Kleine Weinernte in Europa zu erwarten

Nachdem die Weinerzeuger hierzulande zum Start der Hauptweinlese eine durchschnittliche Erntemenge von rund neun Millionen Hektolitern erwarten, zeichnen sich nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) für den Großteil der übrigen europäischen Weinbaunationen in diesem Jahr zum teil sehr deutliche Ernterückgänge ab.

So rechnet man etwa in Frankreich aufgrund von ungünstigen Witterungsverhältnissen mit einer um 16 Prozent verringerten Weinmosternte als 2011. Ebenso geht man in den beiden anderen großen europäischen Weinbauländern Italien und Spanien im Vergleich zum Vorjahr von einem zwölf- bzw. fünfprozentigen Mengen¬rückgang aus. Darüber hinaus wird derzeit auch in Österreich, Ungarn, Bulgarien und Luxemburg jeweils ein

Europaweite Erntemenge 2012, Erste Schätzung, September 2012Minus von über 20 Prozent gegenüber 2011 prognostiziert. Ein leichtes Mengenplus von fünf Prozent erwarten lediglich die portugiesischen Weinerzeuger.

Somit ist davon auszugehen, dass die EU-Weinmosternte 2012 weder das Fünfjahresmittel von 173 Millionen Hektolitern noch die Vorjahreserntemenge von 164 Millionen Hektolitern erreichen wird.

Weinkonsum weltweit gestiegen

Im vergangenen Jahr wurden weltweit 244 Millionen Hektoliter Wein konsumiert, was einem Anstieg von rund drei Millionen Hektolitern gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies teilte das Deutsche Weininstitut (DWI) auf Basis der jüngsten Daten der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) mit.

Danach wurde 2011 in Frankreich mit 29,9 Millionen Hektolitern am meisten Wein getrunken, gefolgt von den USA (28,5 Mio. hl) und Italien (23,1 Mio. hl). Deutschland steht mit einem Wein- und Sektkonsum von 20 Millionen Hektolitern an vierter Stelle der weltweit größten Weinkonsummärkte.

Die globale Weinproduktion lag 2011 bei 265 Millionen Hektolitern und damit deutlich unter dem fünfjährigen Mittel von 271 Millionen Hektolitern.

Wie das DWI weiter mitteilt, hat laut OIV die weltweite Rebfläche im vergangenen Jahr mit 7,585 Millionen Hektar den tiefsten Stand seit zehn Jahren erreicht. 57 Prozent aller Reben wachsen in Europa, 22 Prozent in Asien und 21 Prozent in den USA und auf der Südhalbkugel.

Weinkonsum weltweit gestiegen (Quelle: OIV / DWI)Von den insgesamt 69 Millionen Tonnen Trauben, die im vergangenen Jahr geerntet wurden, wird mit rund 35 Millionen Tonnen nur etwas mehr als die Hälfte für die Weinerzeugung verwendet. Der übrige Teil wird als Tafeltrauben (22 Mio. t) und Rosinen verzehrt (1,2 Mio. t.) oder findet andere Verwendungen.

Der globale Weinhandel nimmt seit Jahren stetig zu. So sind die weltweiten Weinexporte von 60 Millionen Hektolitern im Jahr 2000 auf mittlerweile 99 Millionen Hektoliter angestiegen. Die höchste Exportrate hat Italien (24,2 Mio. hl) gefolgt von Spanien (22,3 Mio. hl), Frankreich (14,1 Mio. hl) und Chile (6,6 Mio. hl). Der Export deutscher Weine belief sich im vergangenen Jahr auf rund 1,5 Millionen Hektoliter, im Wert von 349 Millionen Euro.

Trockene Weine weiter im Trend

Impressionen Weißwein
Die Deutschen bevorzugen zunehmend trockene Weine. Seit dem Jahr 2000 ist der Anteil der trockenen Qualitäts- und Prädikatsweine von 34 auf 41 Prozent gestiegen. Die Weine der halbtrockenen Geschmacksrichtung nahmen im gleichen Zeitraum leicht von 21 auf 23 Prozent zu. Dies teilte das Deutsche Weininstitut (DWI) nach Angaben der Qualitätsweinprüfstellen aus den 13 deutschen Anbaugebieten mit.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr hierzulande 133.000 verschiedene Weine mit einem Gesamtvolumen von 7,5 Mio. Hektolitern qualitätsgeprüft. Sie unterteilen sich in 89 Prozent Qualitätswein und elf Prozent Prädikatswein. Der Weißweinanteil belief sich 2011 auf 59 Prozent, die Rotweine machten 31 Prozent der Qualitäts- und Prädikatsweinproduktion aus. Die verbleibenden elf Prozent kamen als Roséwein auf den Markt.

Im langjährigen Schnitt durchlaufen jährlich 8,1 Mio. Hektoliter die Qualitätsweinprüfung. Das entspricht etwa 1,1 Mrd. 0,75 l Flaschen Wein pro Jahr oder 84 % der jährlichen Weinerzeugung. Die restlichen 16 % der durchschnittlichen Weinproduktion eines Jahres werden nicht qualitätsgeprüft. Sie wird beispielsweise als Landwein vermarktet oder für die Sektbereitung verwendet.

Im Vergleich zum Vorjahr ging die qualitätsgeprüfte Weinmenge um 0,5 Mio. Hektoliter zurück, was auf die unterdurchschnittliche Erntemenge des Weinjahrgangs 2010 zurückzuführen ist. Denn mit sieben Millionen Hektolitern war die 2010er Weinernte hierzulande so klein, wie zuletzt vor 30 Jahren. „Dass die qualitätsgeprüften Weinmengen im vergangenen Jahr nicht noch deutlicher schrumpften, liegt zum einen daran, dass die Erzeuger auf die Weinvorräte aus dem Vorjahr zurückgegriffen haben. Zum Anderen wurden außergewöhnlich viele Weine des neuen Jahrgangs bereits 2011 qualitätsgeprüft um die stabile Nachfrage nach heimischen Weinen bestmöglich zu befriedigen“, erläutert DWI-Geschäftsführerin Monika Reule.

Der Vermarktung von Qualitäts- und Prädikatsweinen ist in Deutschland eine sensorische, analytische und bezeichnungsrechtliche Prüfung vorgeschaltet. Erst wenn alle erforderlichen Bedingungen erfüllt sind, erhält ein Wein die amtliche Prüfnummer und darf offiziell als Qualitätswein oder Prädikatswein in Verkehr gebracht werden. Die sogenannte „AP-Nummer“ ist auf dem Etikett angeben. Die letzten beiden Ziffern geben Auskunft über das Jahr, in dem ein Wein qualtitätsgeprüft wurde.

2009 „ein ganz großer Weinjahrgang“

2009 „ein ganz großer Weinjahrgang“

Nach einem Jahr mit nahezu perfekten Witterungsbedingungen sind die Winzer in allen 13 deutschen Anbaugebieten mit den Weinqualitäten überaus zufrieden. „Dieser Jahrgang wird als ganz großer in die Geschichte eingehen“, prognostizierte der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes, Norbert Weber.

„Selten haben wir so aromatische, kerngesunde und vollreife Trauben gelesen, wie in diesem Jahr“, erläuterte der Verbandspräsident. Viele Betriebe wurden in diesem Jahr zudem auch mit Beeren- und Trockenbeerenauslesen bei Mostgewichten von weit über 150 Grad Oechsle belohnt.

Allerdings liegen die Erträge nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) mit voraussichtlich etwa 8,8 Millionen Hektolitern bundesweit rund zehn bis fünfzehn Prozent unter dem des Vorjahres sowie des fünfjährigen Mittels. In einigen Anbau­gebieten wie etwa dem Rheingau, Mittelrhein oder an der Nahe wird sogar mit Mindererträgen von über 20 % gerechnet. Die Erzeuger in Franken hatten dagegen keine und in der Pfalz nur vergleichsweise geringe Ertrags­rückgänge von sechs Prozent. Die geringeren Erntemengen sind auf eine ungleichmäßige Blüte sowie den sonnigen aber auch trockenen Spätsommer zurück­zuführen. In den ost­deutschen Anbaugebieten Sachsen und Saale-Unstrut haben sich zudem die starken Winterfröste ertrags­reduzierend ausgewirkt, so dass dort im Vergleich zu 2008 nur rund die Hälfte geerntet werden konnte. Hier ein Blick in die Anbaugebiete.

Weinbaupräsident Weber rechnet abgesehen von einzelbetrieblichen Preisanpassungen trotz der unterdurchschnittlichen Erntemenge mit weitgehend stabilen Weinpreisen. Die Menge sei durchaus marktgerecht. Europaweit würde nach ersten Schätzungen eine Weinmosternte auf Vorjahresniveau von etwa 173 Millionen Hektolitern erwartet. Von daher sei aus dem europäischen Ausland kein übermäßiger Marktdruck zu erwarten. Die europäischen Ernteschätzungen.

Für DWI-Geschäftsführerin Monika Reule bietet der Jahrgang 2009 hierzulande den Weinfreunden ein außergewöhnlich gutes Preis-Genuss-Verhältnis: „Es gibt vom 2009er aus allen deutschen Anbaugebieten viel Wein fürs Geld. Denn viele potenzielle Spät- und Auslesen werden aus vermarktungs­technischen Gründen als Qualitätswein angeboten“, erklärte Reule. Sie erwartet in diesem Jahr ausgesprochen fruchtbetonte, gehaltvolle und sehr gut ausbalancierte Weißweine. Außerdem könnten sich die Verbraucher auf kraftvolle, farbintensive und samtige Rotweine freuen. Es bleibt abzuwarten, ob 2009 noch mit Eisweinen gekrönt werden kann. Der gute Reife- und Gesundheitszustand der Trauben bietet beste Voraussetzungen dafür.

Reule ist sich sicher, dass der Jahrgang 2009 auch international große Beachtung finden wird. „Neben den tollen Rieslingen und Burgundern dürften besonders die außergewöhnlichen Rotweinqualitäten für Überraschung sorgen, denn im Ausland ist es noch nicht sehr bekannt, dass hierzulande auf rund einem Drittel der Rebfläche Rotwein angebaut wird und Deutschland der drittgrößte Spät­burgunder­produzent der Welt ist“, erklärte die DWI-Chefin.

2007er Weine sind spitze

Zum Abschluss der diesjährigen Weinlese zeigen sich die Winzer in den 13 deutschen Weinbaugebieten rundum zufrieden. „In diesem Jahr hat alles gepasst, wir haben einen Jahrgang nach Maß im Keller“, freute sich der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes, Norbert Weber und ergänzte: „Nicht nur die Qualitäten sind in diesem Jahr überdurchschnittlich. Auch die eingebrachten Weinmengen sind mit voraussichtlich 10,5 – 11 Mio. Hektolitern sehr erfreulich, sodass wir die gestiegene Nachfrage nach deutschen Weinen im In- und Ausland besser bedienen können als im letzten Jahr.“

Nach dem jetzigen Stand liegt die diesjährige Weinmosternte 8% über dem langjährigen Mittel und deutlich über den Erträgen der beiden Vorjahre von nur 9,1 Mio. Hektolitern. Hier geht’s zur vorläufigen Prognose der zu erwartenden Erntemengen.

Optimale Witterungsbedingungen zur Lese

Die Winzer hatten 2007 die entspannteste Lese seit langem, denn die Witterung und der gute Gesundheitszustand der Trauben ließen es zu, je nach Rebsorte den idealen Reife- und Lesezeitpunkt abzuwarten. Außerdem hatten die Trauben eine der längsten Reifephasen aller Zeiten, denn durch die extrem frühe Blüte setzte die Traubenentwicklung bereits Ende Mai ein. Entsprechend intensiv sind die sortentypischen Aromen in den Trauben ausgeprägt, was insbesondere den spät reifenden Sorten Riesling und Spätburgunder zugute kommt. Im Rotweinbereich führte die lange Reifezeit zu qualitativ sehr hochwertigem Lesegut mit ausgereiften Tanninen, das gehaltvolle und samtige Rotweine verspricht.

Die gleichzeitig gute Wasserversorgung hat viele Mineralstoffe im Boden gelöst, die von den Reben aufgenommen werden konnten. Dadurch sind sehr extraktreiche Weine zu erwarten, die zudem das Terroir, also den Einfluss der Lage, sehr gut zum Ausdruck bringen.
„Wir erwarten von dem 2007er Jahrgang hervorragende Weine in allen Qualitätsbereichen, vom unkomplizierten Alltagswein bis hin zu langlebigen Spitzenweinen, mit einer feinen Balance von Reife und Fruchtsäure“, erläuterte Norbert Weber und prognostizierte: „Diese Weine werden national und international große Beachtung finden.“

Die ersten Weine des neuen Jahrgangs sind bereits auf dem Markt. Ungewöhnlich früh wurde am 24. September in der Pfalz der erste Müller-Thurgau qualitätsgeprüft. Von Seiten des Weinhandels ist derzeit eine gute Nachfrage insbesondere nach Riesling und anderen Weißweinen festzustellen, die problemlos befriedigt werden kann.
Norbert Weber rechnet für die Weine des aktuellen Jahrgangs mit weitgehend stabilen Preisen: „Aufgrund relativ stark gestiegener Nebenkosten in der Produktion sind leichte Preisanpassungen jedoch notwendig.“

Trauben für Eisweinbereitung hängen noch

Die gute Ertragslage hat bei vielen Winzern die Bereitschaft Trauben für eine eventuelle Eisweinlese hängen zu lassen erhöht. Es bleibt abzuwarten, ob der 2007er Jahrgang noch mit dieser Spezialität gekrönt werden kann. Im vergangenen Jahr ist die Eisweinlese so gut wie ausgefallen.

1 284 Brauereien im Jahr 2006 in Deutschland

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, gab es
im Jahr 2006 in Deutschland 1 284 Brauereien. Ungefähr die Hälfte der
Brauereien (618) befand sich in Bayern. Mehr als 100 Brauereien
hatten außerdem in Baden-Württemberg (180 Brauereien) und
Nordrhein-Westfalen (112) ihren Sitz.

Seit Mitte der 90er Jahre ist die Zahl der Brauereien weitgehend
konstant geblieben (1996 gab es 1 276 Brauereien). Allerdings stieg
die Zahl der kleinen Brauereien mit bis zu 5 000 Hektoliter
Jahreserzeugung, zu denen auch die Gaststättenbrauereien zählen, von
671 Brauereien 1996 auf 816 im Jahr 2006 (+ 21,6%).

Dagegen sank die
Zahl der Brauereien mit einer Jahreserzeugung von 5 000 Hektoliter
bis 500 000 Hektoliter deutlich um 23,7% von 552 im Jahr 1996 auf 421
im Jahr 2006. Bei den Großbrauereien mit mehr als 500 000 Hektolitern
gab es einen Rückgang um 11,3% (53 im Jahr 1996, 47 im Jahr 2006).

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Weinjahrgang 2006 überzeugt mit Frucht und Fülle

Die Traubenreife war dank der überdurchschnittlich hohen Sonnenscheinstunden des Jahres sehr gut. Dementsprechend sind die 2006er insgesamt qualitativ hochwertig und gehaltvoll ausgefallen. Die Aromen der jungen Weine werden ebenfalls von der reifen Frucht geprägt. Die ausreichenden Niederschläge des vergangenen Jahres haben zudem für eine gute Nährstoffversorgung der Reben geführt, wodurch sich die Weine sehr extrakt- und mineralstoffreich präsentieren. Diese Fülle wird insbesondere bei den Weißweinen von einer frischen Fruchtsäure begleitet, was die 2006er zu einem angenehmen Trinkgenuss macht.

Die Rotweine reifen derzeit noch überwiegend in den Fässern. Sie scheinen aber, so die erste Einschätzung der Kellermeiste, in diesem Jahr wieder sehr gut gelungen zu sein. Die Trauben von Spätburgunder, Dornfelder & Co. haben aufgrund ihrer robusteren Art den teils widrigen Witterungsbedingungen im Herbst getrotzt. Dank der guten Traubenreife sind sie vollmundig, füllig und farbkräftig ausfallen und bringen so alle Voraussetzungen von international konkurrenzfähigen Rotweinen mit.

Geringe Erntemengen lassen Spitzenweine rar werden
Die vergleichsweise geringe Erntemenge des Weinjahrgangs 2006 von bundesweit nur rund 8,9 Mio. Hektolitern liegt deutlich unter dem langjährigen Mittel von 9,7 Mio. Hektolitern. Da auch die Vorjahresernte nur bei 9,1 Mio. hl. lag und die deutschen Weine zudem im In- und Ausland stärker nachgefragt werden, sind bei vielen Betrieben insbesondere im Spitzenweinbereich die Mengen mittlerweile knapp, erläutert das DWI.

Eisweinlese fällt aus
Wegen des milden Winters konnten bis auf wenige Ausnahmen wie beispielsweise in Sachsen bis dato noch kaum Eisweine gelesen werden. Denn mindestens minus sieben Grad Celsius sind nötig, um diese Spezialität zu ernten. Die Freunde edelsüßer Weine können statt dessen auf Beeren- oder Trockenbeerenauslesen zurückgreifen, die in diesem Jahr mit sehr hohen Mostgewichten und in ausreichenden Mengen gelesen wurden. Die Hoffnung auf einen 2006er Eiswein haben die meisten Winzer mittlerweile aufgegeben. Dies zeigt wieder einmal, wie besonders und wertvoll diese edlen Tropfen sind.

Das Weinjahr 2006 – Ein Blick in die Anbaugebiete

An der Ahr erreicht der aktuelle Jahrgang mit sehr hohen Mostgewichten fast die Reife des Jahrgangs 2003. Oechslegrade über 100° sind beim Spätburgunder keine Seltenheit. Selbst Müller-Thurgau lag bei durchschnittlich 75° Oechsle. An der Ahr regnete es weniger als im Süden. Die Lese begann mit dem Frühburgunder zeitig im September und war Mitte Oktober im Wesentlichen beendet. Reifes Lesegut geht einher mit moderaten Säurewerten. Bei einem guten Ertrag von ca. 44.000 Hektolitern ist man an der Ahr mit den Mengen und Qualitäten sehr zufrieden.

Innerhalb von drei bis vier Wochen wurde in Baden die Mitte September begonnene Weinlese vollzogen. Für die badischen Winzer war es ein sehr arbeitsintensiver Herbst, bei der die selektive Lese oberste Priorität hatte. Dementsprechend musste die Mengenerwartung nach unten korrigiert werden. So wird nur noch mit einem Ertrag von 1,1 Mio. hl gerechnet, ca. 12 Prozent weniger als im Vorjahr. Aufgrund geringerer Niederschläge war die Situation in dem nordbadischen Weinbaubereich Tauberfranken etwas einfacher. Der Prädikatsweinanteil wird in Baden etwa 40 % betragen. Die Jungweine besitzen eine schöne Säurestruktur und eine feine Fruchtaromatik, besonders gelungen scheinen die weißen und roten Burgunderweine.

Nach zügiger Arbeit war in Franken die Weinlese am 20. Oktober so gut wie abgeschlossen. Mit Elan reagierten die Winzer auf die starken Niederschläge vom 3. Oktober um die Traubenqualität zu sichern. Vorher hatte es in Franken vergleichsweise wenig geregnet. Frühe Sorten wie Müller-Thurgau oder Bacchus wurden bereits vor dem Feiertag eingebracht, besonders der Riesling musste danach rasch abgeerntet werden. Die Mostgewichte lagen mit Werten über 90° Oechsle sehr hoch und ließen fast durchweg eine Einstufung der Ernte im Prädikatsweinbereich zu. So kann von einem qualitativ sehr guten bis großen Jahrgang gesprochen werden, der auch mengenmäßig mit einem Ertrag etwa von 470.000 hl zufrieden stellt. Den Verbraucher erwarten körperreiche Weine mit einer ausgeprägten Säure und einem faszinierenden Aromenspiel.

Bereits zu Lesebeginn Mitte September ernteten Winzer der Hessischen Bergstraße eine Müller-Thurgau Trockenbeerenauslese mit 304° Oechsle! Ein Indikator für die in diesem Herbst durchgängig sehr guten Mostgewichte. Beim Riesling liegen diese über 90° Oechsle, beim Spätburgunder noch höher. Wie bereits im Vorjahr fällt die Erntemenge mit etwa 30.000 hl relativ gering aus. Die Weißweine werden sich nach dem Weinausbau extraktreich und mineralisch, die Rotweine füllig und kräftig präsentieren.

Die Rieslinge aus den Steillagen des Mittelrheins weisen in diesem Jahr überragende Mostgewichte von mitunter 100° Oechsle auf. In der Säure liegen die Rieslinge etwas unter dem Niveau des Vorjahres, der gewünschte Weinsäureanteil ist sehr ansprechend. Auch bei den anderen Rebsorten sind die Mostgewichte überdurchschnittlich. Die Erntemenge übertrifft mit geschätzten 35.000 hl den sehr bescheidenen Ertrag des letzten Jahres um ca. 10.000 hl.

Die wechselhafte Witterung des Herbstes 2006 machte es den Winzern an Mosel-Saar-Ruwer nicht leicht. Feucht-warmes Wetter begünstigte die Reifeentwicklung der Trauben und führte gleichzeitig zum frühen Beginn der Traubenlese. Dementsprechend startete die Riesling-Ernte bereits Anfang Oktober. Steillagenweinbau und selektive Lese von Hand erweisen sich für den Jahrgang 2006 als ausschlaggebende Instrumente zur Erzeugung hochwertiger Weine. Die Mostgewichte des Rieslings lagen meist bei 90 bis 100° Oechsle, wobei auch zahlreiche edelsüße Spezialitäten geerntet werden konnten. Aufgrund der guten Wasserversorgung erwartet man sehr mineralische Weine mit moderaten Fruchtsäurewerten. Die anfangs höher eingeschätzte Erntemenge schrumpfte deutlich auf etwa 850.000 Hektoliter und bewegt sich somit um das Vorjahresniveau.

Alles andere als einen ruhigen Herbst hatten auch die Winzer an der Nahe. Die Niederschläge im September zwangen die Winzer zu einer zügigen Lese, die zum 20. Oktober abgeschlossen wurde. Die Trauben weisen eine hohe physiologische Reife auf: Mostgewichte von 100° Oechsle sind beim Riesling mehr als einmal anzutreffen. Erste Jungweine präsentieren sich kraftvoll und mit verhaltener Säure und schöner Frucht und vergleichsweise früh trinkreif. Das Ernteergebnis entspricht mit geschätzten 310.000 Hektolitern in etwa dem des letzten Jahres, mit etwas geringeren Durchschnittserträgen beim Riesling.

In Rekordzeit haben die Winzer in der Pfalz ihre Trauben in diesem Jahr eingebracht. Neben Unwetter bedingten Ertragsausfällen an der Mittelhaardt führte die selektive Lese zu einer weiter reduzierten Erntemenge. Sie wird mit ca. 2,1 Mio. hl deutlich unter dem Ertrag einer Durchschnittsernte liegen. Die Mostgewichte lagen für die Weißweine überwiegend im Prädikatsweinbereich, beim Rotwein überzeugte neben den Burgundern vor allem der Dornfelder – 80° Oechsle und mehr waren die Regel. Insgesamt wird die erzielte Qualität als gut bewertet und die zu erwartenden Weine werden als markant, fruchtig und frisch beschrieben.

Einen guten Jahrgang brachten auch die Winzer im Rheingau ein. Die durchschnittlichen Mostgewichte bei Riesling und Spätburgunder lagen über 90° Oechsle. Mehr als die Hälfte der Ernte fällt in die Kategorie Prädikatswein, auch Auslesen und Beerenauslesen wurden geerntet. Die Fruchtsäuregehalte liegen im mittleren Bereich und sollten harmonisch-frische Weine ergeben. Die Spätburgundertrauben haben die diesjährigen Witterungsverhältnisse etwas besser verkraftet als der Riesling. Die selektive Lese wurde unter Hochdruck durchgeführt und war nach nicht einmal vier Wochen zum 20. Oktober praktisch beendet. Die Erntemenge wird bei einem Hektarertrag von etwas über 80 hl/ha mit etwa 240.000 hl höher als im Vorjahr ausfallen.

Um ein Drittel kürzer als üblich war die Erntezeit auch in Rheinhessen, so dass Mitte Oktober die „Turbo-Lese“ nahezu beendet war. Die Betriebe arbeiteten seit Anfang Oktober teilweise rund um die Uhr. Die Mostgewichte lagen nach den sonnigen Septembertagen erfreulich hoch, beim Riesling bis zu 95° Oechsle. Das lässt extraktreiche, elegante Weine erwarten. Die Niederschläge Anfang Oktober machten auch in Rheinhessen eine arbeitsintensive selektive Lese erforderlich, die insbesondere bei den spätreifenden Sorten die prognostizierte Erntemenge reduzierte. Die etwas ertragreicheren Frühsorten werden diesen Minderertrag vermutlich ausgleichen, so dass eine Erntemenge von etwa 2,6 Mio. hl erwartet wird. Die Qualität des Leseguts wird als gut bewertet. Das Spektrum reicht von durchschnittlich bis exzellent. Man spricht von einem harmonisch ausgewogenen und fruchtigen Jahrgang. Besonders die Rotweine präsentieren sich aufgrund des gesunden und hochreifen Leseguts füllig und tiefrot.

An Saale-Unstrut konnten sich die Winzer über relativ günstige Wetterbedingungen freuen. Die Lese verlief wie überall recht zügig, aber nicht hektisch. Sie begann noch im September und war Mitte Oktober weitgehend beendet. Die Trauben überraschten mit sehr hohen Mostgewichten. Beim Silvaner wurden über 100° Oechsle erreicht. Auch die Säurewerte werden als ideal angesehen. Insgesamt präsentieren sich die Weine etwas reifer als die Jungweine des letzten Jahrgangs. Die voraussichtliche Erntemenge liegt mit geschätzten 46.000 Hektolitern rund 50 Prozent über dem bescheidenen Vorjahresertrag.

In Sachsen konnte einige Tage früher als üblich mit der Lese begonnen werden, da das sonnige Septemberwetter mit warmen Tagen und kühlen Nächten den Reifegrad der Trauben begünstigt hatte. Die Winzer in Deutschlands östlichstem Weinbaugebiet konnten sich über durchweg gesundes Lesegut freuen. Da es auch keine witterungsbedingten Ertragsausfälle gab, rechnen die Winzer mit einem guten Ertrag von etwa 20.000 Hektolitern. Die Reifegrade der Trauben liegen bei allen Sorten ebenfalls über denen des Vorjahres. Dementsprechend ist man in Sachsen sehr zufrieden und spricht von einem
hochqualitativen Jahrgang.

Gute Qualitäten, die zum Teil über denen des Vorjahres lagen, erzielten auch die Weingärtner in Württemberg. Spät- und Auslesen wurden sowohl bei den wichtigen Rotweinsorten wie auch beim Riesling eingebracht. Mit rund einer Million Hektoliter Weinmost erwarten die Württemberger rund zehn Prozent weniger Ertrag als 2005. Mengenverluste resultieren aus der Traubenselektion, die weitestgehend durch Handlese erfolgte. Lemberger und Trollinger waren bis zum 20. Oktober überwiegend gelesen. Trollinger lieferte hohe Mostgewichte von 80° Oechsle und gilt als ein Gewinner dieses Jahrgangs. Gerade bei den Rotweinen werden Topqualitäten erwartet. Aber auch die Weißweine präsentieren sich kraftvoll und fruchtbetont.

1 274 Brauereien im Jahr 2005 in Deutschland

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, gab es
im Jahr 2005 in Deutschland 1 274 Brauereien. Ungefähr die Hälfte der
Brauereien (623) befand sich in Bayern. Mehr als 100 Brauereien
hatten außerdem in Baden-Württemberg (170 Brauereien) und
Nordrhein-Westfalen (115) ihren Sitz.

Seit Mitte der 90er Jahre ist die Zahl der Brauereien weitgehend
konstant geblieben (1995 gab es 1 282 Brauereien). Allerdings stieg
die Zahl der kleinen Brauereien mit bis zu 5 000 Hektoliter
Jahreserzeugung, zu denen auch die Gaststättenbrauereien zählen, von
643 Brauereien 1995 auf 804 im Jahr 2005 (+ 25,0%). Dagegen sank die
Zahl der Brauereien mit einer Jahreserzeugung von 5 000 Hektoliter
bis 500 000 Hektoliter deutlich um 28% von 585 im Jahr 1995 auf 421
im Jahr 2005. Bei den Großbrauereien mit mehr als 500 000 Hektolitern
gab es ebenfalls einen Rückgang (54 im Jahr 1995, 49 im Jahr 2005).

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