Luxembourg Tipps

Lebendiges Luxemburg – kleines Land mit großer Vielfalt
Da bin ich also schon mittendrin, fast hätte ich es nicht wahrgenommen. Von den Moselhöhen über die Biewertalbachbrücke kommend, fällt es kaum auf, wenn man das kleine aber facettenreiche Großherzogtum zwischen Frankreich Belgien und Deutschland erreicht.
Prägnant dagegen ist die 110.000 Einwohner zählende Hauptstadt, gleichnamig zu ihrem Landesnamen. Von weitem schon begrüßt mich sie Silhouette der Stadt mit ihren markanten Türmen, der Kathedrale du Notre-Dame , das Musée de la Banque auf der anderen Seite des Petrusse-Tals vor der markanten Brücke Pont Adolphe und natürlich der Palast des Großherzogs im Herzen des Zentrums.
Im Hintergrund auf dem Kirchberg die Institutionen der Europäischen Union.
Entfernungen sind hier nicht weit. Alles dicht beieinander, ohne jedoch gedrängt zu wirken. Botschaften aller Länder sind über die Innenstadt verteilt, entsprechend multikulturell ist Luxemburg – die Stadt und das Land. 150 Nationen leben hier permanent im kleinen Großherzogtum. Es geht gemütlich zu, das ist wohl der französische Einschlag, der hier sichtbar wird. Kein lärmender Verkehr, keine Hetze in dem kleinen aber sehr feinen Einkaufsviertel der Innenstadt. Überall rund um den Palast und den Place s´Armes befinden sich gemütliche Bistros, Brasserien, Restaurants und Bars, in denen tagsüber das Leben genossen und Abends die Nacht zu Tag gemacht wird. Allerorts ist eine hohe Lebensqualität feststellbar, herausgeputzt ist das Straßenbild, gediegen die Häuser, nobel die kleinen Boutiquen und elegant das Kleidungsbild der Stadt.

Die Stadt Luxemburg – überraschend anders
Ja, Luxemburg ist nicht nur die Stadt der Banken, es ist auch ein wichtiger Brückenkopf der Europäischen Union. Das Europäische Konferenz- und Kongresszentrum, der Gerichtshof, die Komission, der Rechnungshof und die Investitionsbank – alle diese Einrichtungen befinden sich hoch über der Stadt auf dem Plateau Kirchberg, dem modernsten Teil Luxemburg.
Skuril und fast schon mondän, von architektonischer Erhabenheit mutet die Philharmonie mit 1500 Sitzpätzen, der Salle de Concerts Grande-Duchesse Joséphine-Charlotte, hier oben auf dem Kirchberg an. Der ganze Platz ringsum erinnert so gar nicht an ein kleines, beschauliches Herzogtum. Hier wird deutlich, wie Luxemburg auf der großen Bühne der Welt mitspielt. Denn auch Kultur und Architektur werden hierzulande groß geschrieben und  gepflegt. Seit Eröffnung der Philharmonie im Jahr 2005 bietet die Philharmonie ein anerkanntes Programm von hoher künstlerischer Qualität. Das 2006 eröffnete Mudam – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean – Luxemburgs Museum für moderne Kunst auf dem Gelände des Fort Thüngen ist Ziel zahlreicher, weltbekannter Künstler und zeigt einmal mehr, wie sehr sich das Großherzogtum gerade in seiner jüngsten Geschichte um einen Ruf als ein Zentrum der Kultur bemüht. Wahrscheinlich auch, um das Image, Bank- und Geldmetropole Europas und Destination für Steuersünder zu sein ein wenig abzuschütteln, denke ich bei mir, während ich um das Mudam herum die Symbiose aus alter Festungsanlage und moderner Architektur bestaune.

Das Zentrum – zwischen Tradition und Moderne
Viel traditioneller, aber nichtsdestoweniger erlebnisreich geht es rund um die Altstadt zu. Geprägt durch das Petrusse-Tal gliedert sich die Luxembug in Ober-und Unterstadt. Früher wollte niemand in der durchaus schäbigen Unterstadt wohnen, erzählt mir City-Führerin Noesen, aber heute kann sich die Wohnungen kaum noch einer leisten. Kein Wunder, denn die Unterstadt hat sich zum Zentrum der Künstler und Neureichen gemausert. Vorbei am Palais Grand Ducal, dem Sitz der Großherzogs, an dem täglich eine Palastwache auf- und abläuft, spaziert man zur Kathedrale Notre-Dame de Luxembourg. Und wer das rückseitige Tor des Palastes passiert, kann mit etwas Glück auch auf ein Mitglied der Herzogsfamilie treffen, das gerade zu Fuß das Gebäude verlässt. Man ist familiär hier und kennt keine Berührungsängste oder strengen Sicherheitsvorkehrungen. Luxemburg ist kein bedrohtes Land.
Die längsten Kasematten der Welt, die Petrusse-Kasematten und die Bock-Kasematten auf dem Bockfelsen, 1994 zum UNESCO-Welterbe erklärt, bieten in ihren mystisch anmutenden Katakomben grandiose Ausblicke über die Stadt und das Land. Die ehemalige Abtei Neumünster unterhalb der Kasematten am Ufer der Alzette – zuletzt bis 1980 als Gefängnis genutzt  und heute Kulturtreffpunkt – pflegt den einzigen, wenn auch sehr kleinen Weinberg der Stadt. Die erlesenen Weine der Traube Pino Gris sind allerdings nur besonderen Anlässen und Persönlichkeiten der Stadt vorbehalten.

Lecker Luxemburg – kulinarisches im kleinen Land
Nach soviel Kultur zieht es mich in die Küchen, Confisserien und Cafès der Stadt. Wie gut, dass die die luxemburgische Spitzenköchin Lea Linster unweit des Palastes sich mit einem kleinen Cafè die Ehre gibt. Die hier kredenzten Marlenes sind eine echte Spezialität Luxemburgs.
Auch Luxemburger beherrschen die Schokoladen-Kunst. Das erfahre ich in einer Chocolatier im Zentrum und lasse mich von den Kreationen der Löffel-Schokolade in 55 Sorten verzaubern. Mehr als 2000 solche Schoko-Löffelchen werden hier mit den unterschiedlichsten Geschmacks-Nuancen täglich hergestellt.
Luxemburgs Küche ist im Grunde deftig. Ein Schlaraffenland für alle, die gerne gutbürgerlich speisen. Die traditionelle Luxemburger Küche ist eher einfach und rustikal – aber mit eigenem Reiz.
Ein „Judd mat Gaardebounen“, geräucherter Schweinekamm mit Saubohnen und Garkartoffeln, oder eine „Bouneschlupp“ – die Bohnensuppe, auch ein „Feierstengszalot“, Rindfleischsalat und „Gromperekichelcher“, die Reibekuchen, kommen hierzulande gerne auf den Tisch und vermitteln mir als Gast, dass die luxemburgische Küche schwer und von ländlichem Charakter geprägt ist.
Kuddelfleck, Kutteln in Gemüsebrühe, Kriepsen Flusskrebse in Weißweinsauce, Stäerzelen – Buchweizenknödel in Specksauce und Träipen, gebratene Blutwurst mit Apfel-Kartoffelpürree sind eher in der gehobenen, luxemburgischen Küche zu Hause, die sich dank ihrer hohen Anzahl an Sterneköchen m Land nicht hinter der französischen Küche verstecken muss.
Den bekannten Ardennenschinken – Éislecker Ham – und das klassische Bier aus Diekirch oder auch den Nusslikör aus Vianden lerne ich bei einem Ausflug in selbiges Gebirge kennen.
Ein Quetschetaart, der klassiche Pflaumenkuchen mit einem Téi vum Séi- einem Kräutertee aus dem Naturpark Obersauer – runden jede der voluminösen und sättigenden Mahlzeiten des Lands gelungen ab.

Abenteuer Ardennen – Paradies für Wanderer, Biker und Burgen-Entdecker
Mehr als nur die kleine, feine Hauptstadt hat das Umland des Großherzogtums zu bieten. Die Ardennen im Norden Luxemburgs an der Grenze zu Belgien sind ein beliebtes Ausflugsziel für Aktive und Abenteurer. Sie sind die Wiege einer mittelalterlichen Kultur, deren Spuren auch heute noch sichtbar sind.
In den Ardennen befinden sich mehrere sehr gut erhaltene oder originalgetreu restaurierte Burgruinen. Groß und mächtig erhebt sich vor mir das Chateau de Vivanden. Bin ich doch eben noch am kleinen und malerischen Städtchen Diekirch mit seiner bekannten Brauerei vorbeigefahren, so blicke ich nun nach einer der zahlreichen Kurven und Höhenwege in den Ardennen auf diese m
ächtige Burg, entstanden aus einem zehneckigen Wohnturm der karolingischen Zeit, der später zur Kapelle ausgebaut wurde. Die Kapelle, der Kleine und der Große Pallas, die schönsten Teile der Burg, entstanden in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der Jülicher Bau westlich des Großen Pallas stammt aus dem beginnenden 14. Jahrhundert und der Nassauer Bau wurde erst im 17. Jahrhundert erbaut. Ein wirklicher Palast, denke ich mir, mehr als nur eine Burg. Und auch die jüngste Geschichte des Ortes rund im die Burg ist sehr einprägsam. Denn genau hier fand eine der blutigsten Schlachten des zweiten Weltkriegs statt, die Ardennen-Offensive, auch Rundstedt-Offensive genannt. Mehr als eine Millionen Soldaten waren daran beteiligt, als 1944 die deutsche Armee einen überraschenden und letzten Angriff auf die 12. US-Armeegruppe startete, um von hier aus eine Schneise nach Antwerpen zu schlagen. Mehr als 20.000 Soldaten starben in dieser Schlacht. Ein kleines Armee-Museum im benachbarten Ort Clervaux erinnert an diese Operation, Denkmäler in verschiedenen Orten zeugen von dem Dank der Luxemburger an ihre amerikanischen Befreier im Zweiten Weltkrieg.
Beliebt und viel genutzt sind werden die Wanderwege der Ardennen. Gibt es doch den einzigartigen Naturpark Obersauer und den Park Our, die ein wahres Naturerlebnis bilden. Regionale Spezialitäten, malerische, kleine Dörfer mit urigen Restaurants und Brauereien, felsenreiche Berglandschaften und mehr als 50 Kilometer lange Wander- und Nordic-Walking-Parcours laden zu einem ausgiebigen Aktivurlaub ein.

The family of Man – größte Fotoausstellung der Welt im kleinsten Ort Luxemburgs
Wer hier in den Ardennen Kultur sucht, wird auch darin nicht enttäuscht. Denn die einzigartige Fotoausstellung „ The Family of Man“ im Clervaux-Castle – einem ehemaligen Kloster – vermittelt in eindrucksvollen Bilderserien die Lebensweise des Menschen. Errichtet von dem ehemaligen Direktor des Photographie-Bereichs des Museums of Modern Art in New York  (MoMa), Edward Streichen, hat die Ausstellung internationale Bedeutung. Sie ist die größte Fotoausstellung aller Zeiten und seit 1994 in der Burg von Clervauxzu besichtigen. Mehrere hundert Fotografien zeigen ein umfassendes Porträt der Menschheit. Die Fotos handeln von Liebe und Geburt, vom Glauben an die Menschheit, von Arbeit und Familie bis hin zu Krieg und Frieden. Ziel der Ausstellung war bzw. ist die Völkerverständigung. Sie wurde im Oktober 2003 in die Liste des Weltdokumentenerbes der UNESCO aufgenommen. Erst 2013 wurde die Ausstellung nach jahrelanger Restaurierung wiedereröffnet. Ergreifend ist die Bilderschau und daher wundere ich mich wenig, dass bereits 10 Millionen Besucher den Weg zu dieser Ausstellung in den kleinen Ort Clervaux gefunden haben.

Luxemburg ist anders, überraschend anders – so bezeichnet sich das Land selbst. Und tatsächlich gibt es hier viel entdecken. Obwohl gar nicht weit entfernt von Deutschland, eröffnet sich hier eine erstaunliche Welt deren Unterschiedlichkeit allerorts unverkennbar ist.
Die Mentalität der Menschen, deren Herzlichkeit, Offenheit, der  liebenswerte „letzenburgische“ Dialekt, als Sprache offiziell anerkannt charakterisieren die Bewohner des kleinen Landes. Der Wunsch, dem Besucher das kleine Herzogtum zu präsentieren, der Stolz, trotz der geringen Größe kein geringer in Europa zu sein und das Streben nach Moderne, Weltoffenheit und Toleranz sind Ausdruck der unverwechselbaren und nichtsdestoweniger zukunftsweisenden Richtung, die das Luxemburg des 21. Jahrhunderts eingeschlagen hat. Mehr als ein Besuch sind notwendig, um dieses Land wirklich zu erleben, mehr als 10 Besuche, um es nur annährend zu kennen erklärt mir der freundliche Luxemburger Gemüsehändler den ich auf dem Knuedler – dem Wochenmarkt im Herzen Luxemburgs treffe. Philip Duckwitz

Kurz notiert
Wie kommt man hin:
Vom Westen Deutschlands aus erreicht man Luxemburg am einfachsten mit dem Auto über Trier nach Wasserbillig. Auch eine Anreise mit dem Zug zum Bahnhof „Gare“ m Zentrum der Hauptstadt ist unproblematisch.
Wer von weiter anreist – etwa aus dem Osten Deutschlands kann Luxemburg mit dem Flugzeug erreichen, Luxair und andere Airlines fliegen den Flughafen „Findel“ ca. 5 Kilometer außerhalb der Stadt täglich an. Von dort gehen regelmäßige Shuttlebusse ins Zentrum.

Währung: In Luxemburg gilt der Euro.

Unterkunft:
Hotel in Luxemburg Stadt
Ein echter Tipp ist das 4-Sterne Galerie-Hotel „Simoncini“ im Herzen der Stadt
www.hotelsimoncini.lu
Hotel Vivanden
Gemütlich und passend für die Kultur der Ardennen mit einer regionaltypsichen Küche ist im Ort Vivanden das Hotel Auberge Aal Veinen, http://vianden.beimhunn.lu/
Hotel in Clervaux
Gehobenen Komfort bietet das 5-Sterne Hotel Le Clervaux im Ort Clervaux mit einer vorzüglichen Küche, die italienisch und ardennen-typisch ausgerichtet ist. http://www.le-clervaux.com/

Restaurants
In Luxemburg Stadt lässt es sich gut und regionaltypisch speisen in zahlreichen Restaurants rund um den  Place s´Armes.
Das moderne Restaurant „L´óriginal“ bietet ausgesuchte luxemburgische und internationale Spezialitäten auf gehobenem Niveau in abgefahrener Atmosphäre. Www.original.lu

Nur 10 Kilometer von der Stadt entfernt, aber in jedem Fall einen Besuch (mit Vorreservierung) wert, ist das Restaurant der luxemburgischen Spitzenköchin Lea Linster. http://www.lealinster.lu/

Cafés
Unbedingt besuchen sollte man in Luxemburg Stadt die Chocolatier „ChocolateHouse“ gegenüber dem Palast. Hier kann man nicht nur gut speisen, vor allem lässt sich hier herrlich schlemmen mit Kuchen, Schokoladen und Süßwaren aller Art. Und obendrein ist ein Besuch in der Schokoladen-Manufaktur im oberen Stockwerk möglich, um die Entstehung der Kreationen persönlich in Augenschein zu nehmen. Www.chocobonn.lu

Ein Muss ist auch das Cafè und Patisserie-Geschäfzt der Spitzenköchin Lea Linster, unweit des Palastes, “Léa Linster delicatessen” http://www.lealinster.lu/l%C3%A9a-linster-delicatessen.aspx

Der bekannteste Patisserie mit Cafè und Restaurant in Luxemburg ist die Spezialitäten-Handlung Oberweis, unweit des Palastes. http://www.oberweis.lu/

Informationen zu den Sehenswürdigkeiten und Museen:
Das Mudam: http://www.mudam.lu/
Die Kasematten: www.lcto.lu
Das Chateau Vivanden: www.castle-vivanden.lu
Die Ausstellung „the family of Man“ www.cna.lu

Alle weiteren Sehenswürdigkeiten: http://www.visitluxembourg.com/
Eine der besten Reiseführerinnen, die anschaulich und unterhaltsam durch die Stadt Luxemburg führt, ist Frau Noesen Renèe vom Tourismusamt. Wer mit ihr die Stadt erkunden will, kann sie über das Tourismusamt buchen oder sie anrufen 00352 47 96 27 09

Diese Reise wurde durchgeführt mit freundlicher Unterstützung des Tourismusamts Luxemburg

Wundersame Wallonie

Endlose, grüne Hügellandschaften, tiefe Wälder, kilometerlange Wanderrouten durch unberührte Natur. Das sind die Ardennen in der belgischen Wallonie. Nur eine knappe Autostunde hinter der deutschen Grenze, südlich von Liege (Lüttich) beginnt eine Welt, die sich völlig unterscheidet von der Region jenseits der Grenze.

Wir beginnen unsere Tour durch die Ardennen vom
Städtchen Verviers aus, um die Wallonie und ihre versteckten Möglichkeiten
zu entdecken. Herausgeputzte Dörfchen tauchen plötzlich wie aus dem Nichts
am Ende einer sich durch die Landschaft schlängelnden Bergstraße auf. Meist
übergroße Kirchen und niedliche-gedrungene Bürgerhäuser, die sich an
verwundene Gassen drücken, prägen diese Ortschaften mit unaussprechlich
französichem Namen wie Theux, Samreè oder Queqe de Vache. Die meisten von
Ihnen sind auf einer Karte kaum wahrnehmbar und bilden für uns daher eine
immer eine besondere Überraschung ob ihrer Schönheit.

Wo die Zwerge das Bier brauen

Weiter geht’s zu unserem ersten Tagesziel. Hinter den Bergen, tief in den
Wäldern der Ardennen, wo kaum jemand noch eine Ortschaft vermutet taucht
plötzlich ein Schild mit dem dem Namen „Achoûfe“ auf und ein gewaltiger
Wichtel auf einem Sockel weist uns den Weg zu der nahegelegenen Brauerei
„La Chouffe“. Der Zwerg ist Sinnbild dieser Stätte der Braukunst, in der
sich eine Mannschaft aus 5 mal 7 Zwergen emsig das ganze Jahr bemüht, den
köstlichen Gerstensaft zu brauen und in die ganze Welt zu verbreiten. Wir
treffen dort auch auf drei Jungs aus Italien, die in ihrer Europa-Route
eigens zur Verkostung dieses Biers jenes Ardennen-Nest ausgewählt haben
Und die Zwerge lassen sich hier auch ins Handwerk schauen. Täglich, am
liebsten mit Anmeldung, findet eine Führung statt, in der der Prozess der
Braukunst bewundert und das Ergebnis anschließend verkostet werden darf.

Süße Versuchungen in den Bergen

Beschwingt machen wir uns auf zur nächsten Attraktion der Wallonie. Belgien
ist bekannt für seine Vielfältigkeit und hohe Qualität der
Schokoladenkünste. So ist es auch nicht verwunderlich, dass dieses Handwerk
selbst in den kleinsten Orten noch anzutreffen ist. In Erzee, mitten im
Ardennen-Hochland begüßen uns Wendy und ihr Mann von der Chocolatier
Defroidmont freundlich – sogar auf deutsch – in der eigenen Cholotier, die
nicht nur eine Werkstatt, sondern auch ein verhältnismäßig großes Museum
und natürlich einen Laden beinhaltet. Wir dürfen zusehen, wie in der
Schokoladen-Werkstatt die Kreationen ihre Form finden, wenn die flüssige-
süße, braune Masse in einem nie enden wollenden Strom aus dem Hahn in die
Schablonen läuft. Und dann heißt es verkosten. Da lässt sich Wendy gar
nicht lange bitten und kredenzt uns auf einem Silbertablett die
außergewöhnlichsten Kreationen hausgemachter Pralinès.

Wenn Oma Marmelade kocht

So verwöhnt setzen wir unsere Tour fort zu unserem nächsten Ziel, welches
nicht weniger Süße verspricht. Es ist das „Winkel-Atelier“ der Confiturie
Saint Amour in Durbuy. Eline, eine liebe Omi wie aus dem Märchenbuch
begrüßt uns freundlich und zeigt uns das „Atelier“, in dem täglich
vormittags bis zu 40 verschiedene Sorten Marmelade und Gelee hergestellt
werden – und das nun schon seit über 90 Jahren. Da finden wir Löwenzahn-
oder Fliedermarmelade, staunen über Mispelgelee und lassen uns von
köstliche Passionsfrucht-Marmelade hinreißen. Aus Blumen und Früchten werden
hier täglich die erstaunlichsten Sorten des köstlichen Brotaufstrichs
gezaubert. Da nehmen wir natürlich eine Sorten mit uns, bevor wir unsere
Reise fortsetzen.

Zickenalarm oder alles Käse?

Nach soviel Süßem steht uns der Sinn nach einer herzhaften Abwechslung. Und
so kommt uns der letzte Ausflugspunkt an diesem ereignisreichen Tag sehr
gelegen: Die Ziegenkäserei „Chèverie d`Ozo, im gleichnamigen Stadtteil des
Städtchen Izier. Schon wieder ein Ort, der auf keiner Landkarte zu finden
ist. Oben auf dem Hochplateau des Hügels treffen wir dann auf den Hof. Auch
an diesem familienfreundlichen Ausflugsziel werden wir freudig in Empfang
genommen. Ziegenbauer Lùc und führt hier mit seiner Familie den Hof und die
zugehörige Käserei. Etwa 200 Ziegen erwarten uns Meckernd aber zutraulich
im Stall und lassen sich bereitwillig streicheln. Selbst die kleinsten
Zicklein verspüren keine Scheu gegenüber uns Besuchern. Im Sommer ist das
Vieh auf den Weiden des Hofes, aber jetzt, im März ist der Stall noch ihr
Aufenthaltsort. Wir dürfen zusehen, wie sich die Ziegen melken lassen. Da
wird sich ordentlich in Reih` und Glied aufgestellt, damit die schweren
Euter zur täglichen Leerung an die Melkmaschine angeschlossen werden
können. Derweil ist Lùc schon nebenan mit der Käseherstellung beschäftigt
und produziert in hofeigener Käserei kleine, aber abwechslungsreiche
Käsevariationen, die uns das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen.
Natürlich können wir auch diese im Hofladen erwerben.

Ein abwechlungsreicher und spannender Ausflugstag geht zu Ende für uns. Und
wir stellen fest, dass wir gar nicht so weit fahren mussten, um alle diese
herrlichen Genuss-Attraktionen der Ardennen zu erleben. Diese Route südlich
von Liège durch die Ardennen umfasste kaum mehr als 100 Kilometer. Jedes
Dorf hat hier etwas zu bieten. Ob Töpferei, Imkerei oder Klöppelkunst – es
gibt noch viel zu erleben in der Wallonie und wir freuen uns schon heute
auf unsere nächste Tour, die sicherlich nicht weniger spannend werden wird.
Philip Duckwitz

Feiner Urlaub im Schloss

Feiner Urlaub im Schloss

Wer in einem Schloss Urlaub macht, spürt und erlebt ein herrschaftliches Ambiente: Hier residiert man, anstatt zu wohnen, man lustwandelt, anstatt zu spazieren, und wo man ansonsten nur essen würde, pflegt man zu tafeln. Das alles in prächtigen Anwesen mit opulenten, weiten Gärten und Parks. Belvilla, der europäische Ferienhausanbieter, vereint in seinem Portfolio außergewöhnlicher Ferienhäuser gleich 75 Schlösser und Burgen, die für eine fürstliche Ferienzeit ihre Portale öffnen. So können Urlauber prächtige Ferien in Spanien, Italien, Frankreich, Belgien, Deutschland oder in den Niederlanden verbringen.

Zwei Beispiele – Belgien und Deutschland:

Das „Château du Lac“ – ein besonderes, architektonisches Schmuckstück – gilt in der Region Spa in den belgischen Ardennen als eines der schönsten Anwesen. Es liegt malerisch am See von Warfaaz und bietet seinen Bewohnern Ausblicke auf das Wasser und die umliegende Landschaft. Das luxuriöse Anwesen, 1913 erbaut, wurde in der Vergangenheit als noble Adresse von Baronen, Diplomaten und Kanzlern bevorzugt. Heute finden bis zu zehn Gäste hier Platz: in edlen Räumlichkeiten mit fünf Schlafgemächern und zwei Badezimmern. Neben einer Sauna, einem eigenen Schwimmbad im Haus sowie einem Außenpool bietet das „Château du Lac“ eine stilechte Bibliothek, ein Wohnzimmer mit einem offenen Kamin, eine voll ausgestattete Küche und vieles mehr. Das Schloss (30 Kilometer von Maastricht) kostet für eine Woche ab 2.085 Euro.

In Deutschland, in der beschaulichen Eifel: Burg Schmidtheim – eine ursprüngliche, zweiteilige gotische Burg – beeindruckt heute mit einem mächtigen viergeschossigen Wohnturm. Die Burganlage liegt idyllisch in einem zwei Hektar großen Garten. In einem Flügel der Burg, die sich übrigens seit 1511 im Besitz der Familie Beissel von Gymnich befindet, wartet eine helle, wie auch modern eingerichtete Ferienwohnung auf neuzeitliche Ritter oder Burgdamen. Das Appartement mit seinen 240 Quadratmetern bietet Platz für 13 Personen und kostet für eine Woche ab 992 Euro. Dazu gibt es auf der Burg noch Typisches aus der Eifel, wie zum Beispiel Apfelsaft aus eigener Herstellung, Wild nach Saison, Kräutertees, Eier und Marmelade.
Und wer mag, kann den Gewölbekeller für Feste und Feierlichkeiten nutzen. Der „Burgherr“ serviert ab zehn Personen gerne die passenden Menüs (für 25 Euro pro Person).

Von Zeit zu Zeit klingen hier auch die Hochzeitsglocken, denn das edle Anwesen mit seinen stilvollen Räumlichkeiten, dem Blauen Salon für die standesamtliche Trauung und der katholischen Kirche auf dem Burggelände sind für eine romantische Hochzeit wie geschaffen.

Weitere Informationen zu Urlaub auf Burgen und Schlössern unter: www.belvilla.de/suchen.html?&as=ty20

Schloss „Château du Lac“ in Spa, Ardennen, Belgien

Formel 1 in den Ardennen – So attraktiv wie nie

Sie ist eine der legendärsten und vielleicht die originellste Rennstrecke auf der Formel
1-Tour – Spa-Francorchamps. Der Kurs in den belgischen Ardennen wird 2007 nach
einem Jahr Pause wieder zum Schauplatz des Großen Preises von Belgien und vom
14. bis 16. September tausende Formel-1-Fans nach Spa locken.
Die von vielen als schönste Rennstrecke der Welt bezeichnete Schleife liegt malerisch eingebettet
in die grüne Hügellandschaft zwischen Spa, Malmedy und Stavelot, knapp 20 Kilometer
von der deutsch-belgischen Grenze entfernt.

Der einzigartige Streckenverlauf (6,976
km) mit einer Höhendifferenz von insgesamt 100 Metern und vielen charakteristischen Kurven,
in denen besondere Fliehkräfte wirken, machen Spa-Francorchamps zu einer ebenso
gefürchteten wie anspruchsvollen Herausforderung für die Fahrer. Der siebenfache Formel
1-Weltmeister Michael Schumacher erklärte sie zu seiner Lieblings- und Hausstrecke. Nach
einer bewegten Zeit ist der Kurs nun mit einer Investition von 25 Millionen Euro durch die
wallonische Regierung im Strecken- und infrastrukturellen Bereich noch attraktiver gestaltet
worden. Die Weichen für Spa als eine von nur noch sechs Grand-Prix-Stätten der Formel 1
in Europa (aktuell 12) ab 2009 sind somit gestellt.

Neuerungen
Eine komplett neue Boxenanlage mit 350 Metern Länge samt Fahrerlager mit 42 Boxen wurde
an der Bus-Stop-Schikane errichtet. Im oberen Bereich des Gebäudes befinden sich die
Büros der Renn-und Streckendirektionen, der Pressebereich, VIP- und Empfangsräume etc.
Die Modifikationen an der Strecke selber betreffen vor allem das Teilstück zwischen der Bus-
Stop-Schikane und der La Source-Haarnadelkurve. Die Schikane wurde gänzlich erneuert,
damit die Start- und Zielgerade auf 575 Meter verlängert werden konnte. Auslauf- und Sicherheitszonen
an der Ein- und Ausfahrt zur Schikane wurden angelegt. Die zweite Neuerung
betrifft die Streckenposition 21, wo eine Auslaufzone samt Betonmauern und Reifenschutz-
Wall für eine bessere Sicherheit installiert wurden. Gegenüber der neuen Boxenanlage
wird zum Grand Prix eine neue Sitzplatztribüne für 4.000 Zuschauer fertig gestellt. Dahinter
befinden sich Parkplatzmöglichkeiten auf einer Fläche von 25.000 m2.

Die Region
Wenn die Formel 1 vom 14. bis
16. September wieder zu Gast in
der Wallonie ist, haben die Besucher
nicht nur das Vergnügen, ein
großartiges Sportevent von Weltgeltung
live mit zu erleben, sondern
zugleich eine sehr reizvolle
Region voller landschaftlicher
Schönheit kennen zu lernen. Die
bekanntermaßen exquisite belgische
Küche in Harmonie mit einer
sehr ansprechenden Gastronomie-
und Hotellerie-Kultur
macht einen Aufenthalt in den
Ardennen nicht nur dann zum besonderen
Erlebnis.

Info: www.spagrandprix.be
www.spa-francorchamps.be
www.spa-info.be/tourisme

Jagdfeste in den Ardennen

Der Ort St. Hubert ist das Zentrum der

Jagd- und Naturfreunde in den belgischen

Ardennen. Am 3. November

begeht es den Hubertustag mit einer

feierlichen Messe und traditioneller

Segnung der Tiere.

Rund um St. Hubert

gibt es zahlreiche charmante Hotels,

Restaurants und Bed & Breakfast

Unterkünfte, die in der Jagdsaison

von Oktober bis etwa Ende Februar zu

genussreichen Aufenthalten einladen.

Im November ziehen die zahlreichen Jagdfeste Neugierige in die belgischen Ardennen. Als

Highlight findet das „Hubertus-Fest“ am 3. November zu Ehren des Schutzheiligen der Jagd

St. Hubertus in dem gleichnamigen Ort statt. Die „Hauptstadt der Jagd“ lädt zu einer feierlichen

Messe, der Segnung des Brotes und der Tiere und zu historischen Umzügen ein.

An diesem Tag erklingt laut das Halali der Jagdhornbläser und stimmt den Besucher auf die

Gaumenfreuden der Region ein, denn von Anfang Oktober bis Ende Februar locken die

Wildgerichte.

Das während der Jagdsaison geschossene Wild kommt immer frisch auf den

Tisch, da es nur bis maximal 10 Tage nach Ende der Saison verarbeitet werden darf.

So

offerieren die regionalen Restaurants diverse Wildspezialitäten und bieten für jeden Geschmack

und Geldbeutel etwas. Gerade in den kleinen, charmanten Restaurants kommt

man in den Genuss dieser hervorragenden Küche.

Info:

St. Hubert: Datum: 03.11.2006 / Programm: ab 9.00 Uhr Handwerkermark und Animationen im Zentrum,

11.00 Uhr Beginn der Messe mit anschließender Segnung der Tiere und des Brotes.

www.saint-hubert-tourisme.be

Ausflugstipp:
Genießen Sie einen kulinarischen Ausflug

in die herbstlichen Ardennen und lassen

Sie sich verwöhnen, z.B. in dem gemütlichen

Hotel und Restaurant Auberge du

Sabotier***. Abgerundet wird der Aufenthalt

durch einen Besuch der Jagdfeste wie

in St. Hubert oder des Wildmarktes in

Bouillon, auf dem sie Wildspezialitäten

probieren können.
Info: www.laubergedusabotier.be

Weitere Hubertusfeste in der Wallonie:
03. November bis 05. November 2006, Han-sur-Lesse: Messe mit Jagdhornkonzert, Segnung der

Tiere und Reiter, Verteilung des gesegneten Brotes.
11. und 12. November 2006, Bouillon: Sa: 10.30 Uhr Jagdhornkonzert und Messe. ab 11.00 Uhr

Umzug der Tiere durchs Zentrum, ab 15.00 Uhr Segnung der Tiere /
12. November 2006, Harze: Reitergespanne um die Kirche Pouhons, Messe, Jagdchöre, Segnung

der Tiere und Reiter, Verteilung des gesegneten Brotes.
19. November und 26. November 2006, Durbuy: Jagdhornfestival im gesamten Zentrum.

Reisemobilerlebnis Eifel

Im Westen Deutschlands, und zugleich im Herzen Europas, gibt es eine Landschaft, die Entdeckerlust weckt: Die Eifel. Das Mittelgebirge zwischen Aachen im Norden und der deutsch-luxemburgischen Grenze im Süden, der deutsch-belgischen Grenze im Westen und Mosel und Rhein im Osten, besticht durch seine Vielfalt.

In der Nordeifel lädt der Nationalpark Eifel mit seinen knorrigen Buchen- und Eichenwäldern, geheimnisvollen Schluchten und wilden Bächen zu einem besonderen Naturerlebnis ein. Nicht minder interessant sind mehrere Talsperren mit eindrucksvollen Staumauern, historische Städtchen wie Monschau, Bad Münstereifel oder Blankenheim und der ehemalige Truppenübungsplatz Vogelsang.

In der Vulkaneifel findet man auf engstem Raum so viele Mineralquellen und Vulkane wie nirgendwo sonst in Deutschland. Hier rauchten vor knapp 10.000 Jahren noch die Schlote, heute zeugen 240 Vulkankegel und -stümpfe, 70 Maare, Lavaströme, Quellen, roter Standstein und tropische Riffe von der bewegten Erdgeschichte des Landstrichs rund um die Ortschaften Daun, Gerolstein, Hillesheim, Manderscheid und Stadtkyll.

Die Südeifel, mit ihren Orten Bitburg, Irrel, Speicher, Neuerburg, Arzfeld, Prüm und Kyllburg, wird geprägt von unterschiedlichen Landschaften. Da gibt es die wildromantische Felslandschaft des Ferschweiler Plateaus, die Flusstäler von Enz, Prüm, Nims oder Kyll, Streuobstwiesen im Bitburger Gutland und bewaldete Hochflächen des wilden Islek im Dreiländereck Deutschland-Belgien-Luxemburg.

Ungezwungener und spontaner kann man diese Vielfalt kaum erkunden als mit dem Reisemobil. 35 Plätze – vom einfachen Stellplatz bis zum komfortablen Wohnmobilhafen – bieten die Möglichkeit, die Eifel zu entdecken. Abwechslung ist dabei garantiert: Heute parkt man etwa am Freilichtmuseum, morgen am Startpunkt eines Nordic Walking Parcours und übermorgen fährt man weiter in ein historisches Städtchen.

Die Karte „Reisemobilerlebnis Eifel“ zeigt, wo man in der Eifel einen Stellplatz findet. Mit Adressen und Ausstattungsmerkmalen, etwa Stromanschlüssen und Entsorgungsmöglichkeiten, werden in deutscher und niederländischer Sprache die Plätze beschrieben.
Zur Ergänzung empfiehlt sich die „Touristische Karte Eifel-Ardennen“. Sie weist den Weg zu mehr als 460 Ausflugszielen und Sehenswürdigkeiten.

Die Karte „Reisemobilerlebnis“ sowie spezielle Themenmagazine, wie etwa das „Radmagazin Eifel“, das „Vulkaneifel Magazin“ oder „Wanderland Eifel-Ardennen“ gibt es kostenlos bei den Touristinformationen der Eifel und direkt bei der Eifel Tourismus GmbH. Dort ist auch die „Touristische Karte Eifel-Ardennen“ für 1,50 Euro erhältlich.

www.eifel.info