Grünkohl-Chips statt Pommes?

USA entdecken Grünkohl als „Gesundmacher“

Viele Trends kommen aus den USA irgendwann auch nach Europa und Deutschland, doch manchmal ist es auch umgekehrt: wie im Fall von traditioneller Hausmannskost. Grünkohl ist aktuell der „Renner“ auf dem Speiseplan gesundheitsbewusster Amerikaner; und zwar in allen möglichen denkbaren Varianten: als Salat, in Form von Smoothies oder sogar gebacken als Chips.

Die Schere der Essgewohnheiten von US-Bürgern scheint dabei immer weiter auseinander zu klaffen. Auf der einen Seite sind noch immer die notorischen Fast-Food-Liebhaber, die häufig zu einer eher einseitig unausgewogenen Ernährung mit viel Fett und Zucker tendieren. Und auf der anderen Seite die fast fanatisch wirkenden Fitness- und Ernährungsbewussten Konsumenten. Seit sich Michelle Obama für das Thema „Gesunde Ernährung“ einsetzt, haben aber auch Nahrungsmittel eine Chance, deren Namen der durchschnittliche US-Amerikaner vor zwei Jahren kaum hätte nennen können.

„Kale“, also Grünkohl, ist nun auf dem Vormarsch und aus dem Sortiment nicht mehr wegzudenken. Er wird regional angebaut und auf den Wochenmärkten an großen Ständen angeboten. Selbst in vielen Supermärkten wird inzwischen kostbarer Regalplatz für das sperrige Grünzeug freigeräumt. Seine vergleichsweise üppige Ausstattung mit Calcium, Vitamin C und Eisen erklärt neben der prominenten Fürsprache den aktuellen „Run“ fast von selbst.

Was in Deutschland zwar beliebt ist, aber als gedünstetes Alltagsessen nicht besonders „trendy“ daherkommt, erfährt durch neue Zubereitungsideen jenseits des Atlantiks einen wahren „Hype“. In Internetforen tauschen meist junge Frauen Smoothie-Rezepte aus und regen auf Twitter an, dass auch Mc Donalds Grünkohlchips als Beilage zum Burger servieren möge. Insbesondere die jüngere Generation fühlt sich davon angesprochen, wenn Grünkohl in trendigen Mixgetränken angeboten wird – selbst wenn die leicht bräunliche Farbe nicht besonders appetitlich wirkt: „Keine Angst, es schmeckt nicht nach Gras“, beruhigt ein Forumsteilnehmer.

Auch wenn mit Fast Food, Coffee to go und Convenience-Produkten in den vergangenen Jahrzehnten einige Trends zu uns gekommen sind, haben wir Europäer offenbar dazu beigetragen, dass neben Körnerbrot und Käse nun auch Kohl Einzug in die amerikanischen Haushalte genommen hat. Man darf allerdings gespannt sein, ob die Grünkohl-Welle als besondere „Neuheit“ wieder zu uns zurück schwappt – dann vielleicht unter dem Label „Neuer Trend aus den USA“.
Friederike Heidenhof aus Washington D.C., www.aid.de

Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener

Wien ist eine Stadt für Genießer – vor allem für süße Genießer. Die Stadt ist nicht nur die Hauptstadt Österreichs, sondern auch die der Kaffeehäuser, und sie hat unzählige Leckereien hervorgebracht: vor allem Torten, Biskuits und Strudel in allen denkbaren Varianten. Im Café und Restaurant ‚Zum schwarzen Kamel‘ ist die Auswahl groß, wie Fernsehköchin Sarah Wiener feststellen muss, doch Köchin Sevgi Hartl hat sich auf drei Spezialitäten konzentriert: Biskuitroulade mit Mokkacreme, Traubenstrudel und die berühmte Sachertorte.

Dazu gibt es schon am Nachmittag neben der Melange, einer österreichischen Kaffeespezialität, den Wiener Gemischten Satz, einen Wein aus bis zu 20 Rebsorten. Danach warten die Donau-Auen mit einem kleinen Wunder: mit Schneebällen, die auch in der Sonne nicht schmelzen.

arte, Donnerstag, heute,19:30 – 20:15 Uhr (VPS 19:30)

Weltmusik aus Berlin

In der Sonne im lauschigen Garten vor dem Sanchi-Tor lässt sich Weltmusik entspannt genießen – die Dahlemer „kleine Schwester“ des Weltmusikfestivals Heimatklänge, mitorganisiert vom dortigen Veranstalter Piranha, wächst und gedeiht. In diesem kleinen, feinen Klubformat ist fast alles vertreten, was die Welt musikalisch zu bieten hat: von Polka bis zu Afrobeat, von Samba über Italo-Pop, Western Swing bis Oriental Funk und alle nur denkbaren Fusionen.

Am kommenden Sonntag (2.7.) gibt es eine Fusion der besonderen Art: Der anatolische Troubadour Derya und seine SanaBana-Band mischen orientalische und okzidentale Klänge zu einem furiosen Fest. Die türkische Langhalslaute Bağlama trifft auf Flamenco und russische Gitarre, ein vom Balkan angehauchter Bläsersatz auf kubanische und südamerikanische Rhythmen. Für einen Teil des Konzertes erhalten die Musiker Verstärkung durch Schülerinnen und Schüler der Hermann-Boddin Grundschule in Berlin Neukölln – die Boddin BEATZ. Diese bereiten sich seit Wochen auf ihren ersten Auftritt vor und haben sogar ein eigenes Stück dafür komponiert.

Die Boddin-BEATZ sind ein Projekt der Initiative Ideen für mehr! Ganztägig lernen. Schüler aus Neukölln lernen in Zusammenarbeit mit der SanaBana-Band und dem Ethnologischen Museum Instrumente aus der Türkei, dem arabischer Raum, Vorderasien, der Balkanregion und Südostasien kennen und spielen – Regionen aus denen sie bzw. ihre Eltern stammen. In den letzten Wochen wuchsen Erfahrung und Spaß an der Musik – ein Funke, der sicherlich auf das Publikum überspringen wird.

Seit Sommer 2004 kommen die internationalen Lokalmatadore der Berliner Weltmusik in Dahlem zusammen, um im Museumsgarten musikalische Weltreisen zu veranstalten. Im intimen Ambiente kann man – je nach Temperament – im Liegestuhl relaxen, an der Bar Cocktailkultur genießen, sich von der Musik in ferne Kontinente entführen lassen, tanzen, essen, Freunde treffen. Und wer nicht genug bekommen kann vom kulturträchtigen Ort, bleibt einfach da: Nach den welt.meister Konzerten werden die Sonntagsspiele der Fußball-Weltmeisterschaft übertragen bzw. gibt es Festivalkino im Freiluftkino Museen Dahlem.

Das weitere Programm:
02.07. Derya & SanaBana-Band (Weltmusik alla Turca) featuring Boddin-BEATZ
09.07. Mi Solar (Cuba in Berlin)
23.07. Comedian Pharmacists (Western Swing)
06.08. Apparatschik (Volxmusik)
20.08. Shabab (Oriental Funk)

Eintritt: 7,- Euro inklusive Museumseintritt

Website: www.museumsinselfestival.info
Veranstaltungsort: Museen Dahlem, Museumsgarten, bei schlechtem Wetter im Foyer