WM-Chaos am Finaltag

Fluggesellschaften an den Berliner Flughäfen wurden gestern von der Deutschen Flugsicherung (DFS) gezwungen, kurzfristig zahlreiche Flüge zu streichen. Darüber hinaus kam es bei allen Airlines zu erheblichen Verspätungen. Bei easyJet mussten fünf Flüge ab Berlin Schönefeld sowie fünf weitere nach Berlin gestrichen werden. Insgesamt waren allein bei easyJet über 1000 Passagiere aus ganz Europa von den Streichungen betroffen.

Grund für die Anweisung der DFS war das WM-Endspiel, für das sich zahlreiche zusätzliche Flieger angekündigt hatten. Obwohl den in Berlin ansässigen Fluggesellschaften vor der WM zugesichert worden war, dass Linienflüge Vorrang bekämen, erhielten gestern Privatjets mit Politikern und VIPs den Vorzug. Den Airlines war es nicht einmal möglich, ihre Passagiere vorab zu informieren, so dass viele erst an den Flughäfen von den Strechungen erfuhren. Da es keine freien Hotelbetten in Berlin gab, mussten viele Fluggäste die Nacht im Terminal verbringen.

John Kohlsaat, Geschäftsführer easyJet Deutschland:
„Die Flugsicherung hatte Monate Zeit, sich auf das WM-Endspiel vorzubereiten. Warum es dann am Tag des Endspiels zu kurzfristigen Streichungen kommt und Hunderte von Passagieren in den Terminals übernachten müssen, ist nicht nachzuvollziehen.

Noch schlimmer als Inkompetenz wiegt die Tatsache, dass Privatjets mit einigen wenigen VIPs an Bord bevorzugt wurden. Dafür hat die Flugsicherung in Kauf genommen, dass Tausende von Linienpassagieren am Boden bleiben mussten. Neben dem Imageschaden sind den Fluggesellschaften erhebliche Kosten entstanden. Wir werden Regressansprüche stellen und rufen alle betroffenen Fluggesellschaften auf, dies ebenfalls zu tun.“

Ab Dienstag wird an den Berliner Flughäfen wieder mit einer Normalisierung des Verkehrs gerechnet.

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