Glutenfreie Ernährung

Nachdem in Deutschland glutenfreie Ernährung im Mainstream angekommen ist, richten nun viele deutsche Hersteller ihre Aufmerksamkeit auf getreidefreie Produkte. Laut einer neuen Untersuchung der Marktforschungsagentur Mintel hat sich dieser Trend bei Mehlprodukten besonders verdeutlicht: so hat sich in diesem Bereich die Anzahl neuer getreidefreier Produkte im vergangenen Jahr in Deutschland mehr als verdoppelt. Getreidefreies Mehl machte im Jahr 2015 23 % aller neuen Mehlprodukte aus – im Jahr 2014 waren es noch lediglich 10 %.

Auch bei Brot- und Backwaren sind getreidefreie Produkte laut der Mintel-Untersuchung eine zunehmend beliebte Option; in dieser Kategorie haben im Jahr 2015 neu eingeführte Produkte ohne Getreideanteil von 6 % im Jahr 2011 auf 9 % aller neuen Brot- und Backwaren in Deutschland zugenommen.

Gegenwärtig sind die Werbeversprechen, die betonen, dass bestimmte Inhaltsstoffe nicht enthalten sind, in Deutschland sehr beliebt, was wiederum für die weitere Verbreitung des Trends in Richtung „getreidefrei“ spricht. Einer von zehn (10 %) Deutschen zwischen 25 und 34 Jahren gibt an, in den vergangenen sechs Monaten vor April 2015 glutenfreies Brot gegessen zu haben, während nun durchschnittlich 7 % der Deutschen aussagen, sich glutenfrei zu ernähren – bei Verbrauchern im Alter zwischen 16 und 24 Jahren sind es sogar 11 %.

Obwohl der deutsche Markt für verpacktes Brot und Brotprodukte nach Großbritannien immer noch der größte in Europa ist, ist er seit Jahren rückläufig. Gemäß Marktprognosen von Mintel konsumierte der durchschnittliche Deutsche im Jahr 2015 11,7 kg an Brot und Brotprodukten; im Jahr 2008 lag diese Zahl noch bei insgesamt 14,2 kg. Außerdem wird der Umsatz für verpacktes Brot und Brotprodukte Erwartungen zufolge erstmals unter die 2-Milliarden-Euro-Marke fallen, von 2,04 Mrd. Euro im Jahr 2014 auf 1,99 Mrd. Euro im Jahr 2018.

Katya Witham, Senior Food and Drink Analyst bei Mintel, sagte:
„Der wachsende Markt für glutenfreie Produkte und das zunehmende Gesundheitsbewusstsein unter Verbrauchern ebnen den Weg für getreidefreie Innovationen. Da Mehl ohne Getreide in der Regel einen höheren Proteinanteil hat als Weizenmehl, könnte dies wesentlich dazu beitragen, dass sich Verbraucher, die sich proteinreich und kohlenhydratarm ernähren, von diesem Werbeversprechen angesprochen fühlen.“

Proteinreiche Ernährungsweisen scheinen in Deutschland beliebt zu sein, was vielversprechend für getreidefreie Produkte ist. Laut einer Mintel-Untersuchung gibt ein Viertel (25 %) der Deutschen an, mehr Eiweiß in ihre Ernährung zu integrieren als noch vor einem Jahr; unter den Verbrauchern zwischen 16 und 24 Jahren sind das sogar 42 %. Außerdem gibt einer von fünf (20 %) Deutschen an, weniger Kohlenhydrate zu essen oder Kohlenhydrate zu meiden; bei den Verbrauchern im Alter zwischen 16 und 24 Jahren steigt der Prozentsatz auf 23 % an.

In Sachen Inhaltsstoffe für getreidefreie Mehlsorten scheinen Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen oder Sojabohnen die am häufigsten verwendeten Inhaltsstoffe für getreidefreies Mehl zu sein; derzeit stehen sie hinter zwei Dritteln (67 %) aller neuen getreidefreien Produkteinführungen des Jahres 2015.
Während Hersteller auf eine steigende Nachfrage nach pflanzenbasierten Lebensmitteln und neuartigen Proteinquellen reagieren, ist Lupinenmehl ein weiterer Inhaltsstoff, der an Beliebtheit gewinnt. Deutschland scheint unter den ersten Märkten zu sein, auf denen der Lupinen-Trend ankommt: Von allen im Jahr 2015 eingeführten Backwaren mit Lupinenmehl kamen 22 % in Deutschland auf den Markt, dicht gefolgt von Frankreich (21 %) und Italien (11 %).

„Die Lupine ist in einigen mediterranen Küchen beliebt; es handelt sich um eine Hülsenfrucht, die ballaststoff- und proteinreiche Samen erzeugt, jedoch – im Gegensatz zu anderen Hülsenfrüchten – relativ wenige Kohlenhydrate enthält. Lupinenhülsenfrüchte enthalten auch viele essentielle Aminosäuren und Mineralien, wodurch sie nicht einfach nur glutenfrei sind, sondern auch sehr nährstoffreich und leicht verdaulich. Neben Lupinenmehl liegen Mandel- und die Kokosnussmehl aufgrund ihrer potenziellen gesundheitlichen Vorteile ebenfalls im Trend“, so Witham.

Das Comeback der vergessenen Körner
Neben getreidefreien Mehlsorten zeigt ein genauerer Blick auf den deutschen Markt, dass in einer zunehmenden Anzahl an Mehlprodukten Urgetreide als Alternative zum Weizen enthalten sind. Gemäß einer Untersuchung von Mintel war Hirse, mit einem Anteil von 14 % aller im Jahr 2015 neu auf den Markt gebrachten Mehlprodukte, am beliebtesten, dicht gefolgt von Quinoa (10 %), Buchweizen (5 %) und Zwerghirse (5 %).

Doch Urgetreidesorten kommen nicht nur in deutschen Küchen zum Einsatz, sie werden auch zunehmend vom LEH bei Brot- und Backwaren verwendet, damit Produkte aus dem Massenangebot herausstechen und als gesunde Nahrungsmittel positioniert werden können. Die Anzahl der neu eingeführten Brot- und Backwaren mit Quinoa- und Chiasamen hat sich zwischen dem Jahr 2013 und dem Jahr 2015 mehr als verfünffacht (jeweils +550 % und +600 %), während sich der Einsatz von Buchweizen und Hirse mehr als verdoppelt hat (+100 % und +138 %).

Zwei von fünf (39 %) Deutschen geben an, sie seien an süßen Backwaren interessiert, die aus anderem Getreide als Weizen hergestellt wurden, wie zum Beispiel Dinkel, Amarant oder Quinoa. Unter den Verbrauchern zwischen 25 und 34 Jahren äußert sich die Hälfte (50 %) entsprechend. Darüber hinaus sind 44 % der deutschen Frauen an Backwaren interessiert, die mehr Ballaststoffe enthalten, während die Hälfte (50 %) der Deutschen erklärt, es lohne sich, für hochqualitative Brot- oder Backwaren mehr Geld auszugeben.

„Als Alternative zu Weizen sind Urgetreide reich an Nährstoffen und weisen interessante Geschmacksrichtungen und Texturen auf. Da Urgetreidesorten die zunehmende Zahl gesundheitsbewusster Verbraucher durch ihren „Superfood“-Faktor ansprechen, werden diese in verschiedenen Produkten verwendet werden, von Brot- und Backwaren bis hin zu Pizza und Pasta sowie Snacks und Fertiggerichten“, fasst Witham zusammen.

Die Diagnose Zöliakie kann nur der Facharzt stellen

Bluttest und Biopsie geben Patienten Sicherheit

Bauchschmerzen und Durchfall sind typische Symptome einer Zöliakie, der Unverträglichkeit auf das Klebereiweiß Gluten. Es steckt in Getreide wie Weizen, Dinkel, Gerste und Roggen. Bei Betroffenen verursacht Gluten Entzündungen im Dünndarm. Wer nach dem Verzehr glutenhaltiger Lebensmittel regelmäßig Schmerzen oder Unwohlsein verspürt, dem rät Dr. Stephanie Baas, medizinische Beraterin der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e.V., den Gang zum Arzt: „Die Symptome sollten nicht auf die leichte Schulter genommen oder durch eine selbstverordnete glutenfreie Ernährung behandelt werden. Beides kann dem Körper schaden und Folgeerkrankungen auslösen“. Es sei daher entscheidend, dass Diagnose und Behandlung vom Facharzt vorgenommen werden.

Bei Patienten jeden Alters wird bei Verdacht auf Zöliakie ein Bluttest und eine anschließende Dünndarmbiopsie durchgeführt: „Das Blut wird auf Zöliakie-typische Antikörper untersucht. Deuten die Werte auf eine Zöliakie hin, bringt eine Magenspiegelung mit Probenentnahme aus dem Dünndarmarm Sicherheit“, erklärt Dr. Baas. Der Patient müsse sich jedoch unbedingt bis zur Diagnose glutenhaltig ernähren. Eine vorsorglich glutenfreie Ernährung verfälsche das Ergebnis.

Ein genetischer Test kann eine Zöliakie nicht bestimmen, jedoch zumindest ausschließen. „Leider werden manchmal immer noch Untersuchungen wie Stuhl- oder Speicheltests durchgeführt, die aber keine zuverlässigen Ergebnisse liefern“, warnt Dr. Baas. Ebenso wenig können Schnelltests aus der Apotheke oder IgG4-Allergietests, die bei Verdacht auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten eingesetzt werden, eine Zöliakie anzeigen.
„Die falsche Diagnose aufgrund solcher Tests kann für den Betroffenen gravierende Folgen haben“, betont die Medizinerin. „Werden Betroffene nicht durch eine glutenfreie Ernährung behandelt, setzt sich die Entzündung im Dünndarm fort und kann weitere Erkrankungen wie Typ-1-Diabetes, Laktoseintoleranz, Schilddrüsenerkrankungen oder Nahrungsmittelallergien hervorrufen. Ernähren sich gesunde Menschen aufgrund einer falschen Diagnose oder rein vorsorglich glutenfrei, kann auch dies zu Fehlernährung und Mangelerscheinungen führen.“
Um behandelnden Ärzten die Diagnose zu erleichtern, hat die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen e.V. (DGVS) im vergangenen Jahr eine verbindliche Leitlinie zur richtigen Behandlung von Zöliakie in Deutschland herausgegeben.

Mit Fragen und für weitere Informationen über Zöliakie und ihre Diagnostik können sich Interessierte an die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. wenden: www.dzg-online.de

Joachim Elflein

Seit 2007 ist Joachim Elflein Küchenchef im Restaurant Rivage im Seehotel Niedernberg (30 Minuten von Frankfurt entfernt). Beim Thema regionaler Küche kommt der 44-jährige ins Schwärmen, denn er weiß genau, aus welcher deutschen Region hervorragendes Fleisch, einzigartiger Käse und qualitativ hochwertiges Gemüse kommt. Auch auf Allergiker, Vegetarier und Veganer ist das „Dorf am See“ eingerichtet, so dass auch sie von „Gaumenfreuden“ sprechen können.

Interview mit Küchenchef Joachim Elflein
Welche Rolle spielt Regionalität in Ihrer Küche?
Für uns muss Regionalität bezahlbar, qualitativ hochwertig und auch in größeren Mengen schnell verfügbar sein. Für ein Restaurant ist es wichtig, dass der Lieferant kurzfristig reagieren und größere Mengen liefern kann. Denn es ist wenig geholfen, wenn jemand zwar wunderbaren Käse produziert, unser Restaurant aber nur 2-3 Kilo abnehmen kann. Mit Blick auf die Qualität bekomme ich die besten Lämmer in Norddeutschland, Saibling, Karpfen, Bratwurst und Spargel beziehe ich am liebsten in Franken, Rindswurst und Spargel in Hessen und Wild im Schwarzwald. Aus Brandenburg kommen die besten Schweine, Fische und Kälber, aus Thüringen das Duroc-Schwein und Gemüse kaufe ich sehr gerne aus der Pfalz.

2. Seit einigen Jahren steht regionale Küche hoch im Kurs. Gerichte, wie sie einst die Großmutter kochte, heimische fast vergessene Obst- und Gemüsesorten werden wiederentdeckt. Wie sehen Sie die Entwicklung?
Mit vielen Trends – wie beispielsweise der Molekularküche – kann und konnte ich nichts anfangen. Ich bin der festen Überzeugung, dass die regionale Küche immer ihre Berechtigung haben wird. Die französische Küche beruht beispielsweise auf den wunderbaren Grundprodukten wie Geflügel und Rohmilchkäse. Nach Frankreich gebracht haben es die Italiener unter Medici, und jeder liebt diese einfache italienische Küche. Für mich ist die regionale Küche die beste Küche. Denn weshalb sollte etwas mit Zusatzstoffen bearbeitet werden, wenn der Jäger ein frisch geschossenes Wildschwein bringt oder der Metzger ein Schwein frisch schlachtet? Warum sollen wir in der Küche grüne Lebensmittelfarbe für die Brokkolisuppe verwenden, wenn ich mit Spinat färben kann? Also greife ich beim regionalen Gemüseangebot zu. Und so wird die regionale Küche automatisch zum saisonalen Seehotel Niedernberg – Essen

3. Qualitativ hochwertige Zutaten und eine ausgewogene, gesunde Ernährung haben in der Gastronomie sowie in vielen Haushalten inzwischen einen hohen Stellenwert. Vegetarismus und vegane Ernährung sind immer mehr im Kommen. Und auch die Nachfrage nach glutenfreien und laktosefreien Produkten für Allergiker nimmt rasant zu. Wie schätzen Sie die Entwicklung in der Hotelküche und Gastronomie ein? Wie werden sich die Speisekarten entwickeln? Ist eine Richtung schon zu erkennen?
Inzwischen ist es ein absolutes Muss für Restaurants, sich auf Allergiker, Vegetarier und die stetig wachsende Gruppe von Veganern einzustellen. Im Restaurant Rivage haben wir seit jeher vegetarische Gerichte auf der Speisekarte. Nach Rücksprache kann der Service Gästen weitere fünf Gerichte anbieten. Was gluten- und laktosefreie Produkte betrifft, so habe ich diese Entwicklung bereits vor zehn Jahren kommen sehen und seitdem immer laktose- und glutenfreie Wurst und andere Produkte am Frühstücksbuffet oder à la carte angeboten. Die Verfügbarkeit der allergikerfreundlichen Lebensmittel wird immer besser. Vegane Speisen werden immer mehr nachgefragt, so dass wir in Zukunft auch vegane Gerichte auf unsere Speisekarte aufnehmen.

4. Für Gäste mit Nahrungsmittelallergien können Hotelaufenthalte mitunter schwierig sein. Wie weit ist Ihre Küche auf Gäste mit Glutenunverträglichkeit und Weizenallergie eingerichtet? Welche Alternativen bieten sich Gästen mit Laktoseintoleranz?
Gäste mit Nahrungsmittelallergien sind im Seehotel Niedernberg gut aufgehoben. Denn wir sind sehr gut aufgestellt und können sofort reagieren. Wir haben glutenfreies Brot sowie glutenfreie Nudeln. Bei Bedarf kochen wir laktosefrei mit Sojamilch oder laktosefreier Milch. Insofern erhalten Gäste mit Allergien von uns Alternativen. Schwierig wird es nur dann, wenn einem Gast mitten im Menü einfällt, dass er keine Gluten oder Laktose verträgt. So kurzfristig stört das den Ablauf der Speisefolge und dann können wir nur noch schwerlich reagieren.

www.seehotel-niedernberg.de/

Laktosefrei, glutenfrei – gesund für alle?

Neuer Videospot der Verbraucherzentralen informiert

Ein neues Video der Verbraucherzentralen und der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz informiert: Wer laktosefreie oder glutenfreie Lebensmittel kauft, ohne dass es gesundheitlich notwendig ist, zahlt erheblich mehr, hat aber keinen besonderen Vorteil.

In den Supermarktregalen finden sich immer mehr Lebensmittel, die als „laktose-„ oder „glutenfrei“ gekennzeichnet sind. Für Personen, die unter Laktoseunverträglichkeit oder Zöliakie leiden, erleichtert eine auffällige Kennzeichnung die Lebensmittelauswahl. Für gesunde Verbraucher haben laktosefreie und / oder glutenfreie Lebensmittel aber keinerlei Vorteile. Dennoch erwecken Hersteller und Händler oft den Eindruck, dass diese Produkte allgemein Gesundheit und Wohlbefinden steigern können. „Für gesunde Menschen sind diese Produkte schlichtweg überflüssig. Außerdem sind sie wesentlich teurer als normale Produkte“, erläutert Christiane Manthey, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg im Gourmet Report Gespräch. „Dahinter stecken oft nur die Absatzinteressen der Lebensmittelindustrie“.

In Kooperation mit der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz klären die Verbraucherzentralen mit dem neuen Video „Laktosefrei, glutenfrei – besonders gesund für alle?“ auf und bringen das Ergebnis eines 2013 bundesweit durchgeführten Marktchecks auf den Punkt: Gluten- und laktosefreie Produkte sind wesentlich teurer als herkömmliche Lebensmittel. Für den Kauf dieser Lebensmittel sollte deshalb ein echter, ärztlich festgestellter Bedarf vorliegen, gesunde Personen haben keinen besonderen Vorteil.

Das Video und weitere Informationen im Internet:
www.youtube.de/verbraucherstiftung
www.vz-bawue.de/laktosefreie-lebensmittel

Essen und Trinken bei Zöliakie

Etwa einer von 200 Menschen ist in Deutschland von Zöliakie
betroffen. Die Krankheit beruht auf einer Unverträglichkeit gegenüber dem
Getreideeiweiß Gluten. Das auch als „Klebereiweiß“ bekannte Gluten
ist in vielen heimischen Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Grünkern,
Roggen, Hafer und Gerste enthalten und bestimmt die Backeigenschaften des
Mehles. Bei einer entsprechenden genetischen Veranlagung führt der Verzehr
von glutenhaltigen Lebensmitteln zu einer chronischen Entzündung der
Dünndarmschleimhaut.

„Bis heute ist die einzig Erfolg versprechende Therapie der Zöliakie der
lebenslange Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel. Das erfordert eine
strikte Ernährungsumstellung. Für Zöliakiebetroffene stellen glutenfreie
Lebensmittel eine wesentliche Erleichterung beim Lebensmitteleinkauf dar“
sagt Dr. Helmut Oberritter, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft
für Ernährung e. V. (DGE). Produkte können als „glutenfrei“
gekennzeichnet werden, wenn sie höchstens 20 Milligramm Gluten pro
Kilogramm enthalten. Inzwischen tragen zahlreiche Teig- und Backwaren, aber
auch Milchprodukte als Zeichen der Glutenfreiheit die „Durchgestrichenen
Ähre“ auf dem Etikett.

Auch wenn anhand des stark wachsenden Angebotes in den Lebensmittelregalen
der Eindruck entstehen könnte, glutenfreie Produkte seien grundsätzlich
gesundheitsförderlich: Diese Lebensmittel sind speziell für Menschen mit
einer Unverträglichkeit gegen das Getreideeiweiß entwickelt worden. Für
andere Verbraucher bringt eine glutenfreie Ernährung, die teilweise mit
großen Einschränkungen verbunden ist, keine gesundheitlichen Vorteile.
Darüber hinaus sind die Spezialprodukte meist deutlich teurer. Menschen
mit Reizdarm und anderen Magen-Darm-Beschwerden sollten die Ursachen durch
einen Arzt abklären lassen.

www.dge.de

Glutenfreie Lebensmittel

Immer häufiger finden Verbraucher glutenfreie Lebensmittel in den Supermarktregalen. Diese Produkte sind speziell für Menschen mit einer Unverträglichkeit für das Getreideeiweiß entwickelt worden und nicht für jeden geeignet, informiert die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Produkte können als „glutenfrei“ gekennzeichnet werden, wenn sie höchstens 20 Milligramm Gluten pro Kilogramm enthalten. Inzwischen tragen zahlreiche Teig- und Backwaren, aber auch Milchprodukte das Zeichen der durchgestrichenen Ähre auf dem Etikett. Für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit, auch Zöliakie genannt, sind diese Produkte eine große Erleichterung beim Lebensmitteleinkauf. Für andere Konsumenten bringt eine glutenfreie Ernährung, die teilweise mit großen Einschränkungen verbunden ist, aber keine gesundheitlichen Vorteile. Zudem müssen die Konsumenten für die Spezialprodukte meist einen deutlich höheren Preis zahlen.

Menschen mit Reizdarm und anderen Magen-Darm-Beschwerden sollten die Ursachen erst durch einen Arzt abklären lassen. Des Weiteren haben die Verbraucherschützer beobachtet, dass einige Hersteller ohnehin glutenfreie Lebensmittel mit dem Label auszeichnen und teurer verkaufen. Dazu zählen beispielsweise Hartkäse, Zartbitterschokolade, Bonbons und Kartoffelchips.

Zöliakie ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit gegen das Getreideeiweiß Gluten, an der rund ein Prozent der deutschen Bevölkerung leiden. Der Verzehr des Eiweißes führt bei Patienten zu einer Veränderung der Darmschleimhaut und dadurch zu einer gestörten Nahrungsaufnahme, begleitet von Durchfällen und Gewichtsverlust. Gluten ist in Weizen, Roggen, Gerste und Hafer und daraus hergestellten Waren enthalten. Betroffene müssen sich lebenslang glutenfrei ernähren.
Heike Kreutz, www.aid.de

Kuhflecken-Muffins

Isabell Keller, Diätassistentin aus Mainz, ist Siegerin des Rezept-Wettbewerbs um das innovativste glutenfreie Rezept des Jahres. Die Erfinderin glutenfreier lila Kuhflecken-Muffins freute sich nicht nur über ein Preisgeld von 1.000 Euro, sondern auch über die Anerkennung der hochkarätig besetzten Jury. Die Kuhflecken-Muffins wurden am vergangenen Samstag beim Finale des von der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e. V. ausgelobten Wettbewerbs zum besten Rezept des Jahres gekürt.

Platz zwei belegten Liz Simon und Jacqueline Wesemann aus Bad Frankenhausen, die mit ihren gefüllten Kohlrabi an Polenta mit Salatbeilage und Schokocrèpes an Vanillesoße mit Früchten die Fachjury ebenfalls begeisterten. Sie freuten sich über ein Preisgeld von 750 Euro. Die glutenfreie Schwarzwälderkirschtorte von Sabrina Randecker aus Bad Urach und das glutenfreie Apfelgratin von Anika Lewik und ihren Kolleginnen der Emil-Fischer-Schule Berlin belegten die beiden dritten Plätze.

Erstmalig hat die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG) die innovativsten glutenfreien Rezepte Deutschlands prämiert. Nachdem mehr als 120 neue Rezeptkreationen von angehenden Fachleuten für Restaurants, Hotels und Systemgastronomie aus dem gesamten Bundesgebiet eingeschickt worden waren, trafen die vier Finalisten am Samstag in Hamburg in einer Endausscheidung um Preisgelder von mehr als 2.000 Euro aufeinander.

Eine Fachjury, bestehend aus Christiane Schäfer (Diplom Oecotrophologin und Ernährungstherapeutin) sowie den Promi-Köchen Armin Roßmeier (bekannt aus den ZDF-Sendungen „Volle Kanne“ und „ZDF-Fernsehgarten“) und Björn Freitag (bekannt aus der Kabel 1-Sendung „Fast Food-Duell“) hatte alle eingereichten Vorschläge geprüft und vier Rezepte für das Finale ausgewählt.

Die Frage, wer den Titel für das innovativste glutenfreie Rezept 2010 verdient hat, blieb bis zuletzt spannend. So beobachtete die Jury die Zubereitungsschritte der Finalistinnen genau und fragte Hintergrundwissen und Ideengebung zu den eingereichten Rezepten ab. Die Verkostung der Wettbewerbs-Kreationen vor Hamburger Zöliakiebetroffenen rundete die Veranstaltung ab.

Gewonnen haben durch den Wettbewerb aber alle Zöliakiebetroffenen: Denn mehr als 120 neue glutenfreie Rezepte sind der Beweis, dass auch glutenfreie Ernährung abwechslungsreich, schmackhaft und außergewöhnlich sein kann.
www.dzg-online.de

Gluten ist ein Eiweiß, das in Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel und Hafer vorkommt. Lebensmittel aus diesen Getreiden wie Mehl, Brot, Bier, Nudeln, Gebäck und Kuchen enthalten auch nach der Verarbeitung Gluten. Das Eiweiß kann aber auch in vermeintlich unverdächtigen Produkten, wie beispielsweise Bonbons, Eis, Pudding, gemischten Wurstsorten, Suppenwürfeln usw. vorkommen. Gluten erzeugt bei Zöliakiebetroffenen eine Schädigung des Dünndarms: Unter Zöliakie führt die Zufuhr von Gluten zur Abflachung der Dünndarmschleimhaut und zum Abbau der Dünndarmzotten. Bei andauernder Glutenbelastung ist der Oberflächenverlust des Dünndarms so groß, dass nicht mehr genug Nahrungsbestandteile vom Körper aufgenommen werden können und Mangelerscheinungen auftreten. Zöliakiebetroffene sind daher auf eine strikt glutenfreie Ernährung angewiesen.

Glutenunverträglichkeit Zöliakie

Experten schätzen, dass allein in Deutschland potenziell rund 400.000 Menschen von der Glutenunverträglichkeit Zöliakie betroffen sind, viele davon ohne es zu wissen. Die Diagnose Zöliakie verunsichert und wirft viele Fragen auf. Wer Zöliakie hat, muss nicht nur die Ernährung auf eine lebenslang streng glutenfreie Kost umstellen, sondern auch den Alltag in vielen Bereichen neu organisieren. Mit einer Vielzahl von praktischen Tipps, Service- und Beratungstools sowie zahlreichen Informationen rund um das Leben mit der Glutenunverträglichkeit hilft der Schär Club unter www.schaer.com den Betroffenen und ermöglicht ihnen den Austausch mit über 26.000 Gleichgesinnten aus mehr als 120 Ländern der Erde.

Über die kostenlose Mitgliedschaft im Schär Club können Menschen mit Zöliakie und andere Interessierte unter anderem auf die größte glutenfreie Online-Rezeptsammlung mit über 650 von Schär geprüften Koch- und Backanleitungen sowie eine Vielzahl nützlicher Kniffs und Tricks für die glutenfreie Küche zugreifen. Für besondere Fragen zum glutenfreien Kochen steht der virtuelle Schär-Koch Oscar mit Rat zur Seite. Außerdem bietet der Schär Club den Mitgliedern stets aktuelle News zu glutenfreien Themen sowie die Möglichkeit, sich individuell von Experten beraten zu lassen und Rückmeldung zu den Schär-Produkten zu geben. Eine multimediale Ausgabe des Kundenmagazins YourLife mit Audio- und Videobeiträgen zu einzelnen Artikeln und ein RSS-Newsdienst mit aktuellen Nachrichten von ausgewählten externen und unabhängigen Blogs und Foren runden das Angebot ab. Dank neu eingerichteter Twitter- und Facebook-Newsfeeds können die Clubmitglieder direkt verfolgen, was auf der Fanseite von Facebook bzw. der Schär Twitterseite läuft.

In der Schär Club Community kann jedes Mitglied mit Gleichgesinnten aus rund 120 Nationen kommunizieren. Wer mag, kann sich ein individuelles Nutzerkonto einrichten, mit eigener Pinnwand und Bildergalerie. Hier besteht auch die Möglichkeit, Einkaufslisten und interessante Verkaufspunkte zu speichern, ein persönliches Rezeptbuch zusammenzustellen und einzelne YourLife Artikel zu bookmarken. Im Schär Café – einer für alle offenen Pinnwand – können die Club-Mitglieder Erfahrungen austauschen, Fragen an andere Mitglieder stellen oder selber Tipps geben.

Weltweit größte Community für Zöliakiebetroffene – Der Schär Club bietet Menschen mit Glutenunverträglichkeit Beratung, Austausch und jede Menge Informationen

Doch nicht nur der Schär Club hat viel zu bieten. Auch die frei zugängliche Markenwebsite www.schaer.com ist eine wahre Fundgrube für Informationen zum Thema Zöliakie. Hier finden sich Antworten auf wichtige Fragen rund um die Unverträglichkeit, beispielhafte Ernährungswochenpläne sowie zahlreiche Tipps für glutenfreies Einkaufen, Reisen oder Essengehen. Mittlerweile besuchen jeden Monat rund 65.000 User die Verbraucherplattform im Netz.

Rezeptwettbewerb

DZG schreibt Rezeptwettbewerb aus

Mehr innovative glutenfreie Rezepte in der Gastronomie

Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. ruft Fachschulen für das Hotel- und Gaststättengewerbe zu einem Wettbewerb für die Entwicklung innovativer glutenfreier Rezepte auf. Ziel ist es, neue Rezepte zu entwickeln, die Abwechslung in die Küche Zöliakie-Betroffener bringen. Mit Hilfe des Wettbewerbs soll aber auch der Hotel- und Restaurantnachwuchs auf die Bedürfnisse Zöliakie-Betroffener aufmerksam gemacht werden.

Zöliakie ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms. Sie beruht auf einer Unverträglichkeit des Klebereiweißes Gluten. Gluten kommt vor allem in den Getreidearten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer vor. Neuere Untersuchungen zeigen, dass jeder 250. Deutsche von Zöliakie betroffen ist. Die einzige Therapie ist eine lebenslange glutenfreie Ernährung.

Eine glutenfreie Ernährung bedeutet aber keineswegs Verzicht. Auch mit glutenfreien Zutaten lassen sich schmackhafte Gerichte zubereiten. Da bisher nur wenige Restaurants und Hotels glutenfreie Speisen anbieten, spricht die DZG mit ihrem Wettbewerb künftige Entscheider an, die in ihrem späteren Berufsleben für glutenfreie Mahlzeiten auf dem Speiseplan sorgen können. DZG-Vorstandsmitglied Christina Feußner-Koßick: „Allein die Teilnahme an diesem Wettbewerb bewirkt, dass sich die jungen Köche mit dem Thema Zöliakie und den damit verbundenen Anforderungen auseinandersetzen. Die DZG hofft, dass dies einen Lerneffekt auslöst, der den Zöliakie-Betroffenen später zugute kommt. Außerdem freuen sich alle Zöliakie-Betroffenen darüber, wenn sie neue Rezepte ausprobieren können.“

Teilnahmebedingungen:

Teilnahmeberechtigt sind alle angehenden Köche und Fachleute für Restaurants, Hotels und für die Systemgastronomie, deren Schulen an der Ausschreibung teilnehmen.
Die glutenfreien Rezepte können bis zum 31. Dezember 2009 per Post an die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V., Filderhauptstr. 61, 70599 Stuttgart, oder per E-Mail an info@dzg-online.de (max. 10 MB) geschickt werden.

Eine DZG-Jury wird die Rezepte nachkochen und nach einer Verkostung den Sieger küren. Die drei besten Rezept-Entwickler erhalten Gewinne von 500.- Euro bis 1.000.- Euro. Prämierte Rezepte werden auf der DZG-Website www.dzg-onnline.de publiziert.

Die ausführlichen Ausschreibungsunterlagen können bei der DZG angefordert werden.

www.dzg-online.de

Glutenfreie Ciabatta-Brötchen von Schär

Ausgezeichnetes Lebensmittel: glutenfreie Ciabatta-Brötchen von Schär

Beim LifeCare Food Award haben die Ciabatta-Brötchen zum Fertigbacken von Schär die Jury und die Verbraucher in allen vier Kriterien – Geschmack, Inhaltsstoffe, Innovation und Ausgewogenheit – überzeugt und dürfen sich nun mit dem Signet „Ausgezeichnetes Lebensmittel“ schmücken.

Als führender europäischer Anbieter für hochwertige glutenfreie Lebensmittel widmet sich das Unternehmen Schär mit Sitz in Südtirol seit über 25 Jahren der Herausforderung, gesunde Ernährung, sichere glutenfreie Produkte und geschmackvolles Essen in Einklang zu bringen. Dass dies gelingt, beweist die aktuelle Auszeichnung des LifeCare Food Awards, der dieses Jahr erstmals vergeben wird. Schließlich wurden alle eingereichten Produkte blind verkostet, und die Ciabatta-Brötchen von Schär erzielten bei der Bewertung durch die Verbraucher eine hervorragende Beurteilung. Das große Engagement von Schär im Bereich Forschung und Entwicklung und die daraus gewonnenen Erkenntnisse, die in der Produktion umgesetzt werden, zahlt sich somit eindeutig aus.

Der Food Award, der von der Initiative LifeCare unter der Schirmherrschaft von Dr. Gerd Müller, MdB, Staatssekretär des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ausgerufen wurde, legt sein Augenmerk im Gegensatz zu anderen Auszeichnungen in der Lebensmittelbranche nicht nur auf die Kriterien Geschmack und Innovation, sondern auch auf die Qualität der Inhaltsstoffe und die Ausgewogenheit der Lebensmittel. Aus diesem Grund setzt sich die Jury aus Experten der verschiedensten Kompetenzbereiche zusammen – vom 3-Sterne-Küchenchef bis zum anerkannten Ernährungsmediziner. Diese Experten-Jury nominierte zunächst aus allen eingesendeten Produkten, die bereits in Serie produziert werden, die Besten in zwölf verschiedenen Kategorien. Anschließend gaben Verbraucher ihr Votum ab: Aus allen nominierten Produkten bestimmten sie mittels Kombination von Home-Use-Tests und Online-Befragung durch das renommierte Marktforschungsinstitut MASMI Deutschland die „ausgezeichneten Lebensmittel“.

Die feierliche Preisverleihung wird am 9. Oktober in München stattfinden.