Fleisch aus fernen Ländern

Reisende, die illegal Fleisch aus Nicht-EU-Staaten in Deutschland einführen, können zur Verbreitung von potentiell gefährlichen Krankheitserregern beitragen: In Proben von zwei deutschen Flughäfen wurden jetzt multiresistente Stämme des Bakteriums Staphylococcus aureus nachgewiesen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung von Forschern der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und des InfectoGnostics Forschungscampus, die kürzlich in der Fachzeitschrift PLOS ONE (DOI: 10.1371/journal.pone.0167864) veröffentlicht wurde.

Die unkontrollierte Einfuhr von Fleisch kann eine große Gefahr für die Gesundheit bedeuten und die Verbreitung von antibiotikaresistenten Bakterien begünstigen. Forscher der TiHo und des InfectoGnostics Partners Alere Technologies GmbH, Jena, konnten zeigen, dass Fleischwaren, die von Flugpassagieren illegal importiert wurden, mit multiresistenten Bakterien kontaminiert waren. Die Wissenschaftler identifizierten Bakterien-Stämme, die bereits gegen mehrere Antibiotika resistent waren und verschiedene Virulenzfaktoren – also krankmachende Merkmale – aufwiesen. Das Forscherteam stellte zudem fest, dass die Keime nicht vom Tier selbst stammten, sondern menschlichen Ursprungs waren und somit auf mangelnde Hygiene-Standards bei der Schlachtung und Verarbeitung hindeuten.

Bakterien tauschen genetische Informationen aus
Werden kontaminierte Nahrungsmittel aus Nicht-EU-Staaten importiert, können sich Menschen und Tiere auch in der EU mit diesen Bakterienstämmen infizieren, die mit vielfältigen Resistenz- und Virulenzfaktoren ausgestattet sind. Diese Faktoren können sie dann außerdem auf hiesige Erreger übertragen. Eine besondere Rolle spiele dabei der sogenannte horizontale Gentransfer, erläutert Dr. Ralf Ehricht, Leiter für Machbarkeitsstudien in Forschung und Entwicklung bei Alere Technologies: „Viele Bakterien sind in der Lage, genetische Informationen nicht nur durch Vermehrung, sondern auch innerhalb einer Generation – sozusagen mit ihren Nachbarn – auszutauschen. Sobald ein solcher übertragbarer Resistenzfaktor etabliert wurde, kann er auf diese Weise sehr rasch auf andere Bakterienstämme übertragen werden.“

Für ihre Untersuchung isolierten die Wissenschaftler die Bakterien und bestimmten anschließend durch Gen-Analysen deren Abstammung, Virulenzfaktoren sowie vorhandene Antibiotika-Resistenzdeterminanten. Für die Erfassung und Analyse der genetischen Eigenschaften der Bakterien nutzten die Forscher ein spezielles Alere-Microarray. Mit diesem molekularbiologischen Testverfahren lassen sich mehrere hundert molekulare Parameter gleichzeitig auf einer winzigen Testfläche bestimmen.

Flughäfen Frankfurt und Berlin-Schönefeld: 2,8 Tonnen illegal importiertes Fleisch in einem Jahr
Grundlage für die Studie waren Proben von den Flughäfen Frankfurt und Berlin-Schönefeld. Allein im Jahr 2014 wurden an diesen beiden Flughäfen insgesamt 2,8 Tonnen Fleisch illegal von Passagieren mitgeführt. Solche illegalen Importe – oftmals unter mangelnden Hygiene-Standards außerhalb der EU produziert und ungekühlt im Gepäck transportiert – erhöhen nach Ansicht der Forscher das Risiko einer aktuellen Verbreitung multiresistenter Bakterien in Europa.

http://www.infectognostics.de/infektionsdiagnostik/aktuelles/details/news/fleisch-aus-fernen-laendern-multiresistente-keime-reisen-mit.html

Mehr Meeresschutz dank mehr Technik?

Wie kann sichergestellt werden, dass Fangschiffe nicht in einer verbotenen Zone fischen? Es macht ja tatsächlich wenig Sinn, Meeresschutzzonen oder saisonale Fangverbote festzulegen, wenn sich keiner daran hält und niemand wirklich Kontrolle hierüber hat.

Mit Unterstützung der britischen Regierung hat die nordostenglische Firma «Succorfish» («Fisch-Beistand») ein satellitengestütztes System entwickelt, welches es dem Kapitän erlaubt, weltweit auf den Meter genau festzustellen, wenn sein Schiff ein Schutzgebiet verletzt. Succorfish rühmt sich, «drei Parteien an einen Tisch» gebracht zu haben: zum einen die kommerzielle Fischerei, welche darauf angewiesen sei, ihre Ressource nachhaltig zu bewirtschaften, zum andern Fischereibehörden und Umweltorganisationen, die grosse Meeresgebiete vor Überfischung schützen müssen.

Die britische Umweltbehörde lobt Succorfish als «bahnbrechende Ausrüstung» von Fangschiffen, die zeige, «wie innovativ die britische Fischereiindustrie» sei.

Technik hilft nur im Verbund
Das Problem der Verletzung von Fangverbotzonen stellt sich – aus Absicht oder aus Versehen – zum Beispiel auch vor Westafrika. Die lokalen Kleinfischer sehen sich immer wieder damit konfrontiert, dass grosse Trawler aus Europa und Asien in Küstennähe fischen, obschon diese Zone für sie offiziell gesperrt ist. Selbst gut organisierte Fischerhäfen im Senegal stehen dieser illegalen industriellen Fischerei machtlos gegenüber. Denn die lokale Fischereibehörden verfügen kaum über Schnellboote und Helikopter, um die grossen Trawler zur Rechenschaft zu ziehen.

Überwachungstechnik wie die von Succorfish entwickelte kann eine Hilfe in der Hand bestens ausgerüsteter Fischereibehörden sein. In Entwicklungsländern wären die lokalen Behörden dagegen darauf angewiesen, dass ihre Kollegen in Europa und Asien die illegal agierenden Schiffe aus dem Verkehr ziehen – eine Illusion.

Den Fischern im Weltsüden wäre besser geholfen, wenn ihre Behörden mit den Machtmitteln ausgerüstet würden, mit welchen sich illegal tätige Trawler beschlagnahmen lassen. Viele solcher Mittel sind vor Ostafrika konzentriert, aber in europäischer Hand. Sie dienen nicht der Überwachung der Fischgründe, sondern der Bekämpfung von Piraten, die nicht zuletzt deswegen aktiv wurden, weil europäische und asiatische Flotten jahrelang unkontrolliert die afrikanischen Fischgründe ausgebeutet hatten.

Käfigeier in Produkten: Ab 1. Januar noch mehr Vorsicht beim Einkauf

Egal ob Kekse, Backmischungen, Eierlikör – all diese Produkte enthalten Ei. Deshalb rät der Deutsche Tierschutzbund genau hinzuschauen. Wenn auf den Packungen nicht steht, aus welcher Haltung die Eier stammen, ist davon auszugehen, dass Käfigeier enthalten sind. Wichtig wird dies vor allem vor dem Hintergrund, dass ab 1.1.2012 EU-weit die herkömmlichen Batterie-Käfigsysteme verboten sind, viele Länder aber noch nicht umgestellt haben. Für die dann illegal erzeugten Eier wurde nach wie vor noch keine Lösung gefunden. Daher steigt die Gefahr, dass diese Käfigeier in Produkte gemischt werden. Der Deutsche Tierschutzbund rät zu einem Kauf-Boykott aller Produkte, bei denen nicht klar erkennbar ist, woher die Eier stammen. Bei Schaleneiern gilt: Die Ziffer 0 steht für Bio-, die Ziffer 1 für Freiland- und die Ziffer 2 für Bodenhaltung. Eier mit einer 3 sind auf Käfigquälerei. Bei Produkten mit verarbeiteten Eiern (Industrie-Ei) gibt es bisher keine Kennzeichnungspflicht.

Nur selten ist bei Fertigprodukten klar ersichtlich, aus welcher Haltungsform die tierischen Zutaten stammen. Eine Kennzeichnungspflicht – wie der Deutsche Tierschutzbund sie fordert – gibt es bislang nicht. Nur die Produkte, bei denen klar erkennbar ist, dass die Eier aus tiergerechter Haltung kommen, wie z. B. bei Ökoprodukten, oder bei solchen, die mit Eiern aus Boden- oder Freilandhaltung werben, sollten in den Einkaufskorb. Für alle anderen Produkte ohne weiteren Hinweis gilt: hierfür wurden vermutlich Legehennen auf engstem Raum unter nicht artgerechten Bedingungen – verbunden mit immensem Stress und Leiden – gehalten.

Käfigeier sind bei den Verbrauchern längst durchgefallen: Seit die Käufer anhand des Zifferncodes erkennen können, aus welchem Haltungssystem die Eier stammen, ist der Verkauf von Käfigeiern stetig zurückgegangen. Mittlerweile gibt es sie im Handel nicht mehr. Jetzt muss sich diese Entwicklung bei den Fertigprodukten fortsetzen.

Ein EU-weiter Ausstieg aus der herkömmlichen Käfighaltung bis zum 1.1.2012 ist gesetzlich vorgeschrieben, wurde aber in vielen Ländern trotz einer langen Übergangsfrist noch nicht umgesetzt. Zudem ist nicht abschließend geklärt, wie mit den ab Januar illegal erzeugten Eiern in Zukunft verfahren werden soll. Die dann illegal in der EU erzeugten Eier aus den alten Käfigen werden über Fertigprodukte zu uns nach Deutschland kommen. Auf einen generellen Importstopp für diese Eier konnten sich die Länder bisher nicht verständigen.

Die spannende Winteredition des Falstaff

Nach dem erfolgreichen Start von Falstaff erscheint die zweite Ausgabe am 24. November 2010. Ab 2011 gibt es Falstaff sechs Mal jährlich. Hier die Top-Themen der aktuellen Ausgabe

Pfalz: triumphiert erfolgreich
Beim Deutschen Spätburgunderpreis 2010 räumte das Anbaugebiet Pfalz ab. Den Gesamtsieg sicherte sich ein Newcomer: Das Weingut Krebs in Freinsheim. Und auch die Plätze drei und vier gingen an die Region. Insgesamt 270 Weine der Jahrgänge 2007 und 2008 waren eingereicht worden. Die Jury hatte die Qual der Wahl. Falstaff stellt die besten Spätburgunder vor.

Bordelais: Adel verpflichtet
Ein deutscher Graf baut im Bordelais Wein an. Auf dem Saint-Émilion-Gut Canon La Gaffelière. Mit Erfolg: Seit knapp eineinhalb Jahren ist Stephan Graf von Neipperg Vizepräsident der „Union de Grand Crus de Bordeaux“, dem Zusammenschluss der führenden Weingüter von Bordeaux. Falstaff berichtet was passiert, wenn 800 Jahre deutsche Adelsgeschichte auf 2000 Jahre französische Weinbautradition treffen.

Alpen: kulinarisch oben
Von wegen Bratwurst, Bier und Hüttenzauber – auch Gourmets unter den Wintersportlern kommen in Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz auf ihre Kosten. Aber wie kamen Spitzengastronomen wie Hartly Mathis und Ernesto Costa eigentlich in die Alpen? Falstaff reist mit seinen Lesern in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts und erzählt die spannende Geschichte der Kulinarik im Schnee.

Berlin: kocht illegal
Ein Restaurant, das keins ist; ein Koch ohne Konzession und Gäste, die nicht zahlen. Wo es das gibt? In Berlin. Sogenannte „Guerilla Küchen“, in denen Profi- und Amateurköche illegal mehrere Gänge kredenzen, sind in der Hauptstadt fester Bestandteil der Gastronomie-Szene. Keine Vorbilder und keine Lehrmeister lautet das Credo. Die Gäste sind begeistert: Ihre Zahl soll mittlerweile in die Zehntausende gehen. Falstaff war vor Ort und hat vorgekostet.

Piemont: weiblich dominiert
Winzerhandwerk ist Männersache! Stimmt längst nicht mehr. Im italienischen Alba, Heimat von Barbaresco und Barolo, haben die Frauen die Regie übernommen. Die Generation der Töchter und Enkelinnen hat den Winzerberuf in der Regel von der Pike auf gelernt und führt die Arbeit ihrer Väter und Großväter fort. So auch die Schwestern Gaia und Rossana Gaja, aufgewachsen auf einem der berühmtesten Weingüter der Welt. Ihr Vater Angelo ist Perfektionist – was es nicht leichter macht, in seine Fußstapfen zu treten. Aber die beiden jungen Frauen halten sich einfach an die „Gaja-Methode“: Alles noch besser machen. Die Falstaff-Autoren portraitieren zehn Frauen, die selbstbewusst die Spitzenbetriebe des Piemont führen.

Alkohol, Zigaretten und Markenpiraterie

Wie eine aktuelle Umfrage der europäischen
Reisecommunity trivago.de ergab, gestehen 41 Prozent der Deutschen,
schon mal geschmuggelt zu haben. Die Könige des Schmuggels kommen
jedoch aus Schweden und verweisen mit 64 Prozent auch die Engländer
auf den zweiten Platz (52 Prozent).

Designersonnenbrillen, Modehandtaschen und Billigzigaretten sind
beliebte Mitbringsel aus dem Urlaub. Hinter den vermeintlich
namhaften Artikeln verbergen sich zumeist Plagiatprodukte, deren
Einfuhr verboten ist. Trotzdem haben 41 Prozent der Deutschen bereits
geschmuggelt, 86 Prozent sogar im vollen Bewusstsein ihres Vergehens.

Auch andere Europäer nehmen verbotene Schnäppchen gern mit nach
Hause. Vor allem die Schweden zeigen sich schmuggelwillig. 64 Prozent
der schwedischen Befragten haben bereits Waren illegal am Zoll vorbei
geschoben. Damit sind sie die unumstrittenen Könige des Schmuggels
und verwiesen die Engländer (52 Prozent) auf den zweiten Platz. Als
die ehrlichsten Urlauber erweisen sich mit 28 Prozent die Spanier und
mit 25 Prozent die Franzosen.

Erwischt werden beim Zoll vor allem diejenigen, die unwissentlich
schmuggeln. 20 Prozent der Deutschen, die unabsichtlich etwas illegal
eingeführt haben, wurden mit der Ware ertappt. Dagegen wurden nur 11
Prozent der bewusst Schmuggelnden erwischt.

Die Kurzumfrage wurde im September 2007 online mit einer
Beteiligung von 4250 Usern (davon 1511 aus Deutschland) durchgeführt.
Neben Deutschland wurden Frankreich, England, Spanien und Schweden
befragt.

Glycerin im Wein entdeckt

In drei Proben von italienischen Weinen haben Lebensmittelkontrolleure in Rheinland-Pfalz illegal beigemischtes Glycerin entdeckt. Betroffen seien die Sorten Pinot Grigio und Montepulciano einer italienischen Kellerei, bestätigte das Landesuntersuchungsamt Koblenz einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Die Proben seien im Rahmen einer Routinekontrolle bei einem Weinhändler in der Pfalz genommen worden.
(Quelle: http://www.n-tv.de/840469.html )

Tiermehl europaweit illegal gehandelt

Der internationale Schmuggel mit Tiermehl hat nach neuen Recherchen von foodwatch ein größeres Ausmaß als bislang vermutet und ist ein EU-weites Problem. Die Verbraucherrechtsorganisation veröffentlichte heute aktuelle Zahlen von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union (EU). Demnach wurden im Jahr 2006 über 242.000 Tonnen Tiermehl in Nicht-EU-Länder exportiert. Dies entspricht einer Steigerung um 150 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (97.000 Tonnen). Dabei ist Tiermehl auch in Länder gegangen, die seit der Krise mit dem Rinderwahnsinn BSE ausdrücklich ein Importverbot verhängt haben. Dazu zählt Vietnam, wohin über 51.000 Tonnen gingen (2005 über 21.000 Tonnen), ein anderes Beispiel ist Indonesien mit rund 52.000 Tonnen (2005 rund 31.000 Tonnen). „Der unkontrollierte Handel mit Tiermehl ist kein deutsches Problem, die illegalen Exporte mit Genehmigung deutscher Behörden haben sich als Spitze des Eisberges herausgestellt“, sagte Matthias Wolfschmidt, Veterinärmediziner bei foodwatch.

Obwohl die EU bilaterale Abkommen für den Export von Tiermehlen vorschreibt, habe die Kommission keinen Überblick über den Handel mit tierischen Abfällen mit Nicht-EU-Staaten, so foodwatch. Die Gefahr, dass exportiertes Tiermehl in diesen Staaten zur Herstellung von Lebensmitteln verwendet werde und diese dann wiederum in die EU geliefert würden, sei nicht auszuschließen. Für den morgigen Tag hat die europäische Kommission (Arbeitsgruppe „Tierische Nebenprodukte“) eine Sondersitzung einberufen, um über die illegalen Exporte von Tiermehlen aus Mitgliedsstaaten in Drittländer zu beraten. Spitzenreiter ist Spanien, das seinen Export von Tiermehl 2006 mit 140.000 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdreifacht hat und gleichzeitig Hauptexporteur nach Vietnam und Indonesien war.

„Die Fleischwirtschaft, darunter Europas größter Fleischkonzern Vion, entsorgt ihren Abfall ohne Hemmungen in arme Länder und macht dabei außerordentliche Profite“, sagte Wolfschmidt. foodwatch fordert Bundesverbraucherminister Horst Seehofer auf, während der gegenwärtigen EU-Ratspräsidentschaft die strengen Regeln für die Verbringung gefährlicher Industrieabfälle auch für tierische Abfälle durchzusetzen. Der Export dürfe nur in OECD-Länder erlaubt werden.

foodwatch hatte auf einer Pressekonferenz am 21.02.2007 aufgedeckt, dass Tiermehl mit Billigung deutscher Behörden illegal in Drittländer verbracht wurde. Die Verbraucherrechtsorganisation erstattete Strafanzeige gegen Kreisämter in Niedersachsen sowie die VION-Tochter SNP, die zur PHW („Wiesenhof“) gehörende Gepro und den Düngemittelhändler Beckmann. Deutsche Behörden hatten daraufhin die Exporte gestoppt und zugegeben, dass fälschlicherweise in 22 Länder Tiermehle geliefert worden waren. Die Verbraucherorganisation hat im Internet unter www.foodwatch.de eine Aktion zum Thema gestartet, bei der jeder mitmachen kann. Bislang haben schon über 2.400 Bürger gegen den unkontrollierten Handel mit tierischen Abfällen protestiert.

Greenpeace siegt über Piratenfischer

Greenpeace ist nach
einer langen Protestaktion im Hafen von Las Palmas/Gran Canaria ein
bedeutender Schlag gegen die illegale Fischerei gelungen.

Fast 150
Stunden haben Greenpeace-Aktivisten, darunter ein Umweltschützer aus
Hamburg, auf den Masten und Kränen des Kühlschiffes „Binar 4“
ausgeharrt, das illegal gefangenen Fisch geladen hat – gestern Abend
erklärten die spanischen Behörden nach einer Woche endlich, die rund
200 Tonnen Fisch zu beschlagnahmen. Die „Binar 4“ hatte den vor der
Küste von Guinea/Westafrika gefangenen Fisch vor einer Woche nach Las
Palmas transportiert, dem Hauptumschlagplatz für illegale Fänge aus
der Region auch für den europäischen Markt. Greenpeace hatte den
Frachter mit ihrem Aktionsschiff „Esperanza“ über 1200 Seemeilen
verfolgt.

„Wir sind froh, dass die spanischen Behörden endlich etwas gegen
die Piratenfischerei unternehmen“, sagt Thilo Maack, Meeresbiologe
von Greenpeace. „In Las Palmas wird unter den Augen der Behörden
EU-Recht gebrochen. Wir erwarten, dass die Behörden ab jetzt gegen
die Einfuhr und den Verkauf illegaler Fänge in Las Palmas vorgehen.“

Der Fisch stammt hauptsächlich aus den westafrikanischen
Küstengewässern. Die Piratenfischer verladen die Ware noch auf Hoher
See auf Transportschiffe, um so die Herkunft des Fangs zu
verschleiern. Dabei nutzen die Piratenfischer die mangelhafte
Überwachung der Hoheitsgewässer der ärmsten Länder der Welt, in
diesem Fall von Guinea.

Die „Esperanza“ hat während der vergangenen vier Wochen vor der
westafrikanischen Küste zusammen mit Vertretern der Behörden Guineas
Fischtrawler überwacht. Insgesamt wurden über 100 Schiffe überprüft.
Vermutlich sind mehr als die Hälfte von ihnen in illegale Praktiken
verwickelt. Auch die „Binar 4“ zählt dazu. Unerlaubt hat sie etwa
11.000 Kisten mit Fisch auf Hoher See übernommen.

Die Patrouillenfahrt der „Esperanza“ vor der Küste Westafrikas ist
Teil der „SOS-Weltmeer“-Tour von Greenpeace. Über ein Jahr lang ist
das größte Aktionsschiff der Umweltschützer rund um die Welt
unterwegs. Während der Tour deckt die Esperanza Umweltverbrechen auf
und dokumentiert die Schönheit der Ozeane. Zuletzt war das Schiff in
der Antarktis aktiv und rettete Wale vor japanischen Harpunen.

Internet: www.greenpeace.de

Neue Broschüre hilft durch den Schlankheitsmitteldschungel

Abspecken tut oft nur das Geldbörsel – Vorsicht vor Versandprodukten
Der Markt ist überschwemmt mit Schlankheitsmitteln – bloß meist ist nur das Geld und nicht der Speck weg. Das zeigt eine neue Broschüre „Wundermittel gegen Übergewicht“, in der die AK über 50 Schlankheitshilfen bewertet hat. Einige wenige wirken unterstützend, die meisten sind nutzlos, einige sogar gefährlich. „In Inseraten hingegen wird das Blaue vom Himmel versprochen“, kritisiert AK Ernährungsexpertin Petra Lehner, „abnehmen tut nur das Geldbörsel.“ KonsumentInnen sollten auch unbedingt die Finger von Versandprodukten lassen. Sie erfahren so gut wie nie, mit wem sie es zu tun haben. „Geld zurück, wie häufig garantiert, ist nicht durchsetzbar, weil Postfächer nicht geklagt werden können“, so Lehner.

Die AK Konsumentenschützer haben im Frühjahr über 50 der derzeit angebotenen Schlankhilfen genauer unter die Lupe genommen. Die Palette reicht von verschreibungspflichtigen Medikamenten über Nahrungsergänzungen und Magnetpflaster bis hin zu Schlankheitshosen oder –schlapfen. Ernüchterndes Ergebnis: In keinem Fall purzeln die Kilos einfach so, wie in den Inseraten versprochen wird. Einige wenige Produkte können beim Abnehmen unterstützen, die meisten sind völlig nutzlos. Und manche Mittel reißen die Kilos wirklich runter – aber mehr Wasser als Speck und auch nur dann, wenn man sich an die wichtigste Regel hält: hungern. Lehner rät zur Vorsicht: „Nach Crashdiäten können Verbraucher oft einige Wochen später dicker sein als vorher.“

KonsumentInnen sollten bei Versandprodukten achtsam sein, vor allem, wenn nur eine Telefonnummer oder ein Postfach angegeben ist. Mit Schadenersatzforderungen bleiben sie im Regen stehen. „Für die Geld-zurück-Garantie müsste die Anbieterfirma gefunden werden, was fast unmöglich ist“, betont Lehner. „Die Anbieter wissen genau, dass man Postfächer nicht klagen kann“, so die AK Expertin, „hier schützt der Datenschutz die falschen.“ Und andererseits müssten VerbraucherInnen auch beweisen, dass sie alle Auflagen eingehalten und trotzdem nicht abgenommen haben. Außerdem sind viele Mit-tel illegal am Markt, da auch Melde- und Kennzeichnungsregeln ignoriert werden. Schlankmachende Werbung ist nur zulässig, wenn sie stimmt. Und das trifft meist nicht zu.

Appetitzügler, Abführmittel oder Entwässerungspillen sind nur unter ärztlicher Aufsicht und dann nur für kurze Zeit ratsam. „Bei falscher Anwendung drohen schwere Nebenwirkungen“, warnt Lehner. Auch Fettabsaugungen sind gefährlich und für Menschen mit moderatem Übergewicht ungeeignet. „Und die harmloseren Mittel wie Schwitzhoserl, Schlankschlapfen oder Hypnose-CD’s sind bestenfalls ein guter Scherz“, beanstandet Lehner, „doch beim Blick auf den Preis kann einem das Lachen vergehen.“

SERVICE: Die AK Broschüre ist kostenlos zu bestellen: Bestelltelefon: 01 501 65 401; per e-mail: bestellservice@akwien.at.