Auf Gemüse aus der Region muss keiner verzichten!

Seit die EHEC-Infektion ausgebrochen ist, sind viele Verbraucher verunsichert – verständlicherweise. Doch trotzdem muss keiner auf die beliebten Produkte Salat, Gurken und Tomaten verzichten, denn Gemüse ist ein elementarer Bestandteil unserer Ernährung. In der bekannten Lebensmittelpyramide taucht Gemüse zusammen mit Obst bereits an zweiter Stelle auf, die 5 am Tag e.V. empfiehlt fünf Portionen Obst und Gemüse täglich und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) befürwortet 400 Gramm Gemüse pro Tag.

Die normale Lebensmittelhygiene ist sehr wichtig, sie führt zu einer Minimierung von eventuellen EHEC-Keimen. Auf der sicheren Seite ist man hingegen mit komplett durcherhitzten Lebensmitteln. Gemüse aus heimischen Regionen schmeckt gegart ebenso köstlich wie frisch, wie beispielsweise Schmorgurken, gefüllte Fleischtomaten, Letscho oder Salatsuppen beweisen.

Schmorgurken sind ein typisches Gericht der Berliner Küche, die von den Kochtraditionen der Einwanderer aus Böhmen, Mecklenburg, Ostpreußen, Pommern und Schlesien beeinflusst wurde. „Bei uns Gurkengärtnern steht dieses Gericht im Sommer ganz oben auf der Speisekarte. Hier gibt es aber auch unterschiedliche Zubereitungen innerhalb der Familie – jede auf ihre Weise sehr köstlich“, berichtet Karl Voges von der Gartenbauzentrale. Sie sind sowohl herzhaftes Hauptgericht, zum Beispiel mit Salzkartoffeln und Hackfleisch, als auch eine feine Beilage zu Fischgerichten. Dieses Gericht lässt sich mit Chilischoten, Thai-Currypaste und Kokosmilch zu Nudeln oder Reis ebenfalls asiatisch interpretieren.

Tomaten wurden bereits von Christoph Kolumbus nach Europa gebracht und sind heute in Deutschland mit einem Verzehr von über zehn Kilo pro Haushalt das beliebteste Gemüse (auch wenn es sich botanisch gesehen um Obst handelt). Cherry- bzw. Cocktailtomaten geben eine tolle Basis für eine Nudelsauce ab. Dazu einfach mit Zwiebeln in Olivenöl anbraten und mit Pfeffer und Salz abschmecken, nach Belieben Basilikum hinzufügen und mit beispielsweise Garnelen variieren. Auch Rispentomaten eignen sich hervorragend für diese Art der Zubereitung. Fleisch- beziehungsweise Romatomaten bieten sich zum Füllen an: Deckel abschneiden und aushöhlen, Hackfleisch mit Zwiebeln, Knoblauch, Kräutern und Gewürzen anbraten, Masse einfüllen und im Ofen mit Mozzarella oder Schafskäse überbacken. „Besonders bei uns in Ostdeutschland ist das ungarische Schmorgericht Letscho beliebt“ berichtet Klaus Wilke von der Mecklenburger Ernte. „Wir braten Tomaten, Paprika und Zwiebeln in mit Speck an und würzen mit Paprikapulver. Vor allem als Beilage zu Grill- und Fleischgerichten passt es gut.“ In Kombination mit Eiergraupen wird es zur Hauptmahlzeit.

Und der Salat? Natürlich ist er in erster Linie als frischer Blattsalat mit Dressing bekannt, doch auch hier tut Abwechslung in Form von Schmoren und Kochen gut. So kann beispielsweise ein Mini-Romana-Salat in der Pfanne in Oliven- oder Erdnussöl geschmort werden. Speckwürfel und Crème fraîche harmonieren besonders gut. Auch in Streifen geschnitten und als Einlage in Kartoffelsuppe ist Mini-Romana-Salat deutscher Herkunft eine leckere Option. Kopf- und Eisbergsalat sind übrigens als Suppe abgeschmeckt mit Kräutern, Frisch- oder Ziegenkäse oder auch Sahne ein kulinarisches Highlight.

Lidl warnt nochmals vor dem Verzehr von Harzer Käse

Wichtige Verbraucherwarnung: Lidl warnt nochmals vor dem Verzehr von Harzer Käse

Konsumenten sollten den Rückruf von „Reinhardshof, Harzer Käse“ und „Reinhardshof, Bauernkäse mit Edelschimmel“ des österreichischen Herstellers Prolactal GmbH, Hartberg, unbedingt beachten – Listerien können gefährliche Infektionskrankheiten auslösen.

Lidl bittet alle Kunden, die fraglichen Produkte keinesfalls zu verzehren.

Lidl weist nochmals auf den Rückruf der Käsesorten „Reinhardshof, Harzer Käse, 200 g“ und „Reinhardshof, Bauernhandkäse mit Edelschimmel, 200 g“ vom 23. Januar 2010 hin: In einzelnen Käse-Proben aus dem österreichischen Herstellerbetrieb wurde bei Analysen ein erhöhter Wert von Listerien (Listeria monocytogenes) festgestellt.

Das letzte Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) der Produkte ist der 16.02.2010. Sollten noch Produkte im Haushalt vorrätig sein, bittet Lidl diese Produkte keinesfalls zu verzehren.

Listerien können unter Umständen Auslöser einer schweren Infektionskrankheit sein. Infektionen bei gesunden Menschen sind selten, können jedoch für Kranke, Geschwächte, Schwangere oder Neugeborene gesundheitsgefährdend, unter besonderen Umständen lebensgefährlich sein. Nach Aussage des Robert Koch Instituts (RKI) liegt ein „Infektionszusammenhang zwischen den Produkten des österreichischen Herstellers Prolactal und den in Deutschland gemeldeten Erkrankungen und zwei Todesfällen nahe“. Dies gilt insbesondere für die Länder Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern.

Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Listeriose-Infektion meist unbemerkt. Manchmal haben die Betroffenen leichte grippeähnliche Symptome. Bei abwehrgeschwächten Menschen (Transplantierte, Diabetiker, Krebskranke, HIV-infizierte) und älteren Personen kann die Listeriose-Infektion mit schwersten grippenähnlichen Krankheitssymptomen verlaufen. Als Komplikationen kann eine Gehirn- und Gehirnhautentzündung oder eine Entzündung am Herzen auftreten. Auch kann es zu Entzündungen im Hals- und Rachenbereich, an der Binde- und Hornhaut des Auges sowie an der Harnblase kommen. Häufig werden diese Symptome von Durchfällen, Erbrechen und krampfartige Bauchschmerzen begleitet. Die Inkubationszeit kann 4 – 6 Wochen betragen.

Die fraglichen Produkte wurden am 23.01.2010 öffentlich zurückgerufen und sind seit diesem Zeitpunkt auch nicht mehr im Verkauf. In Österreich wurden die Artikel von Lidl zu keinem Zeitpunkt vertrieben.

Fäkalkeime im Eis

Fäkalkeime im Eis

Softeis als gefährliche Bakterienschleuder

Die brütende Hitze des Julis ist für Salmonellen ideales Wachstumswetter. Salmonellen sind eine große Gruppe von Bakterien, die Magen-Darm-Infektionen auslösen können. Sommerwetter ist Salmonellenwetter, warnen heute die Experten des Gesundheitsportals www.imedo.de, die darauf hinweisen, dass Softeis genau wie rohes Hackfleisch, Eier und Geflügelfleisch bakteriell riskant ist. Bei Wärme breiten sich die Bakterien rasant in diesen Lebensmitteln aus. Salmonellosen heißen Erkrankungen, die durch Salmonellen verursacht werden, und gehören zu den Zoonosen, bei denen sich sowohl der Mensch am Tier als auch das Tier am Menschen anstecken kann. Die Infektion ist aber auch indirekt über Lebensmittel möglich.

Die Infektion mit Salmonellen und durch sie bedingte Todesfälle sind in Deutschland meldepflichtig. Das Robert-Koch-Institut in Berlin nahm im Jahr 2008 45.401 Salmonellen-Infektions-Meldungen entgegen. Besonders gefährdet sind Kleinkinder und ältere Menschen; die Gefahr an einer Salmonellose zu sterben, ist bei Senioren überproportional hoch. Im vergangenen Jahr starben in Deutschland 33 Menschen an einer Salmonellen-Infektion.

Jeder Fünfte in Deutschland ist Salmonellenträger. Das macht insbesondere die Softeis-Saison zum Risiko. Unter oftmals warmen und unhygienischen Bedingungen erfolgen hier die Produktion und der Verkauf von Softeis durch unzureichend geschultes Personal.

Hitze oberhalb von 75 Grad Celsius tötet Salmonellen relativ rasch ab, während Kälte die Bakterien zwar an der Vermehrung hindert, ansonsten jedoch nicht beeinflusst. Softeis ist ein geradezu ideales Nährmedium für Salmonellen, denn die Mikroorganismen lieben Zutaten wie Milch, Ei und Zucker.

Während herkömmliches Speiseeis bei minus 18 Grad Celsius produziert wird, geschieht die Verarbeitung von Softeis bei einer Temperatur von relativ warmen minus 6 Grad Celsius. Durch die massive Einbringung von Luft ist die Gefahr einer Salmonellenüberwucherung beim Softeis besonders hoch. Leider kommt es immer wieder zu Überlagerung mit alter Softeismasse, zu unhygienischen Bedingungen bei der Befüllung der Softeismaschinen sowie zu Verkeimung durch seltene Reinigung. Das Bedien- und Verkaufspersonal muss eigentlich Handschuhe tragen, diese regelmäßig desinfizieren und nicht nur nach dem Toilettengang penibel auf Sauberkeit achten.

imedo.de empfiehlt zum Schutz vor Salmonellen, auf optimale Hygienebedingungen am Imbiss-Stand, am Softeis-Stand sowie im Eiscafé zu achten. Ob die Eismaschine in der prallen Sonne steht und ob eine Waschmöglichkeit für das Personal vorhanden ist, lässt erste Rückschlüsse darauf zu. Tatar und andere Speisen mit rohem Ei wie Tiramisu, Mayonnaise und Ei im Glas sowie unzureichend gegartes Geflügelfleisch sollten grundsätzlich nicht verzehrt werden. Eierschalen und Geflügel sind praktisch immer von Salmonellen befallen, sodass die Verarbeitung in der Küche unbedingt hygienisch erfolgen muss. Ein weich gekochtes Ei oder halb gares Rührei ist nicht nur im Sommer ein Gesundheitsrisiko. Demgegenüber stellen hart gekochte Eier und Eiersalat als industrielle Produkte keine Gefahr dar. Konservierungsstoffe wie Sorbinsäure schützen Fertiglebensmittel vor Salmonellen.

Eine imedo-Gruppe befasst sich intensiv mit der Salmonellengefahr und damit, wie man eine Infektion verhindern kann.

http://www.imedo.de/group/overview/index/164-salmonellen

„Salmonellose: Informationen, Therapie & Behandlung“ kann hier von der imedo-Gesundheitscommunity diskutiert werden.

http://www.imedo.de/practice/conditions/show/360-salmonellose

Kleine Kinder sollten keine Rohmilch trinken

Hofbesuch ohne Bauchschmerzen

Das BfR rät: Kleine Kinder sollten keine Rohmilch trinken

Bauernhöfe sind gerade in der Sommerzeit beliebte Ausflugsziele für Kindergartengruppen und Schulklassen. Manchmal hat der Ausflug jedoch unerwünschte Folgen: Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) werden immer wieder Krankheitsausbrüche gemeldet, die durch den Verzehr von Rohmilch während solcher Ausflüge ausgelöst werden.
Rohmilch kann Krankheitserreger wie EHEC-Bakterien oder Campylobacter enthalten. Die Bakterien lösen Infektionen aus, die insbesondere bei kleinen Kindern zu schweren gesundheitlichen Schäden führen können.
Milch ist ein hochwertiges Lebensmittel mit vielen Nährstoffen, die Kinder zum Wachsen brauchen. Aber: „Rohmilch sollte unbedingt vor dem Verzehr ausreichend erhitzt werden, damit Kinder nicht an einer Lebensmittelinfektion erkranken“, empfiehlt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR.

Das BfR erhält über das bundesweite Erfassungssystem für Lebensmittel, die an Ausbrüchen beteiligt sind (BELA), immer wieder Informationen über Krankheitsausbrüche, die nach Rohmilchverzehr auf Bauernhöfen aufgetreten sind. Die Infektionen werden durch Campylobacter oder EHEC-Bakterien verursacht und können vor allem bei Kindern schwere Durchfall-Erkrankungen auslösen und in Einzelfällen auch zu Nierenschäden führen.

EHEC-Bakterien, eine besondere Form von Coli-Bakterien, kommen unter anderem im Darm von Rindern vor und werden mit dem Kot ausgeschieden.
Da Milch beim Melken mit Rinderkot in Kontakt kommen kann, lässt sich eine Verunreinigung mit Bakterien nicht ausschließen. Beim Menschen können sie schwere blutige Durchfälle auslösen. Vor allem bei kleinen Kindern droht als Folge einer Infektion das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS), das zu bleibenden Nierenschäden und sogar zum Tod des infizierten Kindes führen kann. Bei Erwachsenen kann eine Infektion mit EHEC-Bakterien hingegen auch unerkannt bleiben, weil keine Symptome auftreten.

Campylobacter sind Bakterien, die in der Natur weit verbreitet sind und ebenfalls im Darm von Wild-, Haus- und Nutztieren vorkommen. Sie sind bedeutende Erreger von Durchfall-Erkrankungen des Menschen und werden vor allem über tierische Lebensmittel übertragen. Jährlich werden in Deutschland mehr als 50.000 Campylobacteriose-Fälle gemeldet. Kleine Kinder unter fünf Jahren sind besonders betroffen.

Neben EHEC und Campylobacter können noch weitere Krankheitserreger wie Salmonellen, Listerien und Erreger des Q-Fiebers in Rohmilch gelangen. Durch eine ausreichende Erhitzung der Milch, beispielsweise durch Pasteurisieren oder Abkochen, lassen sich Lebensmittelinfektionen jedoch verhindern. Auch Milch, die bei Bauernhofbesuchen direkt an Ort und Stelle verzehrt wird, sollte wärmebehandelt sein. Vor dem Verzehr von Speisen und Getränken sollten die Kinder außerdem ihre Hände gründlich waschen, weil auch durch den Tierkontakt Infektionserreger übertragen werden können.

Aus Gründen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes ist in Deutschland die Abgabe von Rohmilch an Verbraucher grundsätzlich verboten. Eine Ausnahme bilden Betriebe, die von der zuständigen Behörde die Genehmigung bekommen haben, Rohmilch unter der Bezeichnung „Vorzugsmilch“ abzugeben – vorausgesetzt die rechtlichen Anforderungen werden erfüllt. Dazu zählen beispielsweise monatliche mikrobiologische Kontrollen. Ebenso dürfen milcherzeugende Betriebe „Rohmilch ab Hof“ an Verbraucher abgeben, wenn sie die Abgabe den Behörden gemeldet haben. Außerdem muss an der Abgabestelle der deutliche Hinweis „Rohmilch, vor dem Verzehr abkochen“ angebracht sein.

Brokkoli gegen Helicobacter

Brokkoli versus Helicobacter

Verzehr von Sprossen lindert Infektion

Jeder dritte Europäer, weltweit sogar jeder zweite Mensch, lebt mit dem Bakterium Helicobacter pylori (H. pylori). Es siedelt sich im Magen an und verursacht dort viele Beschwerden.
Magenschleimhautentzündungen, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre und sogar Magenkrebs können auf H. pylori zurückzuführen sein. Neben einer komplexen Therapie mit zwei verschiedenen Antibiotika und Medikamenten zur Reduzierung der Magensäure könnte es für Patienten mit H. pylori nun neue Hoffnung geben: Brokkolisprossen. Eine Studie der US-amerikanischen John Hopkins University hat ergeben: Der Verzehr von Brokkolisprossen reduziert die Menge der H. pylori-Bakterien im Magen. Die Testpersonen nahmen über einen Zeitraum von zwei Monaten hinweg täglich rund 70 Gramm Brokkolisprossen zu sich, woraufhin die Infektionswerte rückläufig waren. Erst nach einer achtwöchigen Pause erreichten die Werte wieder das Level, das sie vor Studienbeginn gehabt hatten.
Die Forscher wiesen allerdings daraufhin, dass durch den Verzehr von Brokkolisprossen die Infektion nicht vollständig zu beseitigen sei. Auch böten die Keimlinge keinen Schutz vor Magenkrebs. Das Geheimnis des Brokkoli liegt im sekundären Pflanzenstoff Sulphoraphan. Dieser mobilisiert körpereigene, antioxidative Abwehrmechanismen und wirkt dadurch nachhaltig. Bereits in der Vergangenheit hatten die Wissenschaftler auf die positiven Effekte von Sulphoraphan im Kampf gegen H. pylori hingewiesen. Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass dieser Stoff in Sprossen wesentlich stärker konzentriert ist als in ausgewachsenen Brokkoli-Köpfen. Daher erzielen die Keimlinge eine größere Wirkung.
Die Weltgesundheitsorganisation hat das Bakterium bereits 1994 als krebsserregend eingestuft. Unklar ist, wie es zur Infektion kommt.
Möglicherweise erfolgt die Übertragung von Mund zu Mund. Auch infizierte Ausscheidungen können für eine Verbreitung sorgen. In Gegenden mit verschmutztem Wasser besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Neu ist der Magenkeim übrigens nicht: Erst im vergangenen Jahr wurde er per Magenspiegelung in einer 700 Jahre alten, mexikanischen Mumie nachgewiesen.
aid, Johanna Thelemann

„Weihnachtsgeld“ für geschädigte Urlauber

„Weihnachtsgeld“ für geschädigte Urlauber

Erfolgreiche VKI-Sammelklage: Handelsgericht Wien spricht Schadenersatz zu.
Nach Auftreten einer Epidemie von Brech-Durchfall im türkischen Hotel Green Fugla
Beach war eine Infektion über Speisen und/oder Getränke im All-Inklusive-Club
naheliegend. Der Reiseveranstalter verweigerte aber die ausreichende Entschädigung
der Betroffenen, woraufhin der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in einer
„Sammelklage nach österreichischem Recht“ im Auftrag des Bundesministeriums für
Soziales und Konsumentenschutz (BMSK) und in Koordination mit vier
Rechtsschutzversicherungen klagte. 37 Geschädigte sollten Schadenersatzansprüche
in Höhe von rund 55.000 Euro erhalten. Nach vierjährigem Verfahren sprach das HG
Wien nahezu den gesamten geforderten Schadenersatz zu. Die Ausbezahlung erfolgt
noch vor Weihnachten.

Der Reiseveranstalter hat für das Verschulden seiner Leistungsträger einzustehen, dieser
Ansicht ist das Handelsgericht Wien. Dem Kläger gelang es, den Anscheinsbeweis zu
führen, dass – nach allgemeinen Erfahrungsgrundsätzen – die Erkrankungen auf eine
Salmonelleninfektion durch Speisen und/oder Getränke im Club zurückzuführen waren. Dem
beklagten Reiseveranstalter gelang es dagegen nicht, zu beweisen, dass seine
Erfüllungsgehilfen, sprich das Hotel, daran kein Verschulden trifft.
Das Gericht sprach – je nach individueller Belastung – Schmerzengeld und Schadenersatz
für entgangene Urlaubsfreude zu. Jene Personen, die persönlich erkrankt waren, bekamen
pro Tag der Erkrankung im Urlaub 50 Euro zugesprochen. Personen, die ohne selbst zu
erkranken Angehörige zu pflegen hatten, bekamen 30 Euro pro Tag. Nun – kurz vor
Weihnachten – wurden Kapital und Zinsen bezahlt, wodurch der VKI die Gelder auf die
Geschädigten aufteilen kann.
„Es freut uns besonders im Hinblick auf die Weihnachtsfeiertage, dass damit die erste
Sammelklage, die bei Gericht in dieser Sache entschieden wurde, im Zuge der Zahlung des
Schadenersatzes erfolgreich beendet werden konnte“, resümiert Dr. Josef Kubitschek,
Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation.

Das Urteil ist rechtskräftig.

Details zum Urteil gibt es auf www.verbraucherrecht.at

Stockbrot

Stockbrot-Teig lieber gleich ohne Eier zubereiten

So endet der Lagerfeuer-Spaß nicht mit einer Salmonellen-Infektion

„Stockbrot“- oder auch „Knüppelkuchen“-Teig sollte immer ohne Eier zubereitet werden. „Wenn für den Teig rohe Eier verwendet werden, die Salmonellen enthalten, und er anschließend nicht vollständig durchgebacken wird, kann man an einer Salmonellose erkranken“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Gerade im Sommer essen Familien bei Grillfesten oder Pfadfinder am Lagerfeuer häufig Stockbrot. Damit das Vergnügen nicht mit unangenehmen Durchfallerkrankungen endet, sollten einige einfache Regeln bei der Zubereitung des Teigs und beim Backen über dem Feuer beachtet werden.

Brotteig am Lagerfeuer zu backen, ist ein beliebter Spaß – nicht nur für Kinder während der warmen Jahreszeit. Der Teig, meistens Hefeteig, wird um das Ende eines Astes gewickelt und über dem Feuer gegart. Doch häufig wird das so genannte Stockbrot – regional auch Knüppelkuchen genannt – außen schon schwarz, während der Teig innen noch roh ist. Außerdem neigen Kinder dazu, Teigreste von den Händen abzulecken. Wenn für den Teig Eier verwendet wurden, die Salmonellen enthalten, können sie sich damit infizieren. Denn die Bakterien sterben nur ab, wenn der Teig vollständig durch erhitzt wird. Von vornherein ausschließen lässt sich das Risiko einer Salmonellen-Infektion, indem erst gar keine Eier für den Teig verwendet werden.

Salmonellen sind Bakterien, die vor allem in rohem Geflügelfleisch und rohen Eiern vorkommen. Bei Eiern werden sie sowohl auf der Schale als auch im Eigelb nachgewiesen. Sie vermehren sich bei Temperaturen von sieben bis 45 Grad Celsius, und zwar umso stärker, je höher die Temperatur ist. Bei Temperaturen oberhalb von 60 Grad Celsius beginnen sie langsam abzusterben. Um vorhandene Salmonellen abzutöten, müssen Lebensmittel ausreichend erhitzt werden, so dass die Temperatur im Kern für mindestens zwei Minuten 70 Grad oder mehr beträgt.

Salmonellen-Infektionen sind unangenehme Durchfallerkrankungen, die mit Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Krämpfen und Fieber einhergehen können. Da Kinder unter fünf Jahren besonders empfindlich sind, können die Infektionen bei ihnen, ebenso wie bei älteren und kranken Menschen, aber auch schwerer verlaufen, in Einzelfällen sogar tödlich. Jährlich werden in Deutschland mehr als 50.000 Salmonelleninfektionen gemeldet, die Dunkelziffer ist um ein Vielfaches höher. Neben dem vollständigen Durchgaren von Fleisch und Eiern ist eine konsequente Küchenhygiene das Mittel der Wahl, um einer Infektion mit Salmonellen und anderen krank machenden Lebensmittelkeimen vorzubeugen.

Listeria monocytogenes: Der Überlebenskünstler unter den Keimen

Neues Merkblatt des BfR informiert über den Schutz vor Infektionen

Über den Schutz vor Infektionen mit Listerien informiert ein neues Verbrauchermerkblatt des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Da Infektionen mit diesen Bakterien, insbesondere mit Listeria monocytogenes, in Deutschland und Europa in den vergangenen Jahren zugenommen haben, sah sich das BfR veranlasst, Verbraucher über diesen Krankheitserreger zu informieren. Mit etwa 500 gemeldeten Fällen pro Jahr in Deutschland tritt die Infektionskrankheit zwar vergleichsweise selten auf, hat aber durch die Schwere des Verlaufs eine große Bedeutung. Besonders gefährdet sind Säuglinge, ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. „Weil Listerien in Lebensmitteln vorkommen können, muss bei diesen Personengruppen besonders auf die Küchenhygiene geachtet werden“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR. Eine Infektion mit Listerien, auch Listeriose genannt, äußert sich in grippeähnlichen Symptomen, in schweren Fällen kann es zur Hirnhautentzündung kommen.

Listerien kommen überall in der Umwelt vor und gelangen häufig bereits auf der Stufe der Gewinnung, zum Beispiel beim Melken oder beim Schlachten, auf die Lebensmittel. Auch durch mangelnde Hygiene bei der Verarbeitung können Lebensmittel mit dem Keim verunreinigt werden. Listeria monocytogenes wird vor allem in rohen, vom Tier stammenden Lebensmitteln wie Hackfleisch, Hackepeter, Rohwurst, Rohmilch und Rohmilchkäse sowie in bestimmten Fischerzeugnissen, vor allem Räucherlachs und Graved Lachs, gefunden. Aber auch pflanzliche Lebensmittel wie Frischgemüse oder geschnittene Salate können mit diesem Keim verunreinigt sein.

Durch Erhitzen, also beim Kochen, Braten oder Pasteurisieren, werden Listerien abgetötet. Gegenüber Kochsalz und Säure ist der Keim hingegen relativ unempfindlich. Er kann sich auch bei Kühlschranktemperaturen sowie in Vakuumverpackungen vermehren.

Besonders gefährdet durch eine Infektion mit Listerien sind Säuglinge, ältere Menschen, Personen mit Erkrankungen wie Krebs oder Diabetes mellitus, Patienten unter immunsuppressiver Therapie sowie Schwangere. Letztere können die Infektion an das ungeborene Kind weitergeben. Gesunde Personen erkranken bei Infektionen mit Listeria monocytogenes in der Regel nicht oder nur mit leichten Symptomen.

Die Listeriose äußert sich in grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Muskel-, Kopf- und Gliederschmerzen. In einzelnen Fällen kann sie auch mit Magen-Darm-Beschwerden beginnen. Ein schwerer Krankheitsverlauf kann zu Blutvergiftung und Gehirn- oder Gehirnhautentzündung führen und tödlich enden. Eine Infektion mit Listerien kann mit geeigneten Antibiotika wirksam behandelt werden.

Da Listerien in Lebensmitteln vorkommen können, empfiehlt das BfR Personen mit geschwächter Immunabwehr, älteren Menschen und Schwangeren vorsorglich:
Lebensmittel tierischen Ursprungs nicht roh verzehren
Auf den Verzehr von geräucherten oder marinierten Fischerzeugnissen verzichten, insbesondere auf Vakuum-verpackten Räucherlachs und Graved Lachs
Keinen Rohmilchweichkäse verzehren und immer die Käserinde entfernen
Blattsalate selbst frisch zubereiten, keine klein geschnittenen, verpackten Salate verarbeiten
Lebensmittel, insbesondere solche in Vakuumverpackungen, möglichst zügig nach Einkauf und weit vor Ablauf der angegebenen Mindesthaltbarkeit verbrauchen

Darüber hinaus können Verbraucher durch einfache Küchenhygiene-Regeln die Verunreinigung von verzehrfertigen Speisen mit Listerien sowie die Vermehrung des Erregers in den Speisen vermeiden.

Pilze in Leih-Skistiefeln

In jedem zweiten geliehenen Ski- und
Schlittschuh fanden Tester des Berliner Instituts für Pilzkrankheiten
Erreger von Fuß-, Haut- und Nagelpilz. Institutsleiter Hans-Jürgen
Tietz betont im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“, das Tragen
dicker Socken reiche als Schutz vor einer Infektion nicht aus. Wer
anfällig für Fußpilz ist, sollte geliehene Schuhe vor dem Tragen mit
einem Anti- Pilz-Spray aussprühen.

Wundermittel Cranberry Saft

Eine neue Studie in China, von der Peking University in Kooperation mit der University of California (UCLA) durchgeführt, konnte nachweisen, dass der Konsum von einem Glas Cranberry Fruchtsaftgetränk (zwei mal täglich) Bakterien unterdrücken hilft, die zu Magengeschwüren führen. Und dies mit einer bis zu dreifach höheren Wahrscheinlichkeit im Vergleich zur Kontrollgruppe. In China liegt die durchschnittliche Häufigkeit einer Infektion durch Helicobacter pylori (h. pylori) Bakterien bei 80 Prozent, in Nordamerika und Mitteleuropa bei 30 Prozent. Dabei beträgt die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung, deren Resultat als Vorstufe zum Magengeschwür auch als Gastritis bekannt ist, in diesen gemäßigten Regionen bei jüngeren Menschen unter 40 Jahren bei 20 Prozent, nimmt jedoch ab etwa 50 Jahren auf über 50 Prozent zu. Für Spanien- und Italien- Urlauber dagegen steigt das Risiko einer Infektion wiederum auf durchschnittlich über 50 Prozent.
Da etwa 80 Prozent aller Magengeschwüre durch h. pylori Bakterien verursacht werden, gibt diese Studie Anlass zu der Annahme, dass der tägliche Genuss von Cranberry Fruchtsaftgetränk dazu beitragen könnte, die Zahl der an Magengeschwür erkrankten Personen – in Deutschland müssen jährlich rund 160.000 Erkrankte stationär behandelt werden – zu reduzieren. Mittelbare Folge davon: Reduzierung der Kosten im Gesundheitswesen und vielleicht auch mehr Freude am Urlaub. Die Ergebnisse dieser Studie bedeuten einen weiteren Beweis für die einzigartige Fähigkeit der Cranberry, die bekanntermaßen das Andocken von Bakterien in den Harnwegen hemmt, auch Schutzfunktionen für andere Teile des Körpers zu übernehmen.

In der Märzausgabe 2005 des medizinischen Fachorgans Helicobacter veröffentlicht, ist dies die erste klinische Studie, die den Effekt von Cranberry Fruchtsaftgetränk (Cranberry Classic) auf die Bakterien, die am häufigsten Magengeschwüre verursachen, nahe legt. Letztere entstehen, wenn es diesen Bakterien gelingt, sich in den schützenden Schleimhäuten der Magenwände einzunisten und diese zu entzünden. Diese neue Studie unterstützt frühere Laboruntersuchungen, die eine Reduktion der Bakterien durch die in den Cranberries enthaltenen Proanthocyanidine (oder PACs) nachwiesen.

www.helico.com
http://www.gbe-bund.de /cgiexpress/oowaro/ExpSrv634/dbxwdevkit/xwd_init?isgbetol/xs_start/31 2776845/66939977
www.cranberries.de