Stiftung Warentest: Bitterschokolade

„Gute“ Bitterschokolade muss nicht teuer sein: Von insgesamt acht „guten“ Tafeln im Test kosten vier Produkte weniger als 70 Cent pro 100 Gramm. Einige teurere Traditions- und Edelmarken schafften dagegen nur ein „Ausreichend“. Das schreibt die Stiftung Warentest in ihrer aktuellen Ausgabe der Zeitschrift test.

Abgewertet wurde häufig aufgrund von Kennzeichnungsmängeln. Aber auch Schadstoffe führten zu schlechten Noten. Die Rausch-Tobago-Schokolade etwa wies einen vergleichsweise hohen Kadmium-Gehalt auf. Zwar enthielten alle 25 Bitterschokoladen im Test dieses Schwermetall, doch nur bei einem Produkt lag der Gehalt um die Hälfte über dem vom Bundesinstitut für Risikobewertung empfohlenen Höchstwert für Bitterschokolade. Einen gesetzlichen Grenzwert für Kadmium in Schokolade gibt es bisher nicht.

Am schlechtesten schnitt im Test ausgerechnet die fair gehandelte Bio Negro Edelbitterschokolade von Rapunzel ab. Sie hatte eine extrem hohe Belastung mit krebserregendem Benzo(a)pyren und hätte gar nicht in den Handel kommen dürfen. Das Urteil der Tester: „Mangelhaft“. Fairtrade mit „guter“ Qualität bietet dagegen Lidl mit der Bitterschokolade Fairglobe für 1,19 pro 100 Gramm.

Stiftung Warentest: Milchschokolade

Bei einem Test von Milchschokolade führen drei Produkte der Discounter Lidl und Aldi die Riege der elf „guten“ Schokoladen an, eine Schokolade von Penny war hingegen nur „mangelhaft“. Das schreibt die Zeitschrift test in ihrer November-Ausgabe, für die die Stiftung Warentest 20 Milchschokoladen getestet hat.

Am besten schnitt die Vollmilchschokolade Fairglobe von Lidl ab. Sie trägt das Transfair-Siegel und kostet 1,19 Euro pro 100 Gramm. Mit 35 Cent ist die „gute“ Alpenvollmilchschokolade Fin Carré, ebenfalls von Lidl, deutlich günstiger. Ganz vorne liegt auch Aldi/Moser-Roth für 68 Cent.

Die Tester können gut die Hälfte der geprüften Tafeln empfehlen. Aber es gab auch Schokoladen, mit denen sie nicht zufrieden waren. Die Bioschokolade Gepa 3 Fairena zeigte in Geruch und Geschmack nicht nur Fremdnoten und schmeckte sehr fettig, sondern enthielt in der Schokolade auch ein Konservierungsmittel, das aus der Verpackung stammte. „Mangelhaft“ lautete deshalb das Qualitätsurteil, das auch die van d’Or-Schokolade von Penny bekam. Sie hatte einen viel zu hohen Nussanteil, der nicht deklariert war und für Menschen mit einer Nussallergie eine echte Gefahr darstellen kann.

Die ausführlichen Ergebnisse finden sich in der November-Ausgabe der Zeitschrift test und im Internet unter www.test.de

Lidl führt künftig TransFair-gesiegelte Produkte

Das Neckarsulmer
Lebensmittel-Handelsunternehmen Lidl und TransFair – Verein zur
Förderung des Fairen Handels mit der Dritten Welt e.V. – haben sich
auf eine Zusammenarbeit beim Verkauf von fair gehandelten Produkten
verständigt. Die beiden Partner haben dazu einen entsprechenden
Kooperationsvertrag geschlossen. „Wir erfüllen mit der Einlistung von
Fairtrade-Produkten das wachsende Bedürfnis unserer Kunden nach einem
verantwortungsvolleren und bewussteren Umgang mit Lebensmitteln und
unterstützen damit auch aktiv den Markt für fair gehandelte
Qualitätsprodukte“, erklärt Unternehmenssprecher Thomas Oberle.
„Damit ist Lidl die erste Handelskette, die ein komplettes
Fairtrade-Sortiment unter einer Eigenmarke führt“, betont Dieter
Overath, Geschäftsführer von TransFair, nach der
Vertragsunterzeichnung.

Umfangreiches „Fairglobe“-Sortiment

Ab Juni 2006 wird Lidl in allen Filialen in Deutschland unter der
Eigenmarke „Fairglobe“ erstmals TransFair-gesiegelte Waren anbieten.
Dazu zählen Produkte wie Bio-Röst- und Instantkaffee, Bio-Bananen und
Bio-Honig, Orangensaft, Schokolade in den Sorten Vollmilch und
Edelbitter sowie brauner Rohrzucker. „Abhängig von der Verfügbarkeit
und der Absatzentwicklung soll das Sortiment jedoch weiter entwickelt
werden“, erklärt Thomas Oberle. Die Aufnahme eines
Fairtrade-Sortiments stehe im Zusammenhang mit weiteren
Produktangeboten zur bewussten Ernährung. Zuletzt startete Lidl eine
bundesweite Aktion mit fett- und zuckerreduzierten Light-Produkten.
Darüber hinaus bietet das Handelsunternehmen seinen Kunden nach
Ostern unter der Eigenmarke „Bioness“ ein umfangreiches Sortiment von
Bioprodukten an. Die „Fairglobe“-Produktlinie wird in enger
Abstimmung zwischen Lidl und TransFair beworben. So sind
beispielsweise gemeinsame Aktionswochen und Werbemaßnahmen für die
fair gehandelten Produkte vorgesehen.

Kooperation stärkt Produzenten von Fairtrade-Produkten

Die unter der Lidl-Eigenmarke „Fairglobe“ geführten Produkte
werden von verschiedenen dazu berechtigten Firmen hergestellt und
sind vom Verbraucher am TransFair-Siegel zu erkennen. Mit der
Vermarktung über die flächendeckende Vertriebsstruktur der
Lidl-Lebensmittelmärkte profitieren letztendlich die Produzenten in
den Entwicklungsländern. „Eine Ausweitung von Absatzmöglichkeiten für
fair gehandelte Produkte stärkt die Produzenten in ihren Bemühungen,
Lebens- und Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern“, so Norbert
Dreßen, Vorstandsvorsitzender von TransFair. „Mit der Aufnahme von
Fairtrade-Waren ins Lidl-Sortiment machen wir diese Produkte zudem
einer breiteren Käuferschicht zugänglich. Dadurch wird auch das
öffentliche Bewusstsein für nachhaltig hergestellte Produkte aus
Entwicklungsländern gestärkt“, betont Lidl-Sprecher Oberle.

Kontrolliert fair

Das TransFair-Siegel zeichnet Produkte aus, die nach den
Fairtrade-Standards gehandelt wurden. Dazu gehören u.a. die Zahlung
eines garantierten Fairtrade-Mindestpreises und eines
Fairtrade-Aufschlages, das Verbot illegaler Kinderarbeit,
menschenwürdige Arbeitsbedingungen und nachhaltiges und
umweltschonendes Wirtschaften. Auch die unter der Lidl-Eigenmarke
„Fairglobe“ vertriebenen Produkte erfüllen vollständig die
Fairtrade-Standards. So kontrolliert TransFair das Zahlenwerk aller
beteiligten Akteure durch fortlaufende Prüfung der
Lizenznehmerangaben, Inspektionen vor Ort sowie Berichte unabhängiger
Wirtschaftsprüfer. Somit kann TransFair eine vollständige Transparenz
des Fairtrade-Warenflusses sicherstellen.

TransFair e.V.

Der gemeinnützige Verein TransFair vergibt sein Siegel für fair
gehandelte Produkte. Er wird von 38 Organisationen wie z. B.
Misereor, Brot für die Welt, UNICEF, BUND und der Verbraucher
Initiative getragen. Rund 90 Firmen stellen derzeit Produkte mit dem
Sozialsiegel her. Für über eine Million benachteiligte
Produzentenfamilien in 50 Entwicklungsländern schafft der Faire
Handel nachhaltig bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen.