Paprika

Gewürztes auf Ungarisch: Von Paprika bis Salami – Lukullische Botschafter eines Landes

Paprika wird oft das „rote Gold“ Ungarns genannt und ist aus seiner Küche nicht mehr wegzudenken. Ursprünglich gar nicht im Karpatenbecken beheimatet, gelangte die Paprika entweder aus Spanien, wahrscheinlicher aber aus Kleinasien nach Ungarn, worauf auch der Name „türkischer Pfeffer“ schließen lässt.

Zunächst wurde die Pflanze nur in Klostergärten als Medizin gezüchtet. Erst als Napoleon als Strafe für die aufständischen Magyaren deren gesamte Pfeffervorräte vernichten ließ, fand die Paprika als Ersatzwürze Einzug in den Alltag und begann ihren Siegeszug in die ungarischen Kochtöpfe. Zentren des Paprikaanbaus in Ungarn sind bis heute die Städte Szeged und Kalocsa in der Südlichen Tiefebene, deren besondere Böden zusammen mit dem Klima die besten Aromen hervorbringen. Auch die Trocknungs- und Mahlmethoden bestimmen den späteren Geschmack mit. Es gibt den gemahlenen Gewürzpaprika heute in verschiedenen handelsüblichen Varianten von mild-süß bis extra scharf.

Und natürlich sind dem feurigen Gewürz auch eigene Museen gewidmet. Gleich zwei gibt es in Kalocsa. Das Paprikamuseum und das separate Paprikahaus zeigen Geschichte, Anbau und Verarbeitung zusammen mit Arbeitsgeräten und alten Schriften, die unter anderem über die medizinische Anwendung berichten. Letzteres wird von der Kalocsaer Gewürzpaprika AG betrieben, die fast die Hälfte des ungarischen Marktes beliefert. Das Budapester Paprika-Museum dagegen (V. Bezirk, Molnár u.17.) ist eine landesweit einzigartige Privatsammlung rund um die Geschichte des Gewürzes in Ungarn seit 1890 bis heute.

Wie die Paprika so wird auch die Salami stets als typisch Ungarisch angesehen. Aber auch sie hat ihren Ursprung andernorts. Ursprünglich aus Italien stammend, hat sie durch ein Szegeder Unternehmen für Ungarn Weltruhm erlangt.

Márk Pick gründete 1869 seine Wurstfabrik dabei nicht zufällig im Zentrum der ungarischen Schweinezucht in Südungarn, auch klimatische Voraussetzungen spielten eine Rolle. Heute zählt die Pick Salami wahrscheinlich zu den bekanntesten ungarischen Produkten, einzigartig im Geschmack durch ihre besondere Würze und Räuchermethode. Es gibt sie in verschiedenen Varianten, weich und hart, mit und ohne Paprika. Die „klassische“ Pick Salami etwa, die so genannte „Wintersalami“, ist von mittelharter Konsistenz und ohne Paprika. Wie es zur Bezeichnung kam? Aufgrund mangelnder Kühlmöglichkeiten war früher die Salami-Produktion auf den Winter beschränkt. Lange Zeit hatte die ungarische Salami übrigens noch eine zweite Marke, die als „köstlicher“ Botschafter exportiert wurde: die seit 1888 nach einem anderen Rezept, aber mit ähnlicher Technik hergestellte Herz-Salami.

Mehr Informationen zu ungarischen Genüssen auch auf www.ungarn-tourismus.de im Bereich Gastronomie & Wein. Wer nicht erst bis zum nächsten Ungarn-Aufenthalt auf den Paprika- oder Salami-Einkauf warten möchte, der wird sich über die umfangreiche Lieferpalette vom Online-Shop www.hungaro.de freuen.

ÖKO-TEST zu Nacktscannern

Gesundheitsgefährdende Röntgenstrahlung bei Nacktscannern

Es wird immer wahrscheinlicher, dass Nacktscanner noch dieses Jahr an europäischen Flughäfen eingesetzt werden. Das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST warnt jedoch vor gesundheitlichen Folgen durch die Röntgenstrahlungen. Denn um die am Körper versteckten Gegenstände sichtbar zu machen, arbeiten die Geräte mit Röntgen- und Terahertzstrahlen. Jürgen Stellpflug, Chefredakteur des ÖKO-TEST-Magazins, erklärt: „Die ionisierend wirkenden Röntgenstrahlen können Krebs auslösen. Obgleich die Strahlenbelastung bei Röntgenscannern deutlich niedriger ist als bei einer herkömmlichen Röntgenaufnahme oder bei einem Transatlantikflug, sind gesundheitliche Folgen nicht auszuschließen.“ Mit der Kritik steht ÖKO-TEST nicht alleine da. Auch die Strahlenschutzkommission des Bundes rät von dem Einsatz von Scannern mit Röntgentechnik ab.

Eine etwas bessere Alternative ist die Terahertzstrahlung. Sie ist Teil der natürlichen Wärmestrahlung und energieärmer als Röntgenstrahlung. Die Terahertzstrahlung wirkt nicht ionisierend. Um ein Abbild der Körperkonturen zu erhalten, kann zum einen die natürliche Wärmestrahlung des menschlichen Körpers detektiert werden (passive Methode). Das heißt, im Passivmodus wirkt keine Strahlenquelle auf den Körper ein. Dagegen wird der Körper bei der aktiven Methode mit einem Terahertzstrahl gescannt und aus der Streustrahlung ein Bild rekonstruiert. Die Datenlage zu biologischen Wirkungen im Terahertzbereich ist äußerst gering, heißt es beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Eine abschließende Bewertung sei derzeit nicht möglich. Daher sei „unter Strahlenschutzaspekten dem Einsatz von passiven Systemen eindeutig der Vorzug zu geben“.

Jürgen Stellpflug resümiert: „Auch die Nacktscanner werden nicht die Lösung aller Sicherheitsprobleme sein.“ Die Geräte können keine Gegenstände oder Substanzen erkennen, die in Körperöffnungen wie Rektum oder Vagina mitgeführt werden. Experten streiten auch darüber, ob der in die Unterwäsche eingenähte Sprengstoff des verhinderten Attentäters auf dem Flug von Amsterdam nach Detroit wegen seiner geringen Dichte bei einem Körperscan aufgefallen wäre.