Skandinavien dominiert Kocholympiade

„Größer, besser und erstmals in Stuttgart – wir haben bewiesen, dass die IKA/Olympiade der Köche der renommierteste und wichtigste internationale Wettbewerb für Köchinnen und Köche ist“, sagt VKD-Präsident Richard Beck über die Wettbewerbstage. Der Verband der Köche Deutschlands e. V. ist der Ausrichter des Wettbewerbs Kocholympiade.

Norweger gewinnen die Kocholympiade in Stuttgart 2020
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Schlemmer Atlas 2018 – Ergebnisse

Gastronom des Jahres 2018 – Klaus Peter Kofler (Berlin)

Klaus Peter Kofler, kurz „KP“ genannt, ist Gründer und Ceo des Catering-Unternehmens Kofler & Kompanie. Er entstammt einer Unternehmerfamilie, die 1823 die Bäckerei Kofler in Bad Homburg bei Frankfurt am Main gründete. So erlernte er zunächst wie erwartet das Handwerk des Konditors. Jedoch nahm sein Lebensweg einen ganz anderen Verlauf. Er studierte Wirtschaftswissenschaften und wäre fast ein professioneller Springreiter geworden, als er sich für die Karriere als Gastronom und Caterer entschied. Die Auszeichnung „Gastronom des Jahres“ wird von der Redaktion Schlemmer Atlas verliehen.

Sven Elverfeld & Schüler – Foto: Christian Stromann

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Aktuelle Nuss-Metaanalyse

Hintergrund: Während der Zusammenhang zwischen dem Nussverzehr und dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gut belegt ist, sind epidemiologische Daten bezüglich des Krebsrisikos weniger umfassend und es fehlt an systematischen Auswertungen. Beide Erkrankungsbilder zählen hierzulande zu den häufigsten Todesursachen, so dass Forschung und Industrie einen großen Handlungsbedarf sehen.

Studientitel: Nut consumption and risk of cardiovascular disease, total cancer, all-cause and cause-specific mortality: a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies (Abstract)

Studientyp: Metaanalyse aus 20 prospektiven Kohortenstudien mit epidemiologischen Daten von mehreren hundert Tausend Studienteilnehmern.

Ziel/ Fragestellung: Forscher der Universität Trondheim untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Nussverzehr und dem Erkrankungsrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Krebserkrankungen.

Ergebnisse: Der tägliche Verzehr von 28 Gramm Nüssen beeinflusst signifikant das Erkrankungsrisiko – unabhängig von der Sorte. Diese 1-2 Handvoll Nüsse am Tag reduzieren demnach das Risiko einer koronaren Herzerkrankung um 29 Prozent, das einer kardiovaskulären Erkrankung um 21 Prozent, das eines Schlaganfalls um 7 Prozent und das einer Krebserkrankung um 15 Prozent. Zudem sinkt die Gesamtmortalität um 22 Prozent. Der gesteigerte Verzehr von Nüssen verringert zudem das Risiko für Atemwegserkrankungen, Infektionskrankheiten, Diabetes oder neurodegenerative Erkrankungen – und zwar der genannten Reihenfolge nach zu 52, 75, 39 und 35 Prozent. Die Schlussfolgerung der Forscher: mehr als 4 Millionen Todesfälle in Nord- und Südamerika, Europa, Südostasien und Australien könnten möglicherweise auf einen zu geringen Konsum an Nüssen zurückzuführen sein.

Diskussion: Die Ergebnisse als solches sind nicht wirklich überraschend und zeigen einmal mehr, wie praxisfern Ernährungswissenschaft sein kann. Denn selbst dem Laie dürfte schnell klar sein, dass ein einziges Lebensmittel wohl kaum das Risiko für komplexe Erkrankungsbilder signifikant zu senken vermag. Fast schon dreist hingegen ist die Schlussfolgerung der Forscher, dass bis zu 4 Millionen Todesfälle hätten eventuell verhindert werden können. Bei der abschließenden Empfehlung, den Nusskonsum generell zu steigern, stellt sich doch eher die Frage, wer solch oberflächlich-behandelte Sachverhalte finanziert und wessen Interessen hier vielleicht eine Rolle gespielt haben.

Fazit: Nüsse sind eine hervorragende Ballaststoffquelle und liefern hochwertiges Eiweiß, zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe sowie Antioxidantien. Ein Allheilmittel gegen Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs sind diese aber nicht. Die Energiepakete eignen sich unter Umständen auch nicht für Allergiker, Neurodermitiker oder Adipositaspatienten zum täglichen Verzehr. Schlussendlich spielt in der gesundheitlichen Bewertung auch immer der Verarbeitungsgrad eine Rolle. Der GeNUSS sollte daher auch immer mit dem gesunden Menschenverstand erfolgen.

www.fet-ev.eu

Michelin 2017 – Gerüchteküche

UPDATE: Alles richtig gewesen!
Es ist nun bestätigt!

Es soll nur drei neue Zwei Sterner geben, keinen neuen DreiSterner! Wir haben die ersten Namen …

Natürlich sind das NUR Gerüchte! Erst um 19.30 Uhr wird offiziell in Berlin verkündet!

Die drei neuen Zwei-Sterner sind:

Marco Müller vom Rutz in Berlin
Tristan Brandt vom Opus V in Mannheim
und
Tohru Nakamura von Geisels Werneckhof

Auf unserer Facebook Seite bringen wir laufen aktualisiert die neusten Gerüchte und Nachrichten!
https://www.facebook.com/gourmetreport/

Hier finden Sie die vermutlichen neuen EinSterneRestaurants:
http://www.gourmet-report.de/artikel/347837/Michelin-2017-Geruechtekueche/

Schweinefleisch gefährlich?

Schweinefleisch ist nach wie vor eine bedeutende Infektionsquelle des Menschen mit Salmonellen

BVL veröffentlicht Bericht zum Zoonosen-Monitoring 2015

Die Ergebnisse des repräsentativen Zoonosen-Monitorings 2015, die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) heute veröffentlicht hat, zeigen, dass Schweine zum Teil Träger von Salmonellen sind (5 bis 10 % positive Kotproben) und es im Rahmen der Schlachtung zu einer Kontamination der Schlachtkörper und des Fleisches mit eingetragenen Keimen kommen kann. Insbesondere aufgrund des teilweise üblichen Rohverzehrs (z. B. als Mett) geht von Schweinefleisch ein potenzielles Risiko für eine Infektion des Menschen mit Salmonellen aus. Die Ergebnisse der Resistenzuntersuchungen zeigen, dass Bakterien, die von Läufern (Schweine vor der Hauptmast bis 30 kg) und Mastkälbern bzw. Jungrindern stammen, die höchsten Resistenzraten bei diesen Tierarten aufweisen. Dies spiegelt die häufige Antibiotikagabe bei diesen Tiergruppen wider.

Im Rahmen des Zoonosen-Monitorings 2015 wurden insgesamt 6.106 Proben auf allen Ebenen der Lebensmittelkette durch die Überwachungsbehörden der Bundesländer genommen und von den Untersuchungseinrichtungen auf das Vorkommen der wichtigsten über Lebensmittel übertragbaren Erreger untersucht. Dabei wurden 2.063 Bakterien-Isolate gewonnen und in den Nationalen Referenzlaboratorien am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weitergehend charakterisiert und auf ihre Resistenz gegen ausgewählte Antibiotika untersucht. Die wichtigsten Ergebnisse sind:

Salmonellen

Die Ergebnisse der Untersuchungen aus Ferkelerzeugerbetrieben zeigen, dass Zuchtsauen (5,6 % positive Kotproben) und insbesondere Läufer (10,3 % positive Kotproben) Träger von Salmonellen sind. Dieses Ergebnis verdeutlicht, wie wichtig die Salmonellenbekämpfung bereits auf Ebene der Zuchtbetriebe ist, um die Einschleppung von Salmonellen über infizierte Ferkel in die Mastbetriebe zu verhindern. Die Ergebnisse der Untersuchungen an Schlachthöfen zeigen, dass es im Rahmen der Schlachtung zu einer – wenn auch im Vergleich zur Geflügelschlachtung geringeren – Verschleppung von eingetragenen Salmonellen auf die Schlachtkörper (4,5 % positive Proben) kommt. Frisches Schweinefleisch aus dem Einzelhandel war zu 0,4 % mit den Erregern verunreinigt. Trotz der relativ geringen Kontaminationsrate mit Salmonellen stellt Schweinefleisch aufgrund des teilweise üblichen Rohverzehrs nach wie vor eine bedeutende Infektionsquelle für den Menschen mit Salmonellen dar. Rohes Hackfleisch und Rohwurstprodukte sind aus diesem Grund keine geeigneten Lebensmittel für empfindliche Verbrauchergruppen wie Kleinkinder, ältere und immungeschwächte Menschen und Schwangere.

Verotoxinbildende Escherichia coli (VTEC)

Die Ergebnisse der Untersuchungen in der Lebensmittelkette Mastkälber/Jungrinder liegen auf demselben Niveau wie im Zoonosen-Monitoring der Vorjahre. In 25,7 % der Proben von Blinddarminhalt von Mastkälbern und Jungrindern am Schlachthof und in 0,9 % der Proben von frischem Rindfleisch aus dem Einzelhandel wurden VTEC nachgewiesen. Die Ergebnisse bestätigen, dass Mastkälber und Jungrinder eine Quelle für Infektionen des Menschen mit VTEC darstellen, zumal unter den VTEC-Isolaten auch O-Gruppen nachgewiesen wurden, die als häufige Erreger von EHEC-Infektionen und des hämolytisch urämischen Syndroms (HUS) bekannt sind.

Koagulase positive Staphylokokken

Koagulase positive Staphylokokken sind Bakterien, die sich unter geeigneten Bedingungen in Lebensmitteln vermehren können und dabei Enterotoxine bilden, die bereits wenige Stunden nach der Aufnahme zu einer Lebensmittelvergiftung führen können. Sie wurden in Proben von Schafs- und Ziegenkäse aus Rohmilch häufig nachgewiesen (9,3 % positive Proben). In 1,2 % der Proben lag die Keimzahl oberhalb des kritischen Wertes von 100.000 koloniebildenden Einheiten pro Gramm, ab dem der Käse nur in den Verkehr gebracht werden darf, wenn die Freiheit von Staphylokokken-Enterotoxin durch eine Untersuchung nachgewiesen wird. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass bei der Gewinnung von Rohmilch höchste Anforderungen an die Eutergesundheit der milchliefernden Tiere gestellt werden müssen und eine strenge Personal- und Produktionshygiene eingehalten werden muss, da sich in der Milch vorhandene Staphylokokken während des Käsungsprozesses zu bedenklichen Keimzahlen vermehren können.

Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA)

MRSA zeichnen sich durch eine Resistenz gegen sämtliche Beta-Laktam-Antibiotika (Penicilline und Cephalosporine) aus. Meist sind sie auch noch gegen weitere Klassen von antimikrobiellen Substanzen unempfindlich. Sie kommen in der Lebensmittelkette Mastschwein häufig vor: 26,3 % der Proben aus dem Wartebereich von Zuchtsauen waren positiv für MRSA. Die Nachweisrate von MRSA in Proben aus dem Aufzuchtbereich von Läufern war mit 41,3 % noch signifikant höher. Dieses Ergebnis verdeutlicht, dass von den weiter vermarkteten Läufern ein Risiko für die Einschleppung von MRSA in die Mastbetriebe ausgeht. Die Schlachtkörper von Mastschweinen und frisches Schweinefleisch waren zu etwa 20 % bzw. 13 % mit MRSA kontaminiert. Nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft scheint die Übertragung von MRSA auf den Menschen über den Verzehr von Lebensmitteln zwar von untergeordneter Rolle zu sein. Für Menschen, die häufig Kontakt zu Tierbeständen haben, besteht aber ein erhöhtes Risiko, Träger von Nutztier-assoziierten MRSA-Stämmen zu werden.

ESBL/AmpC-bildende E. coli

Extended-Spectrum-Beta-Laktamase (ESBL) und AmpC-Beta-Laktamase (AmpC) bildende Bakterien zeichnen sich dadurch aus, dass sie Enzyme bilden, die die Wirksamkeit von Penicillinen und Cephalosporinen herabsetzen bzw. aufheben, sodass sie resistent gegenüber diesen Antibiotika sind. Sie wurden mittels selektiver Verfahren in etwa der Hälfte der untersuchten Kotproben von Zuchtsauen, Läufern (47,6 % positive Proben) und Mastschweinen (53,9 % positive Proben) nachgewiesen. Im Blinddarminhalt von Mastkälbern und Jungrindern am Schlachthof wurden ESBL/AmpC-bildende E. coli mit 60,6 % positiver Proben noch häufiger nachgewiesen als bei Schweinen. Frisches Schweinefleisch und frisches Rindfleisch wiesen eine Kontaminationsrate mit ESBL/AmpC-bildenden E. coli von 5,7 % bzw. 4,0 % auf. Nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass ESBL/AmpC-bildende E. coli auch über Lebensmittel auf den Menschen übertragen werden können, wobei sich das Infektionsrisiko gegenwärtig nicht genau abschätzen lässt.

Dunker’scher Muskelegel

Der Dunker‘sche Muskelegel ist die Mesozerkarie (Zwischenstadium) des parasitischen Saugwurms Alaria alata. Er wurde als Zufallsbefund im Rahmen der Trichinenuntersuchung bei Wildschweinen wiederholt vereinzelt nachgewiesen. Im Zoonosen-Monitoring waren insgesamt 4,7 % der untersuchten Wildschweinproben positiv für den Dunker’schen Muskelegel. Die Ergebnisse bestätigen, dass Wildschweinfleisch eine potenzielle Quelle für eine Infektion des Menschen mit dem Dunker‘schen Muskelegel darstellt. Allerdings sind bisher nur wenige Erkrankungsfälle beim Menschen aus Nordamerika bekannt, die nach dem Verzehr von unzureichend erhitztem mesozerkarienhaltigen Wildfleisch auftraten und u. a. mit Atemwegsbeschwerden einhergingen. Die Ergebnisse unterstreichen die Empfehlung, Wildschweinfleisch vor dem Verzehr gründlich durchzuerhitzen. Aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes sollte Wildschweinfleisch, das mit dem Dunker’schen Muskelegel infiziert ist, nicht in den Verkehr gebracht werden.

R
esistenzlage

Die Resistenzraten waren im Zoonosen-Monitoring 2015 insgesamt gegenüber den Vorjahren eher rückläufig. Als problematisch wird aber die zu beobachtende zunehmende Resistenz von MRSA-Isolaten gegenüber dem in der Humanmedizin wichtigen Wirkstoff Ciprofloxacin und gegenüber weiteren wichtigen Antibiotika gesehen.

Die E. coli-Isolate aus der Schweinefleischkette waren zu 50 % bis 70 % resistent gegenüber mindestens einer der getesteten antibiotischen Substanzen. Isolate von Läufern wiesen gegenüber vielen antibiotischen Substanzen die höchsten Resistenzraten auf, was vermutlich mit der häufigen Gabe von Antibiotika bei dieser Tiergruppe im Zusammenhang steht. E. coli-Isolate aus dem Blinddarminhalt von Mastkälbern und Jungrindern wiesen eine höhere Resistenzrate (46,1 %) auf als Isolate aus Rindfleisch, die nur zu 11,5 % gegenüber mindestens einer der antibiotischen Substanzen resistent waren. Auch dies spiegelt Unterschiede in der Häufigkeit der Behandlung von Mastkälbern/Jungrindern und Mastrindern – von denen in der Regel das Rindfleisch stammt – mit Antibiotika wider.

Bei der Interpretation der Ergebnisse der Resistenzuntersuchungen muss beachtet werden, dass die minimalen Hemmkonzentrationen (MHK) anhand der epidemiologischen Cut-Off-Werte bewertet wurden. Diese bestimmen den Anteil mikrobiologisch resistenter Isolate und geben frühzeitig Hinweise auf eine beginnende Resistenzentwicklung, erlauben aber keine unmittelbare Aussage über die Wahrscheinlichkeit eines Therapieerfolges mit einem Antibiotikum.

Der vollständige Bericht zum Zoonosen-Monitoring 2015 ist online abrufbar unter:
www.bvl.bund.de/ZoonosenMonitoring

Eiweißreiches Essen lässt Leberfett schmelzen

Wie eine neue Ernährungsstudie unter Führung des
Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) zeigt, verringert
eiweißreiches Essen innerhalb von sechs Wochen bei Menschen mit
Typ-2-Diabetes das Leberfett um bis zu 48 Prozent. Dabei war es egal, ob
die Kost vorwiegend auf pflanzlichem oder tierischem Eiweiß basierte.
Das Wissenschaftlerteam um Mariya Markova, Olga Pivovarova, Silke
Hornemann und Andreas F. H. Pfeiffer vom DIfE, einem Partner des
Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD), veröffentlichte seine
Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift Gastroenterology (Markova et al.
2016; DOI: http://dx.doi.org/10.1053/j.gastro.2016.10.007).

Die nichtalkoholische Fettlebererkrankung ist in Europa und den USA die
häufigste chronische Lebererkrankung. „Unbehandelt ist die Fettleber ein
Schrittmacher des Typ-2-Diabetes und kann in eine Leberzirrhose
übergehen, die lebensbedrohliche Folgen haben kann“, erklärt
Studienleiter Andreas F. H. Pfeiffer vom DIfE. „Gemeinsam mit unseren
Partnern effektive Ernährungsstrategien zu entwickeln, die der
Erkrankung vorbeugen, ist daher wichtiger denn je, da die Zahl der
Betroffenen steigt“, so der Ernährungsmediziner weiter.

Verschiedene Studien haben weltweit bereits die Effekte eiweißreicher
Diäten auf den menschlichen Stoffwechsel untersucht. In vielen dieser
Untersuchungen beobachteten Wissenschaftler günstige Effekte auf das
Körpergewicht, den Leberfettgehalt, die Blutfettwerte, den
Langzeit-Blutzuckerspiegel und den Erhalt der Muskelmasse. Allerdings
kamen auch einige der Untersuchungen zu dem Schluss, dass eine hohe
Eiweißzufuhr die Insulinwirkung vermindern und die Nierenfunktion
belasten kann. Da sich somit sowohl positive als auch negative Effekte
beobachten ließen, stellte sich für die Forscher des DIfE die Frage, ob
die Eiweißquelle für die jeweilige Wirkung entscheidend ist. Daher
untersuchten sie in der aktuellen Studie die Effekte von zwei
eiweißreichen Diäten* auf den Stoffwechsel von 37 weiblichen und
männlichen Studienteilnehmern im Alter zwischen 49 und 78 Jahren, die
an einem Typ-2-Diabetes erkrankt waren und in den meisten Fällen auch an
einer Fettleber litten. Die beiden Kostformen unterschieden sich
lediglich in den Eiweißquellen, die entweder hauptsächlich pflanzlichen
oder tierischen Ursprungs waren. Damit das Gewicht der Teilnehmer
während der gesamten Untersuchung stabil blieb und nicht eine
eventuelle Gewichtsabnahme das Ergebnis beeinflussen konnte, stimmten
die Wissenschaftler den Energiegehalt der Diät individuell auf jede
Person ab. Welche der beiden Kostformen ein Teilnehmer einhalten musste,
entschieden die Wissenschaftler nach dem Zufallsprinzip. Hauptquelle für
das pflanzliche Eiweiß waren vom Institut für Getreideverarbeitung (IGV)
speziell für die Studie angefertigte Lebensmittel, die mit Erbsenprotein
angereichert waren, zum Beispiel Nudeln oder Brot. Dagegen nutzten die
Studienteilnehmer, die viel tierisches Eiweiß aufnehmen sollten, magere
Milchprodukte sowie weißes Fleisch und Fisch als Eiweißquellen.

„Wie unsere Ergebnisse zeigen, profitierten alle Studienteilnehmer von
der eiweißreichen Kost, egal ob sie auf pflanzlichem oder tierischem
Eiweiß basierte. Negative Effekte auf die Nierenfunktion oder den
Zuckerstoffwechsel beobachteten wir nicht“, sagt Erstautorin Markova.
„Das Leberfett nahm deutlich ab, bei der Hälfte der Studienteilnehmer
sogar um mehr als 50 Prozent. Damit verbunden beobachteten wir günstige
Veränderungen des Leber- und Fettstoffwechsels, eine verbesserte
Insulinempfindlichkeit der Teilnehmer und zudem eine deutliche Abnahme
des Botenstoffs fibroblast growth factor 21 im Blut“, ergänzt Olga
Pivovarova, die neben Mariya Markova federführend zur aktuellen Studie
beigetragen hat. Die Funktion des von der Leber und Muskulatur ins Blut
abgegebenen Botenstoffs sei noch nicht hinreichend geklärt und die
Ergebnisse daher nicht ganz leicht zu interpretieren, so die
Wissenschaftlerin weiter. Bisherige Untersuchungen wiesen aber darauf
hin, dass das Hormon verschiedene Organe und das Fettgewebe beeinflusse.
Besonders bei übergewichtigen Menschen fänden sich hohe Konzentrationen
im Blut. Nicht zuletzt ließen andere, aber auch die eigenen
Studienergebnisse annehmen, dass die Hormonkonzentration auch von der
Art und Menge der verzehrten Makronähstoffe abhängt, ergänzt
Studienärztin Silke Hornemann.

„Letztendlich sind größere und längere Studien notwendig, um die der
Beobachtung zu Grunde liegenden Stoffwechselmechanismen besser zu
verstehen, um die Langzeiteffekte zu untersuchen und um zu prüfen, ob
auch jüngere Patienten von der Ernährungsumstellung profitieren
würden“, sagt Pfeiffer. „Denn die von uns in der Studie
beobachteten günstigen Effekte könnten auch altersabhängig sein, da die
Studienteilnehmer im Schnitt das 60. Lebensjahr überschritten hatten.
Sofern keine Nierenerkrankungen vorliegen, spielt eine ausreichende
Eiweißversorgung besonders in dieser Altersgruppe eine wichtige Rolle,
wenn man zum Beispiel an die mit dem Alter oft einhergehende Abnahme der
Muskelmasse denkt“, so der Mediziner weiter. Es bestünde also noch
viel Forschungsbedarf, auch um die beteiligten hormonellen
Regulationsmechanismen besser zu verstehen. Abschließend könne man
jedoch sagen, dass, ausgehend von den Beobachtungen und unter
Berücksichtigung umweltrelevanter Aspekte, Verbraucher bevorzugt
pflanzliche Lebensmittel zur Eiweißversorgung nutzen sollten.

Link zur Publikation:
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0016508516352295

Olympiade der Köche mit 25.000 Besuchern

Olympiasieg für Singapur – Deutschland belegt Platz 7

Über 25.000 Besucher aus der ganzen Welt kamen zur Gastronomiefachmesse inoga und zur 24. Auflage der IKA/Olympiade der Köche 2016. Der Fachbesucheranteil lag bei 79 Prozent. Der einzigartige Gourmet-Gipfel fand bereits zum fünften Mal in Erfurt statt. Köchinnen, Köche und Patissiers aus 59 Nationen trafen sich zur größten Kochkunstshow der Welt in Erfurt und wetteiferten um Goldmedaillen. In den 18 gläsernen Küchen in der Messehalle 1, die sich für vier Tage in das „Restaurant der Nationen“ verwandelte, kochten 30 Nationalmannschaften, 19 Jugendnationalteams und 19 Teams der Gemeinschaftsverpflegung um den Sieg. 59 Regionalmannschaften, 85 Frucht- und Gemüseschnitzer sowie 802 Einzelaussteller traten im Wettstreit gegeneinander an. Dies war der größte Andrang von Wettbewerbern zur IKA/Olympiade der Köche, den es je gab.

Den Olympiasieg bei den Nationalmannschaften errang das Team aus Singapur, gefolgt von Finnland (Platz 2) und der Schweiz (Platz 3). Deutschland belegte in der Gesamtwertung Platz 7. Den Sieg bei den Jugendnationalmannschaften erkochte Schweden. Zweitplatziert ist die Schweiz. Bronze ging an Norwegen. Die deutsche Jungendnationalmannschaft kam auf Platz 11. Bei den Teams der Gemeinschaftsverpflegung hatte Finnland die Nase vorn und verwies Schweden und Dänemark auf die Plätze zwei und drei. In dieser Kategorie erreichte die deutsche Koch-Nationalmannschaft der Bundeswehr den achten Platz.

Internationale Ausstrahlung Erfurts/ Ergebnisse der Besucherbefragung:
Die Fachmesse inoga gab mit 205 Ausstellern erneut einen umfassenden Branchenüberblick und thematisierte im Fach- und Rahmenprogramm aktuelle Herausforderungen der Gastronomie und Hotellerie. 79 Prozent der Besucher kamen aus beruflichem Interesse.

Das Veranstaltungsdoppel inoga mit IKA/Olympiade der Köche hat sich erneut als deutschlandweiter und internationaler Anziehungspunkt erwiesen. 18 Prozent aller Besucher kamen aus dem Ausland. Die deutschen Besucher kamen aus 15 Bundesländern nach Erfurt. Die stärksten Anteile stellten neben Thüringen (63 %), Sachsen, Sachsen-Anhalt und Hessen mit insgesamt 18 Prozent.

Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer DEHOGA Thüringen, Erfurt:
„Wir sind sehr froh und stolz wieder Teil der Olympiade der Köche gewesen zu sein. So wird Erfurt als Olympiastadt und Thüringen insgesamt als weltoffen und gastfreundlich in der Welt weiter bekannt. Es sind in diesem Jahr wieder einige Rekorde, sei es bei den Teilnehmern und den Nationen oder den Besuchern, gebrochen worden. Nach der IKA ist vor der IKA und deshalb freue ich mich schon jetzt, falls wir die Köche der Welt von der Organisation und unserer Gastfreundschaft überzeugen konnten und uns in vier Jahren hoffentlich in Erfurt wieder sehen.“

Alle Ergebnisse der 24. IKA/Olympiade der Köche sind zu finden unter
www.olympiade-der-koeche.com

Senföle aus Kapuzinerkresse

Senföle aus Kapuzinerkresse beeinflussen den zellulären Zucker- und
Entgiftungsstoffwechsel

Die auch als Arzneipflanze bekannte
Kapuzinerkresse enthält Senfölverbindungen, die sich beim Verzehr durch
einen scharfen Geschmack bemerkbar machen. Wie eine gemeinsame Studie
des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) und des
Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) nun annehmen
lässt, wirkt Senföl aus Kapuzinerkresse antidiabetisch und aktiviert
Enzyme des Entgiftungsstoffwechsels.

Das Wissenschaftlerteam um Valentina Guzmàn-Pérez, Christiane
Bumke-Vogt sowie Andreas Pfeiffer vom DIfE und Monika Schreiner vom IGZ
publizierte seine Ergebnisse kürzlich in der open access-Fachzeitschrift
PLOS ONE (Guzmàn-Pérez et al. 2016, DOI:10.1371/journal.pone.0162397).

In der Natur kommen Senföle vor allem chemisch gebunden als sogenannte
„Senfölglycoside“ (Glucosinolate) in Kreuzblütlern vor. Zu diesen
Pflanzen gehören beispielsweise Senf, Brokkoli, Pak Choi, Radieschen,
Meerrettich, Garten- und Kapuzinerkresse. Aus der Naturheilkunde ist
seit langem bekannt, dass Senfölverbindungen aus Meerrettich und der
essbaren Großen Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) antibakterielle
Eigenschaften besitzen. Seit kurzem gibt es aber auch wissenschaftliche
Hinweise auf antidiabetische Effekte dieser bioaktiven
Pflanzeninhaltsstoffe. So zeigen zum Beispiel neuere klinische Studien,
dass senfölhaltige Extrakte aus Brokkoli-Sprossen nicht nur die
Cholesterin- und Entzündungsmarker-Werte von Patienten mit
Typ-2-Diabetes günstig beeinflussen, sondern auch deren
Zuckerstoffwechsel. Ebenso hatten in anderen Studien
Meerrettich-Extrakte positive Effekte auf die Wirkung des Botenstoffs
Insulin. Doch welche zellulären und molekularen Mechanismen liegen
dieser antidiabetischen Wirkung zugrunde? Um eine Antwort auf diese
Frage zu finden, untersuchten die Forscher die Stoffwechseleffekte von
Senföl aus Kapuzinerkresse mit Hilfe von Testsystemen, die auf in Kultur
gehaltenen menschlichen Zellen basieren.

Hierzu gaben die Wissenschaftler unterschiedliche Konzentrationen einer
aus Kapuzinerkresse isolierten Senfölverbindung (aromatisches
Benzylglucosinolat) in das Nährmedium der Testzellen und fügten
gleichzeitig das pflanzliche Enzym Myrosinase* hinzu, das die Verbindung
in das Senföl Benzylisothiocyanat überführt. Wie die Forscher
beobachteten, modulierte das im Zellkulturmedium freigesetzte Senföl
dosisabhängig die intrazellulären Signalwege des Botenstoffs Insulin.
Ebenso verringerte es in den untersuchten menschlichen Leberzellen die
Produktion von Enzymen, die für die Zuckerneubildung notwendig sind.

„Hieraus schließen wir, dass Senföl auch in der Leber die
Zuckersynthese vermindert. Dies ist ein sehr wichtiges Ergebnis, da
hinsichtlich einer Diabeteserkrankung eine überschießende, körpereigene
Zuckerproduktion zu erhöhten Blutzuckerspiegeln führen kann. Unsere
Resultate könnten zudem die positiven Ergebnisse der klinischen Studien
erklären, welche die Wirkung von Brokkoli- oder Meerrettich-Extrakt auf
den menschlichen Zuckerstoffwechsel untersuchten“, sagt Erstautorin
Guzmàn-Pérez. „Ein weiteres interessantes Ergebnis ist, dass das Senföl
auch Schutzmechanismen gegen oxidativen Stress aktiviert, indem es die
Produktion von Enzymen des zellulären Entgiftungsstoffwechsels
stimuliert“, so die Wissenschaftlerin weiter.

„Sicher ist es noch zu früh, um zu sagen, inwieweit der Verzehr von
Kapuzinerkresse dazu beitragen kann, den Zuckerstoffwechsel von Menschen
mit Typ-2-Diabetes zu verbessern oder der Erkrankung vorzubeugen“,
sagt Studienleiter und Diabetologe Andreas Pfeiffer. „Dennoch tragen
unsere Ergebnisse schon heute dazu bei, die molekularen Mechanismen
besser zu verstehen, die den potentiell antidiabetogenen Effekten von
Senfölen zu Grunde liegen“, meint Christiane Bumke-Vogt, die
federführend an der Studie beteiligt war. „Dies ist eine wichtige
Voraussetzung, um neue Ernährungsstrategien und eventuell auch
Diabetesmedikamente zu entwickeln“, ergänzt Ernährungsmediziner
Pfeiffer. „Zukünftig wollen wir unsere gemeinsamen Untersuchungen
vertiefen, indem wir ausreichende Mengen der Senfölverbindungen aus
Kapuzinerkresse isolieren und deren Wirkung weiter in Ernährungsstudien
untersuchen“, sagt Monika Schreiner, die sich mit ihrer Forschung auf
sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe spezialisiert hat.

Link zur Publikation:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5021297/

Resveratrol aus roten Weintrauben

In Maßen genießen: Traubenfarbstoff schützt Zellen vor Alterung

Der Farbstoff Resveratrol aus roten Weintrauben ist berühmt wegen seiner potentiell gesundheitsfördernden Wirkungen. Diese Effekte entstehen jedoch nicht wegen der antioxidativen Wirkung der Substanz oder aufgrund der spezifischen Aktivierung bestimmter „Altersgene“, wie bisher angenommen. Vielmehr wirkt der Stoff pro-oxidativ und fördert durch die Bildung freier Radikale eine gezielte Umprogrammierung der Zelle, um sie gegen Stress zu schützen. Das konnten Wissenschaftler vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik (MPIMG) nun unter anderem an Versuchen mit menschlichen Hautzellen zeigen.

Nahrungsergänzungsmittel mit Resveratrol, einem Farbstoff aus roten Weintrauben, erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Resveratrol werden fast magische Effekte, insbesondere gegen Alterungsprozesse, Herzkrankheiten oder Alzheimer zugeschrieben. Zahlreiche Ergebnisse aus Zellversuchen und klinischen Studien konnten jedoch nicht reproduziert werden und ließen viele Fragen offen.

Dr. Sascha Sauer, der vor kurzem zusammen mit seinem Team vom MPIMG an das MDC und das Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB) wechselte, hat zusammen mit Wissenschaftlern der Entwicklungsabteilung des Unternehmens Unilever nun eine mögliche Erklärung für die Wirkmechanismen von Resveratrol und die widersprüchlichen Ergebnisse gefunden. Die zugrundeliegende Studie wurde im Fachjournal Free Radical Biology and Medicineveröffentlicht.

Traubenfarbstoff wirkt pro-oxidativ
Als Sauers Team die Verhältnisse im Inneren des Körpers im Reagenzglas nachstellte, wirkte Resveratrol nicht anti-, sondern eher pro-oxidativ. „Im Experiment entstanden geringe Mengen eigentlich schädlichen Sauerstoffs, der die Zellen unter leichten Stress setzt. Das eingesetzte Resveratrol zerfiel dabei schnell und fast vollständig“, erklärt Sauer. „In der Vergangenheit hat man sich stark auf mögliche Wechselwirkungen von Resveratrol mit bestimmten Genen und Proteinen sowie auf dessen vermutete antioxidativen Eigenschaften konzentriert“, so Sauer. Antioxidative Substanzen können aggressive Arten des Sauerstoffs –„freie Radikale“ – einfangen. „Unsere Versuche haben aber gezeigt, dass geringe Mengen an Resveratrol die Bildung von freien Radikalen sogar befördern.“

Zellen reagieren im Versuch mit Abhärtung
Als nächstes testeten die Forscherinnen und Forscher die Wirkung von unterschiedlichen Mengen Resveratrol auf Kulturen menschlicher Hautzellen, die auch für Tests von Kosmetika genutzt werden. In geringen Mengen wirkte Resveratrol auf die Zellen wie ein Stimulator, der sie gegenüber zusätzlichem oxidativen Stress trainierte und robuster als zuvor machte.
Dies konnte Sauers Team mithilfe einer Reihe biochemischer Kontrollexperimente nachweisen. Sie beobachteten auch, dass durch Resveratrol bestimmte Gene gezielt aktiviert wurden. Diese Aktivierung führte dazu, dass die Zellen ihr intrazelluläres Milieu in einen antioxidativen und „jugendlicheren“ Zustand versetzten.

Hormesis – eine völlig neue Richtung in der Resveratrol-Forschung
Der neu entdeckte Wirkmechanismus hatte sich laut Sauer bereits abgezeichnet – allerdings weitgehend unbemerkt. „Bei genauerem Hinsehen war in zahlreichen Studien der sogenannte Hormesis-Effekt erkennbar: positive Wirkung bei niedrigen, aber schädliche Effekte bei hohen Dosierungen. Dies fiel jedoch nicht auf, da man den zugrundeliegenden Mechanismus nicht erkennen konnte“, kommentiert Sauer.
„Wir hoffen, dass unsere neue Studie einen Paradigmenwechsel in der Resveratrol-Forschung einleiten wird. Unsere Ergebnisse können die bislang festgestellten Wirkmechanismen weitgehend erklären und viele der gegenwärtigen Kontroversen in der Pharmakologie von Resveratrol auflösen. Sie sind also Grundlage für zukünftige zielgerichtete Forschungen und Anwendungen des Stoffs – etwa auch, ob sich Alterungsprozesse im menschlichen Körper durch dermatologische Produkte oder Nahrungsergänzungsmittel wirklich aufhalten lassen.“

Wissenschaftler untersuchen Wirkung von Orangensaft

In einer Studie aus Brasilien haben Forscher untersucht, wie sich Orangensaft auf unser Wohlbefinden auswirkt. Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass Orangensafttrinker besser vor chronischen Erkrankungen und Stoffwechselerkrankungen geschützt sein könnten.

Obst und Gemüse sind reich an Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Der regelmäßige Verzehr soll Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und auch bei bestimmten Krebserkrankungen einen schützenden Effekt zeigen können. Deshalb empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), täglich mindestens 400 Gramm Obst und Gemüse zu essen.

Orangensaft als tägliche Obstergänzung?
Allerdings schaffen es nur wenige Verbraucher diese Menge jeden Tag zu verzehren. Fruchtsäfte wie Orangensaft, die aus der frischen Frucht hergestellt und ohne Zusätze wie Zucker, Farb- und Konservierungsstoffe abgefüllt werden, können zum täglichen Obst- und Gemüseverzehr beitragen. Ein Glas (125 Milliliter) Fruchtsaft zählt dabei als eine Portion Obst.

Um die Wirkung von Orangensaft genauer zu untersuchen, führten Wissenschaftler aus Brasilien eine Studie mit 21 normalgewichtigen und 25 übergewichtigen Männern und Frauen durch. Beide Gruppen tranken acht Wochen lang jeden Tag 750 Milliliter Orangen­saft. Zu Beginn und am Ende der Studie wurden im Blut der Teilnehmer Biomarker gemessen, die Hinweise auf Stoffwechselveränderungen und auf Krankheiten geben können. Zusätzlich wurde die Ernährung und Körperzusammensetzung der Probanden erfasst.

Mögliche Senkung von Cholesterin und oxidativem Stress durch Orangensaft
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Orangensafttrinker besser vor bestimmten Erkrankungen geschützt sein könnten. Sowohl bei den normalgewichtigen als auch bei den übergewichtigen Studienteilnehmern gingen das Gesamtcholesterin und das schädliche LDL-Cholesterin im Blut zurück. Dadurch könnte das Risiko für krankhafte Veränderungen der Blutgefäße und für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall gesenkt werden. Zusätzlich reduzierte sich der oxidative Stress der Probanden, ein gemeinsamer Risikofaktor von Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Durch Umweltbelastungen, UV-Licht und chronische Entzündungen entstehen im Körper freie Radikale, die Zellen und Gewebe schädigen. Antioxidantien wie Carotinoide, Flavonone und Vitamin C, von dem Orangensaft einen hohen Gehalt vorweisen kann, können diese abfangen und so den oxidativen Stress vermindern.

Zusätzliche Erkenntnis: Keine Gewichtszunahme durch Orangensaft
Die Probanden der Studie nahmen durch den Orangensaft jeden Tag 340 Kilokalorien zusätzlich auf. Ihr Gewicht blieb trotzdem unverändert. Erklären lässt sich das durch die sättigende Wirkung von Orangensaft: Neben z. B. Vitamin C enthält 100 % Fruchtsaft nur natürlichen Zucker aus der Frucht. Statt „leerer Kalorien“ liefert er mit jedem Schluck auch Nährstoffe. Die Teilnehmer der Studie nahmen weniger Kalorien aus anderen Nahrungsbestandteilen wie Eiweiß oder Fett auf. Die Energiezufuhr blieb also letztlich gleich.

Die hier aufgeführten Inhalte beziehen sich auf folgende Studie:
Dourado, Grace/Cesar, Thais B.: Investigation of cytokines, oxidative stress, metabolic, and inflammatory biomarkers after orange juice consumption by normal and overweight subjects. In: Food & Nutrition Research. 2015. 59: 28147

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