Glyphosat in Bier

Der Verein „Münchner Umweltinstitut“ berichtet in einer am 25. Februar 2016 veröffentlichten Pressemitteilung über Spuren des Pflanzenschutzmittelwirkstoffes Glyphosat in Bier.

Dazu erklärt der Deutsche Brauer-Bund:
Wie das Umweltinstitut in seiner Veröffentlichung selbst feststellt, finden sich Spuren von Glyphosat „inzwischen fast überall“. Glyphosat ist seit Jahrzehnten als Wirkstoff in einer Reihe von in Deutschland und weltweit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln enthalten, aus deren Anwendung sich bekanntlich Rückstände in Ernteprodukten und Lebensmitteln ergeben können. Unzählige Studien haben diese Spuren für gesundheitlich unbedenklich erklärt.

Auch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stuft die in Lebensmitteln nachgewiesenen Spuren wie andere europäische und internationale Institute als gesundheitlich unbedenklich ein. Der Deutsche Brauer-Bund vertraut der Einschätzung der unabhängigen Wissenschaftler. Als zuständige Behörde hat das BfR eine aktuelle Stellungnahme zum Test des Umweltinstitutes herausgegeben, die im Inter- net veröffentlicht ist: http://www.bfr.bund.de/cm/343/vorlaeufige-einschaetzung-zu-gehalten-von-glyphosat-in-bier.pdf

Der DBB weist den Vorwurf des Umweltinstitutes, die Brauereien würden ihre Rohstoffe nicht ausreichend kontrollieren, als absurd und völlig haltlos zurück. Die Brauereien in Deutschland betreiben – ebenso wie die vorgelagerten Stufen der Malz- und Hopfenerzeugung – einen hohen Aufwand, um die vier natürlichen Rohstoffe Wasser, Malz, Hopfen und Hefe, die nach dem Reinheitsgebot zum Brauen verwendet werden, auf mögliche Schadstoffe zu kontrollieren.

So hat der Deutsche Brauer-Bund ein eigenes Monitoringsystem für Braumalz. Unser Monitoring zeigt, dass die gemessenen Werte stets deutlich unter den Höchstgrenzen liegen. Zu keiner Zeit konnten Überschreitungen der zulässigen Rückstandshöchstwerte bei Glyphosat festgestellt werden. Daneben gibt es staatliche Kontrollen und weitere Eigenkontrollen der Brauereien, die dafür Sorge tragen, dass keine Schadstoffe Eingang finden in die Produktion.

Die vom Umweltinstitut verbreiteten Testergebnisse sind deshalb nicht nachvollzieh- bar und nicht glaubwürdig. Da uns weder die vollständige Untersuchung vorliegt, noch die Analysemethoden hinreichend belegt wurden, müssen wir die Seriosität der Untersuchung ernsthaft in Zweifel ziehen. Auch das dargestellte „Ranking“ der Biere ist absolut unseriös, stellt doch das Umweltinstitut selbst fest, dass der Test nur auf einer „kleinen Anzahl von Proben“ beruht und „keine generelle Aussage über die Belastung des Bieres einer bestimmten Marke“ zulässt.

Selbst wenn die vom Umweltinstitut behaupteten Glyphosat-Werte im Einzelfall zutreffen würden, was wir mit Blick auf unser Monitoringsystem und die fragwürdigen Methoden der jüngsten Studie bezweifeln, müsste ein Erwachsener nach Einschätzung des BfR an einem einzigen Tag 1000 Liter Bier trinken, um ein gesundheitliches Risiko durch Rückstände einzugehen. Dieser Umstand ist auch dem Umweltinstitut bekannt. Trotzdem spricht es wider besseren Wissens von einer „gesundheitsschädigenden Wirkung selbst in kleinsten Mengen“.

Der Münchner Verein möchte mit seiner Veröffentlichung offensichtlich Einfluss neh- men auf die für Anfang März 2016 vorgesehene Entscheidung der EU-Staaten über die Verlängerung der Zulassung für Glyphosat, welche von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nach umfangreichen Untersuchungen befürwor- tet wird. In den vergangenen Tagen erst hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung Entwarnung hinsichtlich möglicher Glyphosat-Rückstände in Muttermilch gegeben und eine zuvor veröffentlichte Studie als falsch widerlegt. Diese Studie hatte sich derselben Analysenmethode bedient wie jetzt das Münchner Umweltinstitut.

Fragen und Antworten
Wie können Glyphosat-Spuren in Getreide und damit in Biere gelangen?
Bier wird in Deutschland aus den natürlichen Rohstoffen Wasser, Malz, Hopfen und Hefe gebraut. Malz wird aus Getreide gewonnen. In Deutschland ist der Einsatz von Glyphosat beim Anbau von Getreide zu Brauzwecken nicht zugelassen. Gleichwohl kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich Glyphosat-Rückstände auch in Braugetreide oder Braumalz nachweisen lassen, da diese entweder durch Abdrift von zu- lässigen Anwendungen auf benachbarten landwirtschaftlichen Flächen oder den im Ausland bei Braugetreide teilweise zulässigen Einsatz von glyphosathaltigen Produkten verursacht sein können. Da die deutsche Landwirtschaft allein nicht in der Lage ist, den Braugerstenbedarf der deutschen Brauereien zu decken, werden ca. 50 Prozent des hierzulande verwendeten Braugetreides bzw. Braumalzes aus dem Ausland, vor allem Frankreich und Dänemark, importiert.

Geht von Glyphosat-Spuren in Bieren eine Gesundheitsgefahr aus?
Das zuständige Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stuft die bisher in Lebens- mitteln nachgewiesenen Spuren wie andere europäische und internationale Institute als gesundheitlich unbedenklich ein. Laut BfR wären „selbst die höchsten aus den Medien bekannten Gehalte (30 Mikrogramm pro Liter) so niedrig, dass die hieraus rechnerisch resultierende Aufnahmemenge bei einem Erwachsenen (60 kg Körpergewicht) mehr als 1000-fach niedriger liegen würde als die derzeit als unbedenklich geltende lebenslänglich duldbare (ADI) oder einmalig duldbare (ARfD) tägliche Aufnahmemenge.“ Um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen, müsste ein Erwachsener laut BfR an einem Tag rund 1000 Liter Bier trinken. Glyphosatgehalte von 30 Mikrogramm pro Liter Bier stellen nach dem derzeitigen Stand des Wissens kein gesundheitliches Risiko dar, so das BfR in seiner Stellungnahme (vgl. http://www.bfr.bund.de/cm/343/vorlaeufige-einschaetzung-zu-gehalten-von-glyphosat-in-bier.pdf )

Was tut die deutsche Brauwirtschaft, um Glyphosat-Einträge zu vermeiden?
Um höchstmögliche Sicherheit und Qualität des in den deutschen Brauereien einge- setzten Malzes zu gewährleisten, unterhält der Deutsche Brauer-Bund ein eigenes Monitoringsystem für Schadstoffe in Braumalz, das auch Untersuchungen auf Rück- stände von Glyphosat beinhaltet. Das Monitoring zeigt, dass die in den deutschen Brauereien eingesetzten Malze ganz überwiegend frei von Glyphosat-Rückständen sind. Sofern sich in Einzelfällen Glyphosat feststellen lässt, liegen die Befunde um mehr als den Faktor 100 unterhalb der zulässigen Rückstandshöchstgrenze von Gerste und damit weit im Bereich des absolut Unbedenklichen. Die europaweit gesetzlich festgelegte Rückstandshöchstgrenze für Glyphosat in Gerste beträgt 20 mg/kg und in Weizen 10 mg/kg.

Bei der Verwendung von vermälztem Getreide bzw. Malz in Bier ergibt sich, im Vergleich zum direkten Verzehr von Getreide, eine beachtliche Verdünnung. Analysen zeigen, dass im Falle einer möglichen Belastung lediglich zwei Prozent des ursprünglich auf der Gerste befindlichen Glyphosats letztlich bis ins Bier gelangen können. In
der Praxis werden mehrere Partien von Gerste vermischt und die Biere aus verschiedenen Malzen hergestellt. Auch vor diesem Hintergrund erscheinen die behaupteten Testergebnisse nicht plausibel.

Welche Richtwerte gibt es?
Die vom Münchner Umweltinstitut beauftragte Studie erscheint schon deshalb fragwürdig, weil sie das gebraute Bier – ein Lebensmittel, das aus Getreide hergestellt wird – unzulässigerweise mit Trinkwasser vergleicht. Auch wird hier von einem „Grenzwert“ gesprochen, obwohl es für Trinkwasser lediglich einen „Vorsorgewert“ gibt, der aber keinerlei Aussage zur gesundheitlichen Bedeutung trifft. Im Übrigen ist selbst der Vorsorgewert für Babynahrung um den Faktor 100 höher als jener für Trinkwasser.

Was regelt das Reinheitsgebot?
Im Unterschied zu Brauereien in Europa dürfen deutsche Brauereien für Bier, gebraut nach dem Reinheitsgebot, bis heute keine künstlichen Aromen, keine künstlichen Farbstoffe, keine künstlichen Stabilisatoren, keine Enzyme, keine Emulgatoren und auch keine Konservierungsstoffe verwenden. Das Bierbrauen bleibt nach wie vor auf die Verwendung der vier natürlichen Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe beschränkt. Alle Rohstoffe unterliegen einer kontinuierlichen und umfassenden Rückstands- und Schadstoffkontrolle über alle Verarbeitungsstufen.

www.reinheitsgebot.de

Gusto Deutschland 2016

Der Gourmetführer Gusto testet jedes Jahr anonym und unabhängig Restaurants in ganz Deutschland und zeichnet die besten Küchen aus. Im Laufe der 48. Kalenderwoche erscheint die neue Ausgabe für 2016 zunächst exklusiv online – das gedruckte Buch folgt wie immer Mitte Dezember.

Sebastian Frank aus dem Horváth in Berlin wird von Gusto zum Koch des Jahres ausgezeichnet und bekommt für seine extrem eigenständige Kreativküche erstmals 9 Pfannen. Zwei Köche steigen mit ihren Restaurants neu in den Rang der am höchsten bewerteten Küchen auf: 10 Pfannen für die Küchen von
Jan Hartwig im Atelier in München und Christoph Rüffer im Haerlin in Hamburg. Der aus Travemünde nach Hamburg gewechselte Kevin Fehling konnte die bereits in den letzten beiden Jahren im La Belle Epoque erkochten 10 Pfannen auch in seinem neuen Restaurant The Table Kevin Fehling in der Hafencity verteidigen. Hendrik Otto bekommt mit dem Lorenz Adlon Esszimmer in Berlin mit 10 Pfannen plus Bonuspfeil erstmals die Maximalbewertung. Diese wurde ihn der Ausgabe 2016 nur für drei weitere Küchen vergeben. Alle weiteren Bewertungen werden erst in der KW 48 auf gusto-online.de veröffentlicht.

Kurz vor Veröffentlichung der neuen Ausgabe wurde nun auch Gusto eine großartige Auszeichnung zuteil: im Rahmen der alljährlichen Kompetenz-Umfrage der Fachzeitschrift „Sternklasse“, die in Kooperation mit der Gerolsteiner Restaurant-Bestenliste durchgeführt wird, wählte die Gastronomiebranche den Newcomer unter den bundesweiten Restaurantführern jetzt auf Platz 2. Zur Bewertung standen Kompetenz, Sorgfalt, Unabhängigkeit, Seriosität, Zuverlässigkeit und Informationsgehalt.

Das Ergebnis zeigt, dass sich der Guide, der erstmals im Jahr 2011 für ganz Deutschland erschienen ist, in den Augen von Deutschlands Gastro-Elite als feste Größe gleich nach dem internationalen Michelin-Führer etabliert und sogar namhafte Titel wie „Gault & Millau“ oder „Der Feinschmecker“ abgehängt hat. Über 5.000 Gastronomen, Hoteliers und Köche waren in diesem Herbst wieder wahlberechtigt.
Gusto-Herausgeber und Redaktionsleiter Markus Oberhäußer freut sich außerordentlich über das Ergebnis, das in der Dezember-Ausgabe von Sternklasse veröffentlicht wird. „Binnen kürzester Zeit haben wir nach Meinung von Deutschlands renommiertesten Köchen und Gastgebern Konkurrenten abgehängt, die sich schon seit Jahrzehnten auf diesem Markt etablieren konnten. Uns gibt es erst seit ein paar Jahren. Manche kennen uns vielleicht noch nicht mal. Das ist eine tolle Anerkennung für unser ganzes Team“.

Gusto Deutschland 2016 erscheint als Online-Ausgabe (www.gusto-online.de) in der 48. KW und als gedrucktes Buch ISBN 978-3-938662-35-9 Mitte Dezember.

Hotelbewertungen im Internet

Etwa ein Drittel der Hotelbewertungen auf bekannten Onlineportalen sind gefälscht. Das zeigte eine Studie der Fachhochschule Worms im vergangenen Jahr. Seiten wie TripAdvisor und Holiday Check reagierten mit Maßnahmen, die die Manipulationen verhindern sollten. Wie gut diese wirklich vor dem „Meinungsmüll“ schützen, haben Europäisches Verbraucherzentrum (EVZ) und Verein für Konsumenteninformation (VKI) nun stichprobenartig nachgeprüft. In mehreren Schritten wurde dabei untersucht, welche Barrieren zu überwinden sind, um falsche Kommentare zu posten und wie zuverlässig diese aus den echten Beiträgen herausgefiltert werden. Das Ergebnis: Obwohl die Abwehr in manchen Bereich funktioniert, ist das Prüfverfahren nach wie vor durchlässig.

Was passiert, wenn ein Nobelhotel in einem Salzburger Skigebiet im Internet als „Strandhotel mit Krokodilen, Affen und Karibikflair“ beschrieben wird? Unter Umständen gar nichts. Auf der Seite TripAdvisor war der völlig sinnfreie Testkommentar innerhalb von 24 Stunden online und blieb über drei Wochen veröffentlicht. Selbst nachdem der Manager des Hotels mit einer eigenen Anmerkung Stellung genommen hatte.

Bei Holiday Check bestand der Text das Prüfverfahren nicht. Dafür versagten die Filter hier in anderer Hinsicht. Ein Kommentar, der augenscheinlich zu reinen Marketingzwecken verfasst wurde und vor Werbefloskeln strotzte, wurde anstandslos veröffentlicht und ist auf Holiday Check nach wie vor online. TripAdvisor dagegen lehnte den Beitrag ab.

Ob ein gefälschter Kommentar veröffentlicht wird oder nicht, bleibt damit weitgehend dem Zufall überlassen. Ein zuverlässiges Verfahren, falsche Einträge zu verhindern, gibt es bisher noch nicht. Weiter dagegen sind die Portale, was den Schutz von massenhaft versandten Postings betrifft. Bewertungen, die im Minutentakt von derselben IP-Adresse abgegeben wurden, wurden weder auf TripAdvisor noch auf Holiday Check veröffentlicht.

„Vor falschen Hotelbewertungen schützen kann sich, wer kritisch bleibt und Texte auf den einschlägigen Plattformen nicht nur überfliegt, sondern aufmerksam durchliest“, rät Dr. Barbara Forster, Juristin beim Europäischen Verbraucherzentrum. „Denn oft sind falsche oder rein zu Werbezwecken verfasste Beiträge leicht zu erkennen. Vor allem Texte, in denen der Name des Hotels immer wieder voll ausgeschrieben wird oder auffallend viele Werbefloskeln verwendet werden, deuten darauf hin, dass sie nicht von einem Hotelgast verfasst wurden.“ Eine gefälschte Bewertung liegt außerdem auch dann oft vor, wenn:
• ein Hotel lange Zeit gar nicht bewertet wurde und plötzlich viele äußerst positive oder auch negative Kommentare hintereinander geschrieben werden,
• Bewertungen in einem überschwänglichem Ton verfasst sind, der an die Sprache von Reiseprospekten erinnert,
• Bewertungen sehr ausführlich geschrieben sind (und ein durchschnittlicher Reisender vermutlich weniger Zeit dafür aufwenden würde),
• dieselben Kommentare zu denselben Hotels auf verschiedenen Bewertungsportalen auftauchen,
• der Verfasser einen zufällig generierten Namen wie beat1234 oder pfb6736 benutzt,
• der Verfasser auffallend viele Hotels sehr positiv oder negativ bewertet.

Wer aber nun denkt, die Bewertungen auf Hotelportalen wie z.B. beim Marktführer booking.com, wären die ungefilterte Meinung der Gäste, die im Hotel gewesen sind und auf die man sich verlassen kann, irrt. Booking.com hat jetzt eine extra Webseite veröffentlicht, wo sie die besten Hotels der Gäste vorstellen: www.thebookingtruth.com/reviews/

Booking.com schreibt: „At Booking.com, we love our real, verified guest reviews, which contain the collective wisdom of millions of travellers from all over the world. Every day, travellers use our reviews to find the world’s best places to stay.“
So sind also die Bewertungen eines der wichtigsten Kriterien zum Buchen eines Hotelzimmers. Vielreisende Gäste sollten aber nicht zu kritisch sein! Wenn ein GE (=Vielbucher bei booking) Kunde zu viele kritische Bewertungen abgibt, bekommt er keine Aufforderungen mehr, die Hotels zu bewerten. Ein Vielreisender kann durchaus andere Kriterien anlegen, als eine Familie, die einmal in fünf Jahren eine Stadt besucht.

Unser Tipp daher: Immer die eher negativen Bewertungen lesen, um die Schwachstellen des Hauses kennenzulernen. Die ganz Negativen sind mit Vorsicht zu genießen! Gut ist es, wenn man sieht, dass das Haus dazu Stellung nimmt und wie sie an das Problem rangehen!

SERVICE: Den ausführlichen Bericht zu Hotelbewertungen im Internet .
gibt es unter www.konsument.at bzw. www.europakonsument.at sowie in der Juniausgabe der Zeitschrift KONSUMENT .

Gin – alles über Gin

Nachdem er lange Zeit ein Schattendasein gefristet hat, hält der Gin heutzutage wieder verstärkt Einzug in die Bars. Pünktlich zu dieser Renaissance der Gin-Kultur veröffentlicht édition gastronomique, der Fachverlag von GastroSuisse, das umfangreiche Nachschlagewerk „Gin, Alles über Spirituosen mit Wacholder“. Es enthält alles Wissenswerte über Zutaten, Herstellung und Rezepturen und lädt ein zu einer Entdeckungsreise in die Welt des Gins. Dessen Geschichte wird erzählt von seinen Ursprüngen als Genever bis hin zur Cocktail-Ära, in der er als Bestandteil der legendären Martinis seine grosse Blütezeit erlebte. Die ganze Vielfalt des Gins wird in dem Buch ausführlich, fundiert recherchiert und in frischem Design dargestellt.

Ihre ausgeprägte Leidenschaft für das Barwesen brachte die Autoren, Karsten Sgominsky und Thilo Brauer, beide Jahrgang 1970 und gelernte Hotelfachmänner, auf die Idee, ein Fachbuch über Gin zu verfassen. Langjährige Erfahrung ergänzten sie durch das intensive Studium von aktuellen und historischen Quellen, Destillen-Besichtigungen sowie den fachlichen Austausch mit Herstellern und Historikern. Aus dieser Mixtur entstand ein fundierter Wissenscocktail als Hommage an die Spirituosen aus Wacholder.

Karsten Sgominsky/Thilo Brauer
Gin, Alles über Spirituosen mit Wacholder
ISBN: 978-3-905834-18-5 (Bestellink portofrei)
CHF 49.80 (CHF 39.80 für GastroSuisse-Mitglieder)

édition gastronomique ist der auf die Hotellerie und Restauration spezialisierte Fachverlag von GastroSuisse mit umfangreichem Themenangebot von Literatur über Arbeitsunterlagen bis hin zu Shopartikeln.
GastroSuisse ist der Verband für Hotellerie und Restauration in der Schweiz. Über 20’000 Mitglieder (rund 3’000 Hotels), organisiert in 26 Kantonalverbände und vier Fachgruppen, gehören dem grössten gastgewerblichen Arbeitgeberverband an.

Route des Weins und des Fisches

Der Herbst verleiht den dichten Wäldern des Ordesa Nationalparks ein farbenfrohes Kleid. Die hohen Gipfel der Pyrenäen werden vom ersten Hauch Schnee bedeckt und die Weinstöcke zu ihren Füßen warten darauf, dass man sie von ihren vollreifen Früchten befreit. Weinfreunde, die Natur- und Kulturerlebnisse zu schätzen wissen, finden in der nördlichsten Provinz Aragoniens, Huesca, nicht nur ein erstklassiges Angebot an Weinen vor, die mittlerweile als Geheimtipp gehandelt werden, sondern auch herrliche abwechslungsreiche Naturlandschaften und kulturelle Kleinodien in den ursprünglichen Dörfern und Städten der Region.

Die Kleinstadt Barbastro ist das Zentrum des Weinanbaus der Region. Hier befinden sich eine Reihe der Bodegas, die dem weininteressierten Besucher zur Besichtigung, Weinverkostung oder für Degustationskurse offenstehen. Einige wie die Bodega der Viñas del Vero bieten darüberhinaus auch den Besuch der Weinberge an. Andere verfügen in ihren Räumlichkeiten über Restaurants, in denen man die gastronomischen Köstlichkeiten der Region probieren kann. Vor der Planung seiner Reise auf der Weinroute sollte man sich jedoch telefonisch oder per Email anmelden.

Barbastro ist der beste Ausgangspunkt für die Weinroute des Somontano. Im alten Hospital von San Julián befindet sich heute der Consejo Regulador, die Regulierungsbehörde der Herkunftsbezeichnung D.O. Somontano, und das Weinmuseum der Region, wo man sich den besten Überblick über die Weine verschaffen kann. In der daran angrenzenden ehemaligen Renaissancekirche Santa Lucía findet man das Besucherzentrum, Centro de Interpretación del Somontono, in dem man alles Wissenswerte über die Geschichte, das kulturelle Erbe und die Natur der Region erfährt. Über die kleinen Ortschaften der Umgebung verstreut, die man Richtung Aínsa durchfährt, Asque, Bierge, Abiego, Huerta de Vero, Buera, Castillazuelo, Sálas Bajas, Estadilla, Enate und El Grado, finden sich weitere namhafte Bodegas, Restaurants und Unternehmen, die der Weinstraße angehören. Die Geschichte, Traditionen und Bräuche der Dörfer sind seit Jahrhunderten vom Wein geprägt. Der Weinanbau im Somontano hat eine lange Geschichte, reicht er doch bereits bis in das 2. Jahrhundert v. Chr. zurück. Sein Aroma erhält er durch die besondere Lage der Region am Fuß der Pyrenäen, wobei das Klima sowohl durch atlantische als auch durch mediterrane Einflüsse geprägt ist.

Sämtliche Weinorte befinden sich am Rand eines Gebietes, das landschaftlich einzigartig in Europa ist. Die Sierra de Guara am Fuße der Pyrenäenriesen und unweit der Provinzhauptstadt Huesca ist eine trockene Karstlandschaft mit Steineichenwäldern, Olivenhainen, Weinfeldern und einsamen Dörfern. Charakteristisch sind die schroffen bizarren Kalksteinformationen, in die die vier Hauptflüsse der Region Alcandre, Mascún, Isuala und Vero durch Millionen von Jahre zahlreiche tiefe Canyons und Schluchten eingeschnitten haben, über denen Geier und Adler ihre langen Kreise ziehen. Es ist ein Gebiet, das insbesondere Abenteuersportler aus aller Welt anzieht, die hier ein einmaliges Revier für ihre Kletter- und Canyoning-Touren finden. Der Hauptort der Sierra und ein ebenfalls bedeutender Weinort ist Alquézar direkt an der mächtigen Schlucht des Río Vero gelegen, dessen Burg und Stiftskirche sich geradezu an die Felsen zu klammern scheinen und dem Ort ein malerisches Gepräge verleihen.

Ein abendlicher Bummel über den von Kolonnaden umgebenen Platz und ein gutes Essen mit einem Glas Rotwein in einem der typischen Restaurants sind ein gelungener Abschluss für einen Urlaubstag. Von hier aus ist es nicht weit in den Kulturpark des Río Vero mit seinen einzigartigen Höhlenmalereien, die 1998 von der UNESCO zum Kulturerbe der Menschheit deklariert wurden.

Fährt man nur wenige Kilometer weiter nach Norden könnte der landschaftliche und klimatische Unterschied kaum größer sein. Mehr und mehr kommt der atlantische Einfluss zur Geltung. Die Landschaft verwandelt sich, die Wälder werden dichter und die alpine Bergwelt der Pyrenäen zieht den Besucher in ihren Bann. Bevor man jedoch Jaca, einen der Ausgangspunkte zu den Wintersportorten Astún, Formigal oder Cerler erreicht, lohnen sich für den Kulturbegeisterten einige Abstecher, die man problemlos in einem Tagesausflug kombinieren kann. Knapp 40 km von Huesca entfernt liegt mit dem Castillo von Loarre eine der schönsten und beeindruckendsten Burgen Aragons inmitten einer Region, die geprägt ist durch ihre rotleuchtenden Kalksteinfelsen, die wie Nadeln in die ansonsten ebene Landschaft ragen, den sogenannten „Mallos“. Loarre, die mächtige romanische Festung aus dem 11. Jahrhundert war einst Königsresidenz und später Augustinerkloster.

Als Pantheon der Könige von Aragonien wurde das Kloster San Juan de la Peña bekannt. Spektakulär ist seine versteckte Lage inmitten eines mächtigen Felsvorsprungs. Genau unter dem natürlichen Gewölbe befindet sich ein großartiger romanischer Kreuzgang mit kunstvollen Säulenkapitellen, die vor allem biblische, aber auch pflanzliche und tierische Motive darstellen. Nach mehr als 8 Jahrhunderten in dem Kloster verließen im 18. Jahrhundert die Mönche den geheimnisvoll wirkenden Ort, der auch mit der Gralssage in Verbindung gebracht wird, und zogen in ein höher gelegenes Kloster, das nun vollständig restauriert auch Übernachtungsmöglichkeiten für Reisende bietet.

Wer seine Weintour mit einem Naturerlebnis ersten Ranges verbinden möchte, der sollte sich von Jaca oder Aínsa aus in nördlicher Richtung den Dreitausendern der Pyrenäen nähern und für einen oder mehrere Tage den Nationalpark von Ordesa und Monte Perdido erkunden. Als UNESCO Naturgut der Menschheit gehört der Park sicher zu den landschaftlich schönsten Regionen Spaniens. Von dem kleinen Gebirgsort Torla aus bringen Busse die Wanderer und Besucher bis an einen großen Parkplatz und von dort aus geht es nur noch per pedes in die großartige Natur um den Monte Perdido, der mit seinen 3.355 Metern zu den gewaltigsten der Pyrenäenberge gehört. Die herrlichen Täler wie das langgestreckte Ordesa-Tal mit Felswänden bis zu 1.000 m Höhe führen an Wasserfälle, Bergseen und zu idyllischen Almwiesen.

Die Weinstraße des Somontano ist nur eine der Weinrouten, mit denen der Verband der spanischen Weinstädte auf besondere Weise mit der Kultur, dem Lebensstil und den touristischen Schönheiten einiger der traditionsreichsten Weingegenden des Landes bekannt machen will. Eine Weinkellerei besuchen, bei der Weinproduktion zusehen, inmitten von Weingebieten wohnen, die Grundzüge der Weinverkostung und die perfekten Kombinationen von Weinen und den typischen Speisen einer Region zu erfahren, bietet gerade im Herbst ein besonderes Reise- und Genusserlebnis für alle fünf Sinne.

Informationen über die spanischen Weinrouten und detaillierte Informationen über die Weinstraße des Somontano, sowie Aragonien findet man unter:

www.spain.info/de
www.rutadelvinosomontano.com (in spanischer Sprache)
www.turismodearagon.com (englisch, französisch, spanisch)