Kohlenhydrate und Ballaststoffe in der Ernährung

Wissenschaftliches Symposium der DGE am 22./23.09.2010

Kohlenhydrate spielen neben Fett die wichtigste Rolle für die Deckung des
Energiebedarfs und stellen üblicherweise den Hauptbestandteil in unserer
Ernährung dar. Laut den D-A-CH-Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr sollten
über 50 % der täglich aufgenommenen Nahrungsenergie durch Kohlenhydrate,
bevorzugt über stärke- und ballaststoffhaltige Lebensmittel, aufgenommen
werden. Die Höhe der Kohlenhydratzufuhr wird kontrovers diskutiert.
Wissenschaftler bewerten einen hohen Zuckerverzehr überwiegend negativ,
kohlenhydratarme Diäten wie „Low carb“ und „Glyx-Diäten“ werden
erfolgversprechend und als gesundheitsförderlich vermarktet.

Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie II zeigen, dass Männer im Schnitt
lediglich 45 % und Frauen 49 % der Energie als Kohlenhydrate aufnehmen, wobei
sie etwa die Hälfte davon in Form von Zucker verzehren. Gerade die von der
Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) seit langem propagierte
Ernährungsempfehlung, die Ballaststoffzufuhr z. B. über Vollkornprodukte,
Kartoffeln, Hülsenfrüchte Gemüse und Obst zu steigern, stößt in der Bevölkerung
noch nicht auf ausreichend Gegenliebe. 68 % der Männer und 75 % der Frauen
kommen nicht auf den Richtwert von mindestens 30 g Ballaststoffe pro Tag.

Welche Rolle spielen Kohlenhydrate und Ballaststoffe in der Ernährung? Eine
Leitlinienkommission der DGE untersuchte, welchen Einfluss die Quantität und
Qualität der Kohlenhydratzufuhr auf die Prävention ausgewählter
ernährungsmitbedingter Krankheiten hat und welche praxisnahen Empfehlungen sich
daraus für die Primärprävention dieser Krankheiten ableiten lassen. Dazu
wertete sie die aktuell verfügbare wissenschaftliche Literatur systematisch aus
und unterzog die gefundenen Ergebnisse einer kritischen Bewertung.

Auf dem Wissenschaftlichen Symposium der DGE am 22. und 23. September 2010 im
Wissenschaftszentrum Bonn werden erste Ergebnisse der evidenzbasierten
Leitlinie „Kohlenhydratzufuhr und Prävention ausgewählter
ernährungsmitbedingter Krankheiten“ vorgestellt.

Der erste Veranstaltungstag gibt zunächst einen Überblick über den Hintergrund,
die Ziele und die methodische Vorgehensweise der evidenzbasierten Leitlinie.
Anschließend geht es um den Einfluss auf verschiedene Krankheiten, ob
Kohlenhydrate beispielsweise das Risiko für Adipositas und Krebs senken oder
inwieweit sie blutdruckwirksam sind und ob Zucker wirklich „zuckerkrank“ macht.

Am zweiten Veranstaltungstag stehen praxisnahe Empfehlungen im Vordergrund.
Vorgestellt wird unter anderem die Anwendbarkeit des Glykämischen Indexes und
der Glykämischen Last in der Praxis und die Bedeutung des Zuckerverzehrs über
Getränke. Zudem werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich die Zufuhr von
Ballaststoffen steigern lässt, welche Backeigenschaften hoch ausgemahlene Mehle
haben und wo technologische Grenzen in der modernen Produktion von
Standardmehlen liegen. Abschließend sind die Teilnehmer eingeladen, mit
Experten über die optimale Zufuhr von Kohlenhydraten und Ballaststoffen sowie
praktischen Fragestellungen zu diskutieren.

Weitere Informationen, Programm und Anmeldung finden Sie unter
http://www.dge.de/rd/symposium

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