Vollkornreis senkt Diabetesrisiko

Die Bevorzugung von braunem Vollkornreis gegenüber dem geschliffenen weißen Reis könnte helfen, einem Typ-2-Diabetes mellitus vorzubeugen. Darauf deuten die Ergebnisse aus drei prospektiven Beobachtungsstudien in den Archives of Internal Medicine (2010; 170: 961-969) hin.

Die meisten Konsumenten bevorzugen heute den weißen Reis. Er entsteht durch das Schleifen der Reiskörner, die von Silberhäutchen und Keimling befreit werden. Der Reis wird dadurch ansehnlicher und auch haltbarer als der fetthaltigere geschälte Reis, es geht aber der größte Teil der Mineralstoffe und Vitamine verloren.

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www.aerzteblatt.de/nachrichten/41601/Vollkornreis_senkt_Diabetesrisiko.htm

Kaffee schützt vor Diabetes

Kaffee schützt vor Diabetes – Chinesische Studie: Kaffee und schwarzer Tee schützen, grüner Tee nicht

Wer regelmäßig Kaffee trinkt, erkrankt deutlich seltener an Typ-2-Diabetes, berichtet das Apothekenmagazin „Diabetiker Ratgeber“. Das hätten in den letzten Jahren verschiedene Studien gezeigt und sei jetzt durch eine Arbeit aus China bestätigt worden. Dort wurden knapp 37000 Frauen im Abstand von fünf Jahren zu ihrem Kaffee-Konsum befragt. Wer mindestens vier Tassen Kaffee pro Tag trank, hatte ein um 30 Prozent geringeres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Teetrinker erkrankten etwa 14 Prozent seltener – aber nur, wenn sie schwarzen Tee tranken. Grüner Tee reduzierte das Diabetesrisiko nicht. Die genauen Gründe sind nach wie vor unklar.

Das Apothekenmagazin „Diabetiker Ratgeber“ 7/2009 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Bei hohem Risiko für Typ-2-Diabetes sinkt die Lebenserwartung

Bei hohem Risiko für Typ-2-Diabetes sinkt die Lebenserwartung

Lebenserwartung um 13 Jahre verkürzt

Menschen mit einem stark erhöhten Risiko für Diabetes erkranken häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Zudem ist ihre Lebenserwartung um etwa dreizehn Jahre verkürzt. Das lassen Ergebnisse der Potsdamer EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition)-Studie vermuten. Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) hatten die Daten von mehr als 23.000 Probanden im Alter von 35 bis 65 Jahren ausgewertet.

Die Experten bestimmten anhand von Alter, Taillenumfang, Ernährungs- und Lebensgewohnheiten das persönliche Diabetesrisiko in den folgenden fünf Jahren. Für die Untersuchung wurden die Teilnehmer insgesamt acht Jahre medizinisch begleitet. Menschen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko für Diabetes hatten eine mehr als doppelt so hohe Sterbewahrscheinlichkeit. Die Lebenserwartung war demnach um etwa dreizehn Jahre verkürzt. Zudem erkrankten die Betroffenen unabhängig vom Alter fast dreimal so häufig an einem Herzinfarkt und doppelt so oft an einem Schlaganfall im Vergleich zu Menschen mit einem Diabetesrisiko von unter einem Prozent.

Typ-2-Diabetes ist eine Stoffwechselstörung, bei der der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist. Ausreichend Bewegung, ein gesundes Körpergewicht und eine fettbewusste Ernährung können der Erkrankung vorbeugen.

Nager helfen Forschern, menschliche Diabetesrisiko-Gene zu identifizieren

Wissenschaftler des Deutschen Instituts für
Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) haben im Rahmen einer
großen Meta-Analyse mehr als 153 Genregionen bei Nagern identifiziert,
die für die Typ-2-Diabetesentstehung eine Rolle spielen. Wie die
Forscher zeigen konnten, überlappen sich diese Regionen zu einem großen
Teil mit bekannten menschlichen Diabetes-Genregionen. Ziel der
Wissenschaftler ist es, mit Hilfe der neuen Nager-Daten, die vielen noch
unbekannten menschlichen Risikogene gezielter und schneller zu
identifizieren. „Je mehr wir über die Diabetesrisikogene und ihre
Funktion wissen, desto besser“, sagt Studienleiter Hadi Al-Hasani.
Denn dieses Wissen ermögliche es, tiefere Einblicke in die Mechanismen
der Krankheitsentstehung zu bekommen. Eine wesentliche Vorraussetzung,
um neue Präventionsmaßnahmen und Behandlungsmethoden zu entwickeln.

Derzeit gibt es in Deutschland etwa 6 Millionen Typ-2-Diabetiker, wobei
die Zahl der Erkrankten in den kommenden Jahren noch zunehmen wird. Im
Jahr 2010 rechnen Wissenschaftler und Mediziner bereits mit 8 Millionen
Diabetikern. Das entspricht etwa 10 Prozent der deutschen Bevölkerung.
Der Typ-2-Diabetes ist eine häufig unterschätzte, chronische
Stoffwechselerkrankung, die sich schleichend über Jahre entwickelt,
wobei Gefäße und Augen bereits frühzeitig geschädigt werden können.
Schwere Folgeschäden sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der Verlust von
Gliedmaßen durch Amputation, Blindheit oder Nierenversagen. Allein diese
Daten machen deutlich, wie wichtig es ist, neue und effektivere Methoden
für Prävention und Therapie zu finden.

Wie Zwillingsstudien belegen, spielt neben äußeren Faktoren wie
Ernährung und Lebensstil die genetische Veranlagung eine wesentliche
Rolle für die Diabetesentstehung. Seit langem weiß man, dass es sich
beim Typ-2-Diabetes um eine „polygene“ Erkrankung handelt, das heißt,
dass mehrere Gene gleichzeitig an der Krankheitsentstehung beteiligt
sind. Die Daten der vorliegenden Meta-Analyse lassen nun darauf
schließen, dass sehr viel mehr Diabetesgene existieren, als
ursprünglich angenommen. Sowohl bei Nagern als auch beim Menschen
sind vermutlich weit über 100 Gene an der Krankheitsentstehung
beteiligt. Derzeit sind jedoch nur 16 menschliche Genregionen bekannt,
die mit hoher Wahrscheinlichkeit das Diabetesrisiko beeinflussen. Die
Wissenschaftler hoffen nun, durch einen Vergleich der gefundenen
Genregionen mit dem menschlichen Genom, die noch unbekannten
menschlichen Diabetesgene zu identifizieren und zwar schneller als dies
bislang mit anderen Methoden möglich ist.

Ferner bietet ein Abgleich zwischen Mensch- und Nagerdaten einen
weiteren Vorteil: Gene, die bei Mensch und Nager gleichsam das
Diabetesrisiko beeinflussen, wären besonders geeignet, um einen Einblick
in die Mechanismen der Diabetesentstehung zu bekommen. Denn Forscher
könnten ihre Funktion am Tiermodell unter kontrollierten Bedingungen
untersuchen und dann die Daten für den Menschen nutzen. Am Menschen
wären solche Untersuchungen aus praktischen aber auch aus ethischen
Gründen nicht möglich.

Inwieweit genetische Daten dazu genutzt werden können, das individuelle
Diabetesrisiko präziser zu bestimmen als dies derzeit anhand der
klassischen Risikofaktoren möglich ist, sei eine noch offene Frage, so
Hans-Georg Joost, wissenschaftlicher Direktor des DIfE. Denn die
Vielzahl der Gene ließe eher auf geringe Einzeleffekte derselben
schließen, was genaue Risikovorhersagen erschwere.

Gutes Fett – schlechtes Fett

Gibt es die optimale Fettzufuhr, die Übergewicht, Diabetes,
Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krebs und andere chronische
Krankheiten verhindern kann? Was sagt die gegenwärtige
wissenschaftliche Beweislage aus? Um der aktuell, sowohl in der
Öffentlichkeit als auch in der Fachwelt, geführten Diskussion
über die Bedeutung von Fett mit fundierten Informationen zu
begegnen, erklärte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
(DGE) „Fette in der Bewertung der DGE“ zum Thema ihres
diesjährigen Wissenschaftlichen Symposiums.

Experten aus Ernährungswissenschaft, Medizin und
Lebensmittelrecht diskutierten die Bedeutung von Fett von der
Entwicklung des Fetus bis hin zu im Alter gehäuft auftretenden
Krankheiten. In der Säuglingsernährung sind Fette wichtig, weil
sie Energie und Bausteine für das strukturelle Wachstum liefern,
Körperfunktionen und die mentale Entwicklung beeinflussen. Im
weiteren Leben ist der hohe Energiegehalt von Fett bzw. der
Fettgehalt in der Nahrung im Hinblick auf die Entwicklung des
Körpergewichts von Bedeutung. U. a. bestimmt die Menge der
Fettzufuhr, ob das Körpergewicht ansteigt oder gehalten bzw.
reduziert werden kann. Einzelne Fettsäurenarten haben Einfluss
auf die Konzentrationen von Cholesterol und Triglyceriden im
Blut, spielen eine Rolle bei der Entwicklung einer koronaren
Herzkrankheit (KHK) und können möglicherweise das Diabetesrisiko
beeinflussen.

Gesättigte und trans-Fettsäuren erhöhen das Risiko,
langkettige n-3 Fettsäuren senken das Risiko für eine tödliche
KHK. Sie scheinen auf Grund ihrer Wirkungen auch zur Prävention
weiterer chronischer Krankheiten, vor allem Krankheiten mit einer
entzündlichen bzw. immunologischen Komponente, beitragen zu
können.

Rund 260 Teilnehmer, darunter Fachkräfte aus der
Ernährungsberatung, Wissenschaftler, Mediziner, Fachjournalisten
und Studenten, informierten sich auf dem Wissenschaftlichen
Symposium „Fette in der Bewertung der DGE“ am 21. und 22.
September 2006 in Bonn unter Leitung von Prof. Dr. Günther
Wolfram, Technische Universität München, und Prof. Dr. Klaus
Eder, Universität Halle-Wittenberg.