Echter Käse auf Pizza?

Echter Käse auf Pizza? Vergiss es – Neppkäse auf vielen Produkten

Käse auf Pizza oder Cheesburgern ist oftmals Nepp. Weil es viel billiger ist, verwenden die Hersteller verwenden in großem Umfang sogenannten Analogläse, ein Gemisch aus Palmöl, Stärkemehl, Milcheiweiß und Salz.

NL- Landgraaf. Uns allen sind die Horrormeldungen vom Gammelfleischskandal noch deutlich im Ohr. Der Preiskrieg der Milchbauern und die allgemeine Erhöhung der Lebensmittelpreise haben uns auch eine ganze Weile beschäftigt. Und schon trifft uns die nächste Hiobs-Botschaft: Käse auf Pizza, Cheesburgern und in Fertiggerichten ist oftmals nepp. Er sieht so aus wie Käse, schneidet sich wie Käse, riecht auch so aber ist kein Käse.

Analogkäse wird diese Käse-Imitation genannt. Niemand weiß davon, aber beinahe jeder isst ihn. Fabrikanten und Pizzabäcker verwenden ihn in großem Maß. Analogkäse besteht aus einem Gemisch aus Palmöl, Stärkemehl, Wasser, Milcheiweiß und Salz. Er ist wesentlich preisgünstiger als echter Käse und muss auch nicht mindestens zwei Wochen reifen.


Im großen Stil wurde der Neppkäse-Skandal vergangene Woche in den Niederlanden in den Medien aufgedeckt. Man geht davon aus, dass durchschnittlich 25% bis 40% des Käses in Fertigprodukten, Snacks, Pizza und Pasta unecht ist.

Der Markt für den Analogkäse wächst stark. „Das ist auf der einen Seite eine Centfrage“, erklärt Herman Brand, kommerzieller Manager beim Käsehandel Noordhoek. „Er ist viel billiger als echter Käse“. Aber die Eigenschaften vom Analogkäse spielen auch eine Rolle. „Der eine Hersteller will Käse, der schmilzt, der andere möchte welchen, der nicht schmilzt. Wird er im Ofen bei 400 Grad gebacken, kommt herkömmlicher Käse nicht mit. Mischt man Käse mit Analogkäse, kann man die gewünschten Eigenschaften erreichen.“

In zahlreichen Produkten ist Analogkäse bereits komplett oder zum Teil enthalten. Rein rechtlich ist dem nichts entgegen zu halten, solange die Hersteller die einzelnen Inhaltsstoffe ordnungsgemäß deklarieren.
Aber vielleicht haben Sie selbst schon auf der Verpackung Zutaten wie z.B. Pflanzenöl, Stärkemehl und Salz gefunden. Wussten Sie, dass es sich dabei um Analogkäse handelt oder haben Sie auch geglaubt, ein echtes Milchprodukt zu kaufen?

Lisa Oberländer, www.fairvital.com

Print Friendly, PDF & Email
Sende
Benutzer-Bewertung
5 (3 Stimmen)

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.