Das Masleniza-Fest in Moskau und St. Petersburg

Denkt man an Karneval, ist Russland nicht gerade die erste Location, die einem einfällt. Und doch gibt es auch jenseits von Köln und Rio ausgelassene Feste, um es vor der Fastenzeit noch einmal so richtig krachen zu lassen. Momondo gibt Tipps und Hintergründe zur russischen Masleniza – auf Deutsch: Butterwoche.

In dieser letzten Woche vor der Fastenzeit wird in vielen Städten Russlands mit Wodka, Bliny und Straßenfesten der Winter ausgetrieben. Bliny, die russische Version von Pfannkuchen, symbolisieren dabei wegen ihrer runden Form die Sonne, die jetzt endlich das Regime übernehmen soll. Einer Legende nach war Masleniza die Tochter von Väterchen Frost. Hinter einem Schneehaufen versteckt wurde sie von einem Menschen entdeckt und um Schutz vor Kälte und Schneesturm gebeten. Am ersten Tag der Butterwoche bastelt man daher traditionell eine große Strohpuppe, die Masleniza-Puppe, die am letzten Tag der Woche feierlich verbrannt wird.

Das Masleniza-Fest hat eine lange Tradition. Ursprünglich ein Fest zu Ehren des slawischen Fruchtbarkeitsgottes Weles, erhielt es im 16. Jahrhundert seinen heutigen Namen. Den Höhepunkt erreichten die Feiern im 17. bis 19. Jahrhundert, bis sie nach der Oktoberrevolution 1917 verboten wurden. Seit dem Millennium lebt Masleniza mit Volksfesten und Straßenumzügen wieder auf.

Besonders ausgelassen feiert man in Moskau. Vom 24. bis 26. Februar 2012 geht es während der „Breiten Masleniza“ auf dem Roten Platz und im Gorki Park rund. Karnevalsumzüge, volkstümliche Wettwerbe wie Säckeschlachten auf Baumstämmen und zahlreiche Buden mit Handwerkskunst und russischen Schmankerln ziehen Einheimische und Touristen an. Honigwein und Wodka helfen nicht nur bei der Verdauung der köstlich gefüllten Bliny, sondern sorgen auch für Wärme und Stimmung. So fröhlich erlebt man Moskau selten.

Auch in zahlreichen anderen Städten bringt das Masleniza-Volksfest die Menschen auf die Straße. St. Petersburg prunkt dabei mit besonders schöner Kulisse. Schauplatz der Festlichkeiten am 26. Februar, zu denen 10.000 Menschen erwartet werden, ist der prachtvolle Konstantinpalast mit seinem Park. Wer das Schneeburgbauen noch nicht verlernt hat, kann sich hier in einem regelrechten Burgbau-Wettbewerb messen. Aber Achtung: die Burgen werden mit Schneeballschlachten auf ihre Tauglichkeit geprüft! Weitere historische Disziplinen beinhalten Stiefelwerfen und Tauziehen. Dazu findet dieses Jahr erstmals eine Talentschau statt, bei der die Teilnehmer sich erst in einer Vorrunde qualifizieren müssen, bevor sie sich dem Publikum präsentieren. Für Unterhaltung ist also reichlich gesorgt.

Eine gute Auswahl an Flügen bietet Opodo
Hotels findet man sehr günstig bei booking.com oder im Hotelpreisvergleich

Zu Tisch im … Sankt Petersburger Land

ARTE, Donnerstag, 26.03. um 18:30 Uhr

Zu Tisch im … Sankt Petersburger Land

Die Familie Korablev aus dem Dorf Sablino im Petersburger Land hat das Ende der UdSSR gut überstanden. Vor Beginn der Fastenzeit zum Frühjahrsanfang feiern sie die Maslenitsa, die „Butterwoche“, und backen die traditionellen Blinis.

Die russische Küche ist von zwei Faktoren geprägt: zum einen von den langen kalten Wintern, zum andern von der russisch-orthodoxen Kirche, die regelmäßig längere Fastenzeiten vorschreibt. Eingelegtes, Eingemachtes und länger haltbares Gemüse stehen daher oft auf dem Speiseplan. Vor allem zu Sowjetzeiten war die Versorgung besonders schwierig, damals mussten die Frauen aus den wenigen existierenden Lebensmitteln irgendetwas für ihre Familien zaubern. Aber Not machte erfinderisch und konnte den Frauen ihre gute Laune beim Kochen nicht nehmen. Die Zeiten der Lebensmitteldefizite sind glücklicherweise vorbei und so richten sich die individuellen Möglichkeiten heute eher nach dem Geldbeutel. Kurz vor Beginn der Fastenzeit wird zum Frühjahrsanfang in Russland die Maslenitsa gefeiert. Früher war das eine ganze Woche lang buntes Treiben, in der Karnevalswoche wurde der kalte Winter ausgetrieben, und alle schlugen sich ordentlich die Bäuche voll. Wörtlich übersetzt bedeutet Maslenitsa „Butterwoche“.
Bereits eine Woche vor Beginn der Fastenzeit musste man früher auf Fleisch verzichten, Milcherzeugnisse aber waren erlaubt. An die Fastenzeit halten sich heute nur noch wenige Leute, die Blinis – russische Pfannkuchen – werden aber nach wie vor noch gerne verzehrt. Nach einem langen Winter im Petersburger Land, der Region um die alte Zarenstadt, feiert das ganze Dorf Sablino im russischen Norden die Maslenitsa bei Minus zehn Grad. Auch die Familie Korablev backt dann die traditionellen Blinis. Heiß, rund und gelb symbolisieren sie die Sonne der kommenden warmen Jahreszeit. Für den Teig hat jede Familie ihr eigenes Rezept. Gegessen werden die Blinis entweder süß mit Honig, Quark und Früchten oder aber pikant mit Fleisch, gebratenen Zwiebeln oder Kaviar. Oma Nadeshda reicht dazu „Zucker zum Beißen“, ein Sahnekonfekt, das zum Tee aus dem Samowar geknabbert wird.

Zu Tisch im … Sankt Petersburger Land

So, 30.11. um 17:45 Uhr arte

Die Familie Korablev aus dem Dorf Sablino im Petersburger Land hat das Ende der UdSSR gut überstanden. Vor Beginn der Fastenzeit zum Frühjahrsanfang feiern sie die Maslenitsa, die „Butterwoche“, und backen die traditionellen Blinis.

Die russische Küche ist von zwei Faktoren geprägt: zum einen von den langen kalten Wintern, zum andern von der russisch-orthodoxen Kirche, die regelmäßig längere Fastenzeiten vorschreibt. Eingelegtes, Eingemachtes und länger haltbares Gemüse stehen daher oft auf dem Speiseplan. Vor allem zu Sowjetzeiten war die Versorgung besonders schwer, damals mussten die Frauen aus den wenigen existierenden Lebensmitteln irgendetwas für ihre Familien zaubern. Aber Not machte erfinderisch und konnte den Frauen ihre gute Laune beim Kochen nicht nehmen. Die Zeiten der Lebensmitteldefizite sind glücklicherweise vorbei und so richten sich die individuellen Möglichkeiten heute eher nach dem Geldbeutel. Kurz vor Beginn der Fastenzeit wird zum Frühjahrsanfang in Russland die Maslenitsa gefeiert. Früher war das eine ganze Woche lang buntes Treiben, in der Karnevalswoche wurde der kalte Winter ausgetrieben, und alle schlugen sich ordentlich die Bäuche voll. Wörtlich übersetzt bedeutet Maslenitsa „Butterwoche“.

Bereits eine Woche vor Beginn der Fastenzeit musste man früher auf Fleisch verzichten, Milcherzeugnisse aber waren erlaubt. An die Fastenzeit halten sich heute nur noch wenige Leute, die Blinis – russische Pfannkuchen – werden aber nach wie vor noch gerne verzehrt. Nach einem langen Winter im Petersburger Land, der Region um die alte Zarenstadt, feiert das ganze Dorf Sablino im russischen Norden die Maslenitsa bei Minus zehn Grad. Auch die Familie Korablev backt dann die traditionellen Blinis. Heiß, rund und gelb symbolisieren sie die Sonne der kommenden warmen Jahreszeit. Für den Teig hat jede Familie ihr eigenes Rezept. Gegessen werden die Blinis entweder süß mit Honig, Quark und Früchten oder aber pikant mit Fleisch, gebratenen Zwiebeln oder Kaviar. Oma Nadeshda reicht dazu „Zucker zum Beißen“, ein Sahnekonfekt, das zum Tee aus dem Samowar geknabbert wird.