Der vielleicht beste Italiener Deutschlands

Ein Besuch bei Carmelo Greco

Zugegeben, es gibt schönere Orte als die Betonburg im Frankfurter Ziegelhüttenweg. Und doch beherbergt sie den wohl schönstmöglichen Widerspruch in sich, denn dort, in der Unwirtlichkeit einer gescheiterten Städteplanung, befindet sich mit dem Restaurant Carmelo Greco der – in aller Bescheidenheit – wohl beste Italiener Deutschlands.

Nein, Pizza gibt es hier nicht. Aber Pasta, die gibt es bei Carmelo Greco, natürlich täglich frisch und selbst produziert. Bei dem gebürtigen Sizilianer, der im Piemont aufwuchs, ist die Pasta etwas edler. Schließlich steht der Name Greco für eine authentisch-raffinierte, neuinterpretierte und moderne italienische Küche, die mit einem Michelin-Stern dekoriert ist.

Sizilien und Piemont

Vorweg sei mit einem Missverständnis aufgeräumt: Es gibt nicht „die“ italienische Küche. Vielmehr stehen die zwanzig italienischen Regionen jeweils für eine eigenständige „cucina“. Carmelo Greco, der sein Handwerk bei der Zwei-Sterne-Köchin Lidia Vanzino perfektionierte, konzentriert sich im Kern auf Sizilien und das Piemont, dort liegen seine Wurzeln. Von der Grande Dame der piemontesischen Küche hat er mitbekommen, nur solche Produkte zu verwenden, die eine sehr gute Qualität haben.

Wie gut die Lehrmeisterin war, zeigte sich bereits 1996, als sein damaliges Restaurant „Osteria Enoteca“ in Rödelheim mit einem Michelin-Stern dekoriert wurde. Auch sein aktuelles Restaurant in Sachsenhausen trägt die kulinarische Auszeichnung und wurde 2014 zum besten ausländischen Restaurant Deutschlands gewählt.

Carmelo Greco mit seinem talentierten Sous Chef Nunzio Autiero.

Richtig fein

„Italian Fine Dining“ bei Carmelo Greco hat nichts mit dem zu tun, was man vielleicht von den üblichen italienischen Restaurants kennt. Greco ist der wohl leiseste Vertreter der italienischen Küche, zurückhaltend, fast schüchtern. In seinem Restaurant wird kein Gast als „dottore“, keine Frau als „principessa“ tituliert, Greco zelebriert seine Zurückhaltung im Umgang mit seinen Gästen als auch bei seinen Gerichten.

Wie unvergleichlich Carmelo Greco kocht, zeigt sich in seinem wohl berühmtesten Gericht, dem „Royale di Parmigiano Reggiano mit Espresso-Orangen-Reduktion“, einem luftigen Parmesan-Flan zum Niederknien.

Die Genialität des Sternekochs und sein kompromissloses Beharren auf höchster Qualität zeigt sich in einem Gericht mit nur wenigen Zutaten. Er serviert selbst importierten weißen Alba-Trüffel auf hausgemachten Linguine mit einem Ei des exzentrischen Züchters Paolo Parisi aus Livorno, dessen Hühner nur Ziegenmilch und Körner fressen und dessen Eier als die teuersten der Welt gelten. „Einfach“ zum Niederknien!

Kein Wunder, dass der sympathische Sizilianer mit solchen Gerichten zum extravaganten Traditionalisten wurde.

Selbstverständlich bietet Carmelo Greco auch ein vegetarisches Menü an, das keinerlei Wünsche offenlässt. Soll es vegan sein, muss der Gast das vorher anmelden. „Wenn wir das im Vorfeld wissen, können wir es vorbereiten. Aber ganz ehrlich: Als Italiener blutet mir das Herz. Zu meiner Küche gehören Butter und Parmigiano Reggiano, das ist meiner DNA.“

Unschlagbar in Sachen Preis und Leistung ist übrigens das Mittagsmenü, drei Gänge kosten 39 Euro. In der Abendkarte empfiehlt sich das Degustationsmenü, das von drei bis sieben Gängen reicht.

RISTORANTE CARMELO GRECO

Ziegelhüttenweg 1-3
60598 Frankfurt
Tel.: +49 (69) 606 089 67
info@carmelo-greco.de

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Nein, Pizza gibt es hier nicht. Aber Pasta, die gibt es bei Carmelo Greco, natürlich täglich frisch und selbst produziert. Bei dem gebürtigen Sizilianer, der im Piemont aufwuchs, ist die Pasta natürlich etwas edler. Denn er steht für eine authentisch-raffinierte, neuinterpretierte und moderne italienische Küche, die mit einem Michelin-Stern dekoriert ist.

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