„clever Kürbiskernöl“ aus dem Verkehr gezogen

„clever Kürbiskernöl“ aus dem Verkehr gezogen

In einer Charge des „clever Kürbiskernöls,
500 ml“, welches in den Handelsfirmen BILLA, MERKUR, ADEG und
SUTTERLÜTY gelistet ist, wurde laut einem Gutachten der Stoff
Benzoapyren nachgewiesen, welcher eine gesundheitsschädliche
Wirkung haben kann. Da vor einigen Wochen ein Lieferantenwechsel für
„clever Kürbiskernöl“ stattfand, war der Großteil der im Verkauf
befindlichen Ware nicht von der Beanstandung betroffen. Aus Gründen
der Sorgfalt wurde allerdings unverzüglich das gesamte „clever
Kürbiskernöl“ aus dem Verkehr gezogen.

„Unmittelbar nach Erhalt des Gutachtens haben wir sofort reagiert
und das Produkt aus dem Verkauf genommen. Durch eine Kassasperre
haben wir sichergestellt, dass keine betroffene Ware mehr in Umlauf
kommt“, erklärt Mag. Corinna Tinkler, Pressesprecherin und Leiterin
Unternehmenskommunikation der REWE International AG. KundInnen, die
das Produkt bereits erworben haben, können dieses ab sofort
österreichweit bei BILLA, MERKUR, ADEG und SUTTERLÜTY, auch ohne
Kassenbon, retournieren.

Friend of the Sea Tag in Köln

Wer nachhaltig Fisch isst, ist «Friend of the Sea»

Am 9. Oktober, einen Tag vor der ANUGA, trafen sich im Kölner Hilton Vertreter von Produzenten und Handelsfirmen der Seafood-Branche aus Deutschland, der Schweiz, Holland, Norwegen, Irland und Australien. Zum Treffen eingeladen hatte «Friend of the Sea» (FOS), das internationale führende Label für nachhaltige Fischerei und Aquakultur.

Pragmatisch, aber streng
FOS-Direktor Paolo Bray (Mailand) und Heinzpeter Studer (Winterthur), FOS-Delegierter für den deutschen Sprachraum, stellten* eingangs dar, was ihr Label will und leistet. Ziel von FOS ist es, mit pragmatischen, aber strengen Kriterien möglichst rasch möglichst viel Wirkung gegen die Überfischung der Meere zu erzielen. Die Befischung von überfischten Beständen wie z. B. Alaska-Seelachs wird unter dem FOS-Label ebensowenig zugelassen wie der Einsatz von zerstörerischen Grundschleppnetzen wie z. B. in der Fischerei auf Neuseeland-Hoki. Nur gezielte Fischereimethode sind zugelassen, welche den Beifang gefährdeter Arten ausschliessen und den Wegwurf auf unter 8 Prozent der Fangmenge begrenzen. Um dem Handel eine Alternative bei Fischarten zu geben, welche nicht mehr befischt werden sollen, zertifiziert FOS als einziges Fischereilabel auch Aquakulturen, welche sich über ein strenges Management- und Kontrollsystem bezüglich aller relevanten Faktoren wie Wasser, Abwasser, Entweichen von Fischen usw. ausweisen. Das Futter darf nur Fischmehl enthalten, welches aus Verarbeitungsabfällen oder aus nachhaltiger Fischerei stammt. Alle zertifizierten Firmen müssen zudem ihre CO2-Ausstoss reduzieren bzw. durch Abgaben kompensieren und die Kernkonventionen der Internationalen Arbeitsorganisation der UNO einhalten.

In kurzer Zeit zum Erfolg
Bewusst verzichtet FOS auf einen grossen Apparat und einen komplizierten und damit zeit- und kostenintensiven Ansatz. Ein flexibles System günstiger Labelgebühren ermöglicht auch kleinen Produzenten und Händlern ein Mittun. So konnte FOS, obschon erst vor vier Jahren gestartet, mengenmässig bereits die Führung aller Seafood-Labels übernehmen: Aus FOS-zertifizierter Produktion stammen 10 Mio. Tonnen Fänge von Speisefischen, 8 Mio. Tonnen Fänge von Fischen für die Gewinnung von Fischmehl und Fischöl sowie 0.5 Mio Tonnen Speisefische aus Aquakultur. Damit sind bereits 9 Prozent aller Speisefische und 24 Prozent aller Industriefische für FOS zertifiziert.

Praktische Beispiele
Am Kölner Treffen präsentierten* einige ausgewählte FOS-Produzenten ihre Arbeit. Die Noordzee Vissers, eine Gruppe von sechs holländischen Fischerfamilen, fangen Seezunge nicht wie üblich mit Grundschleppnetzen, welche den Meeresboden umpflügen und hohen Beifang verursachen, sondern mit schonend horizontal über den Boden ausgelegten Kiemennetzen. Norway Prawns fischt Eismeergarnelen in der Barentsee; sie setzt dabei leichte Grundschleppnetze auf ebenem Grund ein, welche mit einem Filter versehen sind, dank dem beigefangene Fische wieder entweichen können. Die deutsche Firma International Fish Farming Technology erstellt derzeit im Saarland eine Anlage zur Zucht von Salzwasserfischen, die dank geschlossenem Kreislaufsystem mit sehr wenig Frischwasser und ohne Antibiotika auskommen wird. Die südaustralische Firma Clean Seas züchtet Gelbschwanzmakrele und Adlerfisch und hat es als weltweit erste geschafft, Thunfische in Zucht zu vermehren. Das jüngste FOS-Zertifikat erhielt DKSH Switzerland in Köln für ihre im Süden Vietnams extensiv und ohne Futter gezüchteten Black Tiger Garnelen.

Deutschsprachiger Markt noch zögerlich
Während FOS-Produkte auf den Märkten Südeuropas und des angelsächsischen Raums präsent sind, hält sich der Handel im deutschsprachigen Raum noch zurück. Das ist insofern erstaunlich, als die meisten Handelsketten sich eine nachhaltige Beschaffung ihres Seafood-Sortiments zum Ziel gesetzt haben. Dieses Ziel wird freilich nur zu erreichen sein, wenn auch mit FOS eine Zusammenarbeit gesucht wird. Denn FOS bietet mit Abstand das breiteste Sortiment: Bereits sind zertifizierte Produkte von 74 Fischarten lieferbar, rund doppelt soviele wie alle andern Seafood-Labels zusammen.

Anders die Nummer 3 im Schweizer Detailhandel, die Warenhauskette Manor mit 33 Frischmärkten: Sie entschied sich im Herbst 2007, ihr gesamtes Sortiment auf FOS-zertifizierte Quellen umzustellen. Ein höchst anspruchsvolles Vorhaben, welches sowohl Manor wie FOS fordert. Mittlerweile generiert Manor bereits die Hälfte ihres Seafood-Umsatzes mit FOS-Produkten. Studer stellte die exklusive Entscheidung von Manor als besonderen Fall vor, der für viele Akteure im Handel in dieser Form kaum denkbar sei. FOS gehe es jedoch darum, den Handel bei der Beschaffung eines möglichst breiten nachhaltigen Sortiments mit zusätzlichen Alternativen zu unterstützen. In den regen Diskussionen während des Kölner Treffens entwarfen die Teilnehmer Strategien, um die Verbraucher direkt anzusprechen.

Frankreich auf der ProWein 2009

Frankreich auf der ProWein 2009
Französische Winzer zeigen Produkte mit Charakter und Esprit

Auf der Düsseldorfer ProWein (29. bis 31. März 2009) präsentieren mehr als 525 französische Winzer und Handelsfirmen ihre Weine und Spirituosen – ein neuer Rekord für das Weinland Frankreich. Im Messegepäck haben die Produzenten zahlreiche neue Ideen und Produkte, die Tradition und Innovation perfekt verbinden. Auf dem unter dem einladenden Motto „France Bon Appétit“ neu gestaltete „Espace France“ in Halle 5 (sowie in den Hallen 6 und 7a) befinden sich die meisten der ausstellenden französischen Winzer, Handelshäuser und Verbände.

Die Markenweinproduzenten sprechen mit ihren Kollektionen häufig junge, weltoffene und genussfreudige Konsumenten an. Für Frankreich durchaus ein Novum sind die fetzigen, englischen Bezeichnungen, nicht selten mit sprachlichern Witz, wie „Queen of Syrah“ (Cave de Tain) oder „Vinity Case“ (Vignerons de Buzet). Die Etiketten suggerieren Trinkanlässe und emotionale Kontexte, wie „Code Séduction“ (Vignerons de Cers Portigagnes) oder „Do you want a French kiss?“ (Bordeaux von McConsultant).

Immer mehr Erzeuger setzen auf unkonventionelle Verpackungen. Neuartig gestylte Bag-in-Box-Verpackungen (BiB), edel wirkende Tetra-Paks, Dosen und sogar PET-Flaschen treten in Konkurrenz mit der traditionellen Glasflasche.

An den Erfolg der Rebsortenweine aus Frankreich knüpfen neue Vertreter aus seltenen Rebsorten an: Viognier (Louis Latour) oder Roussanne (Domaine Saint-Justin). Trend Bio: Die nach ökologischen Kriterien bewirtschafte Rebfläche hat sich im vergangenen Jahrzehnt auf 22.507 Hektar vervierfacht. Ob Bio-Crémant (Caves Louis de Grenelle) oder Bio-Beaujolais (Alliance des Vignerons du Beaujolais) – für jeden Geschmack bieten die französischen Erzeuger einen passenden Öko-Tropfen.

Spirituosen und aromatisierte Getränke auf Weinbasis sind ein spannendes Feld für Entdecker, etwa ein Rotwein mit Ahornsirup (Château d’Anglès) oder ein pikanter Caramel-Sahne-Likör, der mit Fleur de Sel verfeinert wurde (Lecomte-Blaise).