Ozon zum Reinigen

Call for Papers eröffnet für 3. Ozonecip-Workshop am 3. November

Workshop bündelt Ergebnisse europaweiter Testläufe

Produktionsprozesse in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie erfordern häufig einen sehr hohen Wasserbedarf für Reinigung und Desinfektion von Anlagen. Die desinfizierende Wirkung von Ozon, das in Wasser eingeleitet wird, macht den Einsatz herkömmlicher Chemikalien überflüssig und spart Wasser und Energie. Die Ergebnisse der ersten Praxistests mit dem OzoneCIP-Prototypen in der Milch-, Wein-, und Bierindustrie liegen vor. Neue Möglichkeiten der Ozon-Technologie in angrenzenden Feldern der Lebensmittelindustrie können nun ins Visier genommen werden. Dazu bittet der Veranstalter des Workshops am 3. November, das Umweltinstitut des ttz Bremerhaven, Fachreferenten um ihre Beiträge: Der „Call for Papers“ ist eröffnet, Einsendungen sind bis zum 15. August möglich.

Der Einsatz von Desinfektionschemikalien zur Reinigung von Anlagen in der Lebensmittelindustrie ist verbesserungswürdig: Um den Hygienestandards zu entsprechen werden große Mengen Klarwasser zum Nachspülen benötigt, mögliche Einbußen bei der Produktqualität in Kauf genommen, ein erheblicher Energieaufwand zum Erwärmen des Spülwassers akzeptiert und Abwasser, das mit Chemikalienresten und Nebenprodukten belastet ist, produziert. Diesen Schwachpunkten kann der alternative Einsatz von Ozon als Reinigungsmittel begegnen.

Im Rahmen des EU-Projektes OZONECIP („Ozone as alternative sanitising agent for cleaning operations in food industries“) wurde dieses Verfahren in „Cleaning In Place“ (CIP)-Situationen erprobt. Das Ergebnis: Die Mankos der chemikalienbasierten Reinigung sind behebbar. Erstmals werden der Öffentlichkeit im Rahmen des 3. Bremerhavener Worksshop zur „Anwendung von Ozon in der Lebensmittelindustrie“ am 3. November 2008 die Ergebnisse aus Testläufen in der Wein-, Bier- und Milchindustrie präsentiert.

Erfahrungsberichte der Projektpartner, die seit Frühjahr 2008 Praxistests mit diesem Reinigungsverfahren durchführen, bilden die Grundlage für anwendungsbezogene Diskussionen. Referenten, die Erfahrungen aus benachbarten Einsatzfeldern (zum Beispiel Fruchtsaftindustrie oder andere Branchen der Lebensmittelverarbeitung) einbringen können, sind herzlich eingeladen, ihren Vortragsvorschlag (1-2 Seiten) und/oder ein wissenschaftliches Poster einzureichen. Auch Anwendungsmöglichkeiten aus Branchen wie Biotechnologie, Pharma- und Kosmetikindustrie haben Platz auf der Agenda. Neue Trends zur Reinigung und Desinfektion in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie bilden den Ansatzpunkt für praxisorientierte Beiträge.

Ozon ist eine besondere Erscheinungsform des Sauerstoffs, die durch ein hohes Oxidationspotential eine starke Desinfektionswirkung entfaltet. Ozon wird aus Luftsauerstoff gewonnen und beim OzoneCip-Verfahren zur Desinfektion in Wasser eingeleitet. Nach der reinigenden Spülung und der Elimination von Mirkoorganismen zerfällt Ozon wieder zu Sauerstoff. Eine gezielte Kreislaufführung und Wiedernutzung kann dabei Ressourcen sparen – aus ökologischer Sicht ein großer Fortschritt.

Auch unter betriebswirtschaftlichen Aspekten hat das Verfahren bedeutende Vorteile: Die Reinigung von Anlagen kann mit kaltem Wasser erfolgen, so dass Energie zum Aufheizen eingespart wird – angesichts steigender Energiepreise eine wichtige Option. Außerdem beschleunigt der Einsatz von Ozon den Desinfektionsprozess. Bei Kontakt mit Mikroorganismen bewirkt Ozon eine Oxidation der Zellmembran, so dass eine Inaktivierung und schließlich die Zerstörung der Zelle erzielt wird. Ozon wirkt daher zuverlässig gegen Bakterien, Pilze, Viren und Sporen.

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