19 Speiseöle im Test – drei Produkte nicht verkehrsfähig

Grenze bei Weichmachern überschritten, übrige Laborwerte unauffällig

Viele Supermärkte, aber auch Diskonter, Drogerie- und Biomärkte bieten neben klassischen Speiseölen auch eine große Auswahl an „Spezialölen“. Für einen vergleichenden Warentest hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) nun 19 Produkte genauer geprüft, darunter Lein-, Sesam-, Traubenkern-, Walnuss-, Kokos- und Arganöle. Elf der getesteten Öle schnitten am Ende mit „gut“ ab, fünf weitere erreichten ein „durchschnittlich“. Drei Produkte hätten wegen eines zu hohen Gehalts an Weichmachern gar nicht verkauft werden dürfen und wurden deshalb als „nicht zufriedenstellend“ eingestuft.

Weichmacher sind schädliche Substanzen, die aus Kunststoffen herausgelöst werden. Ins Speiseöl können sie u.a. gelangen, wenn das Öl bei der Herstellung mit Kunststoffschläuchen oder -behältern in Berührung kommt. Weichmacher sind inzwischen nahezu überall zu finden, sie sind fettlöslich und reichern sich in der Nahrungskette an.

Im aktuellen VKI-Test war nur ein einziges Speiseöl frei von Weichmachern. In allen anderen Ölen wurden ein bis zwei Weichmacher gefunden. Bei drei der geprüften Produkte wurde u.a. die Verbindung Diethylhexylphthalat (DEHP) nachgewiesen, die im Tierversuch als krebserregend und fortpflanzungsschädigend gilt. Der für Lebensmittel festgelegte Migrationswert, liegt bei 1,5 mg/kg. Dieser Wert wurde bei den getesteten Chargen der drei Produkte deutlich überschritten. Die Öle wurden daher im Test abgewertet.

Neben Weichmachern wurden die Öle noch auf Lösungsmittelrückstände und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht sowie die chemische Qualität, die Kennzeichnung und die Sensorik geprüft.

Tipps des Testmagazins KONSUMENT:
Um die Belastung mit einem bestimmten Schadstoff nach Möglichkeit zu reduzieren, empfiehlt es sich, bei Speiseölen regelmäßig zwischen verschiedenen Sorten und Anbietern zu wechseln.
Spezialöle sind empfindliche Produkte, die schnell ranzig werden können. Beim Kauf daher auf die Mindesthaltbarkeit achten und im Zweifel lieber ein Produkt mit geringerer Füllmenge wählen.
Nach dem Kauf ist es wichtig, das Öl richtig und nicht zu warm zu lagern (im Sommer ev. im Kühlschrank). Gekaufte Spezialöle sollten rasch verbraucht werden.

SERVICE: Den Testbericht im Detail sowie Stellungnahmen der Hersteller gibt es in der Oktoberausgabe des Magazins KONSUMENT und online unter www.konsument.at

VKI-Olivenöltest

Nicht alle sind „nativ extra“ –
Drei von 18 Ölen versprechen weit mehr, als sie bei näherer Begutachtung einhalten

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) zog bei vergangenen Tests zu Olivenöl der höchsten Güteklasse nativ extra wiederholt bittere Bilanz: Kein einziges Öl war frei von Weichmachern und Schadstoffen wie polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (P AK). In vielen Fällen bestand zudem der Verdacht auf unerlaubte Wärmebehandlung, die leicht fehlerhafte Öle qualitativ „verbessert“. Nun hat der VKI erneut Olivenöle der Klasse nativ extra einer genauen Prüfung unterzogen. Untersucht wurden 18 Öle der höchsten Güteklasse „nativ extra“.

„Im Großen und Ganzen haben die getesteten Olivenöle diesmal im Test etwas besser abgeschnitten als bei früheren Untersuchungen“, resümiert Franz Floss, Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation (VKI). „Nach wie vor aber ist nicht alles im grünen Bereich. So entsprechen drei von 18 Ölen nicht der angegebenen höchsten Güteklasse.“ Die Olivenöle von Bertolli, Carapelli und San Fabio (Penny) erhielten aufgrund eines Fehlgeschmackes, den Experten des Deutschen Olivenöl-Panels (DOP) attestierten, ein „nicht zufriedenstellend“. „Bei Bertolli und Carapelli kommt hinzu, dass bei diesen Ölen zwar italienisches Lebensgefühl vermittelt wird“, so Floss weiter. „Ein genauer Blick auf das Etikett zeigt aber, dass stattdessen eine Öl-Mischung aus mehreren EU-Ländern abgefüllt wurde.“
Das vierte mit „nicht zufriedenstellend“ beurteilte Produkt ist die Olivenöl-Eigenmarke von Billa. Bei dieser wurde ein hoher Gehalt des Weichmachers DEHP festgestellt. Billa reagierte aber umgehend und nahm die betroffene Charge nach dem Vorsorgeprinzip aus den Regalen.

Ebenfalls vier von 18 Olivenölen erhielten dagegen eine „gute“ Bewertung. Davon mit „Ja! Natürlich“ und „natürlich für uns“ zwei Bio- Eigenmarken des Handels sowie Iliada und Filippo Berio.

Deutliche Besserung bei Weichmachern
Im Zentrum stand wie bei den letzten Tests des VKI in den Jahren 2007, 2011 und 2012 unter anderem die Suche nach Weichmachern. Das sind kritische Substanzen, die aus Kunststoffen herausgelöst werden können. Ins Olivenöl gelangen sie während der Herstellung durch Kontakt mit Schläuchen oder durch ungeeignete Flaschenverschlüsse. „Besonders heikel ist, dass Weichmacher inzwischen praktisch überall vorkommen und sich aufgrund ihrer Fettlöslichkeit in der Nahrungskette anreichern“, erklärt VKI- Ernährungswissenschafterin Nina Zellhofer.

Erfreulicherweise waren 15 von 18 getesteten Ölen frei davon. Beim letzten Test waren diese dagegen noch in jedem Öl nachweisbar. In drei Ölen wurde im aktuellen Test allerdings der Weichmacher DEHP (Diethylhexylphthalat) gefunden. Dieser wirkt im Tierversuch krebserregend und fortpflanzungsschädigend. Billa hat die betroffene Charge (Billa Natives Olivenöl extra, 750 ml; MHD: 01.12.2016) bereits aus den Regalen genommen und verstärkte Kontrollen zugesichert. Geringere Mengen des Weichmachers wurden bei Minos und Conte De Cesare gefunden.

Unverändert problematisch: Belastung durch PAK
Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind gefährliche Umweltschadstoffe, von denen einige beim Menschen krebserregend wirken. So wie die Weichmacher kommen sie inzwischen überall vor und werden über die Nahrung und Trinkwasser, aber auch über die Haut und die Atmung aufgenommen. Kein einziges der getesteten Öle war frei von PAK.

In neun von 18 Olivenölen wurde das krebserregende BaP, Benz(a)pyren, nachgewiesen. Zumindest wurde der seit 2005 gültige Grenzwert von zwei Mikrogramm pro Kilogramm in keinem Fall überschritten. Allerdings wurde nicht nur ein Schadstoff in den Ölen gefunden: In drei Ölen waren sogar bis zu neun unterschiedliche PAK enthalten (Ja! Natürlich, Mani und Minos). „Lediglich“ vier PAK fanden sich dagegen im Olivenöl von Alnatura (dm).

Fehlende Richtwerte für PAK-Gesamtgehalt
Aufgrund dieser Mehrfachbelastung hat die Deutsche Gesellschaft für Fettwissenschaft (DGF) vor geraumer Zeit Richtwerte für die Beurteilung der PAK-Belastung in Speiseölen definiert, die allerdings nie verbindlich umgesetzt wurden. Legt man diesen Maßstab dennoch an, überschreitet zwar keines der Öle die festgelegten Werte bei einzelnen PAK, in Summe aber sehr wohl. Vor allem Iliada und Minos fielen hier besonders negativ auf.

„Obwohl seit Jahren bekannt ist, dass in vielen Ölen eine Menge an verschiedenen Schadstoffen steckt, gibt es bei den PAK leider noch immer keine offiziellen Richtwerte über den zulässigen Gesamtgehalt“, kritisiert Floss. „Das ist bitter, denn auch geringe Mengen an einzelnen Schadstoffen können in Summe zu hohen Belastungen führen. Hier würden wir uns ein größeres Problembewusstsein wünschen.“

Kaum mehr Verdacht auf Wärmebehandlung
Weniger Ärger als bei früheren Tests gab es hinsichtlich der verbotenen Wärmebehandlung. Eine thermische Behandlung kann leicht fehlerhafte Öle qualitativ aufbessern, lässt sich aber schwer nachweisen. Nur bei dem auch in der Vergangenheit schon öfter auffällig gewordenen Carapelli-Öl hielt sich bis zuletzt der Verdacht. Nach Abzug der Messunsicherheit blieb aber auch dieses Olivenöl unter dem definierten Grenzwert. Damit ist ein wesentlicher Kritikpunkt vormaliger Tests kein offensichtliches Problem mehr.

Bertolli und Carapelli: Spiel mit der Herkunft
Hinsichtlich der Herkunft gibt es grundsätzlich wenig zu beanstanden. Alle Proben stimmen mit dem angegebenen Ursprung überein. „Ärgerlich ist allerdings, dass einige Produzenten auf EU-Mischungen setzen, bei der Aufmachung ihrer Öle am Etikett aber etwas anderes suggerieren“, so Floss. So vermitteln Bertolli und Carapelli – zwei der bekanntesten Ölmarken, die ursprünglich aus der Toskana stammen – ein italienisches Lebensgefühl. Mittlerweile sind sie aber nicht nur im Besitz der spanischen deOleo-Gruppe, sondern sie füllen auch lediglich eine Mischung von Olivenölen aus der EU ab.
Ähnliches gilt für das getestete Olivenöl von „Olio Carli“, das exklusiv aus Italien geordert werden kann. Erst nach einem sehr genauen Blick auf das Etikett wurde deutlich: Dieses vermeintlich traditionelle italienische Olivenöl besteht ebenfalls aus einem gemischten Satz diverser europäischer Öle.

„Gute“ Öle ab 11 Euro pro Liter
Die getesteten Öle kosten pro Liter zwischen rund vier und 18 Euro. Am günstigsten ist Primadonna (Lidl) gefolgt von S-Budget, am teuersten kommen Filippo Berio und Gaea.

„Gute“ Olivenöle aus dem Supermarkt sind ab elf Euro pro Liter erhältlich. Denn im Vergleich zu früheren Tests liegen Diskonter-Öle qualitativ nicht mehr an der Spitze. Die Preise könnten angesichts knapper Olivenernten und zunehmendem Schädlingsbefall von Olivenbäumen künftig weiter nach oben getrieben werden. Bereits während des aktuellen Testdurchlaufes hatten sich die Preise um bis zu 30 Prozent erhöht.

SERVICE: Details zum Olivenöltest des VKI sowie die Stellungnahmen jener Unternehmen, deren Produkte mit „nicht zufriedenstellend“ bewertet wurden, gibt es in der Maiausgabe des Testmagazins KONSUMENT sowie online unter www.konsument.at.

ÖKO-TEST Lactosefreie Produkte

Die Qualität von lactosefreien Produkten ist meist in Ordnung. Bedauerlich ist allerdings, dass
einige Marken Probleme mit Weichmachern, Gen-Technik oder dem richtigen Aroma haben.
Das ist das Resümee, das das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST aus einer aktuellen
Untersuchung von lactosefreien Lebensmitteln, darunter Milch, Joghurt, Butter, Quark, Käse und
Eis, zieht.
Menschen, die Milchzucker nicht vertragen, werden mit keinem der getesteten Produkte ein
Problem haben. Denn alle enthalten weniger als 0,1 Prozent Lactose.

Ihre Qualität ist
vergleichbar mit herkömmlichen Milchprodukten. Leider gibt es auch bei den lactosefreien
Lebensmitteln einzelne Marken, die kritisch zu sehen sind. So konnte ÖKO-TEST bei einem
Soja-Drink gentechnisch veränderten Soja nachweisen. In einem Joghurtersatz, der auf der
Verpackung mit „natürlichem Erdbeer-Aroma“ wirbt, wies das Labor synthetisches Aroma nach –
sogar solche Aromenverbindungen, die in der Erdbeere gar nicht vorkommen.

Im Hirtenkäse der
Marke Minus L wurde der Weichmacher DEHP entdeckt, der als fortpflanzungsgefährdend
eingestuft wird.
ÖKO-TEST wertet es zudem ab, wenn wie bei Lidl oder Weihenstephan auf den
Produktverpackungen saftige grüne Weiden zu sehen sind, obwohl die Kühe ganz offenbar vor
allem im Stall stehen. Anhand von Omega-3-Fettsäuren lässt sich aber nachweisen, ob die Kühe
eher Kraftfutter oder eher Gras gefressen haben.

Das ÖKO-TEST-Magazin Juni 2012 gibt es seit dem 25. Mai 2012 im
Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

ÖKO-TEST Frischhaltefolie

Frischhaltfolien zeigen sich in einem aktuellen Test der Frankfurter Verbraucherzeitschrift ÖKO-TEST von einer guten Seite: Alle Produkte mit einer Ausnahme sind frei von Schadstoffen. Und in der Handhabung sind sie zumindest akzeptabel.
Die Folien im Test sind in der Regel aus Polyethylen gefertigt, nur eine wird aus Polyvinylidenchlorid produziert. Diese Kunststoffgruppe wird mit Weichmachern elastisch gemacht, welche allerdings aufgrund ihrer Fettlöslichkeit gerne in fetthaltige Lebensmittel übergehen. Weichmacher stehen im Verdacht, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen und wie ein Hormon zu wirken.

ÖKO-TEST rät daher Verbrauchern davon ab, Folien auf Basis von PVC/PVDC/chlorierten Kunststoffen zu verwenden.
Leider kann man nicht immer selbst bestimmen, aus welchem Material die Folie gefertigt ist, mit der die eigenen Lebensmittel eingewickelt werden: ÖKO-TEST hat auch Folien aus den SB-Käse-Theken im Supermarkt untersuchen lassen. In allen konnte das Labor Weichmacher nachweisen. Diese Weichmacher gehen schnell in den Käse über, weshalb das Verbrauchermagazin empfiehlt, diesen zuhause sofort umzupacken, am besten in eine umweltfreundliche Käseglocke oder Dose.

Das ÖKO-TEST-Magazin März 2012 gibt es seit dem 24. Februar 2012 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Olivenöl im Test – Bittere Wahrheiten

Vor vier Jahren zog der Verein für Konsumenteninformation (VKI) bei einem Test zu 18
Olivenölen eine bittere Bilanz: Die Hälfte der getesteten Öle der höchsten
Qualitätsklasse nativ extra wurde wegen Verdacht auf unerlaubte Wärmebehandlung
aus der Wertung genommen. Diese ermöglicht, leicht fehlerhafte Öle qualitativ zu
„verbessern“. Kein einziges Produkt war zudem frei von Schadstoffen wie
Weichmacher und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).

Was hat sich seitdem geändert? Wie genau nimmt es die Industrie mit ihrer
Verantwortung gegenüber Verbrauchern? Nicht allzu genau, wie die aktuelle Erhebung
des VKI zu 15 Olivenölen zeigt: Fünf Öle, die als nativ extra gekennzeichnet sind,
bestanden die Prüfung eines akkreditierten Expertenpanels nicht: Carapelli, Natürlich
für uns, Montolivo, Rapunzel und S-Budget. Laut den vom VKI beauftragten Experten
des Deutschen Olivenöl Panels (DOP) handelt es sich hierbei um Öle zweiter
Güteklasse. Darüber hinaus vergab der VKI bei den Olivenölen von S-Budget und Spar
Natur Pur kein Testurteil, da der Verdacht auf Wärmebehandlung oder mangelnde
Frische besteht.

„Spitzenqualität wird deklariert, aber nicht geliefert“, kritisiert VKIGeschäftsführer
Ing. Franz Floss. „Das ist besonders ärgerlich, da es sich bei Olivenöl
um ein Produkt handelt, das als gesundheitsfördernd empfohlen wird. Wir werden
daher auch in Zukunft nicht locker lassen und weiterhin Olivenöle testen.“
Unerlaubte Manipulationen sind das eine, gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe das
andere: Auch dieses Mal wurden die Olivenöle auf Schadstoffe wie Weichmacher und
PAK untersucht. Kein einziges Öl ist frei von Schadstoffen, wenn auch viele nur knapp
über der Bestimmungsgrenze liegen. Dennoch: „Weder PAKs noch Weichmacher
sollten in Olivenöl enthalten sein“, kritisiert VKI-Ernährungswissenschafterin Mag.

Nina Zellhofer. „In jedem Öl sind ein bis drei Weichmacher nachzuweisen.
Insbesondere Altis, Natürlich für uns und Rapunzel fallen negativ auf. Hier wurde der
für Lebensmittel festgelegte Migrationswert von 1,5 mg/kg überschritten.“ PAK
wiederum finden sich zwar mittlerweile überall in der Natur und somit auch in den
getesteten Olivenölen. Bei der Anzahl gibt es aber große Unterschiede: Im besten Fall
stecken nur vier verschiedene PAK im Öl (Altis, Conte de Cesare, Echt Bio), im
schlechtesten ist es ein „Cocktail“ von insgesamt sieben Substanzen (Bertolli, Ja!
Natürlich und Natürlich für uns). Zellhofer: „Damit zeigt sich, dass es durchaus
Hersteller gibt, die in der Lage sind, die Belastung gering zu halten.“
Nach traditioneller Art gepresst?
Die Herkunft des Produktes bzw. der Rohstoffe ist für viele Konsumenten erfahrungsgemäß
von großer Bedeutung. Hier gibt es in Sachen Kennzeichnung kaum etwas zu beanstanden.

Die Früchte kommen in der Tat aus jenen Ländern, die auf den Flaschenetiketten vermerkt
sind: Griechenland, Italien und Spanien. Teils wird auch die EU als Herkunftsort genannt,
wobei es sich hierbei um sogenannte „Mittelmeermischungen“ handelt. Weniger gut sieht es
dagegen bei den ausgelobten Hinweisen zur Ölgewinnung aus. Die Aussage, dass Ja!
Natürlich und Iliada ihr Olivenöl tatsächlich noch nach traditioneller Art pressen, genossen
die Tester mit Vorsicht. Und in der Tat: Auf Anfrage des VKI hin musste Ja! Natürlich
zugeben, dass die Angabe am Etikett fehlerhaft ist. Die Antwort von Iliada steht hingegen
noch immer aus. Hier zog man es bislang vor, zu schweigen…
Gutes Olivenöl zum Diskonterpreis?
Echt Bio, erhältlich bei Penny, erzielte als bestes Produkt im Test eine „gute“
Gesamtwertung. Mit 7,99 Euro pro Liter liegt es im preislichen Mittelfeld der 15 getesteten
Olivenöle. Diese sind im Handel zwischen 3,45 und 12,98 Euro erhältlich. Aber lässt sich um
einen solchen Preis gutes Olivenöl produzieren und nachhaltig wirtschaften? Bis ein Ölbaum
Früchte trägt, dauert es Jahre und selbst dann wirft dieser nicht mehr als 20 Kilo Oliven ab.
Für einen Liter Öl braucht es aber fünf Kilogramm Früchte, ergo macht dies vier Flaschen
Olivenöl pro Baum. „Bezieht man sämtliche Kostenfaktoren mit ein, die sich bei Produktion,
Transport und Vertrieb ergeben, stellt sich die Frage, wie dies bei einem Preis um rund vier
Euro machbar ist“, so Floss. „Zumindest eines ist aber sicher: Mindere Oliven-Qualitäten zu
verarbeiten, mit unerlaubten Mitteln nachzuhelfen und darauf zu hoffen, dass es die Kunden
nicht merken, ist der falsche Weg.“

Alle Details zum Test gibt es in der Novemberausgabe des Testmagazins
KONSUMENT und unter www.konsument.at

ÖKO-TEST: Spieluhren

ÖKO-TEST 20 Spieluhren

Krach statt Einschlafhilfe

Es gibt kaum ein Kinderbettchen, in dem keine Spieluhr liegt. Welch Gefahrenpotenzial in diesem Spielzeug jedoch steckt, hat nun das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST ans Tageslicht gebracht. Die Untersuchung von 20 Modellen zeigte, dass die Mehrzahl von ihnen viel zu laut ist. „Fünf Uhren beschallen die Babys mit mehr als 80 Dezibel“, berichtet Chefredakteur Jürgen Stellpflug. „Damit überschreiten sie den Wert, der laut der Spielzeugnorm EN71 maximal für ohrnahes Spielzeug erlaubt ist.“ Babys sind nicht in der Lage, sich bei Krach die Ohren zuzuhalten. Die Folge von lauten Geräuschen können neben Hörschäden auch andere gesundheitliche Beeinträchtigungen sein.

Doch nicht nur der hohe Lärmpegel mancher Spieluhren gibt Anlass zur Kritik. Bei drei Produkten fand das beauftragte Labor den Farbstoffbestandteil Anilin, der sich im Tierversuch als krebserzeugend erwiesen hat. Der Preis gibt wieder einmal keinen Aufschluss über die Qualität des Spielzeugs. So entdeckte das Labor bei der teuersten Spieluhr im Test verschiedene polybromierte Flammschutzmittel, die teilweise in Elektro- und Elektronikgeräten sogar verboten sind. „Die Diskussion darüber, ob es sich bei einer Plüsch-Spieluhr um ein Elektro- oder Elektronikgerät handelt, ist unserer Sicht nach müßig. Wir sind der Ansicht, dass derartige Stoffe nicht in Spielzeug verwendet werden dürfen“, hebt Jürgen Stellpflug hervor. ÖKO-TEST empfiehlt Eltern, die bereits eine der schlecht getesteten Spieluhren gekauft haben, diese in das Geschäft zurückzubringen. Es besteht zwar kein gesetzlicher Anspruch auf Rückgabe, doch viele Geschäfte reagieren einsichtig.

Die aktuelle Ausgabe vom ÖKO-TEST-Magazin Oktober 2009 gibt es ab dem 25. September 2009 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Hintergrund
Spielzeug: Vorsicht ist gut, Kontrolle ist besser

Trotz Auflagen und technischer Checks kann niemand garantieren, dass Kinder nur absolut unbedenkliches Spielzeug in die Finger bekommen. Der beste Schutz ist immer noch die Umsicht der Eltern. Wir beantworten die häufigsten Fragen.

Wer überprüft die Spielzeugsicherheit?
Für die Sicherheit ist zunächst der Hersteller selbst verantwortlich. Er muss bestätigen, dass er die Anforderungen der europäischen Spielzeugrichtlinie erfüllt. Zusätzlich kann er in Deutschland durch eine freiwillige Kontrolle in einem staatlich anerkannten Institut das GS-Siegel erwerben.

Können Sicherheitszeichen gefälscht sein?
Es kommt gar nicht so selten vor, dass CE- oder GS-Zeichen zu Unrecht geführt werden oder gefälscht sind. Etwa 20 bis 30 Prozent der GS-Zeichen dürften nicht bestehen, schätzt das Referat Geräte- und Produktsicherheit sowie Qualitätssicherung der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg. Ist die Prüfstelle auf dem Siegel nicht deutlich erkennbar, kann man davon ausgehen, dass das Zeichen gefälscht ist. Bei den CE-Zeichen findet die Landesanstalt in 50 bis 60 Prozent der Fälle Mängel – allerdings handelt es sich dabei nicht um zufällig ausgewählte Produkte, sondern um solche, bei denen die Behörden schon einen Anfangsverdacht haben. Die Mängel reichen von formalen Kennzeichnungsfehlern bis zu echten Risiken. Immer wieder stellen die Prüfer zum Beispiel fest, dass manche Spielwaren eigentlich nicht für Kleinkinder unter drei Jahren geeignet sind, weil lose Teilchen verschluckt werden könnten.

Muss das CE-Zeichen auf allen Produkten stehen?
Alle Spielsachen für Kinder unter 14 Jahren, die in der EU vertrieben werden, müssen das CE-Zeichen tragen. Diese Pflicht gilt nicht für Produkte, die laut Richtlinie kein Spielzeug sind. Dazu zählen zum Beispiel Sammlerartikel, Modeschmuck für Kinder oder Puzzles mit mehr als 500 Teilen.

Wann sind Warnhinweise notwendig?
Anzubringen ist der Warnhinweis „Nicht geeignet für Kinder unter drei Jahren“, wenn das Spielzeug nicht eindeutig einer Altersklasse zuzuordnen ist und für Kinder unter 36 Monaten gefährlich sein kann. Ein Risiko kann zum Beispiel von losen Teilen oder langen Schnüren ausgehen. Zusätzlich zum Warnhinweis ist immer eine Begründung erforderlich. Nicht erlaubt ist der Hinweis, wenn das Spielzeug – etwa Spieluhren oder Beißringe – offensichtlich für Kleinkinder unter drei Jahren gedacht ist.

Wer kontrolliert die Hersteller?
Die Bundesländer sind dafür zuständig, die Sicherheit von Spielzeug zu überwachen. Rund 80 Gewerbeaufsichtsämter beziehungsweise Ämter für Arbeitsschutz kümmern sich darum. Wird ein Spielzeug erstmals in Verkehr gebracht, sind routinemäßige Sichtprüfungen vorgesehen. Dabei kontrollieren die Sachverständigen das Produkt auf offensichtliche Mängel und prüfen, ob alle vorgeschriebenen Aufdrucke und Sicherheitshinweise vorhanden sind. Außerdem reagieren die Behörden auf Hinweise von Verbrauchern und nehmen auf Messen, Ausstellungen und Volksfesten Spielzeug unter die Lupe. Die Ämter können den Rückruf von gefährlichem Spielzeug anordnen, Produkte sicherstellen und auch vernichten.

Wie sicher ist Spielzeug aus China?
In China produziertes Spielzeug muss der europäischen Spielzeugrichtlinie genügen, wenn es auf dem hiesigen Markt angeboten wird. Eine Überprüfung der Produkte kann im Land stattfinden. Deutsche Händler, die die Spielsachen importieren, müssen sich darauf verlassen, dass ihre Handelspartner akkreditierte Labore damit beauftragen, nach europäischen Vorschriften zu prüfen. Deutsche Vertreiber veranlassen manchmal zusätzlich eine freiwillige GS-Kontrolle der Importprodukte in Deutschland.

Was ist an PVC-Spielzeug so gefährlich?
Werden kleine Teile wie Puppenschuhe oder Armbändchen aus PVC verschluckt, lösen sich im Magen die Weichmacher aus dem Material. Übrig bleibt ein scharfkantiger Körper, der die Magenwände verletzen kann. Auch die im PVC enthaltenen Weichmacher selbst sind bedenklich. Die amerikanische Environmental Protection Agency (EPA) hat festgelegt, dass man täglich nicht mehr als 20 millionstel Gramm des Weichmachers DEHP pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen sollte. Bei Kindern ist dieser Wert schon wegen ihres geringen Körpergewichts schnell überschritten: Bis zu 44 millionstel Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag wurden bei Kleinkindern festgestellt. Ob ein Produkt aus PVC besteht, erkennt der Verbraucher an den Bezeichnungen „VC“ oder „Vinyl“, das übliche Symbol ist eine 3 in einem Dreieck aus Pfeilen. Gesundheitlich unbedenklichere Kunststoffe tragen die Nummern 1 (PET), 2 oder 4 (Polyethylen) und 5 (Polypropylen).

Kann man belastetes Spielzeug zurückgeben?
Was kann man tun, wenn ein Spielzeug auffällig nach Chemie stinkt? „Schadstoffbelastetes Spielzeug zurückzugeben, ist ganz schwer“, erklärt die Verbraucher-Initiative Berlin. Der Verbraucher muss nämlich nachweisen, dass das gekaufte Spielzeug belastet ist. Versuchen sollte man es trotzdem, denn je mehr Konsumenten sich beschweren, desto stärker wird der Druck auf die Hersteller, nur verträgliche Materialien zu verwenden. Hilfe erhalten die Käufer bei den Landesuntersuchungs- oder Gesundheitsämtern, wo sie einen Verdacht melden können. Ein Rückgaberecht hat man, wenn das Spielzeug nicht den gesetzlichen Vorgaben entspricht.

Wo können sich Eltern informieren?
Die Hersteller sind verpflichtet, die Konsumenten auf Anfrage über die Zusammensetzung von Produkten zu informieren. Eine Kontaktadresse muss auf dem Produkt oder der Verpackung angegeben sein. Auch die zuständigen Landesbehörden, etwa die Gewerbeaufsichtsämter, müssen Auskunft darüber geben, ob es Erkenntnisse über Gefährdungen durch bestimmte Produkte gibt.

ÖKO-TEST: Planschbecken

ÖKO-TEST Planschbecken
Ein Haufen Sondermüll

Ein Planschbecken gehört zur Kindheit wie das erste Fahrrad. Leider verhageln die meisten Hersteller den Badespass ganz gewaltig: Bei einer Untersuchung des Frankfurter Verbrauchermagazins ÖKO-TEST kam heraus, dass fast alle Produkte derart verseucht mit Schadstoffen sind, dass sie eigentlich auf dem Sondermüll entsorgt werden müssten. Ein Testprodukt hätte nicht einmal verkauft werden dürfen.

Schon in früheren Jahren hat ÖKO-TEST vor Planschbecken gewarnt, weil sie hohe Mengen an problematischen Stoffen enthalten. Viele diese Substanzen lösen sich im Wasser, zudem nuckeln gerade kleine Kinder auch mal am Beckenrand. So können die Schadstoffe direkt in den kindlichen Organismus gelangen.

Mittlerweile hat sich zwar einiges getan – aber nicht unbedingt zum Guten. Denn auch die 13 aktuellen Planschbecken-Modelle, die ÖKO-TEST jetzt untersucht hat, strotzen nur so vor problematischen Stoffen: Sehr giftige zinnorganische Verbindungen gehören ebenso dazu wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Auch bei den eingesetzten Weichmachern besteht noch Nachbesserungsbedarf.

Rundum in Ordnung waren nur zwei Hartschalen-Modelle. Die haben allerdings den Nachteil, dass sie sich nicht so platzsparend verstauen lassen wie die aufblasbaren Kunststoffbecken.

Die aktuelle Ausgabe vom ÖKO-TEST- Magazin Juli 2009 gibt es ab dem 26. Juni 2009 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Hintergrund

Weichmacher und kein Ende

Der eigentliche Übeltäter heißt PVC – ein Kunststoff, der billig herzustellen und in Sachen Einsatzmöglichkeiten ein wahrer Tausendsassa ist. Allerdings: Um das von Haus aus starre PVC biegsamer zu machen, müssen bei der Produktion Weichmacher zugesetzt werden.

Dabei handelt es sich um chemische Substanzen, die es in sich haben. Einige besonders problematische Weichmacher hat das EU-Parlament bereits im Jahre 2005 in Spielzeug und Babyartikeln verboten, weil sie als fortpflanzungsgefährdend gelten.

Die meisten Hersteller setzen inzwischen alternative Weichmacher ein – zum Beispiel DEHT und DINCH. DINCH wird vom Chemiegiganten BASF produziert. Der Stoff ist zwar für den Einsatz in Lebensmittelverpackungen und Medizinprodukten zugelassen, Grundlage dafür sind aber vor allem Studien des Herstellers oder Untersuchungen, die von BASF bezahlt wurden. Ähnliches gilt für DEHT, das von der Firma Eastman produziert wird.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat sich intensiv mit DINCH und DEHT beschäftigt und sie als relativ unbedenklich eingestuft. „Für Menschen sind tolerierbare tägliche Aufnahmen von einem Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Im Tierversuch kam es selbst bei wesentlich höheren Dosen nur zu wenig ausgeprägten Veränderungen an Lebern und Nieren“, so auch die Stellungnahme von Professor Wolfgang Dekant vom Institut für Toxikologie der Universität Würzburg.

Das Umweltbundesamt bleibt trotzdem kritisch: Denn auch die alternativen Weichmacher lassen sich nicht fest im Kunststoff binden.
Sie können in die Umwelt gelangen oder ins Wasser des Planschbeckens, und dort vom Kleinkind aufgenommen werden. Laut Umweltbundesamt ist immer noch unklar, wie viel davon letztlich im Körper ankommt und was die Stoffe dort auslösen können.

Eine sichere Alternative wäre der Verzicht auf Weichmacher, was laut Umweltbundesamt durchaus möglich ist. Die Experten empfehlen Kunststoffe wie Polyethylen und Polypropylen – die sind generell frei von Weichmachern.

ÖKO-TEST Vlies- und Mustertapeten

ÖKO-TEST Vlies- und Mustertapeten

Problematische Kunststoffbeschichtung

Mustertapeten haben sich vom absoluten Tabu zum modischen Hingucker gemausert. Produkte mit Kunststoffbeschichtung sind allerdings ein Problem: Die von ÖKO-TEST beauftragten Labore fanden darin jede Menge Schadstoffe, unter anderem gesundheitsschädliche Phthalate.

Besser haben die reinen Papiertapeten abgeschnitten. Diese Produkte sind zwar nicht frei von Schadstoffen, aber sie enthalten deutlich weniger Rückstände als die Modelle mit Kunststoffbeschichtung. Im ÖKO-TEST bekamen die untersuchten Papiertapeten das Testurteil „befriedigend“.

Dagegen schnitten die Kunststoff-Vliestapeten bis auf eine Ausnahme „ungenügend“ ab. Neben Phthalat-Weichmachern enthalten viele hochgiftige zinnorganische Verbindungen sowie flüchtige organische Verbindungen, darunter Aromaten, die richtig auf die Nerven gehen können.

Die aktuelle Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins April 2009 gibt es ab dem 27. März 2009 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Lexikon

Schadstoffe in Innenräumen

Acrylate werden in den Tapeten als Bindemittel eingesetzt. Sie können Allergien auslösen.

Flüchtige organische Verbindungen: Wer schon einmal selbst tapeziert hat, kennt den beißenden Geruch, der bisweilen aus frisch aufgerollten Tapeten aufsteigt. Er stammt häufig aus den so genannten VOC – das Kürzel für Flüchtige organische Verbindungen. Diese Substanzen belasten die Raumluft und können beispielsweise zum Sick-Building-Syndrom führen, das unter anderem mit Müdigkeit oder Kopfschmerzen einhergeht. Zu diesen Substanzen gehört auch die Stoffgruppe der Aromaten. Sie können unter anderem das zentrale Nervensystem schädigen. Einige dieser Stoffe sind krebserregend, andere stehen unter Krebsverdacht.

Halogenorganische Verbindungen: Sie können über das Bleichen des Papiers oder über die Farben in die Tapeten gelangen. Viele halogenorganische Stoffe gelten als allergieauslösend, manche erzeugen Krebs, fast alle reichern sich in der Umwelt an.

Weichmacher sorgen dafür, dass die Kunststoffschicht, die meist als aufgeschäumte Farbpaste auf das Trägermaterial aufgebracht wird, lange elastisch bleibt. Die Hersteller setzen vor allem Weichmacher ein, die in Produkten für Babys und Kleinkinder stark reglementiert sind. Diese Phthalate stehen im Verdacht, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen und außerdem wie ein Hormon zu wirken. Über den Hausstaub gelangen sie in die Wohnung, in Kleidung, Essen oder Luft.

Zinnorganische Verbindungen: Diese Stoffe werden häufig eingesetzt, um Produkte hitze- und lichtbeständig zu machen. Stoffe wie Dibutylzinn (DBT) oder Tributylzinn (TBT) sind sehr giftig und in der Umwelt meist nur schwer abbaubar. Bereits sehr kleine Mengen dieser Substanzen genügen, um das Immun- und Hormonsystem von Tieren und vermutlich auch des Menschen zu beeinträchtigen.

ÖKO-TEST Holzpuzzles

ÖKO-TEST Holzpuzzles

Erschreckend schlechte Qualität

Holzpuzzles für die ganz Kleinen sind von erschreckend schlechter Qualität. Etliche der von ÖKO-TEST untersuchten Produkte erfüllen nicht einmal die gesetzlichen Mindeststandards und dürften nicht verkauft werden. Der Test ist in der November Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins veröffentlicht, das seit heute am Kiosk erhältlich ist.

Insgesamt hat ÖKO-TEST 20 Holzpuzzles untersuchen lassen, 16 bekamen das schlechteste Testurteil „ungenügend“. Zwei weitere waren „mangelhaft“. Die beiden Test-„Sieger“ erreichten gerade einmal ein „ausreichend“.

Problem 1: Verschluckbare Kleinteile, an denen die Kinder ersticken können. Sie sind daher laut europäischer Norm für Spielzeug verboten, das für Kinder unter drei Jahren geeignet ist. Trotzdem fanden sie sich in drei Produkten.

Problem 2: Weichmacher. Die Mehrheit der Puzzles enthält in der Lackschicht gesetzlich reglementierte Phthalat-Weichmacher. In einem Produkt steckte sogar ein derartig hoher Gehalt des für Kinderspielzeug verbotenen Weichmachers DBP, dass es nicht verkehrsfähig ist.

Problem 3: Formaldehyd. Vier Puzzles liegen über dem vom Bundesinstitut für Risikobewertung für Spielzeug empfohlenen Wert. Formaldehyd, das aus den Puzzles ausgast und eingeatmet wird, erzeugt Krebs im Nasen-Rachen-Raum.

Eines von 16 ungenügenden Produkten: Im Lack des Holzpuzzles Bärchenfamilie steckt zuviel des verbotenen Weichmachers DBP.

Weichmacher in Twist – Off – Deckeln sind kein Problem bei Marmelade

Weichmacher in Twist – Off – Deckeln sind kein Problem bei Marmelade

Selbsthergestellte Marmelade sollte unmittelbar nach dem Befüllen mit Twist-Off-Deckeln verschlossen und 5 Minuten auf den Kopf gestellt werden. Wer selbst Marmelade herstellt, kennt diese Empfehlung und hat vielleicht Bedenken, dass dabei Weichmacher aus dem Deckelverschluss in die Marmelade übergehen. Was ist also von dieser Empfehlung zu halten?

Twist-Off-Deckel enthalten eine dünne Kunststoffschicht auf der Innenseite, die beim Verschließen das Glas abdichtet und das Verschließen und Öffnen erleichtert. Beim Kunststoff dieser Dichtungen handelt es sich in der Regel um PVC, das Weichmacher enthält. Dadurch bleibt die Dichtung über längere Zeit weich und geschmeidig. Ohne Weichmacher wird die Dichtung schnell porös und erfüllt ihre Funktion nicht mehr.
Der Nachteil: Weichmacher können beim Kontakt mit dem Inhalt herausgelöst werden und in das Lebensmittel übergehen. Da die Weichmacher sehr gut fettlöslich sind wird das vor allem bei ölhaltigen Lebensmitteln beobachtet, die über längere Zeit mit dem Kunststoff aus dem Deckel in Berührung kommen, z.B. ölige Würzsoßen.

Marmelade enthält kein Fett. Es ist daher eher unwahrscheinlich, dass sich Weichmacher in einem fettfreien Lebensmittel während einer so kurzen Zeit (5 Minuten) herauslösen können. Marmeladengläser können daher bedenkenlos nach dem Verschließen auf den Kopf gestellt werden.

Das Umkippen der Gläser bringt meist eine längere Haltbarkeit der Marmelade mit sich. Die heiße Marmelade desinfiziert den Deckel zusätzlich. Die verbleibende Luft wird hinausgedrückt und die Gläser luftdicht verschlossen. Die Haltbarkeit der Marmelade wird dadurch verbessert.
Wer im Vorfeld auf ordentlich gereinigte Gläser und Deckel achtet, diese gegebenenfalls abkocht oder mit etwas Alkohol desinfiziert und die Gläser gut füllt, kann auf das Kippen der Gläser verzichten.