Aldiana ist jetzt kanarisch

Grupo Santana Cazorla übernimmt Thomas Cook Anteile – Jürgen Marbach – Unternehmensgruppe MIC mit Option auf Komplettübernahme – Aldiana Service-Vertrag mit Thomas Cook läuft weiter – Für Gäste wird sich nicht viel ändern

Die auf Gran Canaria sitzende Grupo Santana Cazorla erwirbt mit sofortiger Wirkung die Thomas Cook-Minderheitsbeteiligung von 24,9 Prozent an der Aldiana GmbH.

Damit hält die Grupo Santana Cazorla die Mehrheit der Aldiana Gesellschafteranteile. Marbach vereinbarte jedoch mit der spanischen Unternehmerfamilie Cazorla eine Option zur Komplettübernahme der Aldiana GmbH.

Vom Übergang der Gesellschafteranteile unberührt bleibt der Service Vertrag zwischen Thomas Cook und Aldiana, dessen Schwerpunkt die gemeinsamen Vertriebsaktivitäten sind.

Thomas Cook hat mit der Transaktion seiner Anteile von der bereits im Jahr 2005 vereinbarten Option Gebrauch gemacht, zum Oktober 2012 die Minderheitsanteile anzugeben.

Zu den finanziellen Details wurde wie immer zwischen allen Vertragspartnern Stillschweigen vereinbart.

Reklamieren im Restaurant

Versalzenes Essen, ewiges Warten auf die Rechnung: Wer in einem Lokal Essen und Getränke bestellt, schließt einen Vertrag und wie bei anderen Verträgen hat man bei Mängeln auch Rechte. Univ.-Doz. Dr. Martin Kind hat gemeinsam mit dem Testmagazin KONSUMENT einen Überblick zu Rechten und Pflichten des Gastes im Restaurant zusammengestellt.

Dieser kann ab dem 27.9. im Oktober-KONSUMENT und ab sofort in einer Langfassung auf www.konsument.at nachgelesen werden.
Muss man kaltes, versalzenes oder anderweitig mangelhaftes Essen akzeptieren?

Kein Gast muss kaltes, versalzenes, angebranntes oder offensichtlich mangelhaftes Essen akzeptieren. Vorausgesetzt er reklamiert „angemessen“. Das heißt, nicht erst beim Zahlen, sondern möglichst rasch nach den ersten Bissen oder dem ersten Schluck. Wer zunächst isst (und damit annimmt) und erst später rügt, verwirkt in der Regel auch sein Recht auf Ersatz oder Preisminderung. Pauschales Maulen, es habe nicht geschmeckt, reicht für die Geltendmachung der „Mängelrüge“ nicht aus.

Darf man denn einfach gehen, wenn trotz wiederholter Aufforderung die Rechnung nicht kommt?
Jein. Bevor man aber im Lokal „Wurzeln schlägt“, sollte man laut und deutlich innerhalb von 30 Minuten vom Wirt mindestens dreimal die Rechnung verlangen. Passiert dann noch immer nichts, kann man gehen. Doch Vorsicht! Zahlen muss man trotzdem. Will man sich nicht dem Vorwurf der Zechprellerei aussetzen, muss man daher Name und Anschrift hinterlassen, damit der Wirt die Rechnung zuschicken kann.

Ist im Restaurant Geld für die Toilette zu bezahlen?
Nein. Man kann, muss aber nicht der Aufforderung eines Toilettengeldes nachkommen. Der Wirt hat eine kostenlose Toilette anzubieten. Jenen Personen, die keine Gäste sind, kann der Wirt die Nutzung der Toiletten aber verweigern.

Ist für ein Glas Leitungswasser zu zahlen?
Das hängt davon ab, wo man es bestellt. In manchen Ländern ist es üblich, dem Gast eine Karaffe Wasser zum Essen kostenlos hinzustellen. In Österreich hat man keinen Anspruch auf ein kostenloses Glas Wasser. Der Wirt kann selbst einen Preis bestimmen. In der Praxis wird das Wasser aber meist nicht auf die Rechnung gesetzt.

Weitere Informationen zum Thema gibt es ab dem 27.9. im Oktober-KONSUMENT und ab sofort in einer Langfassung auf www.konsument.at.

Christian Buer

Sterne-Koch Christian Buer in Rüsselsheim gescheitert

Schnelles Ende: Christian Buer, der gerade vor knapp einem Jahr das Restaurant in den Opelvillen in Rüsselsheim übernommen hatte, muss schließen und ist bereits in die Insolvenz gegangen. Der Vermieter, die Stiftung der Opelvillen, kann sich erneut nach einem Pächter umsehen. Der Vertrag lief eigentlich auf fünf Jahre und wurde nun gekündigt. Aus und vorbei: Goodbye Rüsselsheim, das wieder einen guten Koch verloren hat.

Die ganze Story lesen Sie bei BISS:
www.fienholdbiss.de/aktuelles/restaurant-opelvillen-geschlossen/

Deutsche Kantinen wieder besser besucht

Im vergangenen Jahr haben deutsche Unternehmen dank der guten Konjunktur wieder mehr Personal eingestellt. Davon profitierten auch die Kantinen, die sich über mehr zahlende Gäste freuen konnten. Mit einem Erlösplus von 5,2 Prozent (Vj. 2,6 Prozent) war die „Verpflegung am Arbeitsplatz“ Wachstumsmotor der Catering-Branche. Absolut gesehen macht dieses Segment etwa die Hälfte aller Umsätze (48,5 Prozent) von Deutschlands führenden Cateringunternehmen aus. Zu diesen Ergebnissen gelangt die Wirtschaftsfachzeitschrift gv-praxis (Deutscher Fachverlag) in ihrer aktuellen und exklusiven Branchenerhebung für 2011, in deren Rahmen 31 Cateringunternehmen befragt wurden.

Insgesamt erwirtschafteten diese Unternehmen, so ein weiteres Resultat, knapp 3,0 Mrd. Euro (ohne Mwst.) mit 5.044 Verträgen und erzielten ein Erlösplus von 5,2 Prozent. Zweistellig (plus 11,3 Prozent) wuchs der Bereich „Neue Märkte“, der 8,3 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Beispielsweise die Stadien- und Eventgastronomie zählen zu diesem Segment.

Die befragten Entscheider zeigen sich laut Studie mit dem Jahr 2011 zufrieden: 64,3 Prozent bewerten die Gewinnsituation als sehr gut oder gut, 32,1 Prozent nannten sie zufriedenstellend.

Top 3 Cateringunternehmen
Vom wertmäßigen Wachstum der befragten Cateringunternehmen, die über 60.000 Mitarbeiter beschäftigen, entfällt der größte Teil auf drei multinationale Dienstleistungskonzerne: Sodexo (plus 25,1 Mio. Euro), Compass Group (plus 22,2 Mio. Euro) und Aramark (plus 17,0 Mio. Euro). Allein diese Top 3 generierten 2011 fast 1,45 Mrd. Euro Umsatz, das entspricht einem Anteil am Gesamtumsatz von 48,7 Prozent.

Verdrängungsprozess verschärft sich
Das Jahr 2011 war geprägt durch mehr Wettbewerbs- und Kostendruck auf Auftraggeberseite, während die Gäste durch Ehec-Skandal und Atomunfall in Japan hochgradig sensibilisiert waren. Steigende Qualitätsanforderungen und zunehmende Preissensibilität auf Auftraggeber- und Gästeseite mussten in Einklang gebracht werden. Die Studie von gv-praxis zeigt auch, dass der Anteil des „echten“ Neugeschäfts signifikant gesunken ist – das heißt, jeder zweite Vertrag kommt derzeit von einem Mitwettbewerber. Der Verdrängungsprozess ist groß. Die Vertragspartner überprüfen ihre Dienstleister in immer kürzeren Abständen per Ausschreibung und wünschen immer individuellere Anforderungen, so der Tenor der Branchengrößten.

Nachhaltigkeit ist gefragt
Das dominierende Thema bei den über 5.000 Kunden heißt Nachhaltigkeit – von regionalen Einkaufsquellen bis hin zu bio-zertifizierten Lebensmitteln. Kernaussage hier: Nur wenn die Qualität überzeugt, ist der Gast zu Mehrausgaben bereit. Die Durchschnitts-Bons pro Gast liegen zwischen 3,61 Euro und 4,53 Euro pro Menü.

Aussichten 2012
Für das Jahr 2012 erwarten 88 Prozent der befragten Manager bessere Umsätze, 79 Prozent rechnen mit besseren Gästezahlen als vor zwölf Monaten (Befragungszeitpunkt: März). Allerdings befürchten 39 Prozent eine schlechtere Kostensituation.

ÖKO-TEST: Vergleichsportale für Hausratversicherungen

Vergleichsrechner im Internet sollten eigentlich helfen, die richtige Hausratversicherung zu finden. Leider sind die meisten Vergleiche, die die Online-Portale bieten, unsäglich. Das kritisiert das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST. So kürten die 17 getesteten Webpages nicht nur acht unterschiedliche Tarife zum Sieger, sie gaben dabei auch unterschiedliche Preise für die gleichen Tarife an. Ein Portal macht sogar wissentlich falsche Angaben.

Die unterschiedlichen Rankings von Hausratversicherungen kommen unter anderem deshalb zustande, weil manche Portale nicht jede Versicherung berücksichtigen. Das kann daran liegen, dass nicht alle Assekuranzen jedem Portal die benötigten Daten zur Verfügung stellen. Teilweise sind technische Schwierigkeiten schuld. Vor allem aber nehmen viele Portale nur Versicherungen auf, von denen sie Vermittlungsprovisionen erhalten.

Besonders ärgerlich ist es aber, dass Verbraucher den Preisangaben der Portale teilweise nicht trauen können. Oftmals sind die Tarife schlichtweg falsch berechnet. Außerdem ist ÖKO-TEST aufgefallen, dass ein Portal im Test für fast alle Tarife einen niedrigeren Preis ausweist als die anderen und die Versicherungen selbst. Hier liegt der Verdacht nahe, dass dieses Portal bewusst falsche Niedrigpreise angibt, damit Kunden einen Vertrag abschließen und eine Provision fällig wird. Erfahrungsgemäß macht sich kaum ein Kunde die Mühe, den Vertrag zu stornieren, wenn er die Unterlagen und die Mitteilung bekommt, dass der Preis höher als erwartet ist.

Das ÖKO-TEST-Magazin Mai 2012 gibt es seit dem 27. April 2012 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Kaiser’s Tengelmann wird Rewe

Kartellamt stimmt Übernahme von Kaiser’s Tengelmann-Filialen durch die Rewe zu

Bereits am 15. März 2010 hatte die Kaiser’s Tengelmann GmbH einen Vertrag mit der Rewe Markt GmbH über den Verkauf von 65 Tengelmann Filialen im Rhein-Main-Neckar-Gebiet unterzeichnet. Das Kartellamt hat diesem Verkauf ohne Auflagen zugestimmt. „Wir freuen uns, dass das Kartellamt die Entscheidung so schnell getroffen hat, und dass somit auch für unsere Mitarbeiter Klarheit herrscht“, erläutert Raimund Luig, Geschäftsführer der Kaiser’s Tengelmann GmbH, die Entscheidung. Die Mitarbeiter werden alle übernommen.

Die Unternehmensgruppe Tengelmann ist ein international tätiger Handelskonzern, zu dem die Tochterunternehmen OBI, KiK, Kaiser’s Tengelmann, Plus Online sowie A & P gehören. Das Familienunternehmen wurde 1867 in Mülheim an der Ruhr gegründet und wird in fünfter Generation geführt. Mit 4.357 Filialen und 83.655 Mitarbeitern in 15 Ländern erzielte der Konzern im Geschäftsjahr 2008 einen Gesamtumsatz von 12,36 Mrd. Euro.

Die Liebe in den Zeiten des Internets

Die Liebe in den Zeiten des Internets
Wie dubiose Online-Seiten die Sehnsucht von Millionen Singles zu Geld machen

In Deutschland leben über elf Millionen Singles. Die wenigsten davon haben sich bewusst für diese Lebensform entschieden. Die Mehrzahl von ihnen ist deswegen ständig auf der Suche nach dem richtigen Partner. Der Wunsch vieler Menschen nach Nähe und Geborgenheit macht sie aber auch zu leichten Opfern für findige Geschäftemacher – und das Internet ist die perfekte Plattform dafür. Immer mehr Online-Singlebörsen versprechen das Ende der Einsamkeit. Doch statt Liebesbriefe flattern am Ende astronomische Rechnungen ins Haus. Der Hamburger Rechtsschutzversicherer Advocard zeigt die Tricks der Websitebetreiber und informiert, wie man sich dagegen wehren kann.

Trick 1: Vollmundige Versprechungen

Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen. Das gilt leider nur selten für Beziehungen zwischen Mann und Frau. Für Betreiber kommerzieller Websites dagegen schon. Wer auf seiner Startseite mit Tausenden flirtwilliger Frauen wirbt, muss diese auch in seiner Kartei haben. Wird es dagegen nichts mit den „Singles in Deiner Umgebung“ weil sich nach der kostenpflichtigen Anmeldung nur einsame Männer tummeln, kann der Kunde sein Geld zurückverlangen. Anja-Mareen Knoop, Leiterin der Rechtsabteilung des Hamburger Rechtsschutzversicherers Advocard, erklärt, warum: „Werbeaussagen auf Singlebörsen sind Teil des Leistungskatalogs, wenn dem nicht in den AGBs ausdrücklich widersprochen wird. Werden die versprochenen Leistungen nur zum Teil oder gar nicht erbracht, kann der Kunde den Vertrag fristlos kündigen und sein Geld zurückverlangen. Umso wichtiger ist es, vor Abschluss jedes Vertrages – gerade im Internet – besonders aufmerksam die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu lesen.“

Trick 2: Abo-Fallen im Kleingedruckten

In den AGBs lauert häufig noch manch andere böse Überraschung in Form von Zusatzkosten, langen Vertragslaufzeiten und kaum einzuhaltenden Kündigungsfristen. Wer sich darüber freut, auf einer Online-Partnerbörse erst einmal zwei Wochen kostenlos testflirten zu können, übersieht leicht den dezenten Hinweis in den Geschäftsbedingungen, dass die Testphase schon nach drei Tagen wieder gekündigt werden muss, weil sie sonst automatisch in einen Ein-Jahres-Vertrag übergeht. Gerade dieser Hinweis ist häufig nicht leicht zu finden und geschickt in den AGB´s versteckt. Rechtlich ist es zulässig, dass ein Testabonnement automatisch verlängert wird. Es muss allerdings immer gewährleistet sein, dass der Kunde beim Beginn der Testphase erkennen kann, wie, wo und wie lange er die Testmitgliedschaft noch abbrechen kann und welche Kosten andernfalls auf ihn zukommen. Unterlässt der Anbieter diese Aufklärung, kann der Kunde jederzeit den Vertrag widerrufen und muss eventuellen Forderungen des Betreibers auch nicht nachkommen.

Trick 3: Der Flirt-Agent

Nach der lästigen Anmeldung auf einer Partnerbörse beginnt endlich der Flirtspaß. Schnell werden Kontakte geknüpft und erste Erfahrungen gesammelt – leider oft viele schlechte. Sogenannte „Animateure“, Mitarbeiter des Betreibers, bauen Kontakte zu Neukunden auf, um sie „bei der Stange“ zu halten. Sie benutzen falsche Identitäten, erschleichen sich das Vertrauen der Partnersuchenden und wecken falsche Hoffnungen. Ein arglistiger Trick. So sieht das auch der Gesetzgeber. Deswegen sind derartige Machenschaften illegal. Dazu die Advocard-Juristin Anja-Mareen Knoop: „Sinn und Zweck einer Singlebörse ist es, Kontakt zwischen „echten“ Personen herzustellen. Wer eine Singlebörse benutzt und dafür bezahlt, darf nicht mit virtuellen Gesprächspartnern hinters Licht geführt werden. Selbst wenn der Einsatz von „Animateuren“ in den AGBs versteckt wird, ist er illegal.“ Jeder Kunde, der mit der Zeit feststellt, dass mit der neuen Bekanntschaft im Netz offensichtlich etwas nicht stimmt, etwa weil sie den Wunsch nach einem persönlichen Treffen immer wieder ablehnt und dafür ständig kostenpflichtige SMS-Dienste oder teure Telefon-Flirtlines vorschlägt, kann den bestehenden Vertrag sofort kündigen und sein Geld zurückverlangen. In vielen Fällen kann auch Schadenersatz geltend gemacht werden. “ Wer sich von seinem Anbieter betrogen fühlt, sollte sich auf jeden Fall wehren und eine Strafanzeige stellen, so die Juristin.“

Riester Rente lohnt sich nicht

ÖKO-TEST-Vergleich: Riester-Renten und ungeförderte Privatrenten
Kosten fressen Zulagen auf

Riester-Renten sind oft so teuer, dass für den Sparer von der Förderung nichts übrig bleibt. Der Grund: Der Großteil der versprochenen Verzinsung von mindestens 2,25 Prozent wird durch die Vertragskosten aufgezehrt. Die sind bei Riester-Renten außerdem fast immer höher als bei einer ungeförderten Privat-Rente.

Trotz Förderung bieten Riester-Renten daher oft weniger Leistung als eine ungeförderte Police. Bei den getesteten Modellfällen hatten Riester-Sparer zu Rentenbeginn bis zu 3.263 Euro weniger Garantiekapital und bis zu 14.373 Euro weniger an Gesamtkapital inklusive Überschuss auf ihrem Konto stehen als bei einer ungeförderten Privatrente – und das, obwohl beide Verträge gleich lang laufen und gleich hohe Einzahlungen erbracht wurden.

Auch die Rentenleistung ist magerer: In einem Vergleichsfall erhält ein 35-jähriger Sparer, der bis zum 65. Lebensjahr jährlich 2.100 Euro auf seinen Vertrag fließen lässt, beim Riester-Vertrag fast 30 Euro weniger Garantierente und rund 45 Euro weniger bei der prognostizierten Rentenleistung inkl. Überschüssen. Das macht pro Jahr 540 Euro weniger Rentenleistung. Oder – hochgerechnet auf die von der Versicherungsbranche unterstellte Lebenserwartung von 93 Jahren – insgesamt 15.120 Euro weniger Leistung.

Ein Blick in die Kostenklauseln zeigt, dass die staatliche Förderung durch höhere Kosten fast komplett aufgezehrt wird. So sind vor allem die Verwaltungskosten bei Riester-Renten fast durchweg höher als bei ungeförderten Policen. Bisweilen werden für den Abschluss eines Riester-Vertrags aber auch höhere Provisionen fällig.

Verbraucher, können das aber nicht auf Anhieb erkennen. Denn die Kostenangaben sind bei Riester-Verträgen nach wie vor völlig intransparent. Vor allem verschweigen die Anbieter oft, dass von den staatlichen Zulagen auch noch Abschluss- und Verwaltungskosten abgehen. Und die sind nicht selten höher als die Kosten, die auf den Eigenbeitrag der Riester-Sparer erhoben werden. So können Verbraucher aber nicht erkennen, ob sich die Mitnahme der Förderung für sie überhaupt lohnt oder ob sie ihre Versorgungslücke nicht vielleicht besser mit einer ungeförderten Police oder einen anderen Riester-Vertragsvariante wie einem Riester-Banksparplan schließen könnten.

Test Renditevergleich: Kosten fressen Zulagen auf

Für die Versicherer sind Riester-Renten die perfekte Altersvorsorge. Denn die Gesellschaften verdienen prächtig daran – allerdings auf Kosten ihrer Kunden. Denn die Verträge sind oft so teuer, dass für den Sparer von der Förderung nichts übrig bleibt. ÖKO-TEST verrät, wie und wo Vorsorgesparer klammheimlich geschröpft werden – und wie man gegensteuern kann.

Maren Meier *) traute ihren Augen nicht: Um ihre Rente später aufzubessern, hatte die Dresdenerin Anfang 2008 einen Riester-Vertrag bei der Debeka abgeschlossen. Nach Angaben des Vermittlers versprach das ein gutes Geschäft. Weil sie als Teilzeitkraft nur wenig verdiente, als allein erziehende Mutter von drei Kindern jedoch Anspruch auf eine Grundzulage plus drei Kinderzulagen hat, sollte sie nur fünf Euro pro Monat aus eigenen Mitteln einzahlen. Die restlichen 709 Euro sollte der Staat aus Zulagen darauf legen. Doch was der erste Kontoauszug offenbarte, mochte die Dresdnerin nicht so recht glauben: Von den 60 Euro Beitrag war kein einziger Cent übrig geblieben. Stattdessen wies der Vertrag ein Minus von 68,46 Euro auf. Der Grund: Abschluss- Vertriebskosten und Verwaltungskosten plus Sollzinsen fraßen allein im ersten Beitragsjahr mit 128,46 Euro mehr als das Doppelte vom Eigenbeitrag auf. Verärgert beschloss sie, die Police wieder zu kündigen. Da kam es noch dicker: Ihr Guthaben sei dank Zulagengutschrift und weiteren 40 Euro Einzahlungen zwar mittlerweile auf rund 532 Euro gewachsen, teilte ihr der Versicherer mit. Doch bei Kündigung gingen davon rund 26,60 Euro Stornokosten ab. Macht 505 Euro Guthaben. Dem Staat müsste sie aber erhaltenen Zulagen von 709 Euro zurückzahlen. Macht unterm Strich ein dickes Minus von 204 Euro. Dieses Geld hätte sie womöglich nachzahlen müssen, um überhaupt wieder aus dem Vertrag zu kommen. „Das kann doch nicht wahr sein,“ meinte die 40 jährige und ließ sich von Verbraucherzentrale Sachsen beraten. Die staunte zwar auch nicht schlecht, kannte aber einen Trick: Statt zu kündigen sollte die Mutter von drei Kindern den Vertrag lediglich beitragsfrei stellen. Dann wird weder eine Nachzahlung fällig, noch gehen die Einzahlung und Zulagen verloren.

Denn zu Rentenbeginn muss die Versicherung mindestens den Erhalt der zugeflossenen Mittel, also insgesamt 809 Euro, garantieren – und in diesem Fall als Kapitalabfindung auszahlen. So sieht es das Gesetz bei Riester-Renten vor.

Der Fall von Maren Meier ist wahrscheinlich ein besonders krasser Fall. Denn die Debeka hatte ihre Provision hier nicht nur auf alle vereinbarten Eigenbeiträge, sondern auch auf alle voraussichtlichen Zulagen bis Rentenbeginn erhoben. Diese Gesamtsumme an Provisionen wurde dann rechnerisch auf die ersten fünf Vertragsjahre verteilt und mit den Einzahlungen verrechnet. Kein Wunder daher, dass das Konto erst einmal tief im Minus lag. Besonders pikant: Die Kinderzulagen hatte der Versicherer „aus Vereinfachungsgründen“, wie in der Police steht, gleich für die volle Vertragslaufzeit von 28 Jahren bis Rentenbeginn durchlaufen lassen – obwohl die Kinder bis dahin schon lange aus der Förderung gefallen sind. Denn Kinderzulagen gibt es nur solange der Nachwuchs kindergeldberechtigt ist, also bis zum 18. Lebensjahr, bei länger dauernder Ausbildung maximal bis 25. Durch die „Vereinfachung“ wurde die Provisionssumme auf die Zulagen jedoch künstlich „aufgebläht“ – ein äußerst fragwürdiger Rechentrick, der einem gerichtlichen Vergleich vermutlich nicht Stand halten würde.

Doch auch wenn man von diesen krassen Besonderheiten absieht: Ähnlich wie Maren Meier geht es vielen Riester Sparern. Sie schauen verdutzt auf ihre ersten Jahresabrechnungen und stellen fest, dass die staatlichen Zulagen fast komplett für Vertragskosten drauf gehen. So bemängelte auch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg (VZ Baden-Württemberg) bereits im vergangenen Jahr, dass die Zulagen bei der Riester-Rente – mindestens 1,7 Milliarden Euro für 2008 – „in der Masse nicht der Altersvorsorge zugute kommt“.

Dieses Resümee ziehen die Verbraucherschützer aus ihrer Beratungspraxis, die ihnen so manches schockierende Beispiel aus dem Alltag liefert. In einem, von der VZ Baden-Württemberg ebenfalls als besonders krass empfundenen Fall zehren die Vertragskosten sogar das Dreifache der gesamten Förderung inklusive Steuervorteile auf. Auch wer den Anbieter wechseln möchte, läuft Gefahr einen Großteil seiner Einzahlungen zu verlieren. „Das dabei 88 Prozent der gezahlten Beiträge wegen Vertragskosten verschwinden können, ist ein Skandal.“ kritisierte Niels Nauhauser, Altersvorsorgeexperte der VZ Baden-Württemberg.

Auch ÖKO-TEST hatte schon damals bemängelt, dass Riester-Renten viel zu teuer sind und die Frage aufgeworfen, wer eigentlich an der geförderten Vorsorge verdient. Jetzt wollten wir genau wissen, ob es sich bei der hohen Kostenbelastung von Riester-Verträgen nur um Einzelfälle handelt oder ob die geförderten Verträge schlicht durchweg teurer sind als andere Rentenpolicen. Aus diesem Grund hat ÖKO-TEST die Riester-Tarife aus unserem Test vom Juli 2009 mit den ungeförderten Rententarifen aus dem Test vom September 2009 verglichen. Ausgewählt wurden dabei nur Fälle, bei denen Sparer und Sparerin jeweils gleich alt sind, die Verträge die gleiche Laufzeit haben und bei denen die Summe der Einzahlungen pro Jahr gleich hoch ist. Einziger Unterschied: Während Vorsorgesparer bei der ungeförderten Privatrente den Beitrag aus eigenen Mitteln aufbringen, setzt sich der Einzahlungsbetrag bei der Riester-Police jeweils aus Eigenbeitrag und Zulagen zusammen.

Das Testergebnis

Die Zahlen belegen: Um Einzelfälle kann es sich bei den kritisierten hohen Kostenbelastungen nicht handeln. Zumindest für die untersuchten Modellfälle in unser Stichprobe gilt: Von wenigen Ausnahmen abgesehen sind die Riester-Tarife bei den Anbietern durchweg teurer als die ungeförderte Tarife.

Bester Kostenindikator dafür ist die Rentenrendite, die Vorsorgesparer bei Erhalt der garantierten Rente erzielen. Sie zeigt an, wie viel von der garantierten Verzinsung der Police (2,25 Prozent) über die gesamte Vertragsdauer durch Kosten aufgezehrt wird und wie viel Ertrag beim Kunden ankommt.

Dabei gilt: Generell sind Rententarife nicht gerade preiswert. Obendrein sind sie auch noch umso teurer, je älter der Sparer bei Vertragsabschluss ist. Das gilt sowohl für ungeförderte als auch für geförderte Rententarife. Doch während zum Beispiel bei einer ungeförderten Privatrente für einen 35-jährigen Mann pro Jahr rund 1,29 Prozentpunkte vom Garantiezins für Kosten drauf gehen, sind es beim Riester-Tarif schon 1,36 Prozentpunkte. Der 45jährige Sparer büßt beim ungeförderten Tarif sogar 1,51 Prozentpunkte vom Garantiezins p.a. infolge der Kostenbelastung ein. Bei einem Riester-Vertrag sind es im Schnitt jedoch 1,59 Prozent. Noch teurer wird es für 50jährige. Hier gehen bei der ungeförderten Privatrente jährlich 1,69 Prozentpunkte für Kosten ab, beim Riester-Tarif sind es im Schnitt 1,72 Prozentpunkte.

Riester-Renten sind fast immer
teurer als ungeförderte Policen.
Der Renditenachteil kann Jahr für Jahr
bis zu 0,56 Prozentpunkte ausmachen.

Die Beispiele zeigen: Im Schnitt ist die Riester-Rente Jahr für Jahr zwischen 0,03 bis 0,08 Prozentpunkte teurer kalkuliert als eine ungeförderte Police – je nach Alter des Riester-Sparers bei Vertragsabschluss. Hinter den Durchschnittszahlen verbergen sich jedoch große Abweichungen. Während die Mehrbelastung bei günstigen Anbietern nur 0,02 bis 0,06 Prozentpunkte pro Jahr ausmacht, kann sie im Einzelfall auch schon mal bis zu 0,44 Prozentpunkte pro Jahr betragen. Eine derart hohe, zusätzliche Kostenbelastung kann nicht einmal die staatliche Förderung ausgleichen. Im Gegenteil: In diesem Fall verpufft der gesamte Fördereffekt und der Sparer macht – trotz staatlicher Förderung und bezogen auf seine eigenen Einzahlungen – ein schlechteres Geschäft als wenn er eine ungeförderte Police abgeschlossen hätte.

Noch deutlicher wird die Kostenbelastung, wenn man die Renten inklusive Überschuss vergleicht. Dann werden bei Riester-Renten schon im Durchschnitt rund 0,2 bis 0,24 Prozentpunkte der möglichen Gesamtverzinsung zusätzlich durch Kosten aufgezehrt. Im Einzelfall kann der Renditenachteil von Riester-Policen sogar bis zu 0,56 Prozentpunkte ausmachen. Dieser Effekt lässt sich nur damit erklären, dass in den Riester-Policen höhere Kosten versteckt sind als in ungeförderten Tarifen – und die werden den Riester-Kunden auch in der Rentenphase offenbar nicht wieder gutgeschrieben oder durch höhere Überschussbeteiligungen kompensiert.

Ganz wichtig dabei: Verzerrende Effekte, die darauf zurückzuführen sind, dass Riester-Tarife mit einer Unisex-Sterbetafel kalkuliert werden, ungeförderte Tarife dagegen nicht, haben wir bei dem Vergleich von vorn herein herausgerechnet, indem die Riester-Renditen bei Männern entsprechend erhöht.

Bei Riester-Renten gibt es bis zu
3.263 Euro weniger Garantiekapital
und bis zu 14.373 Euro weniger
Gesamtkapital inkl. Überschuss

Betrachtet man nur die jährlichen Renditeunterschiede von 0,03 bis 0,08 Prozent bei den garantierten und 0,2 bis 0,24 Prozent bei den prognostizierten Leistungen erscheint der Nachteil von Riester-Policen noch moderat. Ein Blick auf die absoluten Zahlen offenbart jedoch, dass die Leistungsunterschiede drastisch sind. So erhält ein 35-jähriger Mann, der insgesamt 2.100 Euro (1.946 Eigenbeitrag plus 154 Euro Zulage) in die Riester-Rente Sicherheit bei der R+V einzahlt, zu Rentenbeginn zum Beispiel 267 Euro garantierte Monatsrente. Bei einer ungeförderten Rente rückt die R+V in ihrem Standardtarif L bei gleicher Gesamteinzahlung pro Jahr jedoch fast 30 Euro mehr, nämlich 296 Euro Garantierente heraus. Inklusive Überschuss wird die Differenz noch größer. Während der 35jährige beim Riester-Vertrag rund 431 Euro erwarten kann, winken bei der ungeförderten Police immerhin 476 Euro. Das sind glatt 45 Euro mehr pro Monat oder 540 Euro pro Jahr. Hochgerechnet auf die Lebenserwartung, mit der Versicherer kalkulieren, macht das insgesamt stolze 15.120 Euro mehr Leistung als bei Abschluss eines Riester-Vertrags.

Ein Teil dieses Effekts geht zweifelsohne auf die Unisex-Sterbetafel zurück, mit der das angesparte Kapital von Riester-Verträgen verrentet wird. Da Männer danach länger leben, muss das Kapital folglich für eine längere Rentenbezugszeit reichen. Entsprechend niedriger ist die Monatsrente.

Dieser Effekt macht aber nur einen Teil des Unterschieds aus. Denn auch wenn man die Summen vergleicht, die sich bis Rentenbeginn auf dem Riester-Vertrag bzw. der ungeförderten Police angesammelt haben, wird deutlich: Bei Riester gibt es schlicht weniger Geld.

Während der 35-jährige Riester-Sparer zum Beispiel bei der R + V bis Rentenbeginn rund 73.041 Euro Garantiekapital und voraussichtlich rund 114.478 Euro Kapital inklusive Überschuss angesammelt hat, stehen beim ungeförderten Tarif der R + V garantiert dagegen 76.304 Euro und prognostiziert 119.624 Euro Kapital auf seinem Konto. Das bedeutet: Beim Riester-Vertrag gibt es garantiert 3.263 Euro und prognostiziert sogar 5.146 Euro weniger als bei der ungeförderten Privat-Rente! Ähnlich sieht es bei der Cosmos aus. Hier macht die Differenz beim garantierten Kapital zwar nur 576 Euro aus, beim prognostizierten Vertrag sind es jedoch stattliche 8.079 Euro. Bei Asstel klaffen sogar 11.862 Euro zwischen der prognostizieren Kapitalleistung eines ungeförderten und eines Riester-Tarifs. Bei der Gothaer sind es gar bis zu 14.373 Euro.

Dabei sind auf den Vertrag des 35-jährigen Riester-Sparers bis Rentenbeginn immerhin rund 4.620 Euro an Zulagen geflossen. Davon bleibt dem Sparer jedoch nichts. Unterm Strich zehren die höheren Vertragskosten bei Riester bis zum Rentenbeginn weit mehr als die Fördersumme auf. Kurz: Die Kritik an der viel zu teuren Riester-Rente ist berechtigt.

Die staatliche Förderung wird durch
höhere Kosten fast komplett aufgezehrt.
So sind die Verwaltungskosten höher,
bisweilen auch die Provisionen

Dass die Riester-Rente teurer ist als eine ungeförderte Privat Rente bestätigt auch ein Blick auf die bei den Anbietern abgefragten Vertragskosten. Während die Verwaltungskosten in der Ansparphase bei der ungeförderten Police von R+V nach eigenen Angaben im Musterfall des 45-jährigen Sparers lediglich 144,16 Euro im Jahr betragen, verlangt die R+V für die Verwaltung des Riester-Vertrags mit 175,75 Euro glatt 32 Euro mehr pro Jahr. Allein dieser Posten führt in 20 Jahren Ansparphase zu einer Mehrbelastung des Riester-Vertrags von umgerechnet 960 Euro.

Nun mag die Verwaltung eines Riester-Police infolge der Zulagen in der Ansparphase womöglich tatsächlich aufwendiger sein als die Verwaltung einer ungeförderten Police – und ggf. sogar etwas höhere Kosten rechtfertigen. Warum jedoch auch die spätere Auszahlung der Monatsrenten teurer kommt, bleibt das Rätsel der Anbieter. Doch Fakt ist: In vielen Fällen knöpfen die Versicherer dem Riester-Rentner in der Rentenphase höhere Kosten ab als dem Kunden einer ungeförderten Privat-Rente. Die R+V verlangt bei Riester-Verträgen im Rentenalter zum Beispiel 1,5 Prozent der Jahresrente. Das sind rund 0,4 Prozentpunkte mehr als beim ungeförderten Vertrag. Bei der Alten Leipziger kommt die Verwaltung der Riester-Renten im Alter mit 2,5 Prozent sogar ein Prozent teurer. Denn bei der PrivatRente Tarif L erden nur 1,5 Prozent fällig. Die Asstel knöpft Riester-Kunden 0,9 Prozent mehr Kosten für die Auszahlung der Riester-Rente ab als für die Rentenverwaltung bei einer ungeförderten Police. Bei der Debeka sind es umgerechnet 0,83 Prozentpunkte mehr.

Gravierendes Problem: Weil die
Kostenangaben oft intransparent sind,
können Verbrauch nicht erkennen, ob die
Mitnahme der Förderung lohnt.

Auch bei den Abschlusskosten langen einige Versicherer ihren Riester-Kunden tiefer in die Taschen als Sparern, die eine ungeförderte Privat-Rente abschließen. So muss der 45-jährige Riester-Sparer bei der Asstel für seinen Riester-Vertrag über die gesamte Laufzeit hinweg stolze 552 Euro an Abschlusskosten bezahlen, während er die ungeförderte Police für weniger als ein Fünfte der Summe, nämlich für rund 100 Euro, erhält. Bei der HUK kostet die Riester-Police rund 1038 Euro Provision, während bei Abschluss einer ungeförderten Police nur rund 954 Euro fällig werden. Bei der R+ V ist der Abschluss der Riester-Rente sogar mehr als doppelt so teuer wie der ungeförderte Standardtarif. Besonders ärgerlich: Längst nicht in allen Fällen legen die Versicherer die Kostenangaben in vergleichbarer Form offen auf den Tisch. Zwar sind sie seit anderthalb Jahren verpflichtet, die Abschluss-, Verwaltungs- und sonstigen Kosten bei Vertragsabschluss in Euro und Cent auszuweisen. Doch weil im Gesetzestext nur von den Kosten auf den Eigenbeitrag die Rede ist, fallen die Kosten, die von den Zulagen abgezogen werden, oft unter den Tisch. So weist die Gothaer im Musterfall des 45-jährigen Sparers nur rund 1550 Euro an Abschlusskosten aus. Dass von den insgesamt 3.080 Euro Zulagen auch noch vier Prozent oder umgerechnet 123,20 Euro an Provision abgehen, verschweigt sie ebenso wie viele andere Anbieter.

Für Verbraucher das wohl gravierendste Problem: Weil sich ohne präzise Kostenangaben die Tarife kaum vergleichen lassen, können sie nicht erkennen, ob sich die Mitnahme der Förderung lohnt oder ob nicht ein ungeförderter Vertrag vielleicht sogar die bessere Wahl zu Schließung der Rentenlücke ist. Die von ÖKO-TEST erhobenen Vergleichszahlen lassen jedoch nur einen Schluss zu: Für die Versicherungsbranche ist die Riester-Rente die perfekte Altersvorsorge, für Vorsorgesparer bei solchen Konditionen jedoch nicht. ÖKO-TEST hat bei seinem Stichproben-Vergleich jedenfalls nur wenige Ausnahmen gefunden, bei denen die Riester-Rente wenigstens eine gleich gute oder bessere Leistung als ein ungeförderter Tarif bietet. Eine rühmliche Ausnahme bildet zum Beispiel die Hanse Merkur, die schon ihre Standard-Riester-Rente kostengünstiger kalkuliert als ungeförderte Verträge. Über ihre Online-Tochter Hanse Merkur 24 bietet sie sogar einen noch kostengünstigeren Riester-Tarif an. Weil dieser Tarif nur via Buchung im Internet erhältlich ist, haben wir ihn im Vergleich nicht berücksichtigt.

Für die Versicherer ist die Riester-
Rente die perfekte Altersvorsorge.
Für die Versicherten bis auf wenige
Ausnahmen leider nicht.

Auch die Hamburg-Mannheimer kalkuliert ihre Riester-Verträge zumindest in einigen Musterfällen kostengünstiger als eine ungeförderte Police. Dabei hat sie aber offenbar besserverdienende Singles im Visier. Bei Familien mit Kindern wäre es dagegen genau umgekehrt. Denn die Hamburg- Mannheimer, die ab Sommer 2010 als ERGO Lebensversicherung firmiert, zwackt zwar vergleichsweise moderate Verwaltungskosten von den Eigenbeiträgen der Riester-Sparer ab. Dafür langt sie bei der staatlichen Förderung zu umso stärker zu: Von jeder gutgeschriebenen Zulage gehen vier Prozent Abschluss- und 12,5 Prozent Verwaltungskosten ab.
Das bedeutet: Von 154 Euro Grundzulagen kommen von vorn herein nur 128,59 Euro beim Sparer an. Hat der Sparer Anspruch auf zwei Kinderzulagen von 185 Euro, zwackt der Versicherer von den 370 Euro weitere 61,05 Euro an Kosten ab. Unterm Strich landen von 524 Euro Förderung also Jahr für Jahr nur 437,54 Euro auf dem Vertrag. Solche Angaben sind aber selten in verständlicher Form aus den Unterlagen bei Vertragsabschluss ersichtlich. Meist verrät erst der Kontoauszug, wie und wo wirklich abkassiert wird. Statt verärgert zu kündigen – und dabei weitere Kosten zu produzieren, sollten betroffene Riester-Sparer den Vertrag aber besser beitragsfrei stellen – so wie Maren Meier. Eine andere Alternative kann ein Vertragswechsel sein – sofern der neue Vertragspartner nicht auch gleich wieder die Hand aufhält und Abschlussgebühren verlangt. Doch auch dafür gibt es einen Trick: Wer das Geld in einen Riester-Banksparplan umschichtet, sorgt nicht nur dafür, dass sein Vertrag künftig nur mit minimalen Kosten belastet wird. Bei den Top-Anbietern unter den Riester-Sparplänen winken auch bis zu 4 Prozent Rendite und mehr.
Barbara Sternberger-Frey

Neues Courtyard by Marriott Hotel in Paris geplant

Neues Courtyard by Marriott Hotel in Paris geplant

Das erste Courtyard by Marriott Franchise Haus in Frank­reich wird Ende 2010 unter einem Vertrag zwischen Marriott International und der So­ciete Hoteliere de Boulogne eröffnen.

Das Courtyard by Marriott Paris Boulogne mit seinen 115 Zimmern wird in einem sa­nierten historischen Gebäude einziehen, in dem ursprünglich die Banque de France an der 114 Route de la Reine im Zentrum von Boulogne untergebracht war.
Im ursprünglichen Gebäude werden die öffentlichen Bereiche des Hotels untergebracht sein. Zu diesen gehören die offene, großzügige Lobby, die Bar und das Restaurant so­wie 336 Quadratmeter Raum für Meetings und Konferenzen, der Fitness-Bereich und einige Zimmer. Hinter und über dem bestehenden Komplex wird ein Anbau Raum für drei weitere Etagen mit Zimmern schaffen. Diese sind – ein Markenzeichen der Courtyard Hotels – geschmackvoll eingerichtet. Sie bieten neben der beliebten Marriott Bett- und Bad-Ausstattung viel Platz und eine klare Trennung zwischen Wohnen und Arbeiten. Ein großer Schreibtisch mit guter Beleuchtung und ergonomischem Stuhl wird ergänzt durch einen schnellen Internet-Anschluss sowie einen Anrufbeantworter, den Fernseher mit Flachbildschirm, einen Safe, Bügeleisen- und brett sowie den Tee- und Kaffeekocher.
Die Lobbies der Courtyard Hotels sind modern, offen und stilvoll gestaltet. Mit ihren frischen Farben und gemütlichen Ecken laden sie zum Treffen mit Freunden und Kolle­gen oder einfach nur zum Aufenthalt oder zum Checken von E-Mails ein.
Für den Gaumen dürfen sich die Besucher des Courtyard by Marriott Paris Boulogne auf eins der Oleo Pazzo Restaurants freuen – das extra von Courtyard für Europa ent­wickelte Familienrestaurant, das lokale und westliche Küche geschickt kombiniert. Für den kleinen Hunger zwischendurch liefert der Marketplace eine gute Auswahl an Ge­bäck, Sandwiches und Getränken.
Mit dem Courtyard by Marriott Paris Boulogne wird Marriott International neun Häuser in Paris haben. Drei weitere sind im Bau: das Renaissance Paris Arc d’Triomphe, das Courtyard by Marriott Paris Pleyel-St. Denis und das Courtyard by Marriott Paris Ar­cueil.
Courtyard by Marriott Hotels bieten sowohl Geschäftsreisenden als auch Urlaubern Übernachtungs­möglichkeiten zu moderaten Preisen in gehobenen Mittelklassehäusern. 1983 eröffnete in Atlanta das erste Courtyard by Marriott. Seitdem hat sich das Produkt mit über 800 Häusern weltweit zu einer füh­renden Marke in seiner Kategorie entwickelt.
Marriott International Inc. mit Sitz in Bethesda, Md. ist ein führendes Hotelunternehmen mit mehr als 3.100 Häusern in 66 Ländern weltweit. Im Beherbergungsbereich bietet Marriott derzeit folgende Mar­ken: Marriott, JW Marriott, The Ritz-Carlton, Renaissance, Residence Inn, Courtyard, TownePlace Sui­tes, Fairfield Inn, SpringHill Suites, Marriott Executive Apartments und Bulgari. Zudem betreibt Marriott den Marriott Vacation Club, Horizons by Marriott Vacation Club, The Ritz-Carlton Club und Grand Residences by Marriott sowie Conference Centers und Marriott ExecuStay für Unternehmensmitarbeiter. Im Jahr 2008 erwirtschaftete Marriott International fast 13 Milliarden US-Dollar durch den laufenden Geschäfts­betrieb. Das Unternehmen beschäftigt rund 146.000 Angestellte und ist ENERGY STAR® Partner der US-Umweltschutzagentur EPA.

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