Abschreiben

Das passiert, wenn man voneinander abschreibt ohne die Quelle zu überprüfen. Die Deutsche Presse Agentur dpa verfasst die Meldung, die EU plane die Einführung von kostenlosem Leitungswasser in jedem Restaurant der EU. Das Handelsblatt übernimmt die Meldung und die AHGZ schreibt es ab. Viele andere folgen dann, wie z.B. Rolling Pin. Die Rolling Pin Meldung hatten wir auf unserer Facebook-Seite verlinkt.

Wasserglas

Der Branchenverband DEHOGA protestiert nun! Der Unternehmer müsse selber kalkulieren dürfen. Sozialismus pur!

Auf Nachfrage erklärte die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Svenja Schulze, ihre Sympathie zu diesem Vorschlag der EU. (Welchen genau, Frau Schulze?)

In den sozialen Medien toben die Gastronomen. Scheiss EU, eine neue Zumutung usw.

Nun hat der Frankfurter Journalist Michael Wanhoff mal nachgeguckt, was die EU wirklich will. Nämlich gar nichts dergleichen.

Hier ist der Text der EU via Michael Wanhoff, der ihn auf seiner Facebook Seite veröffentlichte:
„RICHTLINIE DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Neufassung)“ 

Dort steht im Artikel 13: „Unbeschadet des Artikels 9 der Richtlinie 2000/60/EG treffen die Mitgliedstaaten alle erforderlichen Maßnahmen, um den Zugang zu Wasser für den menschlichen Gebrauch für alle zu verbessern und dessen Verwendung in ihrem jeweiligen Hoheitsgebiet zu fördern. Dazu zählt unter jede der folgenden Maßnahmen:

…(c) Werbung für Wasser für den menschlichen Gebrauch durch:
(iii) Förderung der kostenlosen Bereitstellung solchen Wassers in
Restaurants, Kantinen und im Rahmen von Verpflegungsdienstleistungen.

(Dies kann durch Maßnahmen erfolgen, die u. a. darauf abzielen, den Zugang zu Wasser für den menschlichen Gebrauch für alle zu verbessern (z. B. durch frei zugängliche Wasserspender in den Städten) und seine Verwendung zu fördern, indem die unentgeltliche Bereitstellung von Trinkwasser in öffentlichen Gebäuden und Restaurants unterstützt wird.)

Im gesamten Dokument wird von einer Förderung gesprochen, niemals jedoch von einer Verpflichtung. 

Wer es nachlesen möchte: https://eur-lex.europa.eu/resource.html…

Wir entschuldigen uns bei unseren Lesern, dass wir auf Facebook auch die Falschmeldung brachten und bedanken uns bei Michael Wanhoff für die Richtigstellung!

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