwas, offenbart sich das Aromenspektrum und die Geschmacksfülle in einzigartiger Weise.
Puristisch sind Bühners Teller keinesfalls gestaltet. Ihm reicht es offensichtlich nicht, ein gutes Grundprodukt für sich sprechen zu lassen, er arbeitet mit unterschiedlichen Eindrücken,
gegensätzlichen Texturen und reizvollem Mit- und Gegeneinander von geschmacklichen Wahrnehmungen.

Zu den Desserts:
Orange, Haselnuß & marinierter Chicoree.
Die Pâtisserie verblüfft zunächst mit einer interessanten, erfrischenden und sehr wohlschmeckenden Kombination und steigert sich sogar noch beim folgenden Dessert.

Grüner Apfel & Ricotta
Erdmandel, Ruccola Granitée
Erdmandel, eine unterirdische Wurzelknolle mit reichlich Ballaststoffanteil und ein „nochmals gekochter“ Frischkäse ergeben eine interessante Kombination. Das
Ruccola Granitée ist ein pfiffiger Einfall.

Damit hält die Pâtisserie zum Abschluss das Niveau der vorangegangenen Speisen.
Auch das erlebt man nicht alle Tage.

Mehr Infos:
www.bsteinmann-gourmet-unterwegs.de

Fischmesse in Bremen

Alle zwei Jahre streicht sich die Fischbranche den Februar rot im Kalender an: Dann findet in Bremen die traditionsreiche „fish international“ statt. Neben der bewährten Mischung aus Produktschau, Diskussion aktueller Themen und Möglichkeiten für Aufbau und Pflege von Kontakten setzt Deutschlands einzige Fisch-Fachmesse stets neue Akzente. So finden Besucher von Sonntag bis Dienstag, 9. bis 11. Februar 2013, einen deutlich vergrößerten Sektor Aquakultur. Der neue Wettbewerb um das „Beste Seafood-Produkt“ stößt bereits auf viel positive Resonanz in der Branche und die neue „Gastro Ivent“ mit Impulsen und Lösungen für die Gastronomie parallel zur Fischfachmesse sorgt für zusätzliche Attraktivität.

Die Gastro Ivent ergänzt die fish international durch ein ausgesuchtes Angebot aus dem gesamten Lebensmittel- und Getränkespektrum. Zudem will sie Gastronomen ansprechen, die Fisch allein nicht interessierte. Ein Konzept, das ankommt: „Wir haben schon viel Lob dafür bekommen“, sagt die Projektleiterin der Doppelmesse, Sabine Wedell, und freut sich unter anderem über interessante Neuaussteller.

So ist die dänische Fischwirtschaft deutlich stärker vertreten als in den vergangen Jahren. Neben Einzelpräsentationen wie der des Kaltwassergarnelenspezialisten Chrisfish A/S oder Seawell Hirtshals A/S gibt es diesmal einen dänischen Gemeinschaftsstand. Mit Uhrenholt A/S kommt der nach Unternehmensangaben weltweite Vorreiter in Sachen Shrimps mit Euro-Biosiegel. Mit Vilsund Blue a/s ist dem Unternehmen zufolge einer der beiden führenden Muschelproduzenten in Europa dabei, Kimpex A/S ist für pelagische Fische und Frischfisch bekannt.
Auf dem Produktsektor bietet die fish international zudem mit dem erstmals veranstalteten Wettbewerb „Bestes Seafood-Produkt“ Händlern und Gastronomen eine interessante Orientierungsmöglichkeit. Firmen können ihre Produkte in dem Wettbewerb präsentieren und erhalten so eine neue Option für Werbung. Neben dem Publikum küre eine Fachjury die Sieger, berichtet Sabine Wedell. „Und zu unserer Freude ist diese Jury schon jetzt hochkarätig besetzt – wir nehmen das als Indikator für die Wertschätzung des Preises in der Branche.“

Zugesagt haben unter anderem Fisch-Einkäufer großer Handelsketten wie Rewe, Edeka Minden-Hannover und familia Nordwest. Außerdem sind die Facheinkäufer von Sodexo, Servicebund, Dussmann Service und Compass Group dabei. Für Qualitätsmanagement und Produktentwicklung stehen Repräsentanten von bofrost, der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft oder des Technologie-Transferzentrums in Bremerhaven.

Ein neues Produkt kommt so kurzfristig auf den Markt, dass es für den Wettbewerb nicht in Frage kommen dürfte. Der Aquaculture Stewardship Council (ASC) möchte am Messemontag den ersten zertifizierten Zuchtlachs präsentieren. „Zurzeit sind zwei norwegische Betriebe im Zertifizierungsprozess“, berichtet Sun Brage vom ASC.
Die ASC-Präsentation nimmt sich wie ein Sahnehäubchen auf dem Aquakulturbereich der Messe aus, der 2014 stark ausgeweitet wird. „Damit reagieren wir auf Besucherwünsche“, sagt Sabine Wedell. Sehr stolz sei die Messe Bremen zum Beispiel, zwei international bekannte Koryphäen verpflichten zu können. Üblicherweise veranstalten Professor Dr. Michael Timmons und Dr. James Ebeling ihren fachlich anspruchsvollen und doch unterhaltsamen Workshop zu Fischzucht in Kreislaufanlagen (Recirculating Aquaculture Systems/RAS) während der Sommermonate an der Cornell University in Ithaca/New York. Erstmals präsentieren sie ihn nun in Europa: am Montag und Dienstag, 10. und 11. Februar, im angrenzenden Congress Centrum Bremen.

„Wir wenden uns an Menschen, die überlegen, in die Zucht in Kreislaufanlagen einzusteigen“, sagt Michael Timmons. „Auch richtet sich der Workshop etwa an Züchter, die schon auf dem Sektor tätig sind und ihre Anlage ausbauen oder umstellen wollen.“ Thema ist vor allem die technische Konzeption von Anlagen – vom kleinen bis zum Industriemaßstab, erklärt James Ebeling. Außerdem geht es um die Wirtschaftlichkeit.

Dass der außergewöhnliche Workshop stattfinden kann, ist der Unterstützung des führenden Komplettanbieters Aquacultur Fischtechnik aus Nienburg sowie des großen Fischfutterherstellers Biomar A/S zu danken. Die Nienburger sind zudem wieder mit einem großen Stand für Zubehör und Technologie im Aquakultur-Ausstellungsbereich vertreten. Hinzu kommen unter anderem mehrere neue Aussteller.

Die Messen sind Sonntag und Montag von 10 bis 18 Uhr, Dienstag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Für die fish international und die Gastro Ivent gilt ein gemeinsames Ticket. Für den RAS-Workshop ist die Anmeldung unter www.fishinternational.de erforderlich.

Ali Güngörmüs

Ali Güngörmüs in einem schönen TAZ Interview über Gourmet-Küche: Wenn du ein Gourmet-Restaurant führst und dich für gesunde Ernährung einsetzt, dann kannst nicht für Fertigsuppen oder Instantbrühe werben

TAZ: Türke, Hauptschulabschluss, Lehre im Wirtshaus: Das läuft eigentlich nicht auf eine Karriere als Sternekoch hinaus.

Ali Güngörmüs: Ja, ein Moslem, der auch noch Schweinsbraten verkauft!

Lesen Sie das interessante Interview mit Ali Güngörmüs vom Hamburger Le Canard in der TAZ: www.taz.de/Ali-Guengoermues-ueber-Gourmet-Kueche/!104451/

Houston ist die coolste Stadt

Houston, we have no problems! Das Wirtschaftsmagazin Forbes hat Houston im August zur coolsten und erfolgreichsten Stadt der USA gekürt und das vor New York und Los Angeles. Ausschlaggebend waren hierfür nicht nur die besonders guten Wirtschaftsdaten, die Houston zu bieten hat. Hier brummt die Ökonomie förmlich und schafft trotz der allgemeinen Rezession Jobs in der Gas und Öl Metropole. Das zieht immer mehr junge, gut ausgebildete Menschen in die viertgrößte Stadt der USA. Der Altersdurchschnitt liegt mittlerweile bei 33 Jahren.

Aber nicht nur die Jugend der Stadt bewirkt dieses neue Flair in der Space City. In den letzten zehn Jahren formte sich die Stadt mit Augenmaß um. Neue, hippe Wohnkomplexe in der Innenstadt wurden geschaffen und viele alte Gebäude saniert und einer anderen Funktion zugeführt. So werden jetzt ehemalige Fabrikbrachen als Restaurants oder Kunstgalerien genutzt. Mehr als 8000 kettenunabhängige Restaurants kochen von mexikanisch über indisch bis europäisch alles was das Herz bzw. der Magen begehrt. Houston ist berühmt für seine Tex-Mex-Küche. Kombiniert man dies mit einer innovativen Theaterszene, Weltklasse Museen und einer hippen, jungen multikulturellen Gesellschaft, hat man die ideale Mixtur für eine coole, lieben- und lebenswerte Großstadt, die vor allem preislich sehr gut neben New York und Los Angeles bestehen kann.

Wie kommen die Houstonians mit der Hitze im Sommer zurecht? Um das festzustellen, geht man am besten 20 Fuß unter die Erde. Wer es in der sommerlichen Hitze nicht mehr aushält, kann an einer geführten Tour durch das interessante Tunnelsystem von Houston teilnehmen. Ganze Einkaufspassagen, Restaurants und Ärztehäuser bieten hier ihren jeweiligen Service an und lassen die sommerliche Gluthitze vergessen. Die geführten dreistündigen Touren kann man bei www.Houston-Tunnels.com

buchen. Weitere, interessante Touren sind unter www.visithoustontexas.com
einsehbar.

Houston bietet seinen Gästen das ganze Jahr über spannende Attraktionen: Im NASA Space Center erfahren Besucher alles über die Geschichte und Gegenwart der bemannten Raumfahrt. Kulturinteressierte können in einem der größten Museumsbezirke der USA Andy Warhols Werken oder verschiedensten aktuellen Ausstellungen begegnen. Shopping-Fans werden die erstklassigen Geschäfte in der Galleria oder im Highland Village lieben. Mehr als 8.000 kettenunabhängige Restaurants in der Stadt bieten für jeden Feinschmecker garantiert das Richtige. Reisende finden in Houston die höchste Konzentration medizinischen Fachpersonals der USA und darüber hinaus jährlich das weltgrößte Rodeo. Ab dem 1. August 2012 können Reisende mit dem Airbus A380 der Lufthansa von Frankfurt am Main in die Space City fliegen. Weitere Flugverbindungen bieten Air France, Delta, KLM, Lufthansa, British Airways und United Airlines.

Gern stellen wir Ihnen individuelle Themenvorschläge für eine Houston-Berichterstattung zur Verfügung. Weitere Informationen sowie Bildmaterial erhalten Sie beim Greater Houston Convention & Visitors Bureau, c/o Kaus Media Services, Tel. +49 (0)511 – 899 890 22, Fax +49 (0) 511 – 899 890 69 oder im Internet unterwww.visithoustontexas.com

Philip Werner

11. Jugend-Kreativpokal in Berlin

Teilnahmeberechtigt waren alle Auszubildenden zum Beruf Koch des 2. und 3. Lehrjahres, für die der Jugend-Kreativpokal gleichzeitig als Jugend-meisterschaft der Köche Berlins, sowie dem regionalen Vorausscheid des Achenbach-Wettbewerbes diente.

Von 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmern qualifizierten sich nach einer anspruchsvollen theoretischen Prüfung insgesamt 8 Auszubildende für den Finalen Wettbewerb, um ihr Können im praktischen Bereich der Küche unter Beweis zu stellen.

Der Praxisteil bestand in der Zubereitung eines ideenreichen 4-Gang Menüs für jeweils 8 Personen, unter der kreativen Verwendung eines Warenkorbes an Produkten von Unilever Food Solutions und vielen frischen Zutaten.

Bewertet wurde von den fachkundigen Prüfern der Jury neben der Kreativität auch die Arbeitsweise, Sauberkeit, Geschmack und das Aussehen der zubereiteten Speisen.

Beispielhaft für die Kreativität der Teilnehmer, stehen stellvertretend folgende, interessante Ableitungsideen:

Aus Tomato Pronto wurde eine Tomatenconsomme gezogen. Die Professional Bouillon Rind wurde von den Teilnehmern für die Zubereitung einer ungebundenen Suppe, mit vielen verschiedenen kreativen Einlagen verwendet. Die größten Überraschungen waren die Anwendungsideen des kaiserlichen Semmelknödels.

Die Sieger des 11. Jugend-Kreativpokals in Berlin
Der Sieger Philip Werner aus dem Intercontinental Berlin verarbeitete das Produkt zu einem kaiserlichen Semmelknödelsoufflé.

Den 2.Platz errang Alessandro Stettnisch und Platz 3 belegte Felix Thom, beide Teilnehmer kamen aus dem Hilton-Hotel Berlin.

Insgesamt fand der diesjährige Wettbewerb wieder auf einem fachlich sehr hohen Niveau statt, von dem sich die zahlreichen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gastronomie überzeugen konnten. Erstmals als Abendveranstaltung ausgetragen, bot die IHK-Lounge als Location ideale Rahmenbedingungen für einen rundherum gelungenen Abend.

16. RHEINGAU GOURMET & WEIN FESTIVAL geht erfolgreich zu Ende

Das 16. RHEINGAU GOURMET & WEIN FESTIVAL endete letzte Woche mit der traditionellen Haus- und Küchenparty im Kronenschlösschen in Hattenheim. Die Gäste erlebten zwei Wochen lang exklusive Dinner und Lunches, außergewöhnliche Tastings und interessante Kochshows. Der Veranstalter des Festivals zieht ein durchweg positives Resümee. 6.200 Gäste besuchten die einzelnen Events, die Gesamtauslastung lag bei 94,5 Prozent. Damit konnte die Anzahl der Besucher zum Vorjahr sogar gesteigert werden.

Fast 50 hochkarätige Veranstaltungen in 14 Tagen beim RHEINGAU GOURMET & WEIN FESTIVAL – das bedeutet nicht nur die größte Dichte an Sterneköchen und Topwinzern in ganz Europa, sondern auch eine enorme logistische Leistung. Wareneinkauf und Lagerung, Management von den teilnehmenden Winzern, den Köchen und deren Brigaden und natürlich die Betreuung der Gäste stehen auf dem täglichen Programm. „Ohne Teamwork würde das Festival nicht funktionieren. Von der Küche über den Service bis zum Hotel sind wir alle ein eingespieltes Team“, erklärt H. B. Ullrich, Organisator des Festivals. Auch für die entsprechende Hardware muss gesorgt sein: „58.500 Gläser von Schott Zwiesel, 23.280 Rosenthal-Geschirrstücke und rund 21.000 Besteckteile waren während des Festivals im Einsatz“, so Ullrich.

Das Festival hielt dieses Jahr einige Premieren bereit. Thomas Bühner präsentierte sich zum ersten Mal als Drei-Sterne-Koch auf dem Festival. Die Gäste seines Lunches konnten sich unter anderem bei sauer marinierter Makrele, Passionsfrucht und schwarzem Sesameis davon überzeugen, warum der Guide Michelin ihm die höchste Auszeichnung verliehen hat. Einen gelungenen Einstand beim Festival feierten Enrico und Roberto Cerea, die gemeinsam die Küchenleitung des mit drei Sternen ausgezeichneten Familienrestaurants Da Vittorio in der Lombardei innehaben. Ihr Dessert servierten die beiden Brüder persönlich und ermöglichten ihren Dinner-Teilnehmern nicht nur einen Einblick in die Topklasse der italienischen Sterneküche, sondern auch in die dortige Gastfreundschaft. Ebenfalls zum ersten Mal war Anton Mosimann, Grandseigneur der gehobenen Küche und Lieblingskoch der englischen Königsfamilie, zu Gast. Bei seinem Galadinner präsentierte er sein berühmtes Risotto ai funghi, das angeblich auch bei der Hochzeit von William und Kate serviert wurde, und in seiner Kochshow verriet er sogar das Rezept.

Gut besucht waren die Veranstaltungen alle, egal ob Dinner, Kochshow oder Tasting. Die Gesamtauslastung lag bei 94,5 Prozent. „Bemerkenswert war erneut die hohe Auslastung der Mittagsveranstaltungen an Werktagen“, stellt Ullrich fest. „Wir haben an elf Tagen rund 140 Gäste pro Lunch verzeichnen können.“ Ruhe kehrt nach dem Ende des 16. Festival nur vordergründig im Kronenschlösschen ein, denn eine der großen Wahrheiten des Sports gilt auch in der Kulinarik: Nach dem Festival ist vor dem Festival. H. B. Ullrich ist bereits mit der Planung für das 17. RHEINGAU GOURMET & WEIN FESTIVAL beschäftigt. Das Programm wird in der ersten Novemberwoche 2012 veröffentlicht.